und unverschuldete Armuth zu lindern,
für die Gesundheit und Nem
an
Die Versammlung der gestaltete sich zu einer im-
Gaben, bittere Noth reichlich fließen!
schleppen zu lassen, da dieses lichkeit nicht förderlich ist."
4- Friedberg, 7. Mai.
Katholike n Oberhessens
•er buntquer tn lassen zu wollen; und dann auch nur je einmal diesen geheiligten Ruhetagen für Leib und Seele. Die resp. Herren ®ep8(ftipebttoren, wie auch der Postillon mit famnit seinem Käulchen würben überdies insonderheit noch recht banTbar fein für solch gute Neuerung. Rein ab wäre sreitich auch hier daS Beste unb Erwünschteste! Es ist Etnsenber immer wie ein Stich, wenn
geringer werden müffen. Die Bedingungen für das Auftreten eines Gebiete« hohen Luftdruckes find also zu jener Zeit ein für allemal gegeben, wenn auch nicht in ganz unwandelbare Tage zusammen- gedrängt." — Die Maifröste sind, wie umfassende Beobachtungen gezeigt haben, eine rein europäische Naturerscheinung, welche bloß von Schweden bis Ural einerseits und dis zu den Alpen und Pyrenäen anderseits bemerkbar sind. Da sie nur aus zu großer Wärmeausstrahlung der Erdobei stäche beruhen, so kann inan ihrem verderblichen Wirken entgegenarbeiien. Man braucht bloß zu verhindern, daß der Boden seine Wärme an die fälhre Lust abgtebt. Die Wissenschaft flieht hier dem Gärtner und Landwirth ein ganz einfaches Mittel an die Hand, die Anwendung eines Schirmes. Derselbe kann freilich nicht aus Leinwand sein, sondern ist aus Rauch berzustellen. Man macht an der Norbseite der zu schützenden Fläche stark rauchende Feuer an, so daß der Rauch sich gleich einem Schutzbache über bie Saat ober ben Obst- unb Weingarten auSdreitet. Wie bie günstigen Erfolge tiefer einfachen Methode in einzelnen Gegenden bezeugen, hat die Wissenschaft auch da« Richtige getroffen.
Wenzel Peiter.
^UittWstlichui 8t. nschch der landwirth. und Darlehenskassen, 15 Molkereien, 336= me Odstverwerthungs- ossenschast, zusammen r wurden weitere Ge- t zahlt der Verband )arlehenskaffen hatten 1, bie (fonfiimmie •0 Mark, die K
bMW Än id, die toüyx Tr- ^on! 015 W Mark. Sullznsf. welcher zr- icago zusammentriti, r in Worms die Aus« ber das pädagogische Ziele und Resultate, der dafür am 28. Juli ig der Geschichte deS n oder zur Veröfsent- renden Verhandlungen
ihm beim Gange zur Kirche, unb noch gar während beS Geläutes, ber betreffenbe Postwagen begegnet.X.
Aufruf
znr Hilfe für die Brandbefchüdigten zn Zell bei Alsfeld (Oberhesfen).
Ein gewaltiger Brand verwandelte am 5. Mai l. Js. einen großen Theil unserer Gemeinde in einen Schutt- und Trümmerhaufen. Nicht weniger als 42 Hofraithen (ungefähr 130 Gebäude) sind von den Flammen verzehrt worden. NantenloseS Elend ist bei uns eingezogen. Viele Familien sind obdachlos und haben ihr ganzes Eigenthum verloren. Von diesen sind einige gar nicht, viele nur schlecht versichert. Wir bedürfen daher der schleunigsten Hilfe und fordern Ihre Nächstenliebe auf, der armen, so schwer heimgesuchten Gemeinde Zell freundlichst beistehen zu wollen.
