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hatte so plötzlich um sich gegriffen, daß eS am 9. Juli die im Biwak liegende Artillerie buchstäblich auSseugte, Sättel und Gepäck verbrannten zum Theil, während Menschen und Pferde einen äußerst eiligen Rückzug antralen. Am 10. wurde daS Pionier.Baraillon telegraphisch zu Hülfe geholt, daS schon einige Tage vorher im Bokelholmer Moor gelöscht harte, drei Bataillone Infanterie und ein Telegraphen Detachement folgten. Nun wurde ringS um die brennende Fläche ein Graben bi8 unter die Moorschicht gegraben und eS gelang, daS lieber» springen des Feuers über denselben durch Tag und Nacht fortgesetzte Löscharbeit so lange zu verhindern, bis der Himmel ein Einsehen hatte und Anfang vorletzter Woche durch zehn­stündigen Regen daS Feuer so weit dämpfte, daß nun direct gegen daffelbe vorgegangen und durch AuSgraben und Ablöschen der unterirdisch weiterglimmenden Brandherde die Gefahr be­seitigt werden konnte. Gegenwärtig sind bis auf ein geringes Wacht-Detachement die Truppen wieder in ihre Standorte zurückgekehrt. Sie blicken auf eine anstrengende Zeit zurück 14 und mehr Nächte im Biwak abwechselnd durch­geregnet und angebraten. Die Erfahrungen, die man bei dieser Gelegenheit gemacht hat, dürften aber bei zukünftigen ähnlichen Ereignissen äußerst werthvoll sein.

Landschaftlich muß man im Moor verschiedene Bilder unterscheiden. Wo Heidekräuter (Erika vulgaris und tetralix) eine gleichmäßige fußhohe Decke, der Tors eine schwache Schicht über Sandboden bildet und der Fuß überall hintreten kann, sieht eS nicht anders aus wie die Lüneburger Heide oder die Geesteheiden überall in Norddeutschland. Ueber diese Strecken ist das Feuer dahingegangen wie ein Präriebrand, mit dem Winde vorgehend, mit hoher Rauchwolke, langsamer aber sicher auch gegen den Wind anbrennend, ab und zu mit Heller Flamme, wenn eine Fichtenschonung erfaßt wurde, Menschen und Thiere bedrohend und durch Menschenhand ohne vor­bereitete Gräben nicht zu hemmen aber die Gefahr geht rasch vorüber, wo die Heide schwarz gebrannt und der Rauch verzogen, ist das Feuer zu Ende, die schwarzen Stoppeln der Erika beginnen, wenn eS regnet, in einigen Tagen sich mit kleinen grünen Spitzen zu überziehen, und nur der Förster sieht in den verbrannten Schonungen die Kunst langjährigen Fleißes endgültig vernichtet. Anders war es in den mit lieferen Torfschichten versehenen Thetlen, z. B. dem königlichen Großen Moor bei Lentföhrden. Hier entzündete sich durch den über die Oberfläche dahinstürmenden Brand die Torfschicht so tief, wie die Wurzeln der Pflanzen nach unten reichen, etwa 50 Zentimeter tief. Die noch tiefer liegenden, schon ganz zu einer gleichförmigen Masse vereinigten Schichten brennen wegen Mangels an Luft führender Röhren meist nicht von oben an, sondern kommen nur da in Mitleidenschaft, wo die Moorenltnr tiefe Gräben gezogen hat, in denen die Torfschicht mehrere Meter hoch zu Tage tritt, sonst voll Wasser, jetzt aber infolge des ZurÜcktretenS des Grundwassers trocken wie Zunder bis auf die tiefste Sohle. Es entzünden sich von vornherein nur einzelne, über die ganze Fläche vertheilte Stellen, manchmal auf weite Strecken ohne Zusammenhang, wie denn auch der oberirdische Brand bei Windstößen unregel­mäßig in Sprüngen sich fortpflanzt.

