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7.9.1893 Erstes Blatt
 
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Entdecker die Doering'sche Seisenkrankhejt genannt worden I sein sollte. Dieses Gerücht gab Deranlaffung zur Beun­ruhigung, umsomehr als Doerings Seife mit der Eule eine ter beliebtesten und verbreiteslen Toiletteseifen der Gegenwart ist. Die angeftellten Recherchen und die Erklärungen Seitens der Herren Aerzte der Dr. Laffar'schen Klinik bestätigen jedoch ganz bestimmt, daß in diesem Institute kein solcher KrankheitS- fall vorgekommen, und daß dortselbst von einer Doering'schen Seifenkrankheit absolut nichS bekannt ist. Es entbehrt dieses Gerücht also jeden wahrhettlichen Untergrundes und hat sich daher auch die angegriffene Firma Doering u. Cie. veranlaßt gesehen, für die Eruirung deS Verbreiters und Autors eine ansehnliche Geld-Prämie auszusetzen.

B. Berstadt i. d. W., 5. September. Die Grumm et- graS- Der st ei gerungen haben bei uns und in der Um­gegend hohe Preise gebracht, wesentlich höher als diejenigen im Vogelsberge und in den Thälern der Nidda und Nidder. In unserer Gemarkung liegen etwa 24 Morgen herrschaftliche Wiesen. Sie waren taxirt zu rund 260 Mk., brachten aber etwas über 900 Mk., also mehr als das Dreifache über das Taxatum. Der Morgen Grummetgras ertrug somit ca. 35 Mk., was ein sehr bedeutender Erlös ist. An demselben Tage, wie bei uns, fanden auch Versteigerungen in Echzell, sowie für die umliegenden Orte, in Gettenau, Blofeld, Leidhecken u. s. w. statt. Hier wurden ähnliche Gebote eingelegt, wie bei unS, die Wiesen waren zu rund 1600 Mk. taxirt, erzielten aber rund 4800 Mk., wonach sich der Morgen auf 38 Mk. stellt. Die Wiesen liegen in der Gemarkung Echzell, Der- städtcr Mark und Haben reichllches gutes Futter. Für die Gemarkungen Blofeld, Heuchelheim, Gettenau und Leid­hecken war das Taxatum 1150 Mk. und der wirkliche Erlös 3000 Mk., also auch beinahe das Dreifache. Aus diesen Zahlen ergibt sich, daß Futternoth nicht mehr vorhanden, daß aber Futtertheuerung nach wie vor besteht. Recht schade ist es, daß wir kein richtiges Grummeterntewetter haben, wodurch die Arbeit viel größer, die Qualität des Futters aber beeinträchtigt wird.

E. Ans dem Horloffthale, 5. September. Bei der gestern in Nidda stattgefundenen Thierschau mit Prämiirung erhielt Oeconom A. Lahm zu Bingenheim den ersten Preis für einen selbstgezogenen Fasel, echter Simmenthaler Gelbscheck. Das Thier wurde sofort von der Gemeinde Steinheim zu 400 Mk. angekauft, um zur Zucht zu dipnen. Wenn man erwägt, daß das OechSchen kaum zehn Monate alt ist und in dieser kurzen Zett einen Werth von 400 Mk. erreicht hat, dann ist das ein Erfolg, mit dem man sehr zufrieden sein kann. Es gibt in Landwirthschaft und Viehzucht immer noch Momente, die die höchste Beachtung verdienen. Man muß sie den Landleuten als nachahmenswerthe Beispiele vorsühren. Was auch gesagt werden mag über schlechte Zeiten und un­günstige Conjuncturen, soviel bleibt gewiß: Fleiß, Umsicht,

Sorgfalt und Sachkenntnisse rentiren sich noch gerade so gut, wie in anderen Jahren.

Aus dem Odenwalde, 1. September. In einem be­kannten, oft die Perle des Odenwalds genannten Lust- curort vergnügten sich jüngst einige Herren, darunter ein lediger Rechtsgelehrter, auf das Beste. Dem letzteren gefiel bje schmucke Kellnerin immer mehr und das Verlangen stieg schließlich in ihm auf, von ihren Lippen einen Kuß zu erhalten. Er bot dem Mädchen dafür 500 Mark, welche bezahlt werden sollen, sobald sie in den Stand der Ehe schreite.Einen Kuß in Ehren kann Niemand wehren" dachte diese und verabreichte das Gewollte. Der glückliche Besitzer des Kuffes ist alsbald seiner Verpflichtung nachgekommen und hat den Geldbetrag hinterlegt. Man ist nun allgemein tzespannt darauf, wem es vergönnt sein wird, diesen Schatz zu heben.

