Ausgabe 
12.12.1893 Erstes Blatt
 
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Aussicht gestellte Novelle zum Unfallverficherungsgesetz möglichst noch in dieser Session dem Reichstage zugehe.

Mit der Berathung dirser Anträge wird die deS Antrags der Abgg. v. Staudy und Steppuhn fconf.) verbunden: Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, baldmöglichst dem Reichstage einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen das Jnvaliditäts- und Al lersversich-rungsgesetz dahin geändert wird, daß eine Vereinfachung desselben, insbesondere durch Besetttgung der Mißstände, welche eine nothwendige Folge des Markensystems find, herbeigesührt werde.

Abg. v. Staudy begründet den conseroativen Antrag. Tas Gesetz sei eine Geistesarbeit allerersten Ranges; die Unzurriedenbett gegen dasselbe richte sich auch nur gegen die Construclion. Der Antrag Atchbtchler lasse einige Punkte unberücksichtigt, die besonders im Osten Beschwerden veranlassen. Die Belastung durch das Marken­system trifft den kleinen Mann am schwersten und ist für den kleinen Mann auf dem Lande fast unerträglich. DasKlebegesetz" ist in inettcn Kreisen geradezu verhaßt. Bedauerlich ist auch, daß in einer Zeit wtrthschastltcher Depression so große Summen dem Umlauf ent, zogen werden. Die Last ist ungleich vertheilt, da das Arbettsproduct des Ostens mehr werth ist alS das des Westens. Die Methode der Mtttelausbringung muß geändert werden. Ganz hinfällig war der Einwand, daß es nicht anders gehe. Das Deckungsverfahren kann durch ein Umlageoersahren ersetzt werden. Das Nachweisversahren ist zu beseitigen und dafür nur Bestimmung zu treffen, in welchen Fällen die Rente nicht gewährt wird.

Staatssecrelär Dr. v. Bötticher: Wenn der Junge auch nicht so gerathen ist, wie es seine Väter wünschten, so hat er doch auch gute Seilen. (Heiterkeit) Das Jnvaliditäts- und Altersver- sicherungsgeseh war ein Sprung ins Dunkle, wir hatten kein Vorbild. Eine Aenderung des Gesetzes von Grund aus ist nicht nöthig. In aroßen Kreisen unseres Landes besteht allerdings Unzufriedenheit mit dem Gesetz, in anderen Kreisen, so in Sachsen, Baden, Württemberg, in vielen Theilen Preußens, so in Hildesheim, bestehe diese Unzu­friedenheit nicht, weil man dort die Erleichterungen und Hülssmtttel benutzt hat, die das Gesetz selbst an die Hand giebt. Was will man Besseres machen? Der Vorredner wollte ein ganz anderes Princip einführen, als ursprünglich in Aussicht genommen war. Man war von vornherein entschlossen, die Versicherung nicht zu einer Prämie auf Faulheit zu machen. Durch das Umlagever­fahren wird man das Markensystem nicht los; man würde damit zwar die Gegenwart entlasten, aber die Zukunft um so schärfer belasten.

Die Verwaltungskosten sind weit hinter dem, was veranschlagt war. Sie betragen bis jetzt 40 Pfg. per Kopf, statt 1 Ml.; sie machen 4,17 pCt. der Renten aus. Zu einer Aenderung der Prämien- sätze ist nicht zu rathen. Wollte man an Stelle der großen Versicherungs­anstalt kleine Verbände setzen, so würden sich die Kosten nur erhöhen und ungleicher oertheilen. Mit Ersetzung der obligatorischen durch eine sacultatioe Versicherung würde man ein Grundprincip des Ge­setzes umstoßen. Die Regierung wird Verbesserungen deS Gesetzes tm Auge haben und alle Vorschläge eingehend erwägen. Die ange- kündigte Novelle zum Unfallverficherungsgesetz liegt fertig vor. lieber eine weitere Vorlage zur Beseitigung von Mängeln des Unfallver­sicherungsgesetzes finden noch Correspondenzen statt; die Regierung glaubt aber mit Sicherheit annehmen zu können, daß beide Entwürfe dem Reichstage noch in dieser Session zugehen können.

Kal. bayr. Ministerialrath v. Landmann oertheidigt die Organisation der Jnvaliditäts- und Altersversicherung gegenüber Atchbtchler, welcher Berufsgenossenschaften als Träger der Ver­sicherung verlangt, die berufsgenossenschaftliche Organisation würde viel tbeurer sein.

