Ausgabe 
8.4.1893 Erstes Blatt
 
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ist der Nachweis erbracht worden bezüglich der katholischen Geistlichen: Heinrich Colombara aus Bensheims Earl Dietewig aus Bechtolsheim, Joseph Eckart aus Lons­heim, Gottfried Geck aus Ober-Mörlen, Peter Kirsch auS Mainz und Johann Schweinsberger aus Unter-Hambach.

Schuldienst Nachricht. Am 27. März wurde der von dem Herrn Fürsten zu Isenburg«Birftetn auf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Burgbracht präsentirte Schulamtsaspirant Hermann Eckert auS Kefenrod für diese Stelle bestätigt.

** Neue» Theater. Gestern eröffnete Herr Director BaarS mit FlotowSMarth a" eine Opern- und Operettea- Saison und man kann sagen von vornherein mit den denkbar besten Erfolgen. Eine gute Opern-Aufführung ist hier etwas Seltenes und wir gestehen offen, daß wir mir einigem Bangen und Mißtrauen die gestrige Eröffnungsvorstellung besuchten, denn unsere hiesigen Theater- und Bühnenverhältniffe er­schweren ein derartiges Unternehmen leider noch. Die gestrige Probe-Borstellung hat uns in jeder Beziehung den Beweis geliefert, daß Herr Director BaarS von neuem liefert, was er versprochen. Die Aufführung war eine ganz vorzügliche und sind speciell die großen Volks- und Ensemble- Scenen lobend zu erwähnen. Herr Director Baars ver­fügt über ein sehr zahlreiches und tüchtiges Personal und

können wir unS nicht entsinnen, seit Jahren hier ein so großes und flotteS Zusammenwirken gehört und gesehen zu

haben. Ueber die einzelnen Kräfte wollen wir noch kein

directeS Urtheil abgeben, jedoch scheinen die Damen Fräul. Kronegold und Ziem an n tüchtige Vertreterinnen ihrer Aufgaben zu sein, und ebenso die Herren Kieker, Thiemann und Neusch, letzterer sei durch seinen warmen schönen Gesangs-Vortrag speciell lobend erwähnt; auch die kleineren Partien waren entsprechend gut besetzt. Die Chöre waren voll und gut und so erzielte die erste Opern-Dor- stellung unter Mitwirkung unserer tüchtigen Militär-Capelle durch die sichere Leitung des CapellmeisterS Herrn Frenzel einen durchschlagenden Erfolg. Das Publikum zeigte sich denn auch durch die in reichem Maaße gespendeten Beifalls­bezeugungen sehr dankbar. Alles in allem können wir unfern geehrten Lesern die weiteren Vorstellungen in Anbetracht der guten Leistungen nur empfehlen. Heute gelangt Millöckers Bcttelstudent" zur Aufführung.

** Offene Stellen für Mtlitarauwärter. 26 Briefträger bezw. Postschaffner, 4 Packetträger bezw. Stadtpostboten und 3 Landbriefträger bei der Kaiserlichen Ober-Postdirection in Frankfurt (Main), ad 1) je 900 Mk., ad 2) je 700 Mk. und ad 3) je 650 Mk. Gehalt und den gesetzlichen Wohnungs- geldzuschuß. Landbriefträger bei der Oberpostdirection in Kaffel, 650 Mk. Gehalt und den gesetzlichen Wohnungsgeldzuschuß. Briefträger beim Kaiser!. Postamt I. und Postschaffner beim Kaiser!. Postamt II. in Darmstadt, je 900 Mk. Gehalt und 180 Mk. WohnungSgeldzuschuß. Ständiger Kanzleigehülse beim Landgericht in Frankfurt (Main), bei guten Leistungen und einiger Gewandtheit können monatlich 100 bis 110 Mk. und noch mehr verdient werden. Briefträger beim Kaiser!. Postamt in Gießen 900 Mk. Gehalt und 144 Mk. WohnungSgeldzuschuß. Landbriefträger beim Kaiser!. Postamt in Kirchhain (Regierungsbezirk Kassel), 650 Mk. und den tarifmäßigen WohnungSgeldzuschuß. Stadtpostbote beim Kaiserl. Postamt in Lauterbach (Heffen), 700 Mk. Gehalt und 60 Mk. WohnungSgeldzuschuß. Briefträger beim Kaiser!. Postamt I. und 2 Postschaffner beim Kaiserl. Postamt III. in Mainz, je 900 Mk. Gehalt und 180 Mk. Wohnungsgeld- zuschuß.

