Ausgabe 
12.1.1893 Erstes Blatt
 
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dem Branntweingenuß entgegen. Es fei unbegreiflich, wie ein und dieselbe Regierung zwei in solchem Gegensätze zu einander stehende Vorlagen wie das Trunksuchtsgesetz und diese Brausteuernovelle dem Reichstage unterbreiten könne. Tie bayerische Brauindustrie arbeite unter viel günstigeren Verhältnissen^ als die norddeutsche, sei aber trotzdem nickt auf Rosen gebettet, da von den Münckener Actienbrauereien fünf im vorigen Jahre überhaupt keine Dividende zahlen konnten und die kleinen Brauereim Bayerns in BedlSngniß seien. Es sei das die Folge des bayerisckm Steuersystems. Die Berliner Bierpaläste seien von bayerischm Brauereien errichtet, die sich für die glänzende Ausstattung ihrer Locale ihr Bier per Liter mit 60 Pf. bezahlen ließen, wobei fie noch 32 Pf. trotz der Fracht verdimten. Der norddeutsche Schenkwirts müsse stck durchschnittlich mit einem Liter vro Quadratmeter begnügen, während in Bayern 5 Liter aus dm Quadratmeter kämen. Die Spesen des norddeutschen Schankwirths feien unter allen Umständen höher als die seines süd- deutschm Eollegm; er könne die Steuererhöbung nicht tragen. Redner befürwortet noch dm Staffeltarif zu Gunsten der kleinm Brauereim und spricht schließlich die Hoffnung aus, daß auch dieser fiebente Versuch, das Bier höher zu besteuern, scheitern werde, umso­mehr als die Begründung der Vorlage stümperhaft sei.

Die Weiterberatbung wird vertagt.

Morgen 1 Uhr : Fortsetzung der heutigen Vorlage, Interpellation Auer betr. die Nothstandssrage.

Heucfte Nachrichten»

Wolffs telegraphische« Correspondmz-Bureau.

Berlin, 10. Januar. Der Secondlieutenant Prinz Friedrich von Solms-BraunfelS wurde gestern von dem Pferde eines Artillerieoffiziers so unglücklich geschlagen, daß die rechte Kniescheibe und das Schienbein zerschmettert wurde. Man brachte den Prinzen nach der königlichen Klinik.

Berlin, 10. Januar. Amtlich. Vom 9. bis 10. Januar Mittags wird gemeldet: Hamburg drei Cholera-Er­krankungen, wovon eine tödtlich.

Bochum, 10. Januar. Eine rege A gitati on für den Strikt wird hier entfaltet. Das Strike-Comite verbreitet zwei Extrablätter. Donnerstag findet im hiesigen Schützenhos die Hauptversammlung statt.

Gelsenkirchen, 10. Januar. Wie dieGelsenk. Ztg." meldet, ist der Verkauf von Revolvern polizeilich verboten.

Gelsenkirchen, 10. Januar. Auf die Ermittelung des Urhebers des gestrigen Dynamitattentats sind von dem Bürgermeister 3000 Mk. als Belohnung ausgesetzt worden. Vier Führer der Strtkenden sind verhaftet worden, darunter Mattern, weil derselbe geäußert hatte, er wünsche, daß Ge­walt angewendet werde. Die hierher einberusene Bergarbeiter- Versammlung ist verboten und das Versammlungslocal poli­zeilich geschloffen worden.

Dortmund, 10. Januar. Der Kölner Bergwerks-Ver­ein droht den Miethern der Zechenhäuser sofortige Zwangs­räumung.

Essen, 10. Januar. DerRhein.-Westf. Ztg." zufolge beginnen die Preise für sofort lieferbare Kohlen zu steigen. Aus der Ruhrorter Hafenniederlage wurden an eine Elber­felder Firma 100 Doppelwagen Kesselkohlen zu 12 Mk., an eine Essener Firma 70 Doppelwagen Flammkohlen zu 14 Mk. verkauft.

