Veiß Nidda am 7. August. — Zur Wiederbesetzung wird ausgeschrieben die erste evangelische Pfarrftelle zu Erbach; daS Präsentationsrecht steht dem Grafen von Erbach-Erbach zu; die evangelische Pfarrstelle zu Wallernhausen.
** Theatervereio. In unserem gestrigen Artikel har sich leider ein Druckfehler eingefchlichen, der den Sinn zum mindesten stark beeinflußt. Der letzte Satz hat zu lauten: „Mit Be- stimmtheit aber muß von allen Mitgliedern erwartet «erden, daß ste dem Verein treu bleiben, denn nur unter dieser Voraussetzung können die finanziellen Verhältnisse weiter (nicht, wie es hieß, wieder) erstarken, und nur bei guter finanzieller Lage ist dem Verein die Möglichkeit gegeben, seinen Mitgliedern besondere Vergünstigungen zu gewähren."
* * Antzzeichnnng, Seine Majestät der Kaiser hat dem Weichensteller Weg er le dahier bei seinem Uebertrirt in den Ruhestand am 1. October 1. I. daS Allgemeine Ehrenzeichen verliehen.
* * Brand. In einem Hause der Frankfurterftraße entstand heute früh 4 Uhr Feuer. Dasselbe ist jedenfalls durch einen Kaminfehler hervorgerufen worden. Der Schaden ist nicht bedeutend, da nur der Fußboden etwas anbrannte.
* * Verhaftet. Wegen Trunkenheit uud Ruhestörung wurden in vergangener Nacht ein hiesiger Taglöhner und eine hier zugereiste Zigeunerin verhaftet.
** Herr Dr. Sutor hier wurde gestern einstimmig zum Bürgermeister der Stadt Alzey gewählt.
_ e* Die Postschalter werden seit gestern um 8 Uhr Morgens geöffnet.
** Telegraphen • Verkehr. Im Großherzogthum Heffen wurden Im Jahre 1892 435,608 Telegramme gegen 406,145 im vorgehenden Jahre aufgegeben; die Summe der dafür er- hobenen Gebühren belief sich auf 311,707 Mk. auf einen Flächeninhalt von 24,7 Quadratkilometer oder 3193 Einwohner entfallt eine Telegraphenanstalt; es kamen auf je 1 Quadratkilometer 56,7 Telegramme, 40.58 Mk. Gebühren, auf 1000 Einwohner 438,73 Telegramme, 313.94 Mk. Gebühren. Am 31. Dccember 1892 waren in Betrieb 2096 Kilometer Linien, 8106 Kilometer Leitungen, 462 Apparate. — In Gießen I wurden aufgegeben 18,190 Telegramme mit 10,923 Mk. erhobenen Gebühren, in G i e ß e n H 10,026 Telegramme mit 6775 Mk. erhobenen Gebühren. — In der Provinz Oberhessen wurden aufgegeben 80,316 Telegramme mit 53,478 Mk. Gebühren. Unter den 87 in Oberheffen befindlichen Telegraphenanstalten gab sonach Gießen allein mit 28,216 Telegrammen mehr wie den dritten Theil der in der Provinz beförderten Telegramme allein auf. Mehr wie 1000 Depeschen wurden weiter aufgegeben in Alsfeld (3432), Bad Nauheim (9477), Büdingen (2208), Butzbach (2375), Friedberg (5484), Hungen (1739), Lauterbach (2031), Lollar (1281), Nidda (1126), Schlitz (1018), Vilbel (1266). Die geringste Anzahl Depeschen (35) wurde in Wallenrod aufgegeben. Ununterbrochener Dienst bestand in Alzey, BenS- heim, Bmgen, Butzbach, Darmstadt (Telegraphenamt und Bahnhof), Friedberg, Gießen l, Mainz (Telcgraphenamt und Bahnhof), Offenbach und Worms, voller Tagesdienst in Gießen II, Eastel, Mainz IV.
