erfolgt, doch schon in erkennbarer Weise Stellung zu den kommenden Steuervorschlägen. So Höri man beispielsweise, daß die Freisinnige Bereinigung mir folgenden Vorschlägen an die Regierung herantreten wird: Die erforderlichen 55 Millionen Mark sollen aufgebracht werden durch die Börsensteuer (15 Millionen), durch Aufhebung der sogenannten „Liebesgabe" an die Branntweinbrenner (30 Millionen) und in Betreff der restirenden 10 Millionen möge man sich verständigen, ob dieselben durch eine Erhöhung der Tabakbe- fteuerung, eine Wein- oder QuittungSfteuer aufzubringen seien. Aussicht auf Annahme Seitens der Regierung haben diese Vorschläge kaum.
— Verhandlungen über den deutsch-russi - schen Handelsvertrag. Während bisher allgemein angenommen wurde, daß die neuen Verhandlungen über den deutsch-russischen Handelsvertrag erst zu dem von der deutschen Regierung in Aussicht genommenen Termine, 1. October, in Angriff genommen werden würden, läßt sich jetzt die „KgSb. Hrtg. Ztg." aus Berlin telegraphiren, die Unterhandlungen würden schon Mitte dieses Monats, unmittelbar nach der Rückkehr deS StaatSsecretärS v. Marschall, die am 14. September erfolgt, ihren Anfang nehmen.
— Die Sedanfeier in Neustadt a. d. H. nahm einen großartigen Verlauf. Um 3 Uhr bewegte sich der Festzug nach der Haardt. Dort fand die Begrüßung durch Herrn Commerzienrath Knöckel statt/ darauf hielt der ReichS- tagSabgeordnete Bürkltn eine Rede, worin er u. a. die Behauptung zurückwieS, die Sedanfeier sei nur eine Parieifeier. Die Rede schloß mit einem Trinkspruch auf den Kaiser, den Prinzregent von Bayern, die Großherzöge von Baden und von Hessen. Die eigentliche Festrede hielt Osann, der die Bedeutung deS Sedantages schilderte. Dr. Buhl betonte die Nothwendigkeit eines starken Heeres als Schutz der Eultur. Bassermann rühmte den Fürsten Bismarck als einzig dastehenden Staatsmann. Professor Ziegler - Straßburg hielt eine Rede auf die deutsche Jugend, die eine Gewähr für die gedeihliche Zukunft Deutschlands sei. Beim Festmahl am Abend im Saalbau waren 6000 Personen vereinigt. Die Feier war vom prächtigsten Wetter begünstigt.
Straßburg. 3. September. Die meisten Blätter des Reichslandes veröffentlichen warme Begrüßungen für den Kaiser. Auch die drei zu Metz in französischer Sprache erscheinenden Blätter, Lorrain, Messin und Courrier de Metz, bleiben nicht zurück und heißen den Kaiser hochwillkommen, glauben aber auch die dringende Bitte an den Kaiser richten zu sollen, mit seinem Besuch die Aufhebung der hier geltenden Ausnahmegesetze zu verbinden. Obwohl der Aufenthalt des Kaisers in der Landeshauptstadt Straßburg nur kurz sein wird, werden auch hier schon festliche Vorbereitungen mit allem Eifer betrieben. Die Stadtverwaltung wird auf dem Broglieplatz ein großes Zelt errichten laffen, in welchem der Bürgermeister und der Gemeinderath den Kaiser begrüßen werden, wenn dieser an der Spitze der Fahnen - Compagnie vom Polygon kommend, sich nach dem Generalcommando in der Brandgasse begeben wird. Auf dem Polygon, wo am 9. ds. die Kaiserparade deS 15. Armeecorps stattfinder, wird eine etwa 1000 Personen aufnehmende Schaubühne errichtet. Man rechnet hier auf einen gewaltigen Zuzug von Bewohnern der näheren und weiteren Umgegend. An ein bemerkens- wertheS Zusammentreffen, das sich am heutigen Tage vollzogen hat, erinnert der Messin. Heute, am Tage des Einzuges Kaiser Wilhelms in die alte Moselveste Metz, sind es 65 Jahre her, daß der damalige französische König Karl X. in Begleitung deS Dauphins auf demselben Wege über das Moselfort in seine gute Stadt Metz etnritt. In dem Dorfe Harville, dem Grenzorte des damaligen Departements Moselle, hatten die Civilbehörden den König empfangen und begrüßt. Hierauf großer Empfang in Mars-la-Tour, Vionville, Rezon- vtlle, Graveiotte, Moulins und Longeville. Am Ausgang vom letzteren Orte stiegen der König, der Kronprinz und die Großoffiztere des Gefolges zu Pferde und begaben sich nach dem Triumphbogen, der vor der ersten Umwallung der Stadt, etwa 500 Schritte vor dem französischen Thore, errichtet war. Hier überreichte der damalige Bürgermeister von Metz, Herr de Turmel, dem Monarchen die Schlüssel der Stadt. Am folgenden Tage wohnten der König und der Dauphin einer Belagerungsübung auf der Friedhof-Insel bei. Das ist in der That eine geschichtliche Erinnerung von Bedeutung. Vor 65 Jahren der Einzug des französischen Königs Karl X. und heute der des deutschen Kaisers!