Saarbrücken, 10. Januar. 11,171 Bergleute sind an- ge fahr en. Die ZeitungDer Bergmannsfreund" theilt mit, daß wegen aufreizender Thätigkeit vorläufig etwa 500, sämmtlich agitatorische, Mitglieder des Rechtsschutzvereins entlassen worden sind- ferner wurden wegen der schlechten Lage des Kohlengeschäfts etwa 2000 bis 3000 Bergarbeiter bis auf Weiteres von der Grubenarbeit zurückgewiesen. Man müsse den Ausständigen zum Bewußtsein bringen, daß man nicht ungestraft, unter Contractbruch, in einen frivolen Strike eintrete.

Paris, 10. Januar. Lesseps fügte seinen Angaben über die dem Minister Baihaut gegebenen Summen hinzu: Ich gab die Summe nur, weil mir das Messer an der Kehle saß, so wie man im Walde einem Räuber die Uhr ausliefert. Leffeps versicherte ferner, der Verwaltungsrath kannte alle Geldvertheilungen. Bezüglich der Reinach gegebenen Millionen

für sie ein; es war ein köstliches Armband mit Brillanten und Perlen besetzt, doch sie schob es heftig zurück.

Was denken die Leute von mir," rief sie aus,ich werde mich nicht mit Geschenken schmücken, die nur Dirnen annehmen."

Aber, Bella," begütigte Volkert mit habgierig funkelnden Augen, das wundervolle Schmuckstück aufnehmend,nur nicht zu hochmüthig! Eine Kunstreiterin darf nicht denken wie eine Aristokratin, sie muß Aufmerksamkeiten auch anzunehmen wissen."

DaS werde ich niemals lernen, lieber Vater," entgegnete Bella noch immer erregt,ich will meine Ehre wahren und sie nicht um einen goldenen Preis verkaufen."

Dir stecken eben noch immer die albernen Ansichten der Erziehung im Kopfe," erwiderte der Kunstreiter achsel­zuckend,wirst Du denn auch die Werbung Mr. Princes nicht annehmen?"

Des Jongleurs? Rein, ich liebe ihn nicht; er ist mir zu roh."

Hm, ein Graf oder Baron soll Dir wohl auf den Knieen die Hand anbieken? Hochmüthige Thörin!"

Jedenfalls heirate ich nur auö Neigung. Aber lasten wir das, bester Vater 1 Wann ist heute früh die Probe angesetzt?"

Um zehn Uhr. Du mußt das jeu de rose mit den beiden anderen Damen reiten."

Gut. Sage übrigens Mr. Prince meinen Bescheid, damit er mich nicht mehr belästigt."

Und das kostbare Armband? Hier liegt die Visiten­karte des Gebers bei."

ES muß zurückgegeben werden, Vater, hörst Du, und Du wirst mir besorgen. Ah, da kommen Briefe, von Onkel Alfred einer. Auf Wiedersehen, Vater, in der Probe!"

(Fortsetzung folgt.)

erklärte er: Als wir Reinach Geld gaben, stellten wir ihm an­heim, damit für den Erfolg der Emission zu sorgen, gleich­zeitig sich daraus eine beliebige Remuneration zurückzubehalten. Präsident: Sie Übergaben Reinach Millionen, die et, wenn er wollte, in seine Tasche stecken konnte? Lesseps: Ganz richtig. Präsident fragt, wozu Reinach die Summen ge­braucht. Lesseps weiß darüber nichts. Präsident: Von den 1,400,000 Francs der auf Inhaber lautenden Bonds sind solche für 975,000, deren Verwendung nicht klargeftellt ist. Lesseps: Es waren geheime Fonds der Gesellschaft. Präsident: Ließen die Statuten geheime Fonds zu? Lesseps: 600,000 Francs erhielt Cornelius Herz, als die Erlaubniß für Zulassung der Loosobligationen erstrebt wurde. Präsident fragt, ob Lesseps darüber in den Büchern Be­weise habe. Lesseps kann dafür nur mit seinem Worte einstehen.

Paris, 10. Januar. Carnot unterzeichnete ein Decret, durch welches General Saussier ohne Rücksicht auf die gesetzlich vorgeschriebene Altersgrenze in Activität belassen wird, weil er als Höchftcommandirender vorm Feinde be­fehligt hat.

