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Nr. 136 Erstes Blatt. Dicnstag dm 13. Juni
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Amtlicher Theil.
Bekanntmachung.
betreffend Anlage einer Feldbahn mit Locomotivbetrieb zwischen der Gail'schen Dampfziegelei und Thonwaarenfabrik zu Gießen.
Herr Fabrikant Wilh. Gail zu Gießen beabsichtigt eine Feldbahn mit Locomotivbetrieb zwischen seiner in der Gemarkung Gießen gelegenen Dampfziegelei und Thonwaaren- fabrik anzulegen und hat um Erwirkung der landesherrlichen Genehmigung hierzu bei Gr. Ministerium der Finanzen nachgesucht.
Es wird dies mit dem Anfügen bekannt gemacht, daß der Lageplan dieser Feldbahn auf dem Bureau der Großh. Bürgermeisterei Gießen von Dienstag, 13, l. Mts., bis Montag, 26. l. Mts. einschließlich, während der Bureau- ftunden zu Jedermanns Einsicht offen liegt und etwaige Ein- Wendungen gegen die Ausführung dieses Unternehmens in dem Termin:
Donnerstag, 29. d. Mts., Bormittags IO Uhr,
im Regierungsgebäude dahier vorgebracht werden können.
Gießen, den 10. Juni 1893.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Brücken-Sperre.
Die im Kreisstraßenzug Staatsstraße Odenhausen gelegene Brücke über die Lumda wird wegen Umbaues derselben von Mittwoch den 14. Juni ds. Js. ab bis auf Weiteres für den Verkehr gesperrt.
Gießen, den 8. Juni 1893.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Bekanntmachung.
Es wird hiermit zur öffentlichen Kemttniß gebracht, daß die nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Aufschlags von Fünf vom Hundert, pro Monat Mai 1893 für den Lieferungsverband Gießen pro 100 kg betragen:
Hafer JL 19.50, Heu 20.20, Stroh JL 7.40.
Gießen, den 10. Juni 1893.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Bekanntmachung,
betreffend die Maul- und Klauenseuche zu Hausen.
Nachdem die in mehreren Gehöften zu Hausen ausgebrochene Maul- und Klauenseuche erloschen ist, haben wir die Aufhebung der Sperre verfügt.
Zum Ausführen von Rindvieh, Schafen, Ziegen und Schweinen aus der genannten Gemarkung bedarf es indeß bis auf Weiteres, sofern die Thiere nicht sofort abgeschlachtet werden sollen, eines thierärztlichen Gesundheitsscheines. Sollen die Thiere alsbald geschlachtet werden, so bedarf es zum Ausführen derselben nur eines Gesundheitsscheines der Großh. Bürgermeisterei.
Gießen, den 12. Juni 1893.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Deutsches Reich.
Darmstadt, 10. Juni. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen heute den Major ä la suite v. Heyl, den Stabsarzt Dr. Weber vom Großh. Mecklenburgischen Füsilier-Regiment Nr. 90, den Beigeordneten Binder von Worms, den Kreisschulinspector Andres von Lauterbach, den Bürgermeister Born von Fränkisch-Crumbach - um 11% Uhr den Königlich Preußischen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Fretherrn v. Plessen; zum Vortrag den Staatsminister Finger, den CabinettSbibliothekar Dr. Sahl.
Berlin, 10. Juni. Die Entscheidung in dem sechswöchigen Wahlkampfe ist endlich herangekommen, am kommenden Donnerstag werden die deutschen Wähler zur Wahl der neuen Volksvertretung an die Urne treten. Allerdings wird diese Entscheidung nur eine vorläufige sein, denn die erst mit Sicherheit zu erwartenden vielen Stichwahlen werden den Abschluß des Wahlkampfes bringen. Immerhin wird doch schon die Hauptwahl vom 15. Juni in ihren Ergebnissen bereits mit bestimmend für die Zusammensetzung der neuen Volksvertretung sein und die Grundlinien des politischen Charakters des künftigen Reichstages schon erkennen lassen. Was aber die Bedeutung des jetzt zu vollziehenden Wahlactes anbelangt, so ergiebt sie sich aus der gejammten Lage der Verhältnisse von selbst. Gelangt das neue Parlament in der Militärfrage zu einer Verständigung mit der Reichsregierung, nun, so ist es gut, dann hat eben die infolge der Heeresvorlage hervorgerufene innere Krisis ihr Ende gefunden. Lehnt aber auch das künftige Parlament die Heeresvorlage ab, so sind schwere innere Wirren und überaus unsichere Verhältnisse alsdann die unvermeidlichen Folgen eines solchen Beschlusses, selbst
wenn die verbündeten Regierungen von einer nochmaligen Reichstagsauflösung absehen sollten. In der vor ihrem Ausgange stehenden Wahlbewegung ist den Wählern hinreichend Gelegenheit gegeben worden, sich über die Stellungnahme der einzelnen Parteien und Gruppirungen zur Mtlitärvorlage zu vergewissern. Nunmehr ist'S an der Wählerschaft, durch ihr Votum über die Zusammensetzung deS neuen Reichstages und hiermit über die fernere Entwicklung der Dinge im Reiche zu entscheiden — wohlan, möge diese Entscheidung nur im Interesse der Wohlfahrt und des Gedeihens unseres theueren Vaterlandes, im Interesse der Wahrung seiner Machtstellung nach außen wie der Erhaltung seines Friedens nach innen ausfallen!
