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16/06/1893 Zweites Blatt
 
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?(aLreLCe&rer' Beamt« rc- empf. allerorten den vorzügl. HokU 1ab<t bei v. BeSer in Seese« a. Har-10 Pfd. lose i. Beutel 8 A fr. (3648

Vom Frauentage zu Wiesbaden.

(Originalbericht für denGießener Anzeiger".)

Dr. M. In einem seiner letzten Chicagobriefe schreibt unser Landsmann Friedrich Dernburg:Wie einsam war es lange Zeit um die Führerinnen der Frauenbewegung und jetzt marschiren sie an der. Spitze so colossaler Heerhaufen kampfbereiter Frauen !"

Auf unseren deutschen Frauentagen merkt man nun von solchen Heerhaufen noch wenig. Numerisch betrachtet, gibt sich das Bild recht bescheiden. Die vierte Generalversamm­lung des Vereins Frauenbildungs-Reform, die in verflossener Woche zu Wiesbaden tagte, begann zunächst in einem Zimmer des Taunushotels, wo sich ca. 20 Vereins­mitglieder eingefunden hatten, um die Vorsitzende, Frau

ganze Schänke war gerammelt voll Bauern, wie sonst nie um diese Jahres- und Tageszeit. Und wie sie in die niedrige vollgequalmte Gaststube traten, der Lindenhofer mit dem Paul- Johann am Arme, da wards zuerst auf eine kleine Weile ganz muckstille. Dann aber ging ein Vivatschreien los, ein Jauchzen und Hüteschwenken, daß dem Paul-Johann ganz schwarz vor den Augen wurde. Der Lindenhofer aber zerrte ihn vorwärts an einen weißgedeckten Tisch, indem er ihm zuraunte:

//Jetzt heißts Acht geben, Herr, die wissen noch net, daß Ihr der Andere seid. Aber laßt mich nur machen. Gut wirds gehen."

Ohne viel zu verschnaufen, richtete sich der Lindenhofer hoch auf. Alles still.

Mannerleut unser Candidat!"

Erneute brüllende VivatS. Haushohe Begeisterung. Der Paul-Johann steht da wie verdonnert. Er weiß nicht, waS all das bedeuten soll. Ihm steht der Verstand still. Nach-

dem wieder etwas mehr Ruhe eingetreten ist, schreit der Lindenhoser:

//Jetzt gebt Obacht, Leut, erst red't er, dann i, der Lindenhof-Huber. Wer was dawider hat, der sollS gleich sagen, damit'S hernach net weiter aushalt mit 'nauSschmeißen."

Alles still. Vor den qualmenden Bauern, die ihn hoch- intereflant mustern, steht der Paul-Johann. Sein Haar- büschel am Kreisel hatte sich gesträubt, die dicken Schweiß­tropfen liefen ihm von der Stirn über die Wangen und sein Herz hatte sich auö der Brust in den Hals hinauf verschoben, wo es ihn abwürgte. Als ihn der Lindenhofer in die Seite stieß und ihm ermunternd zuzwinkerte, stierte er ihn an mit einer verzweifelten Rathlosigkeit, wie es schon keine zweite giebt.

H. Kettler (Hannover) zu begrüßen. Frl. Dr. v. Dom- mingk (Zahnärztin in Wiesbaden) hielt eine kurze Ansprache und überreichte Frau Kettler einen prächtigen Rosenstrauß. Gewöhnlich sind es nicht Rosen, welche auf die Wege derer gestreut werden, die für eine neue Idee Boden schaffen wollen!!

Frau H. Kettler hat das auch erfahren, aber ihre rast­losen Bemühungen find von einem unerwartet raschen Erfolge gekrönt worden, und auf dem Lorbeerkranz, den ihr Frl. Buzello-Stürmer (Berlin) übergab, stand das Resultat in goldenen Lettern:Der hochverehrten Führerin, Frau H. Kettler, die uns das erste deutsche Mädchengymnasium er­öffnet hat."

Dieses erste deutsche Mädchengymnasium, das im Sep­tember d. I. zu Karlsruhe ins Leben treten wird, gab sozu­sagen daS Leitmotiv für die Reihe der öffentlichen Vorträge, die drei Tage währten.