Depeschen de« BureauHerold*.

Berlin, 11. Januar. Die Ausschüsse des Bundes­raths haben ihre Thätigkeit ausgenommen. Es verlautet, der Bundesrath habe sich sehr eingehend mit der geschäft­lichen Behandlung seinergeheim" bezeichneten Drucksachen beschäftigt; es sollen darüber ganz bestimmte Normativvor­schriften geplant sein.

Berlin, 11. Januar. Der Reichskanzler ließ der Budget­commission eine Uebersicht der Baukosten für das Reichstagsgebäude, im Gesammtbetrage von 21100000 Mk. zugehen.

Berlin, 11. Januar. Mehrere Centrumsabgeordnete brachten im Reichstag ein Gesetz über eine Abänderung der Concursordnung vom 10. Februar 1877 ein.

Berlin, 10. Januar. Redacteur Mayer von der Kreuzzeitung" wurde heute früh auf dem Wege von seiner Wohnung nach der Redaction von dem ihm feindlich gesinnten Journalisten Dr. Berendt mit einem Revolver überfallen. Berendt feuerte auf Mayer sechs Schüsse ab, welche sämmt­lich trafen. Der Angefallene ist leicht versetzt. Berendt wurde wegen Mordversuchs verhaftet.

Berlin, 10. Januar. Einer Blättermeldung zufolge erfolgt die Constituirung der neuen Nationalpartei in den nächsten Tagen in Berlin.

Breslau, 10. Januar. Hauptmann Miller und Lange halten in einem Telegramm an dieBreslauer Morgenztg." die Echtheit der Welfenquittungen aufrecht. Die Sache sei einem schweizerischen Parlamentarier übergeben worden.

Bonn, 10. Januar. In der verflossenen Nacht um 2 Uhr 10 Min. fuhr der Güterzug 700 trotz verbotener Einfahrt in den hiesigen Güterbahnhof ein, als in demselben Augenblick der Zug 619 den Bahnhof verlassen wollte. In­folgedessen stießen die Züge zusammen; 3 Weichen, 60 Meter Geleise, eine Maschine und 6 Wagen wurden schwer beschädigt, Verletzungen von Personen kamen nicht vor.

Bochum, 10. Januar. Auf der ZecheVollmond- Langendreer" sind 162 Mann ausständig. Im Revier Bochum ist sonst alles angefahren. Für morgen wird hier eine Ausdehnung des Strikes befürchtet.

Essen, 10. Januar. Bergmann Mat ern, der Delegirte des Gelsenkirchener Reviers, wurde heute Vormittag ver­haftet. Die polizeiliche Anordnung setzt die Polizeistunde für die Wirthschaften in Gelsenkirchen auf 7 Uhr fest. Zwei heutige Versammlungen wurden verboten. Die Versammlung in Rochold bei Borbeck wurde wegen der Wirthshaussperre untersagt. Eine sehr zahlreich besuchte Versammlung in Essen beschloß, die Kameraden an der Ruhr und an der Saar morgen im Ausstand zu unterstützen. Grube Christian Levin ist heute theilweise in den Strike eingetreten.

Essen, 10. Januar. Bis heute Abend strikten auf acht Zechen insgesammt circa 55 000 Bergarbeiter.

St. Ingbert, 10. Januar. Die Arbeiter der hiesigen Pulverfabrik striken wegen verweigerter Lohnerhöhung.

Stuttgart, 10. Januar. Der König eröffnete heute den Landtag. Die Thronrede constatirt die weniger günstige Finanzlage des Landes, eine Wendung zum Besseren stehe kaum in Aussicht. Sie kündigt ferner die Besteuerung von Kunstwein, den Staatsvertrag mit Baden und eine Revision der Verfassung bezüglich der Zusammensetzung der Stände­kammer an.

Ludwigshafen, 10. Januar. Die hiesige Waggonfabrik kündigte einer Anzahl Arbeiter wegen Arbeitsmangel.

