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Entdecker die Doering'sche Seisenkrankhejt genannt worden I sein sollte. Dieses Gerücht gab Deranlaffung zur Beunruhigung, umsomehr als Doerings Seife mit der Eule eine ter beliebtesten und verbreiteslen Toiletteseifen der Gegenwart ist. Die angeftellten Recherchen und die Erklärungen Seitens der Herren Aerzte der Dr. Laffar'schen Klinik bestätigen jedoch ganz bestimmt, daß in diesem Institute kein solcher KrankheitS- fall vorgekommen, und daß dortselbst von einer Doering'schen Seifenkrankheit absolut nichS bekannt ist. Es entbehrt dieses Gerücht also jeden wahrhettlichen Untergrundes und hat sich daher auch die angegriffene Firma Doering u. Cie. veranlaßt gesehen, für die Eruirung deS Verbreiters und Autors eine ansehnliche Geld-Prämie auszusetzen.
B. Berstadt i. d. W., 5. September. Die Grumm et- graS- Der st ei gerungen haben bei uns und in der Umgegend hohe Preise gebracht, wesentlich höher als diejenigen im Vogelsberge und in den Thälern der Nidda und Nidder. In unserer Gemarkung liegen etwa 24 Morgen herrschaftliche Wiesen. Sie waren taxirt zu rund 260 Mk., brachten aber etwas über 900 Mk., also mehr als das Dreifache über das Taxatum. Der Morgen Grummetgras ertrug somit ca. 35 Mk., was ein sehr bedeutender Erlös ist. — An demselben Tage, wie bei uns, fanden auch Versteigerungen in Echzell, sowie für die umliegenden Orte, in Gettenau, Blofeld, Leidhecken u. s. w. statt. Hier wurden ähnliche Gebote eingelegt, wie bei unS, die Wiesen waren zu rund 1600 Mk. taxirt, erzielten aber rund 4800 Mk., wonach sich der Morgen auf 38 Mk. stellt. Die Wiesen liegen in der Gemarkung Echzell, Der- städtcr Mark und Haben reichllches gutes Futter. — Für die Gemarkungen Blofeld, Heuchelheim, Gettenau und Leidhecken war das Taxatum 1150 Mk. und der wirkliche Erlös 3000 Mk., also auch beinahe das Dreifache. Aus diesen Zahlen ergibt sich, daß Futternoth nicht mehr vorhanden, daß aber Futtertheuerung nach wie vor besteht. Recht schade ist es, daß wir kein richtiges Grummeterntewetter haben, wodurch die Arbeit viel größer, die Qualität des Futters aber beeinträchtigt wird.
E. Ans dem Horloffthale, 5. September. Bei der gestern in Nidda stattgefundenen Thierschau mit Prämiirung erhielt Oeconom A. Lahm zu Bingenheim den ersten Preis für einen selbstgezogenen Fasel, echter Simmenthaler Gelbscheck. Das Thier wurde sofort von der Gemeinde Steinheim zu 400 Mk. angekauft, um zur Zucht zu dipnen. Wenn man erwägt, daß das OechSchen kaum zehn Monate alt ist und in dieser kurzen Zett einen Werth von 400 Mk. erreicht hat, dann ist das ein Erfolg, mit dem man sehr zufrieden sein kann. Es gibt in Landwirthschaft und Viehzucht immer noch Momente, die die höchste Beachtung verdienen. Man muß sie den Landleuten als nachahmenswerthe Beispiele vorsühren. Was auch gesagt werden mag über schlechte Zeiten und ungünstige Conjuncturen, soviel bleibt gewiß: Fleiß, Umsicht,
Sorgfalt und Sachkenntnisse rentiren sich noch gerade so gut, wie in anderen Jahren.
Aus dem Odenwalde, 1. September. In einem bekannten, oft die Perle des Odenwalds genannten Lust- curort vergnügten sich jüngst einige Herren, darunter ein lediger Rechtsgelehrter, auf das Beste. Dem letzteren gefiel bje schmucke Kellnerin immer mehr und das Verlangen stieg schließlich in ihm auf, von ihren Lippen einen Kuß zu erhalten. Er bot dem Mädchen dafür 500 Mark, welche bezahlt werden sollen, sobald sie in den Stand der Ehe schreite. „Einen Kuß in Ehren kann Niemand wehren" dachte diese und verabreichte das Gewollte. Der glückliche Besitzer des Kuffes ist alsbald seiner Verpflichtung nachgekommen und hat den Geldbetrag hinterlegt. Man ist nun allgemein tzespannt darauf, wem es vergönnt sein wird, diesen Schatz zu heben.
Q Erbach i. O., 5. September. Die Großherzogliche Fachschule für Elfenbein- und Holzschnitzerei sowie verwandte Gewerbe beginnt ihr Wintersemester in dem neu errichteten Fachschulgebäude am Montag den 9. October d. I. Die Lehrfächer bestehen in Zeichnen und Modelliren nach ornamentalen und figürlichen Motiven, Linear- und kunstgewerblichem Zeichnen, in Schnitzen und Drehen in Holz und Elfenbein, in kaufmännischen Bildungsfächern und in Vorträgen über Styllehre. An der Anstalt werden im Wintersemester zwei Lehrer wirken. Der Hauptlehrer, Herr G ö ri g, nimmt die Anmeldungen für den Unterricht entgegen und ertheilt jede gewünschte Auskunft über die Einrichtung der Schule, Schulgeld rc.
Alzey, 2. September. Der Ackerbursche Wieg land, welcher vor 14 Tagen bei Weinheim einen Tüncher aus Offstein erstach, hat nach beharrlichen Versuchen, die Thäter- schäft zu leugnen und den Verdacht auf einen Anderen abzulenken, seine Schuld gestanden.