Abg. Dr. Sigl (wild): Das Markenpapperlgesetz muß ganz bedeutend verändert werden, namentlich nach der Richtung der Land- wirthschast hin. DaS Gesetz befriedigt weder Arbeiter noch Arbeit­geber, schon weil Beide zahlen müssen. Das Geld wird zunächst in den Taschen der Regierung ausgespeichert und das erregt allenthalben Mißstimmung. Lassen Sie das Gesetz bestehen und nehmen Sie die Handelsverträge an, dann werden Sie ihr blaues Wunder sehen.

Abg. Gamp (Rp) weist auf verschiedene Unzuträglichkeiten bei der Unfallversicherung hin und hält bei der Jnvaliditäts- und Altersversicherung an der Eapttalsdeckung fest. Dagegen wäre eine Ermäßigung der Beiträge schon jetzt möglich. An Stelle der Ouittungskrirten solle man Quittungsbücher einführen, sowohl im Interesse der Sparsamkeit wie der Vereinfachung des Verfahrens. So lange man die äußerste Durchführung deS Prtncips der Leistung und Gegenleistung festhält, ist das Markensystem unentbehrlich. Aber wozu muß denn an jenem Princip so stricte seftgehalten werdend In der Schweiz geht man damit um, auch eine Alters- und Invali­ditäts-Fürsorge einzuführen, ein großer Theil der Kosten soll aber dort durch eine Tabakssteuer aufgebracht werden.

StaatSsecretär v. Bötticher erwidert Dr. Sigl, daß gerade in Bayern die Landwirthschast größeren Dortheil von der Jnvalidi- täts- und Altersversicherung gehabt als die Industrie.

Hierauf wird ein Vertagungsantrag angenommen.

Montag 1 Uhr: kleine Vorlagen, Interpellation, betr. den Schluß der Verkaufsgeschäfte am Sonntag vor Weihnachten, Novelle zum Militärpensionsgefitz, Fortsetzung der heutigen Berathung, An-

Ergründung der Wahrheit etwas mit peinlicher Frag (d. h. mit der Folter) angegriffen, so hat man doch von ihm nichts sonderlich Missethätiges erfahren können.

Das Unheil lautete dahin, daß die Weibsperson an den Pranger gestellt werden sollte, beide aber ihrer Haftenoff scharpffe Bhrpheden" zu entlassen und aus der Stadt zu ver- weisen seien.

Im Jahre 1591 wurde ein Junge, dessen Alter nicht angegeben ist, wegen Diebstahls nach Burg Friedberg in den Thurm gebracht und daselbst 14 Tage bei Wasser und Brod eingesperrt. Schon tm Jahre vorher war er in Nauheim aus demselben Grund gegriffen und mit Ruthen gesteupt worden. Nach auSgestandener Hast wurde er vom Scharf­richter im Gefängniß mit Ruthen wol gestrichen, vor weiterem Diebstahl verwarnt und dann nach Angeloben, sich der Burg- obrigkeit auf drei Mell Wegs nicht genahen zu wollen, an der hintersten Pforte der Burg laufen gekästen.

Aber schon am Nachmittag desielben TageS wurde der Junge wieder ergriffen, gerade wie er mit einem großen Pack gestohlener Sachen sich aus der Stadt inS Feld machen wollte. Er wurde in die Burgschreiberei vor den Burggrafen geführt und gefragt, ob er so schnell die heutige Strafe ver- geffen habe. Er antwortete, daß er Alles auf Geheiß seiner Mutter gelhan habe. Der Herr Burggraf ließ alsbald nach ihr greisen und beide, Mutter und Sohn, absonderlich inS Gefängniß legen. Nach 14 Tagen wurde der Junge durch den Scharsrichter eine Stunde lang an den Pranger am Saal gestellt, hernach öffentlich durch die Burg bis an den Haspel gegen den Garten mit Ruthen gesteupt und bafelbften aber­mals ihm der Burg und Stadt Friedberg Obrigkeit bei Leibesstraf verboten.

TagS darauf wurde auch feine Mutter Vs Stunde an den Pranger gestellt und dann ebenfalls der Burg und Stadt verwiesen.

(Fortsetzung folgt.)

trag auf Gewährung freier Fahrt an die Reichstagsabgeordneten auf allen deutschen Bahnen.

Cocains und provinzieller.

Hießen, den 11. Tecember 1893.

