Zn «merifa Verstorbene Hesteu. New-York City, R. i). Peter Stark, aus Dalsheim; Adam Berberich, 33 Jahre alt, aus Fürth; Catharina Krell, geb. Becker, 80 Jahre alt, auS Enzheim, Kreis Büdingen- Ferdinand Stein, 54 Jahre alt, aus Darmstadt. San Antoni, TexaS: Theodor Schleuning, 69Jahre alt, aus Darmstadt. Philadelphia, Pa.: John Shämcr, 39 Jahre alt, auS WingertShausen, Kreis Schotten.
□ Aus Qberhesieu, 17. Juli. Seit dem Umschwung der Wetterlage, der sich als ein dauernder zu erweisen scheint und der endlich der unheilvollen Trockenung ein Ende gemacht hat, find die Pflanzen, worunter namentlich die Obft- bäume, fast gänzlich von einer leidigen Plage, den Blattläusen, befreit worden. In Millionen und Myriaden bedeckten sie Obst- und Spalierbäume, Sträucher und Shäuter. Die Trockenung schien ihrer Vermehrung, wie überhaupt dem Auftreten aller schädlichen Jnsecten, besonders günstig zu sein. Ihre ungeheure Menge erklärt sich daraus, daß eine einzige Blattlaus in der fünften Generation es bis zu einer Million Nachkommen bringen kann. Trotz ihres massenhaften Auftretens blieb doch die Größe ihres angerichteten Schadens bei den Obstbäumen hinter dem in anderen Jahrgängen bemerkten zurück. Dies erklärt sich daraus, daß sie sonst schon in der Entwickelungsperiode der Blattbildung erschienen, während sie jetzt erst nach dieser auftreten. Mit dem Verschwinden der Blattläuse, abgerechnet ihres noch einzelnen Vorkommens, hat aber auch ein anderes wunderbares Naturprodukt, der Honigthau, gänzlich ausgehört. In einer solchen Menge haben wir denselben noch niemals bemerkt. Nicht nur die Blätter der Bäume waren vollständig davon lackiert, er tropfte auch von diesen herab und überzog Pflaster und lose Steine wie mit Firniß. Dieses Aufhören des Honig- thaueS mit dem gleichzeitigen Verschwinden der Blattläuse scheint die Theorie von der Entstehung des ersteren zu bestätigen, wonach derselbe durch den Stich der Blattläuse hervorgerufen wird. Nach einer anderen Theorie soll der Honigihau einem anderen Vorgang seine Erzeugung verdanken. Wenn nämlich nach anhaltender warmer Witterung die Blätter voller Saft sind und sich, durch plötzlich sinkende Temperatur beeinflußt, rasch zusammenziehen, so können die übervollen Zellen, die jetzt schrumpfen, den ganzen Inhalt nicht mehr fasten, und ein Theil desselben tritt als Honigthau an die Oberfläche. Dieser Annahme fehlen ebenfalls die Gründe nicht, wie Auftreten deS HonigthaueS nur nach bedeutend und rasch zurückgegangener Temperatur und Fehlen desselben in Jahrgängen, in denen trotzdem die Blattläuse sehr zahlreich vorhanden waren.
V. AuS dem nordöstlichen VogelSberge, 16. Juli. Von den Antisemiten, welche sich jetzt „Reformpartei" nennen, kann man lernen, wie gewirkt werden muß, damit Erfolge erzielt werden. In der Nr. 625 des „Reichsheroldes" vom 14. d. MtS. arbeiten sie bereits mit aller Energie für die hessischen Landtagswahlen, die demnächst stattfinden sollen und gleichzeitig für die Nachwahl im 3. hessischen Reichstagswahlbezirk. Hier wird der Maler Bindewald aufgestellt, der natürlich von Landwirthschaft und ländlichen Verhältnisten herzlich wenig versteht. Warum thut man bei uns nichts für die Landtagswahlen? Gemllthsruhig sitzen unsere Parteimitglieder auf der Ofen- und Bterbank, lassen sich daS Beste von den Antisemiten sivo Reformparteilern wegschnappen, ziehen die Schnuddelkappe über die Ohren — und denken „goar naut?" wie der gewesene Heuchelheimer Bürgermeister. Hat nicht etwas Aehnliches einmal vor Jahresfrist im „Gießener Anzeiger" gestanden? Haben wir nicht alle Ursache unS kräftig zu rühren! Warum geschieht denn nichts? Auch mit ihrer Firma und ihrem Aushängeschild machen die Antisemiten als Schlaumeier rechtsum Kehrt, weil sie sehen, daß die alte Firma etwas anrüchig geworden ist. In der oben angeführten Nr. 625 kommt nämlich folgende Briefkasten- Notiz vor: „Antisemitische Wähler! Sie irren. Nicht der Name, sondern die Leistung der Partei ist maßgebend. Wenn die deutsche Reformpartri sich bewährt, so wird daS Volk ihr jedenfalls mit noch weit mehr Zuneigung entgegenkommen, als einem allgemeinen Antisemitismus, unter dem sich Jeder etwas Anderes denken kann. Als Reformpartei können wir die Juden weit wirksamer bekämpfen." — Die Herren sind jedenfalls politisch, denn der graste Antisemitismus hat faktisch abgewirthschaftet. Wie wäre eS, wenn die nationalliberale Partei sich durch neue Principien und eine neue Firma verjüngen wollte, es würde von vielen Parteimitgliedern lebhaft begrüßt werden.