** Zur Absperrung der Bahnsteige in Frankfurt a. M. schreibt die „Franks. Ztg." : Die Absperrung der Bahnsteige ist mit dem gestrigen Sonntage zur Thatsache geworden. Vorbei sind die sentimentalen Zeiten, da man noch den Verwandten und Bekannten, die eine Reise nach Hattersheim oder Kelsterbach unternahmen, beim Signal der Dampfpfeife zum letzten Mal die Hand durch das Coupkfenster schütteln, vielleicht gar ein paar Zoll auf dem Trittbrett schwebend mitfahren konnte. Auch um den sorglosen Schlummer der Passagiere ist eS, wenigstens streckenweise, geschehen, dem man sich sonst während der Fahrt in der Coupoecke hingeben durfte, unbekümmert um daS Wohin, weil ja im kritischen Moment der Schaffner nicht versäumte, alle Wagenthüren aufzureißen und fast jedem einzelnen Schlafenden den Namen der Haltestelle donnernd inS Ohr zu rufen, und weil ohnehin große Chance bestand, daß mindestens einmal zwischen je zwei Stationen die beliebte Frage „Niemand zugestiegen?" oder die Mahnung „Bitte, Fahrkarten vorzeigen!" Morpheus verscheuchte. Jetzt aber haftet der Fahrgast selber für die Beobachtung seiner Fahrtdauer. Wer die Karte überfährt, verfällt der Strafe, gleich dem von der Controle ohne Billet oder in einer höheren Wagenklasse Betroffenen. Bekanntlich ist die Neuerung zunächst nur aufden StreckenHorchheim-Niederlahnstein-WieSbaden- Frankfurt und Frankfurt-Fulda-Bebra eingeführt worden. Die Reisenden, die nach Stationen dieser Linien fahren, haben daher ihre Fahrausweise bis zum Auögange auf der Zielstation anfzubewahren nnd dann an den Beamten abzugeben; desgleichen auf den von diesen Linien abzweigenden Linien. Im Uebrigen erwachsen den Reisenden durch daS neue Verfahren keinerlei sonderliche Beschränkungen- der Fahrtausweis berechtigt die Reisenden zum Betreten der Wartesäle rc. und eine Bahnsteigkarte zu 10 Pfg. gibt dem Nichtreisenden daS Recht, in den abgesperrten Bahnhoftheilen sich aufzuhalten. Wenn man nun noch bedenkt, daß die neue Maßregel nicht nur der „Cultursparsamkcit" entspringt, sondern auch den humanen Zweck im Auge hat, daS Begehen der Wagentrittbretter durch die Schaffner während der Fahrt entbehrlich zu machen und somit Unfällen vorzubeugen, so darf man dem Ersuchen der Frankfurter Eisenbahndirection an daS Publikum beipsiichtcn: „die Durchführung der neuen Einrichtung im diesseitigen Bezirk durch eine wohlwollende und entgegenkommende Haltung auch den Beamten gegenüber thunlichst zu unterstützen." — Freilich sollten dabet die Beamten mit dem besten Beispiel vorangehen. — Daß die Mahnung der Direction nicht überflüssig war, erhellt auS folgender Meldung eines unserer Berichterstatter über turbulente Scenen, die sich heute früh auf dem Hauptbahnhof abgespielt haben. Gestern ging eS ziemlich ohne Störung ab, da der Verkehr gering war, so daß die an den Bahnsteigen aufgestellten Eontrollbeamten, die vor dem Einsteigen in den Zug die Fahrkarten der Pasta-
giere durchlochen und an den Endstationen abuehmev, ihrer Aufgabe gewachsen erschienen. Immerhin kommen kleinere Verspätungen der einzelnen Züge vor. Heute Morgen jedoch, am zweiten Tage, bei Eintreffen der Arbeiterzüge, die meist mit Verspätung von den Zwischenstationen hier einliefen, ereigneten sich tumultarische Scenen- eine Eootrolle war vollständig unmöglich. Die Arbeiter, die pünktlich um 6 Uhr auf ihren Arbeitsstätten sein müffen, stürmten den Eordon, entzogen sich der Eontrolle zum Theil und verließen unter Johlen und Hall oh den Bahnhof. Die ausgestellte Bahnpolizei unterließ eS, einzuschreiten, da sie diesem Treiben von 1000 bis 1500 Menschen nicht gewachsen erschien. ES wird, hiernach zu urtheilen, einige Zeit vergehen, bis sich daS reifende Publikum an die neue Verfügung gewöhnt haben wird.
