Ausgabe 
7.10.1893 Erstes Blatt
 
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Aron Bachrach der Bankier W. nur ein höchst mangelhaftes I meister Trautmann zu Rimbach, erhielt nur 12 Stimmen

anstatt des Neu Boom

Im Wahlkreis Höch ft-König wurde Bürgermeister Haas von Hainstadt gewählt. Derselbe war dem Vernehmen nach Candidat der Antisemiten.

Neustadt 11 (früher Bob) wird nicht beanstandet, deSgl. wird die Bedürfnißfrage bejaht bezüglich der Gesuche des Herrn Andr. Sorgenfrei um Ertheiluug der Concesfion zum Wirthschaftsbetrieb in derReichshalle" an der Rodheimer- straße, sowie des Gesuchs des Herrn Joh. Hermann um Ertheilung der Concession zum Verkauf von Branntwein über die Straße aus dem bisher von Herrn Ferd. Hofmann be­triebenen Ladengeschäfte am Seltersweg.

j kein Pandamonium beschworen, sie hatten sich nicht in uoer- I gründliche Weltenrathsel vertieft, sie arbeiteten nicht mit er» I künstelten Sceneneffetten oder einer rafsiniNen Theatermache. I Wie jene Sennerin auS dem bayerischen Hochgebirge energisch I dagegen Front machte, als Gnädige, Fräulein, Jungftau oder I Mädchen titulirt zu werden und einfach sagtenIch bin halt I a Diandl", so war daS gestrige Stück halt ein Schwank mit I allen Ungereimtheiten, Unwahrscheinlichkeiten und witzigen I Bonmots, die einmal für die Existenzberechtigung dieser I theatralischen Aftermuse erforderlich sind. Allerdings entbehrt I die Grundidee nicht der Originalität und wäre daS Stück I bei einiger Vertiefung der Charaktere, bei Vermeidung mancher I sogenannten drastischen Stellen und größerer Logik der ein» I zelnen Vorgänge, die lose aneinandergereiht sind und sich nicht I gegenseitig ergänzen re., ein ganz pasiableS Lustspiel geworden. I Der Inhalt wurde als eine Notiz derHamburger Nachr." I bereits an dieser Stelle mitgetheilt. Ueber die Aufführung, I die durch die Heranziehung der längst ersehnten ZwischenactS- I musik auch nicht unter ermüdenden leeren Pausen zu leiden I hatte, läßt sich nur LobenSwertheS sagen. Der alte Maifeld I nebst Tochter fanden in Herrn Niemeier und Frau I ReinerS eine gelungene und eindrucksvolle Verlebendigung. I Herr Stückel wußte schon durch seine vortreffliche MaSke I den gehörnten Ehefimpel wirkungsvoll zu gestalten. Frau ! Wehn (Auguste Maifeld) war in Erscheinung und Spiel so recht der Typus der alten Jungfer, welcheGott sei Dank" kein Mann unglücklich gemacht hat. Herrn ReiffS eigener I Individualität schien die Rolle deS Gutsbesitzers angepaßt zu sein, denn diese kühle Ueberlegenheit, diese trockene Gleich» gültigkeit war wirklich Natur. Daß Frau Julie Willberg nur geheirathet hat, um ledig zu bleiben und ihrem Ehemann Hörner von allen möglichen Dimensionen auffetzt, wußte Fräulein Schumann glaubhaft zu machen, ohne einen Moment ihre sittenstrenge Miene außer Acht zu laffen. Herr Deubner (Arthur von Kittwitz) muß sich einer besseren, schärfer markirten Aussprache befleißigen. Die kleineren Rollen waren angemessen besetzt.