Straßburg, 3. September. Die Errichtung eines Artillerie-Schießplatzes bei Bitsch für das 16. ArmeecorpS, dessen Artillerie bisher alljährlich zu den Uebungen nach dem Hagenauer Schießplatz und nach der Wahner Heide bei Köln marschirte, scheint nunmehr gesichert. Derselbe wird eine bedeutend größere Ziel-AuSdehnung als der Schießplatz bet Hagenau erhalten, entsprechend der vermehrten Tragfähigkeit der neuen Geschosse. Der „Lothr. Ztg." zufolge soll das Enteignungsverfahren »demnächst eingelcitet werden, da außer den Staatsforsten auch noch Privateigcn- thum der Gemeinde Hospelscheid erworben werden muß. Damit ist nun auch die Lage deö künftigen Schießplatzes bezeichnet, welcher auf der östlichen Seite der Stadt Bitsch vorgesehen ift, mit der Schießrichtung inS Gebirge auf Stürzelbronn zu. Für die Stadt Bitsch ist die Anlage des Schießplatzes von großer Wichtigkeit, da derselbe während der Sommermonate .große Truppenmassen dorthin bringen wird.
Ausland.
— Am Sonntag sind in Frankreich die Stichwahlen zur Deputirtenkammer vorgenommen worden. Wie nicht anders zu erwarten stand, ergänzen dieselben den Sieg der Republikaner bei den Hauptwahlen in einer Weise, daß man von einer Niederschmeuerung der monarchistischen Parteien sprechen kann. Bon 152 bekannten Stichwahlen entfallen nur 9 auf die Monarchisten, die erdrückende Mehrzahl aber,
132, auf die Republikaner der verschiedenen Schattirungen, während die restirenden 11 Wahlen zu Gunsten der „Ralliinen", der mit der Republik auSgesöhnten Conseroativen, auSsielen. Von bemerkenSwerthen Einzelzügen der Stichwahlen ift besonders die Niederlage Clemenceaus in seinem alten Wahlkreise Draguignan hervorzuheben, die Radicalen haben demnach ihren Führer verloren/ ob vielleicht einer der gewählten radicalen Abgeordneten zu Gunsten ClemenceauS auf sein Mandat verzichten wird, bleibt noch abzuwarten. In Paris siegte ferner der Socialift Faberot über den ehemaligen Ministerpräsidenten und nachherigen KammerpräsidentenFloquet, welchen „Durchfall" die radicalen Freunde FloquetS nicht minder schmerzlich empfinden werden, als er selber.
Neueste 2lad>t*ld><cn.
Wolfis telegraphisches Correspondevz-Bureau.
Berlin, 4. September. Dem „Reichsanzeiger" zufolge brachte der Kaiser bei der Paradetafel in C ob lenz am 2. September folgenden Trinkspruch auS: ,Seine Majestät der König von Italien haben in alter Waffenbrüderschaft die Gnade gehabt, seinen Sohn, den Kronprinzen, zu unS zu senden, damit er einige Zeit unter unS weile. Indem ich meine lebhafte Freude hierüber, sowie den innigsten Dank auSspreche, trinke ich auf daS Wohl des Königs von Italien und deS Kronprinzen von Italien, sowie der unS befreundeten italienischen Armee." — Der Kronprinz antwortete in italienischer Sprache: „Ich danke Eurer Majestät für die vielen freundlichen Beweise und Ausdrücke der Liebenswürdigkeit gegen mich / ich trinke auf das Wohl des Kaisers, der Kaiserin, der kaiserlichen Familie und auf daS Wohl deS deutschen Heeres."
