Paris, 10. Juli. Achtundsechzig Verhaftete wurden gestern in Freiheit gesetzt. — Die Studenten verlangen vom Präsidenten der Kammer, eine Vorlage betreffs Amnestie zu machen.
PariS, 10. Juli. Trotz der allgemein herrschenden Ruhe fährt Dupuy fort, spezielles Personal zur Aufsicht an allen Straßenecken zu mobilisiren. Die Truppen bleiben bis zum 15. d. M. consignirt.
Paris, 11. Juli. Jm Stadtrathe erklärte Banneaut, nach den neulichen Vorgängen solle aus eine Feier des NationalfesteS verzichtet werden. Villau schlug vor, die Summen, welche für Decoration der Straßen bestimmt seien, an die Arbeitslosen zu verteilen. Der Seine-Präfect erklärte, die- sei unmöglich, da alle Bestellungen gemacht seien und der Pariser Handel sonst einen großen Schaden erleiden würde.
itoealer und ^vsvrnzielle».
Sieben, 11. Juli 1893.
** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten Donnerstag den 13. Juli 1893, Nachmittags 4 Uhr pünktlich: 1. Gesuch des Karl Rühl um Concession zum WirthschaftSbetrieb im Hause Neustadt 78. 2. Leistung von Beihülfen Seitens des Staats zur Linderung des landwirth- schaftlichen NothstandeS. 3. Die Waldstreu. 4. Aufruf zur Unterstützung der in Schneidemühl durch Bodensenkung heimgesuchten Personen. 5. Gesuch deS Gustav Rühl um pachtweise Ueberlassung eines Platzes zur Aufbewahrung von Markizelten 6. Anlage einer Fußgängerverbindung von den Bahnhöfen nach der Frankfurterstraße,- hier: Ausführung eines Straßencanals und Arbeitsvergebung. 7. Gesuch des Theodor Brück um Erlaubniß zur Anbringung eines Firmenschildes in der Sonnenstraße. 8. Gesuch des Karl Schleenbecker um Erlaubniß zur Herrichtung eines ArbeitshäuSchenS am Krofdorferweg. 9. Gesuch des Georg Wagner um Erlaubniß zum Bauen in der Weferstraße. 10. Die städtischen GrundzinSrechte- hier: Erhebung der RecognitionSgebühren. 11. Die Ferien bei der Stadtverordneten-Verfammlung.
Königs. Domchor Berlin Wir sind heute in der Vage, unseren Lesern ein ganz außergewöhnlich bedeutsames Eoncert anzukündigen. Die Concertvereinigung des Berliner DomchorS, eine der gediegensten und berühmtesten musikalischen Körperschaften, wird am 26. Juli ein Concert veranstalten. Die Aufführung findet in Steins Saal statt, da dieser Raum auch an einem Juliabend einen angenehmen Aufenthalt ermöglicht. Trotzdem noch geraume Zeit bis zum 26. Juli verstreicht, dürfte es dennoch angebracht sein, sich jetzt schon bei Herrn Challier Plätze vormerken zu lassen. Der Preis für den Sperrsitz beträgt 1,50 Mk., es ist dies ein sehr mäßiger Preis im Hinblick auf das Gebotene.
** Rudersport. Von Sieg zu Sieg führt Herr R ü b s a m e n die Flagge der hiesigen Rudergesellschaft! Unbesiegt ist derselbe in dieser Saison von allen Rennen zurückgekehrt! Am vergangenen Sonntag hat Rllbsamen in Mannheim eines der hervorragendsten Skiffrennen Deutschlands „die Meisterschaft des Rheins" gewonnen und damit den Titel als Meisterruderer vom Rhein (von der Quelle bis zur Mündung, sowie seiner Nebenflüsse) sowie den Stern am Bande um den Hals zu tragen, errungen. Es ist zu bedauern, daß dieser vorzügliche Ruderer nicht nach Stettin zum Meisterschaftsrudern von Deutschland gemeldet wurde, er dürste einer der aussicht-vollsten Bewerber gewesen sein- die bedeutenden Unkosten an BootSfracht und sonstigen Spesen sollen die Gründe gewesen sein, daß der Vorstand hiervon für dieses Jahr abgesehen hat. Nächsten Sonntag starten unsere Ruderer in Köln, übernächsten Sonntag in EmS und endlich am 31. Juli aus dem heimischen Wasser, der hiesigen Regatta. Der „RheinmeistttschaftSpreiS" ist in den Schaufenstern des Herrn W. Reiber ausgestellt.
