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siz für Herrn Martiensen ’ünfactigtS LuMl„Doctor der Abend machte unserem ge- Lhre. Sowohl die Auswahl : Rolle Mr von ton gv cesslichen dünnen des Künstlers, ist seit seinem Erscheinen ein bühnen, und das mit Recht - e Fülle äußerst komischer Scenen Handlung, der dramatisch höchst cher Zahl innewohnen. Doctor >ie Herr Mackensen die Rolle Zersönlichkeit, daß er die Zuerwirbt - weder den schnauzigen elehrtcn ließ der Künstler zu 'eng abwägend zwischen beiden, oediocritas vorzüglich zu treffen, e Erzählung im 3. Acte. Wir m für den Genuß, bin er uni für die Früchte M ach wir in dn n
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□ Ruppertenrod, 10. Januar. Wegen der unter den Kindern der hiesigen Gemeinde stark grassirenden Diph- Iheritis ist gestern die hiesige Schule aus Anordnung des Kreisarztes bis aus Weiteres geschlossen worden. Bereits sieben Kinder, darunter vier Schulkinder, sind der schlimmsten aller Kinderkrankheiten erlegen.
§ Ulrichstein, 10. Januar. Wie sehr die oberste Post- verwaltung bestrebt ist, den gerechten Anforderungen des Publikums nach Möglichkeit zu begegnen, erhellt die Erfüllung des Wunsches, welcher in einem Artikel des . „Gieß. Anz." (Nr. 263 v. I.) zum Ausdruck gekommen. Hiernach beklagte man das Fehlen des sechssitzigen Postwagens — der alte war unbrauchbar geworden — auf der Linie Ulrichstein-Ruppertenrod- Mücke und wünschte das Wiedereinstellen eines sechssitzigen Postwagens wegen dem Personenverkehr. Diesem Wunsch hat die Obere Postverwaltung bereits im vorigen Monat durch das Einstellen eines neuen sechssitzigen Wagens in den Verkehr entsprochen.
Hochweisel, 10. Januar. Bei der am 6. Januar dahier stattgehablen Beigeordnetenwahl wurde der seitherige Beigeordnete, Herr Johs. Mohr, mit 90 von 93 abgegebenen Stimmen auf 9 Jahre wiedergewählt.
Fauerbach v. d. H., 10. Januar. Bei der am 24. Decbr. dahier stattgehabten Gemetnderathswahl wurden zu Gemeinderäthen gewählt die Herren: Georg Brod mit 51, Johs. Philipps IX. mit 47, Johs. Schmidt mit 42, Martin Seipel mit 41, Jac. Jung II. mir 38 und Jac. Krausgrill mit 35 Stimmen.
Bad Nauheim, 10. Januar. Der Vorstand des hiesigen Zweigvereins des Alice-Frauen-Vereins hat in seiner dieser Tage abgehaltenen Sitzung, wie die „Darmst. Ztg." meldet, beschlossen, bei den jetzigen Zeiten, in welchen der Verdienst knapp ist, ortsangehörigen Nothleidenden und Kranken, die aus Unterstützung öffentlicher Kassen keinen oder nur einen zweifelhaften Anspruch haben, täglich eine Portion guter, kräftiger Fleischsuppe unentgeltlich verabreichen zu lassen.
Darmstadt, 10. Januar. Am 31. Januar wird die zweite Kammer zu mehrwöchentlichen Sitzungen zusammentreten.
Darmstadt, 10. Januar. Von einer ungenannten Dame sind der im Bau begriffenen Johanneskirche 1000Mark für die erste Glocke zugewendet worden.
x vermischtes.
♦ Heidelberg, 4. Januar. Wo sind die Stiefel! Recht unangenehm überrascht waren gestern Morgen die Gäste eines hiesigen Hotels, als sie ihre am Abend zuvor in üblicher Weise vor die Thüren gestellten Stiefel nicht vorfanden. Der „Stiefelfuchs" hatte beim Nachsehen kein einziges Paar zum Wichsen vorgefunden und so muß man vermuthen, daß vielleicht ein im gleichen Hotel logirender Fremder sich vor Tagesgrauen die Stiefel widerrechtlich angeeignet und damit das Haus unbemerkt verlassen hat.
