Ausgabe 
5.10.1893 Erstes Blatt
 
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den neuen Schwank Jfcxiaüi»

uns

Der Baker mußte den

Schuld daran gehabt Hot.

(Schluß folgt.)

gilt diese Schöpfung inner eins feiner liebenswürdigsten

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reifsten Schaffensperiode als Geifte-kinder.

* Neue» Theater, lieber

Frau" von Moser und Misch,

Leb wohl, CreScenz! Morgen am Waldsteig sehen wir wieder."

Leb wohl!"

Herr wird gewiß mit mir gleich hinabgehen und darum müffen wir scheiden. Leb wohl, Martin, leb wohl!"

Leise zitterte ihre Stimme, als sie ihm Lebewohl sagte, indeffen er das Mädchen leicht an sich drückte und einen leisen Kuß auf dessen Stirn hauchte.

legt, tunet man sich in Italien zur Begrüßung des augekun- digten englischen Geschwaders. Ueberall, wo dasselbe an der italienischen Küste Aufenthalt nehmen wird, in Tarent, Neapel, Genua u. s. w., find Vorkehrungen zu einer glän­zenden Aufnahme der englischen Gäste im Gange, so daß demnach der englische Flotrenbesuch in Italien rin bemerkens« werches Gegenstück zu dem gleichzeitigen Besuche deS russischen Geschwaders in Frankreich bilden totrL

führung kommt, schreiben dieHamburger Nachrichten" tiU gendeS:Fräulein Frau", Schwank in drei Aufzügen, betiitü sich die Novität, welche gestern Abend in unserm Thalia- Theater vor völlig ausverkauftem Hause einen außerordem lichen HeiterkeitScrfolg errang. Die Fabel des gut ringe leiteten und geschickt aufgebauten TonflictS'b'eS überaui heitern Stückes lehnt sich an die im vorigen Jahre in irgend einer Gegend unseres Vaterlandes borgetommcnc Thatsache, daß ein Standesbeamter sich zur Zeit der Vornahme einer Reihe amtlicher Handlungen nicht mehr in rechtmäßiger Ausübung seines Amtes befunden und demgemäß die von ihm geschloffenen Ehen eine rechtliche Giltigkeit nicht besessen hatten. Tie Verfasser haben bei der Bearbeitung manchen guten Gnst gethan und der erste, die Werbung der beiden Verehrer Melanie» um die Hand der letzteren behandelnde Act, btlta schon für sich allein ein kleine» hübsche« Lustspiel. Die Ar» fasset haben eS verstanden, das Publikum andauernd hemr zu erhalten und so mußte Herr Misch, welcher der AussührM beiwohnte, wiederholt vor der Rampe erscheinen.

** Steinkohlen,echeu in bet Nachbarschaft 7 DerW- Anz." schreibt: In erfreulicher Weise hat sich einer Bergmifi*' gesellschast (Kaufmann Wilh. Brandt und Genossen vea Wetzlar) das Glück aufgerhan, die gegenwärtig die Grude Barbarossa" bei Niederbiel betreiben läßt. Bei den Suchen nach Eisenerz wurden l 00 Meter vom Eingang eint# Stollen» Steinkohlen von ausgezeichnetster Beschaffenheit und in einer Lagerung vorgefunden, wie man sie ih regel' rechten Steinkohlengruben antrifft. Weitere 50 Meter tiefer ist alsdann ein Gang Bleierz angeschlagen worden, Über dessen volle Stärke sich zur Zeit noch nicht» sagen läßt, der aber jedenfalls einen ganz besonderen Werth reprlfrihrt- Wie wir hören, sind denn auch den Besitzern der Grube für die Gewinnung de» Bleierze» bereit» Angebote in erheblicher Höhe man spricht von 30,000 Mk. gemacht worden. Ob dagegen die etschloffene Steinkohle in «inet den Abbua lohnenden Menge vorhanden ist, steht zur Zeit noch dahin.

* Herr GymnasialdirectorProfessor Dr. Dettweller in Ben»heim ist im Auftrage der hessischen Regierung an

totale* rrnd provinzielle*,

Gießen, 4. October 1893.

