Ausgabe 
5.9.1893 Erstes Blatt
 
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der Futternoth sowie baß gute Weinjahr. Ihre Majestät die Kaiserin unterhielt sich in herzlicher Weise mit dem Prinzen von Neapel. Kur; darauf begaben sich Ihre Majestäten, von der herbeigeströmten Menge enthusiastisch begrüßt, nach dem Paradefelde. Die Parade nahm einen glänzenden Verlauf. Ihre Majestät die Kaiserin kehrte von derselben um 12*/4 Uhr zurück und wurde an der Moselbrücke von den Vertretern der Stadt empfangen. Oberbürgermeister de Nyß hielt eine An­sprache, welche Ihre Majestät dankend erwiderte. Wenige Minuten später traf St- Majestät der Kaiser bei der Mosel­brücke ein, von den Vertretern der Stadt empfangen. Der Oberbürgermeister hielt eine Ansprache und kredenzte den Ehrentrunk. Se. Majestät hob in seiner Erwiderung, wie dieTrier'sche Zeitung" meldet, die Freude über den Empfang hervor, betonte alsdann, daß Reich sei auf Traditionen und auf Tugenden gegriindet, namentlich auf den Fleiß, die Treue und Anhänglichkeit an das Herrscherhaus, welche in Trier gepflegt würden, er trinke auf die jungen und alten Trierer und auf die Stadt selbst. Hierauf begab sich der Kaiser zu Pferde an der Spitze der Ehrencompagnie in die Stadt. Ihre Majestät die Kaiserin besichtigte den Dom und die Lieb« frauenkirche. Die Abreise erfolgte um 2 Uhr.

Wesel, 2. September. Criminalcommissar Rautenberg auß Berlin wird sich im Auftrage deß Mtnisterß deß Innern in den nächsten Tagen nach Tanten begeben, um weitere Feststellungen in der Xantener Knabenmord-Affatre zu veranlassen.

Metz, 2. September. Zum Empfang Seiner Majestät deß Kaiserß ist die Stadt auf daß Prächtigste geschmückt. In der Bevölkerung herrscht eine freudige Stimmung. Der Fremdenzufluß ist ein starttr. Der Großherzog von Baden wird heute Abend hier erwartet. Der Erbgroßherzog von Sachsen-Weimar und der Statthalter Fürst zu Hohenlohe sind heute Nachmittag eingetroffen.

Tilfit, 2. September. Die Ruhrerkrankungen nehmen hier zu. Etwa 100 Personen sind biß jetzt erkrankt, von denen sieben gestorben sind.

Att-land.

Der immer wieder hinausgeschobene russische Flotten- besuch in Frankreich zur Revanche für Kronstadt wird nun endlich doch in Scene gehen. Für Ende September ist in Partß offiziell daß Erscheinen etneß russischen Geschwaders an der französischen Küste angekündigt worden, nur ist noch unbestimmt, ob der Empfang der russischen Kriegsschiffe in Brest oder in Cherbourg stattfinden wird. Die russischen Geschwaderoffiziere werden auch nach Paris eingeladen werden. Natürlich wird sich die ganze Sache zu einem neuen groß- artigen französisch-russischen Verbrüderungsspektakel gestalten, der aber hoffentlich ebenso unschädlich für den europäischen Frieden bleiben wird, wie dies von den Kronstädter Festtagen gelten kann.

Wien, 2. September. Die Schauspieler und Schauspielerinnen Oe st erreich.Ungarns haben eine Versammlung auf den 4. September einberufen, in welcher die Schaffung einer Organisation zur Beseitigung der Hebel, stünde in der Lage der Schauspieler beschlossen werden soll.

Wien, 2. September. Der ReichSrath soll am 10. October eröffnet werden.

Prag, 2. September. In der vergangenen Nacht ist der kaiserliche Adler am StaatßanwaltschaftS.Gebäude beschädigt worden.

Zschl, 2. September. Der Kaiser von Oester- reich ist heute vormittag zu den Manövern nach Galizien abgereist.