* Bremen, 8. Januar. Amtlichen Aufzeichnungen zufolge sind über Bremen im Jahre 1892 insgesammt 127 029 Personen ausgewandert gegen 138457 Personen im Jahre 1891.
* Für das Reichstagsgebäude hat Professor Reinhold Begas eine colossale Hauptgruppe mo'oellirt, die gegenwärtig in Kupfer getrieben wird. Es ist eine Germania, die, hoch zu Roß, nach rückwärts eine bis auf den Boden herabwallende Fahne schwingt- das Pferd leiten rechts ein Krieger mit dem Schwert und einer Friedenspalme, links ein Genius, der in die Posaune stößt. Das Ganze ist ein grandioses Kunstwerk.
* Der Frankfurter Hauptbahuhof auf der Ausstellung in Chicago. Auf der Weltausstellung wird die Stadt Frankfurt a. M. auch durch ihren Hauptbahnhof vertreten sein. Die Königliche Eisenbahndirection Frankfurt a. M. wird nämlich eine Anzahl Zeichnungen, Pläne und ein Modell, an welchem augenblicklich noch gearbeitet wird, und welches den Hauptbestandtheil der unter Leitung des Herrn Bauinspector Faust zur Ausführung gelangenden Collectivausstellung bildet, über den Allantischen Ocean senden. Das Modell, welches von dem Bildhauer Carl Baldes im Maßstabe von 1 : 25 in Ghps angefertigt ist, stellt das Aeußere des Hauptbahnhofes dar und bringt den imposanten Bau zur vollen Geltung.
Unser Borstenthier.
Culturhistortsche Skizze von F. K u n z e.
Der Winter ist in Deutschland die geeignetste Zeit für die Feier der so geliebten „Schlachtefeste". Bei unseren germanischen Urvettern war der die Naturhinfälligkeit beweisende Spätherbst, besonders der Monat November, zur Thieropferung ausersehen. In diesem „Blutmonat" wurden Pferde, Schweine und Rinder auf die Bergeshöhen zur Schlachtbank geführt. Neben dem Pferde mußte besonders das fette Schwein sein dampfendes Blut für die Götter rinnen lassen. Heute noch ist dieser feiste Dickhäuter einer unserer vornehmsten Fleischspender ^aus dem Thierreiche. Befassen wir uns darum etwas näher mit dem vierbeinigen Wohlthäter.
Im frühzeitlichen Deutschland, wo Viehherden den vornehmsten Reichthum der Bewohner abgaben, mußte in Ermangelung grasreicher, trockener und warmer Wiesen von einer erwünschten Rindviehzucht abgesehen und diese Lücke durch Aufrechterhaltung der Schweinemast ausgefüllt werden, noch dazu, da der speckumwallte Eber zur Verherrlichung des Odinopfers diente. Römische Feinschmecker bezogen schon zu Christi Zeiten inhaltsschwere Sendungen mundgerechter Schweinefleischwaaren aus dem germanischen „Westfalenland". Die von Winfried bekehrten Thüringer waren ebenfalls tüchtige Schweinezüchter- nach der verlorenen Schlacht bei ■ Burgscheidungen (531) mußten sie jährlich 300 Schweine als Tribut an die Franken entrichten.
Die erste genaue Nachricht über deutsche Viehzucht geben uns Karls des Großen Capitularien, welche die Art und Weise der Bewirthschaftung der königlichen Meyerhöfe in Franken beschreiben. So kamen z. B. auf dem Hofe Asna- bium u. a. jährlich 150 große und 100 kleine Schweine zur Mästung, während auf einer anderen Kronendomäne gelegentlich 80 a Ite und 100 neue Schinken, nebst Eingeweiden, Schmeer u. bergt Fleischwaaren vorgefunden wurden. Unter der Regierung der Hohenstaufen war die deutsche Schweinezucht bedeutender noch als gegenwärtig, weshalb auch die geschätzten Borstenthiere damals niedrig im Preise standen: zwischen den Jahren 1340—50 zahlte man in Nürnberg für ein Pfund Schweinefleisch 2*/2 Heller, und anno 1383 kostete „ein Swin 10 Schillinge und ein anderes virthalb Schilling". Man brauchte bei festlichen Gelegenheiten in jenen Tagen große Mengen Fleisch, weshalb Klöster und große Güter gerade Schweine in umfangreichen Herden zur ergiebigen Wald- und Feldnahrung treiben ließen. Als Markgraf Friedrich IV. von Brandenburg anno 1496 als Gast bei dem Herrn von Nürnberg einkehrte, da wurden aufgetafelt: 3272 Pfund Rindfleisch, 2666 Pfund Kalbfleisch, 375 Psd. Schöpsenfleisch, 344 Pfund altes und 841 Pfund frisches Schweinefleisch. Wurden doch noch während einer gräflichen Hochzeit auf dem schwarzburgischen Schlöffe zu Arnstadt (im Jahre 1560) vertilgt: „100 Ochsen, 1000 Hammel, 200 Speckseiten, 47 Bratwürste, 16 gemästete Schweine u. s. w." — O, schöne Zeit!