Gaben aller Art, wie Nahrungsmittel, Kleidungsstücke, Wäsche, Hausgeräthe und dergl., insbesondere auch Geldgaben werden mit herzlichem Dank von Großherzoglicher Bürgermeister ei Zell in Empfang genommen"; ebenso ist das unterzeichnete Hilfscornüe zur Empfangnahme von Gaben gerne bereit. — Auch die Expedition des „Gießener Anzeiger" ist bereit, Geldspenden für die Abgebrannten in Empfang zu nehmen und darüber in diesem Blatte zu quittieren.
Zell, 7. Mai 1893.
DaS Hilföcomite:
D i p p e l l, Bürgermeister in Zell, Simon, Gastwirth in Zell, Lepper, Landwirth in Zell, Andr. Köhler, Landwirth in Zell, Konr. Krausmüller, Landwirth in Zell, Konr. Bambey, Landwirth in Zell, Bausch, Lehrer in Zell, C a r r a, Lehrer in Zell, Jäger, Pfarrer zu Billertshausen.
NB. Um Weiterverbreituug dieses Aufrufes in anderen Zeitungen wird gebeten.
Bad Nauheim, 5. Mai. Nach der heute ausgegebenen Kur liste sind in der letzten Woche 358 Fremde angekommen- der Gesammtbeftand beträgt 489 Personen, ein Mehr gegen die entsprechende Zeit deS Vorjahres von etwa 125 Personen. Unter den amtlichen Notizen der Kurlifte findet sich folgender, gewiß zeitgemäßer (und auch anderwärts zur Nachahmung zu empfehlender) PaffuS: „Auf Grund von Klagen bei den Kurgästen werden die geehrten Damen höflichst ersucht, bei trockenem Wetter in den Kuranlagen die Kleider nicht
Verinrschte-
* Potsdam, 8. Mai. Infolge eines Streites über die Militärvorlage erschoß der Arbeiter Jahnke den Arbeiter Krause. Ter Thäter ist flüchtig.
Bom Bodensee, 7. Mai. Ein Liebespaar aus Stuttgart, das seit einigen Tagen in Rorschach Wohnungen genommen hatte, miethetc sich gestern einen Nachen, fuhr etliche Kilometer in den See hinein und stürzte sich dann in das Wasser. Die Leichen sind noch nicht gefunden, auch konnten die Personalien noch nicht sestgestellt werden.
* Bremen, 8. Mai. Der Vorstand der Rettungsstation Glowe (auf Rügen) telegraphirt: „Am 7. Mai sind von der unweit Gelm bei Nordost - Sturm gestrandeten deutschen Schaluppe Albert, mit Steinen nach Stettin bestimmt, zwei Personen durch den Raketenapparat gerettet worden."
* Wien, 8. Mai. Hier und in Pest herrscht seit der vergangenen Nacht ein intensiver Landregen.
* Antwerpen, 8. Mai. Eine große Feuersbrunst legte heute früh in den Depots für afrikanische Erzeugnisse, welche der General-Maaazin-Gesellschaft am Kattendyck-Bassin gehören, mehrere mit Wolle, Baumwolle und Zucker gefüllte Magazine in Asche. Der Schaden beträgt mehr als eine Million Franken. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen.
* Gute Folgen eines schlechten Witzek. Eine empfindliche Strafe erlitt gestern ein Berliner Bauführer für einen schlechten Scherz. Er sah vor sich seine Braut, die ihre Geldtasche in der Hand hielt, entriß ihr von hinten das Portemonnaie und lief damit fort. Die junge Dame rief verzweifelt: „Haltet den Dieb", Vorübergehende verfolgten den Flüchtigen und holten ihn ein. Als die anscheinend Bestohlene herbeikam und in den „Dieb" ihren Bräutigam erkannte, hatte dieser — bereits eine gewaltige Tracht Schläge erhalten! Man wird wenig Mitleid verspüren !
Verkehr, Land- unb Volkswirthschafi.
