.'Caprivi eingeleiteten Handelsvertragspolitik sitzen, so stehen auch nach dieser Richtung hin mit Bestimmtheit erregte Debatten zu erwarten. Weitere gesetzgeberische Aufgaben des Reichstags in der kommenden Session werden durch den Etat für 1893/94 und die mit demselben zusammenhängenden Gesetzentwürfe, durch die aufs Neue erscheinenden Vorlagen, betr. die reichsgesetzliche Seuchenabwehr, die Reform des Abzahlungswesens, die Abänderung des Jnvalidenfondsgesetzes, die Abänderung deS Unterstützungswohnsitzgesetzes, den Schutz von Wanrenbezeichnungen und noch durch verschiedene andere Sachen repräsentirt, es erwartet demnach den Reichstag diesmal ein sehr umfangreiches und dabei in vielen Punkten besonders bedeutungsvolles Arbe'tsprogramm. Ganz zurücktreten dürste in dem am nächsten Donnerstag anhebenden neuen parlamentarischen Abschnitte das socialpolitische Moment, das doch in früheren Reichstagssesfionen eine so hervorragende Rolle spielte- indessen ist es ganz gut, wenn jetzt in den social- politischen Neuerungen einmal eine Pause gemacht wird, denn es thur wahrhaftig Noth, daß die in dieser Beziehung ergangenen Gesetze sich in unserem Volke erst richtig einleben.
— Die Meldung, daß eine kaiserliche Cabinets- ordre gegen das Hazardspiel in derArmee ergangen sei, wird von der „Kreuzztg." als durchaus glaubwürdig be« zeichnet. Eine öffentliche Bekanntgabe der zur Bekämpfung der Spielwuth im Offiziercorps entweder schon ergangenen oder schon zu erwartenden Verfügungen des obersten Kriegsherrn ist aber wohl nicht zu erwarten. Wenigstens meint das citirre Blatt, da die ganze Angelegenheit eine durchaus innere der Armee sei, so würden selbstverständlich auch alle die betreffenden Maßnahmen geheimer Natur sein und innerhalb derjenigen Kreise bleiben, in denen die entsprechenden Vorgänge stattgefunden hätten. — Ob die infolge des hannoverschen Spieler- und Wucher-Processes wieder einmal zn Tage getretene Frage wirklich nur eine Angelegenheit ist, die lediglich die Armee angeht, möchte freilich einigermaßen zu bezweifeln sein, vielmehr besitzt auch die Gesammtheit unserer Nation ein gewichtiges Interesse daran, daß die durch den Proceß von Hannover so drastisch aufgedeckten Schäden endlich einmal gründlich beseitigt werden.
Berlin, 11. November. Die „Nordd. Allgem. Ztg." ' weist in einem Leitartikel nochmals die Angriffe der „Kreuzzeitung" ^gcgcn die überwiegende Mehrheit des preußischen Beamtenthums zurück. Heute noch gelten die Grundsätze Friedrich Wilhelm L, der von den Beamten Verstand, Redlichkeit, Tüchtigkeit und Fähigkeit verlangte, sonst aber beim Vorschlägen von Beamten keinerlei Nebenrücksichten gelten ließ. Mit der vereinzelten Besetzung von Ministerialämtern mit Persönlichkeiten von einer bestimmten politischen Richtung seien schlechte Erfahrungen gemacht worden. Der Artikel weist ferner nach, daß der Einfluß des Beamtenthums ständig zurückgegangen sei. Aber die Bureaukratie sei ehrenwerth, kenntnißreich und arbeitsam geblieben und werde darum von den Parteien, denen große politische Ziele entschwunden seien, als starkes Htnderniß empfunden, wenn es sich darum handle, einseitigen Interessen im staatlichen Leben das Uebergewicht zu verschaffen. Anderseits stehe unleugbar die Bureaukratie großen neuen Aufgaben oft rathlos gegenüber, sei sie für neue Ideen nicht leicht gewonnen. Darum könne sie trotz ihrer Tugenden von kraftvollen, genialen Staatsmännern, wie Fürst Bismarck, als eine Fessel der StaatSleitung verurtheilt werden. Doch habe auch Bismarck trotz seiner Machtvollkommenheit die Bureaukratie nicht zerstört. Wenn der große Staatsmann sich zuweilen hart über die Bureaukratie ausgelassen, so sei das keine demagogische Thätig- feit gewesen - dazu war sein Gesichtskreis zu weit und sein Ziel zu hoch. Etwas Anderes aber sei es, wenn ein Parteiblatt ohne Bismarcks weiten Gesichtskreis und ohne sein hohes Ziel gegen die Bureaukratie als einen Gegner der Mittelstände, einen Gönner des Capitals und der Juden, als einen Feind der Landwirthschast und ein Unglück des Landes mit allgemeinen, directen Behauptungen Hetze.
