Ausgabe 
20.4.1893 Erstes Blatt
 
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in romantischem Stil erbaute Kirche S. «mbrogio, den

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folgendes: Die seit Bestehen des Instituts beobachtete Bean­spruchung durch Privatpersonen, obwohl die Benutzung defl Amtes in erster Linie durch Behörden geschah, zeigte, daß die

nahmen die Allerhöchsten Herrschaften nebst Gesolge bei Ihrer Majestät der Königin von England in der Billa

265 infolge Auftrag- von Behörden, 84 von Privaten. Dir Zahlen der Untersuchungen stellen sich wie folgt: Aepfe> wein 1, Bier 3, Branntwein 1, Brod 3, Butter 8, Tacao 3, SocoSbntter 1, Düngemittel 6, Fieischwaaren 21, Frucht- Marmelade 1, Fruchtsafr 2, Futtermittel 10, Gase 4, Ge- heimmittel 3, Gewebe 2, Gewürze 60, Gries 2, Honig 1, Kaffee, ungebrannt 22, gebrannt 5, Saffresurrogate 13, koch« geichirre 4, Leichentheile 1, Mehl und kleien 18, Milch 75r Nudeln 3, Oele 6, RetS 10, Seife 2, Thee 1, Urin 3, Wasser 26, Wein 3, Wetzen 1, Zucker 10, Zuckerwaaren 14. Bon den Untersuchung-gegenständen gingen em au- dem Kreise Al-feld 9, Büdingen 31, Friedberg 2, Sieben 218, Laurer« bad) 5, Schotten 87, Heppenheim 4. Bon den unter« suchten Gegenständen waren der Anzahl nach Grund der Beanstandung: verdorbene- Bier (zweimal), Branntwein mit starkem Fuselölgehalt (einmal), Eacao mit Mehl verfälscht (dreimal), verdorbener Schinken (einmal), durch Stärkemehl verfälschte Wurst (neunmal), durch Zusätze verfälschte Gewürze (sechsmal), verdorbene Gewürze (zweimal), unter zu starke« Zusatz von Zucker gebrannter Kaffee (einmal), bleihaltige Glasur an Kochgeschirren (viermal), durch vegetabilische Zusätze verfälschtes Mehl (zweimal), minderweNhige» Mehl (zweimal >, entrahmte Milch (einmal), verdorbene Milch (einmal), durch Thranbeftandtheile versälschtes Rüdöl (einmal), durch Benzin verfälschte- Terpentinöl (einmal), zum menschlichen Genug ungeeignete- Waffer (einmal). Unter den Untersuchungen, welche, da sie in etwa- größerem Um sänge au»geführl werden konnten, auch einen gewissen Einblick in die bestehenden Ver­hältnisse gestatten, seien noch besonder» genannt: 1 Die Untersuchung der zum Berkaus gelangenden Vollmilch in Gießen. Hier mußten von 40 behördlicherseits zur Unter, suchung gebrachten Milchproben der Gießener Milchlieseranten 8 Proben al- entrahmt beanstandet werden. 2. Die Unter» suchung von Wurstwaaren in 16 Metzgereien der Stadt Gießen. Bon den hier entnommenen 18 Wurstproben erwiesen nch 9 al- mit Stärkemehl versetzt und mußten daher in lieberem- stimmung mit dem für da- Nahrungsmittelgesetz au-gearbriteten Gutachten de- Kaiserlichen Gesundheit-amt- und mit der. schiedenen Rechtsprechungen deS Reichsgerichts (z. B. R VIII552) als verfälscht beanstandet werden. Noch kann hier Erwähnung gethan werden einer zusammenhängenden Untersuchung der öffentlichen Brunnen der Stadt Gießen, soweit dieselben nicht der Waffcrleitung angehören. Finanziell gestalteten sich die Verhältnisse deS chemischen Untersuchungsamt» wie folgt : Die Einnahmen au- auSgeführten Untersuchungen betrugen: 1437.25 Wit, welchen an Ausgaben gegenüderstanden 2150 Mk., sodaß der Provinz, abgesehen von den Kosten der ersten Einrichtung mit 1500 Mk., für daS Rechnungsjahr | 1891/92 ein Kostenaufwand von 712.75 Mk. erwachsen ist.

überdies geradezu eine gesellschaftliche Nochwendigkett, dieselbe | zu kennen. Im Uebrigen steht auch eine exakte Aufführung derselben durch da- bewährte Personal der hiesigen Opem« gesellschaft zu erwarten, und gewiß hat Herr Director BaarS für eine glänzende Inseenirung und Ausstattung Sorge ge« tragen.

