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Peftel, 1. August. Gestern Nachmittag wurde ein AckerSmann, der auf freiem Felde mit seinem Pferde zu thun hatte, von einem Wespenschwarm überfallen. Don den Stichen der Wespen wüthend gemacht, lief das Pferd davon und konnte erst, nachdem es völlig erschöpft, ein halbe Stunde später im Felde eingefangen werden. Der Ackersmann und ein Schmiedemeister, welch letzterer gerade an dem Acker vorüberging, wurden jämmerlich zerstochen und mußten sich beide ebenfalls flüchten.

* lieber den Absturz eines Oberpfarrers aus der Um­gegend von Erfurt in den Alpen meldet ein Telegramm Folgendes: Der evangelische Oberpfarrer und Schulinspector A. Menzel aus Gefall bei Erfurt stürzte am Sonnabend vom Winnetaschkogel bei Gries im Sulzthal ab. Das letztere mündet bei Jägerfeld in das Oetzthal. Die Leiche des Ver­unglückten wurde erst am Sonntag Mittag ausgefunden. Menzel war am Donnerstag Abend beim Kuratus Balfrander in GrieS eingekehrt und beabsichtigte in der Frühe des nächsten Morgens den Winnetaschkogel zu besteigen, um gegen zwei Uhr Nachmittags zum Essen zurück zu sein. Da er bis zum Abend nicht zurückkehrte, machten sich die Führer und Bauern aus den Weg, um ihn zu suchen. Dieselben konnten aber den Vermißten bet dem Schnee und Regen nicht finden. Erst am Sonntag, als 18 Mann den Kogel absuchten, fand man den gräßlich zerschmetterten Leichnam des Menzel. Die Schädeldecke des Verunglückten war bis unterhalb der Äugen abgerissen und das Gehirn weit umhergespritzt. Die Taschenuhr des Tobten war auf 6 */2 Uhr stehen geblieben,- der Absturz muß daher schon beim Aufstieg erfolgt sein. Menzel hatte den Weg verfehlt und war auf einen außer­ordentlich steilen Abhang gerathen, dessen Felsplatten durch den Schneefall spiegelglatt geworden waren. Der Verunglückte hat schon 75 Bergspitzen erklommen und wollte, wie er seinem Gastgeber erzählte, in diesem Sommer die Zahl 100 voll machen. Da bis gestern Abend von der Familie des Pastors Menzel keine Nachricht kam, wurde die Leiche auf dem katholischen Friedhose begraben. Der Ortspfarrer hatte die Beerdigung des Protestanten wohl gestattet, gab aber nicht zu,

daß am Grabe gesprochen oder gebetet werde. Der zufällig hier weilende Pastor Böhmländer auS Machen hielt außerhalb des Friedhofes eine Grabrede und betete mit den Anwesenden das Vaterunser.

* Mutterstadt, 31. Juli. Ein heimlicher Ausgang ist hier nach demPf. K." einem Dienstmädchen recht übel bekommen. Um unbemerkt wieder in ihr Zimmer zu gelangen, wollte die Magd durch ein mit Gitterstäben versehenes, offen­stehendes Fenster schlüpfen. Der Kopf war bereits hindurch, aber der andere Theil des Körpers vermochte nicht zu folgen, wie auch eine Rückwärtsbewegung des KopfeS nachher un­möglich war. In dieser Zwangslage wurde die Unvorsichtige heute Früh in trostloser Stimmung aufgefunden. Rasch wurde ein Schloffermeister geholt, der die Eisenstäbe durchsägte und die Gefangene befreite.

* Bottrop, 1. August. Bei dem Ersatzgeschäft ereignete sich der seltene.Fall, daß ein Militärpflichtiger seine Geburt nur durch seine Existenz nachweisen kann. Die Eltern harten es seiner Zeit unterlaßen, den Jungen anzumelden - getauft ist er auch nicht. Die Eltern, die beide noch leben, sind auS Furcht vor Strafe ins Ausland gegangen.

* Wien, 2. August. Der fünfzehnjährige Conservatorist Moriz Loewy, welcher in der Wohnung seiner Eltern NachtS die Gashähne öffnete, die Familie betäubte und dann seinem Vater 50 Gulden stahl, wurde heute zu einjährigem Kerker verurtheilt. Nach der That fiel der Verdacht auf die Dienstmagd Schwarz, welche einige Wochen in Untersuchungs­haft war.

* Bern, 1. August. Wie man demBund" aus Orsieres (Canton Wallis, im Thal der Dranse, die vom großen St. Bernhard kommt) berichtet, ist bei der Besteigung deS Catogne (2579 m) gestern ein 17jähriger Engländer Namens Frederic Arnold zu Tode gestürzt. Er hatte die ganz ungefähr­liche Tour mit vier anderen Touristen unternommen und muß geflissentlich eine gefährliche Stelle aufgesucht haben.

* Warschau, 3. August. In Birsche, Gouvernement Wilna, wurden durch eine Feuersbrunst gegen 180 Gebäude eingeäschert. Der Schaden ist sehr bedeutend. Sieben Personen kamen in den Flammen um; gegen 700 Familien sind obdachlos. Das Feuer entstand durch das Einschlagen des Blitzes in zwei Häuser.

Verehr, Land- «nd Volkswirthsehafi.'

Li»b»rg, 2. August. Frachtmarkt. Rother Weizen JL 14.00, weißer Weizen X 13.80, Korn X 11.60, neues X 11.15, Gerste X 00.00 Hafer X 9.30, Erbsen JL.

Wöchentliche Ueberstcht der Todesfälle in Gießen.