Aus Anlaß solch ausgedehnten Fleischverkaufs kam die Metzgerzunst zur höchsten Blüthe, was besonders bei der üblichen Feier des „Jahrestages" so recht ersichtlich war. So trugen beispielsweise die Königsberger Schlächter am 1. Januar 1583 eine 596 Ellen lange und 434 Pfund schwere Bratwurst durch die Straßen, um sie den Weißbäckern zu verehren, während an demselben Termine im Jahre 1601 eine ungeheure Wurst, 100a Ellen messend und 885 Pfund wiegend, von Königsberger Schlächtermeistern zur Schau getragen wurde, deren Herstellung 412 Thaler Kosten verursacht hatte.
Ein großer Uebelftand des Mittelalters war das freie Umherlaufen der gehorsteten „Allesfresser" auf Straßen und Gassen, um Haufen von Koth, Unrath u. dgl. wühlend umzugestalten. Als der jugendliche König Philipp einstmal an einem Herbsttage durch Paris ritt, fuhr ein wegelagerndes Schwein seinem Pferde so ungestüm zwischen die Beine, daß Roß und Reiter stürzten, ja dieser am Folgetage seinen Verletzungen erlag. Einer umgehend erlassenen Verfügung des Pariser Stadtraths, bett', die schleunige Einstallung der freizügigen Borstenthiere kamen nur die saumseligen Klosterbrüder der St. Antonius-Abtei nicht nach, angeblich aus Furcht vor dem Schweinepatron Antonius, dessen Schützlinge hinsüro immer noch in unbehelligter Weise den elementaren Gassenkoth von Paris emsig durchwühlten. Ja, im 15. und 16. Jahrhundert mußte noch den Bürgern Weimars und Apoldas nachstehende Verordnung eingeschärft
werden: „Niemand soll seine Schweine aus seinem Hofe auf die Gaffen und Straßen laufen und anderen Leuten beschwerlich sein lassen."
Zu jenen Zeiten wurde das „dumme Schwein" auch zu mancherlei Belustigungen ausersehen. Scheible vermeldet in seinen „Schaltjahr" (1. Bd. S. 492), daß anno 1489 Kurfürst Friedrich von Sachsen, in Zwickau folgendes Schauspiel veranlaßt* hätte: „Man band auf einem freien Platze ein Schwein an einen Pfahl - eine Menge Blinder wurden herbeigeführt und jedem eine Kolbe in die Hand gegeben. Mit diesem Kolben mußten sie nun das Schwein todtzuschlagen suchen." Der Matador in diesem Gefechte erhielt sowohl den leblosen Feind als auch „ein Stück Geld zum Geschenke." Man kann sich leicht denken, daß bei dieser handgreiflichen Vergnügung, die einstmals auch in Nürnberg zur Vorführung kam, mancher Blinde statt des Schweines einen seiner Leidensbrüder selbst traf, abgesehen davon, daß der wild werdende Dickhäuter manchen Schläger umriß. Besser ist natürlich, man belustigt sich am Schweine, wenn es tobt ist, so namentlich am „Schlachtfeste", wo jeboch Niemanb zu fingen braucht, wie im Faust steht:
„Uns ist ganz kannibalisch wohl, Als wie fünfhunbert Säuen!"
D. Allg. Ztg. f. Lanbw.
Literatur und Aunst.