Eine Glanznummer deS reichhaltigen Programm» im I Sirens-Theiter Wallend» bildet stet» die Borführung der | breffirten Riesendoggen durch Herrn Professor I Wallenda. Hier wird am deutlichsten gezeigt, zu welcher I Vollkommenheit der Ausbildung die fprüchwörtliche Klugheit I der Hunde gebracht werden kann. Herr Prof. Wallenda hat I den Ruf eine» vorzüglichen HundedreffeurS und hatte die I Ehre, vor hohen und höchsten Herrschaften mit Auszeichnung I seine dressirten Thiere vorzuführen. Aber auch die anderen I Programm-Nummern verdienen Dank der musterhaften Au». I führnng alle Anerkennung. Für den komischen Theil sorgte I gestern diemusikalische Küche", sie erntete stürmischen Beifall. I Besondere Beachtung findet stet- da» Auftreten deS Herrn I Batty im Löwenkäfig. Sein freie», sichere- Arbeiten mit I seinen Zöglingen scheucht daS Gefühl der Angst und nur der I Moment, in welchem Herr Batty seinen Kopf in den Rachen I de» Löwen Hector steckt, veranlaßt athemlofe Spannung, ein I Gefühl der Erleichterung stellt sich ein, wenn da- Experiment I glücklich vollbracht. Die heutige Abschiedsvorstellung soll, I wie versichert wird, durch besonders glanzvolle- Programm I ein gute» Andenken dem (Streu» - Theater Wallenda allhier I sichern.

♦♦ Gedenkfeier. Gleich wie in änderten Orten Deutsch« I land» Derjenigen gedacht werden wird, die nun vor bald I 25 Jahren für unser theuere» Vaterland gekämpft hatten I und in dem gewaltigen Kriege gefallen sind, soll auch die I 2 5jährige Gedenkfeier von dem hiesigen | Veteranen Verein in zwei Jahren in großartigem Style I gefeiert werden. In der gestrigen Generalversammlung I de» Veteranen Verein», dessen Mitglieder zum größten Theile 1 mit auf dem Boden Frankreich» gekämpft haben, wurde be- I schloffen, die 25jährige Gedenkfeier der Schlacht von Grave- I lotte im Jahre 1895 in würdiger Meise zu feiern, und wird I diese» Vorhaben, zumal der Veteranen Verein die Sympathien I der Einwohner Gießen» sich schon längst erworben hat, gewiß | Unterstützung finden. Zur Deckung der Kosten liegt für die | Mitglieder eine Liste offen und sind schon jetzt ganz ansehnliche | Beiträge gezeichnet worden. Wünschen wir den besten Erfolg | diesem ächt patriotischen Feste.

♦♦ Unfall. Der Heizer Schi ff Hauer de» gestern I Vormittag 11 Uhr 56 Min. hier eintreffenden Personenzuge» I fiel auf der Station Friedelhausen von der Maschine. Wahr- 1 scheinlich hat sich der Mann bei der Einfahrt zu weit au» | der Maschine gelehnt und ist dabei wider einen Gegenstand I gestoßen. Schiffhauer ist am linken Ohr stark verletzt, sodaß I er in die hiesige Klinik gebracht werden mußte.

♦♦ Vergiftung. Gestern ist in der hiesigen Klinik ein | junger Mann verstorben, der am 12. l. M. offenbar in selbst« I mörderischer Absicht Gift genommen hatte.

Für den diesjährigentz affin". Tag, welcher in H e p p e n- I heim a. d. B. stattfinden wird, sind die Tage am 3. und I 4. Juni festgesetzt. Der dortige Kriegerverein, der mit der I Feier sein 20jährige» Stiftungsfest verbindet, hat für beide I Tage die Ausführung eines trefflichen Programm», bestehend I in einem Festzug, zwei Militärconcerten, Beleuchtung der I Starkenburg :c. vorgesehen. Man giebt sich der Hoffnung hin, daß Se. Kgl. Hoh. der Großherzog da» Fest mit seiner Gegenwart beehren werde.

