Hat. Allem Anscheine nach wird der bevorstehende Wahlkamp erbitterter und leidenschaftlicher werden wie nur je einer seit Gründung deS Reiches gewesen ist, und im höchsten Grade ungewiß erscheint sein Ausgang. Alle patriotischen Männer, gleichviel, in welchem politischen Parteilager sie auch sonst stehen, Ünnen daher einstweilen nur auS vollstem Herzen hosten und wünschen, daß der jetzt durch die Auflösung deS Reichstages erfolgte entscheidung-reiche Schritt zum Frommen unseres deutschen Vaterlandes dienen, zum Heil und Segen unseres deutschen Vaterlandes ausschlagen möge!
— Nach der entscheidenden Reichstagssitzung vom Sonnabend sollte sich der Reichskanzler Graf Caprivi, wie ein Gerücht wissen wollte, sofort nach Potsdam begeben und dem Kaiser seine Entlassung angeboten haben. Das erwähnte Gerücht, von Anfang an unwahrscheinlich, ist indessen sehr rasch als gänzlich unbegründet befunden worden, es handelt sich bei seiner Verbreitung lediglich um ein politisches Manöver. Graf Caprivi und der StaatSsecrerär v. Marschall nahmen Übrigens an der am Sonntag Mittag im Neuen Palais bei Potsdam stattgefundenen Kaiserlichen Frühstückskafel Theil. — Dagegen hat der einstweilige Auögang der Militärfrage nach einer anderen Richtung hin bereits einen sehr bemerkens- werthen Vorgang zur Folge gehabt. In der freisinnigen Reich Stagsf rac tion ist eS infolge des vorn FractionSchef Richter gestellten Antrages, diejenigen freisinnigen Abgeordneten, welche für den Antrag Huene gestimmt haben, aus der FractionauSzuschließen, zu einer Spaltung gekommen, die höchst wahrscheinlich schon dieser Tage die Bildung einer zweiten freisinnigen Partei verursachen wird. Wie lange Alt- und Neusretsinnige alsdann neben einander noch freundschaftlich existiren werden, dies dürfte vielleicht schon die beginnende Wahlagitation zeigen!
Der regierende Für st Adolf von Schaumburg- Lippe ist schwer erkrankt, so daß man in seiner nächsten Umgebung die ernstesten Besorgnisse hegt. Ein amtliches Bulletin au- Bückeburg vom Sonntag Mittag besagt denn auch, datz sich baß Befinden des hohen Kranken noch weiter verschlimmert hat, daß sein Bewußtsein sich trübt und daß die Aussicht auf die Erhaltung seines Lebens eine sehr geringe ist. — Fürst Adolf ist geboren am 1. August 1817, er steht demnach bereits im 76. Lebensjahre. Er regiert seit dem 21. November 1860 und ist seit 25. October 1844 vermählt mit Fürstin Hermine, Prinzessin von Waldeck, geboren am 29. September 1827. Der Thronfolger, Erbprinz Georg, steht im 47. Lebensjahre.
— Die Städte Danzig und Thorn feierten am Sonntag das Jubiläum ihrer hundertjährigen Zugehörigkeit zum Königreich Preußen.
