Bildstock, 11. Januar. Die gestrige Nachmittags- Versammlung war von etwa 2500 Personen besucht und dauerte von 2 biS 3 Uhr. Die Führer Lambert, Schommer, Mohr und Anschütz ermunterten zum Ausharren, der Sieg würde alsdann nicht ausbleiben. In Spriesen wurde eine große Anzahl von Strafbefehlen solchen Personen zugestellt, welche die anfahrenden Bergleute in den letzten Tagen verhöhnt und angehalten oder mißhandelt hatten.
Gelsenkirchen, 11. Januar. Redacteur Schlicke und Verleger Meyer der „Bergarbeiter-Zeitung" wurden wegen Verbreitung falscher Nachrichten in Extrablättern über den Strike auf Antrag des Staatsanwalts verhaftet.
Paris, 11. Januar. Carnot unterzeichnete die Er- nennungsdrcrete der Minister.
Paris, 11. Januar. Der Senat wählte die bisherigen Vicepräsidenten und Quästoren wieder. Der Präsident hielt eine kurze Ansprache, in der er erklärte, individuelle Vergehen könnten nicht der Republik zur Last gelegt werden.
Paris, 11. Januar. Die „Cocarde" behauptet, Ba th aut habe vor dem Untersuchungsrichter erklärt, daß er die Veröffentlichung des vom Ingenieur Rouffeau erstatteten Berichts auf den Rath des damaligen Finanzministers Carnot verhindert habe. Dieser habe gesagt, die Veröffentlichung würde die Emission der Panamaloose unmöglich machen. Diese Erklärung Baihauts sei, wie die „Cocarde" hinzufügt, erst nach lebhafter Discussion protokollirt worden. Eine Note der „Agence Havas" erklärt diese Behauptung der „Cocarde" für durchaus falsch. Caruot kannte damals von dem Berichte Rouffeaus nur, was ihm durch Baihaut im Minister- rathe mitgetheilt worden. Er habe keinerlei Meinung über die Veröffentlichung des Documents abzugeben gehabt.
Paris, 11. Januar. Fontanes Vernehmung ergab nichts Bemerkenswerthes, er versicherte, er habe bis 1885 nur 60,000 Fr. an die Preffe vertheilt. Cottu erklärte, er habe bei der Panama-Gesellschaft nur den äußeren, rein technischen Dienst ver'ehen. Der Experte Flory erläuterte die Schlußfolgerungen feines Berichts: Eiffel empfing 33 Millionen auf seine Unternehmungen, verwendete davon nur etwas über 4 oder 5 Millionen auf Arbeiten und ebenso viel auf Commissionen. Hierauf wurde die Sitzung auf morgen vertagt.
Birmingham, 11. Januar. Eine heutige Versammlung der Bergarbeiter beschloß eine Resolution, worin die Nothwendigkeit betont wird, daß das Parlament ein Gesetz annimmt, wodurch der Achtstundentag obligatorisch eingeführt wird. Nur die Bergleute und Arbeiterdeputirten von Durham traten dem Beschlüsse nicht bei.
Amsterdam, 11. Januar. Em aus Utrecht zugereister Mann starb hier an Cholera.
Newyork, 11. Januar. In Folge vorzeitigen Losgehens eines Sprengstoffes in der Kohlengrube zu King in Colorado wurden 27 Bergarbeiter g et übtet.
Buenos AyreS, 11. Januar. Reuter-Meldung. Zwei mit Truppen bemannte, mit Waffen und Kanonen ausgerüstete Kanonenboote gingen heute ab, um sich dem von der Centralregierung nach Corrientes entsandten Vermittler Avellanada zur Verfügung zu stellen. Die Zahl der entsandten BünkleStruppen wird auf 1600 angegeben. — 5000 Aufständische griffen gestern 3000 Regierungstruppen in Santa Lucia an und der Kampf dauerte noch fort, als die letzten Nachrichten abgingen- 3000 Aufständische rücken von Caseros gegen Santa Lucia vor.
Konstantinopel, 11. Januar. Die bisherige dreitägige Quarantäne für Eisenbahnreisende auf der Station Mustapha Pascha ist auf zwei Tage herabgesetzt worden.
