400000. Diese Zahl vermehrt sich in nächster Woche noch um 30000 Mann, die ordnungsmäßig gekündigt haben. In den großen Werken von Manchester, Bradford, Nottingham, stellt sich bereits Kohlenmangel ein. Man befürchtet, daß der jetzige Sinke ein so allgemeiner werde, wie die Welt ihn noch nie gesehen.
Load»». 3. August. AuS Smyrna werden.verschiedene Fälle von Cholera gemeldet.
Rom. 4. August. ES verlautet, der Papst bereite ein Rundschreiben an die Staaten Europas vor über die Gesetzgebung und die Religion. Dasselbe behandle eingehend die Pflichten eines Staatsoberhauptes und socialpolitische Reformen.
Stockholm, 3. August. Das Commerzcollegium hat die Provinz und die Stadt Neapel für von der Cholera angesteckt erklärt.
Gotheuburg, 3. August. Die internationalen hydrographischen Untersuchungen der Nord- und Ostsee haben begonnen. Der schwedische Dampfer „Themiß" untersucht dgS Kagerack bis EhristianSsand, ein dänischer Dampfer 13 Linien im Kattegat und Sund, eine englische Expedition die Gewässer bei den ShetlandS-Jnseln und eine deutsche Expedition unter Professor Krümmel die westliche Ostsee. . . •
Darmstadt, 4. August. Frau von Dornberg, Gemahlin deS Prinzen Heinrich von Hessen, ist gestern in München von einem Knaben entbundenjtwrbtn.
Sitzung der Stadtverordneten
am 3. August 1893.
Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herren Bei- geordneten Georgi und Grüneberg, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Brück, Emmelius, Faber, Flett, Dr. Gutfleisch/ Habenicht, Helfrich, Heß, Jughardt, Keller, Läber, Orbig, Petri, Simon, Schwall, Schiele, Dr. Thaer, Bogt und Wallenfels.
Nachdem vor einiger Zeit der Wiesenvorstand behufs durchgreifender Entwässerung der Wiesen in den Torflöchern und am Wallbrunnen deren Dratniruug empfohlen, ist der Großh. Eulturingenieur Wt ßmann mit Ausarbeitung der Pläne betraut worden. Danach würden die Kosten für die DraivirungSarbeiten in den genannten Wiesen, sowie am Fürstenbrunnen, und weiter die infolge dessen erforderlichen AbböschungSarbeiten cm Wteseckufer, von der Ueberbrückung nach dem Philosophenwalde aufwärts bis zur großen Schleuse, sich auf 1950 Mk. belaufen. Bon diesen Kosten hätte, da hierbei die Stadt nur an den Wiesen bei den Torflöchern interessirt ist, für die übrigen Wiesentheile Private und der FtScuS heranzuztehen sein würden, die Stadt 1100 Mk. zu tragen. Die landwirthschaftliche Commission hat beantragt, die .anderen Interessenten pro rata ihrer Wtesenflächen an den Kosten participiren zu lassen oder, falls man dabet Schwierigkeiten begegnen sollte, die Wiesen zu einem annehmbaren Preise zu erwerben. Es wird in diesem Sinne beschlossen.
Obwohl wiederholte Untersuchungen des Pumpbrunnens am Philosophe nwald ergeben, daß dessen Wasser gut ist, ist Seitens des Gas« und Wasserwerks die Herstellung fragt Brunnens durch Reinigung, Anlage einer Deckschicht, Ableitung deS Abfallwassers usw. empfohlen worden, um für alle Fälle ein brauchbares Wasser, wofür ein Bedürfniß vorliegt, zu haben. ES wird unter Bewilligung der auf 145 Mk. veranschlagten Kosten die alsbaldige Ausführung der Herstellungsarbeiten beschlossen.
Zufolge Gesuchs des Herrn L. Hellmold um Anschluß seines Doppelhauses in der Weser st raße an die städtische Wasserleitung ist von der Deputation für daS Gas- und Wasserwerk die Fortsetzung der Leitung in dem nordwestlich von der Steinstraße gelegenen Theil der Weserstraße, sowie weiter beantragt worden, die Gasleitung ebenfalls bis dorthin auszudehnen. Die Kosten für die Wasserleitung sind veranschlagt auf 305 Mk., die für die Gasleitung auf 168 Mk. Die Versammlung beschloß dem Anträge der Deputation gemäß.