*• Zar ConntagSrnhe. Die Vorsitzenden der vier Landes- ausschüffe für Heffen, Baden, die Pfalz und Frankfurt a. M. haben im Namen und Auftrag der südwestdeutschen Eonserenz für innere Mission dem hohen Reichstage und BundeSrathe eine Petition in Sachen der Sonntagsruhe eingereicht. Darin wird dem Vertrauen Ausdruck gegeben, daß die vollkommene Einstellung aller öffentlichen und gewerblichen Arbeit am Sonntage unter alleiniger Zulaffung der durch Liebespflicht und die Nothwendigkeit gemeiner Wohlfahrt gebotenen Ausnahmen nach wie vor das Ziel auch der deutschen Gesetzgebung sein werde. An den Reichstag wird die Bitte gerichtet, über den unter seiner Mitwirkung zum Gesetze gewordenen Anfängen in der doppelten Richtung zu wachen, daß die Zulaffung zahlreicher prinzipwidriger Ausnahmen im Handels- gewerbe kräftig gewehrt und die baldigste Inkraftsetzung des Gesetzes für Industrie und Handwerk ermöglicht werde. An diese Petition schließt sich die weitere Bitte: 1) Die AuS- dehnung der Bestimmungen der Sonntagsruhe auf daS Gebiet des Tchankwirthschafts- und VerkehrSgewerbeS nachhaltigst zu verfolgen. 2) Die gänzliche Freihaltung des Sonntag« von dem Unterrichte der Fortbildungsschulen durch deffen Verlegung auf Stunden der Wochentage herbeizuführen.
** Steuerermäßigung. Die in diesem Herbst zu militärischen Hebungen einberufen gewesenen Reservisten und Wehr- leute seien darauf aufmerksam gemacht, daß sie von der Zahlung der Steuer befreit sind. Hierbei macht eS keinen Unterschied, ob die Hebung während dcS ganzen Monats oder nur kürzere Zeit gedauert hat. Beispielsweise haben die am 28. August einberufenen und am 14. September zur Entlassung gekommenen Mannschaften Anspruch auf einen Steuererlaß von 2 Monaten, d. i. % der ganzen JahreS- steuer. Zur Geltendmachung dieser Ansprüche bedarf eS nur eines entsprechenden Antrages unter Beifügung deS Steuer- zettelS an die zuständige Stelle.
** CommerS auf Helgoland. Die Betheiligung an dem am Sonnabend den 7. October d. Js. auf Helgoland stattfindenden Alte Herren-Commers wird eine sehr große fein; bis zum 22. v. M. waren 150 Anmeldungen eingelaufen. Die Anmeldefrist wurde bis zum 29. v. M. verlängert. Helgoland rüstet sich zum würdigen Empfang.
•* Zur Beachtung. Nach § 1 des Gesetzes vom 20. Juli 1881 müssen Schankgefäße — Gläser, Krüge, Flaschen —, die zur Verabreichung von Wein, Obstwein, Most oder Bier in Gastoder Schankwirthschaften dienen, mit einem bei der Ausstellung des Gefäßes auf einer horizontalen Ebene den Sollinhalt begrenzenden Strich — Füllstrich — und in deffen Nähe mit der Bezeichnung des Sollinhaltes nach Litermaß versehen sein. Ausgenommen von dieser Bestimmung sollen nach § 6 versiegelte, verkapselte und festverkorkte Flaschen und Krüge sein.
** „Wenn die Schwalben heimwärts ziehen", dann beginnen die Ofenputzer, wie in diesen Tagen, menschenfreundliche Thätigkeit, und der lange vernachlässigte Ofen fängt an, in den Mittelpunkt deS häuslichen JntereffeS zu rücken. Einen zuverlässigeren Boten des nahenden Winters giedt es nicht, als diesen Mann, der berufen ist, die in der letzten Campagne davongetragenen ehrenvollen Wunden unseres braven Wärmespenders zu curiren, und zwar unter der ver- ständnißvollen Oberaufsicht der Hausfrauen und sämmtlicher Familienmitglieder, deren jedes sich an irgctTb einen Fehler des Ofens zu erinnern weiß. Die Frauen wünschen vor Allem, daß daS Hngeheuer in der Ecke dort nicht so gefräßig fei, „bei die theuren Kohlenpreise" und daß eS auch ordentlich wärme- die nervöse Tochter hat gefunden, daß der Ofen ganz unmusikalisch singe und stöhne, und der Herr deS Hauses wünscht nicht, daß eS außer ihm einen leidenschaftlicheren Raucher in der Wohnung gebe. Meister Ofenputzer verspricht feierlich, allen Hebelständen abzuhelfen und macht sich an die Arbeit. Am meisten giebt ihm der eigentliche Feuerraum zu schaffen, denn in der Regel ist dieser — besonders in kinderreichen Familien — mit den unglaublichsten Dingen angefüllt. Hat man ihn doch SommerS über als Versteck für Hunderterlei benutzt, für Spielzeug, für Butterstullen, die man programmmäßig essen sollte, aber nicht gegeffen hat, für eine unendliche Menge Papier u. f. w. Hier findet Mama allerlei Toilettenstücke, die sie während dcS Sommers vermißt hat, einige Parfümfläschchen und dergleichen, welche die Kinder sich widerrechtlich angeeignet und verborgen haben, hier findet man ein paar LiebeSbriefchen, welche an irgend ein unerreichbares Ideal geschrieben, aber nicht abgeschickt wurden . . . Ein Philosoph und Seelenforscher könnte zu alledem, waS der Osenmacher auS dem Ofenloche zum Vorschein bringt und worüber die Kinder hersallen, ein intereffanteS Capitel auS der Geschichte der Familie schreiben auf Grund dieser menschlichen Documente, welche der gute Meister achtlos bei Seite wirst, für die er nicht einmal ein Lächeln besitzt — der Mann hat keine Zeit, er ist jetzt ein vielbegehrter und vielbeschäftigter Mann.
