Ausgabe 
17.12.1893 Erstes Blatt
 
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anderen als aus in der Sache selbst liegenden Gründen für die Vor­lage stimmten.

Der Vertrag mit Rumänien wird angenommen, ebenso der Vertrag mit Serbien.

Die Eingangs erwähnte Resolution wird auf Antrag des Nbg.

Dr. Lieber von 1>er Tagesordnung abgesetzt.

Nächste Sitzung Dienstag, 9. Januar: kleine Vorlagen, Re­solution zu den kleinen Handelsverträgen.

Neueste Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Nürnberg, 15. December. Die halbe Million Garantie- fonds, von welcher daS Zustandekommen der bayerischen Landesausstellung abhängig gemacht wurde, ist heute überschritten worden.

Budapest, 15. December. DaS Abgeordnetenhaus nahm mit großer Majorität den Gesetzentwurf, betreffend die Meldepflicht einiger Kategorien der Landsturmpflichtigen, an. Im Laufe der Debatte erklärte Madaraß, im Kriegsfälle werde kein Ungar zu Hause bleiben. Der LandeSvertheidigungS- Minister sührte auS, die Mobilisirung des Landsturmes sei für den Ernstfall unerläßlich ; die von Madaraß erwähnten nichtorganisirten Heere können wohl von Begeisterung erfüllt sein, zu gebrauchen jedoch seien nur organisirte Heere. Wie dies der Krieg von 1870/71 zeigt, sei der Erfolg nur dann möglich, wenn die Organisation bereits im Frieden bis ins letzte Detail festgesetzt sei.

Depeschen deS Bureau .Herold".

Berliu, 15. December. Nach derNordd. Allgemeinen Zeitung" wurde der deutsche Botschafter am italienischen Hofe, Graf SolmS, auf sein Ansuchen in gnädiger Weise verabschiedet.

Leipzig, 15. December. Spionageprozeß. In der heutigen NachrnittagsVerhandlung richtete der Präsident an die Angeklagten die Frage, ob sie die Aufzeichnungen ge­macht hätten in der Absicht, dieselben der französischen Re­gierung müzutheilen. Beide bejahten dies mit Bestimmtheit. Im Plaidoher führte der Reichsanwalt aus, auS den häufigen Verhandlungen gegen französische Spione sei ersichtlich, daß in Frankreich ein Spionagesystem gegen Deutschland bestehe. Der Reichsanwalt beantragt gegen Degouh fünf Jahre, gegen Delgnay vier Jahre Zuchthaus. Die Verhandlung wird auf morgen Vormittag 9 Uhr vertagt.

Leipzig, 15. December. Im Laufe der letzten Tage fanden bet mehreren Anarchisten nach deren Verhaftung Haussuchungen statt. Unter den bisher Verhafteten be­finden sich die bekannten Anarchisten Michael, Hahn, Brox und Krüger- letzterer war bereits am 27. v. M. mit seinen Genoffen Weisheit, Rabe und Hentschel verhaftet worden, je­doch wieder freigelaffen.

Karlsruhe, 15. December. Bezugnehmend aus den An­trag Ruedt theilte die erste Kammer der zweiten Kammer mit, daß sie auf den Genuß ständiger Diäten verzichte.

Paris, 15. December. Nach demFigaro" hat die österreichische Regierung die Initiative zu einem inter­nationalen Vorgehen gegen die Anarchisten er­griffen. Es haben Besprechungen zu diesem Zwecke mit der französischen Regierung bereits stattgefunden.

Paris, 15. December. Die Regierung beauftragte ihren Vertreter beim Vatican, dem Papste ihren Dank und ihre Sympathie zu übermitteln für die von demselben gesandten Glückwünsche anläßlich deS Attentats in der Kammer.

Lüttich, 15. December. Die Typhusepidemie nimmt immer größere Dimensionen an; ganze Familien liegen im Spital krank darnieder.

