-mehr daS theure einjährig-freiwilligen Jahr dienen lassen, sondern sie zwei Jahre bei den Fußtruppen einftellen lassen. Wir haben dann nicht nöthig, die Kosten für den Besuch einer höheren Lehranstalt und für den einjährigen Dienst zu bezahlen. Unser Sohn kann eher in irgend ein Geschäft eintreten, da er nicht so lange auf dem Gymnasium zu bleiben braucht, er bringt dadurch die Zeit reichlich wieder ein, die ihn die zweijährige Dienstzeit länger bei der Fahne sefthält." — Wir begrüßen eine solche Anschauung mit großer Genug« Ihuung. „DaS „Einjährigen-Proletariat" ist nachgerade bei manchen Truppentheilen zu einer Plage für Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften geworden. Von Schulmännern und Militärs ist anerkannt worden, daß es ein Glück fein würde, wollten wenigstens junge Leute sich aus daS Zeugniß zum Einjährig-Freiwilligen.Dienft capriciren. Die Schule würde dadurch von Elementen entlastet, welche dieselben nur als Mittel zum Zweck, nicht aber als eine Bildungsanstalt im Allgemeinen benutzen. Man bleibt so lange auf den Bänken der Schule sitzen, bis man sich das Einjährig-Frei- willigen-Zeugniß ersessen hat. Bon einer tiefgehenden wissenschaftlichen Bildung ist nicht die Rede- nicht einmal eine gewisse Neigung zu wissenschaftlicher Beschäftigung wird bei den meisten jungen Leuten dieser Kategorie erzeugt, die sich danach sehnen, so bald wie möglich in daS practische Leben als Landwirth, Kaufmann oder Handwerker einzutreten. Oftmals entstehen aus dem langen Schulbesuch bei solchen jungen Leuten aber andere Nachtheile körperlicher und geistiger Art, welche später nicht wieder auszugleichen sind. Eine Halbbildung wird befördert, welche nur Nachtheile nach jeder Richtung hin im Gefolge hat. Ein Nachtheil socialer Art, um nur eines anzuführen, ist der, daß die große Menge der Rekruten den Vortheil der einjährigen Dienstzeit bei solchen jungen Leuten mit vollem Recht nicht auf die höhere geistige Bildung, sondern auf den grüßen Reichthum zurückführt, der es ihnen gestattete, die Zeit auf den Schulbänken zu versitzen. Daß dadurch die sociale Unzufriedenheit befördert und vermehrt wird, ist fraglos."
München, 10. Juni. Heute Mittag hat Prinz Ludwig die Versammlung der deutschen LandwirthschaftS- Gesellschaft mit einem Hoch auf Seine Majestät den Kaiser und Seine Königliche Hoheit den Prinzregenten eröffnet. Der Prinz dankte allen Förderern der überaus gelungenen Ausstellung, v. Arnim-Criewen brachte einen Toast auf den Prinzen Ludwig aus. Als Ort für die Wander« Versammlung 1894 ist Berlin, 1895 Köln, 1896 Stuttgart gewählt. Ehrenpräsident der Versammlungen von 1894 und 1895 ist der Bruder Seiner Majestät des Kaisers, Prinz Heinrich von Preußen. Nach Rechnungslegung und Decharge« ertheilung referirte Ministerialrath Haag über die bayerische Landwirthschaft. Der Prinzregent besuchte im Laufe des Vormittags die Ausstellung.
Ausland.
Fnnfkirchen, 10. Juni. Hier werden Unruhen von den Strikenden befürchtet. Letzteren wurden Waffen verschafft. Es fand bereits ein Zusammenstoß mit dem Militär statt.
New-York, 10. Juni. AuS Washington wird der Newhorker „Tribüne" gemeldet, daß eine große Zahl von Congreßmitgliedern gegen die Aenderung der Bestimmungen der Mac Kinleybill zum Vortheile Deutschlands stimmen werde, falls sich die Nachricht bestätigen sollte, daß von den deutschen Handelstreibenden eine Petition an den Reichstag um Erhöhung der Zölle aus amerikanische Provenienzen in Vorbereitung ist.
Neueste Nachrichten.
Depeschen deS Bureau .Herold*.
