Ausgabe 
13.4.1893 Erstes Blatt
 
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Beschränkung der Anzeigepflicht auf Cholera, Fleckfieber, EelbeS Fieber, Pest und Pocken hervorzuheben ist.

DieTeutoburger Partei" ist die neueste Errungenschaft unsere- parteipolitischen Lebens. Unter ge­nanntem Namen ist in Leipzig dieser Tage eine neue Partei gegründet worden, welche es fich zur Hauptaufgabe gesetzt hat, die gesammten Interessen des deutschen Mittelstandes bester zu schützen, als die- die bisherigen bürgerlichen Parteien gethan haben sollen. Der vorgelegte Programmevtwurf betont Pflege deS deutschen nationalen Bewußtsein- bei Schonung der StandeSeigenthümlichkeiten, der confessionellen Bekennt- mste usw., Schutz der verfassungsmäßigen Volksrechte, parla« mentarische Vertretung des gewerblichen Mittelstandes us«. Bon den Gründern derTeutoburger Partei" trägt keiner einen bekannten politischen Namen.

Neueste 21<rchdichten.

Wolff- telegraphische« Correspondeni-Bureau.

Treibe», 11. April. Die internationale Sani- tätSconferenz hat in ihrer zehnten Sitzung den Bericht durchberathen, welchen die dritte Commission über die ihr zur Prüfung vorgelegte Specialfrage erstattete. Auch hierbei war die große Mehrzahl der Vertreter der einzelnen Staaten übereinstimmender Ansicht, so daß die nunmehr materiell zum Abschluß gelangten Verhandlungen ein nach allen Richtungen befriedigendes Crgcbniß erwarten lasten.

Hamburg, 11. April. Der Fackelzug zu Ehren Bismarcks in FriedrichSruh ist gut verlaufen. 2000 Fackelträger begleiteten den ca. 4000 Personen, darunter viele Damen zählenden Zug. BiSmarck erschien um7l/,Uhr in Kürassieruniform, gefolgt von der Fürstin, Graf Herbert und Wilhelm BiSmarck und deren Frauen. Der ehemalige Handelskammer-Präsident Lutteroth-Hamburg hielt eine An­sprache, worauf BiSmarck dankte. Besonders Erwähnens- wertheS enthielt die Dankrede nicht.

Brüssel, 11. April. Der Generalrath der Arbeiterpartei beschloß in seiner heute abgehaltenen Plenarversammlung den sofortigen allgemeinen Strike.

Rom, 11. April. Der Papst empfing gestern die un­garischen Pilger und hielt eine Ansprache an sie, worin er sie ermahnte, den Lehren deS Papstes zu folgen und ihm zu vertrauen. Hierauf ertheilte der Papst den Pilgern seinen Segen. Er segnete den Kaiser von Oesterreich, welcher durch seinen Eifer für die katholische Religion und die Wohlfahrt Ungarns glänze, sowie daS kaiserliche HauS und das gesammte ungarische Volk.

Chicago, 11. April. Bei einer gestern abgehaltenen Conferenz der AuSstellungS-Verwaltung und der Arbeiterführer wies der Arbeitsdirektor darauf hin, daß nach dem zu Beginn der Arbeiten getroffenen Ueberein- kommen die SyndicatSarbeiter und die freien Arbeiter ohne Unterschied zusammen arbeiten sollten. Die Arbeiterführer erkannten dies an und erklärten den Strike für beendet.

Depeschen de« Bure«u£>crolb".

Berlin, 11. April. In parlamentarischen Kreisen wird jetzt versichert, die zweite Lesung der Militärvorlage finde in den ersten Tagen deS Mai statt. Die Auflösung des Reichstags wird für unvermeidlich gehalten und dürfte nach der Ablehnung der Vorlage Milte Mat ausgesprochen werden. Die Neuwahlen dürften alsdann Anfangs Juni ftattfinden.

Berlin, 11. April. DerBörsencurier" bezeichnet nach besten Informationen die gestrige Meldung einer hiesigen Korrespondenz, daß bezüglich deS deutsch-russischen Handelsvertrages Rußland jede Concession in Bezug der Eisenzölle ablehne, für vollständig unbegründet, schon deshalb, weil die russische Antwort auf die deutschen Vor­schläge überhaupt noch nicht erfolgt sei.

