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12.9.1893 Erstes Blatt
 
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fan8(crd Graf Caprivi scheint ein ganz vorzüglicher zu fein, kenn trotz der Tagesanstrengungen kann man ihn jeden Slbenb unter dem übrigen Publikum mit dem bayerischen Kriegsminister und anderen Generalen in dem allen Besuchern von Metz bekannten Garten derGermania" sitzen und verschiedene Halbe Münchener trinken sehen. Selbst die Abends schon etwas kühle Witterung scheint ihn nicht zu genieren.

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Ausland.

Die österreichischen Kaisermanöver in Galizien sind am grettag zu Ende gegangen, bereits am SamStag haben dafür die ungarischen Manöver bei BoroS-Sebes in Gegenwart deS Äaifcrg Franz Joseph und der Erzherzöge ihren Anfang genommen. Die galizischen Manöver sollen in rein militäri­scher Beziehung einen hochbefriedigenden Verlauf genommen haben, was schon deshalb bemerkenswerth ist, weil ste sich nahe der russischen Grenze abspielten, auf einem Terrain, welches bei einem kriegerischen Zusammenstöße zwischen Oesterreich und Rußland voraussichtlich zunächst zum Opera« tionSfelde dienen würde.

Das anläßlich deS Gegenbesuchs eines russischen Geschwader« in Toulon bevorstehende neue große französische BerbrüderungS-Tam-Tom würde eine recht merkwürdige Ein« leitung erfahren haben, wenn nämlich der Bericht desFigaro" über das Auftreten des Großfürsten Alexis von Ruß­land in Kreuznach nur Halbwegs wahr ist. Großfürst Alexis weilt augenblicklich nebst seinem Vetter, dem Herzog von Leuchtenberg und besten Gemahlin, der Schwester des Generals Skobeleff, in dem genannten rheinischen Badeorte, und soll der Großfürst hierbei im Hinblick darauf, daß in den Adern der Herzogin von Leuchtenberg französisches Blut fließt, wiederholt unzweideutige Demonstrationen für die französisch- russische Allianz vom Stapel gelassen haben. Bekanntlich nimmt e- aber derFigaro" mit der Wahrheit, namentlich, wenn es sich darum handelt, den verhaßten Deutschen eins auszuwischen, nicht genau; eS muß daher auch sein Bericht über das Auftreten des Großfürsten Alexis in Kreuznach mit großer Vorsicht aufgenommen werden. UebrigenS verspricht sich der Empfang des russischen Geschwaders in Frankreich allerdings großartig zu geftalten, es sind bereits mehrere hunderttausend Francs gezeichnet worden, um denselben möglichst glänzend auSfallen zu lassen.

Prag, 9. September. Ein hiesiges Blatt erfährt, daß die Prager Garnison um vier Bataillone Infanterie verstärkt werde, weil durch den Abgang der Reservisten dte politischen Behörden den jetzigen Stand der Garnison im Bedarfsfälle für unzureichend halten.

Budapest, 9. September. Der Minister des Innern verbot die für morgen in Therasiopol einberufene Katho- Uken-Versammlung, in welcher die Kirchenpolitik der Regierung angefochten werden sollte. Achttausend Personen hatten sich zu der Zusammenkunft angemeldet. Angeblich wurde die Abhaltung wegen der Choleragefahr verboten.

Rom, 9. September. Es verlautet hier, die Lage Ram- pollaS fei durch die bisherige, dem Drei Kunde feindliche Politik schwierig. Dem Papst wird von den Cardinälen ge- rathen, den Dreibund nicht zu bekämpfen. Der Papst beab- sichtigt, die politischen Geschäfte mit Unterstützung seiner Cardinäle selbst zu leiten.

Pari«, 9. September. Sämmtliche Morgenblätter be­schäftigen sich ausschließlich mit dem Besuch des ruf fi» fdjen Geschwaders in Toulon und heben hervor, daß der europäische Friede nie so gesichert gewesen sei, wie seitdem Rußland und Frankreich durch Einverstöndniß das Gleich­gewicht zum Dreibund geschaffen. Die internationalen Socia- listen zeigen sich sehr erbittert über die chauvinistische Politik der leitenden Staatsmänner und betonen, daß Niemand Frankreich angreifen will, sonst hätten die Mächte früher das alleinstehende Land überfallen. Sie sagen, die französischen Revanchegelüste seien da« einzige Hinderniß des vollständigen Friedens.