30. Woche. Vom 23. Juli bis 29. Juli 1893. Einwohnerzahl: angenommen zu 21100 (tncl. 1600 Mann Militär). SterblichkeitSziffer: 37,86°/«bezw.25,24 nach Ausschl. der Ortsfremden.

Kinder

ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom

1. Lebensjahr: 2.15. Jahr:

Dtphtherttts Lungenschwindsucht Tuberkulose anderer

2 (1)

3

2

2 (1) 1

Organe

2 (2)

2 (2)

Darmcatarrh und

Brechdurchfall

2

2

Neubildungen

1 (1)

1 (1)

Altersschwäche

1

1

Sonstige bekannte

Krankhettm

4 (1)

1 (1)

3

Summa:

15 (5)

7 (4)

5

3 (1)

A n m. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

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Witterungsaussichten

Wetterhäuschen, Südanlage.

3. August, Morg. b Ubr

3. August,12 llhr

Barometer:

Thermometer: Hygrometerstand

min.744mm, max. 750mm 4- 80 R.+13V,0R. Steigung f. trock. Wett.

min. 744mm, max. 748 mm w 4- 140 R. + Jtetgung f. trock. Wett.

Mittlerer Barometerstand bet 0° R. = 744,7 mm.

Temperatur der Lahn und Luft

nach Reaumur gemessen am 3. August, Mittags »wischen 11 und 12 Uhr: Wasser 14, Luft 17 Grad.

Rübfamen'sche Badeanstalt.

Freitag den 18. August,

Nachmittags 2'/» Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die den Ariadrich SrooS Eheleute« in Gießen gehörige Hosraithe:

Flur 34 Nr. 586'/,o 801 qm zwischen dem Wäldchen und dem Schieß- hauS

öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 5. Juli 1893.

Großh- OrtSgericht Gießen.

___________I. A-: Bogt. 5988

Versteigerung

Samstag den 12. August, Vormittags 11 Uhr, versteigere ich in Gemäßheit des Art. 343 des Handelsgesetzbuchs an dem Schuppen der Köln-Mtndener-Bahn dahjer:

2 Waggon He«, ea. 120 Ltr. gegen Baarzahlung.

Born, 6770_________________Gerichtsvollzieher.

Versteigerung.

Mittwoch den v. d. M., Nachmittags *2 Uhr, versteigere ich im Pfandlocal, Settersweg Nr 11, gegen Baarzahlung: 1 Kuh, 1 Claoier, Sovhas, Commode, Kleiderschränke, GlaSschränke und Küchen- schränke, 1 Eisschrank, 1 Standuhr und 1 Damenwintermantel, noch fast wie neu.

Die Gegenstände können am Mittwoch Morgen eingefehen werden.

Versteigerung ganz bestimmt.

Gießen, den 3. August 1893, 6760 Mulch, Pfandmeister.

Pfordo nfn Unrefninnnmn Die Königliche Eisenbahn-Direction Hannover beabsichtigt, dem Per- riul UuetilU.*eul ulCiyul Uliy sonenzug 99 Fortsetzung nach Marburg zu geben (ab Gießen 630, Ankunft

[6766

Koch.

Dienstag den S. August, Vormittags 10 Uhr, werden im Großherzoglichen Hofmarstalle dahier sieben zu Landqestütszwecken nicht

Jnventarstücke versteigert.

Darmstadt, den 29. Juli 1893.

Marburg 7*5 Abends) und dafür den Localzug 99a (ab hier 9£6 Abends, Ankunft Marburg 1022) ausfallen zu lassen, da eine Zugvermehrung

uns dies bis zum 5. d. M. gefl. mittheilen zu wollen. Großherzogliche Handelskammer.

ausgeschlossen ist. Um beurtheilen zu können, ob ein vorwiegendes Interesse für diese Aenderung vorhanden ist, ersuchen wir diejenigen hiesigen Betriebe, in welchen Arbeiter aus Lollar, Friedelhausen, Fron-

uiehr geeignete und bereits seit Ende , . .

Juni castrirte Laudgestütsbe- Hausen beschäftigt sind, die den Zug 680 zur Heimfahrt benutzen würden, schaler, sowie einige ausrangirte 1--------* * m mntToM

GrotzherzoglicheLandgestütS'Direction. von Millich. 6697

Samstag den 5. August,

SCtOnntHKldlUnQ» Derftdgnt^TnTem Güttt-Bahnhof der Main-Weser-Bahn dahier auf Grund

handelsgesehlicher Bestimmungen

1 Waggon He«.

Geißler, Gerichtsvollzieher.

gebot auf die Stellung von Fuhrwerk" verschlossen und portofrei bis zu dem fest- gesetzten Termin an die Intendantur ein» senden.

Lieferungsbedingungen und Bedarfs- Nachweisungen können hier eingesehen werden-

Zur öffentlichen Verdingung der Stel-1 Lung von Fuhrwerken zur Fortschaffung; ner Verpflegung?- und BiwakSbedÜrfntsse der Großherzoglich Hessischen (25.) Di- »ision während der bevorstehenden Herbst- j 0,00 Übungen in den Magazinpunkten Butz-, dach, Hungen und Wetzlar ist Termin auf Donnerstag de« 10. Arrgust d. IS., Vormittags 10 Uhr, im Geschäfts­zimmer der unterzeichneten Intendantur, Wilhelminenstraße 15 hier, anberaumt.

Leistungsfähige Unternehmer, welche zur Stellung von Fuhrwerk bereit sind, wollen ihre Erbietungen mit der Aufschrift:An-

Jeisgeöotenes.

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Freibank. [6772 Heute und morgen: Rindfleisch, nicht ladenrein, per Pfd. SS Pfg.

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Darmstadt, den 31. Juli 1893.

Intendantur der Großh. Hessischen (26.) Division. [6748

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