wie die Eisenbahn» und Postverwaltung ihre Maßregeln soweit in Einklang bringen, daß derartige Mißstände von vorn herein vermieden werden. — Es gehen der Kammer Nachrichten zu über zweifelhafte Firmen in den Niederlanden, sowie Mit« theilungen, welche zur Vorsicht bei dem Export nach Janina mahnen. Wegen näherer Auskunft wollen sich Jnreresienten an die Kammer wenden. — DaS Sönigl. belgische Consulat in Mainz theilt der Kammer mit, daß für Ende Juni in Brüsiel eine AuSstekkung der „Association Internationale pour le Progr&s de l’Hygten® beabsichtigt sei. Das Programm dieser Ausstellung kann von Interessenten auf dem Büreau der Kammer eingesehen werden.
*♦ DaS diesjährige Pfingstfest, auf welches sowohl infolge der seitherigen trockenen Witterung, wie der dasselbe in mancherlei Hinsicht beeinflussenden Wahlagitation nicht beson» derS große Hoffnungen gesetzt worden, bescheerte unS kurz vor ThoreSschluß noch mit zwei Ereignissen, die in den Kreisen der davon Betroffenen mit gemischten Gefühlen betrachtet werden. Die viel erörterte Sonntagsruhe hat hier eine halbstündige Verschiebung erfahren- die in den Ladengeschäften Angestellten haben zwar Vormittags eine halbe Stunde länger Muse, müssen dafür aber am Nachmittag auch eine halbe Stunde länger hinter der Theke verbringen. — Eine zweite Bescheerung ebensowenig erfreulicher Art für die Betroffenen ist der Aufschlag der Mi Ich preise. Hier wird die nächste Folge eine Verminderung des Consums sein und wenn auch den immer durstenden Kindern die liebende Mutter den Milchaufschlag so wenig wie möglich fühlen lassen kann, so werden doch die Erwachsenen ihren Zuguß zum Kaffee um 25 pCt. vermindern müssen, um daS Gleichgewicht im Haushalt einigermaßen zu erhalten.
* * Platows naturwissenschaftliches Museum ist auf „Oswalde Garten" einige Zeit hier eingekehrt und verdient die volle Beachtung aller Freunde der Natur. Das Museum zerfällt in 19 Abteilungen (insgesammt 1806 Nrn.), von welchen wir einige anführen: 1. Ethnologische Sammlung mit charakteristischen Typen der kaukasischen, mongolischen, malayischen, äthiopischen und amerikanischen Rasse und ihrer Zwischenstufen in den Originalen täuschend nachgebildeten Köpfen, im Ganzen 28 Nummern - 2. ausgestopste Säuge» tbiere (62 Nrn.),- 3. Vögel, Eier und Nester (43 Nrn.), und eine ostrologische Sammlung (Skelette, Schädel, Zähne, Gebisse und Gehörne), 98 Nrn.- 4. Kriechthiere (Schildkröten, Eidechsen und Schlangen)- 5. Fische, Knorpelfische und Grätenfische- 6. Krustenthiere, Krebse, Krabben- 7. Tausendfüßler- 8. Spinnenthiere - 9. Insekten (Käfer, Schmetter» linge, Hautflügler, Gradslügler, Halbflügler) u. v. a. Auf einzelne Abheilungen des Museums werden wir ausführlicher zurückkommen.
* * Ernannt wurden am 15. d. M. die Forstaccessisten Karl Delp zu Darmstadt, Otto Hoffmann zu Stockhausen und Georg Kammer in Bellersheim zu Forstassessoren:
* * Erledigte Lehrerstelle. Erledigt ist: Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lindheim mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk.