** Die Generalversammlung des Vereins hessischer Lehrerinnen fand am 5. d. M. in Darmstadt statt. Ueber die Thätigkeit des Vereins ist zu berichten, daß der Verein einen erfreulichen Aufschwung in Verfolg der sich gestellten Aufgaben genommen hat,- eS sind beträchtliche Unterstützungen ver­liehen, erkrankten Lehrerinnen der Anfenthalt in Bädern und Luftkurorten ermöglicht worden. Dem Banfond für ein Lehrerinnenheim sind theilS durch Privatspenden, theilS durch öffentliche Veranstaltungen beträchtliche Geldsummen zuge­gangen, vor Allem ist der auf Veranlassung deS Freiherrn von Hehl zu Herrnsheim und Gemahlin in Worms ver­anstaltete WohllhätigkeitSbazar zu erwähnen, daneben die Vor­träge des Herrn Hofbuchhändlers Berg st räßer ÜberDarm­stadts Entwickelung seit Einführung der Städteordnung" und des Herrn ReallehrerS Kahl ans Wimpfen überJosef Victor von Scheffel". Die Genannten haben sich den Verein zu großem Danke verpflichtet. Die Zahl der Mitglieder be­trägt 900. Als neuen Zweig hat der Verein auch die Stellenvermittelung ausgenommen. Mit dem Bau des Lehrerinnenheims soll erst begonnen werden, wenn ein Kapital von 100000 Mk. vorhanden ist.

Die evangelische Konferenz für das Großherzogthum Heffen wird Montag, den 10. April, Vormittags ll1/, Uhr zu Frankfurt im Saale der RestaurationZur Rosenau" ihre Jahresversammlung abhalten. Hauptgegenstand der Tagesordnung bildet das Thema:Die facultative Feuerbestattung", worüber Pfarrer Saal zu Offenbach das Referat übernommen hat.

** Die gänzliche Eoaoenfiustennß am 16. April ist die letzte in diesem Jahrhundert, welche Gelegenheit bietet, die Sonnencorona und die nächste Umgebung der Sonne bittet zu sehen und zu untersuchen. Außerdem ist diese Finsterniß dadurch bemcrkcnSwcrth, daß die Dauer der Doll- ständigkeil ans 4 Min. 49 Sec. steigt, also der größtmöglichen Dauer, die etwa 6 Min. beträgt, ziemlich nahe kommt. Die Finsterniß ist in fast ganz Südamerika, im mittleren Theile deS Atlantischen OceanS, in der Düdhälfte Europas mit Einschluß Sllddeutschlands, im westlichen Afrika und theil- weise in Kleinasien sichtbar.

♦♦ Im Publikum herrscht vielfach die Ansicht, daß alle den Eisenbahnverkehr betreffenden Angelegenheiten mit der Eisenbahndirection zu regeln sind. DaS ist aber nicht der Fall. DaS BetriebSamt ist dlejenige Behörde, der neben der

Bauverwaltung alle Geschäfte deS Betriebes obliegen. Diese Geschäfte umfaffen n. A. die Leitung und Beaufsichtigung deS gesammten Elsenbahn-AbferrigungSdiensteS, mit dem daS Publikum fortwährend in Verbindung steht. Dahin gehören die Ausgabe von Fahrkarten, die Abfertigung von Gepäck, Fracht- und Eilgütern. Alle diese Betriebszweige betreffenden Reclamationen und Anträge, die von den unteren Dienst­stellen, Stationen u. dgl. nicht abgefertigt werden können, müffen an daS Betriebsamt, als die für deranige Eisenbahn- Angelegenheiten allein leitende und entscheidende Behörde, gerichtet werden und nicht an die Eisenbahndirection.

* * Neue Postflaggeu. Bom 1. April ab wurden die deutschen ReichSpostanstalten gemäß allerhöchster Verordnung mit neuen Postflaggen ausgerüstet. Die neue Postflagge be­steht auS drei Streifen in den Farben schwarz, weiß und roth- in dem weißen Streifen ist die Kaiserkrone mit dem Posthorn angebracht.