Pari«. 9. September. Das ComitL der französischen Presse tritt heute Nachmittag zusammen, um das Festprogramm für Toulon endgültig festzustellen. Den letzten Verfügungen zufolge wird daS ruf fische Geschwader sich nicht vor Lissabon, sondern bei Cadix vor der Abfahrt nach Toulon concentriren. Die Ankunft erfolgt am 13. October.

Marseille, 9. September. Der Generalrath der Departe­ments beschloß Carnot zu ersuchen, die russische Flotte möge nach dem Besuch in Toulon auch nach Marseille kommen.

Loudon, 9. September. Die Lage in den aus­ständigen Kohlenrevieren ist eine äußerst bedrohliche geworden. Die Ausständigen beginnen die Ernte zu ver­nichten und die Trinkhäuser, Kaufläden, Bureaux und Kohlen- vorräthe in Brand zu stecken. ES ist wiederholt zu blutigen Zusammenstößen mit der Polizei und dem Militär gekommen, wobei mehrere Personen schwer verwundet wurden. ES macht einen sehr schlechten Eindruck, daß daS Militär auf daS Volk geschossen, waS seit langen Jahren nicht geschehen. Selbst in London ist die Aufregung eine große. Von den Behörden der bedrohten Bezirke sind bedeutende Truppenverstärkungen erbeten worden.

London, 9. September. DaS Oberhaus hat nach viertägiger Debatte mit 419 gegen 41 Stimmen die zweite Lesung der H omerule-Bill verworfen. (Lana an­haltender Beifall.) 8

Petersburg, 9. September. Vom 1. bis 7. September sind in Petersburg 59 Erkrankungen an Cholera und 21 Todesfälle vorgekommen, in Moskau vom 31. August bis 3. September 82 Erkrankungen und 38 Todesfälle. Vom 20. bis 26. August sind in dem Gouvernement Warschau eine Person erkrankt und eine gestorben, in Wolhynien 120 erkrankt, 39 gestorben, in Woronest 205 erkrankt, 86 ge­worben, in Kasan 317 erkrankt, 146 gestorben, in KurSk 778 erkrankt, 310 gestorben, in Mohilew 316 erkrankt,

' ' Erhängt. Ein seit 1. dS. MtS. vermißter Arbeiter

> aus Rödgen wurde gestern Morgen von seinen Mitarbeitern gesucht und im Walde, in der Nähe der Sandgrube an der Rödger-Chaussee, erhängt aufgefunden. Beweggründe zu diesem Selbstmord unbekannt.

Um der überhandnehmeuden Mitfnhrnng von GepöF. stücken ic., welche als Traglasten im Sinne der bestehende, Vorschriften nicht angesehen werden können, mit Nachdruck entgegeozutreten, ist durch den am 15. v. MtS. eingeführte« Nachtrag I zum Eisenbahn Personen- und Gepäck-Tarif, Theil 1, der Preußischen Staatsbahnen folgende Bestimmung in Kraft getreten:Jedem Reisenden der 4. Wagenklasse ist die Mit­führung von nur einer Traglast gestattet. AlS eine Traglast sind auch mehrere kleine Gepäckstücke anzusehen, sofern der Reisende dieselben allein zu tragen im Staude ist. Jede von anderen Personen mitgegebene Traglast oder jede von dem Reisenden selbst mitgeführte weitere Traglast wird al» gewöhn- licheS Gepäck auch in dem Falle behandelt, wenn derselbe zwei oder mehrere Fahrkarten vorzeigt. Dasselbe ist daher bei der GepäckabfertigungSftelle aufzngeben. Das Bahn- personal ist angewiesen, für die Folge streng nach dieser Vor- schrift zu verfahren."