Pari«, 2. September. DerTempß", dieLiberte" und dasJournal des DebatS" fordern die Wähler in Lille auf, gegen den Socialisten Lafargue zu stimmen, derselbe se, Schwiegersohn deö Preußen Karl Marx und Vertreter deß heillosen deutschen SocialißmuS in Frankreich.

Rom, 2. September. Der alljährlich im September stattfindende Ptlgerzug zur Madonna von Loreto ist wegen der Choleragefahr für dteseß Jahr verboten worden.

Rom, 2. September. Der herzliche Empfang deß Kronprinzen in Coblenz hat hier große Freude hervor­gerufen.

Genua, 2. September. In Monte Carlo sprengte eine Schottländerin die Bank. Der Gewinn betrug 1»/, Mill Francs. ö

Antwerpen, 2. September. Der Eisenbahn- und Justiz- Minister trafen strenge Maßregeln betreffs der russischen Auswanderer, die in Hamburg abgewiesen werden und via Antwerpen nach Amerika reisen wollen. An der Grenze muß jeder Auswanderer nachweisen, daß er mit einem regel, rechten Fahrschein bis zu dem amerikanischen Hafen versehen und wenigstens 400 Mk. besitzt, sonst wird er nach Rußland zurückbefvrdert.

Petersburg, 2. September. Die Regierung hat die Anordnung getroffen, daß in den Marineschnlen der baltischen Provinzen der Unterricht in Zukunft ausschließlich in russischer Sprache ertheilt wird. Ferner müffen sich die Eisenbahnbeamten ebenfalls im December in der russischen x?rQ?ef prüfcn laRcn' wobei diejenigen, welche die Prüfung nicht bestehen, entlasten werden.

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Wolff» telegraphisches Corresponden, - Bureau.

Metz, 3. September. Se. Majestät der Kaiser traf dem Kronprinzen von Italien um 10 Uhr 45 Min. mittels Sonderzuges auf dem Bahnhof in Devant lea I onta unter dem Donner der Salutschüsse von Fort St. Julien und der VestePrinz Friedrich Karl" ein. Se. Majestät trug die Uniform der Gardehusaren, der Kronprinz diejenige deß Hessischen Husaren-Regimentß Nr. 13. Am Bahnhof waren der Großherzog von Baden, S. K. Hoheit der Prinz Albrecht von Preußen, der Prinz Leopold von

Bayern und der Reichskanzler Graf v. Caprivi, welche bereits um 10 Uhr 20 Min. auf dem Bahnhof Devant lea Ponte eingetrcffen waren, ferner der Statthalter Fürst Hohenlohe, der Commandeur des XVI. ArmeecorpS General der Cavallerie Graf v. Häseler und die Generalität zum Empfange anwesend. Se. Majestät schritt mit dem Kron­prinzen die Front der Ehrencompagnie ab, sodann erfolgte ein Vorbeimarsch der Compagnie vor dem Bahnhof. Hierauf bestieg Se. Majestät mit dem Kronprinzen den Wagen und fuhr, gefolgt von den anderen Fürstlichkeitsn, unter den Hurrahrufen der zahlreich zusammen geströmten Bevölkerung nach dem Exerzierplatz Ban St Martin zum Feldgotteß- dienst.

Metz, 3. September. Kurz vor 11 Uhr traf Se. Majestät der Kaiser mit dem Kronprinzen von Italien und den anderen fürstlichen Personen auf dem Exerzierplatz Ban St. Martin ein. Auf demselben waren etwa 8000 Mann in feldmarschmäßigerAuß. rüstung im Viereck ausgestellt. In der Milte deß Diereckß, dem Kaiserzelt gegenüber, war ein Altar errichtet. Se. Majestät der Kaiser und die anderen fürstlichen Personen wohnten im Kaiserzelt stehend dem biß 11'/, Uhr währenden Gotteßdienste bei. Se. Majestät der Kaiser setzte sich alßdann an die Spitze der Truppen und hielt unter dem Geläute sämmtlicher Glocken den Einzug in die Stadt. 7000 Schulkinder und 4000 Mitglieder von Vereinen bildeten Spalier. Eine dicht­gedrängte Menschenmenge bereitete allenthalben Sr. Majestät dem Kaiser begeisterte Ovationen. Die übrigen Fürstlichkeiten und deren Gefolge hatten sich schon vorher zu Wagen nach der Stadt begeben. Die Straßen der Stadt sind glänzend geschmückt, daß Wetter ist herrlich.