Berlin, 11. April. Die Sprengung des Dom­thur ms ,st heute Vormittag abermals ohne Resultat ver­laufen. Der Kaiser wohnte dem Schauspiele bei. Der Thurm schwankte zwar gewaltig, fiel jedoch in seine frühere Lage zurück.

Berlin, 11. April. Der Domthurm ist heute Nach­mittag von selbst eingestürzt.

Berlin, 12. April. Prinz Friedrich Leopold soll in Kürze daS Commando deS Regiments der GardeS du Corps erhalten, während deren jetziger Commandeur von Büfing zum Brigadccommandeur befördert werden soll.

Berlin, 12. April. Bezüglich der Nachricht deSFigaro^', Prinz Heinrich reise als Vertreter des Kaiser- nach Rußland, wird jetzt gemeldet, eine diesbezügliche Anfrage sei bi- jetzt in Petersburg nicht erfolgt, es fei dazu auch keine Veranlassung vorhanden. Jedenfalls werde im Falle der Reife die Aufnahme deS Prinzen die denkbar herzlichste sein, schon weil er als Vertreter des Kaisers erscheine und weil er persönlich bei den Mitgliedern des russischen Kaiserhauses sehr beliebt sei.

Posen, 11. April. Abermals wurde versucht, auf der Bahnstrecke Bentschen-Meseritz Personenzüge zum Ent­gleisen zu bringen. Der Arbeiter Hoffmann fand gestern zwei große Steine und eine Menge Wurzeln auf den Schienen in der Nähe del Obrabrücke gelegt. DaS Hinderniß wurde jedoch bemerkt und der Attentäter verhaftet.

London, 12. April. DerDaily Cronicle" meldet, der Erzbischof von Florenz werde die Königin von England im Namen deS Papste- begrüßen.

Warschau, 12. April. Hier eingegangene Nachrichten bestätigen da- Gerücht von einer Zusammenkunft deS Czaren und deS Kaiser- von Oesterreich diesen Sommer im russischen Polen.

London, 12. April. In dem Kohlenbergwerk Great Western bei Pontypridd in SüdwaleS sand eine durch Funken einer unterirdischen Maschine bervorgerufene Explosion von Gasen statt. Zwanzig Bergleute sollen getödtet sein. Nach einem späteren Telegramm deSD. T. B." konnten

300 Bergarbeiter, welche in Schächten deS Bergwerk- arbeiteten, nicht heraufbefördert werden. Bisher seien fünf Tode auf­gefunden, daS Schicksal der übrigen Bergarbeiter fei noch unbekannt. Nach einer uns zugegangenen Privatdepefche aus London gelang eS 70 Bergarbeitern, im Zustand äußerster Erschöpfung an- Tageslicht zu kommen- eS sind nnndestenS noch 70 Mann verschüttet.

tocales «n- Provinzielle».

Gieße», 12. April 1893.

* Reue- Theater. Dir gestern Abend zum zweitenmale aufgeführte OperMartha" erfreute sich, Dank der vor­züglichen Leistungen inSgesammt, des reichsten Beifalls des gut besuchten HaufeS. Morgen DonnerSlag Abend geht eine der besten Operetten von Carl Millöcker:GaSparone" in Scene und find in derselben alle ersten Kräfte des ge­sammten Personals beschäftigt, eine Gewährleistung für eine tüchtige Aufführung.

* * Trichinen. Heute wurde im hiesigen Schlachthaus abermals ein Schwein trichinös befunden. Das Publikum mag daraus ersehen, welchen Werth die Fleisch-, bezw. Tri­chinenschau in unserem Schlachthause hat.

* Verhaftet wurden gestern ein hiesiger Commis wegen einer zum Nachtheil seines Principals begangenen Unterschlag­ung, ein Dienst mann, der verdächtig sein soll, in einer hiesigen Wirthfchast einen Diebstahl auSgefühtt zu haben, sowie ein Rekrute wegen groben Unfugs- dieser Letztere hat dann, offenbar weil er sich in seinen Rekrutenfreuden be- nachtheiligt sah, im Arrestlocale ein Fenster zertrümmert.