Depeschen des Bureou „fccrolb".
Berlin, 11. Januar. Die Budget-Commission des Reichstages begann heute Vormittag die Berathung der ihr überwiesenen Theile des Etats und der dem Etat beigegebenen Denkschrift, betreffend die Regelung der Gehälter der etatsmäßigen Unterbeamten nach den Dienstaltersstufen.
Berlin, 11. Januar. Wie der „Confectionär" erfährt, haben die großen französischen Firmen, welche geschäftliche Beziehungen mit der Schweiz unterhalten, ein Circulur erlassen, daß sie geschäftshalber die neuen, seit 1. Januar giltigen Differenzialzölle selbst tragen.
Sellin, 11. Januar. Dem „Vorwärts" zufolge wurde die Ausnahme der von Dresdener Arbeitern geplanten Statistik derArbeitslosen von einem hierzu ernannten Comitö polizeilich verboten.
Berlin, 12.Januar. In der gestrigen ersten Sitzung der M^ilitärcommission des Reichstags nahm Reichskanzler von Caprivi zur Eröffnung der Generaldiscussion das Wort. Er gab einen Ueberblick über die politische Lage mit besonderem Hinweis auf die Lage Rußlands und Frankreichs und deren militärischer Stärke gegenüber dem Dreibund - daraus ergebe sich die Nothwendigkeit numerischer Ueber- legenheit. Er lehne für die verbündeten Regierungen die Verantwortlichkeit ab für die Folgen irgend einer Unterlassung.
Hamburg, 11. Januar. Heute wurden hier fünf Fälle von Cholera, in Altona ein Cholerafall gemeldet.
Köln, 11. Januar. Im Borbecker Bezirke striken ganz: „Neu-Köln", „Wolfsbank", „Levin", „Carolus".
Effen a. b. 9L, 11. Januar. Heute Morgen sind infolge der Strikebeschlüsse für das Effener Revier in der gestern Abend abgehaltenen Bergarbeiter-Versammlung aus ständig geworden aus der StinneS'schen Zeche „Friedrich Ernestine" von 300 Mann der Frühschicht 240 Mann. Sonst ist alles ruhig.
Effen, 11. Januar. Heute sind im hiesigen Revier in den AuS st and eingetreten die Grube „Ernestine" fast vollzählig, „Gustav" und „Graf Beust" theilweife. Im Ganzen ftriken bis jetzt auf 20 Zechen nahezu 12000 Bergleute.
Effen, 11. Januar. Eine heute abgehaltene Versammlung beschloß, den Strike fortzusetzen. Morgen wird eine weitere Zunahme des StrikeS erwartet.
Dortmund, 11. Januar. Heute wurde im Dortmunder
Revier meistens angesahren, nur „Weftsalia", „Tre- monia", „Saiserhütte", „Glückauf", „SönigSborn" find theil- weise ausständig.
Bochum, 11. Januar. Im Bochumer Bezirk ist alles angefahren, mit Ausnahme von „Carolinenglück".
Saarbrücken, 11.Januar. Heute früh sind angefahren 13,116 oder 2145 mehr als gestern. Morgen findet eine entscheidende Versammlung in Bildstock statt. Wahrscheinlich wird der Widerstand aufgegeben.
Münster (Westfalen), 11. Januar. Die hiesige Handelskammer beantragte beim Eisenbahnminister telegraphisch sofortige Tarifmaßnahmen zur Erleichterung des Bezuges schlesischer, belgischer und englischer Kohlen.
Posen, 11. Januar. Aus zuverlässigster Quelle wird gemeldet, die hiesige Regierung habe vertraulich sämmtliche Kreisschulinspectoren befragt, ob der polnische Privat- Schulunterricht in seiner jetzigen Ausdehnung die Ziele der Schule in Frage stelle und ob er einzuschränken sei. Sämmtliche Kreisschulinspectoren hätten sich für die Einschränkung ausgesprochen. Demnächst ergehe eine diesbezügliche Verfügung.
