Waggon, auf dem 154 Kisten mit Dynamit und 82 Tonnen Pulver lagerten. Die Waggons wurden vollständig zerstört, die Leichname größtentheils in Fetzen gerissen, der.einzige anwesende Arzt wurde schwer verwundet, 4 Europäer und 46 Schwarze sind tobt. Die Zahl der Verwundeten ist noch nicht festqestellt.
Brüssel, 17. Januar. Die Kohlenpreise steigen infolge des Strikes in Deutschland. Große deutsche Firmen schlossen bedeutende Lieferungscontracte mit belgischen Gruben ab.
Paris, 17. Januar. Lesfeps, Cottu und Fonteue bestritten bei der Vernehmung Beziehungen zu Vertretern fremder Mächte gehabt zu haben.
Paris, 17. Januar. Gegen Cornelius Herz ist das Strafverfahren eingeleitet- er wird behördlicherseits verfolgt. Seine Auslieferung ist zweifellos, da das gegen ihn vorliegende Beweismaterial, wonach er sich gemeiner Verbrechen schuldig gemacht hat, erdrückend ist. — Die „Cocarbe" behauptet, Ribot habe sich mit Ferry versöhnt, um den Panama-Scandal zu beenden. Sie kündigt an, es würden sich innerhalb 48 Stunden ernste Ereignisse vollziehen.
Paris, 16. Januar. Der deutsche Journalist Richard Alt wurde heute Nacht verhaftet und sofort an die Grenze abgeflihrt.
Paris, 16. Januar. Die Regierung bereitete einen Gesetzentwurf vor, nach welchem das Preßgesetz derart ab- geändert werden soll, daß die Verbreitung falscher Nachrichten über auswärtige Mächte und deren Vertreter bestraft werden kann. Fünf auswärtige Correspondenten wurden ausgewtesen, darunter ein Deutscher Namens Wedel.
Paris, 16. Januar. Eine Versammlung von Actionären und Obligationsinhabern der Panama-Gesellschaft, welche gestern in der Salle Vauxhall stattfand, beschloß die Bildung einer neuen Gesellschaft mit einem Capital von 150 Millionen und die Wiederaufnahme der Canalarbeiten.
Paris, 16. Januar. Ein deutscher Bankier wurde in Puteaux als der Spionage verdächtig verhaftet. Derselbe soll angeblich Berichte über die Waffenfabrik in Puteaux nach Deutschland gesandt haben.
totale» und ^provinzieller,
Gießen, 17. Januar 1893.
— Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten Donnerstag den 19. Januar 1893, Nachmittag- 4 Uhr pünktlich: 1. Erbauung eines Feuerlöschgeräthe» magazins und von Marktlauben. 2. Errichtung einer Ver- binduugsstraße vom Brande nach dem Lindenplatz. 3. Erbauung eines zweiien Stockwerkes auf das Nebengebäude des Bürgermeistereigebäudes. 4. Voranschlag für die bauliche Unterhaltung, sowie für außerordentliche Bauten und Anschaffungen in der höheren und erweiterten Mädchenschule. 5. Voranschlag für die bauliche Unterhaltung und für außerordentliche Anschaffungen in der Realschule und dem Realgymnasium. 6. Voranschlag für die bauliche Unterhaltung und für außerordentliche Ausführungen in der Stadtmädchenschule. 7. Den Feldweg in der Lichtenau. 8. Baugesuch des Gottlieb Nauheimer für die Bleichstraße. 9. Baugesuch des Kaspar Heiuzerling für den Schiffenbergerweg. 10. Die Ausführung der Ortsfeuerlöschordnung. 11. Gesuch des Oberhessischen Geschichtsvereins um Gewährung eines Jahresbeitrags. 12. Gesuch desselben um photographische Aufnahme von alten Häusern und Straßenzügen. 13. Die Durchführung des Reichsgesetzes über die Gewerbegerichte; hier Erlaß eines OrtsstatutS.