Meh, 3. September. Die städtischen Behörden hatten auf dem Platze am Südende der Pariser Straße Aufstellung genommen, um Se. Majestät dem Kaiser bei dem Einzuge in die Stadt NamenS derselben den Willkommengruß zu bieten. Se. Majestät beehrte die Vertreter der Stadt durch eine An­sprache und legte persönlich dem Bürgermeister Halm die der Stadt Metz verliehene kostbare Kette um. Darauf führte Se. Majestät die Truppen biß zur Esplanade und nahm den Vorbeimarsch derselben ab.

Metz, 3. September. Se. Majestät der Kaiser hat dem Statthalter Fürsten von Hohenlohe die königliche Krone zum Großkreuz deö Rothen Adlerordenö verliehen.

Meh, 3. September. Der König von Sachsen traf Nach­mittags hier ein und wurde von Sr. Majestät dem Kaiser auf dem Bahnhofe begrüßt. Eine Stunde später traf der Prinz Ludwig von Bayern hier ein. Se. Majestät der Kaiser ist um 3'/, Uhr nach Urville abgereist.

Meh, 3. September. Bei der Begrüßung Sr. Majestät deS Kaisers hielt der Bürgermeister Halm eine Ansprache, in welcher er den Dank der Bevölkerung für daS Kommen Sr. Majestät deö Kaisers Ausdruck gab und gleichzeitig die Hoffnung auS- sprach, daß Se. Majestät der Kaiser bald wiederkehren möge, um Ihrer Majestät daß Schloß Urville zu zeigen. Se. Ma­jestät der Kaiser dankte für die Ansprache. Metz und sein ArmeecorpS sei ein Eckpfeiler in der militärischen Macht Deutschlands, dazu bestimmt, den Frieden Deutschlands, ja ganz Europas, dessen Erhaltung sein fester Wille sei, zu schützen.

Homburg v. d. H., 3. September. Ihre Majestät die Kaiserin ist mit I. K. Hoheit der Prinzessin Adolf von Schaumburg-Lippe Mittags 12 Uhr 15 Min. hier eingetroffen und von Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich empfangen worden. Die Abreise von hier soll Nachmittags 5 Uhr er­folgen.

Coblerizer Kaisertage.

Koblenz, 2. September. Als gewissenhafter Bericht­erstatter muß ich zu Beginn meiner heutigen Zeilen zuvörderst ein höchst bedauerliches Vorkommniß von gestern nachtragen, das, obwohl es mir von den verbürgsten Quellen mitgetheilt und bestätigt wurde, ich merkwürdiger Weise bis jetzt noch in keiner Zeitung erwähnt fand, wenngleich dazu angethan, die weitesten Kreise zu interessiren. Beim Besuch deß evan- gelischen Stiftö am gestrigen Nachmittag begegnete nämlich der Kaiserin ein sehr bedauerlicher Unfall, der leicht die schlimmsten Folgen hätte nach sich ziehen können. Alß der Kaiserin in dem Garten deß StiftS durch ein kleines Waisen- kind eben ein Strauß überreicht wurde, stürzte auß dem obersten Stockwerk deö Gebäudes eine große Glasscheibe hernieder und zwar direct an der Stelle, wo sich die Kaiserin befand, so daß der hohen Dame mehrere größere Glassplitter auf die rechte Schulter fielen. Während die Umgebung auf daß^Höchste bestürzt war, zeigte die Kaiserin nicht die geringste Beunruhigung, sondern drückte wiederholt der Frau Director der Anstalt gegenüber mit der Versicherung, daß sie durch daö Vorkommniß vollständig unberührt geblieben, ihre Freude auß, daß daß vor ihr stehende Kind keinen Schaden davon getragen habe. Daß Vorkommniß selbst war dadurch ent­standen, daß ein Kranker in den Garten sehen wollte und so in der Hast den Fensterflügel zertrümmerte. Daß die Kaiserin baß bedauerliche Vorkommniß in der That vollständig unberührt gelaffen, konnten sich sowohl die Theilnehmer deß alßbald stattfindenden Galadinerß, wie auch die Personen vollauf überzeugen, die bei der am Abend stattgefunoenenRhein- fahrt aus dem SalonbootWilhelm Kaiser und König" Gäste deß Kaisers waren und hierbei die Kaiserin in ihrer anmuthigen, heiteren Weise zu sehen und reden zu hören Gelegenheit hatten. Unumwunden gaben beide Majestäten fortgesetzt ihrer Be­wunderung und Entzücken über daß überwältigende Bild Auß- druck, daß gleich der Erinnerung an ein Feenmärchen die Rheinseite von und vor Coblenz gewährte. Und in der That, diese Rheinfahrt, zu welcher daß Kaiserpaar kurz nach 8 Uhr über den auf daß Reichste itluminirien Goebenplatz und die in ein wahres Lichtmeer verwandelte untere Rheinstraße fuhr, war zum Entzücken und laffen sich deren Reize in dem engen Rahmen dieses gedrängten Festberichtes kaum mit Worten beschreiben. Schreiber dieser Zeilen hat die verschiedensten