Danzig, 7. Mai. Anläßlich der heutigen Säcular- seicr des Anschlusses der Stadt Danzig an die preußischeMonarchte fand gestern Abend großer Zapfen- streich der Garnison und eine Mufikaufführung des Danziger Männer-GesangvereinS statt, bei welcher ein von Trojan versaßtec und von KiSielnicki componirter, der Stadt gewidmeter FesthymnuS zum Dortrag gelangte. Am heutigen Festtage wurden in der Frühe vom RarhhauSthurme aus Choräle geblasen, während die Garnison den Tag durch eine große Reveille einleitete. Die Stadt ist mit Flaggen auf daß Reichste geschmückt, die Straßen sind von dichten Menschenmassen belebt. Dem Festgottesdienst im Mariendome wohnten die Spitzen aller Behörden in großer Gala, sowie die Vertreter in corpore bei. In der Garnisonkirche fand ebenfalls Festgottesdienst statt, im Rathhause Mittags ein Festact. An Se. Majestät den Kaiser wurde folgendes Telegramm Ltbgesandt: „Ew. Majestät erneuern die zur Säcularseier deS Anschlusses der Stadt Danzig an die preußische Monarchie versammelten Vertreter der Stadt in ehrsurchtvoüster Er- gebenheit ganz unterthänigst das Gelöbniß unwandelbarer Treue." Die Offiziercorps des Grenadier-Regiments König Friedrich I. (4. Ostpreußisches) Nr. 5 und deS 1. Leib- Husaren-RegimentS Nr. 1 statteten ihre Glückwünsche an die Garnisonstadt ab und überreichten Festgaben zum Schmuck des Magistrats - Sitzungssaales. Der Oberbürgermeister Dr. Baumbach erwiderte die Ansprachen auf das Herzlichste und schloß mit einem enthusiastisch aufgenommenen Hoch auf Seine Majestät den Kaiser. Seitens der Städte Thorn, Graudenz, Elbing, Kulm und Altona gingen Glückwunsch- telearamme ein; dasjenige von Thorn wurde sofort mit Fest- grüßen erwidert. Mittags fand der Festzug der Gewerke und Gilden statt, für den Nachmittag war ein Volksfest tu Aussicht genommen, Abends ein Festbankett. Das Wetter war kühl und trübe.
Neueste
Wolffs telegraphische- Correspondcnz-Burean.
Berlin, 8. Mai. Der ehemalige Landtagsabgeordnete für Naugarb-Regenwalbe von Bismarck, ein Bruder beß Fürsten Bismarck, ist gestorben.
Berlin, 8. Mai. Die „Post" veröffentlicht den Wahl.- aufruf der Reichs- und sreiconservativen Partei, in welchem hervorgehobe« wird, daß gegenüber den immer gewaltiger steigenden Rüstungen der Nachbarn eine erhebliche Verstärkung der HeereSmacht nicht hinauSgeschoben werden könne.
Bückeburg, 8. Mai. Fürst Adolf Georg ist heute Nachmittag 51/, Uhr verschieden.
Depeschen deS Bureau „Herold*.
Berlin, 8. Mai. Der Landtag vertagt sich morgen bis zum 29. Mai.
Berlin, 8. Mai. Der Centralverband der national- liberalen Partei hat heute den Wahlaufruf fest- gestellt.
Berlin, 8. Mai. Freiherr v. Huene ist auS dem Vorstand der CentrumSpartei auSgeschieden, nachdem in der letzten FractionSsiyung die gegnerische Stellungnahme der Partei zur Militärvorlage im Wahlaufruf sestgestellt worden ist.
ö Berlin, 8. Mai. Die unabhängigen Socialisten und Anarchisten beschlossen Stimmenthaltung bei den Neuwahlen. Da die Anzahl der Wähler 6000 beträgt, ist der Ausfall beträchtlich.
Wien, 8. Mai. Die „Montagsrevue" bespricht die deutsche Reichstagsauflösung und sagt: Deutschland werde erfolgreich nur im Sinne der Nationalliberalen regiert werden, diese sollten daher trachten, bei den Neuwahlen die durch ihre Schwäche verlorene Position wieder zu gewinnen, sie sollten für die große Sache deS Vaterlandes eintreten. Kaiser Wilhelm schaffe sich, so fährt daß Blatt fort, einen Reichstag, der seine Politik unterstütze. Wenn der Kaiser und der Reichstag ihr Bestes gethan, werde Deutschland den Tag segnen, wo die Militärvorlage verworfen wurde.
Rom, 9. Mai. ES verlautet, der Papst bereite eine Encyclica an die Staat-Häupter vor, an welche er die Bitte richtet, die Abrüstung zu veranlassen. Der Papst soll beim Besuch deS deutschen Kaisers versucht haben, demselben seine Ideen mitzutheilen.
CocaUs ttnö provinzielle».
Gießen, 9. Mai 1893.
* Herr Amtmann Rebel ist zum weltlichen Mitglied deS ObcrconsistoriumS mit dem Titel „O b e r c o n s i st o r i a l- assefsor" mit Wirkung vom 1. Juli d. I. ab ernannt.
— Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten Freitag den 12. Mai 1893, Nachmittag- 4 Uhr pünktlich: 1. Deutscher Verein für öffentliche Gesundheit-- pflege. 2. Gesuch des Christoph Bischoff um Erlaubniß zur Herstellung eines gepflasterten Ucbcrgangeß in der Liebigs- straße. 3. Gesuch des Hermann Scherff um Erlaubniß zur Erbauung eines Häuschens in seinem Garten an der Lahn- straße. 4. Gesuch deS Georg Koch um Erlaubniß zum Bauen an der Ecke Ludwig- und Liebigstraße. 5. DeSgl. beß W. Steinbach für bie Ganenstraße. 6. Deßgl. beß H- Schmoll III. an ber Grünbergerstraße. 7. Verpachtung ber Sanbgrube im Stadtwalb am sogen. Sanbberg. 8. Leichen- unb Bestattungßwesen. 9. Errichtung einer DeSinfectionß- anstalt. 10. Gesuch des Peter Leppla um Erlaubniß zum Ausschank von Cognac und Liqueuren, SelterSweg 85.
**Hochfchulnachricht. Herr Realgymnasiallehrer Dr.QoKin aus Gießen hat die venia legendi in der philosophischen Facultät für das Fach ber neueren beutschen Literaturgeschichte an unserer Landesuniversität erhalten unb gebenft in diesem Sommer-Semester über bie Geschichte des deutschen DramaS im 19. Jahrhundert zu lesen.
♦* Die Stndirenden der indischen Forstschule zn Soopers Hill, welche schon in früheren Jahren dreimal unter Führung des Herrn Dr. Brandts dem Gießener Forstinstitut einen Besuch abgestattet, sind am 5. Mai abermals und zwar in erhöhter Zahl unter Führung des ersten Professors der Forst- wffenschaft zu CooperS Hill, Herrn Dr. William Schlich (gebotener Hesse) hier eingetroffen. Mit Herrn Dr. Schlichs Assistent (Herr Alwin Schenck) unb zwei indischen Forstbeamten beläuft sich die Zahl der fremden Gäste auf 20. Sogleich am folgenden Tage (Samstag) erfolgte die Besichtigung ber Versuchsflächen in der Obersörsterei Laubach unb bem Gräflich Laubach'schen Walbe, währeub eine zweite Tagestour (Montag) sich auf einige Versuchsflächen im Alten- Busecker Gemeinde- und Gießener Stadtwalb bei Annerob erstreckte unb mit bem Besuch bes akabemischen Forstgartens schloß. Der heutige Dienstag Vormittag ist ber Besichtigung ber akademischen Sammlungen gewidmet. Die Abreise ber fremben Gäste erfolgt voraussichtlich heute Mittag. Wir behalten uns vor, bieser wohl auch weitere Kreise interessirenben Mittheilung wenn möglich einen ausführlichen ExcursionS- bericht folgen zu lassen. Der wiederholte Besuch Seitens der indischen Forstschule betätigt aufs Neue baS hohe Ansehen, welches bas Gießener Forstinstitut mit seinen Einrichtungen auch im Auslanbe genießt unb ehrt den Staat wie die Universität und die Stadt Gießen in gleichem Maße.
* * Ernennung. Ernannt wurde am 22. April dsS. IS. der Heizer bet den Oberhefsischen Eisenbahnen Franz Ludwig Bolz zum Locomotivführer und der HilfSheizer Martin Wenderoth auS Friemen zum Heizer bei diesen Bahnen, beide mit Wirkung vom 1. Mai d. I. an.