— Aus der Garnison. Major und Bataillons-Com- mandeur Buchholz vom Infanterie Regiment Kaiser Wilhelm ist in Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit der gesetzlichen Pension und der Erlaubniß zum Tragen der RegimentS- Uniform mit den bestimmungsmäßigen Abzeichen zur Disposition gestellt, Major von Kurnatowski zum Bataillons-Corn« maudeur ernannt, der aggregirte Major Hiepe in das Regiment wieder einrangiert worden. — Der Unteroffizier Biermann wurde zum Portepeefähnrich befördert.
— Die Reichsbank setzte heute ihren officiellen Diskontsatz auf 3pCt.
— Theater. „Der russische Kriegsplan", historisches Jntriguenstück von Dr. Julius Werther. Der Autor hat m seinem vieracligen Schauspiel ein Werk von dauerndem Werthe geschaffen. Eine geistvolle, poetische Sprache verbindet sich mit einer Handlung, die ebenso logisch gegliedert, wie dramatisch wirkungsvoll ist. Es ist dies Letztere ein Verdienst, das um so höher angeschlagen werden muß, da der Connex mit der historischen Wahrheit nicht enger gedacht werden kann. Während unter solchen Umständen selbst bet anerkannt tüchtigen Bühnenschriflstellern wohl die Sprache zu ihrem Rechte kommt, wird sehr ost die Handlung darüber vernachlässigt, so daß der Beschauer durch endlose Dialoge mehr ermüdet denn angeregt wird. Werther hat es verstanden, trotz der innigen Anlehnung an den geschichtlichen Hergang ein abwechslungsreiches und äußerst lebendiges Bild auf die Bühne zu bringen. Der Inhalt behandelt die Art und Weise, wie der russische Abgesandte, Oberst Tschernischew, im Jahre 1812 den Plan zu Napoleons großem Feldzug nach Rußland aus dem französischen KriegSministerium entwendete. Diesen listigen und verschlagenen, geistig jedoch hochbedeutenden Russen wußte unser Gast, Herr Wilhelm von Hoxar, mit der ganzen Eigenart seines Charakters wirklich klassisch zu verkörpern. Die Rolle birgt ganz immense Schwierigkeiten- denn wird sie zu optimistisch aufgesaßt, so entspricht sie weder der Intention des Autors, noch der geschichtlichen Wahrheit- wird sie hingegen zu sehr nach dem anderen Extrem hin urgirt, so wirkt sie unsympathisch und erfüllt auch so nicht ihren Zweck. Auf der Schneide des RasirmesserS möchte man fast sagen, bewegte sich der Künstler den ganzen Abend, und wußte sowohl durch sein höchst angenehmes Organ, wie durch
fein vollendetes Spiel die Zuschauer zu wiederholtem Beifall hinzureißen. Ihm zur Seite stand Fraulein Brünner (Laura), die sich ihrer Rolle in geradezu vorzüglicher Weise entledigte. Eine Figur von liebenswürdiger Grazie war Fräulein C o p p 6 als Ernestine. Ihr Partner, Herr Stückel (Seltow), gefiel uns Anfangs weniger, weil er zu lebhaft war; erst im vorletzten Acte erreichte der Künstler den Höhe punkt seiner Aufgabe und verfehlte voi da ab seinen Eindruck nicht. Auch Herr Martienfen (Sawary) bot eine recht tüchtige Leistung; mit viel Geschick markirte er jenen Franzosen, der unverschämt ist, wenn er sich überlegen glaubt, der aber gefügig wird wie ein Lamm, wenn er sich beherrscht weiß. Die anderen Mitwirkenden befriedigten uns weniger; doch konnten sie dem trefflichen Gelingen des Ganzen keinen Eintrag thun. — Zum Schluß sei uns noch eine Bemerkung gestattet. Wir waren geradezu verblüfft über die erschreckende Leere im Zuschauerraum - was soll man dazu sagen, wenn bei der Anwesenheit eines Gastes, wie Herrn von Hoxar, solche Häuser zu finden sind? Muß da die Direction nicht den Muth verlieren? Z.