Paris, 12. Januar. Das „Journal offiziell" publicirt die Bildung des CabinetS. Ribot übernimmt interimistisch das Marine-Portefeuille. Das Cabinet beschloß heute in der Kammer zu erscheinen, keine Ministerial - Erklärung abzugeben, dagegen die sofortige Berathung der Interpellation Hubbard über die Auflösung der Kammern und die Neuwahlen anzunehmen. Die Bewegung für die Auslösung der Kammer nimmt unter den Abgeordneten zu. Carnot dementirt Baihauts Behauptung, er habe Rouxeaus Bericht unterdrückt.
Paris, 12. Januar. In der heutigen Verhandlung der Panamaaffaire bezeugte Eiffel, daß Senator Hebrard zwei Millionen Frcs. erhoben habe. Eiffel selbst gestand selbst, 20 Millionen erhalten zu haben.
Pari«, 12. Januar. Argelies interpellirt wegen der Reconstitution des Panama-Unternehmens.
Paris, 11. Januar. Die Börse begrüßte das Gerücht von dem Eintritt Constans in das Ministerium mit einer Hausse. Burdeau lehnte den Eintritt in das Cabinet ab, wegen der Fortsetzung rücksichtsloser Verfolgung der Panama-Verdächtigen. Die Morgenblätter .bezweifeln die Lebensfähigkeit des Ministeriums. Die anti-republikanischen 1 Blätter triumphiren. Die „Libre Parole" constatirt den Todeskampf des Opportunismus. Der „Gaulois" schreibt, der gestrige Tag sei ein Tag des Schuldbekenntnisses gewesen. Das gegenwärtige Regime.der Betrüger und Ausbeuter sei endgültig verurtheilt. Der „Figaro" sagt, das Regiment der Geschäftsmacher sei abgethan, die Auflösung der Kammer sei unvermeidlich, die Executivgewalt der Kammer und des Ministeriums fielen untereinander.
Petersburg, 11. Januar. Die Abreise des Groß- fürsten-Thronfolgers nach Berlin zur Hochzeit der Prinzessin Margarethe ist auf den 21. Januar festgesetzt. Ein großer Hofstaat begleitet den Czarewitsch, welcher sich 10 Tage in Berlin aufhalten wird.
Dortmund, 12. Januar. Der frühere Bergmann, Strike- führer Bunte, wurde gestern Abend verhaftet.
Cocalti nnb provinzielles.
Gießen, 12. Januar 1893.
— Empfang. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen gestern u. A. den Realgymnasiallehrer Ko ob von Gießen.
K. Theater. Wir wollen nicht versäumen, an dieser Stelle nochmals auf den morgen Abend in Scene gehenden Schwank „Daö Schützenfest" von Misch und Jacoby empfehlend hinzuweisen. Das Stück zeichnet sich aus durch die große Frische und Wahrheit, mit welcher die Charactere geschildert sind und außerdem durch eine Fülle von höchst komischen Situationen. Wir sehen der Aufführung mit um so größerem Jntereffe entgegen, als Herr Stückel, zu dessen Benefiz die Vorstellung ist, als „Kaufmann Engelbert" in einer Rolle auftritt, die seinem Naturell sehr wohl entspricht, auf deren Durchführung also man deshalb schon gespannt sein darf. Außer diesen Gründen dürfte schon die Dankbarkeit gegen den genannten Herrn, der zu den eifrigsten Mitgliedern des Ensembles gehört, Viele bestimmen, Herrn Stückel durch ihr Erscheinen morgen Abend zu ehren. Möge es deshalb nicht bei unserem frommen Wunsche bleiben, sondern möge in der That unseren jugendlichen Liebhaber an seinem Ehrenabend ein wohlbesetztes Haus begrüßen.