* Heute Morgen wurde ein hiesiger Wirth todt vor seinem Bette aufgefunden- als Todesursache wird Schlag anfall angegeben.

* Freunde der Staate seien darauf aufmerksam ge­macht, daß eS sich empfiehlt, die Staarkasten nicht mit Sprung­hölzchen zu versehen, da eS wiederholt beobachtet worden ist, daß sich die Krähen diesen Stützpunkt zu Nutze machen, um die jungen Staare herau-zuholen und damit ihre eigenen Jungen zu füttern. Wenn das Flugloch weit genug ist, so gehen die Staare in die Kästen ohne Sprungholz ebenso gern wie in solche mit dieser Vorrichtung.

* Vielen Freunde» de- Vogelschutzes dürste eine wichtige j Entscheidung des Reichsgerichts aus der zweiten Hälfte deS Jahres 1886 unbekannt sein, nach welcher Gartenbesitzer be­rechtigt sind, Katzen, welche in die Gärten eindringen und daselbst den Singvögeln und anderem Geflügel nachstellen, alS Raubthiere zu behandeln und zu tödten, sei eS durch Schießen, Fallen oder Gift.

Die Frühjahrsschonzeit für die Fische begann gestern - sie bauen bis 9. Juni. ES unterliegen ihr Rhein, Main, Neckar, Lahn und alle denselben zufließenden Fischwaffer.

* Der neu gegründete Bund der Laudwirthe zählt jetzt im Großherzogthum Hessen über 3000 Mitglieder. Um die Mitgliederzahl zu mehren, soll auch den Bauern mit aller­kleinstem Grundbesitz gegen einen Beitrag von 10 Pfg. der Beitritt ermöglicht werden.

Stenographisches. Die Dienste, welche die Steno­graphie in ihrer Anwendung als wirkliche Schnellschrist bei Aufnahmen von Reden im öffentlichen Leben, besonders im Parlamente, leistet, sind so bekannt, daß man daiüber kein Wort zu verlieren braucht. Weniger bekannt aber sind die Vortheile ihrer Anwendung im täglichen Leben, im Privat­gebrauch aller Derer, welche überhaupt zu schreiben haben. Fast jedem Stande erweist sich die Stenographie als gute Dienerin, keinem aber ist sie dies mehr als dem Kauf­mann- undBeamtenstände. Und trotzdem hat sie gerade bei diesen mit den meisten Schwierigkeiten und althergebrachten Vorurtheilen zu rechnen. Wenn auch diese Vorurtheile nach und nach verschwunden sind und die Stenographie schon seit manchen Jahren ihren Einzug in die kaufmännischen Geschäfte, in die Schreibstuben der Behörden, Rccht-anwälte rc. gehalten hat, so giebt cs doch noch Viele, die sich diese wichtige Kunst noch nicht angeeignet haben. Der hiesige Gabelsberger Steno- graphen-Derein bietet demnächst in einem ungefähr 20 Stunden unfaffenden Unterrichts-CursuS, der von Herrn Dr. Buch- hold in einem Schulsaale des Realgymnasiums Abends ab­gehalten wird, Gelegenheit, das älteste, verbreitetste und leistungsfähigste Stenographie-System zu erlernen.

* * Am vergangenen Samstag tagte in Frankfurt a. M. die Generalversammlung des Vereins akademisch gebildeter Lehrer deS GrotzherzogthumS Heffen. Das Interesse derselben concentrierte sich hauptsächlich um die Frage nach einem amt lichen Titel. Mir allen (etwa 80) gegen 5 Stimmen wurde die Verleihung eines AmtStitels zur Hebung deS Standes- ansehenS für wünschenSwerth erklärt. Borgeschlagen wird: Lehramts Affeffor (Schul-Assessor fand keinen Anklang) für die provisorischen, Oberlehrer (unter Wegfall dieser Bezeich­nung bei den seminaristischen Lehrern) für die definitiven Lehrer, Profeffor, etwa nach Ablauf deS OuinquenniumS, Schulrath für ältere Collegen. Auch will man beim Großh. Ministerium vorstellig werden, behufs Gleichstellung der aka­demisch gebildeten Lehrer in Rang und Gehalt mit den Richtern. DaS statistische Material, woraus die ungünstigen GehaltSverhälknisse der hessischen Lehrer gegenüber ihren preußischen Collegen ersichtlich sind, soll auch weiteren Kreisen zur Kenntnißnahme übermittelt werden.