Petersburg, 15. December. Seit dem 10. December herrscht Hierselbst die Cholera in beängstigender Heftigkeit. Ueber 100 Erkrankungen werden gemeldet und zwar meist aus den vornehmen Stadttheilen. Unter den Erkrankten be­finden sich auch der Mundkoch des Czaren, sowie mehrere Wächter des Winterpalastes.

CocaUs und provinzielle-.

Gieße», 16. December 1893.

* Sitzung Großh. Handelskammer vom 12. December 1893. Anwesend waren die Herren Koch, Scheel, Gail, Heichel­heim, Hemberger, Katz, Klingspor, Kraatz. Die Kammer be­schäftigte sich mit der in Anregung gebrachten Frage, ob in den verschiedenen Erwerbsklassen unseres Bezirks, namentlich im Bauern-, Handwerker- und Arbeiterstand ein Nothstand herrsche oder im bevorstehenden Winter durch größere Arbeitseinstellungen bezw. Arbeiter-Entlassungen zu erwarten sei. Nach eingehender Diöcussion wurde die Bericht­erstattung einer Commission, bestehend auS den Herren Hom- berger, Katz, Klingspor und Koch übertragen. Von höchster Staatsbehörde gehen der Kammer Mittheilungen zu: 1. betr. der von den Reisenden bet ihrem Eintritt in Frank­reich zu beobachtenden Zoll-Formalitäten; 2. über Beschlag­nahme von Maaren Seitens britischer Zollbehörden auf Grund des englischen Waarenzeichengesetzes; 3. über zweifel­hafte Firmen in Schweden, Belgien, Niederlande, Schweiz, Zanzibar und Syrien. Jntereffenten können von diesen Schriftstücken Einsicht nehmen. Der Vorsitzende berichtet über die Verhandlungen im BezirkS-Eisenbahnrath Köln am 11. November, sowie die Sitzung deS Bezirks- EisenbahnrathS Frankfurt a. M. vom 29. November. ES wird als von besonderem Jntereffe bemerkt, daß im Laufe deS kommenden MonatS Januar letztere Körperschaft zu einer außerordentlichen Sitzung etnberufen wird, in welcher nur die Bahnsteig-Sperrmaßregeln und die Platzkarten zur Verhandlung kommen. Eine Mittheilung des Kauf­männischen Vereins, betr. Gründung einer kaufmänni­schen Fortbildungsschule und Errichtung eines Lehrlingsheims fand sympathische Aufnahme, eS wird diese Angelegenheit auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung erscheinen. Im Anschluß an den dem Reichstage überreichten Protest, welcher sich gegen die Tabakfabrikat.Werth steuer

richtete, sind von der Kammer Einzel-Eingaben an jene Körperschaft gelaugt, in welchen in eingehender Begründung auch die Vorlagen der Weinsieuer, der Börsen- und Ehek- Steuer, deS Quittung»- und Frachtbrief Stempels als völlig unannehmbar bezeichnet werden. Ferner richtete die Kammer eine Adreffe an den Reichstag, in welcher sie unter Z u - stimmung zur Handelspolitik unserer Reichsoerwal« tung eintritt für den Abschluß der vorliegenden HandelSver- träge. Die mangelhafte Zugverbindung mit Frankfurt a. M. nahm eine längere DiScusnoa in An­spruch, eS werden die Bemühungen der Handelskammer zur Erreichung besserer Zustände unausgesetzt ihren Fortgang nehmen.

