In dem Gedeihen der Heimathcolonien eine werthvolle Ergänzung der Arbeitercolonien erblicken.
Berlin, 1. Juni. In einer von mindestens 3000 Personen besuchten Versammlung freisinniger Wähler deS 5. Wahlkreises sprachen Richter und Baumbach unter stürmischem Beifall. Baumbach gab zu, daß er den franzS- fischen Botschafter Herbette in dem bekannten Gespräch über die russisch-französische Allianz mißverstanden haben könne. Richter stellte daS ganze Vorgehen gegen Baumbach durch die Veröffentlichung des Briefwechsels in der „Nordd. Allgem. Zeitung" als ein Wahlmanöver dar, zu dem Herbette benutzt worden fei. Die Begeisterung der Wähler für Baumbach werde durch den Zwischenfall nur noch wachsen. Dem entsprach die Haltung der Versammlung. Nur als Richter scharf gegen die Socialdemokratie sprach, erhob sich Widerspruch bei den anwesenden Socialisten.
Rom, l.Juni. Der Papst wird am 12. und 15. Juni Consistorien abhalten, wobei er in einer Allocution für die ihm anläßlich seines BischosSjubiläumS dargebrachten Huldigungen danken und ferner fünf oder sechs Cardinale ernennen wird, darunter den Erzbischof von Bordeaux, den Bischof von Rodez, den Barnabitenpater Graniello und den Jesuitenpater Steinhuber.
Belgrad, 1.Juni. Das definitive Wahlergebniß ist folgendes: 120 Radicale, 10 Fortschrittler, 1 Liberaler und drei Stichwahlen. Jnsgesammt wurden 203,932 Stimmen für die Radikalen und 26,012 für die Fortschrittler abgegeben, 6000 weniger als am 9. März.
Depeschen deS Bureau „Herold*.
Berlin, 2. Juni. Zur Durch führung der Sonn- tagsruhe in der Industrie und im Handwerk sollen Anfangs Juli weitere vorbereitende Schritte erfolgen und alsdann Conferenzen mit den Vertretern derjenigen Berufszweige beginnen, deren Wünsche auf Bedenken gestoßen. Nach Beendigung der Conferenzen wird dem Bundesrath ein Entwurf zu den AuSführungSschriften vorgelegt.
Berlin, 2. Juni. In Sachen der Eingemeindung der Vororte Berlins hat Oberbürgermeister Zelle in der Stadtverordnetenversammlung gestern eine Erklärung abgegeben, wonach am nächsten Dienstag eine entscheidende Sitzung stattfinde. Die ursprüngliche Idee, ein Großberlin nach dem Muster Wiens zu schaffen, sei als aufgegeben zu «rächten, e- handele sich jetzt nur noch um die Einverleibung einzelner Vororte.
Rom, 1. Juni. Der König verlangte von Brin den Schlüssel der diplomatischen Geheimschrift, um eventuell mit den Gesandten ohne Vermittelung verkehren zu können.
Paris, 1. Juni. Der „Gaulois" meldet, Turpin werde demnächst ein neues Buch über das M elenit veröffentlichen.
Paris, 1. Juni. Der „Petit Parisien" schreibt, die Uneinigkeit zwischen England und Deutschland sei tiefergehend als gewöhnlich angenommen werde. Der Bruch zwischen der Königin Victoria und dem Kaiser Wilhelm komme daher, weil die Königin dem Vorschlag des Kaisers, den Herzog von Aork, nach dem Tode des Herzogs von Clarence, mit der Prinzessin Feodoro von Schleswig-Holstein zu vermählen, nicht annahm. Der Kaiser werde auch nicht zur Hochzeit des Herzogs von York gehen.
Sitzung der Stadtverordneten
am 1. Juni 1893.
Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Beigeordneten Georgi und Grüneberg, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Brück, Emmelius, Flett, Habenicht, Heß, Helfrich, Heyligenstaedt, Hornberger, Jughardt, Keller, Löber, Schmall, Scheel, Schiele, Simon, Dr. Thaer, Vogt und Wallenfels.