Mainz, 4. September. Bei der Einfahrt in den Zollhafen rannte ein von einem kleinen Dampfer geschlepptes Sandschiff infolge schlechter Steuerung wider den Prellbock, brach entzwei und versank. Der Schiffer rettete sich durch Schwimmen - der Schiffsjunge sank unter, wurde aber aufgefischt und auch nach längeren Bemühungen wieder zum Bewußtsein gebracht.
Vermischtes.
* Frankfurt a. M., 4. September. Der italienische Arbeitsminister ist gestern hier eingetroffen und hat den hiesigen Bahnhof in Augenschein genommen.
D. Frankfurt a. M., 5. September. Einige schöne
Acquisitionen hat der Zoologische Garten in den letzten Tagen gemacht. Ein Orang-Utang (auf deutsch „Wald- mensch"), der vor Kurzem aus seiner feuchtwarmen Heimath nach Europa gebracht wurde, befindet sich jetzt im Affenhause und erregt als unser bei der Weltentwickelung etwas zurück
gebliebener Detter oder Uronkel daS berechtigte Interesse der Besucher. DaS immerhin noch junge Thier trägt schon ganz das bedächtige, man möchte sagen stoische Benehmen zur Schau, daS diese Affenart von allen Verwandten unterscheidet. Nur der überaus verständige Ausdruck der Augen verräth, daß das Thier an Allem, waS um eS herum vorgeht, lebhaften Antheil nimmt. — Ferner trafen noch fünf Riesenschlangen im Garten ein, zwei junge chinesische Kragenbären und ein Scorpion- auch wurde die Sammlung deutscher Vögel, die während der gesahrvollen Mauserzeit einige Verluste erlitten hatte, wieder complettirt.
Hamburg, 4. September. Bei dem gestrigen Radfahrer-Rennen wurde August Lehr-Frankfurt a. M. im Hundertkilometer-Rennen Erster, Breitling-Mannheim Zweiter.
* Riesa, 4. September. Der beim hiesigen Feldartillerie- regiment dienende Soldat Lauber erschoß seine 21jährige Geliebte, welche er schon vorher durch Gift zu lödten versucht hatte. Darauf feuerte er zwei Revolverschüssc auf sich ab, welche seinen sofortigen Tod herbeiführten. Motiv der That ist Eifersucht und Furcht vor Disciplinarbestrafung.
* Leipzig, 5. September. In der Nähe von Meuselwitz wurde eine Frauensperson ermordet in einem Wasserlache aufgefunden. Die Leiche war völlig entkleidet, der Schädel ist wahrscheinlich durch Hammerschläge zertrümmert. Der Mörder, welcher in Begleitung der Ermordeten gesehen wurde, ist noch nicht ermittelt.
* Leisnig, 5. September. Der Bremser Weißig wurde vergangene Nacht auf einem Wagen des letzten Dresdener Abendzuges mit einer großen Stirnwunde tobt aufge- funben. ES liegt augenscheinlich kein UnglückSsall, sondern eine Morbthat vor, ba am Halse noch eine Stichwunbe gefunden wurde. Die Sache erregt großes Aufsehen.
* Berlin, 5. September. Heute Morgen hat die in der Großbeerenstraße wohnhafte Frau Lück in Abwesenheit ihres Ehemannes ihr sechs Monate altes Töchterchen mit einer dünnen Schnur erdrosselt und sich daraus an einem Spiegelhaken aufgehängt. Als die Leichen gegen 8 Uhr gefunden wurden, war die Leichenstarre bereits eingetreten. Die Leichen sind nach dem Schauhaus gebracht worden. Wahrscheinlich war die Frau geistig gestört, als sie die schreckliche That verübte.
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Das unterschiedlose Bestecken aller Felder mit WarnungSzetchen würde den Truppen nur das Erkennen der werthvolleren Felder er* schweren.^ für etwa entstehende Flurschäden wird aber auch
bei solchen Feldern gewährt, welche mit Warnungszeichen mcht versehen waren.
fahren.
Die zu schonenden Grundstücke sind zu bezeichnen und zwar:
a. die von dem Betreten durch die Truppen überhaupt ausgeschloffenen Gärten, Parkanlagen, Holzschonungen, Pflanzgärten, soweit dieselben nicht als solche abgezäunt oder von weither für Jedermann deutlich erkennbar sind — wie z. B. junge Pflanzungen und Heegen — vermittelst hochstehender Tafeln und Aufschrift auf denselben;
b. die vorzugsweise zu schonenden Felder (Zuckerrüben, Raps, Flachs, Samenklee, Samenrüben u. s. w.) mittelst etwa zwei Meter hoher
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Gießen, den 4. September 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern.
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Bekanntmachung, betreffend die Verhütung von Flurschäden bei den Herbstübungen der Großh. (25.) Division.
Tie zur thunlichsten Vermeidung von Flurschäden geeigneten Maßnahmen werden nachstehend zur allgemeinen Kenntniß gebracht:
1. Die reifen Feldfrüchte sind, soweit ohne Schaden möglich, vor den Hebungen abzuernten und nach der Aberntung möglichst bald elnzu-
Ieikgeöokenes.
Mt. Schlachthaus.
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Die im Abdruck nachstehende Bekanntmachung Großh. Kreisamts sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den wird hiermit ,ur Kenntniß der Grundbesitzer der hiesigen Semattung •«”»
' Flur I Nr. 33 — 106 qm Hofraum in der Mühlgasse,
Flur 1 Nr. 33b — 25 qm Grabgarten daselbst,
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