* * Neues Theater. Eine der hervorragendsten Novitäten auf dem Gebiete deS Schauspiels ist unstreitig Hermann Sudermanns neuestes Drama „Heimath". Ueber dasselbe schreibt Spielhagen u. A.: „Wer den Verfasser der „Ehre" unb „Sodoms Ende" in'feinem neuesten Werke „Heimath" wieder sieht, muß erstaunen über bie eminenten Fortschritte, welche bieser gottbegnadete Bühnendichter in so kurzer Zeit gemacht! Welch ein Gemälde erschütternder Familientragik spielt sich in dem engen Rahmen von nur kurz gedrängten Acten ab ; da ist auch nicht ein Wort zu viel. Alles was vorgeht, entwickelt sich auf rein natürlicher Basis — kein hohler Pathos, kein leeres Effecthaschen beleidigt den aufmerksamen Hörer; eß ist ein Zauber, der ihn festhält von der ersten biß zur letzten Scene und ihn im Banne hält. WaS man da oben auf den Brettern sieht, ist Erlebte- und MitempfundeneS, ein Ringen beß Guten mit bem Bissen, baß aber doch durch den genia'en Dichter glücklich gelöst wird, so daß sich jeder Laie sagen muß: Nur auf solche Weise konnte baß tragische Geschick zwischen Vater und Tochter gelöst wer- den." So weit Spielhagen. — Wir haben nur hinzuzn- fügen, daß baß Stück überall mit sensationellem Beifall ausgenommen worben ist, trenn auch einige rheinischen Städte, wie Cöln a. Rh. unb Crefclb, die Annahme verweigerten, so haben sich doch bem Dichter die Pforten der Hostheater von Cassel, Hannover, Wiesbaden, Dessau, sowie der Htadttbeater von Frankfurt a. M., Leipzig unb Breslau geöffnet, und in Berlin, am Lesfingtheater, steuert Sudermanns ^Heimath" der hundertsten Aufführung entgegen. Ein noch niedage-
wesener Erfolg hat deS Dichter- Werk begleitet unb wird demselben zweifellos auch hier zur Seite stehen. Die Auf- fükrung gewinnt noch dadurch an Interesse, daß Fran Director Baar - die weibliche Hauptrolle im .Stücke, die schwierige Parthie der „Maada", sptelen wird unb die Vorstellung als Benefizabend für den Regisseur, Herrn W. Hertzog bestimmt ist, welcher in den nächsten Tagen sein fünsundzwanzigjährige- Schauspiel er-In- biläum feiert
* 3" die Bsgefen. Am SamStag den 20. Mai, Nach- mittagß wird von Frankfurt a. M. ein Extrazug nach Straßburg über Mainz-DormS-Weißenburg abgelassen, zw dem in Frankfurt, Mainz und WormS Rückfahrkarten mit siebentägiger Gültigkeit zum Preise einfacher Fahrkarten auß» gegeben werden. ES bietet sich hier günstige Gelegenheit zn einein Pfingstausflug in die Vogesen, zu deren Besuch in Straßburg besondere Rundreisekarten zu ermäßigten Preisen erhältlich find.
♦* Der Laudesausschutz der laudwitthschaftlicheu Berente des Srotzherzogthoms Hefleu wird Freitag den 12. und SamS- tag den 13. Mai d. I., jedeSmal 10 Uhr beginnend, zu einer Plenarversammlung in dem AuSschußfitzungSzimmer der zweiten Kammer der Stände zusammen treten. Zur Tagesordnung ist gestellt für Freitag den 12. Mai: 1) Mit- theikungen. 2) Rechnungsablage für 1892—93. 3) Gesuch ber Deutschen LandwirthfchastS - Gesellschaft, die Wander- auSstellung zu München in 1893 betr. 4) Vorlage der Großh. Oberen landwtrthschaftlichen Behörde, die Berweabung freß Fleische- von tuberkulösem Vieh betr. 5) Anfrage der Großh. Oberen kandwirthschaftlichen Behörde, die Errichtung einer Hypothekenbank betr. 6) Die finanzielle Lage der lan'dwirth- schastlichen Versuchsstation für das Großherzogthmn Hessen. 7) Antrag beß LandesauSschußmitgliedeß Meinert, die An» stellung von besonderen VollzugS-CommtssSren für bie Feld- bereinigung. 8) Antrag beß LanbekaußschußmitgliedeS Meinen, betr. bie finanzielle Unterstützung der HauShaltungSschuIen. 9) Die Förderung ber Rindv ehzucht burch Gemeinden betr. 10) Die Beschwerde beß LandeSauSschußmitgltebes A. Den- weiler wegen Verweigerung ber Aufnahme eines Artikels in die Zeitschrift. 11) Antrag der Finanzcommission auf Gewährung eines Staatszuschusses an den Landesausschuß unb Erhöhung beß StaatßzuschuffeS an die landwinhschastlichen Provinzialvereine.
