Ausgabe 
11.10.1893 Erstes Blatt
 
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von Rio, er erwidert lebhaft das Feuer der rebellischen .Kriegsschiffe, und diese Tapferkeit und Entschlossenheit unter schwierigen Umständen könnte nur Anerkennung verdienen, wenn nicht die Truppen PeixotoS mit Wissen und Willen desselben in der durch das Bombardement .schon genug heim­gesuchten Stadt die ärgsten Ausschreitungen begingen, waS dem Dictator wahrlich nicht- weniger als zum Ruhme gereicht.

Wenn nun die Haltung PeixotoS gegenüber der Ein­wohnerschaft von Rio de Janeiro auf- Schärfste getadelt werden muß, so verdient anderseits auch das Auftreten deS rebellischen Admirals de Mello entschiedene Mißbilligung. DieS insofern, als er sich eben nicht mit der Beschießung der Forts begnügte, sondern auch die Stadt selbst unter dem verderb­lichen Feuer seiner Geschütze hält. ES mag gewiß nicht zu vermeiden sein, wenn bei der Beschießung der Forts von Rio de Janeiro durch die aufständischen Kriegsschiffe die Pro- jectile mitunter auch in die Stadt fallen, erwiesenermaßen haben jedoch die Jnsurgentenschiffe ihre Geschosse längere oder kürzere Zeit lediglich auf die Stadt geworfen, eine ganz zweck- und sinnlose Grausamkeit, da sich Peixoto nicht im Mindesten um da- Schicksal der unglücklichen Stadt kümmert, wenn er sich nur in den Fort- zu halten vermag. Diese unsinnige Beschießung Rios hat ja auch die-Befehlshaber der vor der brasilianischen Hauptstadt ankernden fremdländischen Kriegsschiffe, mit Ausnahme der deutschen, zu der dem Admiral de Mello mitgetheilten Drohung veranlaßt, die fremden Schiffscommandeure würden eine fortgesetzte Beschießung der Stadt Seitens des aufständischen Geschwaders nöthigenfalls mit Gewalt verhindern. Dieser Schritt stand mit den völker­rechtlichen Bestimmungen zwar nicht in Einklang, aber er war aus Rücksichten der Cultur und allgemeinen Menschlichkeit ganz erklärlich und auch zu billigen. Inzwischen ist jedoch der Zwischenfall in eine neue Phase getreten, die brasilianische Regierung läßt an verschiedenen Punkten der Stadt mit Artillerie versehene Vertheidigungswerke aufführen, um von ihnen aus die rebellische Flotte zu beschießen- hiermit wird jedoch eine weitere Intervention der fremden Kriegsschiffe zwecklos, denn dieselben müßten nunmehr gleichzeitig auf die Rebellenschiffe wie auf die Schanzen PeixotoS feuern. Die Reserve deS deutschen Geschwadercommandanten in der Affaire war da allerdings wohl angebracht- nur fragt es sich, wie er seinen Auftrag, die Interessen der in Rio de Janeiro wohnenden Deutschen und Oesterreicher nachdrücklichst zu schützen, nachkommen soll, wenn weder von Peixoto noch vom Admiral de Mello Rücksicht auf Leben und Eigenthum der europäischen Einwohner Rio de Janeiros genommen wird.

Wie sich die Dinge weiter in Brasilien gestalten werden, dies hängt eben noch wesentlich von dem Verlaufe der Ope­rationen vor Rio de Janeiro ab. Nur das eine darf man aber wohl schon jetzt als durchaus unwahrscheinlich bezeichnen, daß ein etwaiger Sieg der Revolution in Brasilien die Wiederherstellung der Monarchie, die Wiederaufrichtung des vor vier Jahren gestürzten KaiserthumS zur Folge haben würde, dazu sind offenbar keine Aussichten vorhanden. UebrigenS wird jetzt die Meldung desTempS", Prinz August von Sachsen-Coburg fei auf einem französischen Dampfer nach Brasilien abgereift, von derN. Fr. Pr." als falsch bezeichnet, der Prinz befinde sich vielmehr nach wie vor in seiner Stellung als österreichischer Marinelieutenant in Polo. Bei einer etwaigen Wiederherstellung des brasilianischen Kaiserthrons könne höchstens der älteste Enkel des verstorbenen Kaisers Dom Pedro, nämlich Prinz Pedro, in Betracht kommen.

