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Bolff« lelegr-philche« Lorr esponbenz-Bur rav.

Berlin, 10. April. DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" wendet sich mit einem Artikel betiteltJmhümer" gegen die Brochüre:Die Militärvorlage und der Antrag Bennigsen". Sie berichtigt mehrfach die Ziffern der Brochüre und bemerkt, die verbündeten Regierungen brachten die Militärvorlage ein, weil sie eine wesentliche Verstärkung der Feldarmee für die Sicherheit nach Außen unbedingt für nöthig halten. Da eine solche Verstärkung bei der gegenwärtigen Organisa« ilon schon aus finanziellen Gründen nicht durchführbar sei, habe man die zweijährige Dienstzeit abopnrt; letztere sei also niemals Selbstzweck gewesen. Der Antrag Bennigsen bedeute nicht nur eine Verminderung der Zahl, sondern auch eine Verminderung der Güte, wenigstens organisatorisch; außerdem fördere der Antrag die allgemeine Wehrpflicht recht erheblich weniger wie die Militärvorlage, da nach demselben, wenn man die allerdings unrichtige Rekrutenquote der Brochüre in Vergleich ziehe, nicht weniger als 720 000 Mann der allgemeinen Wehrpflicht dauernd entzogen blieben.

Berlin, 10. Aprrl. Wie dieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" hört, wird der Kaiser am 14. April Abends in Swinemünde eintreffen und sich sogleich an Bord der kaiserlichen JachtHohenzollern" begeben, woselbst sich auch der Staatssecretär v. Hollmann und der Admiral v. d. Goltz einfinden. Die Abfahrt erfolgt am 15. d. Mrs. Morgens unter Begleitung der AvisoWacht". DieHohenzollern" trifft in Kiel voraussichtlich am Nachmittage des 15. d. Mts. ein. lieber den Zeitpunkt der Heimreise ist bisher noch nichts festgesetzt.

Depeschen de» BureauHerold".

Berlin, 10. April. DieBörsenztg." erfährt von zuver­lässiger Seite entgegen anderweitigen Zeitungsmeldungen, der Abg. v. Bennigsen denke gar nicht daran, sich seinen parlamentarischen Pflichten zu entziehen.

Berlin, 10. April. Eine hiesige Eorrespondenz will bezüglich der deutsch-russischen Handelsvertrags­verhandlungen wiffen, die russische Regierung habe den Antrag auf Ermäßigung der Eisenzölle zur Zeit als undurch­führbar abgelehnt. Die deutsche Regierung habe infolgedeffen definitiv diejen Punkt aus dem Rahmen der Verhandlungen Ausscheiden (affen.

Berlin, 11. April. Im hiesigen Königlichen Schlosse werden bereits die Vorbereitungen für die bevorstehende Ueberstedelung des Kaiserlichen HoshaltS nach Potsdam getroffen; diese soll am nächsten Sonntag erfolgen.

Berlin, 11. April. Heute nimmt das Abgeordneten­haus seine Arbeiten wieder auf, zunächst steht die Aeuderung des Wahlverfahrens zur Berathung.

Berlin, 11. April. Dem Abgeordnetenhaus soll ein Nachtrag zum Bafferbauetat zugehen, wodurch für den Elbe-Trave-Canal als Beitrag Preußens 7 Millionen bereitgestellt werden.

Berlin, 11. April. Der Entwurf zu dem Gesetze betreffs Bekämpfung gemeingefährlicher Krankheiten ist dem Reichstage zugegangen.

Wie«, 10. April. In einer gestrigen von mehreren Taufend besuchten Arbeiterversammlung sprach Doetor Ellenbogen über Volksbildung und Schule. Redner bezeichnete es als stark verfehlt, daß die Liberalen Oesterreichs und die Freisinnigen Deutschlands im Kampfe gegen Feudalismus und LlericaliSmuS die Schule deren Händen nicht ganz entriffen Hätten. Dadurch werde die Schule von jeder herrschenden Partei für ihre Zwecke auSgebeutet. Redner bezeichnete die Maßregeln zur Hebung der Volksbildung Seitens der maß­gebenden Factoren als verfehlt. Die Arbeiterin Dvorzak forderte alle Arbeiterfrauen zur Theilnahme an der Mai­feier auf.