Theaterverein. Ehe das alte Jahr zur Rüste geht, läßt der Theaterverein auf seiner Bühne noch einmal die heitere Muse erscheinen. Das Enfcmble des Frankfurter Stadttheaters wird kommenden Mittwoch den dreiactigen SchwankCHarleys Tante" von Brandon-Thomas zur Darstellung bringen. Ein außerordentlicher Ruf eilt dem Stück voraus. Seit zwei Monaten ergötzt es die Reichs- Hauptstadt und erzielt allabendlich im Adolph-Ernst-Theater einen noch selten erlebten Heiterkeitserfolg. Wir wollen von der Handlung nichts verrathen und sagen nur so viel, daß eine luftige Scene die andere ablöst, daß jede Rolle mit der unglaublichsten, tollsten Komik gewürzt ist, und daß das Publikum fortwährend in der fröhlichsten Stimmung erhalten wird. Ja die Lachsalven aus dem Adolph-Ernst-Theater drangen bis an das Palais des Kaisers, der sich in Potsdam CharleyS Tante" in Gegenwan des gesammten Hofstaates vorführen ließ. Wir sind überzeugt, daß daS Stück auch in Gießen ein sehr dankbares Publikum findet, zumal die Auf­führung durch unsere bewährten Frankfurter Freunde eine ganz vorzügliche zu werden verspricht.

* * Kammermusik. Mit Rücksicht auf die am Mittwoch, den 13. d. M. stattfindende Vorstellung im Theaterverein wird der zweite Kammermusikabend in der Loge erst am Sonnabend, den 16. December abgehalten werden.

* * Z. Neues Theater. Der gestrige Abend brachte uns die Premiere eines EinactersDie Brüder", dessen Verfaffer seinen Namen zwar verschweigt, uns aber in jedem Worte, welches er den Personen seines Schauspiels in den Mund legt, zeigt, daß seine Ideale bei den Modernen, insbesondere bei Sudermann, zu suchen sind, ohne daß es ihm indeß ge­länge, diese Heroen der Gegenwart auch nur annähernd zu erreichen. Der Inhalt des gestrigen Slückes mag hier in kurzen Zügen wiedergegeben sein: Bruno Hildberg, ein reicher, nicht mehr ganz - junger Kausmann, kommt von England zurück und bringt seine ihm dort jüngst angetraute Gattin mit in fein Heim. Hier warten beider bereits Brunos jüngerer Bruder Axel und das Factotum des Hauses, der alte Buch­halter Jacob. Letzterer, ein unangenehmer, heuchlerischer Mucker, erzählt kurz vor der Ankunst Brunos dem jüngeren Hildberg unter stolzem Pochen auf seine Moralität und Ehren­haftigkeit, daß er vor Jahren in einer eisigen Winkemacht seine einzige Tochter auf die Straße gestoßen, da sie ihm einen Fehltritt eingestanden. Kaum hat Jacob seine Er­zählung beendet, als das neuvermählte Paar ankommt; sofort erkennt Axel in der jungen Frau eine Dame wieder, der er sich einst aus einer Seereise anverlobt, ohne jedoch ihren Namen und Verhältnisse zu kennen, und entbrennt aufs Neue in heißer Liebe zu ihr. In einem Gespräche, das bald nach der Ankunft statifindet, enthüllt ihm nun der Bruder ein Geheimniß, das das Verderben heraufbeschwören soll. Jener nämlich, Bruno, war es, der des Buchhalters Tochter ver­führt, und jetzt auf feiner Herfahrt hatte er sie als gemeine Dirne krank auf der Straße liegend gesehen. Statt nun dies Bekenntniß todtzuschweigen, reizt Axel den Bruder da­mit in Gegenwart von dessen Frau in der allerhämischsten Weise, so daß dieser mit der Pistole in der Hand auf den Störer seines Eheglücks eindringt- doch statt seiner ermordet er die eigene Gattin, die die Kämpfenden hatte trennen wollen. Dem Verfasser wohnt entschieden poetische Erfin- dungs- und Gestaltungsgabe inne, auch beherrscht er die Sprache ganz leidlich, indeffen zum wirksamen Bühnenschrift­steller fehlt ihm noch manches. Sein gestriges Stück wenigstens krankt atr mehreren recht schweren Nebeln. Vor Allem ist die Handlung unwahrscheinlich tm höchsten Grade. Der Schluß, nein, von einem Schluß kann doch nicht eigentlich die Rede sein, wenn das Stück damit aufhört, daß der Mörder seiner eigenen Gemahlin sich dazu herbeiläßt, zu ge­loben, er wolle für sein Opfer beten sagen wir also bester, das Ende ist völlig unbefriedigend. Und dann die Tendenz des Stückes? Der Autor will uns doch nicht etwa darüber belehren, daß es Dirnen, Mucker oder Verführer gibt? Was er gewollt, läßt sich höchstens ahnen, nämlich eintreten für jene gefallenen Mädchen- indesten klar und bestimmt zum Ausdruck kommt dies nicht durch den Gang der Handlung. Auch die Characteristik der einzelnen Personen läßt zu wünschen übrig. Scharf gezeichnet ist eigentlich nur die Figur des unsympathischen, ja geradezu abstoßenden Buchhalters. Axel ist als Bruder ganz unnatürlich, während Bruno, der Lebemann, eine Dosis menschlichen Mitgefühls zeigt, die man sonst bei dieser Klasse von Leuten vergeblich suchen dürfte. Die einzige weibliche Person deS EinacterSMathilde" ist ganz matt und farblos gehalten. Die Ausnahme deS Stückes beim Publikum war eine gecheckte, vielleicht trug dazu noch viel die ziemlich unglückliche Wiedergabe bei. Gut waren eigentlich nur Herr Niemeier (Bruno) bis auf die etwas zu jugendliche MaSke, und Herr Majewski (Jakob) mit Ausnahme einiger zu sehr gemachter Momente. Herr Stückel (Axel) verdarb seine Leistung durch sein allzu manirierteß Mienenspiel, während Fräulein Geigler kaum tm Stande war, die vorn Dichter gedachteMathilde" irgend­wie zu treffen. Die beiden anderen außerdem aufgeführten Lustspielchen geben zur Besprechung wenig Anlaß, sie wurden statt gespielt und erfüllten ihren Zweck, indem sie das Publikum recht tüchtig amüsirten.