— »Bier und Branntwein unb ihre Bedeutung für die BolkSgesundhett" betitelt sich eine soeben im Verlage von Robert Oppenheim (Gustav Schmtbt) in Berlin erschienene Schrift bes bekannten Hygienikers Professor vr. I. Rosenthal in Erlangen. Der Verfasser weist nach, von ro*e großer Bebeutuvg das Vorhanben- sein eines billigen und guten Bieres für die Volksgesundheit ist. Die lehrreiche, in einer durchaus ruhigen und sachlichen Weise geschriebene Broschüre verdient Die weiteste Verbreitung und sei daher warm empfohlen. Preis 1 Mark.
— Die musikalischen Bestrebungen und Darbietungen in Deutschland und überall da, wo deutsche Musik zu Ehren gelangt, find so umfassend, daß ein Gesarnmiüberblick darüber ohne Beihilfe eines Blattes wie die „Reue Musik Zeitu«g" (Verlag von Carl Grüninger in Stuttgart), welche den Extract davon zieht, sehr schwer sein würde. Dieses beliebte Familienblatt nimmt aber nicht nur Notiz von den musikalischen Ereignissen, sondern bietet auch noch reichen Stoff zur Belehrung und Unterhaltung in Gestalt von Novellen, Humoresken, fachwissenschaftlichen, kritischen, musikgeschichtlichen und biographischen Artikeln. Wer singt, Clavier oder Violine resp. Cello spielt, dem wird die Zugabe der zahlreichen werthoollen Musikbeitagen auf Notenpapier willkommen 'sein. Probenummern der „Neuen Musik-Zeitung" werden von der Verlagshandlung an jede aufgegebene Adresse per Poft kostenfrei übersandt.
Eingesandt.
Gießen, 11. Januar 1893.
Sehr geehrte Redactton!
Gestatten Sie nachstehenden Zeilen Raum in Ihrem geschätzten Blatte.
Mit Verwunderung mögen wohl die Abonnenten des Gießener Adreßbuchs die Anzeige in der gestrigen Nummer d. Bl. gelesen haben, wonach sie „aufgefordert" werden, „binnen 5 Tagen" entdeckte Unrichtigkeiten resp. Mängel des neuen Adreßbuchs angeben zu wollen; statt dieses kategorischen Imperativs, welchem nur noch der obligate Schlußsatz „bei Meldung von so und so viel Strafe" fehlt, wäre wodl ein etwas mehr freundlicheres Ersuchen am Platz gewesen, zumal durch Angabe gefundener diesbezüglicher Fehler und Mängel dem Verlag ein Dienst geleistet wird, der mit Dank anzuerkennen wäre. Hochachtungsvoll
—n.
Wöchentliche lleberstcht der Todessalle in Gießen.
1. Woche. Vom 1. Januar bis 7. Januar 1893.
Einwohnerzahl: angenommen zu 21 500 (incl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitsziffer: 36,96°/« bezw. 29,57 nach Ausschl. der Ortsfremden Kinder
Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr:
Masern
6
—
3
3
Diphtherie
4 (1)
—
—
4 (1)
Lungentuberkulose
1
1
—
—
Andere bekannte
Krankheiten
4 (2)
2 (2)
2
—
Summa: 15 (3) 3 (2) 5 7 (1)
21 nm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todessälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
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Bekanntmachung.
Die städtische Sandgrube im
District Sandberg an der Rödger Straße soll
Samstag, 14. Januar 189.3, Vormittags 11 Uhr, auf dem Bürgermeisterei-Bureau — Zimmer Nr. 15 — auf 3 Jahre zur Ausbeutung verpachtet werden.
Gießen, 7. Januar 1893.
Großh. Bürgermeisterei Gießen.
420 Gnauth.
Aeikgeöotenes.
Schlitten, g enn- und zweispännige, zu verkaufen.
9» Lindenstruth, Wagnermeister.
Kreppei wwl*6li Fr. Hennings wu ®<lt<ri»eg 14.
Wir haben Herrn
4701 In der „Herberge zur Helmatb
angenommen.
und ' hält sich derselbe zum Abschluß von Versicherungen sowie zur Er- theilung jeder Auskunft bestens empfohlen.
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>)«» vti „.yciuciyc gut yciuiuu# । Louis Bühl, Gießen, Wallthorstraße 36, pre^swer!h°abgegebenaud? roerVen^«? eine Agentur unserer Gesellschaft für Gießen und Umgegend übertragen Rettungen auf Stroh zu liefern daselbst
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Gießen, 10. Januar 1893.
Die Specialdirection für das Großherzogthum Hessen.
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