** Ernennung. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 30. September l. I. das Mitglied der Großh. Oberen land- wirthschastltchen Behörde, Regierungsrath Heinrich Nover, für die Dauer deS dermalen von ihm bekleideten Amtes zum

neueffc Ilacbricbtcn.

Depeschen deS BureauHerold".

Berlin, 3. Oetobet. Von gut unterrichtetet Seite wird mitgetheilt, die Voruntersuchung gegen die ftanzSfischen Spione, welche in Kiel verhaftet wurden, sei nahezu ab­geschlossen, sodaß die Acten wohl Anfang» der nächsten Woche dem Oberreichsanwalt zur wetteten Veranlassung übermittelt werden. ES ist unzweifelhaft, daß die Angelegenheit in eine Anklage wegen Landesoerraths bezw. Spionage ausklingen wird.

Berlin, 3. October. Die Frage wegen Bekämpfung de» Geheimmittelschwindels wird von den zuständigen Organen der Reichsverwaltung sehr aufmerksam verfolgt. ES handelt sich jetzt um die Entscheidung über die bisher in Vorschlag gebrachten Maßregeln.

Paris, 3. October. Der russische Botschafter Baron Mohrenheim erhielt die Anweisung, den Festen- in Toulon nicht beizuwohnen.

Pari», 3. October. Sarnot empfing gestern den Aus­schuß der Presse und dankte demselben für die großartige Organisation der Empfangsfeierlichkeiten. Er ver­sprach der Galavorstellung in der großen Oper beizuwohnen.

Toulon, 3. October. Der neue Eommandant deS Hafens sagte in einem Tagesbefehl an die Truppen, sie müßten alle Anstrengungen machen, den Hafen in den Stand zu setzen, daß bei eintretenden Verwickelungen derselbe Frank­reich von Nutzen sei und Frankreich mit kaltem Blute die Ereignisse erwarten könne.

Madrid, 3. October. Die Araber haben gestern die spanische Festung Melilla angegriffen, worauf die Spanier arabische Dörfer bombarbirten und zahlreiche Araber töbteten. Die Spanier verloren acht Tobte und 36 Verwundete. Die arabischen Offiziere waren mit Repetirgewehren bewaffnet. Der Kriegsmintster telegraphirte dem General Marzallo, daß Verstärkungen unterwegs seien.

Mainz, 4. October. Bei der heutigen Landtagswahl wurde im Landkreis Mainz der Eentrumscandibat Dr. Schmitt- Mainz gewählt.

London, 4. October. Nach einer Reutermelbung aus Bankok ist der zwischen Siam unb Frankreich vereinbarte Vertrag am Dienstag unterzeichnet worben.

Rom, 4. October. In ber Provinz Florenz traten Der» heerenbe Ueberschwemmungen ein; bei Pratsch ertranken fünf Arbeiter. Der Fluß Omberone ist ausgetreten. In Venedig ist der Markusplatz und die tiefergelegenen Dtadt- theile überschwemmt.

Madrid, 4. October. Gestern sind hier 37 Personen an ber Cholera erkrankt, sieben sinb gestorben.

Newyork, 4. October. Das Dach der Kirche in Paran- garientero (Mexiko) wurde am Sonntag durch ein Feuerwerk entzündet. Die Kirchenbesucher drängten bestürzt nach den Ausgängen- zehn Personen wurden getöbtet, sehr viele verletzt.

Att-la«-.