Z. Neues Theater.Eine Braut auf Lieferung", Lustspiel in 4 Acten von Moser und Tietz. Das gestern Abend aufgeführte Stückchen zeigt uns olS Hauptperson, um die sich die ganze Handlung gruppirt, einen alten Geschäfts­mann, eine echte Krämerseele, der in feiner Wuth, Geschäfte zu machen, so weit geht, daß er seine eigene Tochter ver­schachern will. Indessen jene will nicht; statt des reichen Engländers, den ihr Vater für sie bestimmt, hat sie sich einen armen Commis ausgesucht, der nunmehr alle Anstrengungen macht, um die Pläne des Alten zu durchkreuzen und ihn zu überlisten, was ihm schließlich auch gelingt, da er alle weib­lichen Mitglieder des Hauses zu seinen Bundesgenossen zählt, und die ja bekanntermaßen dem starken Geschlechte in der- artigen beltcaten Angelegenheiten anSchläue" weit überlegen sind. Die Mittel, mit denen die Autoren arbeiten, um eine komische Wirkung zu erzielen, find oft sehr drastisch und verlangen von den Darstellern häufig Maßhaltnng, damit nicht das Gegentheil von dem erzielt werde, waS die Ver­fasser gewollt. Die Hauptrolle, die des Kaufmanns Wild, wurde von Herrn Ni em ei er in gewohnter, tüchtiger Weise durchgeführt. Der Figur des Engländers lassen sich noch manche sehr komische Seiten abgewinnen, vor Allem in der Sprache. Herr Reiff hatte dabei weniger Glück, als Herr Majewski, dessenJohn" gerade durch die Art und Weise, wie er daS gebrochene Deutsch redete, viel Beifall errang. Die Damenrollen waren in Händen der Frl. Wehn (Doro­thea), Frl. Geigler (Natalie) und Frau Reiners (Karo- line) recht gut aufgehoben.

* Gilligkeilsdauer der Rückfahrkarten zu Weihnachten. Der preußische Eisenbahnminister hat Folgendes bestimmt: 1. Sämmtliche drei- und viertägige Rückfahrkarten, welche am 23. December gelöst werden, sind zur Rückfahrt bis ein­schließlich den 27. December giltig. 2. Sämmtliche am 24. December gelösten dreitägigen Rückfahrkarten gelten bis einschließlich den 27. December. Endlich können 3. auch die am 30. December gelösten dreitägigen Rückfahrkarten bis ein­schließlich den 2. Januar benutzt werden.

Die gemeldete Aufbesserung der Postageuteu um 75 M. pro Jahr erklärt sich auS der Thatsache, daß künftig die Ortsdestellgelder, welche bisher eine Einnahmequelle für die Postagenten bildete, nicht mehr diesen zu gute kommen, vielmehr in die Postkasse fließen. DieAufbesserung" ist also lediglich ein Ausgleich für entgehende Nebeneinnahmen.

♦♦ Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Handarbeiter Johann Becker aus Worms von der dortigen Polizeiverwaltung wegen Diebstahls; Barbier Jacob Braden auS Büdesheim von der Polizeiverwaltung in Bingen eben­falls wegen Diebstahls; Grundarbeiter Franz Lader Brehm, zuletzt in Wiesbaden, vom Amtsanwalt in Mainz wegen Körperverletzung; Agent Hch. Frdch. Krippendors zu Apolda vom Amtsgericht Nidda wegen Betrugs; Küfer Johann Haingärtner von Markdorf vom Nmtsanwalt in Lauterbach; Schleifer Philipp Hitzel zu Ober-Roden, zuletzt in Offenbach, vom Amtsgericht daselbst wegen Strafvollzugs; Schmiedegeselle Wilhelm Kammer von Ober-WidderSheim vom Amtsanwalt in Büdingen; Kaufmann Lampert Peter auS Dietz an der Lahn von der Staatsanwaltschaft Gießen wegen Unter­schlagung.

Ans dem Zustizdieust. Durch Entschließung Groß- herzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz vom 13. December wurde der Gerichtsaffeffor Fritz Zimmer­mann in Alsfeld mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht Alsfeld und der Gerichtsaffeffor vr. Franz Specht in Friedberg mit Wahr­nehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsanwalts bei den Amtsgerichten Alsfeld, Grünberg, Homberg und Laubach beauftragt.

Allsgewandert sind in den Jahren 1873 bis 1892 auS dem Großherz ogthum Hessen 40161 Personen. 1892 schüttelten 1716 Personen den Staub des Vaterlandes von ihren Füßen, während es 1881 nicht weniger als 4173 Menschen waren. Der größte T.heil von diesen Deutschlandmüden suchte Amerika auf.

