— Der Tabak st euer-Gesetzentwurf soll in aller« nächster Zeit zur vollständigen Veröffentlichung gelangen, so daß man endlich auch über die Höhe der Steuersätze Authentisches erfahren wird.
— Die letzthin aufgetauchten ZeitungSgerüchte über besonders hohe Forderungen für Marinezwecke im Etat für 1894/95 werden von der „Nordd. Allg. Ztg." auf Grund eingezogener Informationen von zuverlässiger Seite dementirt. DaS halbofficiöse Blatt versichert, die Mehr« forderungen deS Marineetals würden daS durch die plan« mäßige Fortentwickelung der Marine Erforderliche nicht über« schreiten, — Die- Dementi klingt ganz erfreulich.
— Zum bevorstehenden Zusammentritt einer Commission von hervorragenden Cavallerie- Offizieren wird der „B. B.-Ztg." von militärischer Seite geschrieben: Die Erfahrungen der jüngsten Manöver galten vornehmlich der Cavallerie. Mir besonderem Jntereffe wird darum dem bevorstehenden Zusammentritt einer Commission von hervorragenden Cavallerie-Ofsizieren entgegengesehen. Fragen, die seit geraumer Zeit als erledigungsbedürftig betrachtet wurden, sollen endlich zum AuStrag kommen. Im Mittelpunkt dieser Dinge steht die Frage einer neuen Exercir- Ordnung für die Cavallerie. Bedeutsam ist die Thatsache, daß ein Gedankenaustausch über die fragliche Angelegenheit mit österreichischen Capacitäten stattfindet und daß die Folge« rungen der gewonnenen Erfahrungen auch im verbündeten Staate an der Donau zu gleichen Neuordnungen führen sollen. Im Ernstfälle würde eine combinirte Cavallerie-Masse auS Truppen beider Staaten sonach Schwierigkeiten nicht mehr begegnen können, denn die tactischen Evolutionen würden bei den gleichmäßig geschulten Reitern nach einem Commando ausgeführt werden können, gehe dies von einem österreichischen oder einem deutschen cavallenftischen Heerführer auS. Die politischen Bortheile dieser leichten Verschmelzung der Truppen der Alliirten springen in die Augen.
— Die Russen feste. Wie der „Voss. Ztg." auS Paris gemeldet wird, wird die Postverwaltung für die Dauer des Aufenthaltes des russischen Admiralschiffes in Toulon eine eigene Kabelverbindung zwischen diesem und dem Feftlande Herstellen und an Bord ein Telegraphenamt zum ausschließ« lichen Gebrauch Avellans und seiner Offiziere einrichten. Gleichzeitig verlautet von weiteren Ehrengeschenken für die russischen Seeleute. Die Stadt Toulon stiftet dem Admiral Avellan einen silbernen Becher mit entsprechenden Inschriften und Sinnbildern, andere Städte beschenken die Gäste mit Schaumweinkelchen, Cigarrentaschen, Denkmünzen und Albums.
AoS Kurhesseu, 7. October. Der ehemalige PredigtamtS- candidat und jetzige sociald emokratlsche Agitator Th. v. Wächter auS Stuttgart bereist gegenwärtig unsere Gegend und hält in den größeren Städten, wie Hanau, Kassel u. a., in socialdemokratischen Volksversammlungen Borträge, in denen er „die sittliche Berechtigung der soctaldemo« kratischen Bestrebungen" erörtert und ferner nachzuweisen sucht, daß recht wohl ein Soeialdemokrat ein guter Christ sein könne. Er erklärt für den größten taktischen Fehler der Socialdemokratie, daß dieselbe bis jetzt einen großen Theil ihrer Agitationskraft auf den Kampf gegen Religion und Kirche verwandt hat. Wegen seiner versöhnlichen Stellung zum Lhristenthum hält sich v. Wächter für die allein geeignete Person, einen socialdemokratischen deutschen Bauernverein ins Leben zu rufen, was er in aller Kürze auSzuführen gedenkt.
Artslau-.
