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Die Lage des Getreide-

Petersburg, 6. Februar.

Der Export ist auf

Marktes ist die denkbar schlechteste.

Francs von Cornelius Herz erhalten zu haben, erbietet ftd),

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die Bücher des Journals der UntersuchungScommtssion zur Verfügung zu stellen.

9. Dermiethung deS Thorhauses am Wallthor^ der Gebrüder Röhrle um Erlaubniß zur Her« Zugangs zu demselben. 10. Die Handwerker- Rechnung über Gaöbeleuchtungseinrichtung.

sationSgesuch. hier: Gesuch stellung eines schule; hier:

hauptstädtischen Zeitungen bei der so Residenz, mancher unserer Landsleute der Hessen" in Berlin nichts weiß, so Leser hiermit darauf aufmerksam und die Adressen ihrer in Berlin wohnenden

11. Gesuch deü Commerzienraths W. Gail um Erlaubnis zur Beseitigung eines TheilS des Atzelbuscher Weges. 12. Die Ausführung des Reichsgesetzes vom 1. Juni 1891, die Abänderung der Gewerbeordnung betr.; hier insbesondere

Fahne voraus, auf welcher ein Soldat mit einem Gewehr abgebildet war. Die Polizei verbot das Weitertragen der Fahne.

Brennereibesitzern derartige Projekte den Bundesregierungen empfohlen werden, welche den bereits so sehr privileginen Brennereibetrieben neue Vorrheile zuwenden sollen, all den anderen ungemein zahlreichen Jnteresienten der Branche die schwersten Opfer auferlegen, vor Allem die wirthschaftliche Selbstständigkeit derselben völlig in Frage stellen würden."

G. Hamburg, 6. Februar. Herr Dr. med. W. P. Dunbar, der im Jahre 1892 an der Hochschule zu Gießen die medicinische Schlußprüsung absolvirte, bis vor Kurzem Assistent deS Herrn Prof. Gaffky, ist durch Beschluß deS Senats der Stadt Hamburg vom heutigen zum Director de- neu hier errichteten hygienischen Instituts mit dem Titel Professor ernannt worden. Dem Vernehmen nach ist die von dem Senat getroffene Wahl auf die Empfehlung des Herrn Prof. Koch (Berlin) und deS Herrn Prof. Gaffky zurückzuführen, hatten viele namhafte Gelehrte um die neue Stelle sich beworben.

Ucuefk Nachrichten.

Wolffs telegraphische« Correspondenz-Bureau.

Berlin, 6. Februar. Der.,Reichsanzeiger" veröffentlicht mit Bezug darauf, daß die durch die Militärvorlage bedingte Rekruten-Mehreinstellung nur aus solchen Militär­pflichtigen Deckung finden werde, welche schon nach den jetzigen Bestimmungen die Einstellung in den activen Dienst zu ge­wärtigen hatten, eine Anlage der Heeresordnung mit der Auf­zählung derjenigen Körperfehler, welche schon jetzt bet Bedarf die Aushebung nicht ausschloffen.

Berlin, 6. Februar. Den Abendblättern zufolge hat der Kaiser bei dem Dine; zu Ehren PapeS ungefähr folgendes gesagt: DaS Leben deS Generaloberst bietet das Bild preußischer Gesinnung, treuester Pflichterfüllung, hingebenden Dienstes. Die Figur deS Generalobersten Pape wird nie der preußischen Armee aus den Augen entschwinden; sie ist der Inbegriff der Ritterlichkeit altpreußischcr Traditionen, hingebenden Gehorsams, der nur kennt die Gebote seines Herrn und die der Ehre und des Ruhmes der Fahnen, die ihm anvertraut sind. Im Hinblick darauf hat das Regiment sich eine Gabe ausgedacht, die zu überreichen mir obliegt. Mögen Sie Mir noch lange Zeit als treuer Diener, auf den ich unbedingt bauen darf, und der Armee als Vorbild erhalten bleiben. Hoch! Pape dankte für die kaiserliche Gnade und trank auf das Wohl deS zweiten Garderegiments.

Berlin, 6. Februar. DerReichsanzeiger" veröffentlicht die Verleihung der Krone zum Rothen Adlerorden zweiter Klaffe mit Eichenlaub an Geheimrath Profeffor Dr. Hinzpeter.

