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1 Mk. für Dauerkarten »vereine.
Der in Wrtifen nodj huge Kalender" prophezeit veränderliche Witterung. Wantz bis zum 11. April ttwahrdeuet hat. Hieraus bis 16. April sehr kalte Dann folgt Regen. Am 7. und 28. April sehr warm oitter ein.
krfichenmgskaffe. Nach der der Brandversicherungskasse lütettn Brandschäden und thum nicht weniger alS wovvn btt höchste Petras inz Starkenburg entfällt. DM., während Oberhessen i einzelnen Kreise vertheilt, en Kreis Dieburg,' dorthin den. Auf den KreiS Mainz 54 Mk., dann folgt Worms mstadt mit 63796 Mk., d mit 61380 Mk., Gießen ommt der KreiS Offenbach,
I? in Hesse« schreibt man Zwerch wie die 8e* leschlüffe der Zweiten örterten Feuerdestattungs- on absichtlicher EalstellMg Men Besprechungen boch ! btt Dttbnnblnngrn btt ’m. ,««*! ° tx Leichenvttbrennuvg, u
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fonberen Schutz derselben auf, sollen nicht die nachtheiligsten Folgen für Land-, Garten- und Obstwirthschast daraus hervorgeben. Jedermann weiß, daß um diese Zeit die Bögel ihre Nester bauen. In einem vorigen Bericht ist aus die Erhaltung der Hecke im Interesse der Vogelzucht hingewiesen worden. Man suche aber auch von ihren Niststätten die gefährlichen Nesträuber : Katzen, Raben, Dohlen und Elstern fernzuhalten. Dann sehe man strengstens darauf, daß das von oft noch nicht schulpflichtigen oder auch die Schule besuchenden Buben so beliebte NesterauSheben mit allen Mitteln ausgerottet wird. Selbst daS öftere Besuchen und Besehen einer Niststätte, eine gleichfalls häufig ausgeübte Thätigkeit, verbiete man, weil die Vögel eben hierdurch sehr oft ihre Nester verlaffen. Daß die Zerstörung eines Vogelnestes durchaus keine so gleichgiltige Sache ist, wie sie Vielen noch erscheint, beweist folgendes Exempel. Nehmen wir an, es wird das Nest einer Grasmücke, eines Rothschwänzchens, einer Meise oder selbst das eines Sperlings mit fünf Eiern oder Jungen ausgehoben. Jedes dieser Jungen braucht täglich im Durchschnitt 50 Stück Raupen und andere Jniecten zur Nahrung, die ihm die Alten zutragen; macht täglich 250 Raupen. Die Aetzung dauert durchschnittlich vier bis fünf Wochen, wir wollen sagen 80 Tage, macht für das Nest 7500 Stück. Jede Raupe frißt täglich ihr eigenes Gewicht an Blättern und Blüthen. Gesetzt, sie braucht, bis sie ausgesressen hat, auch 30 Tage, und frißt sie täglich nur eine Blüthe, die eine Frucht abgegeben hätte, so frißt sie in 30 Tagen also 30 Obstfrüchte in der Blüthe, und 7500 Raupen zusammen sressen 225000 Stück solcher Blüthen. Wäre das Vogelnest ungestört geblieben, so wären 225 000 Stück Aepfel, Birnen, Pflaumen, Kirschen rc. mehr geerntet worden. Frißt die Raupe aber mehr, als wie eben veranschlagt, so ist der Verlust noch größer. Die Obstbäume zeigen in diesem Frühjahr einen Blüthenknospenreichthum, wie er nur sehr selten vorkommt. Darum muß es doppelt Jedermann für seine Pflicht halten, die nützlichsten Garten- Hüter, eben d'e kleinen Singvögel, nach Kräften zu schützen, umsomehr auch, als der ungewöhnlich kalte Winter so stark unter ihnen aufgeräumt hat.
Bad-Nauheim, 9. April. Infolge der herrlichen Frühlings- Witterung kommen fast täglich Kursremde hier an. Die von Jahr zu Jahr steigende Fremdenfrequenz ist nicht ohne Rückwirkung auf die Preise der Logirhäuser. Dieser Tage ging eine Villa um den Preis von 81000 Mk. in fremden Besitz über; zwei Etagen des Hauses sind zu 3000 Mk. ver- miethet. Der Besitzer der „Villa des fleurs“ (könnte man nicht endlich einmal von diesen fremdländischen Bezeichnungen bei deutschen Besitzungen ablassen? D. Red.) hat das an sein Besitzthum angrenzende Baugelände nächst der Burgallee s. Zt. käuflich erworben und nunmehr bis auf den letzten Bauplatz nicht ohne Nutzen verkauft. Sechs Villen sind darauf erbaut; drei weitere Bauten werden voraussichtlich bald in Angriff genommen. D. Ztg.