Herr Wi lh. Reusch ling hat nach polizeilich erstatteter Anzeige neben seiner Ruffensteinbrennerei im Neustädter Feld ein Fachwerkshäuschen errichtet, ohne die vorgeschriebene Ge
ir. s. w. überzeugt hatte, sprach er seine höchste Anerkennung auö und ernannte Küchler zum Civilingenieur der beiden genannten Staaten. Leider jedoch ließ die Zahlung für die gelieferte Arbeit auf sich warten. Die Invasion der Franzosen war inzwischen eingetreten und alles, was die liberale Regierung an baarem Gelbe auszubringen vermochte, diente zur Vertheidigung deS Landes. Daö war hart für unseren geprüften Freund und er gerieth in gelinde Verzweiflung.
Aber „man soll den Flegel nie aufhängen, ehe gedroschen ist." Vidauri wurde immer und immer wieder, allerdings in der höflichsten Weise, bestürmt, und es gelang schließlich den Bemühungen deS amerikanischen Vice-ConsulS, eines naturali- sirten Deutschen, die bedungene Gratification von 5000 PesoS, ungefähr 20,000 Mk., zu erhalten.
Endlich, endlich, von allen Sorgen befreit, in gesicherter, angesehener Stellung, war cö die erste Aufgabe, Frau und Kinder von Texas kommen zu laffen. Schmerzlich hatte er die Familie vermißt, schwer ihre lange Abwesenheit empfunden, denn er lebte in glücklicher Ehe, und seine spätere Wohlhabenheit gaben ihm reichliche Mittel an die Hand, sich mit allen Deauemlichkeiten zu versehen. Er blieb nun als Ingenieur bis nach Beendigung des conföderirten Krieges in Mexiko und siedelte dann abermals nach TexaS Über. Nach dem Wahlsieg der republikanischen Partei wurde er Chef des VermessungS- burcauS des ganzen texanischen Staates (1870). Hier entfaltete er eine so fruchtbringende Thätigkeit, zeigte eine so reine, makellose Gesinnung, daß er in den weitesten amerikanischen Kreisen (deutschen selbstverständlich) als ein Muster von Pflichttreue, Gewissenhaftigkeit und Selbstlosigkeit geachtet war. Nie wurde daö Departement in so zuverlässiger, exacter Weise verwaltet, nie wurden größere Landverkäufe mit Eisenbahnen und anderen Gesellschasten schneller und für die Regierung ökonomischer abgeschloffen. CorruptionSversuche wurden überhaupt nicht gemacht. Man kannte den Mann und hütete
nehwigung dazu zu besitzen. ES wird, nachdem Reuschling um nachträgliche Genehmigung eingekommen, die ausnahmsweise und widerrufliche Genehmigung beschloffen.
DaS Gesuch deS Herrn Carl Wallenfels II. um Erlaubniß zur Errichtung einer Gartenhütte am Hamm soll unter Hinweis auf den letzten Absatz des Art. 11 der allgemeinen Bauordnung genehmigt werden. Danach ist der Gesuchsteller verpflichtet, die projectirtt Gartenhütte wieder zu entfernen, bezw. sich die Entfernung auf seine Kosten gefallen zu laffen, wenn daS Gelände, auf dem die Hütte errichtet werden soll, in die Flucht der verlängerten Hamm- straße gezogen wird.
Der von Herrn Oeconom G g. Simon beantragten Verlegung eineß Fluthgrabens im Neustädter Feld und Ber- werthung eines überflüssig werdenden GrabentheilS stimmt die Versammlung nach Annahme des Simon'fchen Angebots, die dabei auszuwerfende Erde auf eigene Kosten fortzuschaffen, unter der Bedingung zu, daß die aus dadurch veranlaßtem Geländeaustausch entstehenden Kosten für Meßbrief usw. der Stadt ersetzt, sowie derselben das überschießende Gelände mit 40 Pfg. pro Quadratmeter vergütet werden.
