Schonung des Mittelstandes sind wir so wett gegangen, als es möglich war; aber wir können keine Steuern schaffen, die den Msttelstand gar nicht berühren. Gefallen dem Herrn Abgeordneten die Steuer- vorschlgge der Reaierung nicht, so ist es ihm unbenommen, neue Vorschläge zu machen.
Abg. Dr. Förster (Reformp.) verthetdigt den Antisemitismus gegen Abgg. Liebknecht und Rickert. Wir treten für die agrarischen Forderungen ein, obgleich wir weit darüber hinausgehen und ein selbstständiges großes socialpoltttsches Programm haben.
Persönlich bemerkt Abg. Zimmermann, daß ihn der Reichskanzler nicht verstanden habe und daß der Reichskanzler vom Antisemitismus nichts verstehe. Er könne nur wiederholen, daß das Votum deS Reichstags für die Mtlitärvorlage erschlichen fei.
Präsident o. Levetzow ruft den Abg. Zimmermann nochmals zur Ordnung.
Abg. Bebel (Soc.): Zimmermann hat keinen Anlaß, mir einen Vorwurf über die Verwendung der Gelder de8 Nattonalvereins zu machen; wenn mir über die Verwendung von Geldern Gleiches nachgesagt würde, wie dem Abg. Zimmermann im „Sächs. Vaterland", würde ich mich allerdings schämen.^ &
Abg. Zimmermann: Ich kenne den Angriff deS Verleumderblattes nicht.
Die Debatte wird geschlossen und der Etat in seinen Haupt» thetlen der Budgetcommission überwiesen^'U
Morgen: Erste event. zweite Berathung des Antrags betreffend Wiederzulaffung der Jesuiten.
Neueste Nachrichten.
Wolffs telegraphisches Korrespondenz-Bureau.
Hannover, 30. November. Der Kaiser und die Kaiserin trafen um 4 Uhr Nachmittags hier ein und begaben sich im offenen vierspännigen Wagen nach dem Schlöffe. Auf dem ganzen Wege vom Bahnhofe bis zum Schlosse bildete eine dicht gedrängte Menschenmenge Spalier, von der das Kaiserpaar mit lebhaften Zurufen begrüßt wurde.
Paris, 30. November. Der CassationShof beschloß, die Angelegenheit von Atgues MorteS vor das Schwurgericht in Angoulöme zu verweisen, da, wie die Blätter an» geben, von den Geschworenen in NimeS Mangel an Unbefangenheit befürchtet werde.
Depeschen deS Bureau „Herold".
Berlin, 30. November. Unter dem Vorsitze Hammachers ist heute Nachmittag eine Llgliederige Commission zur Prüfung der Handelsverträge mit Spanien, Serbien und Rumänien zusammengetreten. Von Regierungsvertretern waren v. Bötticher, Marschall und Berlepsch anwesend. Nach Erledigung einiger Punkte allgemeiner Natur wurde die Regierung über die Gründe interpellirt, welche zu Zugeständnissen gegenüber Spanien hinsichtlich der Roggeneinfuhr und der Verschnittweine geführt haben. Es wurde die Frage aufgeworfen, ob es zweckmäßig sei, bei Ländern mit schwankender Valuta Zölle auf mehrere Jahre zu binden. Nächste Sitzung morgen.
Berlin, 30. November. Der Seniorenconvent des Reichstages hat entschieden, zuerst die einzelnen Finanz- gesetzt, dann das Gesetz über die Neuerung des Finanzwesen« im Reichstage zu bcralhen. Die zweite Lesung des Jesuitenantrages soll morgen statlfinden.
Berlin, 30. November. Dem Reichstage ist ein social» demokratischer Antrag auf Aufhebung des Impfzwanges zugegangen.
Berlin, 30. November. Der Seniorenconvent des Reichstages hat der antisemitischen Reformpartei Anspruch aus Vertretung in der Commission zuerkannt, weil dieselbe durch den Anschluß von Sigl und einem Bauern- bündler die erforderliche Größe von 15 Mann erreicht hat.
St. Etienne, 30. November. Hier wurde eine Dynamitniederlage mit 500 Kilo Dynamit in die Luft gesprengt. Der Wächter wurde getödtet.