•• Ein kräftiger, mehrere Stunden anhaltender Regen, der stärkste unter den wenigen seit Monaten niedergegangenen, ergoß sich heute früh über die Stadt und die weitere Umgebung. Hoffentlich verfehlt dieser Regen die erhoffte günstige Wirkung auf die Pflanzenwelt nicht.
Erledigte Lehrerstellen. Erledigt sind: Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Dolks- fdjulc zu Alzey mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 1100—2000 Mk. Eine mit einem evangcl. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an ber Gemeindeschule zu Weiterstadt mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 900 bis 1000 Mk. Eine mit einem cvangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Dreieichenhaiu mit etnc® dem Dienstalter sich bemeffenden jährl. Gehalte von 1000—1400 Mk. Mit der Stelle ist ein Drittel des QrgantstendiensteS verbunden. Die mit einem evangcl. Lehrer n ?CfCcS»e,ae zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Unter Mossau mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Eme mit einem evangcl. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an . öu Maar mit einem jährlichen Gehalte
»011 900 Mk. Mil ber ©teilt is, fteUuerlretungbroeife Organtstendlenit verbunden. Die mit einem kathol. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Aschbach ml” Mr‘i*cn behalte von 900 Ml. Eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Ge-
Ho^heim mit einem jährlichen Gehalte von 1UUV xKi.
Die tirogi), Direktion ber Oderhcssischcn Bahnen gewährt bei Entnahme von 12 Fahr- kanen zum Surgebrauchc in Salzhausen eine Er. Mäßigung von 50 pEt. des einfachen Fahrpreises.
•• AuS einet Bekanntmachung des OrtSgesundheitSratbS si' Karlsruhe vom 20. Juni l. Is. über angepriefenc Heilmittel entnehmen wir Folgendes: In einer Annonce des Karlsruher TagblatteS preist der praet. Arzt S. Fischer in
Grub, Appenzell a. Rh. (Schweiz) ein Gehöröl an, welches in 5 bis 10 Tagen Ohrensausen und jede Schwerhörigkeit heben soll. Daß Mittel ist eine Mischung von Kajeputöl und Süßmandelöl. Wir haben schon mehrfach daraus hingewiesen, daß solche sog. Gehöröle nur im Stande sind, verhärtete Ohrenschmalzpfröpfe zu erweichen und damit ihre Entfernung vorzubereiten. Auf tiefere Störungen des Gehörorgans sind sie ohne jede Wirkung. Der wirkliche Werth des von Fischer versandten OeleS (15 Gramm) beträgt 20 bis 30 Pfg., während Fischer sich dafür 2 Mark bezahlen laß'. Derselbe Fischer behauptet, Mittel zu besitzen, welche im Stande sind, Augenslecken, grauen und schwarzen Staar zu heilen. Auf Ersuchen, seine Mittel gegen schwarzen Staar einzusenden, gingen von Fischer ein: 1) Augentropfen, welche sich bei der Untersuchung als eine circa zweieinhalb pEt. wässerige Alaunlösung ergaben. Preis: Mk. 1.50- wirklicher Werth ca. 10 Pfg. - 2) Augenpulver, ist theilweise zersetzter, gebrannter und gepulverter Alaun. Preis: Mk. 1.20, wirklicher Werth ca. 5 Pfg. - 3- Pulver zum Einnehmen bestehl aus 96 pEt. Kalisalpeter und 4 pEt. kohlensaurer Magnesia. Preis: Mk. 1.90, wirklicher Werth ca. 10 Pfg.- 4) Pillen (20 Stück). Als wirksame Bestandtheile werden in denselben Aloe und Rhabarber nachgewiesen. Es sind demnach einfache Abführpillen. Preis: 1 Mk., wirklicher Werth ca. 20 Pfg. Die angeführten Mittel sind bei allen tieferen Erkrankungen des Auges, speciell dem schwarzen Staar, völlig wirkungslos and unter Umständen geeignet, Schaden zu stiften.