** Mit den Spaziergängen in» Freie, wozu die warmen Frühlingstage nunmehr den wohnlich eingeschränkten Städter veranlassen, tritt jedoch zum öfteren Aerger der Landbewohner eine Unsitte zu Tage. Da» ist baß rücksichts­lose Niedertreten de» duftigen, nützlichen Wiesengraseö Seiten» der Kinder, auch junger Damen behus» de» Blumen- suchens ober auch wohl gar au» reiner Herumtummelei. | Das wird nicht viel ruiniren," sagen die Eltern, die ihrem | verwöhnten Sprößling nicht gern etwa» verbieten und nur ; an ihr Kind denken, aber nicht überlegen, daß zehn andere bann dasselbe Recht haben und oft eine Familie mit Nach­kommen aller Altersstufen der anderen folgt. Nicht selten kann man dann die gepflückten Blumen auf den Wegen liegen sehen, die in kindischer Launenhaftigkeit wieder wegge­worfen sind, bloß um zertreten zu werden. DaS ist eine erzieherische Lässigkeit der Eltern. DaS Kind muß ersten» gelehrt bekommen, daß nicht alle» für sich haben kann, waS sieht - die Blumen find auch dazu da, die Augen Anderer zu ergötzen. Zweitens mnß auch baß Eigenthum Anberer schonen lernen. Kein Wunder, daß dann manchmal die Feldbesitzer unwillig werden. ES ist etwas Andere», sich einen Strauß von Blumen am Wege zu binden, um ihn mit nach Hause zu nehmen und al» natürlichen Zimmerschmuck oder al» Erinnerung an die freie Natur auf den Tisch zu stellen.

* Sin starker Maikäferstng wird voraussichtlich in diesem Jahre eintreten. Dem hierdurch drohenden Schaden ist durch fleißige» Einsammeln und lobten der Käfer energisch zu begegnen.

Dem Bericht über die Thätigkeit deS Chemischen UntersuchungSamtS für die Provinz Lherhessen in der Zeit vom 1. Mai 1891 bi» 1. Apnl 1892 entnehmen wir

Ruppertenrod, 18. April. Don einem tragischen Geschick ist der hiesige Feld« und Forstfchütze Heinz dieser Tage betroffen worden. Er befaß seither nur in einem Auge noch die volle Sehkraft, im anderen war sie durch eine Krankheit de- Auge» verloren gegangen Be» einer Holz­versteigerung im Walde gerieth ihm ein in Schwingung be« findliche» Rei» in bad gesunde Auge und verletzte dasselbe so schwer, daß er die Klinik zu Gießen aufsuchen mußte. Eine Heilung war jedoch nicht möglich und Heinz ist völlig erblindet. Sein Schicksal ist umsomehr zu beklagen, al» er sein Amt in ebenso loyaler, wie milder Art seit vielen Jahren geführt hat. Die Gemeindeobstpsianzungen geben ein sprechende» Zeugniß davon, mit welcher Sorgfalt und welchem Verständniß Heinz die Obstbaumzucht zu pflegen wußte.

§ Grüuberg, 18. April. Wie alljährlich um diese Zeit, da man Kartoffeln steckt, hat auch gegenwärtig wieder der Handel mit fiartoffftn auf dem hiesigen Frucht« markte eine besondere Ausdehnung genommen. In großer Zahl kommen die Wagen mit Kartoffeln au» der Wetterau angefahren, um sie an die zahlreichen Käufer au» dem Vogelsberg abzusetzen Dieser lebhafte Umsatz an Kartoffeln wird jedoch nicht durch den Mangel an solchen im Vogels­berg veranlaßt, da man hier eben noch mehr Kartoffeln beim Untiefen aus den Kellern trägt wie manchen Herbst hinein, sondern lediglich deshalb, weil sich bei den Landwirthen überall die Erkenntniß Bahn gebrochen hat, daß zur Erzielung guter Erträge im Herbst vor ollem neue Sctzkartofieln au- anderen Gegenden grunbbtbingenb sind. Gerade der überall noch verhandene reiche Karivffetvoiraib bewirkt den niederen Preisstand der Kartoffeln. Dieser Preis erreicht nicht em« ! mal die Hälfte de» vorjährigen Er betrögt gegenwärtig für den Doppelcentner 3,00 bi» 3,60 Mark im Durchschnitt, im vorigen Jahre betrug er 8 Mark. Aus dem verflossenen SamStagmarkt, der eine kleinere Preissteigerung zeigte, gelangten 340 Eentner Kartoffeln zum Verkauf.