e * Hegezeiten de« Jagdwilde«. Für Hessen bernmet eine neuerlich erschienene Verordnung über die Hegezeiten bei Jagdwildes Folgendes: Die allgemeine Hegezeit in Wald und Feld beginnt mit dem 1. Februar einschließlich und endigt mit dem 31. August einschließlich. Von der allgemeinen Hege­zeit bestehen, außer der in dem Artikel 30 deS Jagdüraf- gesetzeS angeführten, die nachfolgenden Ausnahmen: 1. Die Hegezeit für weibliches Rehwild beginnt mit dem 15. Dezem­ber und endigt mit dem 15. October. 2. Die Hegezeit für männliches Rehwild beginnt mit dem 1. März und endigt mit dem 30. April- 3. Die Hegezeit für den Dachs beginnt mit dem 15. Februar und endigt mit dem 15. Mai, 4. Die Hegezeit für Auer-, Birk und Fasanenhähne beginnt mit dem 1. Juni und endigt mit dem 31. August; 5. Die Hegezeit für Enten beginnt mit dem 1. März und endigt mit dem 30. Juni- 6. Die Hegezeit für Trappen, Schnepfenarten, Brachvögel und Kibitze beginnt mit dem 1. Mai und endigt mit dem 30. Juni- 7. Die Hegezeit für Rebhühner beginnt mit dem 1. December und endigt mit dem 31. August - 8. Die Hegezeit für den Staar beginnt mit dem 1. Februar und endigt mit 21. Juli, die bezeichneten Tage jede-mal mit ein begriffen.

** Die 10. ordentliche Hauptversammlung des Thierschutz- Bereiu« für da« Grobherzogthum Hessen findet Mittwoch den 20. September, Nachmittags 2 Uhr, im GasthausZur Post" zu Höchst i. O. statt.

Einkommensteuer im Grobherzogthnm Hessen. Nach einer soeben erschienenen Statistik über die Einkommensteuer deS Landes in dem Steuerjahr 1893/94 beträgt das gesummte Einkommensteuercapital bei einer Bevölkerung von 992,888 Einwohnern und 222,101 Steuerpflichtigen 29,361,520 Mk., davon kommen auf Rheinhessen 12,609,385 Mk., Starken- bürg 11,297,465 Mk. und Oberhefsen 5,454,670 Mk.

** Schulbildung. Im Ersatzjahr 1892/93 waren von den bei der Großh. Hess. (25.) Division eingestellten hessischen Unterthanen in einer Gesammtzahl von 2530 1 (aufl Ober- Hessen) ohne Schulbildung (0,04 pCt.) Im Ganzen waren innerhalb der letzten 20 Ersatzjahre 86 ohne Schulbildung (0,16 PCt.).

DaS LandeScomitö der hessischen Social­demokratie hat einen Ausruf erlassen, worin es zur energischen Agitation für die bevorstehenden Lavdtagswahlen und zugleich zu Geldsammlungen auffordert, da die LandeSkasse erschöpft fei. Die Partei will sich in sieben Wahlkreisen am Wahlkampf betheiligen und hat bereits für sechs derselben die Candidaten nominirt, und zwar wie folgt: In Starkenburg im 8. Bezirk (Groß-Gerau) den Buchhändler H. Berthold in Darmstadt, im 12. Bezirk (Darmstadt-Land) den Kaufmann A. Sparr in Darmstadt, im 15. Bezirk (Isenburg.Langen) den Gastwirth Balth. Cramer in Darmstadt, und im 17. Bezirk (Seligenstadt) den ©tbreinermeifter I. Orb in Offenbach, in Rheinhessen im 3. Bezirk (Mainz-Land) den Stadt- verordneten Georg Dörr in Mainz und in Oberhessen im 5. Bezirk (Gicßen-Land) den Schreinermeifter C. Orbig in Gießen - im 5. starkenburgischen Kreis (Lorsch) ist ein Eandidat noch nicht nominiu.

Friedberg, 7. September. Die heutige Berathung des Gemeinderaths beschäftigte sich u. a. mit dem vom Kreis­tag befchloffenen Plan der Errichtung einer Sammel« was enm eist er ei für den ganzen Kreis. Für die Errichtung der erforderlichen Anlagen sind mehrere Grundstücke in dem sog. Wartfeld, einem nördlich von der Stadt gelegenen Ge länbe, auSersehen.

