lubiliiumS betonte der Wiener Cardinal Gruscha: Tinß fehle bei der Festfreude: die Unabhängigkeit und Wieder« Herstellung des PapstthumS.
Brür (Böhmen), 13. Februar. Im Brürener Bratm- kohlenrevier wird bisher auf neun Schächten ge[trift; eS ist Gefahr vorhanden, daß sich der Strike auf das Duxer und Teplitzer Kohlenrevier auSdehnt. Die Arbeiter verlangen achtstündige Arbeitszeit und eine 25procentige Lohnerhöhung.
Paris, 13. Februar. Bei der am Mittwoch zu verhandelnden Interpellation LeydetS wird Cavaignac eine neue Rede gegen daS Ministerium Ribot halten und eine Tagesordnung beantragen, in der bte Regierung aufgefordert wird, die Untersuchung wegen des Panama-ScandalS weiter zu verfolgen. Die Rechte, Linke und daS Centrum werden füe die Tagesordnung CavaignacS stimmen, wodurch der Bestand des Ministeriums gefährdet würde.
Paris, 13. Februar. Eiff el tritt heute seine Gefäng- nißstrase an.
Cocains ttttö provinzielles.
Sieben, 14. Februar 1893.
— Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten Donnerstag den 16. Februar 1893, Nachmittags 4 Uhr pünktlich: 1. Vergebung des Eichenstammholzes im Gießener Stadtwald pro 1893/94. 2. Holzabgaben aus der Hand (Fichten-Deckreiser). 3. Gesuch der E. Friedberger Söhne um Octroirückoergütung von Mehl. 4. Die Verbreiterung der Wetzsteingasse. 5. Ueberschreibung der Stadtkirche zu Gießen auf den Namen der evangelischen Gemeinde im Grundbuch von Gießen. 6. Die Durchführung des NeichS- gesetzeS über die Gewerbegerichte,- hier: Erlaß eines Orts- statutö. 7. Gesuch des Gustav Koch um Coneesfion zum Wirthschaftsbetrieb im Hause Wolfstraße Nr. 9 (Zur Insel Helgoland). 8. Gesuch des Bernhard Stern von Marburg um Coneession zum Wirthschastsbetrieb im Merz'schen Hause in der Bahnhofstraße. 9. Die Prüfung der Rechnung der Stadt Gießen für 1891/92.
— Von der Universität. Herr Gymnasiallehrer Dr. Matthäi dahier hat für das seit längerer Zeit nicht vertretene Fach der Kunstgeschichte die venia legendi erhalten. Herr Dr. Matthäi wird im Sommer mit den Vor« lesungen beginnen.
— Theater. „Einer von unsere Leut", Posse in 6 Abtheilungen von David Kattsch. Gar Mancher wohl, der der gestrigen Vorstellung beiwohnte, sah sich getäuscht in seinen Erwartungen, die er auö dem Wortlaute des Titels geschöpft hatte. DaS Stück ist nämlich weit davon entfernt, die weniger angenehmen Seiten des jüdischen Charakters zu geißeln, im Gegentheil fast könnte es scheinen, als solle es ein Tendenzstück fein, durch das daS Mitleid des Hörers für den armen vaterlandslosen Juden, dem die edelsten Eigenschaften inne wohnen, erregt werden. DaS ganze Stück scheint einzig und allein eben dieses Isaak Stern wegen da zu fein, nur sein Charakter ist mit wirklicher Liebe gezeichnet. Die Handlung im allgemeinen ist höchst einfach, ja fast dürftig. Der Schlossermeister Frühaus wird durch den ihm feindlich gesinnten Gerichtsbeamten Ducker in Haft genommen wegen Hehlerei. Deswegen meiden ihn seine Verwandten, ja selbst der Bräutigam seiner Tochter verläßt diese, obwohl sie birect vor der Hochzeit standen. Da erscheint Isaak, den Frühauf früher aus Mitleid in sein HauS aufgenommen, als Retter. Er nimmt sich der Verlassenen an und bringt die ganze Geschichte wieder in Ordnung. Die treffliche Wiedergabe der Posse ließ uns ihre Schwächen bald vergessen. Nicht nur, daß die Darsteller in vorzüglicher Weise ihre Rollen beherrschten, sie suchten auch dem Dichter noch zu Hilse zu kommen, indem sie dieselben durch mehrere ganz prächtige Couplets illustrierten, besonders daS