— Eine Reise in das Moselthal — welche diese Woche im Kaiser-Panorama, Bahnhofstraße, ausgestellt ist — wird von Vielen mit Recht einer solchen am Rhein fast gleich gestellt. Zwar ist der Rhein gewaltiger und größer, aber in der Romantik der oft nahe zusammendrängenden herrlichen Ufer kann eS die Mosel, wenigstens in ihrem Lauf von Bern- kastel bis Cochem, mit dem Rhein wohl aufnehmen. Wenige Flußthäler gibt es, die in so engem Rahmen eine solche Fülle eigenartiger Bilder bieten, wo Schwermuth und Lächeln sich so wunderlich durchdringen, wie im Moselland. — Wer auf bequeme und billige Art die Schönheiten des Moselthals kennen lernen will, der versäume nicht, das Panorama zu be suchen - er wird es nicht bereuen und uns dankbar sein, darauf aufmerksam gemacht zu haben.
— Verhaftet wurde gestern ein hiesiger Commis wegen einer in der Nacht vom 14. zum 15. Januar begangenen Körperverletzung und heute Morgen ein weiterer junger Mensch ebenfalls wegen Körperverletzung.
Darmstadt, 16. Januar 1893.
Mit Bezug auf § 11 *) des Gesetzes über die Presse vom 7. Mai 1874 ersuche ich die Redaction ergebenst, die in der Nr. 11 des „Gießener Anzeigers" vom 13. d. Mts. unter der Aufschrift: „Für junge Damen" enthaltene Mittheilung über die Anstellung von Damen im Telephon« dienste gefälligst dahin berichtigen zu wollen, daß innerhalb des Bezirks der Ober-Postdireclion in Darmstadt die Beschäftigung weiblicher Personen im Fernsprechdicnste zur Zeit nicht beabsichtigt wird.
Der Kaiserliche Ober-Postblrector. Clavel.
* ) Warum S 11? — Wir hätten uns auch ohne Bezug hierauf zur Aumahme verstanden, abgesehen davon, daß die Anwendung des belr. Paragraphen gar nicht hier am Platze ist. Red.
Bon der Rabenau, 10. Januar. Vorige Woche leistete sich ein Einwohner eines Dorfes der Rabenau ein nettes Späßchen. Er ging nach Grünberg und nahm aus der dortigen Vorschußkasse als Vormund für einen Minderjährigen 900 Mark in Empfang. Er erreichte auch glücklich die Heimath wieder, statt aber in seine Wohnung zu gehen, kehrte er noch einmal in eine Wirthschaft ein. Dann erst begab er sich nach Hause, brachte sein Geld hinter Schloß und Riegel und wollte sich umkleiden. Dabei kam ihm plötzlich das Geld wieder in den Sinn und er suchte in allen Taschen nach der schon in Sicherheit befindlichen Summe. Aber alles Suchen war umsonst, in erregter Stimmung eilte er wieder in die vorhin verlassene Wirthschaft und gab den Anwesenden Kenntniß von dem Verlust. Unglücklicherweise befanden sich während seines ersten Aufenthalts in besagter Wirthschaft auch zwei Handwerksburschen darin, und nun waren natürlich die Gesellen, die sich inzwischen entfernt hatten, die Diebe. Sofort wurde in den anderen Wirtschaften recherchirt, und fand man zwar einen der armen Tropfe wieder, aber die Hauptsache, das Geld, fehlte. Nun mußte der andere der Dieb sein, und es ging auf die Suche nach ihm. Allein keine Spur war von diesem zu finden. Wie sich andern Tages herausstellte, hatte er sich in einen Viehstall verkrochen und sich der Nachtruhe überlassen. Jetzt war guter Rath theuer. Rasch entschlossen nahm er sich einen Begleiter, und nun gings nach Grünberg zu, hoffend, noch unterwegs des Diebes habhaft zu werden. Dort angekommen, wird die Herberge revidirt, aber alles umsonst, das Geld war und blieb verschwunden. Auch die Gendarmerie in Grünberg wird von dem Diebstahl benachrichtigt. Da die Tour nach Grünberg begreiflicherweise sehr ermüdend gewesen war, so wurde ein Wagen accorbirt, der beide um Mitternacht glücklich nach Hause bringt. Sorgenvoll verstreicht für den Verlierer eine Stunde der Nacht nach der andern und bekümmerten Herzens begiebt er sich andern Tags wieder auf die Suche. Und, o Wunder, beim Oeffnen feines Tischkastens liegen die 900 Mark vor seinen sich weit öffnenden Augen. Für den Spott brauchte er nun nicht mehr zu sorgen. Wahrscheinlich nimmt er sich aber diese Sache für immer ad notam.