Gtünberg, 7. Juli. Heute Morgen machte ein hiesiger Einwohner seinem Leben durch Erschießen ein Ende.
Laubach, 7. Juli. Die Reichstagsnachwahl im Wahlkreise Alsfeld-Lauterbach-Schotten wird, wie verlautet, am 18. oder 19. Juli vorgenommen werden. Professor Backhaus soll wiederum als Candidat aufgestellt werden.
A Von der Ohm, 10. Juli. Nachdem die Preise für das Rindvieh nach dem letzten Landregen sofort in die Höhe gingen und der Handel sich neu belebte, sind sie jetzt wieder bei der abermaligen Trocknung auf die frühere ungewöhnlich tiefe Stufe zurückgegangen und der Handel liegt wieder matt. Hätten unsere Landwirthe geahnt, daß der Landreg -n nicht das Ende der Dürre, sondern nur eine kurze, vorübergehende Unterbrechung derselben gewesen, sie hätten fast die Hälfte des jetzigen Preises mehr für das zu verkaufende Vieh lösen können. Auch das Schlachten und Selbstverkaufen des Fleisches Seitens der Landwirthe hat wieder begonnen. Bezahlt wird gegenwärtig bei Metzgern wie Privaten 30 Pfg. für das Pfund Rindfleisch. Allerdings von gemästetem Rindfleisch kann man in solchen Zeiten des Futter- nothstandes nicht reden. — Die Heuernte, wenn man so da- Sammeln der nicht bertrocTneten Grasreste nennen darf, ist nun vorüber. Ueber ihren Ausfall ist schon berichte: worden und es bleibt hier nur zu bestätigen, daß der so vortreffliche Wiesengrund des Ohmthals eine so ausnahmslose schlechte Heuernte geliefert, wie sie in einem Jahrhundert zur Seltenheit gehört. Nicht in Heuleitern, sondern auf Holzleitern hat hat man den Heuvorrath heimgefahren, wo anders man ihn nicht sogar in Grastüchern auf dem Kopfe heim getragen.
E. Echzell, 9. Juli. In Nr. 159, drittes Blatt, des „Gießener Anzeiger" wird unter der Rubrik Verkehr, Land- und Volkswirtschaft die Nachricht gebracht, daß Kleie, welche mit Sauerteig angestellt und dem Milch- und Mastvieh in dieser Form gegeben wird, sowohl auf die Milch- wie auf die Fleischproduction von günstigstem Einflüsse fei. Die Mittheilung stammt aus Posen. Wir brauchen aber gar nicht so weit zu gehen, denn Einsender dieses hat die Behandlung der Kleie mit Sauerteig schon vor einigen Jahrzehnten im vorderen Odenwalde (Gersprenzthale) in der Gegend von Reinheim kennen gelernt und wendet sie bis zur Stunde mit Erfolg an. Wir können also die gemachten Mittheilungen bestätigen. — Unser Flüßchen, die Horloff, ist in den letzten Wochen derart von der sogen. Wasserpest angefüllt worden, daß sich scheinbar ein sehr hoher Wasserstand bildete, indem die Schmarotzerpflanze sich bedeutend ausbreitete und das Flußbett großeutheils ausfüllte. Hierdurch mürbe das Wasser natürlich gezwungen, in die Höhe zu gehen. Verschiedene Gemeinden haben sich daher zusammen- gethan und lassen das Flußbett reinigen, nachdem das Wasser vorher abgelassen worden war. Die Pflanze wird abgemäht und die Massen werden anS Ufer geworfen, wo sie rasch auStrocknen. Manche Arbeiter nehmen sie mit nach Hause, um sie in getrocknetem Zustande als Streumaterial, das in- dessen einen wenig angenehmen Geruch verbreitet, zu benutzen. Da das Flußwasser bei der gegenwärtigen Temperatur sehr warm ist, pflegt die Arbeit in dem Flußbette nicht unangenehm zu sein. — Unsere Landwirthe sangen an, ihr Vieh, das sie nicht mehr gut ernähren können, selbst zu schlachten und auszuhauen, waS schon vor Wochen auch im „Gießener Anzeiger", wie in vielen anderen Zeitungen dringend empfohlen wurde. Der Erfolg ist ein sehr günstiger, denn kaum ist durch die Schelle bekannt gemacht: „Bei N. N. ist Rindfleisch zu 30 Pfennig zu haben", so strömt Alt und Jung dorthin und in wenigen Stunden ist aufgeräumt, wobei Käufer und Verkäufer ein gutes Geschäft gemacht haben. Wir empfehlen noch einmal das Selbstschlachten, die Praxi- hat den Erfolg bewiesen. Allem Anscheine nach bleibt die Witterung heiß und trocken, wir sind daher noch nicht über die gefährliche Zeit hinan-. — Schon früher wurde daraus hingewiesen, daß Winzer, Imker, Bleicher und Wascher mit dem heißen Sommer 1893 besonder- zufrieden sind. Wahr- scheinlich werden sich-die Waid männer diesen Zufriedenen anschließen, denn da c- jetzt in die Getreidefelder geht, welche die Schutzremisen der Hasen und Hühner sind und wo cS seither ganz ruhig war, zeigt cS sich, daß eß Hasen und Hühner in Menge gibt und daß die Jungen von den benannten jagdbaren Thieren bereit- sehr stark geworden sind. WaidmannS Heil!