— AuS dem Congostaate sind neue Stegesnachrichten in Brüssel, als dem officiellen Sitze der Congo«Regierung, ein« getroffen. Sie besagen, daß die Antisclaverei-Expeditlon des CapitänS Jacques unter Anführung deS Lieutenants Davister die Araber neuerdings schlug und Koffongo, die letzte bedeutende Araberfestung im oberen Congogebiet, eroberte und zerstörte. Einzelheiten stehen noch aus.
Paris, 10. October. Marschall Mac Mahon, der ehemalige so gefeierte Paladin deS zweiten Kaiserreiches und nachmalige Präsident der französischen Republik, ist in Paris auf den Tod erkrankt. ES scheint für den Sieger von Magenta oder, wenn man will, für den Besiegten von Wörth und Sedan keine Rettung mehr zu geben, zumal wenn man bedenkt, daß Mac Mahon im November sein 85. Lebensjahr vollenden würde, also schwerlich mehr noch genügende Straft und Zähigkeit des Körpers besitzt, dem Anfalle der schweren Krankheit, die ihn erst vor wenigen Tagen niederwarf, zu trotzen. Ein am Montag Abend auSgegebeneS Bulletin über das Befinden des greisen Marschalls lautet: „Die Lage ist eine ernste, indeffen zeigt sich eine geringe Befferung im Befinden deS Erkrankten." Zur gleichen Zeit scheinen auch die Tage eines anderen, von seinen Landsleuten einst hochgefeierten Franzosen gezählt zu sein, Ferdinand von LessepS. Der an der Schwelle zum 89. Lebensjahre stehende berühmte Erbauer deS Suez-CanalS ist seit einigen Tagen derartig erkrankt, daß keine Hoffnung auf Wiedergenesung vorhanden sein soll.
Neueste Nachrichten.
WolftS telegraphisches Korrespondenz - Bureau.
Berli», 10. October. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Erklärung deS ProfefforS Reuleaux, wonach an der Behauptung des „Iran Age", Reuleaux hätte in einer in Chicago gehaltenen Rede die deutschen Arbeiter unter die amerikanischen gestellt, kein wahres Wort sei. Reuleaux habe die bedeutenden Fortschritte der Amerikaner in Bauwerkzeugen und Vorrichtungen, sowie Maschinen für GenauigkeitSmeffungen hervorgehoben, aber gar nicht von der Tüchtigkeit der Ar« better gesprochen, noch weniger habe er Vergleiche der beiderseitigen Arbeiter angestellt.
'■Rom, 10. October. Der „Agenzia Stefan!" wird auS London telegraphirt, die Admiralität habe heute endgilttge Verhaltungsvorschriften für den Besuch deS englischen
Geschwaders in den ualienischen Häfen an den Admiral Seymour erlaffen. DaS Geschwader werde am 16. October in Tarent eintreffen und sich dann nach Spezia begeben. Diesen Weg habe die Admiralität mir Rücksicht auf die im Mittelmeer zur Zeit giltigen Quarantäne-Maßregeln vor- gefchrieben.
Loudon, 10. October. Die heute in Derby abgehaltene Versammlung der Grubenbesitzer verwarf neuerdings die Forderungen der Bergarbeiter, die Arbeit zum alten Tarif wieder aufzunehmen, schlug jedoch zwecks Beendigung deS gegenwärtigen NothstandeS den Wiederbeginn der Arbeit am nächsten Montag bei 15procentiger Lohnherabsetzung vor. Die Grubenbesitzer schlugen ferner die Ernennung eines aus Grubenbesitzern und Bergleuten bestehenden Schiedsgerichts zum Zwecke der Lohnregulirung in Zukunft vor.
Brussel, 10. October. DaS Bureau der Internationalen FriedenSliga hielt bei geschloffenen Thüren seine erste Sitzung. Ministerpräsident Beernaert empfing heute Morgen die Delegirten.