r. Friedberg. 15. Juli. Nach längerer Pause hielt die Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde zu Gießen her wieder einmal eine Hauptversammlung ab. Um 7,5 Uhr wurde die Sitzung unter starker Detheiligung im Turnsaal deS Lehrerseminars vom ersten Director, Herrn Dr. Rausch, eröffnet. Nach kurzen geschäftlichen Mittheilungen wurde der neue Vorstand gewählt und dann begann Herr Dr. Ihne seinen Vortrag über neue Schulwandtafeln für Botanik und Zoologie und ihre pädagogische und wiffenschaftliche Bedeutung. Eine große Anzahl verschiedener Tafeln auS verschiedenen Unternehmen war aufgehängt und wurde unter einander verglichen. Darauf sprach Herr LandwirthschaftSlehrer Reichelt über Bereitung der Obstweine und ihre Bestandtheile. Er führte dabei eine große Anzahl von Analysen an, die aber auch keine bestimmten Anhaltspunkte für die Behandlung der Obstweine darbieten können. Herr Geheimrath Prof. Or. Streng zeigte darauf eine größere Anzahl von Photographien auS dem amerikanischen Nationalpark am Yellowstone River vor und besprach dieselben. Die Geysirteiche setzen theilS kohlensaurcn Kalk, theilS amorphe Kieselsäure ab und haben eine Temperatur von etwa 70 Grad. Redner gab daraus in kurzen Zügen die Erklärung, die Bunsen für die heißen Springquellen auf Island gesunden hat. Nach kurzer Besprechung der wunderbaren Erscheinung sprach Herr Realgymnasiallehrer Geiger über Wetterprognose. Im Alterthum war daS Wetter nur
Ausfluß des SSlterwillens, später der Dämunen und Hexen. Der Aberglaube in der Witterungskunde hat sich bis in die neuesie Zeit erhalten. Der Mond hat in Wirklichkeit nur sehr geringen Einfluß aus d°S Wetter; die F-lb'schen tritt, scheu Tage sind ohne allen wtffenfchaftlichen Werth, wie für Europa und Amerika durch sehr zahlreiche Beweis- nachge- wiesen ist. Die Sonnenflecken müffen der Hauptsache nach ebensowenig als von Einfluß auf das Wetter betrachtet werden. Der hundertjährige Kalender hat gar keine wiffenschaftliche Grundlage. Bauern- und Wetterregeln sind schon im Alterthum bekannt und meistens auS der Dichrerphantasie hervorgegangen. Mit Erfindung des Barometers wurde dieses auch Wetterglas. Für die barometrischen Mimma, die sich vorwärts bewegen, werden 5 bis 6 Hauptzugstraßen in Europa unterschieden. Nach Erklärung der Isobaren und deS Gradienten wandte sich Redner zu der Thätigkeit der deutschen Seewarte, welche die Ouelle der täglichen Wetter« Voraussagungen sei. Redner ging auf ihre Einrichtung genauer ein und wie die Wettertelegramme zusammengestellt und bearbeitet werden. Der atlantische Ocean bestimmt für Europa das Wetter. Es fehlen aber noch viele Beobachtungsstationen. Die Zahl der Treffer bei den Prognosen wächst aber fortwährend, ein Zeichen, daß man jetzt auf einem richtigeren Wege der Wettervoraussage ist wie früher. Der Vorsitzende sprach den Rednern den Dank der Gesellschaft aus und schloß die Sitzung. Auch die Betheiligung an der wie immer vortrefflichen Abendtafel im Hotel Trapp war sehr erfreulich und kehrte ein Theil der Gießener Gäste erst mit dem letzten Zuge zurück.