Aus Lberhesien, 8. Juli. Der Ausschuß des land- wirthkchaftlichen Vereins der Provinz Oberhessen har beschlossen, daß sämmtliche noch auS vorigem Jahre unverwendete und ferner die für daS laufende Jahr bewilligten Mittel für Hebung der Viehzucht im lausenden Jahre für Ankauf von Zuchtvieh im Auslände und zu Preisvertheilungen nicht zur Verwendung kommen, sondern aufgespart werden sollen, um unter Zugang der für 1894—95 bereitzustellenden Mittel für Unterstützung und Ergänzung der Viehbestände verwendet zu werden.
AnS Lberheffen, 9. Juli. Im Kreise Alsfeld-Lauter- doch stellt bte deutsche Reformpartei (antisemitische Volkspartei) den Maler Fritz Bindewald-Marburg als ReichS- tagScandidaten auf. B. ist ein geborener Vogelsberger.
Darmstadt, 10. Juli. Den hiesigen Cigarren- händlern ist durch ministerielle Verfügung eröffnet worden, daß die Anordnung "beß KrciSamteS, wonach bie Cigarren- laben Sonntags außerhalb ber gesetzlich erlaubten Stunden geschlossen sein müßten, wieder aufgehoben sei. Durch eine ministerielle Verfügung wurde nämlich f. Z. gestattet , daß die Cigarrenläden Sonntags von 11 Uhr Vormittags bis Abends 7 Uhr geöffnet feien. Durch ein Verbot des KrciSamteS war aber diese Verfügung wieder aufgehoben worden.
Lampertheim, 8. Juli. Gestern früh ist im Altrhein der 18jährige Fabrikarbeiter Adam Hamm bei dem Versuche, über den Rhein zu schwimmen, vor den Augen seiner Käme- raden ertrunken. Trotz eifrigen Suchens ist es bis jetzt nicht gelungen, den Leichnam zu länben.
AuS Rheinhessen, 8. Juli. In ber Nähe beß OrteS BübeSheim würbe vorgestern Mittag eine Frau vom Blitz erschlagen. Die Frau war mit ihrem Manne, ber eine Sense trug, auf bem Heimweg begriffen, als baß Gewitter loSbrach. Der Blitz schlug in bie Sense ein, sprang bon biefer ab unb auf bie neben ihrem Manne gehenbe Frau über, bie sofort tobt zusammenbrach. Der Mann war nur längere Zeit betäubt.
Heide-Heim (Rheinhessen), 8. Juli. Heute Vormittag ertranken bei bem Dorfe Heibenfahrt im Rheine zwei hier wohnhafte Brüber NamcnS Korn. Dieselben stauben im Alter von 20 btß 25 Jahren. Die Leichen sind biß jetzt noch nicht aufgefunben worben.
Bingen, 10. Juli. Die ©ocialbemofraten empfehlen bringenb bie Stimmenthaltung bei ber Wahl am 22. Juli.