Arras, 30. November. Die Polizei fand hier ein großes Quantum Dynamit und Stoffe, um Dynamit zu bereiten. Bei einem Grubenarbeiter wurden acht Dynamitpatronen, 13 Zünder und 200 Meter Lunte gefunden.
London, 30. November. In Schottland feiern 30,000 Bergleute, 12,000 haben die Arbeit mit Lohnerhöhung wieder aufgenommen.
CocaUs ttttb provinzielle».
Gießen, den 1. December 1893.
*♦ Die gestrigen Eiuweihnugsfeierlichkeiten sind aufs Schönste verlaufen, sowohl in Bezug auf die vorgesehenen Gesammt-Deranstaltungen wie im Einzelnen, so daß der Tag noch lange in der Erinnerung unserer Einwohnerschaft bleiben wird. Wiederholt konnte man Ausdrücke der Anerkennung über die Ausschmückung der Straßen hören und auch wir wiederholen gern die Versicherung, daß Gießen verhältniß- mäßig Großartiges im Schmücken der Häuser und Straßen zeigte. — Zu unserer großen Freude können wir den Lesern die Mittheilung machen, daß Se. Kgl. Hoheit der Groß- Herzog Herrn Provinzial-Director Freiherrn v. G a g e r n noch gestern Abend telegraphisch seine hohe Befriedigung über die gestrige Feier ausdrücken ließ. — Zu den Berichten in unserer gestrigen Fe st nummer, welche allerseits Anklang gefunden, sei noch nachgetragen, daß Se. Kgl. Hoheit der Großherzog bei dem Diner durch eine sinnige Deputat ion überrascht wurde. Dieselbe bestand nämlich aus acht jungen Mädchen in der Tracht deS sog. Hüttenberger Grundes und der Rabenau. Jedes by: Mädchen trug zwei Verse eines hübschen Gedichtes vor. Die Namen der jungen Mädchen sind: Christine Wagner und Katharine Eben aus Lang-GönS, Christine MengeS und Christine Faber aus Großen-Linden, Sophie Dern und Christine Waldschmidt auS Leihgestern, Elisabethe Benner und Anna Katharina Will auS Treis a. d. Lda. — Nach Darbringung ihrer Ovation, welche zum Theil auch in dem landesüblichen Knix bestand, wurden die Mädchen von Sr. Kgl. Hoheit, welcher über diese Ueberraschung sehr erfreut war, mit Confituren beschenkt. DaS Arrangement dieser Deputation dürfen wir wohl Frau Baronin v. Gagern zuschreiben.
Als ein edler Zug unseres Sroßherzogs sei den Lesern »och mitgetheilt, daß Se. Kgl. Hoheit vor der Abreise, trotz der Kürze der Zeit es sich nicht nehmen ließ, an der alten Klinik vorzufahren und dem im Manöver verunglückten Lieutenant des Großh. ArtilleriecorpS, v. Zangen, einen Besuch abzustatten. — Bor der Abreise verabschiedete sich Se. Kgl. Hoheit am^Bahnhofe noch von den Damen derjenigen Familien, in denen er während seiner Studienzeit verkehrt hatte.