— Der Kaiser wird am 10. September in Karlsruhe eintreffen, um dann am 12. September die Parade über das 13. (württembergische) Armeecorps bei Stuttgart abzunehmen.
— Herr Dr. Miquel soll nach Gerüchten, die in den letzten Tagen aufgetaucht sind, beabsichtigen, seinen Finanzministerposten nächstens mit dem Posten des ReichS- schatzsecretärs zu vertauschen. Von anderer Seite wird jetzt dieser Nachricht indessen widersprochen, unter besonderem Hinweise darauf, daß Herr Miquel, wenn er wolle, auch al- preußischer Finanzminister eine leitende Rolle in der Steuergesetzgebung des Reiches, die er als Schatzsecretär natürlich beeinflussen würde, spielen könnte.
— Fürst Bismarck hat denen, die ihn zum 1. April brieflich oder telegraphisch beglückwünschten, durch folgende- gleichlautendes Schreiben gedankt: „Für Ihre freundlichen Geburtstagswünsche sage ich meinen verbindlichsten Dank, v. Bismarck".
Berlin, 10. Juni. Der Vorstand derneuenFracti'on des Herrenhauses theilte dem Oberbürgermeister Baumbach mit, daß er eS mit dem Grundgedanken der Fraction für unvereinbar erachte, wenn Aeußerungen eines fremden Botschafters zur Empfehlung der Ablehnung einer Vorlage angeführt werden, welche Deutschlands Fürsten und Staatsmänner als unentbehrlich zur Vertheidigung und Sicherheit de- Vaterlandes bezeichnen. Der Vorstand erblicke in der Aeußerung Baumbachs, er lege auf die Zugehörigkeit zur Fraction keinen besonderen Werth, die Bejahung der Frage, ob er aus der Fraction ausscheiden wolle. Der Vorstand werde in diesem Sinne der Fraction von dem Schreiben Baumbachs Kenntniß geben.
— Es wird jetzt darauf aufmerksam gemacht, daß die Einführung der zweijährigenDienftzeitbeiden Fußtruppen eine Folge nach sich ziehen wird, an welche Niemand dachte. „Wenn die zweijährige Dienstzeit eingeführt wird", so wird bemerkt, „so werden wir unsere Söhne nicht
dfemlUten.
Wochendriefk ans der Residenz.
(Originalbericht für den „Gießener Anzeiger".)
Darmstadt, 9. Juni 1893.
Die Jubelfeier des Mozart-Vereins. — Sommertheater. — Allerlei.
Ein Jubelfest, wie es schöner und glänzender nicht verlausen konnte, hat eines unserer vornehmsten und größten Vereine in dieser Woche gefeiert. Der „Mozartverein" beging das Fest seines 50jährigen Bestehens durch eine Anzahl erlesener künstlerischer und geselliger Darbietungen und man kann wohl sagen, nicht allein alle Vereinsmitglieder, die ganze Einwohnerschaft Darmstadts hat daran den regsten und liebevollsten Antheil genommen. Der Verein begann -seine erfolgreiche Thätigkeit vor 50 Jahren unter der musikalischen Leitung Wilhelm Niederhoss, für den 1870 der rühmlichst bekannte Compontst C. A. Mangold eintrat. 1876—86 war der Hof- capellmeister Willem dc Haan Dirigent des Mozartvereins, dann fungirten 1886—88 verschiedene Herren, bis 1888 der jetzige bewährte Leiter, Herr Richard Senff seine Thätigkeit begann. Er hat sich gleich seinen Vorgängern ein großes Verdienst um die Sache des Vereins erworben, und der Dank Seiner Mitglieder ist ihm für alle Zeit gesichert. Die eigentliche Jubelfeier wurde am letzten Samstag durch ein Fest- roncert in dem von Seiner Königlichen Hoheit dem Groß- terzog gnädigst zur Verfügung gestellten Hoftheater eröffnet. Schon Tags vorher hatte eine öffentliche Hauptprobe stattgefunden, die auch den Nichtmitgliedern zugänglich gemacht rwar und einen sehr festlichen Character trug. Am Concert- abenb selbst füllte ein erlesenes Publikum die von vielen Hunderten electrischer Lampen hellbeleuchteten vornehmen Räume unseres Musentempels. Das Programm war sehr