* Profeffor Falb, der sich mit seinem für den 1. April prophezeiten kritischen Tag anscheinend einen Scherz leistete, hat keinen Mangel an kritischen Tagen, und waS bei dem einen nicht zutrifft, kann vielleicht bei dem anderen eintreteo. Der kritischste Tag deS ganzen Jahre», verbunden mit einer Sonnenfinsterniß, ist nach Falb der 16. April. Schon am 14. werden uns Schneefälle mit Gewittern überraschen und dann um den 23. da- Eintreffen äquatorialer Strömungen. I Hoffentlich wird- aber nicht fo kommen.

Nach einer Verfügung der Spezialdirettion der Hesüsche» Lllb»ig8-Eise»bah» Gesellschaft fällt von gestern a9 da- Glockengeläate an sämmtltchen Stationen der Hessischen Lndwig-bahn vor dem Abgang eine- Zuge- in Wegfall. E» muß fich halt Jeder nach seiner Uhr richten.

* 12. Mittelrheinische» Kreiß T»r»feß. Am Sonntag den 9. April ragte in Darmstadt der Geschäst-iührende Ausschuß deS Mittelrheinischen Turnkreise- mit dem Geschäft-» führenden Au-schuß für da- diesjährige Krei»-Turnfest zur Vereinbarung deS turnerischen TheileS der Festordnung, die Zeit der Abhaltung deS Festes und deS Festbeitrages der Turner. Nachdem die Militärbehörde den Beginn der Fest- bauten auf dem Exerzierplätze am 1. Juni, sowie weiter g<- nehmigt hat, daß mit der Zurichtung deS Bauholzes alsbald nach Pfingsten begonnen werden darf, die Uebernehmer aber eine Bauzeit von zwei Monaten beanspruchen, ist dir Festzeit vorbehältlich der Genehmigung der oberen Schulbehörde zur Verlegung der Sommerferien um acht Tage wie folgt geordnet: Sonntag den 23. Juli Vorfeier (Turnen der Darmstädter Turnerfchaft, Schülerturnen, turnerische Schau­stellungen, Concert)- Sam-tag den 29. Juli: Sitzung des Kampsgericht-, Begrüßungsfeier in der Festhalle: Sonntag den 30. Juli: Vormittag- Empfang der Festgäste, wenn nöthig von 911 Uhr, Musterriegen-Turnen, Mittag- 12 Uhr Festzug, Nachmittag» 2 Uhr Freiübung»-Turnen, von 3 Uhr an Musterriegen Turnen, Abend» Ausgabe der Ehrentafeln; Montag den 31. Juli: Morgen» 6 Uhr Kampfgericht»- sitzung, 7 Ubr Beginn des Einzel WetttumenS, Nachmittags 31/« Uhr Festbanket, 4 Uhr Kürturnen der besten Turner, 5 Uhr Schülerturnen, Abends 8 Uhr Verkündigung der Sieger im Einzel Wettturnen - DienStag den 1. August, Vor­mittags 7 Uhr, Kampfgerichtssitzung, 8 Uhr Beginn de» WertfechtenS, Nachmittag» 3 Uhr Wettringen, 4 Uhr Turn­spiele, Abend» 6 Uhr Verkündigung der Sieger im Fechten und Ringen, 8 Uhr Concert der Männergesangvereine mit turnerischen Aufführungen- Mittwoch den 2. August' Vor­mittag- Ausflüge der Turner, Nachmittag- große- Volksfest, Abends Schlußfeier. Der Festbeitrag der Turner wurde festgesetzt auf 2 Mk. für Dauerkarten, 1 Mk. für Tages­karten (am ersten Festtage giltig), 1 Mk. für Dauerkarten an Zöglinge der Darmstädter Turnvereine.

* * Hundertjähriger Kalender. Der in Volk-kreisen noch l immer gläubig betrachtetehundertjährige Kalender" prophezeit für den Monat April eine sehr veränderliche Witterung. Nach demselben ist da-Wetter von Anfang bi» zum 11. April kühl und trocken, was sich bis jetzt bewahrheitet hat. Hierauf fallen starke Nebel, die vom 14. bis 16. April sehr kalte Temperatur im Gefolge haben. Dann folgt Regen. Am 23. April wird eS stürmisch, am 27. und 28. April sehr warm und am 30. April stellen sich Gewitter ein.