— Eine Reise von München durch Oberbayern nach Salzburg für 30 Pfennige ist es, die uns das weltbekannte Panorama, Bahnhofstraße 23, in dieser Woche bietet. Es ist dies eine ganz neue, erst im Sommer aufgenommene Serie von Bildern, welche durch ihr unvergleichlich schönes, man möchte fast sagen selbst die Natur übertreffende« Colorit auf den Beschauer einen wahrhaft bestrickenden Zauber ausüben und man staunt immer wieder über das Geheimniß einer bis jetzt unübertroffen dastehenden Kunst, unö für wenige Pfennige die Sehenswürdigkeiten dieser Erde in so greifbarer natur« wahrer Gestalt vor die Augen zu führen. Von den Hauptansichten seien erwähnt: aus München das innere Hos- bräuhaus, das Victoria-Thor, der Karlsplatz, das Denkmal Maximilian II., das Maximilianeum, sowie die Bavaria mit der RuhmeShalle; aus Oberbayern: der Alpsee, der Plausee, Hotels, Straßen und Ansichten von Reutte, das Höllenthal, der Riffersee, sowie verschiedene GebirgSparthien, hiernach folgt der KönigSsee mit Ansichten von der St. Johannsinsel, der Wallnerinfel, des Watzmann und einer Reihe kleinerer Idylls, die unS mit den Bewohnern jener Gegenden 'und ihrem Alltagsleben bekannt machen. Den Schluß bildet das herrliche Panorama von Oesterreichifch-Salzburg, mit Hohen- Salzburg, Kapuzinerberg, Schloß Mirabell, Dom, Fernsicht nach Bayern, Mozart-Statue rc. rc. Kurz, die dieswöchent-
liche Bilderserie ist eine der glanzvollsten und können wü: auch heute wieder den Besuch des Panoramas Jedermann aufs Angelegentlichste empfehlen.
— Verhaftet wurde gestern Abend ein hiesiges Frauenzimmer wegen eines begangenen schweren Diebstahls.
— Schnldienstnachrichten. Am 31. Dtcember 1892 wurde dem Schullehrer Friedrich Adam Lack za Nieder- Liebersbach die zweite Lehrerstelle an ’ber Gemeindeschule zu Offenthal, — an demselben Tage wurde dem Schullehrer August Bopp zu Maar eine Lehrerstelle an der ev. Schule zu Dalheim, — an demselben Tage wurde dem SchulamtS- aspiranten August Schnellbacher aus WormS die Lehrer- stelle an der Gemeindeschule zu Nieder-Rosbach, — an demselben Tage wurde dem Schullehrer Mathias Lamberth zu Wies-Oppenheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Dexheim übertragen; an demselben Tage wurde der von dem Herrn Grasen zu Erbach Fürstenau auf die Lchrerftelle an der Gemeindeschule zu Hebstahl präsentirte Schulamts- aspirant Karl August Fischer aus Erfelden für diese Stelle bestätigt.
— Erledigte Lehrerstelle. Erledigt ist: Eine Lehrerinnenstelle an der kath. Schule zu Gernsheim, Shr. Groß-Gerau, mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 1000 bis 1400 Mk.
— Invalidität^- und AlterSverfichernng. Der erste Jahresbericht nach dem Inkrafttreten des Invalidität-- und Altersversicherungs-Gesetzes, also für daS Jahr 1891, ist dem Reichstage mitgetheilt worden. ES ergiebt sich aus demselben, daß bei den 31 Versicherungsanstalten nicht weniger als 59 143 Personen als Mitglieder der Vorstände und Ausschüffe, Vertrauenspersonen und Controllbeamten thätig sind. Ferner sind in Function 613 Schiedsgerichte, 7984 Markenverkaufsstellen, 4436 mit der Einziehung der Beiträge betraute Krankenkaffen und 5142 in gleicher Weise mitwirkende Gemeinde-Kaffen. Die Zahl der bewilligten Altersrenten betrug 130 774, die der Invalidenrente 27. An Verwaltungskosten sind aufgewendet worden 3 722 882 Mk., was für den Kopf der Versicherten eine Ausgabe von etwa 0,40 Mk. ergiebt ober 4,19 pCt. der Gesammteinnahme an Beiträgen (der erhobenen) ausmacht. Die Gesammteinnahme