Wenn eS möglich wäre, gleich nach dem Abbrennen der Heidekrautschicht genügend Leute zur Hand zu haben, um die einzelnen Stellen, an denen das Feuer die untern Schichten ergriffen hat, löschen zu lassen, so würde man des Feuers noch Herr werden können. Ist dieser Zeitpunkt versäumt, haben sich die Feuerherde erst zu großen Flächen zusammen­gezogen, so ist Menschenhand vorerst nicht im Stande, zu löschen. Zudecken mit Sand, daS vielfach empfohlen wird, und AuSgießen mit Waffer hilft gar nichts, der Brand glimmt unterirdisch weiter und kommt nebenan wieder zum Vorschein. Im Lentsöhrder Moor sind die Brandstellen noch nach mehr­tägigem Regen nicht alle abgelöscht gewesen, sie wurden schließlich einzeln auSgegraben und die qualmenden Torsklötze in besonders dazu gegrabenen Wasserlöchern ertränkt und aus­gerührt/ ließ man die Torfstücke ganz und tauchte sie nur unter, so glimmten sie im Innern weiter und entzündeten sich wieder, so wie das eingegoffene Waffer abgelausen war. Die Landschaft im abgebrannten Moor erinnerte an Sodom und Gomorrha. Anfangs lag noch ein weißer Rauch über der schwarzen Fläche, einzelne Rauchwolken tanzten darauf umher und flatterten windhosenartig in Trichterform darüber hin, später sah man nur noch eine einzige endlos schwarze Fläche. Bon einer Wache, die die Pioniere in den späteren Tagen auf einem Hügel mitten im Großen Moor hatten, um von dort mit dem Fernglas aufsteigende Rauchwolken zu finden und zu signalisiren, sah man ein wahrhaft trostloses Bild, ringsum schwarze Fläche, am Horizont die Hünengräber zwischen verkohlten Schonungen und darüber ein trostlos grauer Regeuhimmel. In der Heide sah man ab und zu verkohlte Hasen und anderes Gebein, kein Bogel, kein Jnsect läßt sich in der ganzen Gegend mehr sehen, nur die hier so berüchtigte Kreuzotter die Schlange, die man, tote der Pionier sich in kühner [Übertragung au6 dem ©jercierregle» ment ausdrückt, daran erkennen kann, daß siesprungweise vorgeht" schien in großer Zahl sich verkrochen und gerettet zu haben. Die Bewohner der Umgegend sahen die Sache mit echt holsteinischer Ruhe an; da zunächst meist fiScalischeS Gebiet in Gefahr war, kümmerten sie sich wenig darum, ja eS kam vor, daß noch in der Zeit der größten Trockenheit, alS eS bei Lentföhrden schon brannte, in den Nachbaarmooren harmlose Torfstecher große offene Feuer anzündeten, um sich ihr Mittagessen daran zu bereiten.

totales nnö provinzielles.

Gieße». 8. August 1893.

In den Ruhestand versetzt wurde auf sein Nachsuchen Herr Oberfteuerinfpector Finanzrath Otto Hörr bei dem hiesigen Hauptsteueramt.

Naubaufal.' In der Nacht von Sonntag auf Mon­tag wurden in der KaplanSgaffe zwei junge Leute (Studenten)

unvermuthet von zwei Menschen angefalleu. Die An- gefallenen wurden durch Mefferstiche verletzt, dem einen außerdem die Uhr entriffen. Trotz sofort erstatteter Polizei- lieber Anzeige konnte man den Thätera bis jetzt nicht auf die Spur kopimen.