* Die zweite S;peri»eatal Soiree des Herrn Eh arleS Wolton über Suggestion, WillenSbeelnflußung fand gestern Abend InSteins Garten" statt. DaS zahlreich erschienene Publikum zeigte lebhaftes Jntereste für die geheimnißvollen Erscheinungen deS Schlafwandelns, die fortgesetzt daS Studium der Wistenschast sind. Wir wollen eS hier unterlaßen, eine genauere Schilderung der Vorstellung zu bringen, da wir in

der letzten Nr. d. Bl. unS eingehend damit beschäftigten» Experimente auf diesem Gebiete anzusehen, ist für Jeden von Jntereste, kann' doch mancher unserer Mitmenschen in diesen abnormen Zustand versetzt werden. Nach Schluß der Vor­stellung lohnte reicher Applaus Herrn Wolton, der auf diesem Gebiete sehr erfahren und eS versteht, seine Medien ganz seinem Willen zu unterwerfen.

* * Diebstahl. Am vorigen Samötag Abend wurden auS einem HauSgarten in der Weftanlagc verschiedene Strümpfe gestohlen. Ein des Diebstahls Verdächtiger, der in dem Hause gebettelt hatte, wurde verhaftet.

* In den letzten Tagen der verflostenen Woche fand durch einen Beamten der Jnvaliditäts- und Altersversicherung-- anstatt eine Revision der Karten der unständigen Arbeiter, als: Wäscherinnen, Näherinnen und ^Büglerinnen zc. statt. ES haben sich viele Mißstände gezeigt und wird manche Be- ftrafung folgen. Von vielen Seiten ist von den Arbeitgebern nicht darauf gesehen worden, ob der Arbeiter eine Marke in die Karte für die betreffende Arbeitswoche geklebt hatte, und auch unterlassen worden, den vom Arbeitgeber an die Arbeiter zu leistenden Beitrag von 7 Pf. an letzteren zu verabfolgen. Für die Arbeitgeber empfiehlt eS sich, sich jedeSmal die Karte vorzeigen zu lasten. Bon den Arbeitern wird darüber Klage geführt, daß sie Montags nicht engagirt würden wegen der 7 Pf. Beitragsleistung- inwieweit die- richtlg, wollen wir dahingestellt fein lasten.

* Straßeureiuiguug. Das Reinigen aSPhastirter und cementirter Trottoirs von Schnee und Ei» erfolgt häufig mittelst Anwendung eiserner Stoßelsen, Hacken u. bergt, wodurch der Belag der Trottoirs beschädigt wird. Wir machen darauf aufmerksam, daß daS Austhailen am zweckmäßigsten durch Viehsalz bewerkstelligt wird. Die hiesigen Polizeiorgane sind angewiesen, jede mit Gewalt vor­genommene Anwendung der Trottoirreinigung alS Sachbe­schädigung anzuzeigen.