• • Schuldienst - Nachrichten. Am 26. April wurde dem Schullehrer Wilhelm Seibert zu Unter-Schmitten die Lehrer» stelle.an der Gemeindeschule zu Grolsheim, — an demselben Tage wurde dem SchulamtSaspiranten Georg Ludwig Ebling auö Schornsheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rhein-Dürkheim, — an demselben Tage wurden den Schullehrern Jacob Heiland zu Nordheim und Georg Ku.h n zu Dietersheim Lehrerstellen an der Gemeindeschule zu Neuhausen, — an demselben Tage wurde dem Schullehrer Joh. Philipp Dörsam zu Aschbach die Lchrerstelle an der kathol. Schule zu Gimbsheim, — an demselben Tage wurde dem Schullehrer Peter Ehrhardt zu Balkhausen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Nieder-Ramstadt, — an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Rudolf Staubach aus Gundersheim eine Lehrerstelle an der kathol. Schule zu Wald-Michelbach, — an demselben Tage wurde dem SchulamtSaspiranten Ferdinand Walti aus Michelstadt eine Lehrerstelle an der evangel. Schule zu Birkenau, — an demselben Tage wurden dem Schullehrer Georg Schaffnit zu Alzey, sowie den SchulamtsaSptranten Philipp Daab aus Groß-Bieberau und Heinrich Müller aus Lang-GönS Lehrerstellen an der Volksschule zu Darmstadt, — an demselben Tage wurde dem SchulamtSaspiranten Philipp Staudt aus Bingen eine Lehrerstelle an der Gc- meindeschule zu Gau-Algesheim übertragen- — am 29. April wurde der Lehrer an der Realschule und dem Progymnasium zu Friedberg Joseph Luley, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer, zum Lehrer an dem Progymnasium und der Realschule zu Gießen mit Wirkung vom 1. Mai an ernannt- — an demselben Tage wurde der von dem Herrn Grafen zu Erbach-Fürstenau auf die erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Unter-Mossau präsentirte SchulamtSaSpi- rant Friedrich Braun zu Reinheim für diese Stelle, — am 8. Mai wurde der von dem Herrn Prinzen Albrecht zu SolmS-BraunselS auf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu RöthgeS präsentirte SchulamtSaSpirant Heinrich Weisel aus Muschenheim für diese Stelle bestätigt- — an demselben Tage wurden die von dem Herrn Fürsten zu Jsenburg-Bir» slem auf Lehrerstellen an der Volksschule zu Offenbach prä- sentirten Schulverwalter Peter Frey und Johannes Ritter daselbst für diese Stellen bestätigt.
Krampf beim Baden. Alljährlich fallen dem sogn. Krampf im Wasfer viele Personen, darunter auch vorzügliche Schwimmer zum Opfer. Der bis zum letzten Augenblicke sich noch munter im Wasser umhertummelnde Schwimmer macht urplötzlich ungewöhnliche Bewegungen mit den Armen, finkt dann stumm in die Tiefe und verschwindet zum Schrecken der Badenden. „Der Krampf hat ihn befallen" — heißt eS von allen Seiten, — „rasch ihm zur Hülfe!" — Das schnelle Nachlassen der Muskelkraft wird dadurch erzeugt, daß
Schaum ober Wasser in den Schlundkopf mit der Einath- mung gelangt und in die Luftwege eindringt, ober, wie eS im DolkSmunb heißt, in bie falsche Kehle gerätst, woburch eine saft augenblickliche Stockung fämmtlicher AthmungS- organe stattfindet. Kommt daS Wasser beim Beginn einer Athmung in bie Luftröhre, wenn die Lungen ganz luftleer sind, so sinkt der Körper sofort. Wenn daher bie Mitbadenben bemerken, baß Jemanb beim Baben ungewöhnliche Bewegungen macht, so müssen sie sofort Hülfe leisten, weil der Betreffende unter den beschriebenen Umständen keinen Hülfe- ruf äußern kann. Ein amerikanischer Arzt hat über diesen Krampf der Schwimmer in neuester Zeit interessante Untersuchungen angestellt. Nach denselben ist bei solchen Unglücksfällen niemals Krampf im gewöhnlichen Sinne im Spiel, wie auch die von ihm untersuchten Leichen plötzlich unter- gesunkener Schwimmer keinerlei Merkmale des Krampfes aufwiesen.
Der Setreidemarkt. Die anhaltende Trocken» heil, welche sich nicht nur in Deutschland, sondern auch im größten Theile deS übrigen Europas erneut bemerkbar macht, abgesehen von lokalen Ausnahmen, erweckt in landwirthschaft- lichen Streifen ernste Bedenken. Die auS den verschiedensten Gegenden Deutschlands wie des Auslandes vorliegenden Berichte über den Saatenstand sprechen zum Theil direkt die Befürchtung einer zu gewärtigenden Mißernte auS, falls nicht bald reichlicher Regen fällt. Unter diesen Verhältnissen begreift es sich, wenn auf dem deutschen Getreidemarkte die sich seit ein paar Wochen markirende Hausseströmung fortdauert, wie dies im Allgemeinen auch während der abgelaufenen Berichtswoche der Fall war. Preisuotirungen an der Berliner Productenbörse: Weizen per 1000 Kilogramm von 153—166 Mk., Roggen von 142—150 Mk., Hafer von 151—166 Mk., Gerste von 120—175 Mk.