Charleroi, 10. October. Im Kohlenbecken von Charleroi hat die Erregung erheblich nachgelassen- zweitausend Arbeiter nahmen die Arbeit wieder auf. Die Agitation ist eingestellt. Die Wiederaufnahme der Arbeit wird voraussichtlich morgen bereit- umfangreicher sein.
Depeschen deS Bureau „Herold".
Berlin, 10. October. Die „Nordd. Allg. Ztg." weift in einem Leitartikel über die geplante Tabakfabrikat, steuer statistisch nach, daS Geschrei über die drohende Ueber- lastung des Tabaks sei ungerechtfertigt, da bisher Deutschland im Gegentheil zu den anderen Ländern jährlich die geringste Einnahme auS Tabak ziehe. Das Blatt betont, es handle sich nicht um eine Deckung zukünftiger, sondern um eine solche bereits beschlossener Ausgaben, um Beseitigung der Wirkung von Mindereinnahmen.
Berlin, 10. October. Heute Mittag 48/4 Uhr hat die Leichenfeier des verstorbenen Generals v. Versen mit militärischen Ehren ftattgefunden. Das Kaiserpaar hatte einen Galawagen entsandt und prächtige Blumenspenden am Sarge niederlegen laffen.
Berlin, 10. October. Das ReichSmarineamt hat für die Schiffe der kaiserlichen Marine neue Bestimmungen über die Seeklarheit der in Dienst gestellten Schiffe auS- gearbeitet, da sich die bisher in Kraft gewesenen Bestimmungen vom 11. September 1887 als veraltet erwiesen haben. Die neuen Berichte über die Seeklarmeldungen berühren einunddreißig Hauptpunkte.
Berlin, 10. October. Eine gestern abgehaltene Anar- chisten-Versammlung, welcher viele fractionelle Socia- lislenführer beiwohnten, verlief äußerst tumultuös. Werner sprach über unehrenhafte Handlungen der socialdemokratischen Führer und griff namentlich Grillenberger, Fischer und Bebel an.
Berlin, 10. October. Die osficiösen Angaben, soweit eine gesetzliche Regelung deS ContractbruchS der ländlichen Arbeiter geplant sei, sind laut „Doff. Ztg." nicht ganz zutreffend. Richtig sei nur, daß die Regierung eine umfassende Abänderung der bestehenden Vorschriften über die Beschäftigung der ländlichen Arbeiter schon seit längerer Zeit erwäge.
Berlin, 10. October. Die vollständige Veröffentlichung deS TabakfabrikatsteuerentwurfeS soll in den allernächsten Tagen, noch lange vor Eröffnung des Reichstages erfolgen, dagegen sei über die wesentlichsten Punkte deS Weinsteuerentwurfs zwischen den Regierungen noch keine Verständigung erzielt.
Lübeck, 10. October. Anläßlich der morgigen Feier des 750jährigen Bestehens Lübecks ist die Stadt prächtig geschmückt. Eine Reihe von Festlichkeiten finden heute Abend und morgen statt.
Mannheim, 10. October. Da eine Choleragefahr nicht mehr existirt, sind alle Schiffscontrolstationen zwischen Mannheim und Düffeldorf aufgehoben worden.
Würzburg, 10. October. Die heute begonnene Ver« Handlung gegen den Lieutenant Hofmeister, welcher wegen socialistischer Umtriebe angeklagt ist, findet unter vollständigem Ausschluß der Oeffentlichkeit statt.
Bern, 10. October. ES gilt für sicher, daß die Schweiz vom 1. Juni 1894 ab der mitteleuropäischen Zeit beitreten werde.
Wien, 10. October. Zum Schutze der österreichisch- ungarischenUnterthanen wurde baß Kriegsschiff „Zriny" von Gibraltar nach Brasilien beordert.
Rom, 10. October. Die erste und zweite Division deS englischen Geschwaders laufen am 14. dss. Mts. in T a rent ein.
Neapel, 10. October. Der „Matino" veröffentlicht eine Depesche aitß Sp ezzia, wonach der König und der Prinz von Neapel am 12. d. M. dorthin kommen, um das englische Geschwader zu begrüßen. Der Marineminister trifft am 15. d. M. ein.