«u8 bet Wetter»«, 16. April. Der starke Frost der | letzten Nächte hat die Hoffnungen auf eine gute Obst ernte, I die schon in sicherer Aussicht zu stehen schien, sehr hetabge stimmt. Besonder» die Blüthe der Kirsch- und Birnbäume I ist durch die ungewöhnliche Kälte (bi- zu 6 Grad unter Null)

Gieße», 19. April 1893.

Neue» Theater.Die weiße Dame", komische Oper von Boilbieu, kommt heute zur Aufführung. Die Oper, seit Jahrzehnten auf dem Repertoir aller Opernbühnen, wirb gewiß ein lebhafte» Interesse aller Kunstfreunde und Theater- besuchet finden, und bei der Popularität deS Titels ist

Errichtung bet Anstalt einem gefühlten Mange! Abhilfe der Großherzog u^^re

braditc. Son ben Beerben, bit <3tgtnftänbe jur Unttrfud)ung Älis, hi><tsiwtlchtb,tRti't^'V'th-t *M**** tinlitferttn, ist in erster Linie bit Grotzh. Bürgermeisterei gel-gl h-lien, fanbtn in Wailanb gtu, <»« -

bejro. ba« Grosth. Polizeiomi Gi-b-n ju nennen, sodaß In m romantischem CHI erbaute «irche '

hiesiger Stabt eine ziemlich umsassenbe (Sontrole be« Verkehr, Triumphbogen, sowie b,e große «reno zu ' t |

mit Nahrung«- und G-nußmineln ermöglich, wurde. 8« 1 1 -"-***»" "'bfl ®efoIoe 6,1

würben in der Dericht»zeit 349 Analysen außgeführt, davon

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,orkommm, beb Jemend Nachrichten hn besten Glauben verbreite, Me etgmtltch geheim gehalten werden mußten. Deshalb iet der Kreis der von S 1 bedrohten Personen io zu beschränken, wie die» in dem vo» ihm mit eingebrachten Anträge geschehe m t

Abg. Heine (6oc): Von Seiten be» Herrn R-gterung»- »rrtteter» sei getagt worden, S 1 müsse ander» ausgesaßt werden, al» waS seine Fassung besage. Da» werde ja gerade der MiHtar- »erwaltung und den Regierung-Organen gegenüber zum Borwurs gewacht, daß sie die Paragraphen ander» aufiaßteu, alS nach ihrem Inhrlt. Da» C nirum habe sich während M «ulturk-mvfeS ] genug'am darüber beschwert. Ta» Gesetz sei nach keiner Richtung hin zu verbessern; seine Freunde lehnten dasselbe deshalb pnre ab.

StaatSfecreiär Hanauer bestreitet, die von Heme citirte Aeußerung getban zu haben. t .

«bg. v. Bar vertritt (einen Antrag den Abgg. Grober und Schneider gegenüber.

«bg. Stadthagen bleibt dabei, daß Soldatenmißhandlungen al» mllitärische Geheimnisse angesehen werden könnten Man solle die Vorlage im Interesse der »hre de» Menschen ablehnen.

Abg. Gröber tritt den Stadthagen'schen liebertrdbungen ent­gegen, die eine Dtscussion unmöglich machten.

Der Antrag der Abgg. Dr. v. Bar und Schrader (dft.) wird gegen die Stimmen der Freisinnigen abgelehnt. Dagegen werden die vom Abg. Gröber zur Vorlage beantragten Streichungen, sowie ein Antrag befl Abg. v Marquarbsen, in dem von der Kommission beantragten Zusatze stattffeftungSstrafe" ,Festung»hastt zu setzen, angenommen. Die Abstimmung über den so modificitten 8 1 in der Eommisfionflsassung erfolgt durch Namensaufruf und ergibt 153 Stimmen dafür und 57 dagegen. 8 1 ist also angenommen.

Der Rest der Vorlage findet ohne wesentliche Debatte in der von der Commission beantragten Fassung Annahme.

Ein Antrag auf Vertagung wird abgelehnt und ble zweite Berathung der Novelle zum Wuchergesitz fortgesetzt.

schwer geschädigt.

Bad Nauheim, 17. April. haben sich zwei weitere Badeärzte hier niedergelassen, Dr. Beste au» Schwerin unb Dr. 2 angeb ar teil au- Leipzig. Die Gesammtzahl der hier im Sommer wohnhaften Aerzte betragt letzt 1 , ein Bewetß für da» Vertrauen, da» auSwörttge rlrrite in die Zukunft unserer Heilapparate setzen. 3l8-

Tarmstadl. 18. April. Au» Florenz, 15. Aprrl, roen gciajaij, zcrgrr, uuö ua wird derD. Zig." geschrirber- ~*<mr gefühlten Mangel Abhilfe ! der Großherzog und Ihre ^r°ßh- Hohn Prinzessin

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Neueste Nerchvschtesr»

«Olff» telegraphische« Lorrefpondenz-Bureau.