großartigen Beleuchtungen deS RHeineß weiter stromaufwän, auf der herrlichen Strecke von dem Niederwald durch Rheingau mit seinen prachtvollen Villen biß nach dem ei jungen Mainz gesehen, aber er muß gestehen, alle diese Ve- anftalttmgen muffen zurückrreten vor dem prächtigen Schauspir daß sich vor der alten Rhem- und Moselstadt Coblenz gefter* Abend abspielte. Naturgemäß bildeten die die Gegend u beiden Seiten langgestreckten waldumkränzten Hügel, roelct sich weit in dem Strom abspiegelten, eine landschaftlich Scenerie, wie sie geeigneter nicht gesunden werden kaü- Diese unvergleichliche Beleuchtung, die in der That br Glanzpunkt aller festlichen Veranstaltungen, mit denen Coble-, baß Kaiserpaar und deren Gäste ehne, bildete, erstreckte fit auf der linken Seite von Neuendorf biß zur Horchheimn Brücke und auf der rechten Seite von Horchheim biß Vallenda: Die Ufer boten den Anblick einer ununterbrochenen Feuerlin bie bald stattliche Villen umschlang, bald auf den Berget hohen mächtige Freudenfeuer zeigte, die sich weithin in di- Fluthen deß Rheineß abspiegelten. Bei mächtigem Kanone? gedonner von dem Ehrenbreitstein und den mannigsach'ter Freudensalven von den langgestreckten Ufern fuhr mitt-: durch baß feenhafte Zaubermeer die nur auS drei Schiss:: bestehende Festflottille. Den Anfang der letzteren machte b- Strompolizei auf dem mit einem Kranze electrischer Lichrn umgebenen RegierungödampferPreußen", dem in kürzte Abstand der graße SalondampferWilhelm Kaiser ir: König" folgte, der mit einem Musikchor auf dem Decke du Kaiserpaar, die sonstigen anwesenden Fürstlichkeiten net: Gefolge trug. Der Dampfer war von der toelth rühmten Firma Bembe und Cie. in Mainz auf daß Pract: vollste QußgcftQttet; oben daß Vorderdeck war mit werthvoll?? persischen Teppichen zu einem Zeltlager umgewandelt, umtt welchem sich zwischen geschmackvoller Blumendecoration d:i Kaiserpaar und die sonstigen hohen Gäste aufhielten. Für den nicht eingetretenen Fall ungünstiger Witterung war bn untere große Salon deß Schiffeß in drei kleine reizend Cabinetc umgewandelt, in denen an Nichtß mangelte. Aus dem Deck unter dem Ruderbug war ein rounbernetteß Busi:: errichtet, in welchem ber an bem ganzen Rhein weithin be- kannte Restaurateur Fleck seineß Amtes meisterhaft walte:: Hinter dem Kaiserschiff fuhr ber HalbbeckbampferArvo.: Walpob", ber einige hundert speciell geladener Gäste, Worunter auch die Vertreter der Presse, trug. Letzteren hatte ee bereits am vormittag - bei einem solennen, von der Düsft dorfer DarnpsschiffSfahrtSgesellschaft gegebenen Gabelfrühsu.k Gelegenheit geboten, von den herrlichen Schtffßeinrichtungk- Einsicht zu nehmen. Kurz nach 10 Uhr war die Rheinfahr: zu Ende, nach welcher daß Kaiserpaar mit seinen fürft- lichen Gästen unter den lautesten Jubelrufen der Dir tausendküpfigen Menge sofort nach dem Schloß fuhr. Bei strömendem Regen begaben sich die beiden Majestätei-, sowie die übrigen Fürstlichkeiten heute Morgen In frühester Stunde zu ber großen Parabe nach Trier, wovon die Rück­kehr nach 4 Uhr Nachmittags erfolgte. Um 6 Uhr fand alßbann großes Parabebiner statt, an welchem die Generäle unb Stabßofsiziere, welche am Morgen bei ber Parabe an- wesenb, theilgenommen haben. Bei demselben brachte der Kaiser einen Trinkspruch auf den König von Italien unb später auf daß 8. ArmeecorpS auß. Der große militärische Zapfen­streich, an bem fämmtliche Musiker unb Spielleute bei 8. ArmeecorpS unter Leitung beS Armeemusikinspiciemen Roßberg mitgewirkt haben, setzte sich gegen 10 Uhr in Br- wegung unb erzielte eine gewaltige Wirkung. Daß Kaiser­paar unb ber Kronprinz von Italien hörten bie Serenade von dem Balkon deS Schloffeß an. Morgen reift der Kaiut nach Metz ab, während, wie verlautet, die Kaiserin sich -tut-. Besuch der Kaiserin Friedrich nach Homburg begibt.