«ie-err, 9. Mai Marktbericht. Aul dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter vr- Pfd- X 1,20—1,30, Hühnereier per Stück 2 Stück 9-11 H, Käse vr. St. 6-8 A, Kästmatte pr. St- 3 A. Erbsen vr- Liter 18 H, Linien pr. Liter 28 H, tauben pr. Paar X 0,70— 0,90, Hühner pr. Stück X 1,10—1 50, Hahnen pr. St X 1,70-2.00, Enten pr. St- X 1,80 bis 2,00, OSftnfleisch pr. Pfb 63—72 Kuh, unb Rindfleisch pr. Pfb. 50—56 A, Schweinefleisch pr. Pfb. 60 -70 H, Kalbsteifch pr. Pfb. 50-56 A, Hammelfleisch pr. Wb. 40 - 70 A. Kartoffeln pr. 100 Kilo 3,50-4,50 X, Weißkraut pr. Stück 5 -12 A, Zwiebeln pr. Eentner 14,00—15.00 X, Milch pr. öfter 12-18 A, Enteneier pr. St. 10—11 A, Gänseeier 10-12 A.
[!] Grünberg, 8. Mai. Der am verflosfenen Donnerstag hier abgehaltenc „Walpurgismarkt" war trotz der aünfttgen Witterung nicht stark besucht. Der Viehmarkt war mit Rindvieh schwach befahren. Der überall sich immer fühlbarer machenbe Futtermangel brückte ben Handel ersichtlich unb ließ die Preise auf ihrem seitherigen nieberen Stanbe. Sehr stark war bagegen bie Anffahrt auf dem Schweinemarkte. Solch hohen Preise, wie man sie eben für bie Ferkel zahlt, zeigen stets einen flotten Handel, so auch hier. Das Paar Ferkel zweiter Qualität kostete im Durchschnitt 50 bis 60 Mk., daS Paar erster Qualität 70 bis 80 Mk. Läufer galten per Paar 90-110—120 Mark.
— Die EiSmLnner. Der 10., 12., 13., 14. und 15. Mai sind gefürchtete Tage, denen vor allem die Gärtner und Landwirthe alljährlich mit banger Sorge entgegen sehen. Schon durch Jahrhunderte hat man um diese »Zeit starke KLUerückfälle zu verzeichnen, und selbst bie allen Romer erwähnen solcher in ihren Schriften. Der Volksmunb hat die brei katholischen Heiligen Pankratius, Servatius unb Bonisattus, deren Gebächtnißtage auf ben 12., 13. unb 14. Mat fallen, deswegen mit bem Namen „Eismänner" belegt. Auch bie nachfolgende „eifigkalte" Sophie (15. Mai) macht sich ebenfalls meistens durch ihre Kalle bemerkbar. Obwohl auch später öfters Temperatur-Erntederungen, vorzüglich um Mitte Juni, statt- ftnben, so haben doch nur jene im Mai Aufsehen und größere Beachtung erweckt. Während alle späteren sich fast immer über dem Gefrierpunkt vollziehen, bringt jene ber brei Männer oft eine Kälte mit, bie nicht allein ben in Ruhestand versetzten Ofen zu neuerlicher Dienstleistung herausfordert, sondern auch für bie in ber ersten Vegetation stehenbe Natur schlimme Folgen nach sich zieht. In unseren Gegenden sind um diese Zeit gerade bie Knospen erst aufgesprungen unb daher ungemein zart unb empfindlich. Die Nachtfröste machen sich deswegen um io fühlbarer und erzeugen schädlichere Wirkungen als zu anderen Zeiten. Diese Kälierückfälle treffen jedes Jahr mit ziemlicher Genauigkeit in ber ersten Hälfte des Monates Mai, wenn auch mit verschiedener Stärke ein, unb ftnb eine Folge des im Norden Europas efntretenben Eis- unb Schneewegganges. Im Allgemeinen läßt sich eine fortschreitende Temperatur-Erhöhung und Erwärmung unseres Erdtheiles im Frühjahre von Süden gegen Norden wahrnehmen. Während in Mitteleuropa schon das schönste Frühlingswetter herrscht, rührt sich im Norden auf den Schneeseidern unb Eisbergen noch kein Stäubchen. Die Sonne steigt mit jedem Tage höher, ihre Strahlen gewinnen an Jniensivität und endlich muß auch in Schweden und Norwegen der Wintermantel vor ihrer Macht weichen. Zur Schmelzung der ungeheueren Schnee- undEis- moffen wird eine riesige Menge der Sonnenwärme verbraucht. Die Temperatur sinkt infolge dessen und mit ihr jene ber Lust. Die nächste Folge dessen ist ein Temperaturausgleich zwischen Süd-, Mittel- uub Nordeuropa. Unter allen Winden sind die Nordwinde am