Ludwigshafen, 10. Januar. Auf der Eisenbahnlinie nach Speyer gerieth ein Po st wagen in Brand. Ein Reisender zog die Nothleine, wodurch große Gefahr ver­hütet wurde.

Nürnberg, 10. Januar. Starke Schneefälle ver­ursachten bedeutende Verkehrshindernisse.

Wien, 10. Januar. Nach polnischen Blättern wurden wegen Theilnahme an den Unruhen während der Cholera in Astrachan je 20 Personen zum Tode und zur Zwangs­arbeit in Sibirien verurtheilt.

Paris, 10. Januar. Nach einer stürmischen Sitzung, in welcher die Differenzen zwischen Freycinct, Loubet und Ribot in heftigster Weise zum Austrag kamen, demissionirte das gesammte Cabinet, nachdem es vorher General Saussier umfassende Vollmachten zur Aufrechterhaltung der Ordnung ertheilt hatte. Carnot nahm die Demission an, weil Freycinet durch BaihautS Erklärungen sehr compromittirt ist; ebenso auch Loubet. Ribot wurde die Bildung eines neuen Cabinets übertragen. Die Lage ist überaus schwierig und verwirrt. Es cursiren Gerüchte, Carnot wäre entschlossen, seinerseits zu demissioniren, falls das neue Cabinet nicht sofort ge­bildet oder die Kammersitzung neue Zwischenfälle herbei­führen werde.

Paris, 11. Januar. DaS Ministerium ist noch nicht !

endgültig gebildet. Ribot dürfte Präsidium und Steuern er­halten, Develle Aeußeres, Loizillon Krieg event. Thomassin^ Marine Gervais, Ackerbau Biger. Bourgeois, Dupuis^ Siegfried und Diette behalten ihre Portefeuilles. Burdea» übernimmt wahrscheinlich die Finanzen.

Paris, 11. Januar. Garnot wünschte angeblich, daß daS Kriegsministerium dem General Galiffet übertragen werde. Ribot und Bourgeois waren jedoch dagegen, upt de» Schein einer militärischen Diclatur zu vermeiden. Trotzdem gilt die Berufung Galjffets für wahrscheinlich, falls sich die Lage complicirt. Die Candidatur Constans wurde beseitigt.

Paris, 11. Januar. Die Morgenblätter erklären über­einstimmend, nach den Erklärungen Lesseps sei die Ein­dämmung des Panamascandals unmöglich, neue zahlreiche Enthüllungen seien unvermeidlich. Der Generaladoocat ver­suchte wiederholt, Lesseps an der Nennung von Namen zu verhindern; der Gerichtspräsident bestand auf der Angabe.

Petersburg, 11. Januar. Die Zollverhandlungen mit Deutschland wurden auf unbestimmte Zeit vertagt. Die Beendigung dieser Verhandlungen dürfte kaum vor Ende Juni stattfinden.

Newyork, 11. Januar. Der Export an Hornvieh wird abermals einen bedeutenden Aufschwung nehmen, da auf dem Gebiete der Vereinigten Staaten eine auSgebrochene Lungenseuche Dank einiger Opfer, die gebracht wurden, auf­gehört hat.

Cocatcs ttnö provinzieller.

Gießen, 11. Januar 1893.

In der am Sonntag stattgehabten Hauptversammlung des Evangelischen Arbeiter-Vereins wurde zunächst der definitive Vorstand gewählt und sodann die Mittheilung gemacht über die Besetzung der Sonntage in diesem Monat. Danach werde» am 15. und 22. d. M. Vorträge gehalten werden, während am 29. im Lenz'schen Felsenkeller ein Familienabend stattfinden wird. Die Einübung der Gesang-Chöre hat Herr Lehrer Spitz zu übernehmen die Güte gehabt.

Die Eisbahn des Eisvereins war durch das vorgestern eingetretene Regenwetter und darauf folgenden Schneefall un­brauchbar geworden. Eben wird mit allen Kräften daran ge­arbeitet, dieselbe wieder in guten Zustand zu setzen, so daß sie voraussichtlich morgen wieder geöffnet werden kann.

lieber dem Ausflug, den der Oberhesfische Geschichts­verein nach Wetzlar schon lange geplant hat, schwebt ein bos­haftes Verhängniß. Abermals mußte der Tag verschoben werden und ist nun ohne Aenderung der Tagesordnung auf Samstag den 21. Januar gelegt worden. Ein Vortheil erwächst daraus die Zeit zur Besichtigung des Doms wird dann etwas weniger verlängert fein.

