Ausgabe 
8.4.1893 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Sionsgemeinde Gießen.

7~=s~-___9269 ihr-Verein.

T »eilen Zahrbahn.

!buvg.

^gehobeltem Lattenzauu, 'lnsnedigungsarbeiten sind m ^ens -en 15. W. Q

_ Der Borstand, rrasse. heute an jeden geöffnet. 3a, ehe Feuerwehr. t, Mi «y, ». sammlung ML tion Bvhln. pU5 lti-Ma-e. Vorftaud»-VLhl. 5] Att Aorstand. öffmmg. eilung, daß wir an hiesigen

igeschäft

it

sserei

1)3^

9U0 y3.00 22.10 638)

SS»

1W.1J 112.10 110.50 64<0

^KantrgM

6. April 1893-

15 M- m

TL UnB-

EgSLlÜ* »68®-**

ins in der Neuaniafle und itungen, Badc-Cmncht- nkl aus 1<NW

tzttch Edm p !*

^chachMgSvoll

er & Stauss, rabenftraße^^^^^

ihren freien b®nuei 2245

tarier

Samstag den 8. April

r. 82. Erstes Blatt

1893

Der

*e|rte<t scheint täglich, r>tt RuSnahme bei Montags

Me Gießener

Vrten dem Anzeiger ^Lchoutttch dreimal ".rtykgt

Gießener Anzeiger

Kenerat-Wnzeiger.

vierteljähriger AHsnnementspreiO I 2 Mark 20 Psg. eM vringerlohn.

Durch die Post bez«DM 2 Mark 50

Webaction, Lp>«bttt»» und Druckerei:

>4*rHre|<lte.1.

Aernjprecher 5L

Zlints- und Anzeigeblutt für den Ttreis Gietzen.

Annahme »an Anzeige» zu der Nachmittags für bai fügenden Lag -rscheinenden Nummer bis Var». 10 Nh*.

Hratisbeikage: chießener Ilamitimbtätter.

Alle Anuo»cen-8ureaux des I». und Auslandes nehm« Anzeige» für de«Gießener Anzeiger" entgege».

Amtlicher Theil.

Nr. 11 des ReichS'GesetzblatteS, ausgegeben den 1. d. M., enthält:

(Nr. 2087.) Verordnung, betreffend die Uebertragung lanvesherrlicher Befugniffe auf den Statthalter in Elsaß- Lothringen. Vom 14. März 1893.

(Nr. 2088.) Bekanntmachung, betreffend Ergänzung der dem internationalen Uebereinkommen über den Eisenbahn­frachtverkehr beigefügten Liste. Vom 27. März 1893.

Gießen, den 7. April 1893.

Grobherzogliches Kreisamt Gießen.

____________'________v. Gagern.______________________

Gießen, den 6. April 1893. Betr.: Ausrüstung mit Feuerlöschrequisiten.

Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.

Soweit Sie unseren Verfügungen vom 10. Januar l. I. Kreisblatt Nr. 11 22. Februar l. I. Kreisblatt Nr. 49 und vom 3. März l. I. Kreisblatt Nr. 54 noch nicht entsprochen haben, erinnern wir Sie an sofortige Er­ledigung.

____________ v. Gagern.___________________

Steckbrief.

Gegen den unten beschriebenen Theis, Heinrich, Taglöhner aus Steinperf, Kreis Biedenkopf, zuletzt auf Hof Friedelhausen, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungs­haft wegen Diebstahls verhängt.

Es wird um Fahndung, Verhaftung und Nachricht vor Zuführung ersucht.

Gießen, den 6. April 1893.

Großherzogliche Staatsanwaltschaft. Schilling-Tr.

Beschreibung: Alter: 19 Jahre, Größe: ca. 1 m 60 bis 65 cm, Haare: schwarzblond gelockt, Kleidung : hellgraue oder schwarze Hosen, schwarze Weste, blau - leinener Arbeitskittel, Schnürschuhe und schwarze Plüschmütze zum herunterklappen. Besondere Kennzeichen: Verkrüppelter Daumen an der rech­ten Hand._______________________________________________

Deutscher Reich.