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Gießen. 4. September 1893.

** Prinz Georg von Sachsen, Bruder bKönig- Albert, traf gestern Nachmittag 5 Uhr 52 Min. hier ein unb fuLr um 6 Uhr 2 Min. nach Metz weiter.

** Militarcoucert. Morgen Dienßtag Abenb findet ip Stein- Garten" ein öoncert der Capelle beß Gr. Infanterie-(Leibgarde-) Regiment-Nr. 115 statt, auf welche- hierdurch aufmerksam gemacht fei. Wie erinner­lich, spielte die Capelle vor einigen Jahren mit Auszeichnung in London. (S. Inserat.)

** Zusammenstoß. Am vergangenen Freitag Abend, etwas zu später Stunde, colibirte auf der Straße zwischen der Wellerßburg unb Gießen ein Rabfahrer mit einem Passanten, l wobei Letzterer im Gesicht erheblich verletzt würbe.

* UeberfaU. In ber Nacht vom SamStag aufSonntoz geriethen in einer Wirthschaft in ber Robheimerstraße mehrer, Arbeiter in Händel. Zwei derselben paßten beim Nachhause« gehen einem Backsteinmacher aus unb bearbeiteten ihn m t abgerissenen Zaunlatten. Eine empfindliche Strafe wird denselben blühen, ba sich um einen gemeinschaftliche! Heb erfüll hanbelt.

* * Zechpreller. Gestern Morgen verschwand auß einer Wirthschaft ein Ehepaar (Händler) unter Zurücklassung einer Zechschulb von 20 Mk.

* Keine Cholera Der am SamStag angeblich alß choleraverdächtig in bie Klinik verbrachte Spenglergeselle be« sinbet sich aus bem Wege ber Besserung unb sei hiermit zur Beruhigung bemerkt, baß im vorliegenden Falle keine Cholera conftatirt worden ist.

* * Waruaug. Daß in letzter Zeit wieder überhand nehmende Peitschenknallen mancher Fuhrleute, welches bie Paffanten nicht allein belästigt, sondern auch gefährdet, ist strafbar, und ist daß Polizeipersonal angewiesen, jede Uebertretnng zur Anzeige -zu bringen.

Schlägerei, vergangene Nacht kamen wieder ver­schiedene Schlägereien mit Körperverletzung auf der