** Sitzung de8 Schwurgerichts der Provinz Oberhessen vom 5. und 6. October 1893. Zur Verhandlung kommt die , I Strafsache gegen Kaufmann Aron Bachrach von Gießen wegen I I betrüglichem Bankerutts und Betrugs. Die Anklage vertritt ' der Großh. Staatsanwalt Clement, die Vertheidigung führt Herr Rechtsanwalt Dr. Stein, als Geschworene wurden auSgeloost die Herren Ludwig Horst, Hermann Schmidt HL, Georg Haas IL, Johannes Fink, Wilhelm Bloch, Johann Heinrich Müller II., Christian Faß, Conrad Eckstein, Philipp Karl Brück, Heinrich Wilhelm Alles, Martin Hammel und Johann Schäfer II., sowie Herr Karl Trapp als Ergänzungs­geschworener. Der Kaufmann Aron Bachrach von Gießen ist angeklagt, daß er a) in der Zeit von Januar 1887 bis October 1892 zu Gießen als Schuldner, welcher feine Zah- fangen eingestellt und über dessen Vermögen das ConcurS- verfahren eröffnet worden ist, entgegen der Bestimmung des I Handelsgesetzbuchs unterlassen habe, die Bilanz seines Der» I mögens in der vorgeschriebenen Weise zu ziehen und sodann I in der Absicht seine Gläubiger zu benachtheiligen, Vermögens- I stücke verheimlicht oder bei Seite geschafft, Handelsbücher zu I führen unterlassen, deren Führung ihm gesetzlich oblag und seine Handelsbücher vernichtet oder verheimlicht oder so ge- I führt und verändert habe, daß dieselben keine Uebersicht deS I Dermögensftandes gewähren, b) im August 1892 zu Gießen I in der Absicht, sich einen rechtswidrigen Vermögensvortheil zu I verschaffen, das Vermögen des LandwirthS Nicolaus Romeiser I zu Steinau dadurch um den Betrag von 993 Mk. 32 Pf. I geschädigt habe, daß er in demselben durch die Vorspiegelung I falscher und die Entstellung und Unterdrückung wahrer That» I fachen einen Jrrthum erregte. Aron Bachrach gründete I im September 1886 in Gießen ein eignes kaufmännisches I Geschäft mit Butter und Producten unter der Firma I A. Bachrach". Sein Vater galt allgemein als ein sehr I reicher, tüchtiger und vorsichtiger Geschäftsmann, weshalb dem I Aron Bachrach bereitwilligst von hiesigen Bankgeschäften Credit I gewährt wurde, zumal er bald nach der Eröffnung seines I Geschäftes sogenannte Bankwechsel mit den Accepten der I Industrie» und Commerzbank, der Firmen Mauer & Plaut I in Cassel und der Firma L. Pfeiffer daselbst versehen, bei I hiesigen Bankiers discontiren ließ. Anfangs stand er mit I dem Bankhaus A. H. dahier in Verbindung und schon während I derselben und nachdem sie im Jahre 1890 gelöst worden war, I mit den Bankhäusern der Herren W. und R. dahier. Außer I den Bankwechseln diScontirte er seine Waarenwechsel, d. h. I Wechsel, die er zur Einkassirung seiner Forderungen für I Maaren auf seine Abnehmer gezogen hatte und endlich auch I Wechsel, die er auf dritte Personen zog, ohne daß diese ihm I etwas schuldeten. Der Discontoverkehr war ein sehr leb» I Hafter, denn Bachrach hatte in der Zeit vom 10. September I 1890 bis 21. September 1892 den Betrag von 532462 Mk. I 35 Pf. zur Discontirung gebracht. Trotz deS UmfangS des I Maaren- und Geldgeschäfts und obwohl Aron Bachrach mit I den Bankiers einerseits und der Firma E. Bachrach in Neu- I stadt andrerseits in dem regsten geschäftlichen Verkehre stand I und ganz erhebliche Summen und Waarenposten umgesetzt I wurden, war die Buchführung deS A. Bachrach in Gießen I und der Firma E. Bachrach in Neustadt derart mangelhaft, I daß die; Bücher weder unter sich, noch mit den Auszügen der I Bankiers übereinstimmten und daß in dem Hauptbuch deS ]

und die Firma E. Bachrach überhaupt kein Conto hatten und daß im Jahre 1892 von Aron Bachrach nur noch eine Kladde geführt wurde, während er Th eile feines CopierbuchS herauS- riß und zubesonderen Zwecken" verwendete. Er hatte Wechsel im Gesarnrntbelrage von 532462 Mk. 35 Pf. diS» contirt und nach Abzug deS DiöcontS an die Bankiers baar vereinnahmt 526424 Mk. 45 Pf. nach seinen Kassebüchern sind von diesen TranSactionen nur 164439 Mk. 42 Pf. in Eingang gestellt, so daß sich ein Fehlbetrag von 361985 Mk. 2 Pf. ergibt. Sehnlich wie die Kasseeinnahmen nicht ober

Im Wahlkreis Wöllstein wurde nationalliberalen Bürgermeisters Michel von

CocaUs rrnd provinzieller,

Vietze», 6. October 1893.