* ♦* Lindheim, 19. Mai. Der o berhessische Volks» b t l d u n g s - V e r e i n hat bis jetzt in den Orten Nidda, Ortenberg, Ranstadt, Lindheim und Wolf Volksbibliotheken in der Anzahl von 60 bis 100 Bänden, nur ausgesuchte, wirklich gute und auf Bildung abzielende Werke, aufgestellt. Dieselben werden in erster Linie an Mitglieder verliehen, doch können sie auch von Nichtmitgliedern gelesen werden. In nächster Zeit beabsichtigt der Vorstand derartige Bibliotheken in verschiedenen Orten der Nachbarkreise aufzustellen.
8 Zell (bei Alsfeld), 19. Mai. Wo die Hand des Schicksals große Katastrophen hervorbringt, wie bei dem ent» setzlicheu Brande hier, da finden sich leider stets habsüchtige Menschen, die aus dem Unglück Kapital zu schlagen wissen. Es sind dies Leute, denen absolut nichts verbrannt ist, ja die nicht einmal rechte Zeller OrtSbürger sind, die aber nichtsdestoweniger die wachgerufene Barmherzigkeit ihrer Nebenmenschen auszunutzen suchen. So brandschatzte unter Anderem eine Person Romrod mit der Angabe, ihr sei Alles verbrannt, und sie habe mit Mühe ihr Kind aus den Flammen gerettet. Allgemein erregte sie Theilnahme, und bie Gaben stoffen reichlich. Glücklicherweise ist diese verbrannte Unverbrannte erkannt und zur Anzeige gebracht worden. Durch derartige Handlungen kann Jemand leicht irre geführt werden im Geben für die wirklich Nothleidenden, die doch unsäglich elend sind, und der Hilfe dringend bedürfen. ES dürfte deshalb für alle edlen Menschenfreunde angezeigt sein, entweder ihre Gaben nur birect an das Hilfseomite zu richten, ober sie persönlich an nur bekannte ober durch das Comtto empfohlene Abgebrannte zu verabfolgen. — Es fehlt noch an Vielem, insbesondere — wie das Kreisblatt meldet — an den nothwendig» sten Geldmitteln für die so schwer Heimgesuchten, wenn auch schon von vielen Seiten auf das Reichlichste beigesteuert wurde.
Oberndorf (Kreis AlSfcld), 19. Mai. Der gestrige sehr schwüle Tag brachte gegen Abend ein recht heftiges Gewitter. So freudig man den ersten Gewitterregen nach der seitherigen Dürre begrüßte, so schnell sollte sich die Freude in Schrecken verwandeln. Der Blitz schlug in daS Wohnhaus des Landwirths Seipp und zündete. Von hier aus lief der Strahl in die an das Wohnhaus anschließende Scheune und bald standen Wohnhaus und Scheune in Hellen Flammen. Obwohl rasche Hilfe von allen Seiten herbeieilte, konnten die Gebäude nicht mehr gerettet werden, die Hofraithe brannte gänzlich nieder. Auch in den benachbarten Waldungen muß es eingeschlagen haben, da Blitz und Donnerschlag oft unmittelbar aufeinander folgten.
A Ober Mockstadt, 19. Mai. Bei der heute hier stattgehabten B ü r g e r m e i st e r w a h l wurde der seitherige Bürgermeister Herr Mickel einstimmig wieder gewählt.