Ueber daß in voriger Sitzung behandelte und durch Bejahung der Bedürsnißfrage befürwortete Gesuch des Herrn Peter Leppla um Concession zum AuSfchank von Cognac und Liqueuren im Hause Seltersweg 83 hat Großh. KreiSomt gutächtliche Aeußerung verlangt. Die Versammlung erklärte sich mit den die Bedürsnißfrage bejaht habenden Mitgliedern der Commission einverstanden, daß als Grund des bejahenden BeschluffeS die Ansicht Großherzoglichem KreiSamte unterbreitet werden soll, daß eS sich um Errichtung eines feineren Restaurants handele, in welchem kein gewöhnlicher Branntwein, sondern Cognac und Liqueure zum Ausschank kommen sollen.
Herr Joh. Seipel will die in seinem, Frankfurterstraße 62 belegenen Hause bestehende Wirthschast wieder selbst betreiben. Die Bedürfnißfrage wird bejaht bezw. die Er- theilung der nachgesuchten Concession an Seipel befürwortet mit der Begründung, daß es sich nicht um Errichtung einer neuen, sondern um Fortbetrieb einer bereits bestehenden Wirthschast handelt.
Aus gleichem Grunde wird bejaht die Bedürsnißfrage bezüglich des Gesuchs der Peter Jmmel Ehefrau für die „Liebigshöhe". Die Gesuchstellerin will die bisher von ihrem Ehemann betriebene Wirthschast weiterführen.
Auch bezüglich des Gesuches des Herrn Jakob Horn um Concession zum Betrieb der früher Hubler'schen Wirthschast in der Brandgasse konnte die Bejahung der Bedürsnißfrage mit dem Umstande begründet worden, daß es sich lediglich um Uebergang einer bestehenden Wirthschast auf eine andere Person handelt.
Bor Schluß der öffentlichen Sitzung erhielt auf vorher gestelltes Ersuchen Herr Scheel das Wort zu einer Erklärung in Betreff der Sonntagsruhe, insbesondere des abgeänderten, die Verkaufszeit auf 11»/, bis 3»/, Uhr festsetzenden Ortsstatuts. Diese Erklärung bezieht sich auf daß in Nr. 80 des „Gießener Anzeigers" abgedruckte Eingesandt, in welchem behauptet wird, daß ein Mitglied der Stadtverordnetenversammlung sich gebrüstet habe, seinen früher gestellten Antrag auf Verlängerung der Verkaufszeit durchgedrückt zu haben. Herr Scheel habe darauf, da er diesen Vorwurf auf sich beziehen mußte, die Einsender, als welche er die Herren E. Fischbach, Ch. Wallenfells und Gg. Adami vermuthete, ebenfalls durch ein Eingesandt im „Anzeiger" ersucht, den Namen des betreff. Stadtverordneten zu nennen. Dies sei nicht geschehen, weshalb er (Herr Scheel) durch einen Anwalt Ermittelungen anstellen ließ. Auf diese Weise habe er erfahren, wer die Einsender gewesen und seine Der- muthung in Betreff der genannten Herren bestätigt gesunden. Er habe sich hieraus zunächst durch seinen Anwalt an Herrn Chr. Wül len se ls gewendet, der erklärt habe, er habe die dem Stadtverordneten in den Mund gelegte Aeußerung von Herrn L. Plank. Herr Plank habe daraus Herrn Wallenfels zu einer Erklärung schriftlich aufgefordert, die aber bis jetzt
sich, die Finger zu verbrennen. Keinerlei „Unregelmäßigkeiten" konnten ihm nachgewiesen werden, keine Aussichten aufs „Grüne" (wegen der grünen Rückseite des PapierdollarS) vermochten ihm eine Gunstbezeugung zu entringen, und als er nach vier Jahren, durch die siegende Gegenpartei vertrieben, feinen Posten verließ, übergab er das Amt seinem Nachfolger, ohne daß ihm „ein Fetzen Land an der Hand hängen geblieben wäre". Ein öffentliches Amt hat Küchler später meines WiffenS nicht mehr bekleidet, wurde aber oft genug als Schiedsrichter bei Gebiets- und Landesbesitzstreitigkeiten in Anspruch genommen, ebenso seine Hilfe bei Vermessungen und Ausarbeitungen von Plänen u. s. w. gesucht.