-1. Festversamulluug. Aus Anlaß der Anwesenheit Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs, sowie der Etnweihung der Johanneskirche fand gestern Abend in „Steins Saalbau", welcher fast bis aus den letzten Platz gefüllt war, eine Feftversammlung statt. Dieselbe wurde durch Herrn Pfarrer I)r. Naumann mit Worten der Begrüßung an die zahlreich Erschienenen eröffnet, hierbei erwähnend, daß nicht nur sämmtliche Pfarrer Gießens, sondern auch der Sirchen- vorstand, die Gemeindevertreter, wie deren Glieder in großer Zahl anwesend seien. Redner begrüßte auch insbesondere die Handwerksmeister, Parliere, Gehülfen u. s. w., welche an dem Bau der JohanneSkirche thärig gewesen, sowie den Baumeister und den Bauführer, die denselben in dem verhältniß- mäßig kurzen Zeitraum von zwei Jahren in solch' herrlicher Weise zu Stande gebracht, und dankte ferner Allen, die Herzen und Hände geregt, um den Kirchenbau zu fördern. — Hierauf ergriff Herr Pfarrer Schlosser daS Wort, indem er eine Parallele zwischen dem Jahre 1821, wo die Stadtkirche eingeweiht wurde, und der heutigen Zeit, der Einweihung der Johanneskirche, zog. Heute wie damals ständen wir unter den Nachwirkungen einer großen nationalen Bewegung: der Befreiung vom französischen Joche. Sowohl nach den Befreiungskriegen, wie nach den großen Kämpfen von 1870/71 machte sich der Drang, Kirchen zu bauen, geltend, was auch wieder an dem Bau der Johanneskirche bewiesen werde. Sein lebhaften Widerhall findendes Hoch galt den Beschützern und Förderern der Kirche: dem Kaiser und dem Großherzog. Dem Hoch folgte die Nationalhymne. — Herr Stadtverordneter Schmal! gedachte in seiner Rede der schönen Harmonie des Geläutes der Glocken der Stadt- und der Johanneskirche, wünschend, daß die Prediger mit den Laien bis in die fernste Zeit ebenso schön mit einander harmoniren möchten, und dankt Allen, die zum Kirchenbau beigetragen, insbesondere aber dem Baumeister, Bauführer, sowie Herrn Pfarrer Dr. Naumann, durch ein auf dieselben ausgebrachtes Hoch. — Herr Pfarrer Schlosser gedenkt i der Zeit, wo er nach Gießen gekommen. Damals habe hier- selbst das Institut der Mitprediger bestanden, welches ein schönes Band zwischen Prediger und Laien gebildet habe und erwähnte, daß Herr Schmall ein solcher Milprediger sei. Es würde in Gießen gewiß nicht schwer fallen, nicht blos drei, sondern mindestens 300 Mitprediger zu gewinnen, welche den hiesigen Pfarrern namentlich bei Ausübung der kirchlichen Armenpflege, die noch einer besseren Organisation bedürfe und nicht mir die Vertheilung von Almosen bezwecke, helfend mit Wort und Thal zur Seite zu stehen hätten. Namentlich seien die Mülter und Lehrer, welchen insbesondere die Er- ziehung der Jugend zum Christenthum obliege, zum Mitpredigen gut geeignet. Der Herr Pfarrer ließ seine Rede in einem Hoch auf Mitprediger und Mitpredigerinnen ausklingen. — Herr Baumeister Grisebach-Berlin (mit Beifall begiüßt) dankt zunächst dem Kirchenvorstand dafür, daß er ihm zur Ausführung des nunmehr zur Vollendung gelangten Werkes speciell Gießener Lieferanten, Handwerksmeister, Gesellen u. s. w. empfohlen habe, mit deren Leistungen er nach jeder Richtung hin sehr zufrieden sei. Er fühle sich mit denselben auch in der Ferne eins und verleihe der Hoffnung Ausdruck, daß die Kunst, die er hierher verpflanzt, sich immer mehr und mehr entwickeln möge. Ferner dankt Redner noch dem Kirchen- Vorstand dafür, daß er ihm während der Ausführung deS Baues helfend und fördernd zur Seite gestanden habe. Sein Hoch galt dem Kirchenvorstand, welcher die erforderlichen Mittel bewilligte. — Herr Pfarrer Dr. Naumann verlieh seiner Freude noch darüber Ausdruck, daß es heute, nach kaum zwei Jahren, welche seit der Grundsteinlegung verflossen, möglich war, die Kirche einzuweihen. Die« sei nicht allein dem Baumeister, welcher den Plan dazu geliefert, sondern auch dem Kirchenvorstand, welcher die nöthigen Mittel gespendet, zu danken. Aber