Rom, 11. April. Die Mitglieder der hiesigen französischen Eolonie erließen ein Manifest, wegen der Anwesenheit des deutschen KaiserpaareS an den HochzeitSseierlichkeiten nicht theilzunehmen.

weißen kostbaren AtlaSrobe über den Blutenden hin, küßte ihn und schrie:

Oskar, Oskar, warum thatest Du daS? Ha, Gab- lonSky, das ist Dein Werk!" schrie sie dann verzweifelt.

Man brachte ihr OginSkyS Abschied. Sie küßte das Blatt und brach in eine fürchterliche Raserei au5; zuletzt gelang der Gräfin Orlow, sie doch etwas zu beruhigen und heimzugeleiten.

Am anderen Morgen brach der Sturm in Warschau los, Olga hatte eine lange Unterredung mit ihrem Vetter DaviuSky.

Du bist mein Erbe," schloß sie.

Der alte Woywode lachte grimmig:

Keine Sorge, Olga, Du weißt, ich schieße sicher."

Am anderen Nachmittage trat DavinSkh, den Arm in einer blutigen Binde' bei der Baronin ein.

Nun, Detter?" srug sie.

Wir schlugen unS vor dem Krakauer Thore."

Und?"

Beim zweiten Kugelwechsel bezahlte GablonSky seine Schuld mit dem Tode!"

Sie sank in eine Ohnmacht, Nachts holte man die besten Aerzte. Umsonst! Gerade vier Wochen später, als die sieg­reichen Ruffen unter Suwarow die Hauptstadt Polens besetzten, trug man eine lobte zur letzten Ruhe: es war Olga von LubowSky. Aurelie, die Zofe, blieb bei ihrer Herrin bis zu deren Tode, dann ging sie in ein Kloster.

DavinSky zog mit seinem reichen Erbe in die neue Belt. Jetzt erst ward die Geschichte der verhangnißvollen Polonaise bekannt und damit auch daS unglückliche Geschick Polens besiegelt.

SRebtib, 11. April. Die Delegirten von 40 Arbeiter­vereinen beschlossen, am 1. Mai zu feiern.

Lissabon, 11. April. Ein Individuum gvb einen 91c» volverschtiß auf den König ab, ohne zu treffen. Der Attentäter ist verhaftet.

Nach Schluß der Redaction ging unS folgende Privatdepesche, d. d. Lissabon, 11. April, zu: Die Mel­dung von dem Attentat auf den König ist nnbcftäligt. Der Vorgang, der zu der irrigen Meldung veranlaßte, beschränkt sich darauf, daß ein Mann, während ber (Röntg vorüberfuhr, schreiend unb feinen Stock schwingenb gegen denselben vorging. Der alSbald Verhaftete ist augenscheinlich geistesgestört.

totales unb provinzielles.

Sieben, 11. April 1893.

Tagesordnung für die Sitzung ber Ltabtverorbaeten Donnerstag den 13. April 1893, Nachmittag- 4 Uhr: 1. Mittheilungen. 2. Holzabgaben aus der Hand im Etats- jahr 1892/93 aus dem Stabtwald. 3. Der betrieb des Schlachthauses; hier: Düngerverwerihung. 4. Decretur von Kostenrechnungen. 5. Gesuch der Actienbrauerei Gießen wegen Herstellung eines gepflasterten Ueberganges im Leihgesterner- weg. 6. Fortsetzung der Wasserleitung auf dem Schiffen- bergerroeg zwecks Anschluß des Patz'schen Hauses. 7. Der- befferung des TrottoirS vor der Waage auf dem SelterSberg, wie des Zugangs zu den neuen Kliniken überhaupt. 8. Bau­gesuch des Löb SÜß für die Bettergaffe. 9. Fortsetzung der Schottstraße. 10. Den Fluthgraben in ber Katharinengasse. 11. Herstellung eines Kinderspielplatzes in ber Norbanlage. 12. Anbringung von Plakattafeln unb Anschlagsäulen. 13. Untersuchung bed Wassers in ben stäbttschen Brunnen. 14. Gesuch des W. Faust um Concession zum WirthschastS- betrieb für das Haus Grünbergerstraße 30.