wundervolle Lied des Herrn Büller im 4. Bild sei hier noch einmal erwähnt. Unser geschätzter Gast spielte den „Isaak" einfach sublim. Ohne im geringsten zu übertreiben, oder den Charakter der Rolle inS Extrem zu zerren, schuf der Künstler, unterstützt durch sein grandioses Mienenspiel und eine vorzügliche MaSke, eine Leistung, wie sie oft wohl nicht zu sehen ist. Herr Büller kann den Erfolg des gestrigen Abends würdig den Triumphen der vorhergehenden anreihen. Sein Gastspiel cycluö an unserer Bühne war mit das Beste, was uns in dieser Saison geboten wurde. — Den Schlosser „Frühauf" spielte Herr Martieusen recht gut, seine Tochter „Ernestine" wurde von Fräulein Copp6 sehr nett wiederge geben. Herr Rupp (Stößel), Herr Born (Kraus), Herr Stückel (Sternfelö) und Herr Halpern (Ducker) ließen nichts zu wünschen übrig. DaS Ensemblespiel klappte ebenfalls vorzüglich. — DaS HauS war sehr gut besucht und ehrte die Darsteller, besonders Herrn Büller, neben einem Applaus ans offener Bühne, durch ostmaligen stürmischen Hervorruf nach jedem Aktschluß.
— DaS MaSkenkranjcheu deS „Vürger-Clnb", welches alljährlich am Fastnacht-Montag abgehalten wird, hatte auch am gestrigen Abend eine sehr große Anzahl Freunde deS Maskenscherze» in Steins Saalbau vereinigt. Neben manch alltäglichen Gestalten, welche Dank der Liberalität der Gesellschaft bis zur DemaSklrung sich im Saale bewegten, waren doch auch sehr reizende Masken von Seiten der Damen des Bürgerclnb anwesend, welche das Fest verschönten. Die Herren der Vereine „Bavaria" und „Union"-, erstere al» eine Gesellschaft von Zwergen, letztere (16 Mann) als Clowns, trugen wesentlich zur Erheiterung des Abends bei.
— Dem Jahresabschluß pro 1891/92 der Kaiser- Wilhelm-Spende, allgemeinen deutschen Stiftung für AltcrS-, Renten- und Capital Versicherung, hier in Gießen vertreten durch Herrn Sparkasserechner Döring, entnehmen wir Folgende»: An Einnahme stehen Mk. 6314872.71 ^wovon Mk. 326 550.— auf 65 310 Stück Einlagen 1 5 Mk. entfallen) einer Ausgabe von Mk. 6 259429.49 gegenüber. Der sich ergebende Gewinn beläuft sich (einschließlich Mk. 42 159.16 zu Verwaltungskosten nicht verbrauchter Zinsen
deS Garantiefonds) auf Mk. 55 443.22. Tie Stiftung, welche eine sichere Capitalanlage bietet, kann Allen, welche sich durch Spareinlagen ein sorgenfreies Alter sichern wollen, insbesondere dem Handwerkerstande, bestens empfohlen werden. Jede gewünschte Auskunft hierüber wird von Herrn Döring bereitwilligst ertheilt.
— Serwenbnng alter Frachtbriesformnlare. Der Groß - herzoglichen Handelskammer ging nachstehende Mittheilung zu: „Für den inneren Verkehr aus den deutschen Eisenbahnen wird die Verwendung der bisherigen Frachtbrief- formulare biß zum Ablauf des Monats Juni 1893 gestattet, sofern darin der Vordruck für die Declaration der Gesammt- Werthsumme ganz und in dem für die Declaration deS In- tereffe» an der rechtzeitigen Lieferung bestimmten Vordruck daß Wort „rechtzeitigen" vor der Uebergabe zur Beförderung gestrichen worden sind."
— Aus den allmonatlich zur Veröffentlichung gelangenden Betriebs-Ergebnisien der Grotzh. hessischen Staatseisenbahiten ist ersichtlich, daß im Monat December der Personenverkehr auf den Oberhessischen Bahnen einschließlich der Nebenbahnen gegen den gleichen Monat 1891 einen Einnahme-Rückgang ergeben hat. ES wurden im Ganzen vereinnahmt aus dem Personen- und Güterverkehr (98 660 Mk. (1891 1195 Mk. mehr)- die Nebenbahn Nidda-Schotten ergab 2555 Mk., die Nebenbahn Stockheim-Gedern 4089, die Nebenbahn Hungen- Laubach 1772' Mk.