Q Erbach i. O., 5. September. Die Großherzogliche Fachschule für Elfenbein- und Holzschnitzerei sowie verwandte Gewerbe beginnt ihr Wintersemester in dem neu errichteten Fachschulgebäude am Montag den 9. October d. I. Die Lehrfächer bestehen in Zeichnen und Modelliren nach ornamentalen und figürlichen Motiven, Linear- und kunst­gewerblichem Zeichnen, in Schnitzen und Drehen in Holz und Elfenbein, in kaufmännischen Bildungsfächern und in Vor­trägen über Styllehre. An der Anstalt werden im Wintersemester zwei Lehrer wirken. Der Hauptlehrer, Herr G ö ri g, nimmt die Anmeldungen für den Unterricht entgegen und ertheilt jede gewünschte Auskunft über die Einrichtung der Schule, Schulgeld rc.

Alzey, 2. September. Der Ackerbursche Wieg land, welcher vor 14 Tagen bei Weinheim einen Tüncher aus Off­stein erstach, hat nach beharrlichen Versuchen, die Thäter- schäft zu leugnen und den Verdacht auf einen Anderen ab­zulenken, seine Schuld gestanden.

Mainz, 4. September. Bei der Einfahrt in den Zoll­hafen rannte ein von einem kleinen Dampfer geschlepptes Sandschiff infolge schlechter Steuerung wider den Prellbock, brach entzwei und versank. Der Schiffer rettete sich durch Schwimmen - der Schiffsjunge sank unter, wurde aber auf­gefischt und auch nach längeren Bemühungen wieder zum Bewußtsein gebracht.

Vermischtes.

* Frankfurt a. M., 4. September. Der italienische Arbeitsminister ist gestern hier eingetroffen und hat den hiesigen Bahnhof in Augenschein genommen.

D. Frankfurt a. M., 5. September. Einige schöne

Acquisitionen hat der Zoologische Garten in den letzten Tagen gemacht. Ein Orang-Utang (auf deutschWald- mensch"), der vor Kurzem aus seiner feuchtwarmen Heimath nach Europa gebracht wurde, befindet sich jetzt im Affenhause und erregt als unser bei der Weltentwickelung etwas zurück­

gebliebener Detter oder Uronkel daS berechtigte Interesse der Besucher. DaS immerhin noch junge Thier trägt schon ganz das bedächtige, man möchte sagen stoische Benehmen zur Schau, daS diese Affenart von allen Verwandten unterscheidet. Nur der überaus verständige Ausdruck der Augen verräth, daß das Thier an Allem, waS um eS herum vorgeht, leb­haften Antheil nimmt. Ferner trafen noch fünf Riesen­schlangen im Garten ein, zwei junge chinesische Kragenbären und ein Scorpion- auch wurde die Sammlung deutscher Vögel, die während der gesahrvollen Mauserzeit einige Verluste erlitten hatte, wieder complettirt.

Hamburg, 4. September. Bei dem gestrigen Rad­fahrer-Rennen wurde August Lehr-Frankfurt a. M. im Hundertkilometer-Rennen Erster, Breitling-Mannheim Zweiter.

* Riesa, 4. September. Der beim hiesigen Feldartillerie- regiment dienende Soldat Lauber erschoß seine 21jährige Geliebte, welche er schon vorher durch Gift zu lödten ver­sucht hatte. Darauf feuerte er zwei Revolverschüssc auf sich ab, welche seinen sofortigen Tod herbeiführten. Motiv der That ist Eifersucht und Furcht vor Disciplinarbestrafung.

* Leipzig, 5. September. In der Nähe von Meuselwitz wurde eine Frauensperson ermordet in einem Wasser­lache aufgefunden. Die Leiche war völlig entkleidet, der Schädel ist wahrscheinlich durch Hammerschläge zertrümmert. Der Mörder, welcher in Begleitung der Ermordeten gesehen wurde, ist noch nicht ermittelt.

* Leisnig, 5. September. Der Bremser Weißig wurde vergangene Nacht auf einem Wagen des letzten Dresdener Abendzuges mit einer großen Stirnwunde tobt aufge- funben. ES liegt augenscheinlich kein UnglückSsall, sondern eine Morbthat vor, ba am Halse noch eine Stichwunbe ge­funden wurde. Die Sache erregt großes Aufsehen.

* Berlin, 5. September. Heute Morgen hat die in der Großbeerenstraße wohnhafte Frau Lück in Abwesenheit ihres Ehemannes ihr sechs Monate altes Töchterchen mit einer dünnen Schnur erdrosselt und sich daraus an einem Spiegelhaken aufgehängt. Als die Leichen gegen 8 Uhr gefunden wurden, war die Leichenstarre bereits eingetreten. Die Leichen sind nach dem Schauhaus gebracht worden. Wahrscheinlich war die Frau geistig gestört, als sie die schreckliche That verübte.