△ Echzell i. d. W., 11. April. In unserer Nachbar- gcmeinde Bingenheim fand gestern eine blutigeSchlägerei statt. Die Gemeinde hatte eine neue Spritze angeschafft, welche unter Leitung des Kreisbauamtes Nldda von der Spritz- mannschast probirt wurde. Zum Schluffe und da alles gut abgelaufen war, gab die Gemeindekasse einen Trunk, wobei alles sriedlich abzugehen schien. Jedermann freute sich über den schönen Verlauf und schon hoffte man, daß der langentbehrte Friede unter den Bewohnern von B. wieder einkehren werde, als der Streit wegen einer Kappe losbrach. Einer der Anwesenden wurde mit einem zerbrochenen Henkelglase furchtbar zugerichtet und bot einen schrecklichen Anblick dar. Der Mißhandelte war an der Sache ganz unschuldig. Gerichtliche Untersuchung und Bestrafung des Thäters sind die Folgen
der bedauerlichen Mißhandlung. Möchten doch Friede und Einigkeit bald in dem schönen Orte wieder einkehren, das wünschen alle guten Bürger der ganzen Umgegend.
Darmstadt, 11. April. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 8. April den Präsidenten des Verwaltungsgerichtshofs Friedrich Küchler zum lebenslänglichen Mitglied der Ersten Kammer der Stände des GroßherzogthumS zu ernennen.
Vermischtes
* Biedenkopf, 10. April. Eine Deputation des Gemeinderaths-Collegiums überbrachte Namens deffelben Herrn Bürgermeister Unverzagt zu seinem 25jährigen Dienstjubiläum ihre Glückwünsche.
♦ Auch die Sacklrager treiben Sport. Der stärkste von ihnen, ein gewiffer I. Labaffe in Paris, hat soeben im Wettbewerb mit neun Genoffen den Sieg in einem schweren Kampfe errungen. Es galt, einen 100 Kilogramm wiegenden Sack mit Getreide in einem Tage nach Corbeil, d. h. 32 Kilometer weit, zu tragen. Labaffe ging um 8 Uhr Morgens los, ruhte unterwegs nur zweimal aus, und gelangte um 10 Uhr Abend» ans Ziel, wo er von der gelammten Bevölkerung mit Musik und Hurrahs empfangen wurde. Die Uebrigen kamen erst mehrere Stunden später an. Allerdings eine bedeutende Leistung. Dafür gehört Labasse zu dem in Frankreich trotz seines Anspruchs, an der Spitze der Cultur einherzuschreiten, sehr zahlreichen Geschlechte der Leute, die weder lesen noch schreiben können.
* Eine interessante Neuerung auf dem Gebiete des Fahrkartenwesens wird demnächst das belgische Eisenbahnministerium einsühren. Neben den bis dahin üblichen Fahrkarten werden nämlich auch solche ausgegeben werden, welche das Recht verleihen, sämmtlichc Züge in ganz Belgien während der Dauer von 7 resp. 13 Tagen zu benutzen. Ein derartiges Abonnementsbillet mit siebentägiger Gültigkeit wird für die erste Klasse 30, für die zweite 22,50 und für die dritte 15 Francs kosten, und diesem Satze entsprechend werden auch die Preise für die 14tägigen Fahrkarten festgesetzt werden. Es läßt sich nicht leugnen, daß mit dieser nachahmenswerten Einrichtung für viele Personen eine große Annehmlichkeit geschaffen werden wird, und was die Preise anbelangt, so kann man sich wohl kaum ein billigeres Vergnügen denken, als z. B. für fünfzehn Francs sieben Tage und Nächte fortwährend auf der Eisenbahn herumfahren zu dürfen.
* Angesichts der uns immer näher kommenden abscheulichen Mode des Neiftockes wird die Frauenwelt der Wochenschrift „Fürs Haus" dankbar für einen Aufruf gegen seine Mode sein, welcher an alle dem Schönen huldigenden Frauen ergeht. Das Aufkommen der Krinoline in unserm deutschen Vaterlande wird durch ein muthiges Entgegentreten der deutschen Frauenwelt zur Unmöglichkeit werden. Der betreffende Ausruf, mit der Überschrift: „Muß sie denn kommen?" lautet: Die Krinoline kommt, tönt es von Fern und Nah! Trotz aller Anstrengung des Londoner Antikrino- linenbundes, der gegen 12 000 Mitglieder zählt, naht sich das Ungethüm mit rasender Schnelligkeit. So erschien schon beim letzten Empfange der Königin Victoria eine junge Dame im Reifrock. Wird er Mode werden, trotzdem ein königliches Stirnrunzeln die erste Trägerin desselben strafte? Werden die Londoner Damen sich diese Tracht aufbürden lassen, trotzdem die „Westminster Gazette" eine weibliche Person in einer Riesenkrinolme auf die Straßen der Weltstadt schickte, um den Reifrock von vornherein dem Gespött preiszugeben? Sollte aber auch dieser Narrenkäfig in London