* Für Briefmarkensammler. Die spanische Regierung hat den in Melilla operirenden Truppen für die nach der Halbinsel bestimmten Briefe Portofreiheit gestattet. Zur Frankirung dieser Briese ist eine besondere Marke geschaffen worden, die in Melilla dem Militär unentgeltlich verabreicht wird. Diese Marke, von der doppelten Größe der gewöhn­lichen Marken, stellt daS spanische Wappen dar, daS von zwei Löwen getragen wird. Oben steht die Inschrift:Espanna Correos* und unten liest man:Melilla ejörcito expe- dicionario.

A. (D.C.) Warum soll mau im Winter durch die Nase athmen? In der kalten Jahreszeit erschallt immer wieder der Ruf: Athmet durch die Nase? Natürlich, wenn wir durch den Mund athrnen, bringen wir die kalte AthmungSluft auf birectem Wege mit dem Kehlkopf und der Lunge in Berüh­rung, so daß leicht eine plötzliche Abkühlung dieser Organe, also eine Erkältung erfolgen .kann. Aber wird daS nicht ebenso sein, wenn wir durch die Nase athrnen? Nein, denn die Nase besitzt verschiedene Vorrichtungen, wodurch die ein» geatbmete Luft vorgewärmt wird, so daß sie wohl tempern?

in die inneren Luftwege gelangt. DaS ist der Grund, wes­halb wir durch die Naie atbmen sollen. Nack dem engen Eingang fn Form der Nasenlöcher erweitert sich nämlich die Nasenhöhle ansehnlich nach oben und geht bann wteder durch eine engere Oeffnung in den Schlundkopf über, an den von unten her die Luftröhre mit ihrem obersten Theil ansetzt. Die kalte Last, die durch die Nasenlöcher einftrömt, staut sich eine Zeit lang in der erweiterten Nasenhöhle, da sie nur langsam wieder durch die engere Oeffnung in den Schlund- kops abfließen kann. Während dieses Verweilens aber in der Nasenhöhle vermischt sie sich mit der schon darin enthaltenen warmen Luft und wird dadurch selbst erwärmt. Aber nicht genug damit. An der äußeren Wand der Nasenhöhle befindet sich eine dünne Platte, die sogenannte untere Mu'chel, die beim Menschen spiralig gerollt ist und in die Nasenhöhle hineinragt. Diese Platte ist mit einer Schleimhaut überkleidet, welche sich durch den Reichthum ihrer Blutgefäßchen auS zeichnet und daher auch stark von dem warmen Blut umspült wird. Wenn nun die Luft langsam durch die Nasenhöhle fließt, so streicht sie auch über die Platte hin und wird durch daS in den Blutgefäßen enthaltene Blut nochmals erwärmt. Die untere Muschel erfüllt daher den Zweck eines Er- wärmungSapparateS für die eingeathmete Luft. Die ge­schilderten Einrichtungen bedingen eS allo, daß, wenn wir durch die Nase athrnen, nur erwärmte Lust in die inneren Luft­wege bringt, so baß nun eine plötzliche Abkühlung nicht mehr stattfinden kann. Deshalb Mund zu und Nase auf! _________

0 Nieder Ohmen, 15. December. Ein schwerer Unfall trug sich gestern im benachbarten WaldeH o ch r o d" zu. Dort befindliche Holzmacher fällten Tannen. Beim Umstürzen einer solchen konnte ein Holzhauer nicht rechtzeitig sich in Sicherheit bringen und wurde vom Baume getroffen. DaS Bein wurde ihm hierbei zweimal entzwei gebrochen und das Blut quoll ihm auS dem Munde, ein Zeichen der inneren schweren Verletzungen. Der Verunglückte mußte auf einem Wagen nach Hause gebracht werden, wohin man sofort ärztliche Hilfe holte.