Berlin, 11. Juni. DaS „Berliner Tageblatt" erfährt von gut unterrichteter Seite, zur Deckung der Kosten für die Militär Vorlage fänden von Seiten des Reiches Erhebungen bctr. [einer Börsenemissionssteuer, Erbschaftssteuer und einer Reichs-Einkommensteuer statt. Die Projecte betr. Erhöhung der Biersteuer seien aufgegeben.
der außerordentlich stark besucht, bis zur srühesten Morgenstunde andauerte. ES war ein prächtiger Ehrentag, den der Mozartverein am letzten Sonntag begehen durfte, der Vorstand und die Mitglieder, ja wir mochten sagen die ganze Stadt kann auf seinen Verlaus mit Recht stolz fein. DaS eiger.t« liche Fest war mit dcrn Sonntag geschlossen, doch zur fidelen Nachfeier gab der Montag noch Gelegenheit, keinem Theil- nehmer wird wohl die herrliche „Jubelfeier" des Mozart- Vereins sobald au8 dem Gcdachtniß verschwinden. Ich habe Ihnen über dieses seltene Fest ausführlich berichten müssen, denn erstens erforderte dies seine Bedeutung und außerdem wird die Schilderung seines Verlaufes auch gewiß für die Einwohner Gießens, das ja im vorigen Jahre selbst ein großes GefangSvereinSfest feiern durfte und außerdem eine ganze Reihe rühmlich bekannter Männergesangvereine in seinen Mauern beherbergt, von einigem Interesse fein.
Sonst giedts aus der vergangenen Woche nicht viel zu berichten. Der Wahlkampf tobt in unveränderter Weife, an Parteiverfamoilnngen und Agitationsreden ist kein Mangel, doch haben Ihre Leser über diesen Punkt wahrscheinlich schon genug gehört. Im Gommertheater im Saalbau spielt Herr Reiners emsig fort, für den vergangenen Freitag hatte er uns die „Heimath" von Sudermann angekündigt. Von der Presse wird daS Unternehmen im Allgemeinen recht freundlich unterstützt, allerdings ist man mit der Wahl der Stücke nicht immer ganz einverstanden. Viel Interesse erregt gegenwärtig im Kunstverein eine Collection von Zeichnungen des rasch berühmt gewordenen Malerö Aller-, der in flotten Bildern daS Leben und Treiben der Marine dargestellt hat. Auch feine köstlichen Zeichnungen aus der Collection „Capri" finden vielen Beifall. Z.
1 Cocalts unö jprwhtsitttes.
Gießen, 12. Juni 1893.
* * Invalidendaok. Unsere RegimentS-Capelle erfüllt durch daS morgen, Dienstag, ftattfindende Concert zum Besten des „Jnvalidendank" den angenehmen Zweck des Wohl- thnnS. Der Fonds des „Jnvalidendank" ist bestimmt, hilfsbedürftigen Invaliden der Armee Unterstützung zu gewähren und steuern unsere RegimentScapellen durch ihr ächt kameradschaftliches Wirken in dieser Beziehung nicht wenig zur Erhaltung und eventuellen Vergrößerung dieses Fonds bei. Möge denn auch die morgende samariterliche Arbeit eine recht lohnende fein.
• * Nodfahrerfest. Heute Montag Abend 8 Uhr ist Meldeschluß der Nennungen zum Wettfahren. Wir können schon jetzt mittheilen, daß die Betheiligung von auswärtigen Fahrern eine ganz außerordentliche ist. Die verschiedenen Rennen dürsten um so interessanter werden, da auch der Meisterfahrer von Hessen, Herr Herty vom Offenbacher Bicycle-Club, in drei Rennen am Start erscheinen wird.
* ♦ Mufiknotiz. Bei der am SarnStag abgehaltenen Clavierprüsung von Fräulein Körner bewährte sich dieselbe als vortreffliche Lehrerin. Särnrntliche Schüler und Schülerinnen spielten die aufgegebenen Stücke auswendig, mit schönem Anschlag. Die schon weitergeförderten unter denselben trugen die Musikstücke mit inniger musikalischer Empfindung vor. Die ganze Prüfung ergab baß erfreuliche Resultat, daß bei Fräulein Körner jeder Schüler, auch der minder begabte, etwas Tüchtiges lernen kann.