Für die Herstellung des GaSmesferS im Realschulgebäude werden 59 Mk. bewilligt.
Der im vorigen Jahre angeschaffte ©artenfpreng• wagen hat sich nach den bisher gemachten Erfahrungen nicht in dem Maße bewährt, wie anfänglich angenommen wurde. ES ist deshalb empfohlen worden, den zweiten Sprengwagen, dessen Anschaffung vor längerer Zeit beschlossen wurde, von einer anderen Firma zu beziehen. Der anzuschaffende, 275 Liter fassende Wagen soll 285 Mk. kosten, wodurch eine Ueberfdjreitung deS CreditS um 85 Mk. verursacht würde. Die Versammlung stimmte dem Anträge auf Anschaffung des WagenS unb Bewilligung deS verlangten CreditS zu.
Mit Aenderung der Viehmarktverhällniffe hat, nachdem der seitherige Viehmarltplatz infolge der stetigen Aus- dehnung deS Viehzutriebs sich als zu klein erwiesen, eine Belassung an der jetzigen Stelle der Entwickelung des Hamm auch hinderlich fein würde, bereits vor Jahresfrist sich die Marktcommission beschäftigt. In der Voraussicht, daß der Viehmarkt am zweckmäßigsten in der Umgebung des Schlachthauses zu placiren fei, sowie infolge deS Umbaue« des GüterbahnhofeS, durch dessen künftige Lage eine bessere Der- binbung mit. dem Hamm und damit mit dem Viehmarktplatz hergestellt würde, sind s. Z. an der West- und Südseite deS SchlachthartseS umfangreiche Geländeerwerbungen vorgenommen worben. Der heutigen Stabtverordnetensitzung ist eine mit 65 Unterschriften bedeckte Eingabe von Viehhändlern zugegangen. In derselben wird, unter Hinweis auf die geplante Errichtung von Lagerhäusern usw., die Errichtung eines Dich- hofeS am künftigen Güterbahnhof empfohlen. Die Gesuch- steller bezeichnen die jetzige Lage deS BiehmarktplayeS in Berücksichtigung der Entwickelung der Stadt als ungeeignet. Mit der Verlegung bet Viehmarktverkehr- in die Nähe be«
Bahnhof« wäre eine Verbindung mittelst SchienengeleiseS möglich, eS fielen fdie bisherigen Uebelstänbe beim Verladen des Viehes, sowie auch der läftige Durchtrieb durch die Stadt weg, übrigens fehle eS in Nähe deS Marktes an Unterkunft. Die Marktcommisfion hat die von den Gesuchftellern dar- gelegten Gesichtspunkte theilweife für begründet erachtet, wenigstens ist sie der Ansicht, daß ein Bahnanschluß an den künftigen Markt, wie solcher an den größeren DiehhandelS- platzen fast durchgängig besteht, für den Marktverkehr günstig sei. Die Commission hat demnach die Entscheidung der Frage über die Lage deS künftigen Viehmarktplatzes 'ür verfrüht erachtet und beantragt, infolange die Verlegung de« Bieh- markteS hinter das Schlachthaus zu verschieben, so lange die Errichtung eine« DiehhofeS am Bahnhofe noch ausführbar erscheint. Die Versammlung erhob diesen Antrag zum Beschluß. Eine Eingabe einer Anzahl von in Nähe deS jetzigen Bieh- markteS wohnender Interessenten, in welcher dieselben unter Hinweis auf die Schädigung in ihrem Erwerb als Stallbesitzer ersuchen, die Stadt möge auf eine Verlegung des ViehmarkteS verzichten und nur besondere Maßregeln zur besseren Reinhaltung der Viehftände treffen, fand durch Annahme deS obenerwähnten CommifsionSantrageS ihre vorläufige Erledigung.
totales und protHtuiellcs,
Gießen, 4. August 1893.