Neue« Theater.Der neue StiftSarzt", Preis-Lustspiel in 4 Acten, betitelt sich die gestern au'geführte Novität, deren hauptsächlicher Werth in der geschickten Placirung älterer und jüngerer StistSdamen beruht, die mit ihren Schrullen unb Nörgeleien wohl im Stanbe ftnb, einen jungen Mann, ben neuen Stiftsarzt, zur Verzweiflung zu bringen, die aber schließlich boch burch die urgemüthliche Grobheit eines alten MebicinalratheS zur Vernunft gebracht werden. Herr Director BaarS lieferte und durch die gestrige Vorstellung ben Beweis, daß er nicht nur über gutes Opern- unb Operetten-Personal, fonbern auch über ganz respektable Kräfte im Lustspiel verfügt. Fangen wir bei ben Damen an, in erster Linie Frau Flora Baars, welche eine elegante Bühnen Erscheinung, eine liebens­würdige Vertreterin ber Erna war unb durch ihr ungezwungenes Spiel entzückte; hoffentlich haben wir recht bald Gelegenheit, Frau Director Baars wieder bewundern zu können. Frl. Mathilde Schuhmacher stellte den verzogenen Liebling ihres Papas zur vollsten Zufriedenheit dar. Frau Elara Hertzog spielte mit edlem Anstande unb feinem Berftändniß die schwierige Partie ber Adelheid», imponirend durch vornehme Ruhe unb Noblesse; bie Damen, speciell Frau Emilie Hein unb auch noch Käthe Schuhmacher waren zwei Klatschbasen comme 11 faut unb sorgten in erster Linie dafür, daß die LachmuSkeln in steter Bewegung gehalten wurden. Die übrigen PensionSdamen, sowie die Darstellerin der Marie Löwe, Frau Schlegel, waren zufriedenstellend. Herr Wilhelm Hertzog repräsentirte den altenMedicinalrath mit kaustischem Humor; Applaus unb Hervorruf auf offener Scene lohnten bie gute Darstellung. Die Herren Hobv, Schlegel unb Beermann, von denen ersterer ben Stiftsarzt, letztere den Baron Rehfelb unb Helmholtz spielten, waren sich ber gestellten Aufgaben bewußt unb lösten dieselben mit Geschick; nur dürfte ber Stiftsarzt im britten Acte ber Meta gegenüber nicht in bem Maße trunken sein, wie es ber Darsteller martirte, beim eine feine junge Dame würde einem solchen Herrn un­bedingt eine höfliche Verbeugung machen unb davon gehen. Im Allgemeinen hatte bas Lustspiel einen tüchtigen Lach-Erfolg unb können wir ben noch in Aussicht genommenen ferneren Lustspiel - Aufführungen mit Vergnügen entgegensetzen. Auch eine recht balbtge Wiederholung des LustspielsDer neue StiftSarzt" dürste sich empfehlen, denn wir können und nicht erinnern, daß feit langer Zeit so viel unb herzlich in einem Lustspiel gelacht wurde, als gestern. Wie wir hören, gelangt morgen Millöckers beliebterBettelstubent" zum zweiten und letzten Male zur Aufführung.