Deutsche» Reich.

Berlin. 9. October. Gegen die Entwürfe des Tabak- und deS Weinsteuergesetzes erhebt sich eine immer entschiedenere Opposition im Reiche, die ihren Stütz­punkt keineswegs lediglich in den Kreisen der Interessenten der Tabak- und der Weinbranche findet. Soll man aus der Stärke dieser Bewegung auf das Schicksal der beiden Steuer­entwürfe im Reichstage schließen, so wird es mindestens der größten Anstrengungen Seitens des Reichsschatzsecretärs Grafen PosadowSky und der von Herrn Dr. Miquel ge­führten einzelstaatlichen Finanzminister bedürfen, um eine Einigung der verbündeten Regierungen mit den ausschlag­gebenden Parteien über eine den letzteren annehmbar erscheinende Form der neuen Steuervorlagen herbeizuführen. Dieselben sollen Übrigen« zugleich mit dem Etat für 1894/95 dem Reichstage zugehen, ob dies indessen gleich beim Wiederbeginne der Reichstagsverhandlungen im November oder erst zu einem späteren Zeitpunkte der Fall sein wird, dies bleibt freilich noch abzuwarten. Außerdem heißt cS, die Reichsregierung beabsichtige, dem Parlamente in einer besonderen Denkschrift die Entwickelung deS ReichssteuerwesenS bis zu der jüngsten Zwangslage darzuthun und die Mittel zur Beseitigung der letzteren deS Näheren zu erläutern, ähnlich wie dies schon in der Miquel'schen Denkschrift zur Steuerreform in Preußen geschehen ist.

In der bayerischen Abgeordnetenkammer hat gleich vom Beginne der eigentlichen Verhandlungen an lebhafte Debatten gegeben. Zuerst wurden die bekannten Massenerkrankungen im bayerischen Leib-Jnfanterie-Regimente, die theilweise zu einem tödtlichen AuSgange führten, infolge einer Interpellation von liberaler Seite in breitester Weise erörtert und gestaltete sich die DiScussion hierüber vielfach sehr animirt und interessant. Anlaß zu bewegten Debatten gab auch der Antrag deS EentrumSabgeordneten Dr. Ratzinger auf Erlaß einer Adresse an die Krone, welcher Antrag ledig­lich agitatorische Absichten verfolgte- Aussicht auf Annahme besitzt er jedenfalls nicht. Zu einer längeren Erörterung führte dann am SamStag die von den Socialdemokraten ein« gebrachte Interpellation über neue Soldatenmißhandlungen in der bayerischen Armee, die Debatte über dieses bedauerliche Thema, welches au- unseren Parlamenten anscheinend nicht mehr verschwinden will, wurde am Montag fortgesetzt.

Die in Hessen stattgefundenen Erneuerungs­wahlen zur Zweiten Kammer haben in ihrer Gesammt- heit eine Schwächung der nationalliberalen Fraction zu Gunsten der anderen Parteien ergeben, immerhin besitzen die National- liberalen auch in der neuen hessischen Volksvertretung wieder die entschiedene absolute Mehrheit. Am 19. October folgen nun die Landtagswahlen in Baden, und darf man gespannt darauf fein, ob der gemäßigt-liberalen Partei in diesem Lande gelingen wird, ihre bisherige knappe Zwei-Stirnmen- Mehrheit in der Zweiten Kammer zu behaupten. Sollte dies nicht der Fall sein, bann würde künftig in der badischen Volks« I Vertretung das bedenkliche AuShilfSsystem einer Mehrheit von Fall zu Fall Platz zu greifen haben.

Ausland.