Halle, 6. Februar. DerHalleschen Zeitung" zufolge kam in der Irrenanstalt Nietlebcn ein Todesfall vor. DaS Laboratorium für bakteriologische Untersuchungen ist ein­gerichtet. Au» Lettin werden zwei Neuerkrankungen gemeldet.

Budapest, 6. Februar. Eine von 700 Arbeitern der ungarischen Waffenfabrik abgehaltene Versammlung verlief so stürm,sch, daß sie polizeilich aufgelöst wurde. Die Versammlung beschloß, durch eine Deputation einen Abgeord- neten zur Einbringung einer die Waffenfabrik betreffenden Interpellation auffordcrn zu laffen. Vormittags meldeten sich tiOO Leute zur Wiederaufnahme der Arbeit.

Paris, 6. Februar. Clörnenceau, welcher von Rochefort beschuldigt ist, für sein JournalJustice" 3*/, Millionen

theilungen in den enormen Größe der von einemVerein machen wir unsere empfehlen denselben,

Depeschen de» Bureau .Herold'.

Berlin, 6. Februar. DerKreuzzeitung" zufolge find die Verhandlungen mit Rumänien über den Handels­vertrag beendigt. In zuständigen Kreisen wird angenommen, daß ein solcher bald inS Leben treten werde.

Berlin, 7. Februar. Die WahlprüfungS-Commission des Reichstags hat gestern die Wahl des Abgeordneten Scipio für giltig erklärt.

Dresden, 6. Februar. Der nationalliberale Reichsverein nahm in einer großen öffentlichen Versamm­lung eine Resolution an, worin die Grundlage der Militär- Vorlage, insbesondere die Verjüngung der Armee und die Einführung der zweijährigen Dienstzeit gebilligt wird. ES wird für eine ernste Verpflichtung aller staatSerhaltenden Elemente erklärt, eine baldige Einigung mit der Regierung zu erzielen."

Leipzig, 6. Februar. Bei einem choleraverdächtig ein- gelieserten Krankenwärter aus Nietleben und einem cholera- verdächtigen zugereisten Schlosser wurde keine Cholera aaiatica festgestellt.

Chemnitz, 6. Februar. Der Export deS Bezirkes Chernnitz-Glauchau nach Amerika im Jahre 1892 weist eine Zunahme gegen daS Vorjahr von 1,700,000 Doll. auf.

Hamburg, 6. Februar. In der Koopmann schen Sprit­fabrik platzte gestern der Destillirkeffel, wodurch ein großes Feuer entstand. In der Fabrik lagern ungeheure Quanti­täten Sprit.

Altona, 6. Februar. Hier erfolgten wiederum vier Cholerafälle, wovon zwei tödtlich verliefen.

Altona, 7. Februar. Die im hiesigen GerichtSgefängniß untergebrachten Anarchisten wurden wegen der Cholera­gefahr, außer zwei fluchtverdächtigen, entlasten.

Saarlouis, 6. Februar. Auf der GrubeWellesweiler" wurden durch herabstürzendes Gestein drei Bergleute getödt et.

Brunn, 6. Februar. Einige hundert Arbeitslose, die sich eine rothe, mit dem Kaiserlichen Adler gezierte Fahne vorantragen ließen, zogen heute vor das RathhauS. Die Demonstration lief ohne Exzesse ab. Der Rädelsführer wurde verhaftet, die Fahne beschlagnahmt.

Rheims, 6. Februar. Gestern fand hier eine Con- ferenz von Arbeitslosen statt. Es kam zu tumultuari- schen Auftritten, so daß die Polizei die Versammlung auflöste.

Gent, 6. Februar. Gestern fanden infolge von Mani­festationen der Radicalen und Soctalisten gegen den Mili­tarismus Unruhen statt. Ein Fahnenträger trug eine

V ein Minimum reducirt. Wöchentlich werden kaum mehr als 100- bis 150,000 Metercentner Getreide exportirt. Bis zum 15. Januar wurden aus der vorjährigen Ernte 15 Mill. Hektoliter Weizen auSgeführt, gegen 16,6 Millionen in dem vorhergehenden Jahre. In den in Betracht kommenden Magazinen sinh 6 Millionen Hektoliter Weizen aufgespeichert, davon in Odesta allein 2 Millionen. Die niedrigen Getreide­preise werden überall im Reiche verspürt, weil auch der Localverkehr ein außerordentlich geringfügiger ist. Große Schneefälle behindern zum großen Theil die Communication.