** Gießen steht in dieser Woche im Zeichen der Rekrutirnng. Da sind ed zunächst die Zwanzig und Mehrjährigen aud ber Stabt unb Umgegend», bie sich einer Prüfung über ihre Be­fähigung zum Dienste für bad Vaterland zu unterziehen haben. Don gleichen Gefühlen ftnb biefe Prüflinge allerbingd nicht burchbrungen, denn währenb ber einegenommen" werden möchte, um im nächsten Jahre sich mit ber Infanterie-, Artillerie- ober Eavallerie - Uniformspannen" zu können, kann ber anbere bemGezogensein" auch nicht den minbeften Geschmack abgewinnen; bad Scheiden aud seinem Dorfe, der Abschied von seinemSchatz" scheinen ihm so schwer, daß er mit begreiflicher Aufregung dem Spruche ber Ersatzcommission entgegensieht. Fast für alle zur Musterung kommenben jungen Männer bebrütet bet ZiehungStag einen Wendepunkt im Leben, für bie Tauglichen ben Eintritt in bad Heer, für die Un- tauglichen aber bad bestimmtere Hineinleben in ihren Beruf unb nicht in letzter Linie bie Grünbmtg einer Familie. Daß an einem solchen, einen so bedeutenden Wendepunkt be­zeichnenden Tage auch einmal etwa- flott gelebt wirb, ist barum nicht zu verwunbern unb fein Menich wird bad eiroad lebhaftere Auftreten berRekruten" an einem solchen Tage verurtheilen, so lange biejungen Leute" sich sonst in den Grenzen des AnstanbeS bewegen. Auch eine andere Sorte vonRekruten" macht in dieser Woche sich und den Heben Angehörigen viel zu schaffen. Sie besitzen weder das Ein­jährigen - Zeugniß noch die Berechtigung zum dreijährigen Dienst, unb boch sollen auch siegezogen" werben. ES sind dies dir Schulrekruten. Bon dtesen sechdjährigen Bürschchen

hat mancher den Tornister, den ihm daS Ehristkindchen gr* bracht, schon probirt unb sich von ber Schule ein Bild ge­macht, bad von brat ber Wirklichkeit recht verschieden ist. Wer die kleinen Kerle auf bem Wege zur Schule in Be­gleitung ihrer Eltern u. s. w. sieht, kann auch an ihnen wahrnehmen, daß gleiche Ansichten über bie Wichtigkeit ber Schule bei ihnen nicht zu finden find. Während ber eine stolz mit seinem Tornister dahinschreitet, folgt der andere mehr bem Zwange ald dem eigenen Triebe, wogegen em dritter Courage genug besitzt, um lebhaft Einspruch gegen den ersten Schulgang zu erheben. Nun, gute Worte und freund­liche Behandlung söhnen auch diese kleinen Protestler bald mit der Schule aud. Daß unsere kleinsten Schüler eine besonders lange Schulzeit vor sich haben, dürfen wir ihnen nicht verrathen, da sie sonst boch eiroad stutzig würden; den Herren Eltern" aber, welche sich bereitd mit Zukunstdpläne» für ihre Söhne beschästigen, sei im Vertrauen mitgetheilt, daß ihre Lieblinge in diesem Jahrhunden nicht mehr con- firmin werden können.

* Verhaftet wurde gestern ber Haudbursche eine# hiesigen Bäckermeisters wegen verschiedener zum Nachtheil feines Dienstherrn begangener Unterschlagungen.

* * Die schon erwähnte Reise bed SroßherzagS «ab ber Prinzeffin Alft nach Italien beginnt am Mittwoch, den 19. b. Mtd., unb ist zunächst nackr Florenz gerichtet. Die Dauer bed Aufenthaltd ist auf etwa drei Wochen bemessen.

Nach einer neueren Bestimmung der Post­behörde sollen die Absender von Telegrammen nach Orten ohne eigene Telegraphenanstalten für bie Folge soviel wie möglich veranlaßt werden, die Gebühr für die erforderliche Bestellung durch Eilboten beim Aufgeben ber Depesche gleich mit zu entrichten. SS ist neuerbingd zu oft vorgekommen, baß Abreffaten von Telegrammen bie Annahme verweigerten, wenn sie eine Silbotengebühr entrichten sollen, so daß für die Post wie für den Absender unangenehme Weiterungen erwuchsen. Die Eilbotengebühr beträgt 40 Psg., während sie sich anbernfaQd auf 60 bis 80 Pfg, ja b'd auf 1 Mark erhöhen kann.