Berlin, 6. April. Der Kaiser gedenkt am 14. d. M. in Swinemünde einzutreffen, von wo aus sich der Monarch an Bord des AvisosHohenzollern" nach Kiel begeben wird. An den Dispositionen für die italienische Reise der Majestäten wird durch diesen Ausflug nichts verändert, der Antritt der­selben erfolgt demnach bestimmt am 18. April.

Die Osterwoche hat auf dem Gebiete der inneren Politik nichts von Bedeutung gezeitigt, es wird darum Wohl erst die kommende Woche durch den Wiederbeginn der par­lamentarischen Arbeiten im Reiche und in Preußen erneutes Leben in die innerpolitischen Angelegenheiten bringen. Das Reichsparlament und die preußische Volksvertretung nehmen alsdann kurz hintereinander ihre durch die Oster­ferien unterbrochenen Arbeiten wieder auf, jenes am Donners­tag den 13. April, diese bereits am Dienstag den 11. April. Die Hauptarbeit des preußischen Abgeordnetenhauses in dem nachösterlichen Sessionsabschnitte wird in der Speztalberathung der in der Commission erledigten drei Steuerreformgesetze bestehen, womit das Haus sofort nach Ablauf der Ferien­pause beginnt. Daneben sind nur noch einige kleinere Sachen zu erledigen, außerdem ist als ganz neuer Berathungs- gegenstand die soeben im Abgeordnetenhause eingegangene Eisenbahnvorlage hinzugekommen, deren Erledigung indessen ohne besondere Schwierigkeiten erfolgen dürfte. Im Reichs­tage dagegen gibt es auch nach Ollern noch gewaltig viel zu thun. Denn ganz abgesehen von dem Kernstück der ganzen laufenden Reichstagssession, von der Militärvorlage und den hiermit eng zusammenhängenden drei Steuergesetzen, so hat der Reichstag noch eine respectable Anzahl von Vorlagen aufzuarbeiten", d. h. er muß sich mit denselben theils in dritter, theils sogar noch in zweiter Lesung beschäftigen. Es sind dies, um nur die hervorragenderen Sachen zu nennen, dielex Heinze" (Gesetz zur Bekämpfung der Unsittlichkeit), die Novellen zum Wuchergesetz, zum Unterstützungswohnsitz­gesetz und zum Militärpensionsgesetz, ferner die Vorlagen, betreffend den Verrath militärischer Geheimnisse, betreffend das Abzahlungswesen, betreffend den Schutz der Waaren- bezeichnungen u. s. w. Ueberdies ist ein wichtiger Gesetz­

entwurf, dessen Durchberathung noch in der jetzigen Session die Reichsregierung dringend wünschen soll, nämlich das im Bundesrathe einer gründlichen Umarbeitung unterzogene sogen. Reichsseuchengesetz, dem Reichstage noch gar nicht zugegangen, sicherlich wird dies aber in den nächsten Tagen geschehen. Jedenfalls würde dieses Arbeitsmaterial genügen, um den Reichstag bis in die letzten Wochen vor Pfingsten zu beschäf­tigen. Dazu kommt aber nun noch die zweite Plenarberathung der Militärvorlage, welche parlamentarische Arbeit sich schwerlich so glatt abhaspeln dürfte, wie man hie und da anzunehmen scheint. Vermuthlich wird der Reichstag in der letzten Aprilwoche in die Spezialberathung der Militärvorlage eintreten und der Ausgang dieser Verhandlungen wird zweifel­los entscheidend für die Gestaltung der weiteren Reichstags­session sein. Sollte das Reichstagsplenum die Vorlage ab- lehnen, so ist hierauf die Auflösung des Parlaments als Antwort der Reichsregierung noch immer mit einer gewiffen Wahrscheinlichkeit zu erwarten und hiermit würden alsdann die anderen noch schwebenden Vorlagen von selbst unter den Tisch fallen. Freilich ist noch nicht alle und jede Hoffnung verschwunden, es könnte noch im letzten Moment zu einem befriedigenden Compromiß zwischen Regierung und Reichstag in der Militärfrage kommen, aber offenbar sind die Aussichten auf eine solche Verständigung während der parlamentarischen Osterpause nicht gewachsen, dies bekundet erneut die schroffe Zurückweisung der nationalliberalerseits gemachten Compromiß- vorschläge durch die offiziöseNordd. Allgem. Ztg." So wird denn das in der Militärfrage drohende parlamentarische und politische Verhängniß vielleicht doch seinen Lauf nehmen müssen.