Paris. 9. October. Die während der letzten großen französischen Manöver hervorgetretenen Gegensätze zwischen den activen Offizieren und den Reserve­offizieren der französischen Armee zeigen sich sogar an­läßlich der Vorbereitungen für den Empfang deS russischen Geschwaders. In Toulon ist es zu lebhaften Differenzen zwischen den activen Offizieren einerseits und den Offizieren der Reserve und der Landwehr anderseits gekommen, und zwar anläßlich der Frage der Einladungen zu dem von den activen Offizieren zu Ehren der russischen Geschwaderoffiziere pro- jectlrten Ball. Ob die Zwistigkeiten, die sich angesichts des unmittelbar bevorstehendnn Erscheinens der russischen KrtegS- schiffe in Toulon seltsam genug ausnehmen, noch andere Weiterungen zur Folge haben werden, muß noch dahingestellt bleiben. DaS russische Mittelmeergeschwader besteht aus dem PanzerschiffKaiser Nicolaj I.", bem Kreuzer Parnivatz Asowa" und dem KanonenbootTherez". Zeit­weilig gesellen sich dem Geschwader anläßlich deS Besuches in Toulon die später nach dem Stillen Ocean gehenden Kreuzer Admiral Nachimow" undRynda" zu.

Marschall Mac Mahon ist bedenklich erkrankt- nach den letzten Meldungen verschlimmert sich sein Zustand zusehends. Da der Marschall bereits im 86. Lebensjahre steht, so könnte der Eintritt einer Katastrophe nicht weiter überraschen.

Neueste Nachrichten.

Wolffs telegraphische- Correspondenz - Bureau.

Berlin, 9. October. Das kaiserliche Gesundheitsamt macht folgenden Cholera fall bekannt: In Kiel wurde von dem schwedischen DampferHjalmar" noch eine an Cholera erkrankte Person in die Baracke ausgenommen.

Metz, 9. October. Der Kaiser stellte den Kronprinzen von Italien ä la suite seines hier ftationirten Königs' Infanterieregiments 145.

Stettin, 9. October. DaS Polizeipräsidium macht be­kannt : Von SamStag Nachmittag bis heute Vormittag wurden hier sechs choleraverdächtige Fälle angemeldet. Bei zwei derselben ist bereits Cholera asiatica coostatirt.

London, 9. October. Im Victoriapark fand gestern eine Kundgebung von 12,000 Arbeitern statt. Es wurde eine Resolution gefaßt, in welcher Sympathien für die ausständigen Bergleute ausgedrückt werden. Tom Mann erklärte, das Ziel der Grubenbesitzer fei, den Verband der Bergleute zu vernichten- der gegenwärtige Strike fei nur ein Vorläufer des entscheidenden Kampfes für die Nationalisirung aller Gruben deS Landes. AehnlWhe Runbgebungen wurden auf Trafalgar Square und anderen Plätzen Londons veranstaltet.

London, 9. October. Der Besitzer einer der größten Papiermühlen Englands erklärte, daß in Folge der Schwierigkeit, Kohlen zu beschaffen, die Schließung seiner und vieler anderen Papiermühlen bevorstehe. Der Papier- mangel würde sich sehr empfindlich bemerkbar machen, beson­ders für Zeitungen.

Charleroi, 9. October. Die Gesammtzahl der Aus­ständigen im Kohlenbecken von Charleroi beträgt gegen» wärttg 21,000, die Vermehrung etwa 3000.

Rom, 9. October. Wie derAgenzia Stefani" aus Corfu gemeldet wirb, trifft die erste Division des eng­lischen MittelmeergefchwaderS am 11. dss. Mts. in Tarent ein, die zweite Division an demselben Tage in Catania. _____

Deveschen deS Bureau »Herold".

Berlin, 9. October. Der aus neun Mitgliedern be­stehende Ausschuß deS Beiraths der Sachverstän­digen, welcher vom Reichskanzler zur Unterstützung der diesseitigen Unterhändler beim deutsch-russischen Handelsverträge berufen worben ist, hat bie Aeltesten ber Berliner Kauf­mannschaft ersucht, etwaige spezielle Wünsche für den Vertrag dem Bureau beS Ausschusses mitzutheilen und zwar mit mög- lichst eingehender Begründung.

Berlin, 9. October. Der JnnungSverband deutscher SaugewerfSm elfter hielt heute eine Sitzung ab, um zur Regierungsvorlage, betreffend bie Grunbzüge, Organisation und Regelung beS LehrlingSwefenS Stellung zu nehmen.