Berlin, 11. November. Gut unterrichteterseitS wird zur Mehrforderung des Colontaletats im Betrage von einer Million Mark mitgetheilt, man habe eS vorgezogen, anstatt eine halbe Million zum Colonialetat alljährlich nachzufordern, diese Summe zum Etat zu setzen. Die Mehrforderung beträgt dann also nur noch eine halbe Million, welche dringend nothwendig ist für den Schutz der Missionen und deren Anstalten, desgleichen zur Erhöhung der Schutztruppe in Südwestafrika. Man hofft, daß dieser Forderung wegen keine Anticolonialdebatte im Reichstage hervorgerusen wird. Ferner wird die Neuschaffung einer weiteren Directorstelle im Colonialamt beantragt werden, da die Geschäfte erwähnter Behörde täglich wachsen.
Berlin, 11. November. Nach dem „Vorwärts" ist Re- dacteur Dr. Gradnauer, der kürzlich wegen Verdachts, in der Armee socialdemokratische Propaganda betrieben zu haben, verhaftet war, aus dem Militärgefängniß entlassen worden.
— Garnisonswechsel. Der „Reichsanz." meldet: Durch Allerhöchste CabinetSordre vom 26. October d. I. war bestimmt worden, daß der Stab der 16. Infanterie- Brigade von Erfurt nach Torgau zu verlegen sei. Der Garnisonöwechscl hat am 3. November staugesunden. — An Stelle deS in Metz verbleibenden zweiten Bataillons KönigS- Jnfanterie-Regiments Nr. 145 ist auf Allerhöchsten Befehl daS erste Bataillon Jnfanteric-RegimentS Nr. 130 von Metz vorläufig nach Saargemiind verlegt worden. — DaS Schleswig - Holsteinsche Fuß-Artillerie-Regiment Nr. 9 wird vom 1. April 1894 ab dem 8. ArmcecorpS unterstellt.
— Zur Börsen st euer schreibt der „B. B.-Cour.": Wir haben gestern mitgetheilt, daß eine Anzahl angesehener Firmen deS hiesigen Platzes eine Versammlung von Mitgliedern der Bank- und Börsenwelt zu veranstalten beabsich- tige, in der ein Protest gegen die Erhöhung der Börsensteuer gefaßt werden soll. Diese Firmen haben sich jetzt an daS Aeltesten-Collegium gewandt mit dem Ersuchen, für diese Protest-Versammlung den Börsensaal zur Verfügung zu stellen.
Das Aeltesten - Collegium wird über daS Ersuchen in seiner am Montag ftattfindenden Sitzung beschließen.
Touaueschiugeu, 11. November. Im zweiten badischen Wahlkreis Donaueschingen, wo daS Reichstagsmandat durch den Tod deS Freiherrn von Hornstein erledigt ist, wurde Fürst Egon von Fürstenberg in den Reichstag gewählt.
Arrsland.
Barcelona, 11. November. Infolge des Dynamit-Atten- tatS wurde der Belagerungszustand hierselbft verkündet und der Derfassungßartikel betreffend die bürgerliche Freiheit aufgehoben. Eine große Zahl von Anarchisten wird vor das Kriegsgericht gestellt.
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Neueste Nachrichten.
Wolffs telegraphisches Correspondenj - Bureau.
