Ausgabe 
8.1.1893 Erstes Blatt
 
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Im Auslande haben sich keinerlei neue Ereignisse von Bedeutung zugetragen. In Oesterreich gehen die Finanz­operationen aus Anlaß der österreichisch-ungarischen Valuta- regulirung, nachdem sie zuerst aus einige Schwierigkeiten gestoßen sind, nunmehr glatt von Statten. In Ungarn regt sich bereits jetzt die clericale Opposition gegen die geplante Einführung der obligatorischen Civilehe. In Argentinien nimmt der in der Provinz Carrientes aus­gebrochene Aufstand eine immer weitere Ausdehnung an.

Deutscher Reich.

Berlin, 6. Januar. Der Bundesrath beschäftigt sich gegenwärtig auf Antrag Bayerns mit der gesetzlichen Rege­lung einer Einschränkung des Hausirhandels. Die Gewerbeordnungsnovelle vom 1. Juli 1883 hatte Verschärf­ungen für den Gewerbetrieb im Umherzi-hen vorgesehen, jedoch war daraus eine Einschränkung des Hausirhandels nicht erreicht worden. Im Gegentheil, seitdem hat der letztere an Umfang stets zugenommen. Im Jahre 1884 wurden im deutschen Reiche 212,341 Wandergewerbescheine für Hausirer ausgestellt - 1885:215,272, 1886: 219,132, 1887: 220,770, 1888: 222,900 und 1889: 226,511. In diesem verhält- nißmäßig kurzen Zeitraum hatte sich demnach die Zahl der Hausirer um 6,67 Procent vermehrt. Die Erweiterung hat sich jedoch nicht etwa gleichmäßig oder annähernd gleichmäßig über sämmtliche Einzelstaaten erstreckt. Es gibt vielmehr eine große Anzahl Bundesstaaten, in denen die Zahl der Hausirer abgenommen hat, so Baden, Mecklenburg-Schwerin und auch Bayern. In Bayern betrug im Jahre 1884 die Zahl der für Hausirer ausgestellten Wandergewerbescheine 20,663 und 1889 nur 19,131. Dafür hat sich in anderen Bundesstaaten die Hausirerzahl um so stärker vermehrt. In Preußen ist sie in denJahren 18841889 von 117,570 auf 126,460 gestiegen. Die stärkste Zunahme in der Hausirer­zahl hat jedoch von den größeren Bundesstaaten Hessen aufzu­weisen, wo die Zahl von 2778 auf 6323 oder um 127 Procent gestiegen ist. Hessen zunächst kommt Elsaß- Lothringen, in welchem 1884 noch 8919, 1889 schon 11,589, d. h. in letzterem Jahre um nahezu 30 Procent mehr als im ersteren Hausirscheine ausgegeben wurden.

Berlin, 6. Januar. Der angekündigte Besuch des Großfürsten Thronfolgers Nicolaus von Ruß­land am Berliner Hofe anläßlich der Vermählung der Prinzessin Margarethe von Preußen gilt jetzt als sicher. Es verlautet in politischen Berliner Kreisen, daß der russische Thronfolger zugleich ein Handschreiben seines kaiserlichen Vaters an Kaiser Wilhelm überbringen werde, welcher Vor­gang, sollte er zur Thatsache werden, allerdings die dem be­vorstehenden Besuche des erlauchten Gastes zugeschriebene politische Bedeutung erkennen lassen würde.

Norreste Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Berlitz, 6. Januar. Heute Abend fand beim Reichs­kanzler ein Diner statt, an dem der Kaiser theilnahm. Bei Tische saß dem Kaiser gegenüber der Reichskanzler, rechts vom Kaiser der Ministerpräsident Eulenburg, links der Staats­minister Bötticher. Zur Linken des Reichskanzlers befand sich der Botschafter General Werder, rechts General Hahnke. Anwesend waren ferner der Kriegsminister, die Staatssecretäre Stephan, Marschall und Maltzahn, der Admiral Goltz, Geheime- rath Lucanus, Staatsminister Delbrück, Oberhofmarschall Eulenburg, Präsident Levetzow, Generalstabschef Schlieffen, Ministerialdirector Reichardt, sowie mehrere Gesandte und Bundesrathsmitglieder. Der Kaiser verweilte in ausgezeich­neter Laune im Reichskanzlerpalais bis nach 11 Uhr.