Pari«, 9. October.GauloiS" undFigaro" bezeichnen heute den Zustanb Mac MahonS als hoffnungslos.

Paris, 9. October. Der russische Militärattache, Gene­ral FreberickS, brückt sich sehr befriedigt über bie Dor- bereitungen aufl, welche getroffen worben finb, um bie russi­schen Offiziere auf königliche Weise zu empfangen.

Locialwifsenschastlicher Kongreß zu Frankfurt a. M.

Die volkSwirthschastliche Stction beS Freien deutschen HochstistS hatte zur Klärung der gegenwärtig im Vordergrund deö allgemeinen Interesses stehenden FrageArbeits­losigkeit und Arbeitsvermittlung" einen Congreß einberufen, dessen Idee überall in Deutschland Anklang ge-

CocaUs un- jptooittjfeö***

Kietzen, den 10. October 1898.

** Ernennung. Seine Königliche Hoheit der Groß« Herzog Haden Allergnädigst geruht: am 7. d. M. den Salineninfpector bei dem Salinenamt TheodorShalle Konrad Bornschener zum Obersteuerinspector bei dem Haupt ft eueramte Gießen zu ernennen.

Bon hessischen Behörden werden verfolgt: Haufirer Wilhelm Braun, zuletzt in Straßburg, vom Amtsgericht WormS wegen Körperverletzung- Condidor Karl Heide aul Oesterreich vom Amtsgericht Mainz wegen Betrug-- Fuhr« knecht Jakob Schmidt von «rnflheim vom Schöffengericht Mainz wegen Betrugs - Tagelöhner Heinrich Roth von Lener vom Amtsgericht Offenbach wegen Diebstahls- Tagelöhner Jacob Weitz von Schotten von demselben wegen.Unter­schlagung- Tagelöhner Friedrich Zubrod, zuletzt in Beno- heim, vom Amtsgericht Zwingenberg wegen Hausfrieden bruch-- Dieuftknecht Johanne» Eichhorn IV. von DibU von demselben wegen Diebstahls. In Aschaffenburg ist ber wegen Diebstahls zu 9 Jahren Zuchthaus verurtheilte, Höch» sicherheit-gefährliche Fabrikarbeiter Conrad Sommer coa Haibach aufl dem Lanbgerichtflgcfängniß entsprungen und ist ein Steckbries hinter ihm erlassen worben. D. Ztg.

♦♦ Zur Tabaksteuerfrage. Am Sonntag fand in Frank­furt a. M. imPalais - Restaurant" eint gut besuchte Ver­sammlung ber Hessischen Tabak- und Cigarre-' f a b r i k a n t t n statt, behuffl Stellungnahme zu den schwebenden Steuerprojecten. Auf Grund eines Referat» befl Herrn Syndikus Schloßmacher- Frankfurt a. M. wurde nach- stehende Resolution einstimmig zum Beschluß erhoben:

Die am 8. October 1893 in Frankfurt a. M. ver­sammelten Tabak- und Cigarrensabrikamen de» Groß' herzogthumfl Hessen erklären die beabsichtigte Factutets- Werthsteuer wie überhaupt eint Fabrikatsteutr auf lab« und jede andere Mehrbelastung desselben für unbut®* führdar ohne schwere Schädigung der Tabakindustrie und

fanden, wafl daraus erhellt, daß aufl ca. 50 Städten über 500 Theilnehmer und Zuhörer zu diesem Congresse herbff, geeilt waren. Aufl Wien war der Secretär befl Verein» für Arbeitsvermittlung, Herr Josef Bardorf, anwesend. I«, Palais-Restaurant" fand gestern Abend eine Vorbesprechung statt, bei welcher Herr Dr. Schnapper-Arndt-Heidelberg die Willkommen-Ansprache hielt und dabei auf die Bedeutung des Congresses hinwiefl. der eine freie unabhängige Aus- spräche von Wissenschaft!'cheo und im praktischen Leben stehe» den Mannern bilden solle. Der im Mittelpunkt der Social­politik erschallenden Losung:Der Arbeit ihren Lohn'." gehe die vorher:Dem Menschen überhaupt ArbeitDie Arbeit adele nur, wenn sie in gewisser Regelmäßigkeit unsere Kräfte wachhalte, nicht aber, wenn sie diese bald durch Uedermaß ertöbte, halb wiederum unsicher werbe. Er hoffe, daß die Theil­nehmer befl Congressefl geeignete Mittel zur Abhilfe ermitteln und daß die zum Ausdruck gelangenden Meinungen nicht Äampfcflmittel, sondern UeberzeugungflauSdruck seien, eine Heber« zeugung, die sich in täglich erneuter Selbstprüfung täglich neu verjünge. Herr Bardorf-Wien wiefl darauf hin, daß politische Differenzen Niemand von ber Mitarbeit an dem Congreste abhalten würben.