Vier Nathschlage für Radfahrer. 1. Langsam fahren/ bie meisten Nützlichkeiten werden nur durch zu rasches Fahren hervorgerufen. 2. Sich zur Regel machen, dem Publikum auszuweichen, da bied in ben meisten Fällen bem Rabfahrer leichter ist ald bem Fußgänger. 3. Keine unnötigen Alarm- zeichen geben, um baburch bad Publikum nicht in höchst über­flüssiger Weise zu ängstigen unb zu verwirren. 4 Das AuSsühren von Kunststückchen, wie sreihänbig fahren u. s. w. unterlassen.

* Für die am 3. Juni in Weimar tagende Haupt­versammlung der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung haben den Bericht über die allgemeine Volkdschule Geheimrath Professor Meyer-Bonn und Rickert-Danzig übernommen.

Ter 54. mittelrheiaische Tarntag tritt am nächsten Sonntag in Bingen zusammen.

Geflügel Ausstellung in Darmstadt. Herr E. Schwan jun. hier erhielt für die beste Leistung in Hühnern und Tauben den Ehrenpreis bes lanbwirthsch. BezirkSvereins Gießen, Herr Schwan erhielt ferner: einen ersten Preis für schw. Holländer unb für Silberfasanen, einen zweiten Preis für blaue Pfauen, einen britten Preis für Japanische Seibenhühner, einen zweiten Preis für Smaragb-Enten, zwei britte Preise für Japanische Höckergänse.

* Der Verband deutscher HandelSgärtttrr, Gruppe Heffen unb Heffen-Naffau, veranstaltet am 15. unb 16. April in der Frankfurter Stadthalle eine FrühjahrS-Blumen- unb Pflanzen-Börfe.

AuS dem Muster-Register. Im Monat März 1893 wurden an Mustern unb Modellen von im Großherzogthum Heffen lebenden Urhebern neu geschützt: Am Amtsgericht Alsfeld 9 Muster (Flächenmuster), Amtsgericht Gießen 49 Muster (Flächenmufter), Amtsgericht Mainz 3 Muster (plastische Muster), Amtsgericht Ortenberg 2 Muster (plastische Muster).

Darmstadt, 10. April. Deine Königliche Hoheit her Großherzog haben sich gestern Nachmittag 4 Uhr 19 Minuten nach Romrod zur Auerhahnbalz begeben unb werden Mittwoch Vormittag hierher zurückkehren.

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* Spandau, 10. April. Gestern Vormittag wurde hier ein Mordversuch auf den Burschen Peschrl bed zur Artilleriewerkstatt commanbirten Hauptmanned von Coger gemacht unb zwar von dem früheren Burschen Wolschkc, welcher nach seiner öntlafiung zur Reserve in der Geschütz­gießerei arbeitete. Wolschkr, welcher sich seit einiger Zeit dem Peschrl in scheinbarer Freundschaft aufbrängte, kam biefen gestern früh besuchen unb warf ihm nach einigen de- grüßenden Worten eine Schlinge über den Hals. Da es Peschrl gelang, einige Finger in bie Schlinge zu schieben, ergriff ber Mörder ein in der Stube stehendes Beil unb versetzte damit dem Peschei drei wuchtige Schläge. Auf bie Hilferufe bed Ueberfaflenen eilte diesem sein Hauptmann zu Hilfe, jeboch gelang ed bem Mörber, obwohl ihm noch ein Soldat entgegentrat, einstweilen zu entkommen. Derselbe hat sicherlich beabsichtigt, zuerst den Burschen unschädlich zu machen, um nachher den Offizier, welcher noch zu Bette lag, zu überfallen und zu berauben.

* Eine 19jährige Hnngerküaßlrnn, Ramend Bertha Flegel aud Rothenburg in Schl., wurde vor einigen Tagen aud einem Berliner Krankenhaufe geheilt entlaffen. Dieselbe war bei einem Restaurateur in Diensten und hatte, aud Furcht vor Strafe, am 7. April sich heimlich entfernt. Sie hatte sich bann in eine leerstehende Wohnung begeben, in ber sie ohne jegliche Nahrung 21 Tage lang verharrte, bid sie in halb verhungertem Zustande aufgefunben wurde. Ein schweres Nervenfieber (sogenannter Hunger Typhus), bad