Berlin, 5. April. Rechtsanwalt Hertwig wurde von der Anwaltskammer wegen Ungebührlichkeit im Proceß Ahl- wardt zu einem Verweis verurtheilt.

Berlin, 5. April. Die Börsenenquetecommission hat die Vernehmung von Sachverständigen der Producten- und Fondsbörse seit längerer Zeit beendet und tritt Dienstag zur ersten berathenden Sitzung zusammen, nachdem das gesammelte Material gesichtet worden ist.

Neueste

Wolffs telegraphisches Eorrespondenz-Bureau.

Berlin, 6. April. Zu den Meldungen derFranks. Ztg.", betreffend die Mißhandlungen Deutscher in Bra silien, bemerkt derReichsanzeiger": Wegen der Ausschreitung der brasilianischen Polizei in Sao Paulo gegen Reichsangehörige gelegentlich des Weihnachtsfestes habe der brasilianische Minister des Auswärtigen dem kaiserlichen Ver­treter in Rio de Janeiro eingeräumt, daß die Polizeiorgane im Unrecht gewesen seien, und versprochen, die Schuldigen aus dem Polizeicorps zu entlassen. Die Frage wegen einer Ent­schädigung der betroffenen Reichsangehörigen unterliege noch der Erörterung. Bezüglich des Falles in Curityba im Staate Parana sei der kaiserliche Vertreter in Rio angewiesen, den Sachverhalt zu untersuchen und eventuell bei der brasilianischen Regierung auf das'^Nachdrücklichste eine energische Bestrafung der etwa schuldigen brasilianischen Beamten, sowie die Ge­währung einer vollständigen Entschädigung für die betroffenen Deutschen zu beantragen.

Stuttgart, 6. April. 10. Geographentag. In der heutigen Vormittagssitzung führte Proseffor Kirchhoff Halle den Vorsitz. Panck Wien erstattete den Bericht Namens der Centralcommission für wiffenschaftliche Landeskunde, welcher die neuesten wissenschaftlichen Bestrebungen und Leistungen zusammenfaßt. Mitgetheilt wird, daß Tübingen den noch fehlenden Lehrstuhl für Geographie demnächst erhalten soll. Hartmann-Stuttgart gibt in einem lichtvollen Vortrage ein Bild der Entwickelung der württembergischen Landeskunde bis auf die neueste Zeit. Graf Zeppelin-Constanz berichtet über die wiffenschaftliche Erforschung des Bodenseebeckens und ver­tritt die Ansicht, daß die Alpenrandseen durch das Geschiebe der einmündenden Flüffe immer mehr verkleinert werden. Als bedeutendste Entdeckung bezeichnet er diejenige des unterseeischen Rheinrinnsals. Privatdozent Ule-Halle spricht über die Tem­peraturverhältnisse der baltischen Seen. In der Nach- mittagsfitzung fungirte als Vorsitzender Fischer - Marburg. Neumann-Freiburg behandelt die Geographie als Gegenstand des akademischen Unterrichts,- er weist nach, daß in den letzten Jahrzehnten tüchtige Lehrer der Geographie herangebildet, die Hilfsmittel verbessert worden und die Literatur angewachsen sei. Redner wünscht eine Verknüpfung des geographischen Unterrichts mit der Sprach- und Landeskunde. Kirchhoff- Halle verbreitet sich über die Vorbereitung der Geographie­lehre für den Beruf. Schon der Gymnasialunterricht sei wichtig. Er wünscht eine Abstellung des Mißstandes, daß

ungeprüfte Lehrer verwendet werden. Peucker-Wien behan­delt die Terraindarstellung auf den Schulkarten und bezeich­net Kieperts Wandkarte Oesterreichs als Ideal. Ein Antrag Oberhummers-München, der die Einführung deS Myriameters verlangt, wird bekämpft und dann zurückgezogen.

Forst, 6. April. DaS Mitglied des Herrenhauses, Graf Brühl, ist gestern Abend gestorben.