Ein treuer Anhänger seines alten Geburtslandes, verfolgte er die Ereignisse der Jahre 1866 und 1870 mit dem größten Interesse, und als nach dem letztgenannten Jahre die Macht und das Ansehen Deutschlands zu einer Höhe stieg, wie eS kein Ausgewanderter zu ahnen wagte, kannte seine Bewunderung für den alten Heldenkaiser, Moltke und BiSmarck keine Grenzen. Bis zu seinem Tode galt ihm der GeburtS- tag deS letzteren als höchstes Fest. Die Sehnsucht, daS alte Vaterland wiederznsehen, den Ort seiner Geburt, die Stätte seiner akademischen Bildung zu besuchen, bewog ihn im Jahre 1887, nach Darmstadt zu kommen. In herzlicher Weise verkehrte er hier mit den noch wenigen früheren Kommilitonen und Freunden. Er reiste wohl mit dem Gedanken zurück, den theuren Boden nie wieder zu betreten. Und so ist eß gc» kommen. Unser braver Küchler ist für immer von unS geschieden, aber die Liebe, welche wir ihm entgegengebracht, daS Ansehen, die Achtung, deren er sich jenseits des großen WafferS erfreute, reichen weit über fein Grab und erhalten ihm ein ehrendes Andenken. — Möge ihm die texanische Erde leicht sein!
noch nicht erfolgt sei. Als kurz daraus kaS „Gießener Tageblatt^ einige gegen ihn (Herrn Scheel) gerichtete Artikel gebracht, habe er unter Nennung seines Namen- eine Erklärung im „Tageblatt- erlaffen und damit die Sache für abgethan gehalten. Jndeß seien daraus weitere gehässige und in gemeinen Ausdrücken gehaltene Artikel im „Tageblatt" erschienen, angesichts deren er nicht Lust habe, sich des „Tageblattes" zu weiteren Erklärungen zu bedienen,- er bitte deshalb den Herrn Oberbürgermeister, den Tharbestand nach den Acten hier festzustellen.
Herr Oberbürgermeister Gnauth bezeichnet eß zunächst als wünschenswerth, daß die Sache klar und objectiv geschildert werde. Nach langen und schweren CommisfionSberathungen über die gestellten Anträge auf Abänderung bezw. Verlängerung der ursprünglich angenommenen Verkaufszeit habe sich der Stabtvorstand unierrn 23. Februar zur Annahme des von Herrn Heyligenstaedt gestellten vermittelnden Antrag-: unter Wegfall der Vormittagsstunden die Verkaufszeit auf die Stunden von 11 bis 3 Uhr (Ortszeit) festzusetzen, entschlossen. Mit Beifügung deS Wortes „Ortszeit" habe man anSdrück- lich für die Zwecke deS Statuts auch nach dem 1. April die alte Sonnenzeit beibehalten wolle. Zweifel, was unter der Ortszeit zu verstehen sei, sind erst nach dem 1. April laut geworden. Don diesem Tage an war nach der Aus- saffung der Versammlung die Ortszeit dahin zu verstehen, daß statt 11 Uhr 11 Uhr 25 Minuten, statt 3 Uhr 3 Uhr 25 Minuten als BeschäftigungSzrit gilt. Der in der Der- fammlung vom 30. März gefaßte Beschluß, nämlich als Verkaufszeit anstatt bisher die Stunden von 11 biß 3 Uhr (Ortszeit), die Zeit von IN/, bis 3V, Uhr anzunehmen, drehte sich sonach nur um die Differenz von 5 Minuten, um die Abrundung der durch die mitteleuropäische'Zeit gegebenen 25 Minuten auf eine halbe Stunde, nicht aber, wie im Publikum angenommen, um eine Verlängerung der Verkaufszeit nm eine halbe Stunde. Zu Gunsten der Zeit von IN/, bis 3»/, Uhr spreche auch der Umstand, daß aller Verkehr auf den Eisenbahnen noch heute mit einem Zuschlag von 25 Minuten gegenüber der früheren Ortszeit rechne. Herr Oberbürgermeister Gnauth erklärte weiter, nach bestimmter Versicherung beß ersten evangelischen Pfarrers, daß der HauptgotteSdienft im Winter in den Stunden von 10 bis IN/, Uhr gehalten werde, während in der für den katholischen Gottesdienst bestimmten Zeit eine Aenderunz überhaupt nicht eingetreten fei. Herr Oberbürgermeister Gnauth bestätigt schließlich, daß weder in der juristischen Commission, welcher Herr S ch e e l übrigens nicht angehört, noch in der Versammlung eine andere Meinung als die oben bezeichnete bestanden, daß insbesondere der Beschluß vom 30. März, nach welchem die Zeit auf 11«/, bis 3«/, Uhr festgesetzt worden, ohne jede DiScussion und ohne jedes Zuthun Seitens tu Herrn Scheel gefaßt wurde.