Zur Wasserversorgung. Im nichtöffentlichen Theil der gestrigen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung hat dieselbe unter Anderem auch einstimmig genehmigt die Er- weiterung der Quellwasserversorgung nachdem speciellen Project und Voranschlag des Oberingenieur S ch m i ck in Frankfurt a. M., und den darauf bezüglichen mit der Gemeinde Qu eckborn abgeschlossenen Vertrag über Ab­tretung des erforderten Quellgebietes.

Nach den auf Großh. Bürgermeisterei uns gemachten Mittheifangeu ist auf dem betreffenden Gebiet in der trockensten Zeit dieses Sommers noch ein täglicher Erguß von rund 5500 cbm als vorzüglich analysirteu QuellwafferS nach» gewiesen, wovon zunächst auf dem von der Gemeinde Queck- born erworbenen Gelände bis zu 3000 cbm gefaßt werden sollen. Bei der Lage und Entfernung des Ortes Queckborn (der nach vorstehenden Zahlen seinen Namen wirklich nicht umsonst führt) und bei der von der stLdtischen Verwaltung gestellten Forderung, daß das erweiterte Wasserwerk auf der schönen Aussicht noch eine Druckhöhe von mindestens 20 m gewährleiste, war eine künstliche Hebung des dortigen Quell» Wassers um rd. 70 m ebensowenig zu vermeiden wie bei dem Concurrenzproject einer Grundwasserversorgung auS dem Lahnthal. Die ganzen Anlagen für Fassung, Förderung, Fortleitung und Aufspeicherung des Queckborner Quellwassers sind zunächst auf einen täglichen Maximalbedarf von bis zu 3000 cbm berechnet (neben dem Erguß der seither ausschließlich benutzten Quellen im Sicher Wald und bei Großenbuseck), sodaß bei der üblichen Annahme eines Tagesbedarfes von 100 Liter pro Kopf der Bevölkerung die letztere schon auf 35 000 Einwohner steigen dürfte, ohne eine übrigens leicht 8U vollziehende Erweiterung des neuen Werkes zu erfordern. Zunächst dem Orte Queckborn ist das Maschinenhaus geplant, welches die erforderlichen beiden Pumpmaschinen von ; je 25 Pferdestärken und deren Kessel von je 45 qm Heiz- i fläche aufzunehmen bat; von da soll das Wasser über die I Kreisstraße und die Grünberger Staatsstraße nach Gießen geleitet werden in 275 mm weiten gußeisernen Röhren mit verschiedenen Auslaufkammern und einer kürzeren Cementrohr» strecke von der Ganseburg gegen die Stadt. Nahe der Ge­markungsgrenze Gießen Annerod ist ein neuer Hochbehälter (von gleichfalls 3000 cbm Fassungsraum) geplant, von wo aus die eine Leitung nach dem alten Hochbehälter, die andere direct nach dem höher liegenden Theil der Stadt verläuft, weil für die Folge das städtische Versorgungsgebiet in ein auS dem alten Hochbehälter am Nahrungsberg gespeistes Niederdruck- und in ein direct von dem neuen Behälter ge­speistes Hochdrucknetz zerfällt, welche beide an den ungünstigsten Stellen noch über 20 m Druckhöhe aufzuweisen haben, zudem unter sich verbunden werden können.

DaS VertheilungSnetz in der Stadt ist so geplant, daß I so gut wie gar keine Veränderungen in den vorhandenen Leitungen, vielmehr im Wesentlichen nur Ergänzungen der- I selben durch die neuen Straßenzüge erforderlich werden.

Für den Geländeerwerb in Queckborn sind zunächst rund I 82000 Mk. aufzuwenden, abgesehen von der der dortigen I Gemeinde zugestandenen Wafferabgabe von täglich bis zu I 100 cbm auS der Gießener Wasserversorgung; die Ausführung I des Projektes (bis zur Grenze deS Bebauungsplanes) wird I voraussichtlich ebenso wie die vorauSgegangenen Untersuchungen I und Projectirungen in die Hände deS Oberingenieur Schmick I und seines Sohnes, des Regierungsbaumeisters Schmick in I Frankfurt a. M. gelegt werden.

Abgesehen von den Kosten des Geländeerwerbes und I denjenigen der Projectirung und Bauleitung sind die gesummten I Baukosten auf rd. 500000 Mk. veranschlagt, worunter sich I übrigens rd. 90000 Mk. befinden für die unter allen Um» I ständen demnächst geboten gewesene Ergänzung des Stadt- I rohrnctzeS.