B. Aus dem Kreise Friedberg. 16. Juli. Die feuchte, kühle Witterung, welche uns die abgelaufene Woche bescheerte, behält ihren Charakter bei, denn heute gegen Abend überzog sich der Himmel von West und Südwest her ganz langsam mit einem trüben, dichten, niedrig gehenden Wolkenschleier, welcher uns einen ruhigen, dünntropfigen Regen — allerdings mit kleinen Unterbrechungen — spendete. Ist es auch nicht viel, so ist die Atmosphäre doch mit Feuchtigkeit gesättigt, welche auf die Hack- und Blattpflanzen, die Obstbäume und Gräser von heilsamen Einflüsse ist. Unsere Wiesengründe sehen gegenwärtig, mit Beginn der zweiten Julihälfte, so frisch und saftig aus, wie es im Jahre 1893 noch niemals der Fall gewesen. Die Kartoffeln machen ganz außerordentliche schöne Fortschritte. Der Erdboden ist mehrere Fuß tief durchwärmt, was die Feuchtigkeit zur größten Thätigkeit kommen läßt. Man sieht dies besonders an denjenigen Kartoffeln, welche ausgeblieben und Mitte Juni noch einmal gelegt werden mußten. Wenn wir günstiges Wetter fortbehalten, haben die zuletzt gesetzten Kartoffeln die zu Anfang Mat, also sechs Wochen früher gesetzten, bis zur ersten Augustwoche fast ganz eingeholt. Es ist nicht unmöglich, daß die Junisaat bessere Früchte bringt, wie die Maisaat, worauf im „Gießener Anzeiger" auch früher einmal hingewiesen worden ist. Jene Ansicht scheint sich zu bestätigen. Eine unangenehme Erfahrung macht man in verschiedenen Gemarkungen mit den Engerlingen. Diese gefräßigen Jnsecten treten mitunter massenhaft auf und schaden besonders den frischgeletzten Dickwurz^ und Kohlrabenpflanzungen.
A Mainz, 17. Juli. Peinliches Aufsehen erregte hier die am Samstag erfolgte Verhaftung des in weiteren Kreisen bekannten Capellmeisters Kern vom 118. Infanterie-Regiment. Dieselbe ist wegen einer angeblichen Majestätsbeleidigung erfolgt, der Kern sich bereits vor längerer Zeit schuldig gemacht, die aber jetzt erst von einem früheren Untergebenen aus Rache wegen seiner Entlassung aus der Capelle des 118. Regiments znr Anzeige gebracht worden sein soll. Bei der hiesigen Bevölkerung erfreut sich Capellmeister Kern allseits der größten Sympathien, weßhalb das Vorkommniß begreiflicher Weise hier lebhaft erörtert wird.
Bingen, 18. Juli. Die Nationalliberalen beschlossen Stimmenthaltung für die am Samstag stattfindende Reichs- tagS-Nachwahl.
A Aus Rheinhessen, 17. Juli. Auf der belebten Straße zwischen Partenheim und Nieder-Saulheim wurde gestern Morgen eine Botenfrau von drei Strolchen ü b e r f a l l e n, mit mehreren Messerstichen tractirt und schließlich ihres Geldes beraubt. Die Thäter entkamen, ohne daß sie erkannt wurden.
' Verrutschtes.
* Fronhausen, 17. Juli. Am letzten Freitag zündeten zwei hiesige 13jährige Knaben einen hohlen Apfelbaum an, in welchem sich ein Wespennest befand. Der Baum brannte die ganze Nacht hindurch. Aus Furcht vor Strafe entfernte sich der eine der Beiden am Sonnabend und ist noch nicht wieder zurückgekehrt. Man nimmt allgemein an, daß er sich ein Leid angethan, und, da er seinen Weg in der Richtung nach der Lahn eingeschlagen, in den Wellen seinen Tod gesucht und gefunden hat. Alles Suchen verlief bis jetzt ohne Ergebniß.