Nach ZeitungSmittheilungen werden Pofffecretare für unsere aftikanischen Colonieen, da Mangel an dieser Categorie von Beamten ist, von der Reichspostverwaltung gesucht. Mittels Rundschreibens wird bei Postassistenten, Secretären usw. angefragt, ob Geneigtheit zur Uebernahme einer Stelle im deutsch-ostafrikanischen Schutzgebiet gegen ein jährliches Gehalt von 6000 Mk. bei freier Reise vorhanden ist. Die Zahl der Bewerber um eine solche Stelle soll jedoch sehr gering sein.

* Die' Zeichnung auf die neueste Reichsanleihe und Preußische Confols zu 3 v. H., findet, wie nunmehr bestimmt ist, am 11. April zum Curse von 86,60 v. H. statt. ES handelt sich nach derPost" im Ganzen um 300 Millonen Mk., wovon 160 Mill. Mk. auf daS Reich und 140 auf Preußen fallen. Die neuen Anleihen können vollgezahlt werden oder in Raten von 25 v. H. zur Einzahlung gelangen.

" Die Deutsche Laudwirthschafts - Gesellschaft, die Unter­nehmerin der im nächsten Jahre in Berlin geplanten allgemeinen deutschen landwirthschaftlichen AuS- st^ellung, für welche die Stadtverordnetenversammlung in ihrer letzten Sitzung die Ueberlaffung eines TheileS deS Treptower Parkes bewilligt hat, betreibt schon eifrig die Vorbereitungen für dieselbe. Die regelmäßigen AbtheilungS- sitzungen im Februar wurden zum Theil durch bezügliche Berathungen auSgesüllt. So setzte die Geräthe-Abtheilung die Prüfungsordnung für drei mit der Berliner Ausstellung in Verbindung stehenden Maschinenprüfungen fest, und zwar für Petroleummotoren, für Kartoffelernte- und für Kartoffel­schälmaschinen. Die erstere Prüfung der für daS Kleinge­werbe sehr wichtigen Petroleummotoren wird voraussichtlich im Mat nächsten Jahres, die der Kartoffelerntemaschinen im Herbst 1894 und die der Schälmaschinen im Herbst d. I. abgehalten werden. Der Sonderausschuß für Sicherheits­vorrichtungen hat eine Zusammenstellung von Schutzvorricht­ungen herausgegeben, mit welchen diejenigen landwirthschaft­lichen Maschinen ausgerüstet sein müffen, welche auf der Ausstellung in Berlin erscheinen.

" Sterbekaffe des Süddeutschen Gastwirlhe Verbandes. Diese Kaffe hat im ersten Vierteljahr ihres Bestehens einen außerordentlichen Aufschwung genommen und weist in drei Monaten mehr als 2300 Mitglieder auf, was einer Ein- nähme von über 1150 Mk. pro Sterbefall entspricht. Der Reservefond beträgt heute 10,800 Mk.- ausbezahlt wurden bei einer Leistung von 4 Mk. bezw. 6 Mk. des betr. ver­storbenen Mitglieds 2439,50 Mk. für Sterbefälle, die fämmtliche sog. unvorhergesehene waren, da bekanntlich der Tod nicht erst anfragt- sie betrafen zwei GastwirthSfrauen und vier Gastwirthe. Die Sterbekaffe ist verbreitet über die Staaten Bayern, Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen und den südlichen Theil Preußens. Angesichts des edlen und humanen Zweckes und der außer­ordentlich niederen Beiträge (50 Pf. pro Sterbefall), sowie der großen Leistungen (von 575 Mk. bis 1150 Mk. pro Sterbefall, je nach Alter der Mitgliedschaft) dürste eS den Gastwirthen obengenannter Staaten nur anzuempfehlen sein, diesem nützlichen Institute beizutreten. Anmeldungen nimmt auch die Verwaltung der Kaffe entgegen, welche in den Händen deS Stadtverordneten und Gastwirths Carl Reinem er, Darmstadt, ruht.

* Der Verein deutscher Locomotivführer und Heizer hat in seinem letzten Verwaltungsjahre 33975 Mk. 48 Pfg. an Unterstützungsgeldern aufgewendet und vertheilt sich diese Summe auf 52 Familien. Der Kaffenstand ist trotzdem ein so günstiger, daß 1892 in 7 Monaten keine Beiträge erhoben worden sind.