8. Die vorgestrige Aufführung des Evangelische, Kirchen- gesangverein« war nicht so stark besucht, wie man eS sonst gewohnt ist. ES war aber in Anbetracht der dafür besonders ungünstigen sommerlichen Zeit immer noch eine recht ansehnliche Zuhörerschaft, die sich eingefunden hatte. DaS reichhaltige Programm fand eine würdige und schöne Ausführung, so daß sicherlich alle Zuhörer die Erbauung und Erhebung mit hinwegnahmen, auf die eS bei einer solchen kirchlichen Musikaufführung abgesehen ist. Bor allem gilt daS von den Chören, denen man die sorgfältige Einstudirung wohlthuend anmerkte. Neben einem Choral von I. S. Bach („Dir, Dir, Jehova, will ich singen"), und die herrliche Hymne von Mendelssohn wurden auch einige Compositionen moderner Meister zu Gehör gebracht, die freilich nicht an den Werth jener klassischen Meister heranreichen, aber als Stimmen unserer auch auf musikalischem Gebiet nach eigenartigem Ausdruck ringenden Zeit ihr Recht und ihre Bedeutung
haben. DaS „Sei getreu bis an den Tod" von Feyhl
ist freilich etwas weich, aber ausdrucksvoll vorgetragen, wie eS hier geschah, spricht eS doch sehr zu Herzen.
Die Motette von Hiller „Der Herr ist in feinem heiligen
Tempel" ist, wie so manche andere Composition, in dem Bemühen, den Kirchenton zu treffen, etwas trocken gerathen und klingt zuweilen etwas rauh, sie entbehrt aber doch nicht der Kraft und Weihe, besonder- in dem fugenartigen zweiten Satz, und verfehlte darum nicht des Eindrucks. Besonder« stimmungsvoll ist die kleine Motette von dem Berliner Meister Succo: „Wenn ich nur dich habe", die durch trefflichen Vortrag auch recht zur Geltung kam. Den Höhepunkt des Abends bildete die herrliche Hymne von Mendelssohn: „Hör mein Bitten" für Sopransolo und Chor. Wir kennen wenige Compositionen Mendelssohns, die dieser an Kraft und characteristischer Stimmführung an die Seite zu stellen wären. Vor Allem der zweite Theil, wo die Solostimme bald im Wechselgesang mit dem Chor ertönt, bald von seinen mächtigen Tonwellen getragen wird und über ihnen schwebe, ist von unvergleichlicher Schönheit. In der verständnißvollen Ausführung kam sie hier zur Geltung. Die dramatische Kraft der Solostimmen und die Wucht der Chöre wirkten zusammen, um den Zuhörern einen hohen Genuß und eine merkliche innere Erhebung zu bereiten. Würdig schlossen sich den Leistungen der Chöre die der Solisten an. In erster Linie sei da mit aufrichtigem Dank der schönen Cellovorträge deS Herrn Kruse gedacht. Das gilt vor allem dem wundervollen Mozart scheu Larghetto. Mit athemloser Stille lauschte die ganze Zuhörerschaft und kein Ton regte sich, bis die letzte Note leise verklungen war. Ein nicht geringes Verdienst kommt dabei der trefflichen und fein regiftrirten Orgel« Begleitung zu, durch die der Dirigent des Kirchengesang- vereinS, Herr Organist Gör lach, wieder bewies, wie völlig er fein Instrument beherrscht. Zwei weitere schöne Orgelvorträge bot Herr Trautmann. Von den beiden Tenor- foli sprach ganz besonders daS zweite: „Auf die Zukunft unseres Heilandes", von Ahle, an. Bon ganz ergreifender Wirkung war endlich das schöne alte, geistliche Volkslied für Altsolo, in der Bearbeitung von Mendelssohn: „Es ist ein Schnitter, der heißt Tod." Der evangelisch* Kirchengesangverein darf mit gerechter Freude auf diese seine Aufführung zurückblicken, und gewiß fein, daß die Zuhörer ihrer noch lange mit dankbarer Freude gedenken werden.
** Soncerthaus Lahusteiu. Heute Freitag Abend findet die sechste Abonnements-Soiree deS Krufe-QuartettS unter Mitwirkung des Casseler HofopernfängerS Herrn Meister statt, auf welche wir ganz besonders aufmerksam machen.