Berlin, 12. November. Der Stellvertreter des Reichskanzlers Staatssecretär Dr. v. Bötticher erläßt folgende Bekanntmachung: „Mit Bezugnahme auf die in Nr. 36 deS Reichs Gesetzblatts verkündete Kaiserliche Verordnung vom 28. October d. I., durch welche .der Reichstag berufen ist, am 16. d. M. in Berlin zusammenzutreten, wird hierdurch bekannt gemacht, daß die Eröffnung des Reichstags an diesem Tage um 12 Uhr Mittags im Weißen Saale des hiesigen Residenzschlosses stattfinden wird. Zuvor wird ein Gottesdienst und zwar für die Mitglieder der evangelischen Kirche in der Schloßcapelle um 11 Uhr, für die Mitglieder der katholischen Kirche in der St. Hedwigskirche um 11>/, Uhr abgehalten werden. Die weiteren Mittheilungen über die Eröffnungs-Sitzung erfolgen in dem Bureau des Reichstags, Leipzigerstraße 4, am 15. November in den Stunden von 9 Uhr Morgens bis 8 Uhr Abends und am 16. November von 8 Uhr Vormittags ab.
Potsdam, 12. November. Der Kaiser traf gestern Abend 11 Uhr 30 Min. auf der Wildparkstation ein und begab sich direct nach dem Neuen Palais.
Coeafcs rrrrö provinzielles.
Gießen, den 13. November 1893.
** Coucertvereiu. Am Sonntag den 19. November findet das zweite Concert des Concertvereins statt und zwar diesmal, wie bereits früher bemerkt, ein Orchesterconcert. Als Hauptwerk des Abends wird Beethovens ^-äur-Sym- phonte zur Aufführung gelangen, der sich noch drei weitere Werke aus der Orchesterliteratur anschließen werden. Einen ganz besonders glücklichen Griff hat der Vorstand diesmal mit dem Engagement der Solistin gethan. Durch die Gewinnung der Frau Louise Geller auS Magdeburg ist dem musikalischen Publikum ein ganz seltener Genuß in Aussicht zu stellen. Gelegentlich eines Besuches in Gießen seitens der trefflichen Künstlerin, hatte diese Gelegenheit, an maßgebender Stelle eine Probe abzulegen und führte diese sofort zum Engagement. Die Sängerin verfügt über eine Altstimme von großem Umfange und seltener Straft in der Tiefe, die Stimme gehört zu den immer spärlicher werdenden Altstimmen, in welchen die Tiefe wirklich die Basis ist. Zur Bühne bestimmt und vorgebildet, hat die Künstlerin derselben längere Zeit angehört. Ihr letztes Engagement war am Hoftheater in Dessau, wo sie in jeder Beziehung Triumphe feierte. Ihre Verehelichung machte ihr Bleiben beim Theater unmöglich und ließ Dessau diese unersetzliche Kraft nur ungern scheiden. Der Kunst jedoch ist die Dame erhalten geblieben, sie hat nur die Bühne mit dem Concertsaale vertauscht. Auch in dieser Sphäre hat sich die geniale Sängerin bald in die erste Reihe zu stellen gewußt, denn nicht nur ihr Stimmmaterial allein, vielmehr auch ihre Gesangskunst erregten allgemeine Bewunderung.
Z. Theater. Der gestrige Sonntag brachte statt des sonst üblichen Sonntags - Schwankes ein Stück, daS zwar ähnliche Momente aufweist, wie jener, daS jedoch ganz anders wirkt, da die Beleuchtung, in denen uns jenes komische Element geboten wird, eine ganz andere, grundverschiedene ist. Unter dem Titel „Zwei vom Ballet" bieten uns die Autoren Stinde und Engels ein Stück socialer Geschichte, das in allen Einzelheiten unendlich wahr ist, ja fast alle Tage passirt, ohne daß wir besondere Notiz davon nehmen. Die Composition des Ganzen jedoch zeigt manche Eigenthümlichkeit, deren logische Nothwendigkeit wohl nicht allen Hörern sofort einleuchten mag. So wird wohl nicht Jeder mit dem Dichter begreifen, welches wohl das Moment ist, daS Georg und Alexander in fo unwandelbarer Freundschaft verbindet. Georg, jene ernste, strebende, aufgeklärte Natur, der selbst nicht die Energie fehlt, die Traditionen seiner Familie zu vergessen und mit ihr zu brechen, um seinen Willen durchzu- setzen, und daneben Alexander, jener schale, blasirte Lebemann, dessen Dummheit ebenso groß ist, als feine Einbildung auf die Praerogativen seines Standes. Zwei derartige heterogene Elemente dürfte das Leben wohl kaum zu so inniger Ge- meinschaft zusammenführen. ES ließe sich noch manches andere Aehnliche anführen, wie z. B. daS Verhältniß Claras zur Gräfin int dritten Acte im Vergleich zu ihren Wünschen Georg gegenüber im zweiten Acte, doch der Raum verbietet derartige Auseinandersetzungen. Kommen wir zur Besprechung der Aufführung selbst. Im Allgemeinen war die Wiedergabe recht zufriedenstellend. Fräulein Wehn alS „Gräfin" wußte dies stolze, unnahbare Weib sehr treffend zu characte- risiren. Herr Reif (Georg) war ebenfalls vollständig auf seinem Platze. Einen besonders glücklichen Tag hatte Herr Stückel, dessen vorzügliche Darstellung des Gecken Alexander, wiederholte Beifallsstürme erntete. Das Schwesternpaar Clara und Lilli war durch die Damen Geigler und Großmann recht gut vertreten. Zollen wir noch Herrn Director ReinerS (Maedicke) und Herrn Ni em ei er (Rrüger) unsere Anerkennung für ihre Leistungen, fo ist unsere Aufgabe erfüllt.