aus Beiträgen belief sich mit Einschluß von 371744 Mk. Beiträgen für Seeleute auf 88 886 971.06 Mk. Die Zahl der verkauften Beitragsmarken beträgt rund 108 Millionen in Lohnklasse I, 164 Millionen in Lohnklaffe II, 92 Millionen in Lohn- klasse III und 62 Millionen in Lohnklaffe IV; an Doppelmarken werden rund 230 008 als verkauft nachgewiesen. Die Versicherungsanstalten hatten an Renten zu zahlen bei 124 835 Einzelfällen 9 217 262.48 Mk. Die in diesem Betrag übernommenen Renten repräsentiren einen Kapitalwerth von 491/2 Millionen Mk. Nach Abzug der im Laufe des Jahres wieder in Fortfall gekommenen Renten verblieben am Schluß des Jahres noch 118 997 Altersrenten mit einem abzüglich des Reichszuschusses sich berechnenden JahreS- betrage von 8 796 437.96 Mk. Der DermögcnSbestand einschließlich des Werths der Jnventarien der Versicherungsanstalten belief sich bei Ablauf des Jahres 1891 auf 76 748 279.14 Mk., wovon bis dahin 3 428 409.70 Mk. dem Reservefonds überwiesen worden sino. Die durchschnitt- liche Verzinsung der Capitalanlagen erfolgt mit 3,67 pCt.f
— Für junge Damen dürfte die Mittheilung von Interesse sein, daß die Telegraphenverwaltung im Telephondienste demnächst wieder Damen anstellen wird. Eine besondere Vorbildung ist hierzu nicht erforderlich, wohl aber ein durchaus unbescholtenes ^Vorleben. Der AnfangSgehalt beträgt 720 Mark, steigt aber auf 1200 Mark und bei weiterem Avancement bis zu 1800 Mark pro Jahr. Meldungen sind an die betreffenden Oberpostdirectionen zu richten.
Darmstadt. 11. Januar. Seine Königliche Hoheit der Großherzog begaben sich gestern Vormittag, einer Ein ladung des Frhrn. v. H e y l zu Herrnsheim folgend, zur Jagd bei Herrnsheim, dinirten in HeylShof zu WormS und kehrten Abends mit Extrazug hierher zurück.
△ Mainz. 11. Januar. Eine auS Anlaß der Entlaffung eines Brauers aus der Mainzer Actien Bierbrauerei gestern Abend stattgehabte Brauer-Versammlung beschloß in Anbetracht der ungünstigen Zeitverhältniffe von einem Strike in der genannten Brauerei Umgang zu nehmen. Die Ber sammlung stellte dagegen folgende Forderungen auf, die den hiesigen Brauereien bei paffender Zeit vorgelegt werden sollen: 1) Zehnstündige Arbeitszeit incl. drei Stunden Ruhepause. 2) Die Sonntagsarbeit dauert drei Stunden und werden Ueberftunben an Sonntagen mit 50, an Werktagen mit 40 Pfg. honorirt. 3) Anständige Behandlung Seitens der Vorgesetzten. 4) Zusicherung vollständiger CoalitionSfreiheit. 5) Ein Minimallohn von 24 Mark wöchentlich. — Vor dem Provinzialausschuß der diesseitigen Provinz wird kommenden Freitag der gegen die Gültigkeit der jüngsten ErgänzungS- wahlen zur hiesigen Stadtverordnetenversammlung erhobene RecurS verhandelt. Hinter den durch zwei Rechtsanwälte verbeistandeten, dem Arbeiterstande angehörende Recurrenten stehen hervorragende Mitglieder der bei der Wahl unterlegene» Parteien und gibt man sich vielseitig der Hoffnung hin, daß der Provinzialausschuß die vorgenommenen Wahlen für ungültig erklären werde. — Oberbürgermeister Kü chler in WormS hat gegen das in der verfloffenen Woche von dem hiesigen Schöffengericht erlaffene Unheil, welches den Oberbürgermeister wegen Beleidigung der hessischen Kreistechniker begangen durch eine Rede auf dem hessischen Städtetag zu einer Geldstrafe von 25 Mark conbemnirte, ba« Rechtsmittel der Berufung ergriffen.
W,rm8. 11. Januar. Dcr Buchhalter eines hiesige« bedeutenden Geschäftes ist nach Unterschlagung einer beträchtlichen Summe und nach Verübung einer Fälschung