** Verhaftet. Ein junger Bursche auS Gleiberg, welcher in einem hiesigen Geschäft thätig, entwendete feinem Arbeitgeber verschiedene alte Münzen, um solche durch einen anderen Jungen, ebenfalls auS Gleiberg, in demselben Ge- schäft zum Berkaus wieder anbieten zu lassen. AIS der Verkauf so nicht gelang, stellte der Erstere eine Bescheinigung, als von dem Großvater deS Letzteren geschrieben, aus, überbrachte die gen. Münzen nunmehr feinem Arbeitgeber selbst und veranlaßte bann später seinen Mitschuldigen, daS Geld Namen- feines Großvaters in dem betr. Geschäft abzuholen.
Die Festhalle für bal wittelrheinifche Turnfest in Darmstadt hat nach Mittheilung Darmstädter Blätter in architectonischer wie constructiver Hinsicht solchen Beifall gesunden, daß Sachverständige auS Mainz und Gießen nach Darmstadt kamen, um an dem als muftergiftig bezeichneten Werk Studien zu machen. Für die anläßlich der in den
nächsten Jahren stattfindenden größeren Festlichkeiten in betr genannten Städten nothwendigen Bauten sollen diese Studien Verwendung finden.
•• Sin noch weeig bekannter Paragraph der Wehrordnuag. Anläßlich der Notiz, daß in Karlsruhe einem Spengler auf Grund seiner Leistungen die Berechtigung zum Dienst ; als Einjährig Freiwilliger zuetkannt wurde, nachdem er die , erforderliche Prüfung in den Llementarfächern bestanden hatte, schreibt man: Diese- Eretgniß kann nur mit Freuten begrüßt werden, denn immerhin ist die Zahl Derjenigen, welche von den Bergünstigungen des sog. „KünstlerparagraphS" der deutschen Wehrordnung Gebrauch machen, leider nur eine sehr geringe. In der Wehrordnung heißt eS, daß solchen Kunsthandwerkern, „welche in ihrem Fach etwa- Hervorragendes leisten", auf Grund einer abgelegten Prüfung in den Elemcntarsächern (mit Ausschluß jeder fremden Sprache) die Onalification zum Dienste als Einjähriger zuerkannt werden darf. Wenn trotz dieser Bestimmung die Zahl der sich zu den Prüfungen meldenden jungen Leute nur gering ist, so liegt die- hauptsächlich daran, daß die in Rede stehende Bestimmung im Publikum viel zu wenig bekannt ist. An jungen Handwerkern, welche Hervorragende- leisten und die auch in ihrer Volksschule da- Nöthige gelernt haben, dürfte e« gewiß nicht fehlen, es wäre nur zu wünschen, daß die Presse von Zeit zu Zeit immer wie er auf den „Künstlerparagraph" aufmerksam machte.
*" Die Wespenplage ist in biefem Sommer eine außerordentliche und allgemeine. Als Mittel dagegen hat nach einer Mittheilung deS „B. T." ein Herr in Neckargemünd mehrere Hundert gebrauchte Flaschen — zumeist Champagnerflaschen — aufstellen lassen, etwa ein Drittel deS Flaschenraumes gefüllt mit einer Flüssigkeit — bestehend zu einem Viertel auS Trubwein von griechischen Süßweinen, zu drei Viertheilen auS Wasser — zwei Drittel der Flaschen bleiben leer — und erzielte damit einen überraschenden Erfolg. Die Wespen fangen sich in den Flaschen zu Tausenden. Stellt man Flaschen in die Nähe eine« Wespennestes, so ist bei warmem, trockenem Wetter der Schwarm in 1 bis 2 Tagen entweder ganz gefangen ober so geschwächt, daß die Brut in den Waben zu Grunde gebt. Außerdem sangen sich noch Hornisse, kleine und größere Schmeißfliegen; Bienen dagegen nicht. Eine wässerige Lösung von Syrup, geringem Zucker, Glycerin, oder Saccharin würde dieselben Dienste thun, tvie der griechische Trubwein. __________
Hirzenhain, Ende Juli. Unser Ort beherbergte in diesem Sommer zwei Feriencolonien au« Frankfurt a. M., eine von 18 Knaben unter Führung de« Herrn Lehrers Walther und eine von 19 Mädchen unter Führung der Lehrerin Fräulein Lau. Erstere Kolonie war bei Gast wirth Becker, letztere bei Gastwirth Landmann untergebracht. Die Kinder haben sich durch den 24tägigtn Aufenthalt in der stärkenden Berge«- und WaldeSluft recht erholt und verließen den Ort dankerfüllten Herzen« für die gute Pflege, die ihnen hier zu theil geworden ist. Dormft. Ztg.