Die Leipziger Goncert- und Coupletsänger, welche heute Montag Abend eine letzte humoristische Soiröe veranstalten, sanden bei den vorhergehenden Vorstellungen stets großen Beifall. Durch die reichlich gespendeten Zugaben erhält das Programm eine recht vortheilhafte, wenn auch nicht immer eine Allen ansprechende Ergänzung. Der Besuch war ein guter.
♦ * Unfall. Am Samstag Vormittag fiel ein hiesiger Handwerker beim Abbruch des alten HofgerichtSgebäudeS vom Dachstuhl durch das obere Gebälk in das zweite Stockwerk, wobei er sich anscheinend innerliche Verletzungen zuzog. Der Gefallene, welcher nach feiner Wohnung gefahren, befindet sich verhältnißmäßig wohl und sollen die Verletzungen keine erheblichen fein.
* * Verhaftet. Eine Frau aus Braunschweig wurde wegen hier verübter Betrügereien verhaftet.
* * Exmittirt. Zwei Herren, welche gestern früh widerrechtlich in das Damen - Wartezimmer am hiesigen Bahnhöfe eingedrungen und dort trotz Aufforderung des berechtigten Beamten sich zu entfernen, verweilten, mußten durch Jnter- veniren der Polizei aus dem Local entfernt werden. Eine Strafanzeige wird wohl nachfolgen.
* * Ein Widerspenstiger. Vor mehreren Tagen wurde ein junger Mann au« Heidelberg, der sich der BahnhosS- Ordnung dahier gar nicht fügen wollte, sondern in den zur Abfahrt bereitstehenden Zug sprang, auS letzterem herausgeholt und zur Anzeige notirt. Als er den Zug wieder bestiegen und letzterer im Gange war, schrie und schimpfte er mit ausgereckter Faust gegen den ihn zur Ordnung weisenden Beamten, worauf der Zug zum Halten gebracht und daS Herrchen nunmehr ausgesetzt und von der Weiterfahrt ausgeschlossen wurde.
* ♦ Ein geistesgestörter Mann auS Herbach bei Aschaffenburg wurde auf Verlangen des Bezirksamts Aschaffenburg von hier nach seiner Heimath verbracht.
* ♦ Aus dem 1. oberhesfischeu Wahlkreis. Die Freisinnigen in unserem Wahlkreis entwickeln zur Zeit eine außerordentlich rege Thätigkeit in der Wahlagitation. So wurden in der vergangenen Woche von dem Schriftführer des hiesigen freisinnigen Vereins, Rechtsanwalt Dr. Jung, u. a. in Watzenborn - Steinberg, Ranstadt und Bleichenbach sehr gut besuchte Versammlungen abgehalten. Am gestrigen Sonntag sprach sodann der Candidat der Freisinnigen, Landrichter Dove, unterstützt von Rechtsanwalt Dr. Jung, in Grünberg. Gleichzeitig hielt der Vorsitzende des freisinnigen Vereins, Landtagsabgeordneter Metz, in Berstadt und Echzell von 200 bis 300Personen besuchte Wählerversammlungen ab. In Berstadt fanden die Ausführungen des Redners den ungeteilten lebhaften Beifall aller Anwesenden. Auch in Echzell wurden seine Ausführungen öfters von Beifallsbezeugungen unterbrochen, namentlich so lange er sich mit der Ausführung des eigenen Programms, sowie der Programme der Nationalliberalen und der Social- demokraten befaßte. Dagegen wurde er von zahlreich erschienenen Antisemiten häufig unterbrochen, als er die Thätigkeit und Agitation des Herrn Böckel einer Kritik unterzog. Doch gelang eß dem Redner, sowie dem Herrn HandelS- kammerpräsidenten Koch von Gießen, der den Vorsitz in der Versammlung führte, die Ruhe auftecht zu erhalten und hörten die Herren Antisemiten schließlich doch recht aufmerksam und erstaunt zu, wie ihnen Herr LandtagSabgeordneter Metz barlegte, welchen Nutzen Herr Böckel und der von ihm geleitete mitteldeutsche Bauernverein auß den Geschäften, die er für die ihm anhängenden Bauern macht, zu ziehen pflegt. — In der vorigen Woche sprach Herr Metz in Reiskirchen, Großen-Linden und Heuchelheim. Auch an diesen Orten wurden seine Außführungen beifällig aufgenommen und waren die Versammlungen in Reiskirchen und Heuchelheim sehr zahlreich besucht.