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Cocains und provinzielle».
Gießen. 2. Juni 189S.
* Zn Sachen Katzenstein. Wie der „Fr. Ztg." gemeldet wird, antwortete die Großh. Regierung auf Katzen'teinS, nach der Entscheidung der Zweiten Kammer in der bekannten Acceß-Angelegenheit eingereichtes Gesuch um cnbgiltigc Ent scheidung unterm 24. Mai, daß daS Großh. Ministerium sich nicht veranlaßt gesehen hat, eine von den früher er- gangenen Verfügungen abweichende Entschließung zu fassen, und daß eS hierbei lediglich sein Bewenden zu behalten habe. Damit ist Katzenstein die Anwaltschaft im Deutschen Reiche verschlossen, da der Vorbereitungsdienst in der Verwaltung nothwendige Voraussetzung deS Staatsexamens bildet.
Seit längeren Jahren besteht eine Verordnung, wonach das Mitnehmen von Hunden in Wirthfchaften verboten ist, ohne daß dieselbe biß jetzt ernstlich durchgeführt wurde. Durch häufige Beschwerden in neuerer Zeit ist jetzt die Schutzmannschaft angewiesen, Zuwiderhandlungen unfehlbar zur Anzeige zu bringen, worauf wir die Hundebesitzer, um sich vor Strafen bewahren zu können, aufmerksam npdien.
* • Verhaftet. Aus der hiesigen '21 ctlenbrauerci sind gestern Vor- und Nachmittag verschiedene dem Dienst- personal gehörige Spinde erbrochen und daraus größere Geldbeträge entwendet worden. Ein dort in Arbeit gestandener hiesiger junger Mensch, welcher dieser Diebstähle verdächtig, wurde in Haft genommen.
Vom 1. Juni ab ist der Preblfaag in allen offenen Gewässern beß GroßherzogthumS Hessen wieder gestattet. — Mit dem 9. Juni geht die für baß Großherzogthum Hessen, angeorbnete Frühjahrs-Schonzeit für Fische zu Ende.
- e- Alienbnfeck, 2. Juni. Gestern Abend fanb dahier eine von bem freisinnigen Wahlcomitv einberufene Wählerversammlung statt. Dieselbe würbe von bem Borsitzenben beß Gießener freisinnigen Vereins, LandtagSabgeord- neten Metz, mit einigen einleitenden Worten eröffnet, indem er die Versammlung auf die Wichtigkeit und Bedeutung beß bevorstehenden WahlacteS binwieß. Herr Rechtsanwalt Dr. Jung entwickelte sodann daß Programm der freisinnigen Partei sowie die Stellung derselben und insbesondere diejenige des freisinnigen- Sandidaten, Landrichter Dr. Dove zur Militärvorlage und anderen Tagesfragen und empfahl schließlich warm die Wahl deS danbibaten ber freinnnigeo Partei. Herr Schmidt aus Gießen erwiderte und empfahl, indem er auszuführen versuchte, daß die freisinnige Partei daß Wohl der Arbciterklaffen nicht genügend wahre, die Wahl deS Ganbibaten der Arbeiterpartei. LandtagSabgeordneter Metz wies die Angriffe des Herrn Schmidt auf die freisinnige Partei zurück, indem er auf die einzelnen Ausführungen beß Herrn Schmtdt näher einging und schloß dann nach einem kurzen Schlußwort beß Herrn Schmidt die Der- fammlung mit einem Hoch auf baß beutsche Vaterland. Die Verhandlungen wurden beiderseits streng sachlich geführt und