A. Alteuhaiu, 10. September. In unserer Gegend, daS heißt in den Bezirken von Ulrichstein, Feldkrücken und Schotten gibt eS Wiesen, welche elnschürig behandelt werden. Man versteht darunter solche, bei denen daS Gra» weit über die Heuernte stehen bleibt, weil es der kalten Lage wegen erst im Juli zur Entwickelung kommt und daher keinen zweiten Schnitt mehr liefern kann. Aber sehr gute Hutweiden gibt eS, nach Einerntung deS FutterS. DaS Vieh tummelt sich gerne auf den Weiden und diese Bewegung in frischer Luft bei zartem Grase ist ausgezeichnet für das Gedeihen der Thiere. In unseren Gegenden liegen nun ca. 145 Hektare 580 Normalmorgen solcher Wiesen, welche auch diese» Jahr zu Hutweiden verpachtet wurden. An günstig gelegenen, warmen, geschützten Stellen gibt eS auch noch etwa« Grummet. Leider ist die Witterung recht ungünstig für die Einbringung deS Grummets geworden. Der September ist sonst der be­ständigste, der April der wetterwendischste Monat unter den zwölfen- diese» Jahr haben beide die Rollen getauscht. Wa» die Preise der Hutweiden betrifft, so wurde diese» Jahr nahezu da» Doppelte gegen da» Vorjahr erzielt, nämlich 370 gegen 199 Mk.

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Sieben, 11. September 1893.

Todtlicher Sturz. Au» dem dritten Stock eines Hauses in der Ederstraße fiel am SamStag Mittag ein ein­jähriges Kind aus dem Fenster in den Hof und zog sich dabei derartige Verletzungen zu, daß eS zwei Stunden später starb. DaS Kind hatte in einem Wägelchen am offenen Fenster geschlafen, war etwas früher wie gewöhnlich erwacht und hatte sich auf die Fensterbrüstung gearbeitet. Die Mutter deS Kindes, welche in der Küche beschäftigt war, er­hielt von dem schrecklichen Unglücksfall erst Kenntniß, als man ihr daS tödtlich verletzte Kind brachte.

** Verhaftet. Ein Arbeiter wurde gestern wegen Dieb­stahl- verhaftet.

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122 gestorben. In dem Gouvernement Moskau sind vom 27. August bis 2. September 248 Erkrankungen und 39 Todesfälle vorgekommen, in dem Gouvernement Peters­burg 13 Erkrankungen und 5 Todesfälle, in Radom 21 Er- krankungen und 16 Todesfälle, in Tfchemigow 16^Erkrank­ungen und 47 Todesfälle, im Dongebiet vom 30. August bis 2. September 164 Erkrankungen und 91 Todesfälle.

Dorpat. 9. September. Die Regierung beschloß die Auflösung sämmtlicher studentischen Corpo- rationen auf der Universität Dorpat.

Belgrad. 9. September. Allgemeine» Aussehen erregte die Rede des Königs Alexander, welche derselbe bei dem Besuche des Grades deS Befreiers Serbiens, Fürsten Karageorgewitsch, in Torpolo gehalten hat. Der König sagte, während er aus daS Grab einen Kranz niederlegte:Diesen Kranz lege ich zur Erinnerung an daS ruhmreiche Andenken jenes Mannes nieder, der als Erster das Schwert zur Be­freiung Serbiens ergriff. Ruhm dem großen Karageorge- witfch."

Chicago. 9. September. Die Direction der Weltaus­stellung legte Beschlag auf Maaren, welche von einigen Franzosen ausgestellt sind, weil die Aussteller derselben Waare verkauft haben, ohne die vorschriftsmäßige Taxe zu erlegen. Der französische Consul forberte unter Androhung, die fran- zösifche Abteilung sofort zu schließen, die sofortige Rückgabe.

Das Heimathhaus für Mädchen in Frankfurt a. M.