Petersburg, 6. Februar. Oberst Wendruck vom Cvm- municationsministerium hielt in einer Versammlung von Offizieren des Generalstabs und im Beisein des Großfürsten Wladimir einen Vortrag über die Vorbereitungen der Eisenbahnverwaltungen für den Krieg. Er führte dabei aus, das Eisenbahnnetz Preußens sei 14 mal, dasjenige Oesterreichs 8 mal dichter als das Netz Rußlands. Ein ähnliches Dcrhältniß bestehe in dem rollenden Material und dem Personal der drei Länder. Die Verhältnisse für die Beförderung von Militärzügen seien in Rußland ungünstiger als in allen anderen Ländern. Der Vortragende verlangte die Herstellung einer besteren Organisation.

totales ttn- ^provinzielle».

Sieben, 7. Februar 1893.

Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten Donnerstag den 9. Februar 1893, Nachmittags 3 Uhr pünktlich: 1. Mittheilungen. 2. Dispositionsfonds für Armenunterstützungen. 3. Ausbau der Nordanlage. 4. Ausbau der Gartenstraße. 5. Ausbau der Lonystraße- hier: Straßenauffüllung. 6. Gasbeleuchtung in der D'ez- straße. 7. Gesuch deS L. Huhn um Erlaubniß zum Banen an der Göthestraße. 8. Gesuch deS Emil Kalbfleisch um Er- laubmß zur Herrichtung einer ArbeitShütte- hier: DiSpen-

Barcelona, 6. Februar. Nach dem Schluß eines Meetings der Studirenden, welches zur Förderung der Erbauung einer protestantischen Capelle in Madrid ein- berufen war, griff ein von einer Frau geführter Haufe von Anarchisten die Polizei an und feuerte auf dieselbe. Zwei Polizisten wurden leicht verwundet. Die GenSdarmerie stellte die Ruhe her. Sechs Verhaftungen wurden vorgenommen.

Rom, 6. Februar. Michel Lazzaroni, der Neffe des bereits in Untersuchungshaft befindlichen KasfirerS der Banca Romana" Cäsar Lazzaroni, wurde gestern Abend verhaftet wegen Betheiligung an den Unterschlagungen und Fälschungen, welche bei derBanca Romana" begangen worden sind. ____________

Angehörigen an unten näher bezeichneten Herrn zu senden und nimmt der Verein alle und jede Hülfe, welche ihm durch Zusendung von heimathlichen Zeitungen, Vorträgen :c. ge­boten wird, mit bestem Dank entgegen. Der Verein ist dagegen auch bereit, alle Anfragen und Wünsche auS der Heimath nach bestem Wisten und Können zu beantworten und ist die Adreste hierfür:Verein der Hestcn", zu Händen deS Herrn Eduard Buch, Berlin W., Jägerstraße 18.

r. Langgöns, 7. Februar. DaS am 4. Februar d. I. abgehaltenc 37 j ä h r i g e «Stiftung 6 feft bc» Gesangverein» //Frohsinn" war in allen Theilen gelungen. Chorlieder, sowie die komischen Vorträge wurden mit großer Präcision aufgeführt und ernteten reichen Beifall. Die Zwischenpausen füllte ein gut besetztes Streichsextett auS. Man kann den Verein, sowie besten Dirigenten zu solchem Erfolge nur be­glückwünschen.

f Lich, 6. Februar. Die gestern hierher gelangte Nach­richt von dem Hinscheiden deS Oberlehrer» Müller in Frankfurt, bis vor Kurzem Jnfpector des dortigen Waisen­hauses, hat in unserer Stadt allgemeine Theilnahme erregt. Lich hat nämlich dem Verstorbenen die hier bestehende Colonie von durchschnittlich 170 Köpfe zählenden Frankfurter Waisen­kindern zu verdanken. Das Andenken dieses Mannes, eines Schwagers unseres seligen StistSdcchantcn Dr. Clemm, wird deshalb hier in Ehren bleiben.

f Lich, 6. Februar. Im Jahre 1300 wurde von Kaiser Albrecht II. dem Grafen Philipp III. von Falkenstet» für feine Stadt Lich Stadtgerechtigkeit verliehen. Mithin kann Lich im Jahre 1900, also in 7 Jahren, die bezügliche 600jährigc Jubelfeier begehen.