•• Felbwebel LieuteuRutS. Zur Besetzung der Seconbc- Lieutenantsstellen bei den Ersatztruppen, den Landwehr-Fuß- artillerie-Bataillonen, den Garnison Bataillonen und Landwehr- Formationen können diensterfahrene inactive Hnteroffiziere, die nicht mehr dienstpflichtig find und sich zum Wiedereintritt
für den Fall einer Mobilmachung bereit erklären, angenow«. werden. Solche Unteroffiziere, die zur Verwendung Feldwebel-Lieutenants im Mobilmachungsfalle 1894 95 vom 1. April 1894 bis dahin 1895 — bereit find, mün- fich unter Einreichung ihrer Perfonalpapiere bei dem t, treffenden BezirkScommando oder Bezirk-feldwebel me'.tr Sie werden bei ihrem Dienstantritt zu vicefeldwebeln otZ Bicewachtmeistern der Landwehr, falls fie nicht bereits irühs in solcher Stellung waren, ernannt und erhalten die Gebühr* eine« Seconde-Lieutenants, ausgenommen den DvhnungSo^, zuschuß, ebenso Bekleidung nnd Ausrüstung. Haben sie sh»! dienstliche Brauchbarkeit dargethan, so können sie drei Mot-^ nach erfolgtem Dienstantritt ohne vorhergegangene Wahl OffiziercorpS dem Kaiser durch die Gesuchslisten zur Ernenrun, zum Feldwebel-Lieutenant vorgeschlagen werden. Die £3 webel-LieutenontS gehören zu den Londwehr-Offizieren »war zur Hauptklaffe der Subaltern•Cffiperc im Range tJ Seconde Lieutenants. Sie erhalten die Offizierspension neid PenfionSzulage, wenn fie als Feldwebel-Lieutenants cuu Invalidität bedingende Verwundung oder DienstbefchLdig-, erleiden, und auch die Bewilligungen für die Hinterdlwbwa regeln sich nach den Besttmmungen des ÄütäwNhfe gefetzeS. ______________
§ Unter Seibertenrod. 2. October. Nachdem vor Jahren unsere kleine Gemeinde in so schrecklicher Weise ui der DiPhtheritiS heimgesucht worden war, über z»c Opfer forderte die mörderische Krankheit, schien biefer Slmta Würgengel unS im vorigen Jahr verlaffen und seinen fyu Weit tiefer dem Thale hinab nach Oder-Ohmen, Ruppenem:! und Burggemünden verlegt zu haben. In diesen Tagen ata tritt die Krankheit wieder von Neuem auf. Bereit- vr. Kinder, worunter ein schulpflichtige-, sind ihr wiederum erlege Angesichts der großen Gefahr dieser Epidemie, die Icuc immer noch nicht genug gewürdigt wird, ist dringend empfehlen, die allgemein bekannt gegebenen Verhaltung--me. regeln gewiffenhaft zu beobachten.