Gr. Anz.
A Son der Ohm, 16. Januar. Seit dem Winter 1879 haben wir eine gleich grimmige Kälte wie gegenwärtig nicht wieder zu verzeichnen gehabt. Heute Nacht, die kälteste bis jetzt, sank das Thermometer auf — 20 Grad R; noch in den Morgenstunden stand baß Thermometer auf 18 Grad unter Null. Die Mühlgräben, bic nur Quellwasser führen, sind trotzdem eingefroren; der Betrieb der Wassermühlen ist gänzlich eingestellt. Alle Arbeit im Freien ruht, auch bie Holzmacher vermögen im Walde nicht mehr zu arbeiten. Der Schnee liegt fußhoch, in den Hohlwegen aber, darein ihn ein schneidender Nordwind gefegt, meterhoch. Gestern war vielfach bie Passage gehemmt, ja Fuhrwerke
blieben im liefen Schnee stecken und mußten herauSgeschippt werden. Vielfach mußte gestern, obgleich am Sonntag, geschippt werben. In größter Noth beftnben sich bie armen Vögel unb bad Wild. Eine Unmenge Heizmaterial verschlingt biefe sibirische Kälte - selbst am Tage sinb die Fenster nicht eisfrei in den Wohnstuben zu bekommen. Die Holzvorrathe sind bedenklich zusammengeschrumpst. Ebenso bedingt diese fürchterliche Kälte eine größere Menge an Futter für baß Sieb. Waß sagen denn unsere Erika-Prophezeiher zu diesem „gelinden" Winter? — Den Bienenzüchtern mochten wir empfehlen, ihre Völker gut gegen die Kälte zu verwahren, sonst ist daß Eingehen vieler derselben sicher zu erwarten, weil eben die Kälte viel zu groß.
Darmstadt, 15. Januar. Auf Anregung deß Regierungß- rathes Dr. Hesse, deß Leiterß der hessischen Centralstelle für die Gewerbe, beschloß der hiesige Ortßgewerbeverein die Wahl einer Commission, bic ben Projecten über Errich tung von Hanbwerker- ober Gcwerbekammern näher treten soll. Daß Ergebmß ber Berathungcn soll burch bie Centralstelle ber Regierung unb ben hessischen Reichstags» abgeorbneten übergeben werben.
A Mainz, 16. Januar. Daß 11. Deutsche Bunbeß- schießen findet aller Wahrscheinlichkeit nach in diesem Jahre nicht statt. In Rücksicht auf baß erneute Auftreten ber Cholera in Hamburg unb anberen Stäbten, sowie nach ben bei ben maßgebenben auswärtigen GesunbheitSbehörben eingegangenen Erkundigungen erachtet ber geschäftsführenbe Ausschuß in seiner Mehrheit, baß es ben Garantiezeichnern unb ber Schützengesellschaft gegenüber nicht zu verantworten wäre, bie nicht mehr aufschiebbaren Vorbereitungen für ein Fest weiter zu betreiben, baß unter Umstänben behörbUch verboten würbe. Daß Fest soll daher nach ber Ansicht beß geschäftßführenben Außschusfeß auf daß nächste Jahr verschoben werben unb hat ber letztere bie Zeichner beß Garantie fonbS auf den 19. I. Mtß. zu einer Besprechung eingelaben, um benselben Gelegenheit zu geben, ihre Ansicht über bie Abhaltung beß Fest eß zu äußern. Wie wir büren, ist die Mehrheit ber Garantiefondszeichner für eine Verlegung beß Festes in bas Jahr 1894. — Nach den biß zum Abend hier eingelaufenen Nachrichten hat sich bas Rheineiß etwas unterhalb Biebrich festgestellt. Bei merklich steigendem Wasser führt der Rhein am heutigen Abend hier nur ver- hältnißmäßig wenig Eis mit, was darauf zurückzuführen, daß oberhalb bei Nackenheim ber Rhein sich gleichfalls gestellt hat. Der rechtsseitige Rheinfttvm an ber PeterSaue ist bereits zugefroren, beSgleichen hat sich daß Eiß zwischen dem diesseitigen Ufer unb dem ersten Brückenpfeiler festgesetzt. Die Trajectboote zwischen hier unb Kastel fahren, boch dürsten sie morgen wohl ihre Fahrten einstellen müssen.