* Bremen, 13. Juli. Drei jugendliche Briefmarkenschwindler sind hier zu 10 bezw. 3 und 12 Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Sie ließen sich Holzstöcke schneiden und ahmten u. A. die Hongkong - JubiläumSmarke von 1891, ferner noch alte, ungestempelte Bremer, Lübecker, Hamburger, Elsaß-Lothringer Marken u. s. w. nach, und zwar so täuschend, daß Sachverständige nicht hinter den Betrug kamen. Andererseits bestellten sie auf Grund gefälschter Empfehlungen bei großen Handlungen in Italien, Frankreich, Holland, England, Argentinien u. s. w. werthvolle Marken, ohne sie zu bezahlen. Auch ließen sie sich, angeblich nur zur Sicherheit, Vorschüsse von Marken bestellenden Firmen geben, sandten daS Verlangte aber nicht ein. Einer der Betrüger schrieb außerdem noch an den Millionär Vanderbilt in Wien, wo dieser besuchsweise weilte, alS angeblich 66jähriger Familienvater von 19 Kindern um 100 Dollars Unterstützung. Der Brief kam unbestellbar zurück und wurde zum Verräther.
* Danzig, 13. Juli. Vor der Strafkammer in
Danzig hatten sich gestern die Arbeiter Jacob Moffa'schen Eheleute, sowie der Arbeiter August Moffa und Johann Rietz, sämmtlich auS Edingen, wegen Körperverletzung zu verantworten. Dieselben sind angeklagt, eine Frau Schulz in geradezu unmenschlicher Weise mißhandelt zu haben, indem sie dieselbe banden, sie an einen Haken aufhängten und mit Pantoffeln und einem dicken Knüppel schlugen. Die Ursache dieser Mißhandlungen war, wie die „Danz. Ztg." berichtet, darin zu suchen, daß die angeklagten Eheleute, welche ein krankes Kind, NamenS Rosalie, hatten, glaubten, die wegen Brandstiftung mit drei Jahren Zuchthaus vorbestrafte Frau Schulz hätte ihr Kind „behext". Sie verlangten von der Schulz, daß diese ihr Kind von der Krankheit befreie. Der Schulz wurde nun aufzelauert und sie wurde dann in daS Krankenzimmer gebracht. Dort sprang die Shranfc der Schulz entgegen und wollte von ihrer Krankheit geheilt werden. Als die Schulz an das Krankenbett treten wollte, traten die Eltern der Kranken dazwischen; der junge Moffa schlug mit einem Knüppel auf die Schulz ein und als nun gar von der Rosalie die Aufforderung kam, daß sie die Hexe aufhängen und todtschlagen sollten, falls sie ihr nicht die Krankheit nähme, da stürzten sie alle auf die Schulz ein. August Moffa band ihr einen Strick um den Leib und zog die arme Frau an einem Haken in die Höhe, so daß diese zwischen Himmel und Erde schwebte - dann schlugen sie die Schulz in bcr erwähnten Weise und bedrohten sie mit dem Tode. Trotz dieser Beschwörung starb die Kranke jedoch schon Tags darauf und zwar am — Magenkrebs. August Moffa wurde zu 5 Monaten, Magdalena Moffa zu drei Monaten, Jacob Moffa zu 14 Tagen und Johann Rietz zu einem Monat Gefängniß verurtheilt.
♦ Die Zahl der Locomoliven auf der Erde. Nach den Zusammenstellungen eineß französischen Blattes beläuft sich die Zahl der gegenwärtig auf der Erde vorhandenen Locomotiven auf etwa 109 000 Stück - von denselben entfällt die Mehrheit auf Europa mit rund 61000 Locomotiven. Im Einzelnen besitzen England 15 552 Locomotiven, Deutschland 12 811, Frankreich 9747, Rußland 9691, Oesterreich-Ungarn 4610, Italien 2286, Belgien 2232. Don den außereuropäischen Ländern weist die nordamerikanische Union die weitaus größte Anzahl von Locomotiven auf, nämlich 29 398, Nordamerika übertrifft in dieser Hinsicht also auch alle europäischen Länder - das große indische Reich besitzt 3237 Locomotiven. Auf 100 km Eisenbahngeleis entfallen in England und Belgien je 50, im deutschen Reiche 33, in Frankreich 28, in Rußland 25, in Oesterreich-Ungarn 20, in Italien 18, in Indien 14 und in den Bereinigten Staaten 12 Locomotiven. Hiernach stehen rücksichtlich der Intensität deS Eisenbahnverkehres, auf welche das Verhältniß von Locomotiven und BahngeleiS schließen läßt, England und Belgien an erster Stelle, worauf Deutschland folgt.