Heute Morgen 9 Uhr begann der Congreß im Saale desKaufmännischen Vereins" mit einer Begrüßung des Vor­sitzenden desFreien deutschen HochstistS", Herrn Professor Valentin. Ihm schlossen sich die Herren Dr. Flesch, Vorsitzender ber volkflwtrthschastlichen Sektion und- Dr. Quarck im Namen befl geschäftflführenden Ausschusses an, welche Beide die Bedeutung deS Congressefl in beredten Worten schilderten. DaS erste Referat:Der moderne Ar« beitSvertrag und die Arbeitslosigkeit" hatte Herr Professor Dr. Tönnies-Kiel übernommen, der dieses Thema vom Wissenschaftlichen Standpunkte aufl beleuchtete, sich bei seinen interessanten Ausführungen öfter auf Mar§'Kapital" und auf die Schriften Brentano» berufend und besonders bei Letzteren volkSwirthschastliche Theorien scharf krittsirenb.

Ihm folgte Herr Kloß aufl Stuttgart, der überAr« beilslosigkeit im Allgemeinen und Rothstandflarbeiten" rcfmrtt. Unter den mannigfachen Ursachen der vorhandenen Arbeits­losigkeit bezeichnete Redner die Handelskrisen, die steten Kriegsbefürchtungen, welche die Unternehmungslust befl Ca- pitals einbämmen, sowie die Beeinflussung befl Weltmärkte» durch Zollschranken, wie bie Mc. Kinleybill und neuestenfl den Zollkrieg mit Rußland. Efl sei eine bedauerliche Erschewlw- in unserem Gesellschaftsleben, baß, wenn ber Winter nur einige Wochen länger währe als sonst üblich, sofort von tbo sächlichem Nothftanb berichtet werben könne. Als Milderung empfahl Rebner Verkürzung ber Arbeitszeit, Abschwung der Accorbarbeit und als Endziel Uebergang ber inbioibualistischen Produktionsweise in bie collectivistische. In Zeiten ber Noty haben Staat unb Gemeinden die Pflicht, für Arbeitsgelegrn zu sorgen, als welche er Erdbewegungen, Steinklopfen, Be und Entwässerungsanlagen :c. bezeichnete.

Herr Dr. H i r s ch b e r g - Berlin sprach über:Erhebungen über Arbeitslosigkeit" und meinte, daß hier statistische Zu­sammenstellungen «obl schwer zu ermöglichen, aber dennoch ausführbar seien. Als Mittel zu diesem Zweck empsahl er Aufnahme von Statistiken bei Volkszählungen, durch die float - lidjen und freien Krankenkassen, Unfallversicherungen rc. unb nicht zuletzt seien bie projectirten stäbtischen Arbeitsnachweise berufen, hier mitzuwirken.

Nun folgte eine eingehenbe DiScussion, eingeleitet durch Herrn Lautenschläger-Stuttgart, an welcher sich die Herren Barborf-Wien, Legien Hamburg, Dr. Ragoczy Bonn, Dr. Quarck Frankfurt, Hahn-Burg, Dr. Möller Brackwede, Jutzi-Darmstadt, Döblin-Berlin, Schnitzer-Jserlohn, Han- mann-Düsselborf unb Hinz-Frankfurt beteiligten. Alle Jtebnrr finb für Pflege ber Statistiken unb für Errichtung von Sr- beitSnachweisen. ______