Nachdem Frl. Augspurg (München) die Versammlung in gewählten und warmen Worten begrüßt hatte, in ihrer kurzen Ansprache noch einmal die Ziele des Vereins klar ins Auge fassend, erstattete Frl. Buzello-Stürmer Bericht über den Organisationsplan des neuen Gymnasiums. Ihre Mittheilungen über die Unterrichtsmethode des Lateinischen, die sich in diesem Falle auf die bereits von den Mädchen erworbenen Kenntnisse des Französischen aufbauen soll, sowie die Bemerkungen über die Pensumvertheilung des Griechischen und der Mathematik waren für die Hörer, unter welchen sich auch sehr viele Herren befanden, von Werth und Interesse. Ein näheres Eingehen auf die Beschaffenheit des Karlsruher Mädchengymnasiums, das zu Prag und Wien bereits zwei ältere Schwestern besitzt, werden wir uns nach der im Sep­tember erfolgten Eröffnung gestatten.

Nachdem Frl. Buzello-Stürmer das Wie der neuen Lehranstalt begründet, verbreitete sich Frau Kettler in längerer Rede über das Warum. Dieser Vortrag nahm noch einmal alle die Gesichtspunkte auf, welche von den Gegnern geltend gemacht werden und brachte im Eingänge noch einige interessante Daten aus der Vorgeschichte des deutschen Gymnasiums, u. A. den merkwürdigen Ausspruch eines Weimarer Abgeordneten und Volksvertreters, der die; Frauenpetition um Errichtung eines Mädchengymnasiums damit erledigen und bei Seite schieben zu können glaubte, daß er, ohne im Hause einen Widerspruch zu finden, die Be­merkung hinwarf: eine verbesserte Frauenbildung müsse die Frauen in den Augen der Männer jedes Reizes berauben. Nun, das ist eben Geschmackssache. Was Frau Kettler sonst über das Schicksal der bekannten Petition meldete, über die Art der Erledigung, die sie bei den meisten Landtagen ge­funden, war Thatsachenmaterial. Die rühmliche Ausnahme, welche Baden geboten, wurde von ihr ins hellste Licht gerückt. Das Schreiben des Karlsruher Magistrats ist nicht nur von jenem gnädigen Gewährenlassen dictirt, das man so häufig der Frauenarbeit gegenüber anschlägt, sondern athmet durchweg liebenswürdiges Entgegenkommen und Verständniß für die Sache.

Das Hauptthema des Kettler'schen Vortrags war eigent­lich die Beantwortung der Frage: Ist die Frau dem Manne geistig inferior und welche Beweise liegen in der Cultur- geschichte für diese a priori angenommene Inferiorität vor? Die Untersuchung, welche Rednerin mit ebensoviel Ausführ­lichkeit wie Logik handhabte, beschäftigte sich vielfach mit dem Unterschiede, der zwischen Beweis und Behauptung besteht und deckte schonungslos den gedanklichen Wirrwarr auf, der so häufig in den Declamationen der Gegner zu Tage tritt.

Ob Frau Kettler mit ihrer lückenlosen Beweisführung alle Hörer überzeugt hat? Viele, gewiß, aber bei Weitem nicht alle, denn es gilt hier nicht mehr die Schwerfälligkeit des Gewohnheitsdenkens zu überwinden, sondern die Sprödig­keit des Willens zu brechen. Früher hat man noch vor 10 Jahren war es das Uebliche der Frau beständig den Mangel an geistiger Schulung und Schärfe der Dialectik vorgeworfen. Jetzt, nachdem das nicht gut mehr geht, ist die Kampfmethode plötzlich eine andere geworden. Man operirt mit der Gefühlslogik, die man ehedem so sehr herab­zusetzen Pflegte, und beklagt es, daß die Frauen auch Ver­

Der Leser muß wissen, gibt Sachen, die sich gar nicht beschreiben lassen. Und waS die Eandidatenrede für einen Eindruck gemacht hat, daS gehört zu dem Unbeschreib­lichen. Der Sternenkrug hat so was noch nicht erlebt. Ich kann's nicht schildern.

Eine Stunde später saß der Paul-Johann dem Mariandl gegenüber und die hat einmal geweint und dann wieder ge­lacht, daß sie sich die Seiten gehalten hat. Der Paul-Johann war noch immer ein bischen betäubt, aber doch schon so weit erholt, daß er ein Busserl zu erhaschen versuchte. Denn daS, was der Lindenhof-Huber gesagt hat, das hat er gesagt, und er hat bekanntlich zum Paul-Johann gesagt:Ihr seid der Gewählte, Ihr kriegt, was Ihr wollt!"