* * Haftpflicht der Eisenbahnen. Daß Frankfurter Landgericht hat eine Entscheidung von grundsätzlicher Bedeutung betreffs der Haftpflicht der Eisenbahnen gegenüber den Passagieren gefällt. ?lm 15. Februar v. I. Abends gegen 6 Uhr fuhr ein Goldarbeiter mit der Hessischen Ludwigßbahn von Hanau nach Frankfurt. Beim AuSsteigen auß dem Zuge stürzte er hin, in Folge dessen er einen Armbruch erlitt, so daß er arbeitsunfähig geworden ist. Er klagte nun gegen die Ludwigßbahn auf Zahlung einer monatlichen Rente von 75 Mk. DaS Gericht erkannte, daß eß sich nicht um
einen Betriebsunfall handle, denn in dem Moment, wo der Zug stehe, höre der Betrieb auf. Die Klage wurde somit foftenfäQig abgewieseu.
•* Tie alten Arachtbrieffarmulare. welche gemäß Bunde-- rathSbeschluß noch weiter verwendet werden durften, verlieren mit Ablauf dieses Monats ihre Gültigkeit. Born 1. Juli an müssen die Sendungen von Frachtbriefen neuen Formular- begleitet fein. Dir wollen nicht verfehlen, schon jetzt die Interessenten hierauf aufmerksam zu machen.
** Berichtigung. In unserer Notiz über den Lagerhaus« brand der Firma E. Silbereisen heißt eß irrthümlich „Beruf«"» Feuerwehr. Eß muß ergänzend richtig heißen: „der Freiwilligen Gail scheu und Gießener Freiwilligen Feuerwehr", von welchen allerdingß als bestorganifirte Corpß die Bezeichnung BerusSfeuerwehr mit einiger Berechtigung gebraucht werden darf.
Wieseck, 12. Juni. Heute Montag Abend 9 Uhr findet hier eine freisinnige Wählerversammlung statt.
Nidda. 11. Juni. Heute fand hier im „GambrinuS" eine von der socialdemokratifchen Partei einberufenc Wähler- Versammlung statt. Sie war sehr gut besucht. Ein Herr Krämer auß München verstand eß in formgewandter, geschickter Rede alle die Schwächen und Mängel unseres öffentlichen und wirthschastlichen Lebens zu beleuchten, deren Bloßstellung ihm den Beifall seiner Gesinnungsgenossen sichern mußte. Mit Aalglätte verstand er eß, die Theile des social- demokratischen Programmß zu umgehen, deren Berührung den Entrüstungßsturm des weitaus größten Theilß der Zuhörer entfesselt haben würde. Nur die Sammetpfötchen zeigt die Socialdemokratie zunächst nur bei ihren großen Reden aus dem flachen Lande, die Krallen klug verbergend. Diesen Ber- führungßkünsten traten mit großem Erfolg Herr Professor Dr. Oncken und Professor Dr. Reitzenstein auß Gießen, die zur Abhaltung einer nationalliberalen Versammlung hierher gekommen waren, sowie zwei Arbeiter auß Hirzenhain, entgegen. Die mannhaften schlichten Worte gerade der Letzteren, die einem von Vaterlandsliebe durchglühten Herzen entsprangen, haben hoffentlich den Herren Socialdemokraten bewiesen, daß in unserer Bevölkerung ein Boden für ihre Lehren noch nicht vorhanden ist. Wo deutsche Frömmigkeit, deutscher Familiensinn nnd deutscher Schwarm für Kaiser und Reich noch das Volk zur Arbeit und zu jeder edlen That begeistern, kann die socialdemokratische Lehre keine Anhänger finden. Nur sehr dünn war daß Hoch auf die Socialdemokratie, mit der gegen 7 Uhr die Versammlung schloß. Hellaus loderten die Flammen echt vaterländischer Begeisterung in der auf 8 Uhr vertagten nationalliberalen Versammlung, die den 2aal wiederum dicht gefüllt hatte, unter Vorsitz beß Herrn vanb« tagßabgeordneten Erk. Der Redner, Herr Geheimer Hofrath Profeffor Dr. Oncken auß Gießen, knüpfte an die vorangegangene Verfammlung an und forderte auf zum Zusammenschluß des Bürgerstandes zum gemeinsamen Kampfe gegen die Social- dcmokratie. AIS geeigneten Vertreter empfahl er Herrn C. Meine«. Lebhafter Beifall bewies, daß feine Ausführungen Wiederhall gefunden bei den Zuhörern. Rechtsanwalt Dr. Fuhr beleuchtete mit kurzen Worten die Gegenkandidaten und forderte zur regen Agitation auf. Herr Erk schloß alsdann die Versammlung mit einem stürmischen Hoch auf Kaiser und Reich. Die nationalliberale Partei kann mit Stolz behaupten, daß ihre Arbeit auf fruchtbarem Boden verwendet worden ist. Die Aussichten ihres Candidaten sind sehr günstig. Der Antisemitismus ist überall tn starkem Rückgang.