E. Echzell. 7. August. Der heutige Schweinemarkt, welcher von gutem Wetter begünstigt war, verlief in be- friebigenber Weife. Die Preise von sämmtlichen Sorten hatten in den letzten zehn Tagen etwas nachqslaffen, weil man befürchtete, die nasse Witterung würde die Entwickelung der Kartoffeln ungünstig beeinflussen, also auch auf diesem Gebiete hohe Futterpreise Hervorrufen. Seit einigen Tagen zeigt sich aber besseres Wetter: in den beiden letzten Tagen hat es nicht geregnet, die nasse Periode scheint vorüber zu sein, daS beförderte die Kauflust, weshalb die Preise an­zogen. Man hat mit dem AuSdreschen deS Getreides begonnen, die Dreschmaschinen stehen auf den Feldern und erfüllen mit ihrem Pfeifen und Summen die Lust. Manche Halmfrüchte, die herbeigefahren werden, sehen sehr übel au6; auch zeigen sich die Engerlinge an manchen Orten, besonders da, wo Wälder in der Nähe sind, also die Weibchen der Maikäfer bequem ihre Gier ablegen konnten, in unzähliger Menge. Dem Ginsender sind Fälle bekannt, wo die Kartoffel- faat wegen der großen Trockenheit nicht aufging, weshalb Dickwurzel gepflanzt wurden, die jetzt von den Engerlingen vernichtet werden. Der Grundbesitzer hat daher trotz zwei­maliger Feldbestellung dieses Jahr nichts zu ernten. DaS 1893r Jahr ist der Landwirthschast sehr wenig hold. In unsrer Nachbargemeinde Bingenheim wurde vorgestern, Samstag Nachmittag den 5. d. MtS., der neugewählte Bürgermeister verpflichtet, in sein Amt eingewiesen und ihm die Acten übergeben, nachdem der Streit in der Gemeinde bereits ein Jahr lang gedauert hat. DaS OrtSgericht und daS Standesamt verblieben jedoch dem früheren Bürgermeister. Auf diese Weise hat jede Partei, die sich gleich stark und nur mit einer Mehrheit von einer Stimme gegenüberstand, ihr Recht erhalten. Hoffentlich beruhigen sich jetzt die GemÜther.

Offenbach a. M., 6. August. Der deutsch-russische Zollkrieg hat hier bereits zu verhältnißmäßig größeren Arbeiter­kündigungen geführt.

Mörlenbach. 6. August. Die Familie des hiesigen Kirchendieners und Schreiners Adam Müller empfing durch Telegramm aus Kiel die schmerzliche Nachricht, daß ihr ältester Sohn, der Matrose Adam Müller, bei dem Unglück auf dem PanzerschiffBaden" mit verwundet worden sei.

Mainz. 7. August. Am verflossenen Samstag sand vor dem hiesigen Militärgericht die Verhandlung gegen den der Majestätsbeleidigung bezüchtigteu Capellmeister Kern vom 118. Jnsanterie-Regiment statt und endete, wie allgemein verlautet, mit einer sehr harten Bestrafung des Ange­schuldigten. Da über Urtheile deS Militärgerichts vor der Bestätigung durch den Kaiser bekanntlich die größte Ver­schwiegenheit gewahrt wird, ist indeß die von verschiedenen auswärtigen Blättern gebrachte telegraphische Mchricht, daß Siern zu 8 Jahren Zuchthaus und Ausstoßung aus dem Soldatenstand verurtheilt worden fei, nicht als richtig anzu­sehen, zumal das Militärgericht für Majestätsbeleidigung eine solch hohe Strafe gar nicht kennt. Die allseits sehr bemit­leidete Frau des CapellmeisterS Kern hat sich gestern Abend nach Berlin begeben und will versuchen, bei dem Kaiser und der Kaiserin mündlich Gnade für ihren Mann zu erbitten. Bei dem im Anschluß an die internationale Bäckerei- Ausstellung demnächst hier ftattfindenden Bäckerverbandstag kommt auch ein Antrag zur Berathung, der die Wiederauf­nahme der süddeutschen freien Genossenschaften in den allge­meinen deutschen Bäckerverband bezweckt. Die freien Genossen­schaften wurden seiner Zeit auS dem allgemeinen Bäckcrver- band ausgeschlossen, weil sie keine Innungen werden wollten. Zu der Bäckerei-Ausstellung haben sich rund 300 Aus­steller angemeldet, darunter 60 aus dem AuSlande und zwar auS Holland, England, Rußland, Oesterreich und Belgien.