Mainz, 17. Januar. (Privatdepesche.) Der Rhein hat sich in verflossener Nacht hier f e ft g e ft e 111.
vermischtes.
♦ Nach ber Zeitschrift „Der Bergbau" betrug bie Kohleneinfnhr beß Deutschen Reicheß in Metercentnern (ä 100 Kgr.):
Im Ganzen AuS Oesterreich Ungarn 1890 1891 1890 1891
Braunkohlen 65064040 68055811 65063103 68055246
Coaks 3512578 3187982 159130 174031
Steinkohlen 41645380 50328262 5326251 5491304
Brikettes 410092 1075570 174291 199177
Die Ausfuhr bagegen betrug in Metercentnern:
Im Ganzen Nach Oesterreich-Ungarn 1890 1891 1890 1891
Braunkohlen 185810 172853 141465 153845
Coaks 10747549 13542979 2883880 2703095
Steinkohlen 91451870 95364342 32948190 36516395
Brikettes 931188 1301229 16366 6127
Im Gesammtquantum ber hier aufgeführten Brennmaterialien hat sich bie Einfuhr gegen 1890 um rund 12 Millionen Metercentner, bie Ausfuhr um runb 7 Millionen Metercentner erhöht. Das Mehr ber E'nfuhr beträgt bei Braunkohlen 2991 771, bei Steinkohlen 8682882, bei Brikettes 665 478 Mctr. In Coaks allein zeigt sich eine Minbereinfuhr von 324 596 Mctr. Die Mehrausfuhr beläuft sich bei Coaks auf 2 795 430, bei Steinkohlen auf 3 912 472, bei Brikettes auf 370041 Mctr. Eine MinberauSfuhr ver» zeichyen bloß Braunkohlen mit 12 957 Mctr. Für ben Hanbelsverkehr mit Oesterreich-Ungarn wäre befonberß hervor- zuheben bie starke Zunahme ber Einfuhr von Braunkohlen nach Demschlanb unb zwar um 2 992 143 Mctr.- ferner ber Einfuhr vofi Steinkohlen nach Oesterreich«Ungarn um 3 568205 Mctr. Der Verkauf beutscher Braunkohlen und Brikettes erhält sich in stetiger Znnahme, baß ausländische Product auch im Jahre 1891 um mehr als daß dreifache überflügelnd. Gegen 1880 ist bie inländische Braunkohlenzufuhr von 153800 Tonnen auf 590000 Tonnen (um 284 Procent) gestiegen, während die Zufuhr böhmischer Braunkohle, welche im Jahre 1880 der inländischen gleich- stand (153975 Tonnen), nur auf 187 800 Tonnen (um 22 Procent) gewachsen ist. Die Gesammtzufuhr von Stein« und Braunkohlen blieb im Jahre 1891 mit 3132 Tonnen gegen diejenige beß Vorjahres zurück.
♦ Essen, 15. Januar. Durch bie anläßlich beß Auß- ftanbeß im Stabt- unb Landkreis vorgekommcnen zahlreichen Verhaftungen war baß hiesige Gerichtßgesängmß schließlich so überfüllt, baß heute bereits eine größere Anzahl von Gefangenen nach auswärtigen Gefängnissen gebracht werben mußte. In ber nächsten Woche wirb abermals eine solche lleberfübrung erfolgen.
* Bochum, 16. Januar. Auf der Zeche „Hannover* waren zwei Männer verschüttet. Nach achtzehnstündiger Thätigkcit wurden beide lebend unb unverletzt zu Tage gefördert.