Sigmaringen, l 8. April. Die außwärtigen Feuerwehren haben die Stadt wieder verlassen. Die Entstehung des Brande» wird der Fahrlässigkeit de» Monteur» der ElectrizitätSgesellschaft zugeschrieben. Der Monteur wurde verhaftet.

Altona, 18. April. Der anläßlich der Maifeier geplante Ümjug ist wegen Gefährdung der öffentlichen Ordnung von Seiten der Behörden verboten worden.

Athen, 18. April. Die Zahl .der durch da» letzte Erd­beben auf Zante in der Stadt und auf dem Lande Ge- lödteten beträgt 50, die der Schwerverletzten 100, von denen noch viele baß Leben e'nbüßen dürsten.

Depeschen de» Bureau .Herold^.

Berlin, 18. April. Der Erlaß beß Staatßfecretärß v. Sftphan an die beteiligten Oberpostbirectionen besagt, mit Herstellung der zweiten Schleifleitung für ben Fernsprechverkehr Berlin - Dreßden, sowie ber direkten Fernsprechverbind ung Berlin - Zossen würde sofort begonnen.

Berlin, 18. April. In parlamentarischen Streifen wird immer für wahrscheinlicher gehalten, Ahlwar dt suche sich der Vorlage der Aktenstücke zu entziehen. Der gestern an- gekündigte Antrag war bi» zum Beginn der Reichßtagßsitzung noch nicht eingetroffen.

Berlin, 19. April. Ahlwarbt lehnte e» ab, einen zweiten von den Socialdemokraten unterstützten und vom Präsidenten beß Reichstages gebilligten Antrag bem Reichs­tage vorzulegen.

Berlin, 18. April. Nach einem Beschluß ber unab« hängigen (Socialiften feiern bieselbcn den 1. Mai als Ar­beiter Ruhetag und halten Versammlungen ab, woran auch die Arbeitslosen theilnehmen können.

Brussel, 18. April. In 50 Buchdruckereien legten 1500 Setzer die Arbeit nieder. Die Zeitungen er- scheinen mit Ausnahme de»Patriot", derJndependance beige" und beßötoile" nicht. Die Arbeiter dieser Blätter gehören ebenfalls der Typographen-Vereinigung an und hofft baß Strlkecomite, daß auch diese in ben Strike hineingezogen werden, so daß morgen kein Blatt mehr erscheint. Seit 50 Jahren hat kein Ausstand sich so rasch und allgemein ent­wickelt wie der jetzige.

Brüssel, 18. April. Heute sand eine Versammlung fämmt lieber Ausständigen in Brüssel in Molenbeck statt; ble Polizei, bie Bürgergarbe und Artillerie waren auf« gestellt. Nach einigen Reden begaben sich die Stellenden zum Park Saint Gille», um zum zweiten Male den Eid zu leisten, für das allgemeine Stimmrecht bi» zum Tode zu kämpfen. Die Stadt ist augenblicklich ruhig.

Brüssel, 19. April. Nach der Annahme befl Antrages Nyssen durch bie Constituante dauert bie Erregung fort. Grenadiere und Carabinieri lagern vor ber Stabt, um beim ersten Alarm einzurücken. Unter den Verhafteten befinden sich zwei Franzosen, deren einer wegen der Theilnahme an der Explosion im Restaurant Dery in Paris gesucht wird.

Antwerpen, 19. April. 2000 Au»ständische zogen nach den Häfen, wo sie einen Dampfer angriffen - der Eapi« t8n ließ die Matrosen feuern unb hisste die bänlsche Flagge, worauf bie Polizei die Menge zerstreute.

Antwerpen, 19. April. Die Ausständigen steckten eine große Baumwollspinnerei in Brand. Die Feuerwehr war ohnmächtig unb konnte bie Gebäude nicht retten, welche auch fast völlig verbrannten.

Mon8, 19. April. Bei einem Angriff der Bürger­wehr und Polizei auf die Manifestanten wurden zwanzig Polizisten verwundet.

Rewhork, 19. April. Auf Euba bildete sich eine Revolutionflpartei mit ber Absicht, bie Hauptstadt der

Cocaki «n- provinzielles.