In Ungarn beginnt die so lange schwebende Frage ber Civilehe allgemach in ihr kritisches Stadium zu treten. Allerdings scheint die Meldung, der zufolge Kaiser Franz Joses bereits seine Zustimmung zu der Regierungsvorlage über die Civilehe und zur Einbringung der Vorlage im Parlamente gegeben haben sollte, noch verfrüht zu fein, indessen ist wohl nicht daran zu zweifeln, daß der Monarch noch seine Billigung dieser Action Wekerle aussprechen wird, und zwar vermuth- lich im Laufe ber nächsten Wochen. Mit ber Einbringung beö genannten Gesetzentwurfes im Parlamente wirb bann aber bie ganze Frage ihrer Entscheidung nahe gerückt werden. Ministerpräsident Wekerle hat soeben im Abgeordnetenhause nochmals den Entschluß der ungarischen Regierung verkündet, an ihrem kirchenpolitischen Programm unentwegt festzuhalten. Speciell der Gesetzentwurf über die Civilehe besitzt aber in befben Häusern deS ungarischen Parlamentes zahlreiche Gegner, eS wird also hierbei für daS Cabinet Wekerle zu einem barten Kampfe kommen, dessen Ausgang noch sehr ungewiß ist. Jedenfalls würde aber für Ungarn ein etwaiger Sturz des CabinetS Wekerle eine Periode neper innerer Wirrnisse bringen, daS Eine steht schon jetzt fest.

Während man in Frankreich die letzte Hand an bie Vorbereitungen zum Empfange des russischen Geschwaders

Ich weiß nicht. Nur sagte er, daß der Herr Pfarrer Tinte unb Feber mitbringen sollte. Der Vater mußte den Gedanken schon lange haben, denn er sprach schon mehrere Male davon, daß er dem Pfarrer ein wichtiges Geheimniß auzuvertrauen habe."

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welcher am Donnerstag t«

5. October am hiesigen Theater zum ersten Male zur V

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Sie schritt nach diesen Worten rasch dem Eingänge de» PsarrhofeS zu unb er blieb noch lange an dem Platze sinnenb stehen, wo sie ihn verlassen- bann trat er den Rückweg an.

In ber großen Stube beS HolzwirthS lag derselbe auf einem schneeig weißen Bette. Eine rüstige Gestalt, doch von den Martern einer langwierigen Krankheit arg mitgenommen, hatte er noch bie letzten Kräfte gespart und seine dunkeln, blitzenden Augen rollten unruhig in dem weiten, von einer Lampe nur matt erleuchteten Gemache hin und her.

Am Ende deS Bettes saß auf einem Stuhle fein Weib. Abgehärmt und abgerackert, hatte die kleine Gestalt dieses Weibe» etwas an sich, das an ein tiefeß Seelenleib gemahnte.

Anton," sagte sie nach einer Panse.

Er sah nach ihr.WaS willst Du?"

Wenn bie CreScenz mit dem Herrn Pfarrer kommt, dann werd ich hinübergehen zum alten Steibler, biß Du mit dem Pfarrer fertig bist."

Nein!" sagte er barsch.

Anton," flehte sie.Lasse Dich endlich erweichen und leg Deinen Haß ab. Du weißt wohl, daß Steibler damal», als Du mir vor zwanzig Jahren in der Decembernacht jene« Gestündniß gemacht hast, wer den Jäger erschossen, keine

Litteratur, so doch mit der deutschen Theatergeschichte unau1- löslich verknüpft. UeberdieS

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toirb aber planmäßig erst im Jahre 1915 durchgeführt sein.

Württemberg unb Sachsen sollen die Truppen keine 93ürgerquarttere beziehen, sondern, soweit die 'vorhandenen KasemementS nicht reichen, in provisorischen Bauten unter­gebracht werben.

Zur Tabakjobrikatsteuer schreibt dieKreuz- zeitung" gegenüber der Behauptung berBerl. Pol. Nachr.", bie ablehnende Haltung der ersteren zur geplanten Tabak- fabrikatsteuer fei auf persönliche Motive zurückzofuhreo daß ein Eingehen auf diese Meinung nicht erforderlich wäre, da dieselbe nur den Mangel von Gründen gegen bie Beweis- führung derKreuzztg." verbecke. DiePolit. Nachr." wüßtm nicht, roaß sie zu Gunsten Süddeutschlanb» unb zur Vertheibignng ber Mehrbelastung Preußens anführen sollten, sondern daß Blatt weise wiederum nur auf bie Biersteuer- Jrage hin, welche in Bayern gewiß niemalß zur Erönerung kommen bürste. Auch bie Erhöhung der SpirituSsteuer stelle eS im Fall der Nichtannahme ber Tabaksteuer unbegreiflicher iffleife in Außsicht, wofür nach der Meinung derKreuzztg." im Reichstage wohl keine Majorität vorhanden sein werbe.