Berlin, 6. Januar. Eine öffentliche Volksversammlung beschäftigte sich gestern Abend mit dem Erlaß des Cultus- Ministers Dr. Bosse, wonach Dissidentenkinder ge­

denken, dieses thatenlose Leben als verzogenes Schloßfräulein hier weiterzuführen."

Wie meinst Du, Tante?" stotterte Isa todtenbleich, Onkel Alfred will mich nicht von sich lassen."

DaS geht aber nicht!" rief Sophie erregt,Deine Er. ziehung hat ihm viel gekostet und Du darfst nicht annehmen, fortan als seine Tochter Dich im Leben amüsiren zu können. Nein, mein Kind, das geht doch nun einmal nicht."

Isa fuhr empor, todtenbleich, an allen Gliedern zitternd, und deutete mit den Fingern hinaus/ offenbar hatte sie die letzten bösen Worte gänzlich überhört.

Was ist das Tante, um Gotteswillen, sie bringen eine Tragbahre und des Onkels Pferd"

Pinsel und Palette sielen zur Erde, Isa flog aus dem Zimmer die Treppe hinab zur Hausthür gerade in dem Moment, als man die Bahre zur Erde setzte- auf derselben lag Herr v. Waldstein, bleich, leblos und von der Schulter deS herabhängenden rechten Armes quoll das Blut hervor.

Allmächtiger! Was ist geschehen?" frug Isa in ver- löschendem Tone und sank nieder neben dem geliebten Oheim, seine linke Hand mit heißen Küssen bedeckend.

Ebenfalls todtenbleich trat der Jnspector näher.

O, gnädiges Fräulein, dieses Unglück! Der gnädige Herr ist von einem umstürzenden Baume an der Schulter getroffen worden, ehe auch nur einer von uns zusprtngen konnte. Ich habe schon nach dem Arzte gesandt und wir wollen nun den Patienten ins Zimmer tragen."

Jetzt war auch Fräulein von Waldstein klagend und jammernd herbeigekommcn und hatte die Leute mit einer Fluth von Schmähreden überhäuft, so daß der Kranke, mühsam die Augen aufschlagend, sagte:Sophie sie sind ohne jede Schuld"

Als der Arzt erschien und die Dame sich zu ihm wandte, runzelte er die Stirn und sagte nicht allzu verbindlich:Zu- erst meine Gnädige, werde ich Sie ersuchen müffen, Fräulein Isa und mich mit dem Patienten allein zu laffen. Ich werde

zwungen werden, confessionellen Religionsunter­richt zu besuchen. Die Versammlung war von 500 Personen, darunter vielen Frauen, Unabhängigen und Anarchisten, besucht. Das Referat hielt der socialdemokratische Stadtverordnete Vogtherr. Es gelangte eine Resolution zur Annahme, welche die enrschiedene Mißbilligung des ministeriellen Erlaffes auS- sprich'^,

ttzelseukircheo, 6. Januar. DerGelsenkirchener Zeitung" zufolge beschloß eine zweite große Bergarbeiter-Ver­sammlung, am Montag den Strike zu beginnen.

Saarbrücken, 6. Januar. In den Gruben Dilsburg und Wellesweiler sind die Belegschaften wieder vollzählig angefahren. Aus Reden wird von heute berichtet: Zahlreiche auswärtige Arbeiter, die zu Beginn des Ausstandes in ihre Heimath gegangen waren, kehrten mit den Eisenbahn­zügen zurück und nahmen die Arbeit wieder auf.