Soferne keine unverhofften Hindernisse eintreten, denkt I man noch im kommenden Sommer in den Genuß des er- I weiterten Wasserwerkes zu kommen, und man beabsichtigt, von [ da ab alsbald eine erhebliche Ermäßigung des Wassergeldes I (voraussichtlich zunächst von den derzeitigen 30 auf 20 Pfg. I pro Cbm.) eintreten zu lassen.

Die Sladtverordneten-Versammfang aber beglückwünschen I wir zu ihrem energischen und weitsichtigen Anfassen der I wichtigen Frage, womit dieselbe neben der Befriedigung der I Gegenwart ganz besonders auch noch den Dank der kommenden I Jahrzehnte sich erworben hat.

** Do» der Universität Seine Königliche Hoheit der I Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 19. August I den außerordentlichen Professor Vr. Gotthold Gundermann I zu Jena zum ordentlichen Professor in der philosophischen I Facultät der LandeS-Universität mit Wirkung vorn 1. October I 1893 an zu ernennen und in der gedachten Eigenschaft zu I berufen.

* Kirchliche Die»ß»achrichte». Arn 30. September wurde dem PfarramtScandidaten Friedrich Köhler von I Ober - Seemen die evangelische Pfarrstelle zu Hillesheim, I Decanat Oppenheim, an demselben Tage dem Pfarrer Friedrich I Walter zu Merlau die evangelische Pfarrstelle zu Engelstadt, I Decanat Mainz, übertragen.

J. B. Vene» Theater.Fräulein Frau" von Moser I und Misch. Gestern Abend wurde gelacht und herzlich gelacht. Die beiden Lustspiel - CompagnonS Moser imb Misch hatten I

berg der deutsch freisinnige Bürgermeister Pittha» gewählt.

Im Wahlkreis Alsfeld-Ulrichstein, der seither durch den Abg. Fritz Schade vertreten war, trug der frei* sinnige Landwirth Neeb von Windhausen mit 19 Stimmen

I uur höchst mangelhaft gebucht waren, verhielt eS sich mit br- I KasieauSgaben. Während in Ausgabe 318220 Mk. 58 $ I erscheinen mußten, waren ausweislich des PüdjermateriaL I nur 176109 Mk. 18 Pf. in Ausgabe gestellt. Da der Crtt- I bei den Bankiers für die Geschäfte der Firma E. Bachrrc | und deS Aron Bachrach nicht atiSreichte, so Ueß sich letztere herbei, fogenannte Kellerwechsel anzufertigen und hulc DiScontirung in Umlauf zu setzen. Um dies zu können, eine Täuschung deS Bankiers, der die Wechsel nahm, nöth» theilS Über die Qualität der Wechsel als Kellerwechsel,

I dadurch geschah, daß dieselben aI8 fogciannte Daaren- obr Kundenwechsel auSgegeben würben unter Verschweigung br

I Thatsache, daß sie nur fabricirt waren, wodurch bet tc I Nehmern der irrige Glauben erweckt wurde, daß dies- Wechsel im reellen Handelsverkehr entstanden seien ta­rn Umlauf gesetzt wurden theilS über die CreditsLhsg

I feit deS Ausstellers dieser Wechsel. DieS wurde dadum erreicht, daß neben den Kellerwechseln die Accepte Bankhäuser diScontirt wurden, daß man durch eine gewisser» hafte Lontrole am Verfalltage rechtzeitig für Deckung bc Kellerwechsel sorgte, die man sich durch Ansertigen und Weiter.

I begeben von neuen Sollwechselu verschaffte. Um den Baokir: W. aber ganz sicher zu machen, kaufte Aron Bachrach ut

I ben Ueberschüssen auS den Kellerwechseln von Zeit zu Zeit tx Frankfurt Werthpapiere, die er in feinem Contocorrentverkeft

| bei W. lombardirte. Die Maaren und Kellerwechsel nahm: immer mehr zu, die Bankwechsel immer mehr ab; endlich wurden saft nur noch Kellerwechsel diScontin und mnfee, nachdem W. den Credit gekündigt halte, am 5. Octobc