§ Vom höhere» Vogelsberg, 17. Mai. Mit kummervollem Herzen schaut jetzt der Landwirth in die Zukunft, nachdem er täglich auf Regen gehofft. Der Futtermangel hat hier die Preise in Heu und Stroh so in die Höhe ge- trieben, daß wenig bemittelte Bauern Heu oder Stroh gar nicht kaufen können. Der Gentner Heu kostet jetzt 5 Mark, der Gentner Gersten- und Hafer - Stroh (Maschinendrusch) 3 Mk. bis 3 Mk. 50 Pfennige und dabei ist Heu und Stroh noch schwer zu bekommen. Die Wiesen gewähren einen traurigen Anblick, an trockenen Stellen ist ber Grbboben beinahe verbrannt. Der Roggen bleibt zu kurz, ber Klee eben- falls kurz unb bünn. Gestern Nachmittag ist ber erste Gewitterregen feit langer Zeit über unser Gebirg gekommen, er war jeboch nur von kurzer Dauer.
Darmstadt, 18. Mai. Gestern Nachmittag badete der dahier beschäftigte 18jährige Bäckergehilfe Alben Rabe aus Braunschweig mit seinem Nebencollegen am südlichen Ufer im Wooge. Ersterer war deS Schwimmens kundig, letzterer dagegen nicht. Beide geriethen an eine tiefe Stelle und liefen Gefahr zu ertrinken. Durch rafche Hülfe seitens des WoogSpcrsonalS wurde der deS Schwimmens nicht kundige Bäckerbursche noch rechtzeitig gerettet und wieder zum Bewußtsein gebracht, Alben Rabe dagegen, welcher länger unter Wasser blieb, kam nicht wieder zum Bewußtsein.
A Mainz, 19. Mai. Seitens ber CentrumSpaNel wie audj seitens der Nationalliberalen fanden heute Mittag Versammlungen der Vertrauensmänner auS Stadt und Land statt, in welchen man sich mit der Aufstellung von ReichStagScandidaten befchäftigte. In der Versammlung der Gcntrumdpartei beschloß man einstimmig, Gyrnnasialprofeffor Dr. Schlenger von hier als Ganbibat für den Wahlkreis Mainz»Oppenheim aufzustellen. Dr. Schlenger gehörte eine lange Reihe von Jahren dem hiesigen Stadtverordnetencollv- gium an unb war befondcrS in den SchulauSschuffen thätig. Gemeinschaftlich mit dem Buchdruckereibesitzer Johann Falk III. wurde der Genannte auch vor zehn Jahren m den hessischen Landtag gewählt, die Gültigkeit der Wahl wurde aber von den Socialdemokraten angefochten und dieselbe auch von der Kammer cassin und alsdann die Socialdemokraten Jöst und Ullrich als Vertreter von Mainz gewählt. — In der Ber- trauenSmännerv ersammlungbcrNationalliberalenkonntemannoch zu keinem definitiven Beschluß kommen. Die Benreter auS den ländlichen Bezirken sprachen sich für den ehemaligen Landtags» abgeordneten Bürgermeister Hirsch von AlSheim aus, während Vertreter von hier den auf dem hiesigen Sreisamt thätigen Amtmann Braun als Ganbibat aufgestellt wissen wollen. Die entgültige Entscheibung erfolgt in einer zweiten, den kommenden Dienstag stattfinbenben Versammlung.
Kastel, 18. Mai. In den nächsten Tagen werben 850 Baugefangene, auS verschiedenen preußischen Festungen stammend, hier cintreffen, um auf dem Fon viehler bei Erbonheim internirt zu werben. Sin Hauptmann wird daS Gommanbo über bie Abtheilung erhalten.
Dermifcbtc».
* ♦* Gladenbach, 20. Mai. Vor der Station Wilhelms- Hütte entgleiste gestern Abend ein Güterzug. ES wurden hierbei 15 Wagen zertrümmert, ebenso einige Telegraphen- ftangen umgerissen.
* Frankfurt o. M., 19. Mai. Bei der Firma A. Dreißig- acker in der Launitzstraße wurde in der vorigen Nacht ein- gebrochen unb au« bem Comptoir baS mehrere Gentner schwere Mittelstück deS KassenfchrankeS gestohlen. Die Diebe brachen vier Thüren ein, ehe sie an den Schrank kamen. Zum Transport benutzten sie einen im Hof stehenden Drückkarren, mit bem sie ihren Weg burch bic hinter de» Haufe befindlichen Gärten nahmen. Die sofort nach brm Bekanntwerben beS Einbruchs angestellten Nachforschungen hatten bas Resultat, daß ber Schrank im Walde hinter der Louisa erbrochen gefunden wurde. Außer Geschästsbückern war nichts darin, da der Eigenthümcr vorsichtig genug ,st, jeden Abend den Geld- und Wechselvorrath an anderer Stelle aufzubewahren. Die große Arbeit, die die Spitzbuben leisteten, hat sich also schlecht gelohnt. Im Gomptoir hatten sie noch zwei Pulte aufgebrochen und die Portokasse sowie den Vorrath an Freimarken mitgenommen.