geeignetsten, in unseren Gegenden eine Erniederung ber Temperatur heroorzubringen, benn aus kälteren Gegenden entstammend, führen sie uns kalte ßuftmaffen zu; sie sind in ber Regel von trockener, klarer Witterung begleitet, welche in der Nacht eine starke Ausstrahlung der Erdoberfläche und ber herauf befindlichen Pflanzen gestattet. Lösen sich noch dazu mächttge Eisberge von ben Eismassen deS Polarmeeres ab, sodaß dieselben eine falte Luftströmung nach Süden treiben kann, so werden die Kälterückschläge noch bedeutend stärker, da die Schmelzung der mächtigen Eisberge neuerdings den südlichen Gegenden bedeutende Wärmemengen entzieht. Der KSlterückschlag tritt zumeist zuerst in Skandinavien auf, verbreitet sich bann zunächst in südwestlicher Richtung über Mitteleuropa, um dann wieder zuerst langsam, bann schnell zurückzugehen. „Selbsteinleuchtend ist", sagte der bekannte Magdeburger Gelehrte Aßmann, „daß die Eiaenthümlich- kett des Waffers, die größte Menge von Wärme zu seiner eigenen Erwärmung zu gebrauchen, zu solchen Zettm, in welchen das Land schon höher lemperirt ist, über letzteren eine Auflockerung, über ersteren eine Aufhäufung von Lust zur Folge haben muß. Da nun die Auflockerung gleichbedeutend mit leichterem Gewichte, die Anhäufung aber mit Vermehrung des Gewichtes ist, so wird zu dieser Zeit des beginnenden Ueberwiegens der Sonnmeinstrahlung über der nächtlichen Ausstrahlung die Differenz zwischw schwerer toter Meeresluft und leichter warmer Landluft die benTbar größte sein müssen; dieselbe wird im Winter die umgekehrte sein, im ersten Frühjahre fast ganz verschwinden und im weiteren Verlause des Frühjahres zum Sommer zu aber vermöge der fortschreitenden Erwärmung deS Meeres immer
posanten Kundgebung. Mehr als 800 Männer, unter denen auch die Geistlichkeit sehr stark vertreten war, hatten im Saalbau Platz genommen. Dr. Rübel aus Gießen legte in seiner Eröffnungsrede den Zweck der Versammlung und die Stellung der Katholikin zu verschiedenen Gesetzen und Fragen, namentlich der socialen Frage, im Allgemeinen dar. Pfarrer Schäfer auS Ober-Ingelheim schilderte das Papstthum an der Hand der Geschichte, feierte insbesondere Leo XIII. als Friedenssürsten und betonte daS Festhalten der Katholiken an Thron uub Altar. Rechtsanwalt Schmitt aus Mainz unterzog die gegen die Katholiken in Heffen bestehenden Ausnahmegesetze einer scharfen Kritik, begründete ausführlich die Stellung des Centrums zur Militärvorlage, warnte vor dem „Bunde der Landwirthe" und verwies die Landleute auf den hessischen Bauernverein. Die Versammlung sandte ein Glückwunsch-Telegramm an den Hl. Vater anläßlich seines goldenen Bischossjubiläums unb nahm folgende Resolution einstimmig an: „Die Katholiken OberheffenS erblicken in der Behandlung der Petition der hessischen Katholikenversammlung vvm December 1890 Seitens der Ersten und Zweiten Kammer zu Darmstadt eine schwere Kränkung ihrer heiligsten Rechte und Gefühle. Die oberhessischen Katholiken erklären sich ferner mit dem Hochwürdigsten Bischof von Mainz eins und einig in den Grundsätzen der Erziehung der Jugend, die Hoch- derselbe in der Ersten Kammer zu Darmstadt zum Ausdruck gebracht hat, und sagen ihrem hochverehrten Oberhaupte insbesondere Dank, daß er die empörende Behandlung der katholischen Ordensschwestern, die dieselben in Hessen erfahren müffen, gebührend gekennzeichnet hat." Nach einem Hoch auf die Hauptredner, das Herr Pfarrer Dr. Wald von Ober- Wöllstadt ausbrachte, schloß die Versammlung gegen 7 Uhr. — ReichstagSabgcordneter Professor Dr. Schädler war durch Erkrankung, wie ein Telegramm auS Berlin besagte, am Erscheinen in letzter Stunde verhindert worden.