§ Aus dem Kreise Alsfeld, 15. December. Die Klagen über bas ungemein starke Faulen der Kartoffeln nehmen immer mehr zu. In der That tritt die Fäulnih der Knollen in einem ungewöhnlich starken Grade auf. Ganze Körbe voll fauler Kartoffeln werden auS den Kellern gelesen und weggeworfen. Wenn wir in einer früheren Mittheilung bemerkten, daß sich der Geruch der faulenden Kartoffeln schon beim Betreten der Keller bemerkbar mache, so ist jetzt zu bestätigen, daß dieser Geruch noch viel intensiver geworden ist. Zweifellos liegt die Ursache dieser starken Fäulniß in dem späten WachSthume der Kartoffeln, wodurch eben die Schale zu dünn und widerstandslos geblieben ist. Auch mag das Einbringen von Knollen bei nassem Wetter mit Schuld daran sein. Ein häufiges aufmerksames Um- und Durchlesen der Kartoffelvorräthe ist in diesem Winter unbedingt erforderlich, soll der Schaden anders nicht noch größer werden.

Aus dem Odenwalde, 13. December. EintragischeSEnde nahm am Dienstag in Zeilhard daS fünfjährige Töchterchen eines Taglöhners, welche« in eine Wirthschaft geschickt worden war, um etwas zu holen und beim Betreten deS HofeS von einer Gans umgeworfen und mit dem Schnabel derartig im Gesichte verletzt wurde, daß eS in Folge davon und des auf- gestandenen Schreckens alsbald, nachdem es von dem Thiere befreit war, verstarb.

verinischLe».

* Nicht abgeholte Gewinne. Die Ziehung der Frank­furter Herbst-Pferdemarkt-Lotterie hat am 11. October statt­gefunden ; der auf das LooS Nr. 73,330 gefallene Haupt­gewinn, ein Coups mit vier russischen Pferden und vollem Zubehör, ist noch nicht abgenommen; der Gewinn ist den Lotterie-Bestimmungen gemäß bereits verkauft und tt fällt der Erlös dem Pferdemarkt-Comitö zu, falls da« LooS nicht bis zum 11. Januar 1894 vorgezeigt wird. Der Gewinner wohnt aller Wahrscheinlichkeit nach in Berlin, denn daS Loos ist ohne Namenseintragung bei dem Hauptcollecteur Heintze daselbst verkauft worden. An einen Unbekannten ist in demselben Geschäfte daS LooS Nr. 350,812 der Rothen Kreuz-Lotterie verkauft, auf welches der Haupttreffer von 100,000 Mark gefallen ist; auch dieser Gewinn ist noch nicht erhoben.

Berlin, 15. December. Der wegen Meineids zu fünf Jahren Zuchthaus verunheilte Rechtsanwalt Moll hat sich heute Vormittag im UntersuchungSgefängniß entleibt.

Chemnitz, 15. December. Das Schwurgericht ver- urtheilte den Director des 1890 mit großer Unterbilanz ver­krachten Burgstädter CreditvereinS, Orlarnünden, wegen betrügerischen ' Bankerott-, Betrugs und Unterschlagung zu neun Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust.

* Eschveiler, 15. December. Einem auf einem Walz­werke beschäftigten jungen Manne flog ein großes Stück Guß­eisen so unglücklich hinter daS Ohr, daß er zusammenstürzte und in wenigen Augenblicken verstarb.

London, 15. December. Gestern Nachmittag ist während deS heftigen Sturmes ein Kohlenschiff unter^egangen. Zehn Mann sind ertrunken, der Capitän wurde gerettet.

Lillet Automaten, d. h. Apparate, denen man gegen Einwurf von bestimmten Geldstücken eine Fahrkarte oder eine Perronkarte entnehmen kann, gelangen m Berlin immer mehr zur Einführung. Auf der dortigen Stadt- und Ring­bahn gelangen neuestens auch Btllets zweiter Klaffe zum Preise von 15 Psg. durch Automaten zum Verkauf. Der Berkaus dieser Karten geschieht durch Einwerfen ooa zwei Zehnpsenni-- stücken, worauf der Apparat die Karte verabfolgt und 5 Psg. wieder herauSgibt. Der tägliche Verkauf von Fuhr- und Perronkarten in Berlin beläuft sich auf etwa 22,000.

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