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Temperatur der Lahn und Luft

nach Reaumur gemessen «m 6. Septbr, Mittags zwischen 11 und 12Uhr: Wasser 13'/,, Lust 15'/, Grad. t n

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Bekanntmachung

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2.

7574

Donnerstag. 7. Septbr., ObStVerSteigCriWg.

Nachmittags von 2 Uhr a«,

Agent, Sudanlage 18.

[7550

«. s. w. versteigert.

Strohwische. .

3. Bei Kartoffeln, minderwerthigen Rüben, Dickwurz, Sturzacker u. f. w. bedarf es der Bezeichnung mit Strohwischen nicht.

Das unterschiedlose Bestecken aller Felder mit WarnungSzetchen würde den Truppen nur das Erkennen der werthvolleren Felder er* schweren.^ für etwa entstehende Flurschäden wird aber auch

bei solchen Feldern gewährt, welche mit Warnungszeichen mcht versehen waren.

fahren.

Die zu schonenden Grundstücke sind zu bezeichnen und zwar:

a. die von dem Betreten durch die Truppen überhaupt ausgeschloffe­nen Gärten, Parkanlagen, Holzschonungen, Pflanzgärten, soweit dieselben nicht als solche abgezäunt oder von weither für Jeder­mann deutlich erkennbar sind wie z. B. junge Pflanzungen und Heegen vermittelst hochstehender Tafeln und Auf­schrift auf denselben;

b. die vorzugsweise zu schonenden Felder (Zuckerrüben, Raps, Flachs, Samenklee, Samenrüben u. s. w.) mittelst etwa zwei Meter hoher

zu vermiethen Näheres Nahrungsberg 8 im Nebenhaus

Wermiethungen.

7546] Mansarden - Wohnung zu ver- mlethen H. Stühle*, Wolsstraße 16.

gebracht.

Gießen, 6. September 1893.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

»erde« im »Wiener Hof", Neuen­weg 62, «achbenannte Mobilien, n&miid) r

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Freitag den 8. l. Mts. soll das Obst der Gemeinde Bettenhausen,

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Gießen, den 4. September 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern.

das. im Mansardenstock.

Balth. Strauch.

Im Auftrag r Louis Rothenberger, Taxator.

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Corr , 1. Oct, beztebb. Schillerstratze 29. i m(t Trockenhalle, zu vermiethen Aster-

Bekanntmachung, betreffend die Verhütung von Flurschäden bei den Herbstübungen der Großh. (25.) Division.

Tie zur thunlichsten Vermeidung von Flurschäden geeigneten Maß­nahmen werden nachstehend zur allgemeinen Kenntniß gebracht:

1. Die reifen Feldfrüchte sind, soweit ohne Schaden möglich, vor den Hebungen abzuernten und nach der Aberntung möglichst bald elnzu-

Ieikgeöokenes.

Mt. Schlachthaus.

Freibank. [7554

Heute und morgen: 8chwemeffeisch, nicht ladenrein, per Pfd. 50 Pfg.

4921] Das seither von Frau Geheimrath Seih bewohnte Logis, 56 Zimmer, ist anderweitig an ruhige Leute zu vermiethen.

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6172] Bahnhofstraße 27t 3 schöne Wohnungen im 1 und 8. Stock, je 4 Zimmer und Zubehör, per sofort ,u vermiethen. LouiS Lony.

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6710] Seltersweg 87: schöne Mansar- den-Wohnung o. 5 Z., Küche u. Zub., als­bald zu verm- Näheres bei Architect Stein.

Die im Abdruck nachstehende Bekanntmachung Großh. Kreisamts sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den wird hiermit ,ur Kenntniß der Grundbesitzer der hiesigen Semattung«»

' Flur I Nr. 33 106 qm Hofraum in der Mühlgasse,

Flur 1 Nr. 33b 25 qm Grabgarten daselbst,

Flur I Nr. 43 - 62 qm Hofraithe in der Neustadt,

Flur 33 Nr. 153 1475 qm Acker am Nahrungsberg auf den Stein­bacher Weg

öffentlich meistbietend versteigert werden.

Gießen, 6. September 1893.

Großh Orlsgericht Gießen.

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Bettenhausen, 4. September 1893. 4) keine Ruß-oder SchiackenbUdun^

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NähneS in der Erv-d. b. Bl. 1 Karl August Roll, Landwitth.