* * Kirchliche Dienstnachrichten. Am 26. October wurde dem Pfarrer Johannes He zu Oppenheim die katholische Pfarrstelle zu Hofhelm, Decanat Bensheim, mit Wirkung vom 8. November an, übertragen.

Schuldienst - Nachrichten. Am 8. November wurde dem Schullehrer Johannes Harrach zu Elsheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Zornheim, Krei» Mainz, übertragen; am 11. November wurde dem Schul- amtsaSptranten Heinrich Kraft auS Wiebelsbach d>e Dritte Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu BrenSbach, Rr. Die bürg, an demselben Tage wurde dem SchulamtSaSpiranten Adam Wlllmann aus Altheim eine Lehrerstelle an der evangelischen Schule zu Groß-Umstadt, Kr. Dieburg, am 14. November wurde dem SchulamtSaSpiranten Eduard Hinkel auö Framersheim eine Lehrerstelle an der Gemeinde­schule zu Nieder-Beerbach, Kr. Darmstadt, am 18. Novbr. wurde dem SchulamtSaSpiranten Georg Richt scheid au» Weinheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu WieS- Oppenheim, Kr. WormS, am 19. November wurde dem SchnlamtsaSptranten Carl Klippstein auS Offenbach eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Dreieichenhain, Kr. Offenbach, an demselben Tage wurden den Schullehrern Emil Moog zu Rohrbach und Wilh. Voltz zu Steinberg Lehrerstellen an der Gemeindeschule zu Weiterstadt, Kr. Darm­stadt, übertragen.

Erledigte Lehrerstellen. Erledigt sind: Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-E'chbach mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerftellc an der Gemeindeschule zu EnSheim mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Traisa mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk.

Postpersonalnachrichten. Dem Ober - Postsecretär Bernius aus Darmstadt ist die Vorsteherstelle deS Post­amts I iu Friedberg (Hessen), dem Ober-Postfecretär Seelgen auS Darmstadt die Vorsteherstelle deS Postamts 2 in Darm­stadt, dem Postsecretär Wippermann auSFrankfurt (Main) die Vorsteherstelle deS Postamt» II in Oppenheim und dem Postassistentcn Fi tz ky auS Mainz die Vorsteherstelle deS Post­amts III in Schotten, zunächst probeweise übertragen worden. Versetzt sind: Der Postmeister Schmitz von Oppenheim nach Heppenheim (Bergstr.), der Postvcrwalter Feuerstein von Schotten nach Nierstein, die Postassistenten G. Schäfer von Schlettstadt nach BenSheim und Enenkel von Mainz nach WormS, sowie der Telegrahhenasfistent Krauß.von Offenbach (Main) nach Darmstadt. Der Postassistent Bock in Langen (Bez. Darmstadt) ist zum Postverwalter ernannt und al» solcher etatsmäßig angestellt worden. Der Post­secretär a. D. Adam in Mainz ist gestorben.

* * Bon hessische« Behörden werben steckbrieflich verfolgt: CommiS Karl Wilhem Beck von Darmstadt von der Staat»' anwaltschast daselbst wegen Urkundenfälschung- Dienstmagd Karoline Brand zu Offenheim vom Amtsgericht Nieder-Olm wegen Diebstahls- Dienstknecht JohS. Fuhrmann, geb. in Mannheim, zuletzt in Wendelsheim, vom AmtSanwalt in Alzey wegen Körperverletzung - Karl M a u S von Dom- Affenheim, der auf Grund entwendeter Legitimationspapiere wahrscheinlich unter dem Namen Heinrich Steller von Bruchenbrücken reift, vom Amtsgericht Homberg wegen Dieb­stahls - Maurer Karl Mai rose auS Schieppenbeil, zuletzt in Bad-Nauheim, vom dafigen Amtsgericht wegen Körperverletzung- Taglöhner Heinrich Opper von Ober-Beerbach vom Amts­gericht Zwingenberg wegen Betrugs- Former Friedrich Redlich von Sömerda vom Amtsgericht Offenbach wegen Unterschlagung- Landwirth Heinrich Schlitt II. von Leusel vom Untersuchungsrichter I. in Gießen wegen Meineid» und vom Amtsgericht Alsfeld wegen Bedrohung und Körper- Verletzung- Schmied Jakob Scho ller von Wintersheim vom Amtsgericht Osthofen wegen Strafverbüßung- ein angeblicher