München, 6. April. H i st o ri k er - Con gre ß. In der heutigen Sitzung erstattete Professor Arndt-Leipzig seinen höchst interessanten Bericht über die Einrichtung der Semi­nare an den Universitäten, woran sich eine Debatte knüpfte, die im Wesentlichen sich um die Frage drehte, ob in den Seminaren auf die Ausbildung von Lehrern oder von Forschern größeres Gewicht zu legen sei. Beschlüsse wurden nicht gefaßt.

Venedig, 6. April. Die Wächter im Dogenpalast fanden das auf 200,000 Lire geschätzte Portrait eines venetianischen Edelmannes von Tintoretto frevelhaft zerstört. Das Bild ist beim Kopfe durchstochen und ein Stück halb ab­getrennt. Von dem Thäter hat man keine Spur.

Depeschen des Bure«uHerold".

Berlin, 7. April. Die Gewerbeordnungsnovelle, welche neue Bestimmungen über das Hausirgewerbe bringen soll, geht dem Reichstag in dieser Session wahrscheinlich nicht mehr zu.

Berlin, 7. April. Wie aus der jetzt vorliegenden Be­gründung der Eisenbahnvorlagen ersichtlich ist, sollen die für die Beschaffung von Betriebsmitteln für die bestehenden Staatsbahnen geforderten 15 Millionen zur Be­schaffung von etwa 100 Locomotiven, 400 Personen- und 2000 Gepäck- und Güterwagen verwendet werden.

Berlin, 7. April. Die Gutachten zum neuen amtlichen Waarenoerzeichniß Seitens derjenigen wirthschaftlichen Vereinigungen und Handelskammern, welchen dasselbe zugeflellt worden ist, werden nunmehr im Handels­ministerium eingehen, nachdem die zur Abgabe des Gutachtens gewährte Frist nächste Woche abläuft. Das eingelaufene Material wird für die Berathungen im Bundesrath verwendet werden.

Rom, 7. April. Während der Reise des Königs und des deutschen Kaiserpaares nach Neapel soll Großfürst Wladimir und der montenegrinische Thronfolger im Vatican empfangen werden.

Paris, 7. April. Die hiesige Presse sieht ebenfalls den Zwischenfall Brandes für erledigt an.

Potsdam, 7. April. Die Prinzessin Friedrich Leopold ist gestern Abend 11 Uhr 40 Min. von einem Prinzen entbunden worden. Mutter und Kind befinden sich den Umständen nach wohl.

Loeales uttb provinzielles.

Gießen, 7. April 1893.

* * Empfang. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog empfingen gestern u. A. den Regierungsrath Dr. Dietz.

* * Anszeichnung. Seine Majestät der Kaiser haben allergnädigst geruht, dem Zahlmeister i. P. Kronbauer, bisher im Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm, den Character als Rechnungsrath zu verleihen.

* * Kirchliche Dienstnachrichten. Seine Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Den von den Erben des Geheimeraths von Buseck, genannt v. Münch, auf die evangelische Psarrstelle zu Reiskirchen präsentirten Pfarr­verwalter Carl Gombel zu bestätigen, dem Pfarrverwalter Philipp Möbus zu Hoch-Weisel die evangelische Psarrstelle daselbst, dem Pfarrer Carl Sauer zu Partenheim die evangelische Pfarrstelle zu Geiß - Nidda zu übertragen. Ueber den Besitz der nach Art. 1 und 4 des Gesetzes vom 5. Juli 1887, die Vorbildung und Anstellung der Geistlichen betreffend, zur Uebernahme eines Kirchenamtes nothwendigen Eigenschaften ist der Nachweis erbracht worden bezüglich der Candidaten der evangelischen Theologie: Hermann Deringer aus Nieder-Ramstadt, Heinrich Büchner aus Büdingen, Eugen Egelhoff aus Dalheim, Wilhelm Hartmann aus -Darmstadt, Johann Heinz aas Hahnheim, Adam Heußel aus Langstadt, Jacob Steinmetz aus Eich, i. Kr. Worms, Friedrich Weber aus Londorf, Hermann Weigel aus Friedberg und Theodor Werner aus Rimborn. Ueber den Besitz der nach Art. 1 und 4 des Gesetzes vom 5. Juli 1887, die Vorbildung und Anstellung der Geistlichen betr., zur Uebernahme eines Kirchenamtes nothwendigen Eigenschaften