* Der neueste Distauzsport. Das „Neue Wiener Tagblatt" schreibt: Distanzreiten, Schwimmen, Distanzgehen, Distanzfahren zu Wagen, Bicycle und Schiebkarren — baß Alles ist bereits bagewesen. Der Distanzsport treibt aber immer frische Blüthen unb bas Neueste ist, baß er sie auch auf künstlerischem Gebiete sucht. Der nächste Distanzwettstreit wirb ein Distanzsingen sein, bas berufen erscheint, selbst bcn berühmten Wettgesang auf bcr Wartburg in Schatten zu stellen. Als Arrangeur bes „Distanzsingen" wird der Academische Gesangverein fungiren, der damit seine erste Veranstaltung nach den Ferien halten will. Für den Zweck wird ein eigener „Canon" componirt und die Preisbewerber werden sich im Chor unb in Einzelleistung an besten Wieder- gäbe betheiligen. Für die Preisrichter werden verschiedene Factoren maßgebend sein. Die Höhe deS Tones, die Schnelligkeit unb Geläufigkeit, mit welcher er gebracht, bie Ausdauer, mit welcher er festgehalten wird u. s. w. Auch ein Weitsingen soll eine Nummer deö Programms bilden, nur darf man da nicht an die bisher üblichen Distanzposten zwischen Wien-Floridsdorf und Berlin-Tempelhofer Feld denken. Die Concurrenten, die man in erster Reihe unter den Mitgliedern des Ncademischen Gesangvereins zu suchen haben wird, werden sich vorwiegend auS „Amateurs" zu- sammensetzen. Vielleicht denkt man aber auch an eine Nummer mit „Professionals", an deren Ausführung sich unsere Sänger von Beruf und Namen beiheiligen.
* Einen Blick in das öffentliche Leben der Reichshanptstabt gewährt folgende Statistik: DaS Berlin deS Verkehrs gebietet über 115 Postanstalten, 53 Bahnhöfe und Bahnstationen. Die Hauptstadt deS Deutschen Reiches characterisirt sich in 41 Botschaften und Gesandtschaften und 36 Consulaten, denen sich 29 Dolmetscher beigesellen. DaS medicinische Berlin tritt uns entgegen in 33 Hospitälern und Krankenhäusern, 26 Kliniken und 17 SanitätSwachen- außerdem sind auf 24 Polizeibureaux Verbandkästen unb auf 20 Tragbahren vorhanden. DaS vergnügungssüchtige Berlin erkennen wir an den 28 Theatern, das Berlin der Frömmigkeit an 92 Kirchen, Capellen und Bethäusern, darunter 11 Synagogen. Die „Stadt der Intelligenz" gewahren wir, abgesehen von den Hochschulen, in 22 Museen und 42 Bibliotheken, 198 Gemeindeschulen, den 17 Gymnasien, 8 Realgymnasien, 9 höheren Bürger- und 7 städtischen Mädchenschulen, ganz zu schweigen von der Menge der Privatlehranstalten, Fortbildungsschulen besitzt Berlin 32. Endlich sei noch der Stadt der Menschlichkeit gedacht. Diese offenbart sich in 11 Waisenhäusern, 15 Speiseanstalten für Arme, 19 Volksküchen, 38 Kinderbewahranstalten, 5 Knabenhorten, 25 Kindergärten und 49 Herbergen, darunter drei für Mädchen.
• Zahnstocher Fabrikation. Die Anfertigung der Zahnstocher nimmt in Portugal eine hervorragende Stelle ein, da in Lissabon und Coimbra für diesen Zweck Tausende von Arbeitern beschäftigt werden, die, mit besonderer Geschicklichkeit begabt, eine vortreffliche und nach vielen Ländern auSgeführte Waare zu mäßigen Preisen liefern. DaS Material wird von der weißen Weide entnommen. Die hierzu nöthigea und seither nicht vervollkommneten Werkzeuge bestehen i» einem einfachen Messer, vermittelst dessen die rohen