Die Ergebnisse bet BrandverfichernngSkaffe. Nach der nunmehr obgeschloffenen Rechnung der BrandversicherungSkaffe für daS Jahr 1890 sind an vergüteten Brandschäden und Abschätzungskosten im Großherzogthum nicht weniger al» 915 211 Mk. au-bezahlt worden, wovon der höchste Betrag mit 390877 Mk. auf die Provinz Starkenburg entfällt. Dann folgt Rheinhessen mit 293 750 Mk., während Oderheffen nur 230 583 Mk. erhielt. Auf die einzelnen Streife vertheilt, kommt die höchste Summe auf den Kreis Dieburg, dorthin mußten 142584 Mk. bezahlt werden. Auf den Kreis Mainz die zweithöchste Summe mit 127 954 Mk., dann folgt Worm- mit 108 044 Mk., hierauf Darmstadt mit 63 796 Mk., Friedberg mit 63 084Mk., Alsfeld mit 61 380Mk., Gießen mit 55 885 Mk. und jetzt erst kommt der Kreis Offenbach, auf den nur 42 223 Mk. entfallen.

* * Znr FeuerbestattongSfrage in Hesse» schreibt man denN. H. V." : ES ist bemerken-werth, wie die Bericht­erstatter gewiffer Blätter die Beschlüsse der Zweiten Kammer bezüglich der jüngst erörterten Feuerbestattungs­frage behandeln. Will man nicht von absichtlicher Entstellung auSgehen, so dcurkunden die fraglichen Btsprechungen doch eine ganz unvollkommene Kcnntniß der Verhandlungen der Zweiten Kammer. Man spricht von grundsätzlicher, oder gar zwangsweiser Einführung der Leichenverbrennung, und doch hat die Zweite Kammer, um e- kurz zu sagen, tn oem angenommenen Gesetz nur ausgesprochen, daß bie in Hessen an sich nicht verbotene Feuerbestattung künftig nicht bloß» außer Landes, sondern auch im Lande soll vollzogen werden dürsen, wenn der zu Bestattende den hierauf ge­richteten Wunsch urkundlich ausgesprochen hat. Man ging dabei von der Ansicht au», daß In solchem Falle eS unbillig sei, die Jntereffenten zu den außerordentlichen Kosten der Verbrennung an entfernten Orten zu nöthigen.

Gtünbetg, 9. April. Der hiesige Turnverein beabsich­tigt den Bau einer geräumigen Turnhalle, da der ihm von der Stadt zur Verfügung gestellte Raum zur Ausführung der verschiedenen turnerischen Hebungen nicht ausreichend er­scheint. Zum geplanten Neubau ist bereits ein namhafter Fonds vorhanden und hat der Verein in den letzten Tagen einen sehr günstig gelegenen Bauplatz käuflich erworben.

Ao» dem Vogelsberg, 11. April. Allgemein auffallend ist die ganz geringe Zahl unserer nützlichsten Vögel in diesem Frühlinge. Sowohl im Walde, wie im Felde ist ihre Minder­zahl deutlich bemerkbar. Im Felde fiel sogleich beim Beginn der Frühjahr-auSstellung dem Landmann die kleine Zahl der sonst so häufig vorkommenden Lerchen auf. Ebenso vernimmt man den sonst um diese Zeit durchaus nicht selten au» dem Wald tönenden Frühlingsgesang der kleinen Singdrossel nur ganz vereinzelt. Diese Abnahme tritt auch bei den übrigen Vögeln, wenn auch nicht so allgemein bemerkbar, in die Er scheinung. Diese Minderzahl der nützlichen Vögel refuüirt von den Opfern her, die der sibirische Winter au» der Vogel- weit gefordert und die größer gewesen sind, al» man ausäng lich annahm. Gerade diese, jebem nur einigermaßen in der Natur sich Umschauenden bemerkbare Verminderung der insecten- fressenden Vögel fordert in der jetzigen Zeit zum ganz be-