Berlin, 4. September. Der „ReichS-Änzeiger" ver- öffentlicht die Ansprache, welche der Kaiser bei der Paradetafel in Coblenz am Samstag an die Generale gehalten hat. Er sagte: „Neun Jahre sind es her, als das Corps seine Kaisermanöver hatte. Kaiser Withelm I. nahm damals die Parade ab. Die Kaiserin Augusta führte ihr Regiment vorbei/ mein Vater und Feldmarschall Moltke waren unter den Zuschauern. Seitdem sind alle diese hohen Persönlichkeiten dahingegangen, und mit der Würde der Krone ist zu gleicher Zeit der Feldherrnstab über das preußische Heer, über die deutsche Armee in meine Hände übergegangen. Am heutigen Tage spreche ich Ihnen von ganzem Herzen meine volle Befriedigung und meinen königlichen Dank aus für die Art und Weise, wie Sie mein 8. Corps ausgebildet haben. Sie haben es verstanden, der alten preußischen Tradition entsprechend, einer Tradition, die auf Jahrhunderte langen Erfahrungen beruht, dem Lobe meines hochseligen Großvaters gerecht zu werden und daS Corps auf der Höhe zu erhalten, wie es Ihre Monarchen von Ihnen erwarten. Ich spreche meinen Glückwunsch für den heutigen Tag aus an Sie, an das gesammte Corps von der Stelle, wo schon so manches Wort zu Ihnen gesprochen wurde. Sind wir doch in dem Hause, wo vor seinem Regierungsantritt in ernster, hingebender stiller Arbeit 'Kaiser Wilhelm seine Pläne schmiedete, seine Vorbereitungen traf, um die preußische Armee zu dem Instrument zu schaffen, das dereinst im Verbände mit den deutschen Brüdern unser Reich einigen und herrlich wiederherstellen sollte. Und zu Ihnen, meine Herren vom Kaiserin Augusta- Regiment, spreche ich hier Worte des Abschiedes. Sie scheiden von der Stelle, wo das Regiment 33 Jahre lang gestanden hat, in herzlicher, inniger Vereinigung mit der Bürgerschaft, aufgewachsen und entwickelt unter den Augen eines Chefs, der, wie es besser kaum möglich, für sein Regiment gesorgt hat. Die Augen der höchstseligen Kaiserin haben auf dem Regiment geruht zu jeder Stunde, und die ernste Friedensarbeit, sowie die Lorbeeren, die Sie um Ihre Fahnen geschlungen, haben stets Krönung gefunden in der Gnade des Chefs zu feinem Regimente. Wer von Ihnen noch daran theilgenommen, entsinnt sich dankbaren Herzens sein ganzes Leben hindurch der schönen Momente, die die Kaiserin ihrem Regimente allezeit zu bereiten wußte. Und wie ernst und militärisch sie ihre Pflichten auffaßte, bewiesen namentlich die herrlichen Augenblicke, wo es den jungen Rekruten deS Regiments vergönnt war, in ihrer Gegenwart im Treppenhause dieses Saales vor ihren Fahnen einmal sogar dem Kaiser Wilhelm persönlich den Eid zu schwören. Einen wie hohen Werth Ihre Majestät auf diesen Eid legte, bekundete sie dadurch, daß sie mir persönlich sagte, man könne dem jungen Soldaten nie früh genug die ganze Schwere seiner Verantwortung klar machen und die Größe seiner Pflicht, die ihm auserlegt wird. Wie hat sie alle Phasen deS Regiments verfolgt? Ich erinnere vor Allem an den Tag des AuSmarscheS, als sie das Regiment mit feuchten Augen mit ihrem Segen entließ und den Offizieren zurief, daß, was auch kommen