— f Ueberall wird zur Zeit über großen Mangel an Eiern und dadurch hervorgerusene Preissteigerung geklagt. Es ist das eine Folge zum Theil der strengen Kälte, die vielen Hühnern Krankheiten gebracht, zum Theil der durch Kälte und Schnee herbeigesührten Verkehrsstockungen, namentlich zwischen Deutschland und Italien.
— Unsere Nachbarstadt Lich kann im Jahre 1900 ein bedeutsames Jubiläum feiern. Im Jahre 1300 wurde ihr nämlich von Kaiser Albrecht II. Stadtgerechtigkeit verliehen.
— Auch ein Jubiläum. Am 11. Februar waren es 25 Jahre, daß beim 115. Infanterie-Regiment, und damit wohl in der ganzen hessischen Division, die ersten Einjährig- Freiwilligen eingestellt wurden.
— Die diesjährige „erweiterte Prüfung" (Prüfung für Oberlehrer und Schulinspectoren) fand im Laufe der vergangenen Woche statt. Wie Darmstädter Blatter berichten, haben sich drei Lehrer dieser Prüfung unterzogen, die auch sämmtlich bestanden. Es sind dies die Herren: Baldauf- Gießen, Br and st ätt er- Heppenheim und Gunderloch- Offenbach.
— Zur Kur nach Bad-Nauheim gesandten Militärpersonen des 11. Armeecorps, die den schriftlichen Nachweis ihrer Mittellosigkeit erbringen, werden nach Benehmen der Intendantur des Armeecorps mit dem Großh. Ministerium der Finanzen die Kurkosten theilweise oder ganz erlassen und ihnen in dieser Voraussetzung der Besuch der Trinkhalle, der Sturanlagen, der Lesezimmer im Kurhause und der gewöhnlichen Concerte gestattet.
— Eine Sitzung des Turnausschuffes für den Mittelrhein- kreis fand am Sonntag in Frankfurt a. M. statt, um die Freiübungen festzusetzen, welche beim diesjährigen Mittelrheinischen Turnfest in Darmstadt zur Ausführung kommen sollen. Es wurde ferner als wünschenswerth erklärt, daß die Festzüge bei kommenden Festen bis spätestens Mittags 1 Uhr zu Ende kommen- für das Musterriegenturnen sollen infolge zunehmender Betheiligung der Vereine einige Vormittagsstunden des Festsonntags zu Hilfe genommen werden- lärmende Sehenswürdigkeiten sollen in Zukunft von dem eigentlichen Turnplane des Festplatzes ferngehalten werden- auch eine Vereinfachung der Werthung von Mufterriegeii soll angestrebt werden.
n. Großen-Buseck, 12. Februar. Am SamStag Abend fand unter dem Vorsitze deS Herrn Bürgermeisters Meyer eine Volksversammlung statt, in welcher Beraihungen darüber gepflogen wurden, in welcher Weise man bei der Neufassung unserer Springbrunnenreservoire eine zweckentsprechendere, größere Verbreitung des RöhrensystemS und eine dadurch ermöglichte Vermehrung der Springbrunnenstellen herbei- sühren kann. Ferner wurde der Plan gefaßt, eine Fahrstraße anzulegen, welche von der Mitte unseres Dorfes vom Anger aus, am Psarrhausc vorüber, birect auf den Bahnhof führt. Dieses Project ist mit großer Freude zu begrüßen, weil sich durch die Anlage der Chaussee nicht nur eine Anzahl schöner Bauplätze bietet, sondern weil auch dann besonders die Fuhrleute nicht mehr genötigt fein werden, die unbequemen Umwege nach dem Bahnhofe zu benutzen. Es sollen außerdem zur bequemeren Erreichung deS Bahnhofes im westlichen und östlichen Theil deS Dorfes Straßen angelegt werden, welche in der Richtung nach dem Bahnhofe hin münden. Die Verlegung deS RathhauseS in das alte SchulhauS, und die Umwandlung des jetzigen RathhauSfaaleS in einen Schulsaal dürfte später nach den Ausführungen der Versammlung auch zu erwarten fein.