Zu den Frankfurter Anstalten, welche daS Wohl der dienenden Klaffen zu fördern suchen, gehört auch seit einigen Jahren daSHeimathhaus für Mädchen", Barfüßergasse 3. Dies Unternehmen verdient um so mehr Beachtung, als man in feinen Bestimmungen von ungemein humanen und prak­tischen Gesichtspunkten ausging. Die Anstalt bietet gesitteten weiblichen Stellesuchenden gute und billige Unterkunft und Kost und sucht ihnen durch daS im Hause befindliche Stellen- vermittelungs Bureau zu paffenden Dienststellen zu verhelfen. Soweit der Raum reicht, können auch andere geeignete weib­liche Personen für längere Zeit und für ein billiges Entgeld im Hause ein Heim finden. Die Ausgeuommenen haben sich einer bestimmten Hausordnung zu unterwerfen, genießen jedoch dafür durch ihren Eintritt in die Anstalt einen heimathlich wohlthuenden Schutz. Je nach Wahl des Bettes kostet das Nächtigen im Heimathhause 30 und 50 Pfennige. Für alle in der Anstalt verabreichten Speisen und Getränke wird der denkbar billigste Preis berechnet. Trotzdem aber die Mädchen im Heimathhause ihre Unterhaltung mit wenigem Geld be­streiten können, sind sie doch nicht gezwungen, dort zu essen. Dieser Punkt fällt in Frankfurt schwer ins Gewicht, weil eS sehr oft vorkommt, daß Mädchen Bekannte ober Verwandte hier haben, bei denen sie wohl essen, aber nicht schlafen können. Auch begnügt sich manche Stellesuchende, die nicht über viele Mittel verfügt, gern einmal mit einer einfacheren Kost. Jeglicher Zwang ist also ausgeschlossen. In den ver­schiedenen kleineren unb größeren Räumen des HeimathhauseS sinb 50 sehr gute Betten ausgestellt. Allen Bedürfnissen der Reinlichkeit und Ordnung ist im Heimathhause Rechnung ge­tragen. Die Sauberkeit und praktische Einrichtung des Ganzen verdient ebenso viel Anerkennung, wie die freundliche Art und Weise, mit der man den Mädchen entgegenlommt. Im October 1890 wurde das Heimathhaus eröffnet. ES verdankt seine Gründung einer Anzahl Frankfurter Herren, welche daS Vorhandensein einer solchen Anstalt für ein Er- forderniß der Zeit hielten unb den Entschluß faßten, die Sache auS eigenen Mitteln ins Leben zu rufen. Von diesen Herren werde nur Herr Dr. jur. Ponsik genannt, der sich bekanntlich auch schon um die Förderung anderer humani­tärer Bestrebungen die größten Verdienste erwarb. Daß daS Heimathhaus wirklich dazu bestimmt ist, dringenden Bedürf­nissen abzuhelfen, beweist der rege Verkehr in dessen Stellen- vermittelungs-Bureau und die verhältnißmäßig hohe Zahl der im Hause Logirenden. Im Jahre 1892 übernachteten 8831 Mädchen darin, im lausenden Jahre dürste die Zahl noch höher steigen. Immer mehr findet die Thatsache An­erkennung, daß derartige Anstalten dazu berufen sind, viele humane Ziele unserer Zeit verwirklichen zu Helsen. Manche Mädchen, die unerfahren und ohne Kenntniß der Verhältnisse nach Frankfurt kommen, werden gar oft daS Object gewissen­loser Ausbeutung oder geraden in die traurigsten Nothlagen. In Anstalten wie imHeimathhause" und imMädchenheim" stehen die Stellensuchenden wenigstens unter einem wohl­thuenden Schutz, wird ihnen für eine geringe Abgabe wenigstens der rechte Weg gezeigt. Alle, denen das Wohl ihrer Nächsten am Herzen liegt, sollten deßhalb, wann und wo eS nur geht, auf diese Hilfsinstitute aufmerksam machen und die hiesigen Herrschasten sollten sie so viel als möglich durch Benutzung ihrer StellenvermittelungS-BureauS unter­stützen. Wir wünschen demHeimathhause für Mädchen" fröhliches Blühen und Gedeihen, damit eS seinen Zweck erfüllen und viel zum Wohle der dienenden Klassen bei­tragen mag.

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