Paris, 6. Januar. Für den Fall, daß Baihaut wegen Handlungen, die er als Minister im Jahre 1886 begangen hat, vor den Senat als Staatsgerichtshof gestellt werden sollte, müßte die Regierung die betreffenden Handlungen zur Kenntniß der Kammer bringen, der es obliegen würde, eine neuerliche Untersuchung des Falles vorzunehmen, bevor sie den Angeschuldigten dem Gerichte übergibt. Die Kammer würde hierbei auf Schwierigkeiten stoßen, weil kein Gesetz besteht, das das Verfahren der Voruntersuchung und der An­klage im Einzelnen regelt. Die Abendblätter behaupten, Baihaut habe 1886 als Arbeitsminister den amtlichen Be­richt des Ingenieurs Rousseau, welcher den Panama Canal als nahezu unausführbar und seine Kosten als unübersehbar bezeichnete, mit Beihilfe BlondinS und der Panama-Admini- stratoren gefälscht. Der damals imTemps" veröffentlichte, als offiziell bezeichnete Bericht besagt, der Panama-Canal würde 1892 vollendet werden und nicht mehr als zwei Milli­arden kosten.

Liverpool, 6. Januar. Um Mitternacht brach in einem sechsstöckigen Speicher in Jumper Street, der hauptsächlich mit Baumwolle angefüllt war, Feuer aus, das erst heute Mittag bewältigt wurde. Nahezu 11,000 Baumwollballen sind verbrannt. Der Schaden wird auf 200,000 Lstr. ge­schätzt. Zwei Feuerwehrleute sind umgekommen.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 6. Januar. In der gestrigen Versammlung zahlreicher deutscherHandels-undBörsenvor stände, welcher Geheimerath Frenzel präsidirte, wurde der von der Berliner Aeltesten-Commission vorgelegte Entwurf gegen die Börsensteuer berathen und mit einigen Zusätzen angenommen. Gleichzeitig wurde beschlossen, die in der Frankfurter Petition niedergelegten Anschauungen zu billigen und dies dem Reichs­tage mitzurheilen.

Saarbrücken, 6. Januar. Der Strike dauert fort. In der Nähe von Neunkirchen kam es zu Excessen zwischen Ausständigen einerseits und Beamten und arbeitenden Berg­leuten andererseits. Der Oberpräsident bewilligte heute den Empfang einer Deputation in Coblenz, nachdem das Comitü der Strikenden den Landrath um Vermittelung gebeten hatte. Die Bergleute Berwanger, Bachmann und Kron wurden heute verhaftet. Die gestern stattgehabte Frauenversammlung for­derte auf, weiterzustriken.

Essen, 6. Januar. Die Bergleute hielten heute eine Versammlung ab, in welcher beschloßen wurde, den Berg- arbeiterstrike im Saarrevier zu unterstützen. Am Sonntag wird eine Versammlung der Vertreter der Bergleute Näheres beschließen.

Esten, 6. Januar. Eine heute hier stattgehabte, zahl­reich besuchte Bergarbeiter-Versammlung erkannte in einer Resolution die Berechtigung des Ausstandes im Saar­revier an und beschloß, die Kameraden an der Saar mit allen Kräften zu unterstützen. Ein gleichzeitig ernanntes Comitv soll die Stimmung der Bergleute im Essener Revier

den Bader aus dem Dorfe noch kommen laffen, Herr von Waldstein muß chloroformirt werden, ehe ich die stattgefundene Quetschung untersuchen und verbinden kann."

O nein, ich kann viel eher Ihnen helfen als Isa, die so völlig unerfahren ist."

Ich will es versuchen, lassen Sie das Fräulein immer- hin hier, ich werde Sie benachrichtigen, wenn es so weit ist."

Nun folgte eine trübe, schwere Zeit. Das Wundfieber trat mit solch ungewohnter Stärke und Consequenz auf bei dem Patienten, daß der Arzt erstaunt und bedenklich den Kopf schüttelte.

Wo soll das hinaus," murmelte er vor sich hin,die Kräfte auch des Gesündesten halten solche hohe Temperatur nicht aus und ich habe keine Mittel mehr dagegen. Es hilft alles nichts."