§ Aus dem Lhmlhal, 6. Februar. Die gewaltigen Schneernasfen sind gewichen- nur noch tiefe Schneewehe» an den Rainen und Hecken sind übrig geblieben und dürsten sich, da inzwischen wieder Frost eingetreten, erhalte» bis inS Frühjahr hinein. Die Wintersaat zeigt ein wirklich prächtiges Aussehen, das Korn und der WinterrapS stehe» im üppigsten Grün. Der Schnee hat für die Saat ei» wirksames Schutzmittel gegen die grimmige Kälte geboten, im anderen Falle wären die größten Schäden unausbleiblich gewesen. Wenn auch inzwischen wieder bei bloßem Feld Frost eingetrcien, so ist letzterer doch nicht von einem solchen Grad, daß Befürchtungen gerechtfertigt erscheinen. DaS beste Vernichtungsmittel gegen die Mäuseplage bringt der gegen »artige Frost nach vorauSgegangener gründlicher Durch- wästerung des Boden», indem die Mäuselöcher und Mäuse-

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Verein der Heffen. Man schreibt unS aus Berlin: Vor ca. vier Jahren bildete sich in Berlin unter dem Name» Verein der Hessen" eine auS ehemaligen Lurhesten und Nassauern, Heffen-Darmstädtern und Frankfurtern be­stehende Landsmannschaft. Die Hoffnung, welche der seiner­zeitige Vorstand bei der Gründung hegte, daß die stattliche Anzahl der bei der Bildung des Vereins thätig gewesenen respektablen Landsleute dafür Gewähr leisten würde, daß die Existenz desselben gesichert und derselbe einen gesuchten Sammelpunkt für alle Landsleute bilden dürfte, hat sich erfreulicher Weife bewahrheitet. Unter allen in Berlin existirenden Landsmannschaften nimmt derVerein der Heffen" eine der hervorragendsten Stellen ein und hat er solches hauptsächlich dem Umstand zu verdanken, daß er seinen Landsleuten bei paffenden Gelegenheiten Borträge über unsere Heimath halten läßt, außerdem fehlt cd nicht an Kräften, die an den VereinSabenden und bei Festlichkeiten Vorträge in hessischer Mundart, theilS ernsten, theilS humoristischen Inhalts, zum Besten geben. Kurz, unsere Landsleute halten auch in der Metropole des deutschen Reiches treu an ihrem engeren Vaterlande und lassen daS Band der Zusammen­gehörigkeit in der Liebe zur Heimath nickt locker werden. Für nach Berlin ziehende Heffen bietet der Verein demzufolge in mancher Beziehung große Vortheile, da auS allen Theilen der hessischen Lande Mitglieder in demselben zu finden sind. Das VereinSlocal befindet sich zur Zeit bet Landsmann M. Göbel, Jägerstraße 18, (nächste Nähe der Linden und des Bahnhofes Friedrichstraße). Da aber trotz aller Mit

Deutscher Reichstag.

37. Sitzung. Montag, 6. Februar 1893.

Der Antrag des Abgeordneten Singer (Soc.) auf Stffirung des Strafverfahrens gegen den Abg. Münch (roilb) wird ohne Dis- cuffion angenommen.

ES folgt die Fortsetzung der am SamStag abgebrochenen Debatte.

Abg. Bebel (Soc.) führt au»: Gerade, weil man weiß, daß der Zukunftsstaat eine Eulturbewegung erstm Ranges ist, deshalb ist er in dm lehtm lagen in fo abschr.ckender Welle von den Abgeord­neten Bachem, Richter und Stöcker geschildert worden. Bebel bezeichnet sodann die gegenwärtige Staat»- und Gesellschaftsordnung als ein Zuchthaus, wo der Arbeiter geknebelt würde und führte eine Reihe von Wahlbeeinfluffungen an. Aus Angst vor der Socialdemokratie sei die fünfjährige Wahlperiode eingeführl worden. Dle36 soclalistischm Abgeordneten üblen einm größeren moralischen Einfluß aus, als die übrigen 360 ReichStagSmitglieder. Bei den nächsten Wahlen werde die Socialdemokratie da» (Zentrum mit der doppelten Sttmmmzahl fchlagm. Alle Ringe und Syndikate, welche die Großindustrie tm letzten Jahre gegründet, bezwecktm nur eine Regultrung der Production. Darin lägen die erstm Keime für die Entwickelung der focialistischen Gesellschaft.