Schwere Strafe. Durch kriegsgerichtliches, unterm 7. März d. IS. bestätigtes Erkenntniß vom 22. Februar d. I. ist der Musketier Stephan Will der 2. Compagnie, Infanterie-Regiments Nr. 116, geboren am 31. Decbr. 1869 zu Burkhards, Kreis Schotten, wegen schweren Dieb- stahls im wiederholten Rückfalle, Fahnenflucht, vorsätzlichen und rechtswidrigen PreiSgebenS von Dienstgegenständen und Gebrauchs eines ihm nicht zustehenden Namens einem zu­ständigen Beamten gegenüber mit Entfernung auS dem Heere, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren, Zulässigkeit der Polizeiaufsicht und mit vier Jahren sechs Monaten Zuchthaus und vierzehn Tagen Haft bestraft worden.

AlSfeld, 3. April. Die im Jahre 1890 in Hamburg und dahier mit großen Hoffnungen errichtete Actien-Möbel- fabrikHammonia", welche schon längere Zeit mit Schwierig­keiten zu kämpfen hatte, ist nunmehr fallit geworden und hat daS Amtsgericht zu Hamburg am 30. März über daS Unternehmen daS ConcurSveriahren eröffnet.

Friedberg, 5. April. Gestern fand die feierliche Ent­lassung von zehn Candidaten deS Predigtamtes unter sehr starker Betheiligung der Geistlichen bei DecanatS statt. Geh. Kirchenrath Director Dr. Diegel sprach herzliche Wone der Ermahnung an die Scheidenden auf Grund von

Joh. 9, 4. 5. Seiten! der abgehenden Candidaten sprach Candidat Berk und legte seiner Rede 2. Cor. 3, 13 um er. Sodann nahm Profeffor Dr. Smend Abschied von feiner seit­herigen Wirkungsstätte, seinen Collegen und Hörern unter Zugrundelegung von 1. Joh. 1, 7 a, worauf noch Ober- consistorialrath Walz Namen- bei Kirchenregiments sprach. An dem auf die EntlaffungSfeier folgenden Essen im Hotel Trapp betheiligten sich ca. 75 Personen, meist Theologen.

Auerbach, 4. April. Der electrische Wagen der Firma Hof f mann-Worm» durcheilte gestern die belebten Straßen unseres freundlichen OneS und erregte bei den zahlreichen Touristen allgemeine Bewunderung. Der Mechanismus functionirte tadellos.

Heppenheim a. d v., 2. April. DaS warme Wetter hat die Vegetation außerordemlich gefördert. So zeigt ein Trauben- stock am Hause bei Herrn Stabtrath Gaulrapp bereits hand­lange neue Triebe mit Samenansätzen, ein große Seltenheit um diese Zeit.

Wörrstadt, 4. April. Am ersten Osterfeiertage spielte sich im nahen Sulzheim eine traurige Scene ab. Der 25jährige Sohn eine! dortigen Gastwirths hatte wegen gering­fügiger Ursache einen Wonwechsel mit seinem Vater, entfernte sich au! dem Zimmer und erschoß sich.

Aus Bayern, 4. April. Vor dem Schöffengericht in Starnberg stand ein 17jährigcr Dienstknecht unter der Anklage, einem anderen Knechte 11 Mk. gestohlen zu haben. Der Angeklagte gestand den Diebstahl unter genauer Schil­derung der Ausführung ein. Al! der Gerichtshof sich zurück- ziehen wollte, fing der Angeklagte zu »einen an, bezeichnete sich als unschuldig und erklärte auf eindringliche- Befragen de- Richters, er habe sich al- schuldig bekannt, weil ihm der GenSdarm gesagt hätte, er bleibe ein ganze- Jahr in Unter­suchung, wenn er den Diebstahl nicht eingestehe. Die Sache soll weiter untersucht werden.

* Amberg, 6. April. Die hiesigeVolkSztg." de men- tirt ganz entschieden die von auswärtigen Blättern ver­breitete Nachricht über die Ermordung zweier Schwestern in Kastel.