A. AuS der südlichen Wetteran. 1. October. Die Ck weinfabrikanten in unserer Gegend, besonders in unserer Rra- stadt Büdingen, sind Tag und Nacht rastlos in Thätigke um die ausgezeichnete Eonjunctur für Herstellung !t; Apfelweins tüchtig auözunützen. Man ist gewöhnlich in Ansicht: Der Frankfurter, beziehungsweise der SachsendL.- Apfelwein fei der beste in ganz Deutschland, waS ata : nicht erwiesen ist. Frankfurt als Großstadt und fein t ■ hängsel Sachscnhzusen haben wegen der Grvßstadtfirma cuu größere Kundschaft, womit aber nicht gesagt ist, daß tu Obstweinerzeugnisse der kleineren umliegenden One n Starkenburg und Oberheffen nicht ebenso gut, mitunter io gor noch besser sind. Derartige Orte sind in unserer Provinz: Vilbel, Dortelweil und jene andere Orte nördl.ä von Frankfurt, besonder- aber Büdingen. In unserer Kreisstadt wird ein Obstwein hergestellt, deffen Renomm« b:l nach Hamburg und Stettin reicht. Der die-jährigi Stoff verdient die höchste Anerkennung und jeder Kenner ihn sich trefflich munden. — Aehnlich wie mit dem Obstwein« geht e- mit den Frankfurter Würstchen. Sie werden hundert- tausendweife in Isenburg, Langen, selbst in Darmstadt, aber besonders auch in Oberheffen bi- in Obermockstadt tn Wagner) und in Büdingen fabricirt. Die Büdinger Frank furtcr Würstchen haben ihren Weg bis nach Augsburg, »eit nach Süodeuschland, wie der Büdinger Frankfurter Apfelwein den feinigen bis an die Nord- und Ostsee gesunden.
-a.- AuS dem Seenthal, 2. October In unserem obere- Thale ist man mit den landwirthschaftlichen H erb st ar beiten noch sehr zurück. So lagert noch, namentlich um ben Cta seener-Hos, viel Gerste im Felde. Durch den txodiu । Sommer säete man dieselbe, auf Feuchtigkeit wartend, V.x spät auS. Die anhaltende Trockenheit verhinderte ein baltyt Aufgehen derselben und sie kam erst zum rechten Wacb'tsM nach den ersten Regenfälleu im Spätsommer. Auch he Grummeternte ist noch nicht beendigt und sitzt noch viäeS Grummet auf den Wiesen. Mit dem AuSmachen der ter- toffeln hat man jetzt begonnen. Dieselben liefern reiche ft- träge mit Ausnahme trockener Lagen, auf denen die PartoW nicht aufzugehen vermochten.
-r. Neu - Ulrichstein, 1. October. MvnatSberichi der Arbeiter-Colonie pro September 18 93. Ente September 1893 sind in der Colonie stellen-, refp. arbeitest 58 Mann. Dieselben Vertheilen sich auf da- Gro»- herzogthum Heffen 20, Regierungsbezirk Kastel 5, Regierung»- bezirk Wiesbaden 5. Königreich Preußen: Provinz Rtac- lande I, Provinz Westfalen 3, Provinz Sachsen 1, Provmz Brandenburg 1 , Provinz Schlesien 4, Provinz Pvien 1, Provinz Ostpreußen 1 - Königreich Bayern 4, Königreich Württemberg 2, Königreich Sachsen 3. Thüringische Staaten 2. Großherzogthum Baden 2. Großherzogthum Mecklenburg L Großherzogthum Luxemburg 1. Ausland: Böhmen 1. von waren : Arbeiter 24, Bäcker 6, Bergmann 1, binber 1, Färber 1, Instrumentenmacher 1, Kaufleute Kellner 2, Kesselschmiede 1 , Maurer 1 , Metzger 1, Sattler 1, Schlaffer 1, Schneider 5, Schreiber 1, macher 3, Tuchscheerer 1, Tüncher 1, Weber 1, Zi«»et- mann 2. Im Monat September wurden entlasten 17 Mao.-, und zwar in Stellung durch die Eolonie 1, auf eigenen Wunsch 16. Gearbeitet wurde an 1586 Tagen, hierunter 4491/, Tage für fremde Rechnung. Seit Bestehen der Eolonie sind ausgenommen worden im Ganzen 2309, dagegen abgegangen im Ganzen 2251 Mann, bleibt Beitavk am 30. September 1893: 58 Mann.
Heppenheim e. b. B., 29. September. Massenhaft Gurken, welche bei der Campagne keinen Absatz sanden werden gegenwärtig theil- al- Sens- und Samengurfen ucl rheil- zur Fütterung der Schweine und des Rindvteb- dt nutzt. Einem Landwirth auS einer Nachbargentemde ver endeten kürzlich drei wetthvolle Stück Rindvieh an übermäßiger Fütterung mit Gurken. — Die Gurkenkerne werde» um 7 Mk. pro Pfd. verkauft.
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