§ Grimberg, 12. Februar. Heute feierten Johanne» Giller Eheleute dahier da» Fest der „goldenen Hochzeit" im Kreise ihrer Kinder, Enkel, Verwandten und Freunde. Herr Giller hat lange Jahre da» Amt eine» GemeinderathS und städtischen ControleurS begleitet und sich die Liebe und Werthschätzung seiner Mitbürger erworben. Mögen dem Jubelpaar an seinem Lebensabend noch recht viele glückliche und heitere Tage beschieden fein!
Schlitz, 12. Februar. Der renommierte ehemalige Gasthof deS Herrn IohS. Lerch (einige Zeit später „HessischerHof") hier wird wieder in Betrieb gesetzt werden, da der derzeitige Besitzer, Herr Friedrich Lerch, die nachgesuchte Concession erhalten hat.
§ Ilbeshausen, 12. Februar. Der hiesige Schuhmacher Ahl brand, welcher gestern in dem benachbarten Herbstein war um fertige Schuhwaaren abjuliefern, blieb auf dem
Rückwege in wahrscheinlich angetrunkenem Zustande liegen. Einem daherkommenden Buttcrhändlcr war eß nicht möglich, den Mann auf sein Fuhrwerk zu laben; er erstattete deshalb Meldung in Ilbeshausen. Auf dem Transport nach bort starb der Schuhmacher.
nn. Darmstadt, 11. Februar. Zweite Kammer ber Stände. Im Anschluß an die am Freitag zu Ende geführten viertägigen Verhandlungen über da» Wcgcbaugesetz beschäftigte sich heute die Kammer mit der Revision der Verwaltungßgesetze und zwar zunächst mit der Kreiß- und Provinzial-Ordnung. Berichterstatter ist ttreißrath Haas. Die Hauptforderung in der Regierungß-Dorlage ist bar- Ausscheiden der Städte auß dem seitherigen KreiSvcrband, sowie die Voraussetzungen, unter welchen sie eigene Kreise bilden. Abg. Vogt wünscht erst Entscheidung darüber, ob künftig der Bau und die Verwaltung der Straßen dem Kreiß oder ber Provinz oder nur dem Kreiß und Staat unterstellt fein sollen. Dabei könnte man an eine Weiterberathung deö Wegbaugesetzeß denken, um noch manches Gute für da» Land event. zu sichern. Staatßminister Finger räth von einer Weiterberathung beß Wegbaugesetzeß ab, glaubt aber bei einer späteren Recommumcation der Vorlage von der Ersten Kammer könne daß HauS hjerauf zurückkommen. Abg. Arnold beantragt im Falle, baß die Ausscheidung der Städte zum Gesetz werde, die Beitragßpflicht der Städte zu den Kreißstraßen bestehen zu lösten. Eine demgemäße Bestimmung sei bann in bat- Gesetz aufzunehmen. Staats- Minister Finger erklärt, daß sich die Regierung mit diesem Antrag einverstanden erkläre, falls die Annahme der Vorlage im Hause dadurch gesichert erscheine. Abg. Mö Hing er wünscht vor Allem Entscheidung herbeigesührt über die in der Regierungsvorlage und vom Sonderausschuß beantragte Ausscheidung der Städte mit über 500 00 Einwohnern auS dem Kreißverband. Abg. Schröder beantragt vor der Abstimmung über Art. 1 und 2 deS-GesetzeS, welche das Ausscheiden der Städte anordnen, den Antrag Arnold sowie den ganzen Gegenstand nochmals an den Sonderausschuß zu verweisen und begründet seinen Antrag. Gegen die Vorlage sprechen noch die Adgg. Gilt fleisch, P sannst iel, Schönberger und Metz-Gießen, welcher keinen Grund sindet, Stadt und Land zu trennen. Für die Regierungsvorlage resp. den Antrag Arnold sind die Adgg. Wolfs kehl und Jöckel. Abgg. Bergsträßer und Haa» sind für den Antrag Schröder auf Zurückverweisung der Vorlage. Nach erfolgter Abstimmung lehnte da» Haus mit 23 gegen 17 Stimmen da» Princip der Ausscheidung ber Städte und demgemäß btc RegiertingSvorlage ab. — Nächste Sitzung am Mittwoch.