was wäre ein Baumeister ohne Arbeiter? Er dankte daher auch den Lieferanten, Meistern, Parlieren, Gesellen, Lehrlingen u. s. w., welche den Bau vollenden halfen, indem er erwähnt, daß namentlich in der letzten Zeit sehr flott an demselben gearbeitet wurde. Durch Handinhandgreifen von Baumeister, Bauführer, Meistern, Gesellen u. s. w. sei an der Stelle, wo sich früher ein großes Sumpfloch befunden, ein schöner Kirchenplatz und Kirche erstanden. Unglücksfälle seien erfreulicher Weise bei diesem Bau keine zu verzeichnen gewesen, selbst die Anbringung der Wetterfahne, welche mit sehr großen Schwierigkeiten verknüpft war, sei ohne jeden Unfall von Statten gegangen. Die mit großem Beifall aufgenommene Rede schloß mit einem Hoch auf alle Diejenigen, welche an der Herstellung des Baues mitgewirkt haben. — Die vorstehenden, in kurzen Zügen wiedergegebcnen Reden wurden in angenehmer Weise durch Trompeten , Gesangs -Solis, sowie Gesangs-Vorträge des „Bauer'schen Gesangvereins" ausgefüllt, welchen lebhafter Beifall gespendet wurde. Die mit großer Präcision und Exactheit zu Gehör gebrachten Vorträge gaben davon Zeugniß, was ein Verein unter einer so tüchtigen und umsichtigen Leitung, wie diejenige des Herrn Dirigenten Gör lach es ist, zu leisten vermag. Herr Pfarrer Dingcldey konnte deshalb nicht umhin, Herrn Görlach für seine außerordent- lichen Mühen, sowohl als Leiter deS Kirchengesangvereins, wie auch des Bauer'schen Gesangvereins, welch' letzterer den Abend in so angenehmer Weise durch seine herrlichen Weisen verschönert, ein Hoch auSzubringen, welches von den An- wesenden lebhaft erwidert wurde. — Gegen x/,12 Uhr fand die alle Theilnehmer in hohem Maße befriedigende Fest- Versammlung ihren Abschluß.
Soncerl Epengel Heermann. Durch daS gestrige Inserat wissen unsere Leser bereits, daß Herr Professor Barth plötzlich erkrankt ist und Herr Professor Heermann auS Frankfurt in liebenswürdigster Bereitwilligkeit für jenen eingesprungen ist. So sehr wir nun auch bedauern, auf Herrn Barth verzichten zu müssen, so ist doch der künstlerische Ersatz ein so vollkommener, daß wir unS diesen Tausch wohl gefallen lassen können. Herr Professor Heermann hat wiederholt hier gespielt und wird unS ein Jeder, der ihn gehört hat, beistimmen, wenn wir diesen Künstler alS einen Geiger aller- ersten Ranges bezeichnen, der, zumal in der Kammermusik, auf höchster Stufe steht. Im Anschlüsse hieran dürfte el nicht uninteressant sein, über Herrn Spengel einen an» den letzten Tagen flammenden Bericht des Kritikers Pfohl zu lesen, welcher unS von Neuem bestätigt, daß der betreffende Künstler einer der berufensten Interpreten BrahmS ist. Pfohl schreibt: „DaS wundervolle Werk (BrahmS Quintett F.-moll) hatte m Herrn Spengel einen ausgezeichneten Führer gefunden, der den ungewöhnlich schwierigen Clavierpan character- voll und im großen Stile erfaßt hatte und damit den Geist des Kunstwerkes in feiner reichen Fülle und Tiefe dem Hörer offenbar machen lteß." — Ein solches Unheil kann die Kritik nur fällen, wenn die Leistung eine wirklich großartige war, wir stehen daher nicht an, von Neuem den Be- such des ConcerteS am kommenden Sonntag warm zu empfehlen.
*• Berzrichuiß der Sitzungen deS Schwurgericht» der Privinz Oberhesseu pro 4. Quartal 1893:
1. Montag den 4. December, Vormittags 91/, Uhr: Anklage gegen Adam Rohn von Hainbach wegen TodtschlagS- Versuchs und Bedrohung. Die Anklage vertritt Großh. Staatsanwalt Schilling»Tr. Venheidiger: Rechtsanwalt Dr. Fuhr.
2. Dienstag den 5. December, Vormittags 9 Uhr: Anklage gegen Friedrich Lott UI. von Mittel-Gründau wegen Verbrechen im Amt. Die Anklage vertritt Großh. Staatsanwalt C le m cn t. Verthetdiger: Rechtsanwalt Kro f t.
3. Mittwoch den 6. December, Vormittag» 9 Uhr: Anklage gegen Georg Dietrich von Freiensteinau wegen Verbrechen gegen die Sittlichkeit. Die Anklage vertritt Großh. Staatsanwalt Schill ing-Tr. Venheidiger: Rechtsanwalt Wei big.