Theater. Zum Benefiz für Herrn Martiensen. ging gestern Adolf L'Arronge's fünfactiges LustspielDoctor Klaus" in Scene. Fürwahr, der Abend machte unserem ge­schätzten Herrn Regisseur alle Ehre. Sowohl die Auswahl des Stückes, wie die Wahl der Rolle zeigte von dem ge­legenen Geschmack, wie dem trefflichen Können des Künstlers. L'ArrongesDoctor KlauS" ist feit seinem Erscheinen ein Repertoirstück aller deutschen Bühnen, und daS mit Recht; denn in ihm verbindet sich eine Fülle äußerst komischer ©eenen mit einer streng einheitlichen Handlung, der dramatisch höchft wirkungsvolle Momente in großer Zahl innewohnen. Doctor Klaus selbst ist in der Art, wie Herr Martiensen die Rolle auffaßt, eine so sympathische Persönlichkeit, daß er die Zu­neigung des Beschauers sofort erwirbt; weder den schnauzigen Arzt, noch den hochnäsigen Gelehrten ließ der Künstler zu sehr hervortreten, sondern streng abwägend zwischen beide» Extremen wußte er die aurea mediocritas vorzüglich zu treffen. Wahrhaft ergreifend wirkte die Erzählung im 3. Acte. Wir danken Herrn Martiensen sowohl für den Genuß, den er unS gestern Abend verschaffte, wie für die Früchte seiner auf­opferungsvollen Thätigkeit, die wir in der ganzen Saison ge­nossen, im Namen des Gießener TheaterpublikumS; wir können das mit um so größerer Genugthuung, als wir gestern die guten Plätze deS Hauses wenigstens alle besetzt sahen. Daß der Künstler es nicht nur verstanden hat, sich die Herzen unserer Mitbürger zu erobern, sondern auch bei seinen College» eine beliebte Persönlichkeit ist, zeigte der prächtige Lorbeer- kränz, der ihm von dem Ensemble gespendet wurde. Von den übrigen Mitspielenden verdienen unser besonderes Lob Herr Director ReinerS (Lubowsky), Herr Rupp (Colmar), Herr Halpern (Griesinger), ferner die Damen Frau Director Reiners (Emma), Frl. Brünner (Julie) und Frau Copp« (Marianne). Frl. C o p p 6 (Marie) war etwas zu jugendlich und auch Herr Stückel (Max) war nicht ganz fo, wie wir gewünscht hätten.

Neues Theater. Freitag den 13. Januar findet abermals eine Bene sizv or st el l un g, und zwar für Herrn Adolf Stückel, statt. Derselbe hat den neuen Misch Jakoby'schen SchwankDaß Schützen fest" gewählt. DaS Stück geiselt die Vorbereitungen zur Schützenfeier einer kleinen Stadt auf daß Urkomischste, und können wir daher den Besuch des Theaters am Freitag auf daß Beste empfehlen.

Dienst Versetzung. Seine Königliche Hohett der Grobherzog haben Allergnadigst geruht: am 7. d. M. den Rentamtmann des Rentamts Lampertheim Georg Schäfer in gleicher Diensteigenschaft an daß Rentamt Nidda zu versetzen.

Eonvertiten. Im Jahre 1890 traten im Großherzog- thum Hessen 153 Personen zur evangelischen Landeskirche über (gegen 163 im Jahre 1889) und zwar au« der katholischen Kirche 45 (gegen 80 im Vorjahr), au« anderen christlichen Consessionen 69 (gegen 73), ferner 39 Israeliten (gegen 10). Auß der evangelischen Landeskirche träte» 21 (gegen 13) zur katholischen Kirche über. Zum Juden- thum trat eine Person über. Zwei Personen erklärten sich confessionßlos.