Au8 dem Odenwald, 13. Februar. In einer Odeuwälder Landgemeinde bat letzter Tage ein alter Schneider den Arzt, ihm doch ja nicht zu viel Medicin zu verschreiben, da er, bevor er sich zur Ruhe legen dürfe, noch zwei Paar Hosen fertig zu machen habe. So gut eß ging, arbeitete der Greis an seinem letzten Werke. AIS er den letzten Nadelstich ge* than, kam der Tod und drückte ihm die müden Augen zu.
Stammheim, 2. Februar. Voriges Jahr starb hier ein Zimmermann, seine Familie in größter Armuth zurück- lassend. Da die hinterlastene Wittwe Überdies krank und von drei Kindern zwei noch schulpflichtig sind, konnten diese nur durch btc Hilfe mitleidiger Menschen ihr Dasein fristen. Dieser Tage nun wandte sich plötzlich ihr hartes Schicksal, indem ein vermögender Verwandter von ihnen, der in seinem Leben auch gegen seine Nächsten nur eine geschlossene Hand hatte, ohne Leibeserben starb, wodurch ihnen eine Erbschaft von über 20 000 Mark zufiel.
A Mainz, 13. Februar. (Vom Mainzer Carneval.) Der heutige Zugtag war wesentlich von der Ungunst beß Wetters beeinträchtigt. Zwar hat der am gestrigen Abend eingetretene Regen gegen Morgen aufgehört, doch hat die Unbeständigkeit der Witterung wohl Manchen von dem Hierherkommen zurückgehalten. Immerhin war der Fremden andrang wieder ein sehr bedeutender und waren neben der nächsten Umgebung hauptsächlich die Nachbarstädte Frankfurt, Wiesbaden, Worms, Mannheim, Bingen zc. wieder stark vertreten. Dem Zuge, der an Ausdehnung wie an Humor und glanzvoller Ausstattung seine sämmtlichen Vorgänger übertroffen, liegt die Idee zu Grund: Prinz Qarncval eröffnet die närrische Weltausstellung in Mainz, und zerfällt in drei Hauptgruppen: 1. die Rcclame für die Ausstellung- 2. die eigentliche Ausstellung und 3. den Einzug des Prinzen Carneval. Nach den üblichen Laternenanzündern, berittenen Fanfarenbläsern, Zugsherolden, fämmtlich in neuen farbenprächtigen Costümen, wurde ber Zug, in welchen 12 MusikcorpS in entsprechenden Abständen vertheilt waren, durch ein großes Ausstellung-portal eröffnet, unter welchem sich die Kaffen, der Gabentempel, sowie in allen Variationen die übrigen Reclamen für die Ausstellung befanden. Zu der Reclamc gehört auch noch der nächste große Wagen, durch weichen die heutige Ordens- und Titelsucht treffend beleuchtet wurde. Hieran reihte sich nun die eigentliche Weltausstellung, die mit Amerika eröffnet wurde, dessen Freiheit und Gast- sreundschaft durch ein großes Schiff dargestellt ist, aus welchem sich ein Fremder in einem sicheren Quarantänekästg. befindet. Die nächste Gruppe war ein bekanntes Culturbild auß Australien, an welches sich zunächst Asien reihte, welches durch ein von Chinesen getragenes Stück chinesischer Mauer, sowie mit einem von vier häßlichen Schwiegermüttern besetzten Wagen vertreten ist, welcher die zweideutige Aui- schrift: „Aechte Chinöser" trägt. Afrika ist durch ein Sittenbild vertreten, welches die Vermischung der Deutschen mit den Eingeborenen darstellt: Ein deutscher Soldat bei einer schwarzen Köchin, die in einem Tops „RcichSbrühc" rührt. Hinten auf dem Wagen thronte ein häßliches Frauen- zimmer, daS die Aufschrift „Wüichte Sahara" trug. Frank reich präientirte sich durch einen riesigen „Panamahut", unter welchem die bekannten Macher deS Panamafcandatt tn verschiedenen Gruppen treffend ittuftrirt sind. Italien zeigt auf einem Wagen eine große Weinkelter, in welche