I 1892 auf Antrag des Aron Bachrach daS CoocurSver> fahren über sein Vermögen eröffnet werden. Einer Passiv, mässe von etwa 70,000 Mk. stand eine Activmaffe Bei <0008000 Mk. gegenüber. Auf die Frage, woraus bin große Unterbilanz zurückzuführen fei, antwortete Bachrach, i» dem er bestritt, in der Absicht, seine Gläubiger zu denachthm ligen, irgend welche Vermögensgegenstände beseitigt oder vrr» heimlicht zu haben, daß er Verluste im Vuttergeschäft erlitte» habe. Am 7. August 1892 kam der Landwirth fr weiser von Steinau nach Gießen in daS Geschäft deS Bachrach, um eine kleine Restforderung einznziehen und bot biefnr 14 bis 15 Centner Butter zum Kaufe an. Aus Rachsucht, erklärte sich Bachrach bereit, dem Romeifer auf die noch u liefernde Butter 1500 Mk. Baarvorschuß zu geben, toogrgm Romeiser dem Bachrach, wie ausdrücklich vereinbart Harte, | lediglich zur Sicherung dafür, daß dieser schon jetzt au* > - noch zu liefernde Butter 1500 Mk. bezahle, einem am 7. dl», oember 1892 fälligen bei Bachrach zahlbaren Wechsel über den Vorschuß von 1500 Mk. auSzahlen sollte. Bachrach er­klärte dem Romeiser, er behandle ihn so coufant, wie ein Bankier, der Wechsel diene nur zu seiner Sicherheit, er werbe denselben nicht in Verkehr setzen und veranlaßte hierdurch mb durch die Thatsache, daß er ohne Ursache viel Geld nachzählte und von seinen großen Geschäftsabschlüssen sprach, den Ro- meiser, ihm die Wechsel zu acceptiren. Bachrach nahm den Wechsel an sich und verschloß ihn- anstatt aber dem Romeiftr den Vorschuß zu zahlen, erklärte er, eS passe ihm nicht mit seiner Kasse, er werde den Betrag bis zum 10. August ein« senden. Statt dessen schickte er nur 399 Mk. 60 Pf. ur) auf telegraphisches Verlangen noch weitere 700 Mk., wogegen Romeiser vom 11. August bis 30. September 1892 564 Piund Butter ä 1 Mk. 3 Pf. und sechs Kübel im Gesammtwerthr von 592 Mk. 92 Pf. lieferte. Bachrach discontirte entgegn- feiner bestimmten Zusicherung den Wechsel alsbald bei Bankier R. und fügte auf diese Weise dem Romeiser, der sein Accett bei R. einlösen mußte, einen Schaden von 393 Mk. 32 ff. zu. Die Verhandlung gegen Bachrach Hvird vorauSllchrl.-ch erst am SamStag beendet werden und werden wir Ian baß Endergebniß mittheilen.

* Ueber die Ergebnisse brr Landtagswahlen ii Hefti liegen z. Z. folgende Nachrichten vor:

Im Wahlkreis Darmstadt (Land) Professor Alexander Friedrich mit 30 Stimmen gegen 10 Stimmen, welche aus Mühlenbesitzer Zeh in Pfungstadt fielen.

Im Wahlkreis Gernsheim Kreiörath H a a - üt Offenbach.

Im Wahlkreis Beerfelden-Hirschhorn-Wimpfen Bierbrauereibesitzer Breimer in Beerfelden einstimmig.

Im Wahlkreis Vilbel Gutsbesitzer Graf Oriola mit 24 Stimmen.

Im Wahlkreis Nidda-Ortenberg Mühlenbesitzer Wilhelm Erk in Nidda.

Im Wahlkreis H o mbe rg > Grün be rg - Ulri ch steil Landwirth Karl Pfannstiel in Hainbach.

Im Wahlkreis Wörrstadt der Bürgermeister Chriß von Wörrstadt.

Im Wahlkreis BenSheim-Zwingenberg Fat» kant Wilhelm Euler in Bensheim mit 24 Stimmen. HS Lehrer Backes in Darmstadt erhielt 8 und Herr Oberbürg» meister Küchler in Worms 3 Stimmen.

Im Wahlkreis Heppenheim-Lorsch Freiherr Gtdes I Dael von Küth-Wanscheid. Der Gewählte ist hervorragendes Mitglied der CentrumSpartei und Führer de< Hessischen Bauernvereins.

Im Wahlkreis Fürth-Reinheim siegte derCandtdat der Amifemüen, Landwirth Philipp Ripper V. zu Pfasse»- beerfurth, mit 25 Stimmen; dessen Gegencandidat, Bürger-

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