Bremen, 1. October. DaS Programm für ben Kaiser­be such am 18. October, auS Anlaß der Enthüllung des Kaiser-Wilhelm Denkmals, ist jetzt endgültig festgestellt. Der Kaiser trifft gegen 11 Uhr ein, besichtigt nach der gleich darauf stattfindenden DenkmalSenthüllung den Dom mit seiner neuen Westfronte, unternimmt eine Rundfahrt durch einen Dheil ber Stadt unb den Bürgerpark unb fahrt bann zum Banket nach dem RathhauS. Die Abfahrt ist auf 5 Uhr Nachmittags festgesetzt.

Pifftugen, 2. October. DerAllg. Ztg." wird gemeldet: Gegenüber ben tendenziösen Entstellungen in den Berichten berN. Fr. Pr." über daß Befinden des Fürsten Bi ßm a rck kann mit absoluter Zuverlässigkeit berichtet werden, baß bie Genesung des Fürsten in ber erfreulichsten Weise fortschreitet. Die Affection am rechten Arm, welche die Be- weglichkeit desselben hinderte, war ausschließlich die Folge eines Jnsectenstiches am Hals, 'der, so bedrohlich er auch in ber ersten Zeit erschien, dennoch im weiteren Verlaufe ohne Gefahr, wenn auch von erheblichen Schmerzen und Functions­störungen begleitet, verlief. Ohne diesen Zwischenfall wäre ber gürft längst zur Abreise befähigt gewesen. Die Fähigkeit, Unterschriften zu geben, war nicht einen Moment beschränkt - die Schriftzüge find durchaus bie alten. Der Fürst schont den Arm, ist aber hinsichtlich der Gebrauchsfähigkeit nur wenig behindert. Er befindet sich in heiterster Stimmung und hat heute in Begleitung des Professors Schweninger, der Kissingen wieder auf einige Tage verläßt, eine .lange Ausfahrt unter­nommen.

Mitgliede des Großh. VerwaltunßSgerichtShojeS Allergnädtc* zu ernennen geruht. '

* Eitzvng >el Schwurgerichts ber Provinz cbertzes^ Erft heute Abend 9s/< Uhr wurde die dreitägige Verhandln gegen Peter NieS und Heinrich Gommer D. Rmberbügen beendigt. Die Geschworenen (Obmann: Kar! Trappt batten fämmtlicfce aus Meineid unb fahrlässig Fa!scheib gerichteten Schulbfragen verneint, woraus bei fr richtShvs die Angeklagten von Strafe unb Kosten freifpr^ die Staatskasse auch in bie VertheidigungSkosten und die d, Angeklagten durch Ladung bet meisten EntlastungSzeu.-e erwachsenen Auslagen verurtheilte. Such wurde ber ge-c die Angeklagten erlassene Haftbefehl aufgehoben.