4. Donnerstag den 7. December, Vormittags 9 Uhr: Anklage gegen Christian Kalbfleisch und Georg Friedrich Lenz Ehefrau von Ober Schmitten wegen Meineid und Anstiftung dazu. Die Anklage vertritt Großh. Staatsanwalt Clement. verthetdiger: Rechtsanwälte Dr. Schwarz un5 Dr. G utfleisch.
* * Schmückung der Stadt. Wie wir vernehmen, ist beab- sichtigt, die städtischen Gebäude, die Ehrenpforte u. s. w. über Sonntag in ihrem Festschmucke zu belassen. Da ohne Zweifel am morgigen Sonntag deßhalb die Stadt stark von Auswärtigen besucht wird, so dürfte eS im Interesse der Einwohnerschaft liegen, auch die Decoration der Häuser über Sonntag noch zu belassen. Die vielen Bewohner der Umgegend, die ihre Berufspflichten abhielten, gestern nach Gießen zu kommen, werden der Stadt und ihren Bewohnern sicher ihre Anerkennung dafür zollen.
* • Trotz des gewaltigen Menfchenandranges während de» gestrigen Tage« und des biß in die Nacht hinein dauernden lebhaften Verkehrs auf den Straßen sind keinerlei Unfälle zu verzeichnen- auch die Polizei hat nirgend» einzuschreiten brauchen.
* * Diebstähle. Im Lause dieser Woche kamen in hiesiger Stadt verschiedene Diebstähle vor. ES wurde ein lebender Hahn, vier Kanarienvögel, ein Paar Stiefel und verschiedene Schlüssel gestohlen. Mit letzteren hat sich der Dieb gestern Mittag Eingang in ein Hau» verschafft. — In der Nacht noch haben zwei Schutzleute den Dieb in der Person eines berüchtigten JndividiumS in Heuchelheim ermittelt und dingfest gemacht. Die gestohlenen Sttefel hatte er bereits angezogen, während die Kanarienvögel sich im Keller vorfanden.
** Au» Darmstadt wird uns von unserem Correspondenten geschrieben: Am 3. December d. I. begeht der Redacteur der „N e u e n H e s s i s ch c n V o l k S b l ä t t e r", Herr Rudolf Ram speck, sein 25jährigeS Dienstjubiläum. Unter seiner umsichtigen Leitung hat daS Organ, dem er seine langen, treuen Dienste gewidmet, einen raschen Aufschwung genommen und erfreut sich in den Streifen deS lesenden Publikums allge- meiner Beliebtheit. Wer nur einigermaßen mit dem Organismus einer Zeitung vertraut ist, dem ist eS bekannt, auf welchem vorgeschobenen Posten ein gewissenhafter Redacteur hält, wie auf ihm, mag er auch als Schriftsteller zunächst weniger im Vordergründe stehen, doch die ganze Last der Verantwortung ruht. Sein Ueberblick und seine Geistesgegenwart haben sich unter oft sehr schwierigen Verhältnissen zu bewähren- sein Taktgefühl, daS schnell functioniren muh, zeigt sich nicht allein in dem, was er aufnimmt, sondern auch in dem, waS er zurückzuweisen sich genöthigt sieht. Fordert man einerseits von dem Leiter eine» Blatte», daß er enge Fühlung mit den verschiedenen Interessen und Strömungen unterhalte, so tritt andererseits auch wieder die Aufgabe an ihn heran, nicht nur der allgemeinen Stimmung zu folgen, sondern, wenn eS sein muß, im Einklänge mit seinen Grundsätzen und Ueberzeugungen, auch solche zu machen und verkehrte Anschauungen, die zum Schaden be» Gemeinwohles um sich zu greifen drohen, entschieden zu corrigieren. In allen diesen Dingen hat Herr Redacteur Ramspeck stets einen gesunden Wirklichkeitssinn, verbunden mit nobler DeukungSartSart, bewiesen. Der „CurS", welchen er den „Neuen Hessischen Volksblättern" gegeben, ist diesen zum sichtbaren Helle ausgeschlagen. In dem Jubilar, der seinen Ehrentag in rüstigster ManneSkraft feiern darf, schätzen seine Mitbürger eine liebenswürdige Persönlichkeit und einen biederen Charakter, der eS stets al» eine journalistische Ehren-
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