R. Reichelshei» i. b. W., 11. Juni. Der .Gießener Anzeiger" brachte kürzlich eine Meldung über die hohen Graspreise der Pallaswiese bei Darmstadt. Wir können von hier auß AehnlicheS mittheilen. Die Versteigerung von Heu- gras auf gemeinheitlichen Wiesen hatte den Erfolg, daß das Heugras allein noch einmal fo viel kostete alß in normalen Jahren das Heu- und GrummetgraS zusammen. Daß ungefähr ist daß Resultat und nun kann sich jeder ausrechnen- was im'Jahre 1893 bet der Rindviehzucht herauskommen wird.
L. Litzberg, 11. Juni. Bei unß sind die Kirschen an den Staatsstraßen nun auch nach und nach zur Reife gelangt. Sie wurden abtajirt und versteigert, wobei sich ergab, daß die bei der Versteigerung gebotenen Beträge baß Taxatum fast um baß Doppelte übersteigen haben. Die Genehmigung wurde sofort ertheilt. Obgleich die Preise etwas hoch find,. werden die Leute durch Verknus im Einzelnen doch noch einen ganz annehmbaren Verdienst haben. Die Preise haben in den letzten Tagen — auch in Rodenbach — wieder angezogen. Daß Pfund stieg von 12 auf 15 Pfge, weil Händler au« Storndors und der dortigen Gegend mit einer ganzen Wagenreihe erschienen, aber nicht alle befriedigt werden konnten. Die Folge war eine alsbaldige Preissteigerung, wie oben bemerkt.
§ An« dem Kreis Lauterbach, 8. Juni. An särnrntliche Bürgermeistereien beß hiesigen Kreiseß ist ein A u ß s ch reib en ergangen, betreffenb bie Ernte-Anßsichten, hier Futtemoth, worin der jetzige Stand der Saaten und Futtergewächje anzugeben verlangt wird, ferner noch die Beantwortung folgender zwei Fragen: 1) Kann durch anhaltend günstige Witterung eine wesentliche Besserung des Standeß der Futter- gewächse herbeigeführt werden? 2) Werden zur Erhaltung beß Diehstanbeß befonbere Maßnahmen beantragt? Bon wem sollen biefelben außgehen und worin sollen dieselben bestehen ?
§ Vom höheren BagelSberg, 8. Juni. In sämmtlichen Orlen unseres Gebirges wurde gestern durch die Schelle bekannt gemacht, baß daß Suchen von Nesseln und Disteln in ben fiskalischen Waldungen verboten, dagegen sogen. Rupfgraß die Last zu 10 Pfennig abgegeben wird, wozu sich bie betreffenben Leute melden wollen. Die Abgabe erfolgt unter Aufsicht der Forstbeamten, indem sonst Mißbrauch damit getrieben würde.
Main;, 9. Juni. Durch die Commanbantur bei XI. ArmeccorpS wurde genehmigt, daß daß Corpß auf der