*♦ Der Verband der hessischen landwinhschastlichen @e- noffeuschaften zählt eine Centralgenosseuschast der landwirth- schastlichen Consumvereine, 200 Spar- und Darlehenskassen, 115 landwirthschastliche Consumvereine, 15 Molkereien, 3 Abfuhranstalten, eine Sauerkrautsabrik, eine Obstverwerthungß- genossenschaft unb eine Mafchinengenossenschaft, zusammen 346 Genossenschaften. Inzwischen aber wurden weitere Ge nossenschaften gegründet und zur Zeit zählt der Verband 30000 Mitglieder. Die Spar- und Darlehenskassen hatten einen Gesammtumsatz von 140 Millionen, die Consumvereine hatten einen Waarenumsatz von 2119000 Mark, die Milch- lieserung in bie Molkereien beziffert sich auf 6 796000 Viter mit einem Reingewinn von 29 414 Mark, die übrigen Genossenschaften hatten einen Gesammtumsatz von 1075000 Mark.
♦♦ Der internationale Erziehnnglcongretz, welcher gelegentlich ber Weltausstellung in Chicago zusammentritt, hat an Herrn Schulinspector Scherer in Wormß die Aufforderung gerichtet, eine Uebersicht über daß pädagogische Zeitschriftenthum in Deutschland, seine Ziele und Resultate, abzufaffen unb womöglich persönlich in der dafür am 28. Juli anberaumteu Sitzung über Entwickelung der Geschichte de» pädagogischen Journalismus vorzutragen oder zur Veröffentlichung ber im Drucke hierüber erscheinenden Verhandlungen einzusenden.
** Eine Anstalt für Unglückliche. In diesen Tagen passierte in einer Unterklasse der Mainzer Volksschule dafolgende ergötzliche Histörchen. Der Lehrer ließ sich in der Heimathßkunde die Kreisstädte in Oberhessen und deren Merkwürdigkeiten nennen. Bei Friedberg wurde als eine Schule die dortige Taubstummenanstalt erwähnt. Lehrer (der auch die dortselbst sich befindliche Blmdenanstalt genannt haben wollte): „In Friedberg ist aber noch eine Anstalt für unglückliche Menschen. Kannst Du mir sie nennen ?" Lämmermeyer: „In Friedberg ist auch ein Lehrerseminar
R. Wieseck, 9. Mai. Heute Nacht nach 3 Uhr wurde die hiesige Pflichtfeuerwehr alarmirt. Ob ein Alanmren beß Nachtß ohne jeden Grund statthaft ist, ist sedr zn bezweifeln.
Seilshanse,, 5. Mai. Bei der heute hier stattgehadten Bürgermeisterwahl wurde ber seitherige Bürgermeister P feiff mit 80 abgegebenen Stimmen auf weitere neun Jahre wieder- gewählt.
A.B. Oneckborn, 8. Ma». Am verstossenen Sonntag wurde unsere neue Orgel feierlichst eingewecht nnd damit einem schon längst gesuhlten Bedürfnisse abgeholfen. Die frühere Orgel, wohl über 150 Jahre alt, war derart nutzer Stande, daß eß sich der Mühe nicht lohnte, nochmals eine größere Reparatur an ihr vornehmen zu lassen. Darum beschloß der hiesige OrtS- und Sirchenvorstond, noch im Laufe diese- Jahre- ein neues Werk anzuschasse». Mit der AuS sührung wurde die alß sehr leistungsfähig bekannte Firma Förster in Lich beauftragt. Die Orgel, in einem äußerst geschmackvollen Gehäuse aufgestellt, hat ein Manual, eetm wohlklingende Register unb eine Pedalkappel. Die ganze Disposition, die Mechanik, sowie bie Intonation des Werke» zeigen, daß Herr Förster ein Meister in feinem Fach ist. Nach Beunheilung beß Sachverständigen, des Herrn Lehrer Mohr in Grünberg, ist auch der Preis für unsere Orgel in Anbetracht ihrer soliden Bauart unb ihrer zweckentsprechenden Einrichtung ein sehr mäßiger zu nennen.
§ treentib, 8. Mai. In der Nacht vom Freitag auf den EamStag find hier die Müthen der Aepselbämne, welche
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