möge, sie sich stets als Söhne ihrer Mutter fühlen und führen möchten. Und als daS Regiment am Abend des blutigen TageS von St. Privat nach dem schwer erkämpften Siege zu drei Vierteln seine Offiziere auf dem Schlachtfelde lassen mußte, erging von den Uebrigbleibenden, zugleich im Geiste der im Kampfe Dahingesunkenen, an Ihre Majestät die Mel- düng, sie wären ihrem Schwur, ihrem Versprechen als Söhne ihrer Mutter treu geblieben und hätten ihre Pflicht gethan. Nun, meine Herren, Sie scheiden von hier. Möge daS Andenken an Ihren hohen Chef stets dem Regiment ein Ansporn sein, auf der Höhe feiner Thatkraft zu bleiben. Wir Alle aber rufen Ihnen hier aus dem CorpS ein Lebewohl zu, und ich rufe Ihnen aus Ihrer neuen Hei- math ein Willkommen zu: Mögen Sie sich auf märkischem Boden heimisch fühlen, dieselbe Thatkraft entwickeln, wie Sie sie hier entwickelt haben! Ich bin der festen Ueberzeugung, mein lieber Loo, daß, obwohl von den hohen Herren, vor denen Sic vor neun Jahren daS CorpS commandirten, Niemand mehr unter unS weilt, diese doch im Geiste am heutigen Tage bei unS waren und zufrieden gewesen find, wie ich eS mit dem 8. ArmeecorpS bin. Ich trinke aus daS CorpS. Hurrah! Nochmals Hurrah ! Zum dritten Mal Hurrab'.
Magdeburg. 4.September. Der 10. Getreide- und Productenmarkt ift zahlreich besucht: außer sämmtlichrn größeren Handelsplätzen DeurschlandS ist auch Oesterreich. Ungarn vertreten. DaS Geschäft entwickelte sich zu Begma schwerfällig, Stimmung war flau, befestigte sich jedoch t» Verlaufe deS Marktes.
Köln. 4. September. Ihre Majestät die Kaiserin traf hier mit Gefolge um 10 Uhr 10 Min. ein. Zum Empfange waren die Spitzen der Behörden am Bahnhof anwesend. Oberbürgermeister Becker hielt eine kurze vewlllkommnungs. ansprache, aus welche Ihre Majestät mit freundlichem Dank erwiderte. Ihre Majestät fuhr sodann in Begleitung des Oberprasidenten und des Oberbürgermeister- zum Dom. Auf dem Wege vom Bahnhof bis zum Dom hatten die Schulkinder sowie eine zahlreiche Menschenmenge Aufstellung ge- nommen, welche Ihrer Majestät enthusiastisch zujubelten. A» Haupt-Eingang des WestportalS crroarttte der Kardinal-Erz. btschos Krementz an der Spitze des DomcapttclS Ihre Majestät. Beim Eintritt in daS Gotteshaus läuteten sämmtliche Glocken. Der Erzbischof geleitete Ihre Majestät durch den Mittelganz zur Schatzkammer. Nach säst einstündigem Derweilen sprach Ihre Majestät dem Kardinal Allerhöchstihren Dank aus und verließ den Dom über den Choreingang durch daS Südportal. Don da fuhr Ihre Majestät zur Besichtigung der Gereons, kirche und sodann zu der im Bau begriffenen evangelischen ChristuSkirche, wo Ihre Majestät sich die Geistlichkeit vor stellen ließ. Sodann besuchte die hohe Frau verschiedene Stätten der Krankenpflege und der Nächstenliebe. Die Stadt, insbesondere die von Ihrer Majestät der Kaiserin passirttn Straßen, trugen reichen Flaggenschmuck. Auf allen Straßen und Plätzen harrte eine zahlreiche Menschenmenge, welche Ihrer Majestät überall bei dem Erscheinen jubelnde Huldi- gungen darbrachte. DaS Wetter ist bedeckt, jedoch ohne Reg».