reichhaltig und in jeder Beziehung sorgfältig gewählt. Max Bruchs „©eenen aus der Frithjof-Sage" bildeten die erste Abtheilung, die stürmisch applaudirt wurde. Dann folgten zwei Chöre und darauf Liedervorträge des berühmten Hofopernsängers Paul Buls aus Berlin, der unserem Publikum schon von früheren Gastspielen an dem hiesigen Hoftheater her als stimmgewaltiger Bariton bekannt war. Er sowohl, als die beiden anderen Solisten, Frau Emilie Hertzog aus Berlin, jedem Musikfreunde als unvergleichliche Gesangskünstlerin bekannt, und Herr Opernsänger Holdach aus Frankfurt, ein vortrefflicher Tenorist, fand begeisterten, aber auch wohlverdienten Beifall. So nahm denn das ganze Concert einen glänzenden Verlauf, das in gleicher Weise die Mit- wirkenden, wie den Dirigenten, Herrn Senff, ehrte. Am Sonntag Vormittag fand im großen Saale des städtischen Saalbaues, der zu dieser Feier ein prächtiges Festgewand angelegt hatte, ein glanzvoller Festact statt. Als Vertreter der Regierung hatten sich Excellenz Staatsminifter Finger, Excellenz Geheimrath Goldmann, Herr Provinzialdirector von Marquard und noch viele hohe Beamte eingefunden. Der Vereinschor eröffnete die Feier durch Vortrag eines Liedes, dann begann Herr Gymnasialdirector Dr. Nodnagel, als Festpräsidenl, den Vortrag, der die Bedeutung der ganzen Feier darlegen sollte. Der Redner entledigte sich seiner Aufgabe in ganz vortrefflicher Weise. Dann wurde Herrn Richard Senff im Namen des Vereins zur Anerkennung seiner außerordentlichen Verdienste als Ehrengabe ein künstlerisch gearbeiteter Tactstock überreicht, und darauf erhielten mehrere Herren, die bereits 25 Jahre dem Vereine zugehören, Erinnerungsmedaillen. Dann gedachte der Festpräsidenl des rührigen langjährigen Vorstandes, Herrn Fabrikanten Pfeil, dem er gleichfalls herzlichen Dank aussprach. Nun ergriff Herr Staatsminister Finger, Excellenz, das Wort, um die Glückwünsche Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs zu überbringen, der dem Vereine schon durch den
Besuch des Festconcertes einen Beweis seines allerhöchsten Interesses gegeben habe. Dann überreichte er Herrn Fabrikant Pfeil eine allerhöchste Ordensauszeichnung. Im Namen der Stadt bestellte Herr Bürgermeister Morne- weg seine Glückwünsche, Fräulein Hoffmann überreichte hierauf unter Darbringung eines poetischen Festgrußes die Ehrengabe der Damen: einen goldenen Lorbeerkranz, der auf der Vereinsfahne angebracht werden soll. Eine andere Dame übergab als Geschenk eines Ungenannten einen Eichenkranz mit 50 goldenen Eicheln. Dann sprachen noch ferner die Herren Wolfskehl im Namen des Musikvereins, Herr Hoftheaterdirector Wünzer für unser Kunstinftitut, Herr Realschullehrer Kaßlik, ebenso Vertreter der Karlsruher, Wiesbadener, Mainzer und Mannheimer Männergesangvereine. Auch die anderen hiesigen Gesangvereine „Liedertafel", „Sängerluft", „Melomanen", „Teutonia" ließen durch Abordnungen Glückwünsche und Ehrenadreffen überreichen. Dann dankte Namens des Vereins Herr Präsident Pfeil für alle die freundlich dargebrachten Wünsche und Geschenke, er überreichte außerdem den Herren Reitz, de Haan und Nodnagel prächtige Ehrenmünzen. Herr Senff dankte darauf gleichfalls für seine Person und überreichte als Festgabe ein von 'hm componirtes Werk. Zahllose Telegramme waren aus Nachbarstädten eingelaufen, wir verzichten auf die Aufzählung. Nach 1 Uhr endete die erhebende Feier. Daran schloß sich um 2 Uhr das Festmahl, an dem 120 Personen theilnahmen. Das Hoch auf Kaiser und Großherzog brachte Herr Director Nodnagel aus, dann folgten zahlreiche Toaste, wir nennen nur Den des Herrn Pfeil auf die Ehrengäste, des Herrn Bürgermeister Morneweq auf den Verein, des Herrn Roth auf den Dirigenten u. s. w. Am Abend fand großes Gartenfest statt, das anfangs durch die Ungunst der Witterung in Frage gestellt gewesen war. Der Saalbaugarten war herrlich geschmückt unb festlich beleuchtet, bie tüchtige Capelle der Gardedragoner concertierte. Um 10 Uhr begann der Ball