Abg Richter (freit) bittet denjenigen Rednern, welche sich noch mit dieser Debatte beschäftigen wollen, das Wort zu geben, damit nicht eine falsche Auffassung im Lande über das Ergebniß der Verhandlungen entstehe.

Minister v. Bo etlicher glaubt nicht an dm Zukunftsstaat und bemerkt, es fei unmöglich, daS aufrecht zu erhalten, was die Soctalisten darüber früher gedacht hätten. Einm Verdienst hätten die Weben Bebels, sie haben den herrschmden Klassen bas Gewissen geschärft. WaS für die Arbeiter geschehen sei, habe bie bürgerliche Gesellschaft gethan.

Abg. KoScielSki (Pole) erklärt die Bereitwilligkeit feiner Partei der Regierung ein treuer Mitkämpfer zu fein.

Abg. Bachem (IScntrum) verneint eine Auskunft über die focialistifche Gesellschaftsordnung. Für die Socialisten sei Alles nur von agitatorischem Werth, unter vier Augen lachten sie wie römische Auguren. Das Ergebniß der Debatte sei, daß von dem Zukunfsstaate und der Revolution keine Rede mehr sei; die Socialisten seien ver- pffichtet, auf dem Boden der bestehenden Gesellschaftsordnung an der Verbesserung der Zustände mitzuarbeiten.

Abg. Richter fragt was werden solle au» den Actien, aus den Milliarden der Sparkassm, welche Arbeiter gespart habe. Das Eigen- tbum der kleinen Leute müsse versichert roerben. Man habe die stärkste Zwangsgewalt in dem Zukunftsstaate nöthig, das sei der Arbeitszwang bei Strafe der Verhungerung; ein Turnus in der Autorität sei undenkbar, eS werde auch heute von der Socialdemokratie nicht durchgeführt: an der Spitze feien immer nur Bebel, Singer und Liebknecht und niemals andere. Ohne Bismarcks falsche Politik wäre die Socialdemokratie nie soweit gekommen. Durch die dicke Schale der Partei lasse sich der faule Keim immer mehr erkennen, da« sei der Werth der viertägigen Debatte.

Fortsetzung Dienstag.

die Regelung der Sonntagsruhe tm Handelsgewerbe 13. Die Prüfung der Rechnung der Stadt Gießen für 1891/92.

Ter Mäuueeturuverei» feierte am letzten Samstag fein diesjähriges Winterfest unter größtmöglicher Be­theiligung feiner Mitglieder in Steins Garten, deffen Räume sich fast als zu eng erwiesen. Einem besonder- für de» Abend gedichteten Prologe, der ein schönes Gleiberg-Marche» mit dcm am Feste aufzuführenden Landsknechtreigen verwob, folgte der von einem Mitgüede combtnirtc Fesrreigen der Männerriege. ES war eine Lust, die auS alteren und alte» Herren bestehende Schaar von 32 Personen in kräftiger Jugendfrische ihre Stabübungen zu den verschlungenen, de« Texte des dazu gesungenen LiedeS angepaßten Gangliniea ausführen zu sehen. Die Präcision, mit welcher der herrliche Landsknechtreigen, sowie der wundervolle Kosackentanz zur Aus­übung kamen, gereichte dem Vereine nicht zu geringerer Ehre, als die von einer activen Riege geturnten Hebungen an Reck und Barren, welche Zeugniß dafür ablegten, daß der Männertumverein nicht nur darauf sieht, was geturnt wird, sondern auch ganz besonders darauf, wie es geschieht. Eine angenehme Abwechselung in dem reichen turnerischen Theil bot das schöne Duett: Barcarole. Der darauf folgende Ball zeigte eine außerordentlich große Zahl von Theilnchmern, und soll die Paare biß zu früher Stunde unterhalten haben, während der folgende Mittag die Mitglieder nodi einmal zu frohen Stunden im Sckützcnhause vereinigte. Mögen solch gute Geselligkeit mit eifrigem Turnen in dem Männerturn­vereine auch fernerhin gepaart bleiben. Gut Heil!

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