-ck-, Au- Oberheffeu, 1. August. Ganz besondere Vorgänge in der Jnsektenwelt, wie baß ungemein zahlreiche Auftreten ber Blattläuse, Erbflöhe u. a. sinb auch in dieser Zeitung mehrfach erwähnt worben. Wir möchten hiermit einer bisher unerwähnt gebliebenen Erscheinung gebenken, be« in solcher Unzahl noch nicht beobachteten Vorkommen« ber Wespen. Ueberaö, wo man ben Fuß hinsetzt, wird man gegenwärtig von Wespen umschwärmt unb belästigt. Im Walde, im Felde, in den Gärten trifft man in nie gesehener Häufigkeit ihre bekannten löschpapierartigen Nester an. Ja, unS ist ein Beispiel bekannt, wo sie in einem Wohnzimmer, ungenirt um seine Bewohner, ihren Nestbau an der Decke desselben mit allem Fleiße begannen. Erst nach vieler Mühe und schmerzhaften Stichen konnte sich ber Hausbesitzer ber ungebetenen Gäste erwehren. Sie bringen in die Wohn- zimmer, in die Schränke, wo irgend eine Ritze klafft, ober eine Oeffnung sich barbieict, um den ihrem scharfen Geruchssinn nicht entgehenden Süßigkeiten nachzustreben. Auch den Metzgern werden sie in den Schlachthäusern sehr lästig, indem sie hier das Fleisch anbeißen und zernagen. Auf dem „Jakobimarkt" zu Grünberg umschwärmten die Wespen tausendweise die Buden der Zuckerwaarenhändler. Wovon den Zuckerwaaren nicht unter sicherem Verschluß gehalten, wurde von den Wespen angenagt. Wer einigermaßen ängstlich, getraute kaum sich einem solchen, von WeSpen schwarmartig umflogenen Stande zu nähern. In dem WeSpenheer sind alle Arten vertreten. Auch ihre ungleich gefährlichen Schwestern, die Hornisse, kommen häufig vor, aber doch bet weitem nicht in einem solchen Uebermaße. Dieser ungemein starke WeSpenflug fordert angesichts der nahenden Obsternte zur energischen Vernichtung auf. Gerade dem Obste sind die Wespen gefährliche Feinde und die „schlechtesten Früchte sind eS nicht, woran die WeSpen nagen." Al« ein bewährtes Mittel zum WeSpenfang im Haufe hat sich da« FliegenglaS — ein GlaS in der Form einer Käseglocke —, da« ja leicht zu beschaffen ist, erwiesen. Wir haben in einem solchen Glase schon mehrere Hunderte WeSpen gefangen. Solche Gläser, unter die man etwa- Honig legt, stelle man jetzt in allen HauSräumen auf und man wird sehr bald ben Erfolg bemerken. Auch empfiehlt eß sich, in die Krone ber Obstbäume offene Arzneigläser, die mit durch Wasser vermischten Honig gefüllt sind, aufzuhängen. Sie dienen gleichfalls als gute WeSpenfallen im Freien.
O Öretenfee», 3. August. Sine entsetzliche Ueberraschung wurde der Gattin beß hiesigen Lehrer« Wiego 1 d vorgestern Abend zu Theil. Dieselbe war am letzten Sonntagnachmiitag zum Besuch einer Freundin nach Elpenrod gereift. Ihr Gatte gab ihr noch ein Stück Wegß daß Geleite. Al« die Frau vorgestern Abend heimkehrte, befremdete eß sie, daß ihr Gatte nicht zur Abholung erschienen. Diefeß Befremden wuchß, als sie in den Hof trat, und die Hühner hungrig herumflatttern gewahrte. Die HauSthüre war verschlossen und die ängstlich gewordene Lehrerßfrau befragte nun die
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