J- B. Nene» Theater.Die Eidechse" tQ v- Schweitzer. Dr. Jean Bapttsta von Schweitzer wände: in den Spuren de» alten Benedi;. Man fofl sich eben an> Üren unb wirb mit wenig Handlung und lustigen ©nuahona abgespeist, ohne baß da» Gericht durch der Tendenz psefferung gewürzt ober umchmackhan gemacht wird. Publikum folgte rohr konnten selbst ber Vorstellung etc» beiwohnen mit ungeschwächtem Interesse ben vorgfr^, des für unseren heuttgen Geschmack etwa» veralteten StSchi Die Wenigsten bachten wohl baran, baß sich hinter dem in der Schweiz einem Nervenfieber erlegenen verfass« rc Socialdemokrat von remftem Wasser verbarg. Er itoer. aus einer alten Frankfurter Patrizierfamilie; doch übtt tc nachmalige Frankfurter Advocat weniger seine Praxi», u den Verkehr mit Vitteraten, Schausprelern unb Poltt.kern. <? wurde sogar 1865 nach Laffale» Tode Präsident bei U gemeinen deutschen Arbeiterverein» , späterhin Mitglied kJ Norddeutschen Reichstage». Seine vergebliche öanbibatur a ein deutsche» Reichstagsrnanbat trieb ihn feil 1871 ntt zum Nachtheil ber beutschen Bühne ganz ber Lttterm« in bie Arme. DaS Neue Theater hat durch Heranziehuiq dieses älteren Stückes die Maxime:da» Neue ist nicht imer daß Beste", erfolgreich auf thre Kehrseite geprüft. Du Darstellung zeigte, wie un» mitgetheilt wurde, wiederum, de; Herr Reiners bei dem Engagement neuer Mitglieder bitt mal mehr Glück gehabt hat, als in der vorigen 6aif;c Hoffentlich läßt auch baß Publikum an Erkenntlichkeit fehlen. Auf die morgen (Donnerstag) stattfinbeo!: Prernlöre vonFräulein Frau" möchten wir befontn# Hinweisen. ist bie jüngste Schöpfung Gust. v. Molkt/ der inzwischen auS dem jungen, lebenßlustigen Osfizm tra alter Mann geworden ist. Sein Humor, feine @rpetun$t gäbe für Situationskomik sind unverwüstlich geblieben, Publikum, baß feinemReif-Reiflingen" undVetlchensreffn' zujubelte, ist nicht mehr. Jetzt, wo Hauptmann, Jb'<a und Sudermann daß Wort haben, könnte ein Epigram­matiker nicht mehr sagen:

Die Pauke donnert nicht im Tacte, Die Menge andachtstrunken lauscht Wird heute denn in keinem Acte Ein Winterpaletot vertauscht?

Vielleicht zischelt Einer beim Hinaußgehen: Der Dchluß versvhnt wohl alle Welt, Dort heißt« zum Glück: Der Vorhang fällt.

Doch ist eS als eine Ehrenpflicht zu betrachten, sich bti paar Stunden harmlosen Amüsement», die un» ber alte Herr in seiner freundlichen Gartenstadt ersonnen hat. willig hinzugeben. Ist er doch seit drei Jahrzehnten ein Typus > Repertoires und sein Name, wenn auch nicht mit btt

Sie waren während dieses Gespräches den Berg hinan- gelangt und schritten mm schweigend vorwärts.

Dort am Ende de» steilen Wege» blickte ihnen daß kleine Kirchlein zu St. Egyd entgegen. Gleich rechts von dem Kirchlein stand eine alte, mächtige Eiche und an deren Stamm befand sich ein sogenannte» Marterl. Es war ein einfaches Bild ber heiligen Gottesmutter mit dem Jesuskinde in dem atm und unter diesem Bilde stand eine Inschrift: Hier wurde der Jäger Joskf Steibler am 21. December "1860 unschuldigerweife erschossen. Ehre seinem Andenken unb Du Wanderer, bete für ben Tobten ein Vaterunser."

Dor diesem Bilde blieben die beiden jungen Leute stehen. Sie hielten sich Hand in Hand unb ber junge Jäger blickte ernst empor zu dem Bilde, wahrend da» Mädchen still und sinnend vor dem mächtigen Baume stand.

Noch einer Weile begann TreScenz:Martin, der alte

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wieder na^ einer Pause,das weiß ich, nur dort oben daß Marterl trägt die ganze Schuld."

Daß Marterl, CreScenz? Jenes Bild, wovon die Leute sich erzählen, daß ein Unbekannter dem Andenken meineß gemordeten Vaters setzen ließ? Was hat jeneß Bild ber heiligen Jungfrau mit unserer Liebe zu schaffen? Erkläre mir den Zusammenhang."

CreScenz sah ihn bei dielen Worten ungläubig an.

3dj weiß es auch nicht," erwiderte sie ruhig.Nun, heute fiel'S mir auf, daß der Vater mich nach St. Eovd schickte."

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