Ockstadt bei Friedberg, 6. Mai. Ein erschütternder Unglücksfall, der sich gestern Abend in unserer Nähe, unweit dem Löwenhof zutrug, mahnt wiederum, wie schon so viele andere dieser Art, mit dem Gebrauche von Schießgewehren vorsichtig zu sein. Herr Oberlehrer Fritsch auS Frankfurt, der am Winterstetn ein Jagdgebiet besitzt, fuhr mit einem Jagdaufseher nach (oder von) demselben. Letzterer machte ihn auf irgend etwas im Felde aufmerksam und Herr Fritsch beugte sich über da» Wagenrad. In demselben Augenblicke krachte auch ein Schuß. Die Kugel ging Herrn Fritsch durch die Brust, der tödtlich verwundet noch sagte: „Ich habe mich erschossen." Wahrscheinlich hat sich durch die Bewegung deS Herrn Frisch, der mit dem Fuße an den Abzugshahn kam. die Jagdflinte entladen. — Die Familie des so jäh aus dem Leben Geschiedenen, der, ein geborener Friedberger, längere Zeit in Friedberg als Lehrer an der Lateinschule thätig war, wird allgemein bedauert. — Das Gericht hat den Sachverhalt bereits festgestellt.
Darmstadt, 8. Mai. Der in der Soderstraße wohnende Lehrer Baldner und seine Mutter wurden heute Vormittag in ihrer Wohnung tobt aufgefunden. Dieselben haben sich vermittelst Cyankali vergiftet. Die Frau hattte ihr schwarzes Sonntagskleid angdzogen.
Mnmling-Grumbach, 7. Mai. Es wird den Lesern noch erinnerlich sein, daß vor zwei Jahren in dem benachbarten Höchst die Tochter des Bürgermeisters Hofferberth von einem Höchster Burschen ermordet worden ist. Heute in aller Frühe durcheilte unfern Ort die Schreckensbotschaft, daß die Tochter des hiesigen Försters Hofferberth gestern Abend halb 10 Uhr in dem Hofe der Gebr. Oppenheimer, wo daS Mädchen in Diensten war, von einem Höchster Burschen erschossen wurde. Der Schuß ging in die Brust und hatte den sofortigen Tod zur Folge. Die Ermordete war ein hübsches braves Mädchen und wird die so schnell in Trauer versetzte geachtete Familie sehr bedauert.
Eingesandt.
Gießen. 8. Mat 1893.