und Paris seine Jnsaffcn finden, — was kümmert das unS deutschen Frauen? Sind wir denn noch immer die gehorsamen Dienerinnen fremder Moden, auch wenn solche nicht zur Verschönerung, sondern nur zur Verunstaltung unseres Körpers beitragen, der doch nach dem Ebenbilde Gottes geschaffen ist? Sollten wir denn nichts gelernt und alle guten Vorsätze der zwei letzten Jahrzehnte vergessen haben? Besinnen wir unS auf den heiligen Beruf der deutschen Frau, deren hohe Aufgabe es ist, Alles zu pflegen, was ehrbar, was keusch, was lieblich ist! Sollte das hohe Vorbild edler Weiblichkeit, unsere KÖn'gin Luise, umsonst gelebt und unserem Volke umsonst vorgeleuchtet haben? — Schauen wir sie an, und ahmen wir ihre inneren Vorzüge sowohl als ihre äußere Gewandung nach! Ist doch dieselbe künstlerisch schön und die Gesundheit fördernd. Was also hindert uns, diese Tracht anzunehmen? Bedarf es doch nur unseres festen Willens, um dieselbe wirklich zur Volkstracht zu machen. Hiermit wäre daS Gespenst der Krinoline zurückgeschlagcn, wie schon einmal vor einem Jahrzehnt. Finden aber die Kaufleute keine Abnehmerinnen für ihre Reifröcke oder wie die geschmacklosen Dinger auch genannt werden mögen, so werden sic sich hüten, dieselben bei ihren Fabrikanten zu bestellen. Dadurch aber wäre dieser, nur im Interesse Einzelner auftauchende neue Gewerbszweig ein todtgcborenes Kind. Stehen wir deutschen Frauen im Norden, Süden, Osten und Westen unseres theuren Vaterlandes einmüthiglich gegen diese geschmacklose, nur von Gewinnsüchtigen neu hervorgeholte Mode auf, so wird unser deutsches Volk von dem häßlichen Reifrock verschont bleiben. Unerschütterlicher Glaube an unsere vereinte Kraft muß uns zum Siege führen!
Verkehr, unb Volkswirthschaft.
A« all- Landwirthe! Die in dem zweiten Blatte des Gießener Anzeigers vom 31. v. Mts. enthaltenen 1893 er Osterbetrachtungen eines Oberhessischen Landwirths sollten von den Landleuten nicht einmal, sondern zweimal gelesen werden und nicht nur das, sondern eS sollte sich auch ein Jeder beim Lesen dieser Betrachtungen, lein eignes Urthetl in dieser sehr wichtigen Militär-Frage bilden. Ein alter deutscher Denkspruch sagt:
„Wenn du an 'm Kreuzweg stehst
Und nicht mehr weist wos anne geht Steh' still, frag dein Gewisse z'erst, S'ift ja deutsch Gott lob,
Und folg seim Rath."
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Holzversteigerung.
Fürstliche Oberförsterei Hohensolms.
Freitag den 14. April 1893, Zusammenkunft Vormittags IO Uhr am Buchenberg bei Groß-Altenstädten:
1) District „Buchenberg" :
3 rm Fichtenscheitholz, 26 rm Fichtenstockholz, 2500 Buchenwellen, 64 rm Fichtenreifig.
2) Diftrict „Große Kreuzheege" :
4020 Wellen starkes Turchforstungsreisig.
Der Lohertrag pro 1893, veranschlagt auf 120 Centner aus den Districten „Buchenberg" und „Kreuzheege" ist zu verkaufen. Die Kauf- Uebhaber werden gebeten, die Gebote verschloffen bis zum 15. April, Vormittags 11 Uhr, einzureichen. [3480
Fürstliche Oberförsterei.
Bekanntmachung. >
Montag den 17. ds. Mts./
Nachmittags 2 Uhr, werden die \ zum Nachlasse der Jost Lettermann ( Wwc. und der Philipp Müller in. Wwe. dahier gehörigen Mobiliar-, gegenstände in dem hiesigen Bürger- Hospitale meistbietend gegen Baarzahlung versteigert.
Gießen, den 12. April 1893. ____________Der Nachlaßverwalfer. ;
Versteigerung.
Mittwoch den 1t». -. M., Nachmittags 3 Uhr, versteigere ich im Pfandlocal SAtersweg 11 g-aen Baarzahlung: 2 Pta- ninos, 1 Eisschrank, 1 Nähmaschine, 1 Schreibsecretär, i Weißzeugschrank 1 Slinduhr 1 Regulatcur, 1 Hobelbank, mehrere Sophas, Commode, Kleider- und Küchenschränke, 38 Packtte Tabak und 1 Winter - Frauenmantel. Versteigerung theilweise ganz bestimmt-
Gießen, den 12 Avril 1893.
3509 Mnlch, Pfandmeister. •
Eichenstammhol;- Versteigerung.
Montag den 17. April, Vor- mittags 9 Uhr, im Butzbacher Stadtwald, ca. x/4 Stunde vom Main-Weser-Bahnhof:
146 Stück Eichenstämme von 13 bis 56 cm mittl. Durchmesser,
10 Stück Buchen- und Birken- Stämme.
Großh. Bürgermeisterei.
Joutz. 3494
Ieikgeöotenes.
W ein
Ster Weißwein, per Ltr. von 50—70 H in Gebinden v., *5 Ltr. an, garant eig.
Kelterung. [3484
Lorenz Cder, Weinbergbesitzer, Wörrstadt, Rheinhessen.
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