Bleich, angstvoll, aber doch ruhig und besonnen saß Isa Tag für Tag am Bette des Onkels, um ihn voll rührender Liebe und Hingebung zu pflegen. Kein Mensch außer ihr verstand es so gut, ihn zu verbinden, die Kiffen zurechtzurücken und das Fiebermittel einzutropfen- wenn sie sich über den Kranken beugte, hellte sich sein Antlitz auf, er lächelte schwach.

Fräulein Sophie war empört über diesen Eingriff in ihre Rechte, aber kein heftiges Wort, keine boshafte Be- merkung verscheuchte Isa- sieblieb auf ihrem Posten, da auch der Arzt es energisch verlangte.

Nur wenn Herr v. Waldheim schlief, wenn alles umher still geworden, kniete das junge Mädchen an seinem Lager nieder und weinte bitterlich- sie sollte ja fort von hier, wo sie gemeint, eine Heimath zu finden , sollte hinaus m d,e Welt, welche so fremd und kalt vor ihr lag. Aber sie war nicht Onkel Alfreds Kind, sondern nur eine Waise, die er hatte erziehen laffen.

(Fortsetzung folgt.)

erforschen. Eine definitive Beschlußfaffung erfolgt in der für Sonntag anberaumten Versammlung. Verschiedene Redner schlugen einen sehr gereizten Ton an und rietben zum Strike, andere riethen entschieden davon ab. Heute Nachmittag finden in Dortmund und Gelsenkirchen Versammlungen statt.

Lübeck, 6. Januar. In Oldesloe wurde der frühere Artillerist Fuchs verhaftet, weil derselbe zwei Patentzünder entwendet und dieselben einer auswärtigen Macht angeboten hatte. Einer der entwendeten Patentzünder wurde bei Be­kannten des Fuchs in Lübeck aufgefunden.

Paris, 7. Januar. Die Untersuchungs-Commission stellte fest, daß die Petittonen zu Gunsten der Panama-An­geklagten von selbst inscenirt worden sind. Der Sohn Jules Simons soll hervorragend dabei betheiligt und be­stochen worden sein.

Paris, 7. Januar. Das Antisemiten-Meeting in der Vauxhall gestaltete sich zu einer großen Demonstration für den Ehrenpräsidenten Rochefort. Drumont und Marquis de Morös entwickelten das sociale Programm und forderten die Rückgabe alles unreell erworbenen Vermögens, des ge­summten in Händen der Juden befindlichen Capital- und die Abschaffung der bürgerlichen Rechte für die Juden. Zwei­hundert Polizisten waren zur Aufrechterhaltung der Ordnung aufgeboten.

Algier, 7. Januar. Große Schwärme von H e u s ch r e ck c n verwüsten den Norden.

Locales unt ^provinzielles.

Gießen, den 7. Januar 1893.