Kaiserliches Postamt dahier hat kürzlich in diesem geehrten Blatte den Wunsch auSgesplochen, daß doch in allen Häusern der Stadt Brieskafien — am besten alle im unteren Stocke — angebracht werden möchten, zur Erleichterung deS so beschwerlichen Dienstes der Briefträger, wie auch zu rascherer und prompterer Briesabgabe:c., im Interesse verehrlichen Publikums Ganz einverstanden, denn die armen, so viel geplagten Briefbeförderer dauern einem tu der Seele! — Einsender aber möchte au8 und bei diesem
gegebenen Anlässe auch einen dringenden Gegenwunich ergebenft auszusprechen sich gestatten, nämlich den, daß es Kaiserlichem Postamte gefallen möchte, an den Feiertagen hinfort gar keine Gepäck- ablieferungö: unb Gepäckannahmepostwagen gehen zu lassen und an den Sonntagen solch Fuhrwerk ketnenfallS vor halb 12 Uhr die Stadt fürder büret queren lassen zu wollen; unb bann auch nur je einmal
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MM für die W. »Mitgliedes Meinm Haushaltuvgsschulev'.
'urch Gemeinden bett. ^Mitgliedes A. Deti- M eines Artikels in nzcommission auf Ge- " Landesausschutz und e landwirthschasrlichen
<nn exponirten Lagen stehen, ganzli» erfroren. ES ist dies umsomehr zu bedauern, als dieselben in einem wirklich selten reichen BlÜthenflor prangten. — Gestern Morgen sahen die Koppen des Vogelsbergs „weiß" in die THaler. Genau vorgestern vor einem Jahr — am 6. Mai — fiel ebenfalls Schnee und überzog für kurze Zeit Flur und Feld.
-ok. Zell, 8. Mai. Einen ganz außerordentlichen Zustrom von Besuchern der noch rauchenden Brandstätte führte der gestrige Sonntag trotz seiner unfreunblidten Witterung — es schneite am ganzen Vormittag — herbei. Wäre das Wetter freundlicher gewesen, dieser Zustrom hätte noch weit größere Ausdehnung genommen. DaS Jntereffe, eine solch grauenhafte Brandstätte zu sehen, ist eben allgemein. Jedem, der sie gesehen, wird ihr Eindruck unvergeßlich sein, Denen noch unvergeßlicher, die an Stelle deS riesigen Schutt- und Trümmerhaufens früher die stolzen, räumlichen Hofraithen gekannt. Wie bereits mitgetheilt, ist der größte Theil der Abgebrannten versichert, etwa 5 bis 6 dagegen nicht. Den größten Antheil an den Versicherungen besitzt die „Providentia" zu Mainz, auch die Aachen - Münchener und Magdeburger Feuerversicherung sind dabei betheiligt. Für die armen Abgebrannten, die außer ihren Kleidern auf dem Leibe Alles verloren, sind bereits Sammlungen im Gange. Möchten die
Citerahir unb Xnnft
— Der Rornandichter unb sein Held. AmNeujahrStage dieieS JahreS starb zu Swinernünbe ber Lootsencommandeur Friedrich Müller, unb eS ist aus Anlaß seines Todes vielfach davon die Rebe gewesen, daß er für Spielbagen bas Urbild zu seinem Reinhold Schmidt, dem Helden ber „Sturrnfluth", abgegeben hat. Nunmehr erzählt Spielbagen selbst in der ,®artenla«be* seine Begegnung mit diesem seltenen Manne und in wie merkwürdiger Weise er ihm gleich einer plötzlichen Erleuchtung in bem Augenblick in den Weg trat, da ihm für die fertige Romanidee nur eines fehlte — eben der Held. Es ist dieses Zusammentreffen gleichsam eine Geschichte für sich, eine Vorrede zu dem Roman, vom Leben selbst geschrieben unb wir können an der Hand von Spielbagens Darstellung tieft Einblicke ihun in die geistige Werkstatt deS Romandichters.
kirchliche Anzeigen ber Stabt Gietzen.
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst.
Donnerstag ben 11. Mai: Himmelsahrtfest:
Bormittags 9'/, Uhr in ber Stadtkirche: Pfarrer D r. Na.u- mann.
Nachmittags 2Uhr in der FriebhofScapelle: Pfarrer Din gelb ey.
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