P. Mainz, 7. August. In der Zeit vom 12. bis 20. August tagt hier der Centralverbandstag deS 23 000 Mitglieder zählenden Deutschen Bäckerverbands Germania. Derselbe wird auS allen Gauen Deutschlands zahlreich besucht- auch auS Oesterreich, Holland, England, Rußland, der Schweiz usw. sind Vertreter angemeldet. Gleichzeitig findet unter dem Protektorat des Großherzogs von Hessen in sämmtlichen Räumen der Stadthalle, im Hallegarten und auf dem anstoßenden Brückenplatze eine internationale Ausstellung für Bäckerei, Cond itorei und verwandte Gewerbe statt. Dieselbe wird auS dem In- und Ausland reich beschickt, sie wird für den Fachmann, wie den Laien eine Fülle lehr­reichen Materials bieten und insbesondere darthun, einen wie hohen Grad der Vervollkommnung die Technik in den letzten Jahren erreicht hat. ES wird sich zeigen, in welch ausge­dehntem Maße der Maschinenbetrieb neuerdings in den ver­schiedenen Zweigen der Bäckerei Eingang gefunden hat und wie er nützlich angewandt wird. Gin Besuch der Ausstellung wird sich also sicher verlohnen. Die Hessische LudwigSbahn gewöhn von ihren hessischen Stationen und Aschaffenburg auS an Sonn- und Feiertagen, sowie am 12., 14., 17. August auf einfache Fahrkarten nach Mainz freie Rückfahrt am Tage der Ausgabe.

Wöllstein, 4. August. Bor Kurzem verstarb in Frei- lauberSheim ein Junggeselle in einem Alter von über 60 Jahren, der in seinen jüngeren Jahren sich einige Zeit in Amerika aufhielt, woselbst er noch zwei Brüder hat. Derselbe lebte in einem Hause für sich allein, war äußerst sparsam und hatte fast keine Bedürfnisse. Bei der Aufnahme seiner Hinterlassenschaft durch zwei Notare deutete ein zu- gezogener entfernter Verwandter auf einen alten Feuereimer, der noch nicht inveutarisirt fei. Der gegenwärtige Polizei­

diener bemerkte dabei, daß derselbe der Gemeinde gehöre, also nicht aufzunehmen sei. Durch Zufall untersuchte der Verwandte den Feuereimer näher und wundene sich über die sonderbare Bildersammlung, die sich in demselben befanb. Bald wurden diese Bilder aber alS Obligationen erkannt im Werthe von 12,600 Mark DaS ganze Vermögen bei ManneS betragt über 60,000 Mk. Erben sind die zwei Brüder in Amerika und zwei Stiefgeschwister in Wöllstein. Ein Testament ober dergleichen liegt nicht vor.

Vermischtes.

Marburg, 5. August. Mit der gestern erfolgten Feier der Studenten aus Anlaß deS Semesterschlusses wurde eine kleine Demonstration gegen daS neuerdings ausgesprochene Unheil der Universitätsbehörde gegen die am Studentenstrike beteiligten Vertreter der studentischen Korporationen ver­bunden. Die sämmtlichen hiesigen studentischen Verbindungen zogen nämlich mit einer Musikkapelle durch die Stadt nach Wehrda, voran die bestraften Vertreter, jeder in einem be­kränzten Wagen. Der Wichsier der Hasso-Nassovia saß auf dem Wagen, in dem Herr van Both saß, beloben mit einem riesigen Strauße. Der Rückzug erfolgte AbenbS gegen l/,10 Uhr unter strömendem Gewitterregen. Bor ber Elisa- bethenkirche (der (Seitenfront dieser gegenüber wohnt Geh. Rath Külz in seinem Institute) wurde Halt gemocht und von der Musikcapelle erst daS LiedIm Wald und aus der Haide* gespielt, worauf nach einem Hoch auf unsere Alma mater gemeinschaftlich daS LiedStoßt an, Marburg soll leben* gelungen wurde. Dann löste sich der Zug auf. ES unter­liegt keinem Zweifel, daß die Demonstration gegen Geh. Rath Külz gerichtet war, wie man in der Bürgerschaft auf Grund der Mittheilungen von Studenten auch immer mehr zu dem Glauben kommt, daß der Besuch unserer Universität im nächsten Semester ein erheblich geringerer sein wird, als bisher. Für Marburg würde das ein harter Schlag sein.