Neues Theater. Vor einem zahlreich erschienenen Publikum gelangte Freitag als letztes Gastspiel deS Hof­schauspielers Herrn HackerZopf und Schwert", Lust­spiel in 7 Abtheilungen von Karl Gutzkow, zur Aufführung. Zopf und Schwert" wurde 1843 geschaffen und ist ein klassisches Musterstück. Zu Grunde liegt die historische That­sache der Vermählung der Prinzessin Wilhelmine, der ältesten Tochter König Friedrich Wilhelms I. von Preußen, der Lieb lingsschwester Friedrichs II., mit Friedrich, nachmaligem Mark­grafen von Bayreuth, nachdem sich der Plan der Verheirathung mit dem Prinzen von Wales zerschlagen hatte. Die Charaktere des Lustspiels sind alle sehr scharf gezeichnet- sie tragen mehr oder minder das Gepräge und die Färbung, die ihnen die Geschichte verliehen hat, aber verklärt vom Hauche der milden verschönernden Poesie. Es tritt dies schon in der Zeichnung deS Erbprinzen hervor, so vor allem in der Person des Königs. Dieser tritt im Stücke auf wie ein mächtiger Dorfschulze auf dem Thron. Um aber auch den König uns etwas vorzu­führen, hält am Schluffe der Erbprinz von Bayreuth eine mächtige Lobrede auf seinen Charakter und seine Thaten. Der Schluß ist überhaupt etwas matt, nicht genügend morivirt, und, so schön er ist, poettsch unwahr. Doch ist das Drama mit so viel feinem Humor ausgestattet, daß es immer wieder einige heitere Stunden frohen Genusses schaffen wird. Die Worte des Erbprinzen von Bayrenth am Schluß deS ersten Aufzuges:DaS giebt eine Comödie, wie sie lustiger an einem Hose noch nicht gespielt worden ist," enthalten die beste Kritik des Lustspiels. Die Darstellung der durchweg dankbaren Rollen durch das gestrige Ensemble ist eine vorzüg­liche zu nennen. Natürlich war es Herr Hacker, de, als Erbprinz von Bayreuth wieder einen durchschlagenden Erfolg erzielte. Der Künstler besticht schon durch sein einnehmendes Aeußere, sein geistvolles Auge, seine schöne, edle Sprache. Dazu kommt seine Routine, ein wechselvolles, auödruckSfähigeS Geberden- und Mienenspiel, wenn auch in letzterem manchmal des Guten zu viel gethan wurde. Seine aufmerksame, zuvor- kommende, vornehm distinguirte Haltung brachte den Gegensatz zwischen dem Berliner Hof und dem zu Versailles recht grell zum Ausdruck. Sein Spiel begeisterte die Zuschauer und wurde durch kräftigen Beifall und Hervorrufen gelohnt. Herr Martieusen spielte den König Friedrich Wilhelm. Der hausbackene Tyrann wurde, abgesehen von dem etwas modernen Krückstock, mit so viel Wahrheit und Humor zur Darstellung gebracht, daß wir den alten König leibhaft,g vor uns zu sehen glaubten. Frau Coppv hat leider daS tragische Geschick, in solchen Rollen etwas komisch zu wirken. Auch gestern konnte von ihr nicht das Wort gelten:Jeder Zoll eine Königin." Bei ihren Hofdamen, auf deren Alter ausdrücklich hingewiesen wird, hätten wir durch entsprechende Maske die schöne Wirklichkeit lieber in eine täuschende Wahrscheinlichkeit verwandelt gesehen. Herr Halpern sand sich mit seiner Rolle als Ritter Hotham sehr gut ab, nur hatten wir einen klareren, helleren Ton in seiner Sprache gewünscht. Die Rolle des Kammerdieners lag in den Händen von Herrn Rupp. Es war wieder eine Rolle, deren Erfassen und Wiedergabe dem Künstler immer gelingt. So auch gestern. Mit welch anmaßender Selbstschätzung, die ihre Wirkung denn auch nicht verfehlte, sprach er die Worte:Ich bin Eversmann!" Frl. Coppö als SonnSseld, Dame der Prinzessin, war die in die königlichen Gemächer verpflanzte Soubrette. Durch ihre nette Erscheinung, ihr frisches, heiteres Spiel gewann sie Aller Sympathien und Beifall. Last not least gedenken wir hier des Frl. Brünner, die nicht wenig zum Gelingen der Vorstellung beitrug. Ihre vornehme Einfachheit und Haltung harmonirte mit dem Geiste ihrer Rolle. Ihre Sprache und Geberden waren edel und vor­nehm- eine weise Mäßigung durchzog ihr Spiel. Hervorzu» heben ist, daß sie ihrer Hofdame die Würde einer Prinzessin klar macht, ohne in den hier naheliegenden Fehler des pathetischen ToneS zu fallen. Der Beifall deS Publikums äußerte sich in begeistertem Hervorrufen der Künstlerin nach dem dritten Acte. Zu erwähnen bleibt noch die als eine der schönsten und gelungensten, ctn der alle Mit­spieler gleichen Antheil hatten.

K. NeueS Theater Nach dem künstlerisch erfolgrelchea Gastspiele des Herrn Georg Hacker auS Darmstadt komuck morgen Sonntag, den 8. Januar die überall beliebte und bekannte classische PosseLumpaci Dagabun du ö oder