Hof in Bayern, 30. März. Der HerrUntersuchungS- richter". Kam da am Sonntag ein beffer gekleideter Mann zu dem Oekonomen Statt ne r in Woha und sagte dem, er müsse Nachsuche nach falschem Goldgelbe halten. Der Bauer hatte kein Arg und zeigte ihm sein Geld, dem der Herr Untersuchungsrichter" zwei Zwanzigmarkstücke und ein Zehn­markstück entnahm mit der Angabe, die wären offenbar falsch, die müßten untersucht werden. Er ging nun mit dem Bauern nach Oberkotzau, um, wie er sagte, von da nach Hof zu fahren. Er ließ den Bauern einsteigen, fchlug die Coupee- thüre hinter ihm zu und weg war er und mit ihm die 50 Mark echten Goldgelbe-, die er nun wohl noch genauer untersuchen wird.

Pari-, 5. April. Nach einer kürzlich vorgenommenen statistischen Aufstellung besitzt Paris gegenwärtig 150 Pferde­schlächtereien und in den städtischen Schlachthäusern von Pantin und Villejuiff sind im vorigen Jahre 20,771 Pferde, 242 Esel und 68 Maulthiere geschlachtet worden. Die Ab- Neigung gegen den Genuß de- Pferdefleische- besteht selbst in der ärmsten VolkSklaffe fort und die Kundschaft jener Fleischereien findet sich nach Profeffor Nocard haupt­sächlich unter den kleinen Rentnern, den Handeltreibenden, welche ein starkes Personal zu beköstigen haben, den Menagerie­besitzern, den Inhabern der VolkSrestaurationen und den Apothekern, welche gewiffe stärkende Medikamente mit ge­bautem Fleisch oder Fletschpulver zubereiten. Herr Nocard spricht noch von anderen Kunden, die wir nur mit geziemender Zurückhaltung erwähnen wollen: den verheiratheten Damen, deren ToilettenauSgaben von den Ehemännern etwa- zu knapp bemeffen werden und die in der Verminderung ihrer Fleischerrechnung ein Mittel finden, diesem Uebelftanbe ab» zuhelsen.

Sin Roman vom Kutfchbock. AuS Newyork meldet derNewyork Heralb" vom 3. b. MtS.: Gestern sanb in der katholischen Kirche zu Wilmington Maff. bie Trauung ber steinreichen MrS. FranceS Hillier von Boston mit ihrem Kutscher Henry ©urette statt. Eine Einsegnung in der pro­testantischen Kirche war dieser öeremonte vorau-gegangen. Beide Gotteshäuser waren überfüllt und auch an dem folgenden Empfang nahm ein zahlreiche! Publikum Theil. Der junge Ehemann hat natürlich den «utschdock verlaffen und bereitet sich zum Eintritt in da- Harvard-College vor.

* Ein komisches Reiseabenteuer. Ein alte- Ehepaar hatte ein Zehntel von einem namhaften Gewinn in ber sächsischen Lotterie gewonnen. Nun waren die Leute fest enlschloffen, auch einmal ihr Leben zu genießen unb Berlin, baS Enbzie! aller kleinstäbtischen Wünsche, sollte ihnen biesen Genuß ge­währen. Nachbarn unb Klatschbasen hatten bebächtig den Kopf geschüttelt unb gemeint, für fo alte Leute sei ba! schlimme Berlin eine reine Mördergrube, man würde sie be­stehlen und plündern, ehe sie vom Bahnhof fort seien. Vadder" aber meinte nur dagegen:Ick wer mit de Spitz- baub n wall farrig." Ein zufällig anwesender Berliner ConsectionSreisender glaubte die alten Leute auch warnen zu müffen unb sagte:Vor allen Dingen hüten Sie sich vor Leuten, bie Sie vielleicht früher flüchtig kannten, gerade die sogenannten alten Bekannten legen oft die Freunde 'rein, ja, e! geht so »eit, daß die Bauernfänger sich al! Bekannte vorstellen, um zum Ziel zu gelangen." Die alten Leute dankten und reiften ab. In Wittenberg hatte der vadder die Unvorsichtigkeit begangen, den Zug zu verlaffen- trotz

MubberS" Wehklagen fuhr der Zug ohne ihn ab. Der StationSchef war ein liebenswürdiger Mann, er rieth dem Sitzengebliebenen, ein Zufchlag-billet zu nehmen und mit dem Curierzuge zu fahren, alldann würde er noch eine halbe Stunde früher in Berlin ankommen al! feine Ariadne. QR'

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