** Wasserleitung betreffend. Wir machen unsere Lc- auf die im heutigen „Anzeiger" veröffentlichte Bekav»' machung, betreffend Vorkehrungen gegen das tzz. frieren der Wasserleitungen, auch an dieser £ti besonders aufmerksam. — Die empfohlenen Maßregeln bat, — veranlaßt durch die Erfahrungen deS vorigen tar'J Winters — einige Ergänzungen erhalten, weshalb wir ull!, welche die Sache angeht, die Aufbewahrung dieser *. kanntmachung empfehlen.
* • Schüler-Vergehen. Am vergangenen SamStag ein auswärtiger Schüler wegen dahier begangener Dieb^t» und Unterschlagungen gesanglich eingeliefert.
• * Kellerdiebstahl. In der Nacht vom SamStag . Sonntag wurde in einem Hause deS Neuenwegs der 8^- mittelst Nachschlüssels geöffnet und dem dort lagernden und Obst ein Besuch ab gestattet. Der Dieb hatte ssch Abends bei Zeit eingeschlichen.
* * Verhaftet. Wegen GelddiebstahlS wurde gr,?.. Abend ein hiesiges Frauenzimmer gefänglich eingezogen.
* * Zur Beachtung. ES wird bei dem jetzigen wetter auf baß Verbot deS AuSschüttenS oder AuSlaufeula^ von Wasser auS Hofraithen auf die Straßen ober öffem^. Plätze aufmerksam gemacht und bemerkt, daß baß Po'.-,»» aufsichtßpersonal zur strengen Ueberwachung angeiv.ro | worben ist.
* ♦ Für Militärauwarter. Erlebigre Stellen 17 Bezirk ber Großh. Hess. (25.) Division: Gießen, Großh. Vai: gericht ber Provinz Oberheffen, Hülfßbiener refp. Kanzletdterrr. gehülfe, 900 Mk. Marienschloß, Großh. Ober-StaatSamv«> fchaft Darmstadt, Gefangenwärter am Großb. Landeßzuckthc^ Marienschloß, eine baare Remuneration von 1000 Mk. jährl«
* * Eintragung ins Gebrauchsmuster Register. Selbst^ tenbeß, burd) Herabschrauben einer mit Führungßflächen fc ben Dentilbolzen versehenen Schraubenspinbel zu öffnendes Dampsoentil, H. Schaffftaebt in Gießen, 5. August 1893 Webschützen, besten Gehäuse auS Hartgummi besteht, fej Kleinen, Fabrikant in Altenschlirf, 6. September 1893.
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•• Bund deutscher Gastwirlhe. In einer am 7. imb 8. November in Leipzig abgehaltenen Versammlung deutsch- Gastwirthe, die von Heidinger-Stuttgart geleitet wurde, qrin- bete man unter bem Namen „Bunb beutscher Gastwirthe" rmt Convention, in ber alle deutschen Fachvereine beß Gasttv.'n.-' - gewerbes zu gemeinsamem Wirken vereinigt werden 'oQt . Die auf bem VerbanbStage Anwesenben vertraten 252 Bt • eine mit über 10000 Mitgliebern.