Daß der Lindenhofer in die Scheune gegangen ist, selbige von innen verriegelt hat und mit dem Dreschflegel immerzu auf ein Sttohbund gehauen hat, um die Wuth aus sich herauSzukriegen, das ist ihm nicht zu verdenken, thut aber nichts zur Sache.

standesbegriffe zurückführen wollten, was im Grunde die Ergebnisse instinctiver Empfindungen und traditioneller Ge­wohnheiten sind. Aber aller Culturfortschritt beruht eben darauf, daß die Macht der dunklen Instinkte dem Sonnen­licht einer besseren Erkenntniß weicht, und über diesen Ge- danken verbreitete sich der Vortrag, den am folgenden Tage Frl. Augspurg über daß ThemaDie ethische Seite der Frauenfrage" hielt.

(Schluß folgt.)

* Stettin, 10. Juni. In Vierraden bei Schwedt a. d. O. hatte die Tochter eineß Arbeiters Müller mit einem Schneidergesellen ein Liebeßverhältniß, das Folgen gehabt. Da der Liebhaber keine Anstalten zur Verehelichung machte, beschlossen das Mädchen und dessen Mutter, das Kind zu tobten und sich dann gemeinschaftlich daS Leben zu nehmen. Gestern wurde dies auch zur Ausführung gebracht. Das Kind wurde erwürgt und bei Seite geschafft und dann erhängten sich die Arbeiterfrau Müller und ihre Tochter in ihrer Wohnung. Doch nur die Mutter wurde bald darauf als Leiche aufgefunden, die Tochter lag bewußtlos neben ihr, da der Strick, den sie benutzt hatte, gerissen war. Ein herbeigerufener Arzt brachte das Mädchen bald wieder zum Bewußtsein. Es wurde wegen Mordes in Hast genommen, behauptet aber, von der That nichts zu wissen,- die Mutter sei allein dabei betheiligt gewesen.

* Aus der Pfalz, 12. Juni. Ein gräßlicher Un­glücksfall ereignete sich in dem Orte Kirchheim­bolanden. Das an einen sogenannten Pflugkarren ge­spannte Pferd des Wirths und Ackerers Fretz scheute und ging durch. Die 46jährige Frau Fretz verwickelte sich in die Fahrleine und wurde so ungefähr 70 Meter weit geschleift. Hierbei erhielt sie gräßliche Verstümmelungen, so daß der Tod sofort eintrat. Die übrigen drei Mitfahrenden, die rücklings herunterfielen, kamen mit leichten Verletzungen davon.

* Die Tollheit wird immer größer. Aus Paris wird gemeldet: Ein Wettgang für Sackträgerinnen wird demnächst veranstaltet werden, zu dem Frauen aus den verschiedensten Gegenden Frankreichs hierher kommen. Sie werden dabet an den Dahomeerinnen, die jetzt hier gezeigt werden, gefähr- lichere Nebenbuhlerinnen haben. Es ist überhaupt Tollheit, mit Afrikanern, die von Jugend auf an das Lasttragen auf langen Märschen gewöhnt sind, um die Wette tragen zu wollen.

* In Karl sbad bildet eine mit dem Erscheinen des Sultans von Jahore (Singapore) verbundene Liebes­geschichte das Tagesgespräch. In seiner Begleitung traf dort am 2. Juni ein Neffe ein, der sich schon vor zwei Jahren nach dem Tode seiner Gemahlin dort aufgehalten hatte. In dieser Zeit lernte er die bildschöne Tochter eines dortigen Schlossermetsters kennen, der auch der erste Besuch nach seiner Ankunft galt. Dann folgte die Vorstellung der jungen Dame bei dem Sultan und man erwartet die Verlobung. Es soll bereits ein näheres Uebereinkommen getroffen sein, daß die Auserwählte mit ihren Eltern dem Zukünftigen bald in seine Heimath folgen wird.

* Eiue sonderbare Cigarrenmarke ist seit Kurzem von einem Berliner Großindustriellen dieser Branche in den Handel gebracht worden. Der ingeniöse Fabrikant hat eine Cigarre Herstellen lassen, welche die Marke führt:Für Freunde, die man gern los sein will". Unsere Leser dürften nach dem Titel auch den Geschmack der Cigarre beurtheilen können; Thatsache aber ist, daß dieFreundes- Entledigungs-Cigarre", die der betreffende Fabrikant auch zum Nutzen und Frommen der Feinde Deutschlands" producirt und die bezeichnender Weise ausTabaks­magazinguß" mitgequetschten Rippen" besteht, stark ge­kauft wird.