Mainz, 11. October. Cap ellmeister Kern wurde zu 1 Jahr Festung und Degradatton verurtheilt; heute wurde derselbe von hier forteßcorttrt.
Würzburg, 11. October. Der UrtheilSspruch gegen Lieutenant Hofmeister wegen socialistischer Umtriebe wurde lla/4 Uhr Nachts verkündigt. Hofmeister wurde frei- gesprochen.
Locialwissenschastlicher (Kongreß zu Frankfurt a. M.
Die am Sonntag unterbrochene DiScussion wurde heute Morgen fortgesetzt, allerdings bei einer weit geringeren Theil- nehmerzahl als gestern, da Viele derselben bereits abgereist waren. Zunächst schilderte Herr Will-Hamburg die noch tief im Argen liegende Arbeitsvermittlung für Matrosen und Schiffsarbeiter. Er verlangte, daß die Rheder em Arbeit-
nachwelS-Bureau, ähnlich dem der Hamburg-Arnenkanifchel Packetfahrt-Aktiengesellschaft errichten.
Herr Amtsrichter Kuhlmann-Braunschweig glaube daß die Arbeitsvermittlung noch so ideal durchgeführt, die Arbeitslosigkeit nicht beseitige. Der Kampf zwischen Arbeu. gebern und Arbeitern muffe durch baß Eingreifen der neu. traten winhschaftlichen Kreise entschieden werden.
Müller-Brackwede spricht für die städtischen ArbeitSnach, weise unter einer vom Reich zu unterhaltenden Centralsteve und hofft, daß er und der Vorsitzende beß Berliner Arbeit!. Nachweise- Herr Dr. Freund demnächst eine Zusarnmenknnst ' von Interessenten zum weiteren Verfolg deS ProjectS anlassen werden.
Ihm folgen noch die Herren Hamel-Bockenheim, Junge- Bremen, Freytag-Frankfurt, Nitzsche-WieSbaden, Boffe Offe» bach, Dr. Quarck-Frankfurt, Schwartz-Lubeck, Hütsch-Franksun, Göller-Frankfurt, Legien-Hamburg, Brandt-Frankfurt, dorf-Wien, Kindler-Niederrad, Fladnng-Bockenheim und Katzen. 'tein-Gießen, alle, je nach ihrer polittschen Ansicht, Stellung zu den beiden Hauptftagen Arbeitsvermittlung und Arbenz, stattstik nehmend. Wenn man auch vor allzu großen Erwartungen warnte, so glaubt man doch von der Durchsührvog der grundlegenden Projecte eine Befferung der Derhältniffe auf dem Arbeitsmarkte erhoffen zu dürfen. Nachdem die drn Herren Referenten, Prof. Dr. T ö n n i eS - Kiel, K. Klog. Stuttgart und Dr. Hirschberg.Berlin, zurückkommend auf ihre Ausführungen, die im Laufe der DiScussion geroonnentn Ansichten theilS ergänzten, manche aufgetauchte irrige Sui- faffung richtig stellten, hatte die Hauptverhandlung ihr Sude erreicht.
Der Vorsitzende beß CongreffeS, Herr Ctabtrath Dr. Flesch-Frankfurt gab fobann em übersichtliches Bild der zweitägigen Verhandlung. Der Gedankengang, daß man durch Verkürzung der Arbeitszeit und durch Lohnverbefferung die Arbeitslosigkeit bekämpfen, schließlich aber zur collectivlftischen Production übergehen müffe, habe zwar viele Vertreter « der Versammlung gefunden, sei indeß wohl etwas vorn cigem. lichen Thema abgeschweift. Geeinigt habe man sich über die Rothwendlgkeit, Arbeitslosenstatistiken durch Staat und Ge- meinden unterstützen zu laffen. Betreffs der ArbeitS-Nachweiie sei man der Meinung, daß diese weit beffer durch die Gemeinden, als durch Vereine und Private gehandhabt werden. Die Unentgeltlichkeit deS Nachweises fei im Princip fast von allen Rednern gefordert worden und wenn auch die Br rathungen den Gegenstand nicht völlig erschöpften, so sei bei eine Verständigung durch gemeinschaftliches Arbeiten der in- teressirten Streife ermöglicht. Wer Recht behalte, das nt&fa die Zukunft lehren, denn die Dinge sähen auS der Ferne anders aus als wie in der Nähe.