Oppenheim, 7. Juli. Heute unb die folgenden Tage finden am Katzeneck Schwimm Übungen des 23. Dragoner- Regiments statt. Die Pferde schwimmen über den Rhein unb zurück.
Dalheim, 6. Juli. Als gestern Morgen ein hiesiger Bauersmann in feinen Stall sah, fanb er, baß sich eines feiner schönsten Rinber an einer Kette erhängt hatte, und zwar derart, baß baß Rinb ben Kopf in bie Halskette ber neben stehcnben Kuh gesteckt hatte.
Worms, 9. Juli. Ueber einen Morb- unb Selbst- Mordversuch berichtet bie „Wormser Zeitung" : Der 26jährige Taglöhner Friebrich Mack aus Frankenthal unterhielt mit ber Tochter beß TaglöhnerS Jacob Hartmann von Neuhausen ein LiebeSverhältniß, baS bie Eltern nicht billigten. Mack stieg gestern Nacht über baß Hofthor ber Hartmann unb begehrte Einlaß, ber ihm verweigert würbe. Darauf schlug er baß Fenster völlig ein, brang mit Gewalt in baß Zimmer unb versetzte ber 20jährigen Tochter beß Hartmann mit einem Küchcnmesser sieben Stiche unb zwar drei in ben linken Arm, brei in ben Kopf unb einen in die linke Hand. Die ganze Familie Hartmann mußte vor Mack flüchtig gehen unb alß sie bann in Gemeinschaft mit ber auf- gebotenen Nachbarschaft ihre Wohnung wieber betrat, lag Mack auf dem Boden und hatte sich mit dem Messer einen Stich in bie linke Seite unb einen in ben Hais beigcbracht. Durch letzteren soll bie Luftröhre burchschnitten fein. Mack würbe in baß stäbtische Hoßpital nach WormS verbracht- ob bie Verletzungen ber Tochter Hartmannß lebensgefährlich sind, ist biß jetzt nicht bekannt.
Aus dem Kreise Worms, 5. Juli. Daß Großh. Str ei 8- amt WormS hat in Rücksicht auf die Nothlage in ber Land- Wirtschaft eine Einschränkung ber öffentlichen Festlichkeiten angeorbnet. In bem Ausschreiben beß KreiSamtS heißt eß u. a.: „Die bermalige üble Lage ber Landwirtschaft, welche die Großh. Regierung und die Stände- kammer zur Anwendung beträchtlicher außerordentlicher Mittel zu Gunsten der Landwirthschaft genötigt Haden, hat keinerlei Nachlaß in der Zahl der Gesuche um Erlaubniß zur Abhaltung von Tanzmusik :c., inßbefonberc von Vereins Stiftungsfesten/ Fahnenweihen u. bgl. zu bewirken vermocht. Wir sehen unß vaher veranlaßt, zu verfügen, daß wir bis auf weiteres in den Landorten beß Kreises, die Kirchweihe ausgenommen, keinerlei Erlaubniß zu Tanzmusik ertheilen unb baß wir jegliche Kirchweihmusik auf zwei Tage mit Ausschluß aller Nachkirchweihen beschränken werben. Ganz besondere Auß- nahmefällc werden nur bann Berücksichtigung finden, wenn solche Gesuche mindestens drei Wochen vorher und unter eingehender Begründung vorgebracht werben".
P.-A. Mainz, 7. Juli. Die Vorbereitungen für die vom 12. biß 20. August bahier ftattfinbenbe internationale AuS- ftellung für Bäckerei, Eonditorei und verwandte Gewerbe nehmen von Tag zu Tag einen regeren Fortgang. Der Bau der großen Fcsthalle, anschließend an die Terrasse der Stadthalle, sowie ber Maschinenhallen ist begonnen unb bie Zahl der Anmeldungen hat 250 mit einem Platzgeld von 12000 Mk. überschritten, lieber 8/< beß verfügbaren Raumes ist vergriffen- ber Raum in ben Maschinenhallen ist nahezu ganz belegt. Zu ben angemclbeten Groß- betrieben trat neuerbingß auch bie Borell schc Mühle in Saratow, welche im Jahre 1 400000 Pub Weizen vermahlt und — wie jetzt in Chicago — so auch hier in 43 Nummern