* AuS Bayern, 18. Mai. In Nürnberg hat sich ein „Arbetter-Radfahrerclub Vorwärts" gegründet, ber nunmehr das Fahrrab auch in die Dienste der socialdemokrattschen Agitation auf bem Lanbe stellen will. — Bei ber Papier» verarbeitungS-BerufSgenossenfchaft gelangte ein schrecklicher Unfall jur Anzeige. Einern Arbeiter sind von einer Schneide» maschine die Finger an beiden Händen, mit Ausnahme der beiden Daumen, glatt abgeschnitten worden. Der Mann hatte bei seiner gefährlichen Arbeit nach rückwärts gewendet geplaudert.
* Edenkoben, 16. Mai. AIS Guriofum wird rnitge- theilt, daß Herr Drahtweber Stork hier einen Lehrling eingestellt hat, der daS respectable Alter von 7 8 Jahren und das nicht minder refpectable Gewicht von 2 Gentnern erreicht hat. Der „Lehrjunge", welcher bei den Leuten der Nachbarschaft als der „Vetter auS Amerika" bekannt ist, ge» denkt nach beendeter Lehrzeit, welche auf ein halbes Jahr festgesetzt wurde, nach Amerika, seinem früheren Aufenthalte, überzusiedeln, um dort sein Geschäft als Drahtweber zu betreiben. Bemerkt fei, daß der Lernbegierige bei seinen Vermögensverhältnissen durchaus nicht nöthig hätte, mit seiner Hände Arbeit sein Brod zu verdienen, sondern daS Geschäft nur auS Liebhaberei zu betreiben beabsichtigt. Der Lehrling hat 150 Mk. Lehrgeld zu entrichten und machte sich verbindlich, nach vollendeter Lehrzeit daS Geschäft nie in der Stadt Eden» loben zu betreiben.
* Bordeaux, 18. Mai. Eine Feuersbrunst zerstörte vollständig die Keller der Weinfirma Eichenauer. Der Schaden wird auf 2 Millionen Franc- geschätzt.
• Eine unterbrochene Wafserfahrt. Der „Bad. Landpost" wird aus Hochstetten (Amt Karlsruhe) geschrieben- Ein Pariser hatte den Plan, mit feinem Ganalboot von 18 Meter Länge, etwas über 2 Meter Breite und 90 Gtm. Tiefgang (Schraubendarnpfer) von Paris durch den Rbein-Rhone-Ganal über Straßburg, den Rhein hinab über Amsterdam wieder nach Paris zu fahren. Freitag Abend kam dasselbe mit einer großen Schnelligkeit den Rhein herab und — rutsch, saß es bei der hiesigen Gemarkung auf einer KieSbank fest. Die Besatzung besteht au« dem SigenthÜmer, Heizer, Steuermann und Koch. Die Vergnügungsfahrt hatte hiermit eine jähe Unterbrechung erlitten, die dadurch verschlimmert wurde, daß keiner der vier Insassen Deutsch versteht und nur mit Müße ein Verkehr mit den Anwohnern möglich wurde. Die Bemühungen der letzteren, daS Fahrzeug flott zu machen, batten bis heute keinen Erfolg. Der Dampfer „Industrie 15", der gestern zu Berg fuhr, sollte bei der Rückkunft das Schiff los- ziehen, blieb aber bis jetzt selbst auS.
5 ebiffsnaeb richten.
(Mitgetheilt durch den Agenten be« Norddeutschen Uoydes, Herr» Carl Loo« in Gießen.)
Bremen, 19. Mot. Der Schnelldampfer Spree, Sapitin W. Wtlligerod, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, welcher am 9. Mat von Bremen unb am 10. Mat von Southampton ab» gegangen war, «ft gestern Mittag wohlbehalten bi Newport aniefornmoL