Meh. 4. September. Die Parade verlief bei Herr lichem Wetter. In Front standen 36 Bataillone Infanterie, 30 Schwadronen Cavallerie, 96 Geschütze und 2 Train- compagnien. Eine große Zuschauermenge wohnte dem glanzenden militärischen Schauspiele bei. Um 9 Uhr traf Sc. Majestät der Kaiser in Kürassier-Uniform, gefolgt von sämmt- lichen Fürstlichkeiten und der Generalität, auf dem Parade selbe ein. Nachdem Se. Majestät die Front im Schritt at geritten hatte, fand ein zweimaliger Vorbeimarsch statt. Der Kaiser hatte gegenüber der Tribüne Aufstellung genommen, auf welcher sich 2400 Personen al- Zuschauer befanden. Der Großherzog von Baden führte sein Ulauen-Regiment „Groß. Herzog Friedrich von Baden Nr. 7" dem Kaiser vor. Du Parade war um 12 Uhr beendet, worauf der Kaiser die auf dem Paradefelde aufgestellten 34 lothringischen Ariegervercmc besichtigte. Um 1 Uhr erfolgte der Einzug Sr. Majestät deS Kaisers in Metz an der Spitze der Fahnencompagnie unter dem beispiellosen Jubel der dichtgedrängten Bevölkerung. Se. Majestät stieg im Bezirkspräsidium ab.
Meh. 4. September. Der Bürgermeister Halm gibt durch Maueranschläge der Bevölkerung die Freude und den Dank Seiner Majestät deS Kaiser- für den so schönen und herzlichen Empfang kund.
Meh, 4. September. Der Kronprinz von Italien, welcher dem Reichskanzler Grasen Caprivi bereit- in Coblenz einen Besuch abgestattet hatte, hat denselben heute hier in Audienz empfangen.
Bremen. 4. September. Rettungsstation Heisterneft telegraphirt: Heute von einer östlich von Heisternest gestrandeten holländischen Kuff drei Personen durch den Raketenapparat der Station gerettet.
Loudon. 4. September. Der aus Udjidje zurückgekelme Missionar Swann gab einem Berichterstatter deS Reuter scher. Bureaus eine ausführliche Schilderung der Ermordung Emin Paschas, welche außer allem Zweifel steht. In Udjidje sei ein Schreiben eingetroffen mit der Anfrage, womit EminS Sachen geschehen solle. Ein Araber habe eine ausführliche Beschreibung der Reiseroute Emin Pascha- und von dessen Verfolgung durch Araber gegeben. Al- Emin bei dem Häuptling Seyd ben Abed eingetroffen, sei ein Araber an ihn herangetreten mit den Worten: „Ihr seid Emin, der einen Araber am Victoria Nyanza tödtete!" und habe »hm mit einem großen Messer den Kops abgeschlagen. Hierauf seien auch 60 nubische Begleiter Emin- getödtet und die Leichname verzehrt worden.
Depeschen bei Bureau „Herold*.
Berlin, 4. September. Der „Retch-anzeiger" veröffent licht die zur seuchenpolizeilichen Ueberwachunz de- Schiffsverkehr- im Rhein ft romgebietc vom ReichScommissar für die Gesundheitspflege getroffenen Maßregeln. In dem Stromgebiet der Weichsel sind an folgend« Orten UeberwachungSbezirke errichtet: in Kulm, Graudeu^ Kurzebrack, Pieck?!, Dirfchau, Käsemark, Plehendörf und Danzig.
Berlin, 4. September. Die „Nordd. Allgem. Ztg.* meldet au- Paris: Die hierher gelangten Gerüchte über den Abschluß einer neuen großen russischen Anleihe scheinen jeder Begründung zu entbehren und sind wahrscheinlich darauf zurückzuführen, daß bei der demnächstigen Kündigung der russischen Goldrente von 1883 den Besitzern der Umtausch in einem niedriger verzinslichen Derthe freigestellt wird. Dabei ist die Mitwirkung de- Berliner Platze- nicht beabsichtigt.
Meh. 4. September. Bevor sich der Kronprinz von Italien zur Parade begab, empfing er eine Abordnung der hier al- Arbeiter thättgen Italiener, welche ihm eine Adresse überreichte.
Wien. 4. September. Bon zwei au- Ungarn ein* getroffenen Arbeitern ist einer unter choleraverdächtige» Symptomen erkrankt.
Budapest. 4. September. Hier wurden gestern drei Cholerafälle constatin.
Pari-. 4. September. Der „Gaulois" will wissen, daß der französischen Regierung gestern die offizielle Mittheilung