So sagt doch Euren Spruch, Mann, hat Euch wer 's Maul verpicht oder was? Sagt doch den Mannsleuten, weß- halb Ihr da seid!"

Da war für den Paul-Johann gar kein Zweifel mehr. Der Lindenhof-Huber war verrückt geworden. Und da er gehört hatte, daß man einem Närrischen allemal thun müßte, was er will, so stützte er sich auf das weißgedeckte Tischchen, beugte sich vor und brachte klar und deutlich heraus weß- halb er da war:

Meine Herren, ich möcht das Mariandl heirathen . . . .!"

llniocrjitäß - Nachrichten.

« Universität--Statistik. Die Straßburger llni- verfität zählt Meten Sommer 903 Studenten (101 Theologen, 239 Juristen, 286 Mediciner, 113 Philologen, 164 Naturwtflenfchaftler und Mathematiker) gegen 969 im Winter und 917 im vorigen Sommer. 394 sind Elsaß-Lothringer, 240 Preußen (43 aus der Proosty Hessen-Nassau), 44 Badenser, 54 Bayern, 26 Hessen und 25 Würt­temberger. Von ben 77 Ausländern (darunter 20 Schweizer, 17 Amerikaner, 8 Luxemburger, 8 Oesterreicher) ftudiren 11 Juris­prudenz, 30 Medizin, 12 Philosophie, Philologie oder Geschichte. 24 Matbemalhik ober Naturwissenschaften. Marburg zählt 971 Studirende unb 30 Hörer, 154 Theologen, 293 Juristen, 245 Mediciner, 319 gehören der philosophischen Facultät an. Tübingen wird in diesem Halbjahr von 1349 Studtrenden besucht, 15 mehr als im vorigen Sommer. Evangelische Theologie flubirer 362, katholische 175, RechtSwissmschaft291, Medicin239, Philosophien. StaatSwissmschaft« 175, Naturwissenschaften 57. Die Universität Basel ist im laufendm Sommer von 429 Studtrenden besucht gegen 442 im letzten Winter, und zwar sind darunter 102 Theologen, 46 Juristen, 152 Mediciner und 129 Philosophen. Dazu kommen noch 75 nicht immatriculttte Hörer. Von den 73 Ausländern treffen 49 allein auf das Deutsche Reich, 6 auf Oesterreich - Ungarn, 2 auf Frankreich. Die Universität Leipzig zählt In diesem Sommer 2952 Studirende (412 Theologen, 950Juristen, 762 Mediciner, 802 Angehörige der philosophischen Facultät), davon 2697 Deutsche. 255 Ausländer. Universität Halle: 1436 eingeschriebene Studirende (567 Theologen, 186 Juristen, 238 Mediciner, 445 Angehörige der philosophischen Facultät), davon aus Deutschland 1326, aus dem Auslande 110. Freiburg: 1425 Studirende (235 Theologen, 424 Juristen, 449 M-diciner, 57 Pharmaceuten, 260 Angehörige der philosophischen Facultät), davon Deutsche 1328, Ausländer 97. Breslau: 1263 Studirende (222 katholische Theologen, 131 evangelische Theologen, 294 Juristen, 300 Mediciner, 316 An­gehörige der philosophischen Facultät), davon Deutsche 1243, Aus­länder 20. - Heidelberg: 1135 Studirende (75 Theologen, 429 Juristen, 285 Mediciner, 165 Philologen, Historiker, Mathe- mathtker, 181 Naturwissenschaftler), davon Deutsche 975, Aus­länder 160. Marburg: 941 Studirende (154 Theologen, 223 Juristen, 245 Mediciner, 319 Angehörige der philosophischen Facultät), davon Deutsche 895, Ausländer 46. Greifswald 874 Studirende (281 Theologen, 96 Juristen, 416 Mediciner, 81 Angehörige der philosophischen Facultät), davon Deutsche 848, Ausländer 26. Königsberg: 683 Studirende (132 Theologen, 163 Juristen, 255 Mediciner, 133 Philosophen), davon Deutsche 660, Ausländer 23. Kiel: 611 Studirende (87 Theologen, 96 Juristen, 317 Mediciner, 111 Philosophen), davon Deutsche 601, Ausländer 10. Academie Münster: 418 Studirende (268 Theologen, 150 Philosophen), davon 412 Deutsche, 6 Ausländer. Die schweizerische Universität Basel zählt 429 Studirmde (102 Ideologen, 46 Juristen, 152 Mediciner, 129 Philosophen), davon 356 Schweizer, 73 Ausländer.

BeTanntm«d)Uttg.