Redner schloß sein Resumä mit den Worten. „!Ba unseren Congreß gesehen hat, wird zugeben müssen, baß tl sich dabei um ein Problem hanbelte, dessen Lösung von allen Gliedern der Gesellschaft als nothwendig erkannt wird und dankte Redner Allen, die zu dem Gelingen der Veranstaltung beigetragen. Herr Dr. Mül le r-Brackwede gab dem Dank, gefühle Ausdruck, daS alle Theilnehmer empfunden, daß das jetzt freie deutsche Hochstift diesen so bedeutsamen Congreß angeregt, womit derselbe Nachmittag» 31/, Uhr sein Ende erreichte.
Coeafcs unb provinzielle».
Sießeo, den 11. October 1893.
♦* Zur Landtagswahl. Wenn eine der „Franks. Ztg." auS Heffen zugegangene Nachricht, daß Herr Köhler auf bas Mandat für den Wahlbezirk Gießen - Land zu Guosteo von Hungen-Lich verzichte, auf Thatsachen beruht, so fttbt eine Nachwahl für Gießen-Land bevor. Herr «öh'cr soll den Wahlmännern Herrn W. Bähr zu Hermhag vor- geschlagen haben.
J. B. Nene» Theater, Ernst v. Wildenbruch hatte wegen der Schöpfung, welche morgen (Dienstag) Abend tm Neuen Theater in Scene geht. — „DieHaubenlerche" — von gewisser Seite die schwersten Vorwürfe zu bestehen. Er, der Epigone, der sich sonst auf hohem Kothurn und in elasfischem Jambengewande bewegte, wagte die bekannte Scene mit Lena Schmalenbach zu bieten, welche bei der ersten Aufführung einen Theil beß Publikums mit lähmendem
Schrecken gefangen hielt. Aber ber Dichter selbst vertheibigt
im „Magazin für Litteratur" mit eblem Feuereifer feine
Sache unb gelangt im Verlaufe feines geistvollen Essay» za
bem Schlüsse, baß bie heutige Dramatik, um gesunde» und lebendiges Blut zu gewinnen, nothgedrungen der Unerbittlichkett bedarf.
Diebstahl. In verflossener Nacht wurde au» der Kellnerstube eine» hiesigen Hotel» eine silberne Uhrkette, ein Mecklenburger und zwet Weimarer Lotterieloose ent» wendet. Der Dieb hatte sich, während die Kellner «4 thätig waren, eingefchlichen, einen Koffer erbrochen und H Sachen herauSgenommen. Zwei weitere Soffer wurden doi dem Dieb zu öffnen versucht.
•* 3« hiesigen Schlachthause ist am vorigen Montag ein Hammelfell zurückgeblieben- der unbekannte Sigett- thümer kann dasselbe abholen laffen.
•• Die hessische LandeSfeuerlöschordnung vom 29. März 1890 entbindet von den Diensten der Pflichtfeuerwehr die durch Krankheit ober Gebrechlichkeit, sowie bie durch öffentliche Berufspflicht verhinderten Personen, weiterhin Aerzte, Apotheker und die Angehörigen de» activen Heere». Hier in Gießen waren nun Rechtsanwälte zu den Uebungen der Pflichtfeuerwehr herangezogen worden, was den Vorstand der hessischen Anwaltskammer zu einer Remonstration beim Ministerium veranlaßte. Da» Ministerium hat daraufhin, wie die „Franks. Ztg." meldet, die Shreißämter angewiesen, die Rechtsanwälte zu den Pflichtfeuerwehren für die Folge nicht wehr heranzuziehen, da sie den durch öffentliche Berufspflicht verhinderten Personen beizuzählen feien.
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