Ms. Kassel, 7. August. Großes Brandunglück. Das an der Bahn Kassel Altenbeken gelegene Städtchen Willebadessen, zum Kreise Warburg gehörig, ist vorgestern von einem schweren Brandunglück heimgesucht worden. Wir können darüber folgendes Nähere mittheilen: Nachmittags zwischen 1 und 2 Uhr entstand plötzlich in der Wohnung eines penfwnirten Lehrers Feuer, das bei der herrschenden Trocken­heit, genährt von reichlichen Trntevorräthen, mit furchtbarer Schnelligkeit um sich griff. Dies war um so verhängnißvoller für die dicht angrenzenden Nachbargebäude, als eS zwar nicht an Wasser, wohl aber an genügenden RettungSperfonen und Löschmannschaften fehlte, weil die Mehrzahl der männlichen Bewohner auf dem Felde bei der Erntearbeit weilte. Ehe die Feuerwehr also recht wirksam eingreifen konnte, standen schon eine Anzahl Gebäulichkeiten in vollen Flammen, dazu erhob sich ein starker Wind, eS entstand Flugfeuer und bald loderten hier, bald dort die Flammen empor! Namentlich gegen die mit Erntevorräthen bis oben hin vollgepropficn WirthschaftSgebäude, auS denen die Wuth des entfesselten Elementes haushohe Feuergarben emporfdjleuberte, vermochten die rastlos arbeitenden Feuerwehren wenig ober nichts auS- zurichten. Don ollen Seiten in die Enge getrieben, reichten die Kräfte der aus der Umgegend vollzählig erschienenen Feuerwehren nicht auS ein volles Stadtviertel brannte und die ganze Stadt drohte bei dem herrschenden Winde ein Raub der Flammen zu werden deshalb wurden die Feuer- ' wehren aus den 40 bezw. 20 Kilometer entfernten Städten Warburg und Paderborn telegraphisch beordert, mit Extra­zügen der Bohn trafen sie alsbald ein und es gelang den vereinten Kräften gegen 8 Uhr Abends das Feuer einzu- dämmen, nachdem der Wind sich etwas gelegt hatte. Im Ganzen sind einige fünfzig Gebäude, darunter 27 Wohnhäuser, ein Fünftel des Städtchens, total eingeäschert. Auch einige Schweine sind verbrannt. Leider haben wieder eine große Anzahl der Abgebrannten nicht versichert. Auch mehrere Feuerwehrleute wurden verletzt.

Leipzig, 6. August. Die dauernde Gewerbe- auflftellung, über deren Entwicklung schon wiederholt berichtet wurde, zeigt sich immer mehr als eine für Aus­steller nutzbringende Einrichtung. Der während der ersten drei Betriebsjahre feststellbare Umsatz erreichte die ansehnliche Höhe von 747 000 Mk. Der Umsatz läßt sich aber nur zum Tbeil ermitteln und zwar hauptsächlich bei Motoren, die sehr zahlreich und von den bedeutendsten Firmen Deutschlands ausgestellt sind und bei Maschinen der verschiedensten Art, weil die Käufer in solchen Fällen durch die von ihnen ge­wünschte Betriebssetzung von Motoren ober Maschinen der Ausstellungsleitung bekannt werden. Die vier Ostermessen, * welche die Ausstellung durchgemacht hat, zeigen ganz auffallende Zunahme in Bezug auf die ermittelte Umsatzsumme.

* Beckum, 5. August. Eine originelle Pfändung nahm hier ein Gerichtsvollzieher vor. An einem am Süd- thor stehenden Birnbaum ist ein mit zwei Siegeln befestigtes Plakat zu sehen, das folgenden Wortlaut hat:Die Früchte auf diesem Baum Birnen sind gepfändet.*

* Wien, 5. August. AuS Innsbruck wird gemeldet: Gin zur Sommerfrische beim Brennerwolf weilendes 18jährigeS Mädchen, NamenS Emma Zerzer, stürzte gestern beim Edelweißfuchen ab und blieb tobt.

Erbe« gesucht. Friebrich Walter (ober Walther), ber vor länger als 25 Jahren nach Amerika auSgewandert ist und bort baS Geschäft eines Linsenglasschleifers (lensgrinder), vielleicht auch Optikers, betrieben haben soll, ist dort im Alter von ungefähr 64 Jahren gestorben. Derselbe soll auS dem Großhcrzogthurn Hessen stammen und hat direkte Nach­kommen und ein Testament nicht hinterlassen, so daß seine nächste» Verwandten zur Erbschaft gerufen fein sollen. Ver­wandte mögen sich unter Angabe deS Verwandtschaftsgrades und Beifügung einer deSfallsigen Bescheinigung an Rechts­anwalt Dr. Seibert in Darmstadt wenden.

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