Aufschrift der Postsendungen.

Sicherung schneller Beförderung und Bestellung b« Postsendungen müssen auf benfelben Empfänger und Bestimmungs» bezeichnet sein, bafejeber Ungewißheit vorgebeugt wird. Dabei ftnb namentlich folgenbe Punkte zu beachten:

L JMHenbun0en nach größeren Orten ist in der Aufschrift Diefflojimitg des Empfängers möglichst genau anzugeben. Auch ist eS pon Wichtigkeit, daß die WohnungSangabe stetß an derselben Stelle der Aufschrift, nämlich unten rechts, unmittelbar unter der Angabe deS BestimmungSottes, erfolge.

2' Auf den nach Berlin bestimmt« Sendungen ist, außer der Wohnung des Empfängers, der Postbezirk (O., Nn NO. x.), in welchem die Wohnung sich befindet, hinter der Ottsbe- zeichnung .Berlin" zu vermerk«.

3. Gibt es mit dem Bestimmungsorte gleich ober ähnlich ^utenbe Postorte, fo ist bem OrtSnamm eine zusätzliche Bezeichnung beizufügen. Welche Zusätze für bie Ortsnamen int Postoerkehr als maßgebenb anzusehen sind, ergibt sich auS dem .Verzeichniß gleichnamiger oder ähnlich lautender Post- rum Preise von 10 Pf. durch Vermittlung jeder ReichS-Postanftalt bezogen werben kann.

4. Wenn ber im Reichs Postgebiet belegene Bestimmungsott zwar mit einer Postanstalt verseh«, dessenungeachtet aber nicht alS allgemein bekannt anzunehmen ist, fo empfiehlt eS sich, die Lage deS Orts in der Auftchrift der Sendung noch des Näheren zu bezeichnen. Zu derartigen Bezeichnung« eignet M Me Angabe deS Staates und bei größeren Staat« des politischen Bezirks (Provinz, Regierungsbezirk u. f. w.), in welchem der Bestimmungsort beleg« ist, ober auch bie Angabe oon größer« Flüssen [(Ober), (Elbe), (Rhein), (Main) «.j, ober von Gebirgen [(Harz), (Riesmaebirge) tcj Nicht minder ftab zusätzliche Bezeichnung«, wie [(Thüringen), (Altmark), (Lausitz) tc.1 für den Zweck geeignet.

6 Auf Postsendungen nach Ortschaften ahne Postanstalt ist außer dem eigentlichen Bestimmungsorte noch diejenige Poft­an st a lt anzugebm, von welcher aus die Bestellung der Smduöß cm"01 Emp'änger bewirkt werd« bez. die Abholung erfolg« soll.

Wenn ber Bestimmungsort einer Smdung in einem fremden Postgebiete belegen und zu ben weniger bekannt« Ort« »u rechn« ist, fo ist außer bem Ortsnamen noch daS betreffenbt Lanb bez. der LandeStbell auf der S«dung amugeben.

Die Beachtung dieser Punkte wird zur Herbeiführung einer schleunig« lleberkunft der Smdung« an den Empfänger wesentlich beitragen, und es liegt daher im eigen« Interesse der Äbfenba, bie Aufschrift« der Sendungen hiernach genau anzufertig«.

Citeraftir unb TCunft.

o , »^ftiervärsa* * *8erlitt versteht eS, ihr« großen

Leserkreis, der sich jetzt über gant Deutschland auSdehnt, immer mehr HL ra feff!n'c Aber dem Hauptblatt erhalt« bie Abonnent« ebe Woche noch 6 Blätter gratis: 1. die Kaninchenzeitung, 2. die internationale Pstanzmborse, 3. die Naturalim- und Lehrmittelbörse, t fc!? mIe5b^irt?!c6«oft<!fd,en und industriell« Emtralanzeiger, 5. das illustrirte UnterhaltungSblatt und neuerdings iebm Monat nof einen Bog« (16 Seiten) eines Werkes auS dem Gebiet des Thier- und Pflanzenreichs von fachkundiger Feder. So erscheint jetzt °a®. verbuch, dem sich nach dessen Fertigstellung daS Kaninch«- buch, das Buch der Hunde, Taubenbuch u. s. w. anschließen werden Und nrUI m dfl vierteljährlich frei in bie® Wohnung.

Kein Wunber, baß sich bie Thierbörfe in jeoer beutschm Familie einburßert Man abonnirt auf bie Thier-Börse nur bei ber nächst« Postanstalt, wo man wohnt.