** Zur Frage ber Rauchbelastiguug hat ber Berui beutscher Ingenieure zwei Preißaußschreiben eilafiri
• Btilii, 12. tzchachutttlamp tLnttr. Tn Mtrbtn remis.
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unb zwar wirb im ersten verlangt eine Abhandlung über bi bet Dampfkesseln angewandten Feuerungseinrichtungen yc Erzielung einer möglichst rauchfreien Verbrennung. Im zweiten wird verlangt eine Abhandlung über diejenige! Feuerungseinrichtungen, welche für Haushaltungszwecke iuii für die gewerblichen Betriebe, namentlich der größeren StäS.., behufs Erzielung einer möglichst rauchfreien Verbrennung büfyx angewandt wurden. Die Einsendungen der Arbeiten hab-?, zu I. bis 31. December 1895, zu II. biß 31. December 1897 an die Gefchäftßstelle beß Vereins zu geschehet^. Daß Preisgericht ist ermächtigt, außer den Preisen von 5000 bezw. 3000 Mk. für bie ber Preisschrift beizugebend.' Zeichnungsarbeit, welche bie bewährten Feuerungßeinrichtungei näher kennzeichnen soll, eine Vergütung biß zu 1000 ®tt. )u gewähren.
• * lieber das Betriedsjahr vom 1. Juli 1892 bU da hin 1893 ist auß dem Berichte beß Berelnß für daß Groc herzogthum Hesten unb bie Provinz Hessen-Nassau zur B schäftlgung Arbeitßloser Folgendes mitzutheilen Wc: dem 30. Juni b. I. ist wiederum ein Rechnungs- und At- triebSjahr ber Arbeltercolonie Neu Ulrichstein, baß achte iri ber Gründung, abgelaufen. Der Erfolg dieses Geschäits- jahres darf als ein zufriedenstellender bezeichnet rotrta- Das BetriebSjahr 1892/93 wurde gegenüber einem^ Bestände von 47 Köpfen im Vorjahre, mit einem solchen von 77 Kopien eröffnet. Aufgenommen wurden zusammen (einschl. dieser 77) 346 Mann, gegen 309 Mann im Jahre 1891/92. Entlassen wurden 267 Mann, bleibt mithin ein Bestand am 30. Juni 1893 von 79 Mann, biß jetzt der höchste Bestand beim Jahrri wechsel. Der Verwaltung war eß in diesem Jahre möglit, 23 Mann in Stellung zu bringen, von welchen 11 noch p aller Zufriedenheit in Arbeit sind. Die Führung der Veuet war auch in diesem Jahre eine recht gute; Unregelmäßig feiten sind wenig vorgekommen. Die Colonie verpflegte « Ganzen an 34 910 Tagen. Hierzu drei Aufseher an ,e 365 Tagen — 1095 Tagen, zusammen an 33 005 lager, diese durch 365 getheilt, ergiebt eine Präsenzstärke von rn> 90,4 Köpfen pro Tag, eine Höhe, welche diese Coloaic in keinem Jahre erreichte. Eß mag an dieser Frequenz auch die Arbeitsstockung und der stramme Winter haben, gewiß ist eS aber ein trauriges Zeichen der Znt, beB arbeitswillige und arbeitsfähige Leute keine ander« Arde finden können und die Hülfe der Colonie in solch' großem Maße in Anspruch nehmen müssen.
A AuS dem Ohmthal, 12. November. „Jetzt wir den Frost und die Rüben stecken noch!" Dieser befand landwirthschaslliche Ausdruck ist für manchen Landwttth to buchstäblichem Sinne wahr geworden. Der Winter m wirklich eingezogen und mancher Landwirth hat jetzt Rüben im Felde stehen. Ob dieselben bei dem jetz'8^ strammen Frost nicht doch Schaden nehmen, bleibt biß ju® Aufthauen der Erde dahingestellt, jedenfalls ist aber bet m® vor Einstellung deS Frostes überaus weichen Bodea em solcher zu befürchten. Durch den starken Frost ist das Uud in den Wäldern gänzlich zu Boden gefallen und mit kern auf letzterem lagernden trocken gefroren. ES wird dav- jetzt überall auf Haufen gerecht und nach Haufe fle‘o6T Bei den vorwöchentlichen Streulaubverfteigerungen waren
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