Regelung, bezw. Entschädigung unschuldig Derur- theil ter für die nächste Zeit nicht zu erwarten ist, diese Regelung werde gleichzeitig mit der Einführung der Berufung beabsichtigt. Namentlich wird ein abgekürzte-, schleunige- Verfahren gegen die auf frischer That Ertappten eingerichtet werden.
Berlin, 29. September. In der gestrigen Versammlung der Inhaber von Droguenhandlungen wurde beschloffen, zu der von der preußischen Regierung beim BundeSrathe beantragten Anmeldepflicht für Droguenhandlungen Stellung zu nehmen, ferner wurde eine Petition an den BundeSrath und den Reich-tag beschloffen, worin diese ersucht werden, dem Gesetze nicht eher zuzustimmen, bi- der Handverkauf von Heilmitteln für Droguenhandlungen freigegeben sei.
Hamburg, 29. September. Heute erfolgten fünf Erkrankungen und ein TodeSsall an der Cholera.
Altona, 29. September. Hier erfolgten heute zwei Erkrankungen, in Kiel und Geestemünde ebenfalls je eine Erkrankung.
Budapest, 29. September. Die hiesige Bevölkerung wird unausgesetzt beunruhigt durch anarchistische Plakate und Flugschriften, welche in geheimnißvoller Weise hier Verbreiter werden. Die Polizei entwickelt die größte Energie, um die Verfertiger und die Verbreiter dieser aufhetzenden Schriften zu entdecken.
Pari-, 29. September. Die Kammern sollen auf den 7. November einberufen werden.
Pari-, 29. September. Im „Figaro" gibt Ribot die Erklärung ab, daß in der nächsten Kammertagung große socialistische Fragen gelöst werden würden. Ribot glaube aber nicht, daß sich für die Einführung der progressiven Einkommensteuer eine Mehrheit finden werde.
Paris, 29. September. Angesichts der kurzen Zeit des Aufenthaltes derRusfen in Paris wird die Regierung sich mit dem Ausschuß der Presse verständigen, damit die zahlreich geplanten Feste möglichst kurz aufeinander folgen.
Brüffel, 29. September. Bezüglich der Meldung, daß Deutsche und Engländer in Afrika Waffen und Munition an Sclavenjäger abgesetzt hätten, erklärt Capitän Becker, daß die Durchgangsrechte an unabhängige Häuptlinge für Gewehre und Kriegsmunttton von den Carawanenführern bezahlt werden müßten. Der Weg zu den großen Secen sei total verschlossen und der Handel gelähmt, wenn den Forderungen dieser Leute nicht nachgekommen werde.
Madrid, 29. September. In Mesides hat gestern Abend eine starke Dhnamitexplosion stattgefunden, durch welche mehrere Häuser zerstört und mehrere Menschen verletzt wurden.
Darmstadt, 30. September. I. K. Hoheit Prinzessin Heinrich von Preußen nebst dem Prinzen Waldemar sind heute Vormittag hier eingetroffen.
Rewyork, 29. September. In der M anfieldgrub e nahe dem Crhstalfall, Michigan, stürzte gestern ein Felsen herab. Die Grube war sofort mit Wasser gefüllt. 37 Arbeiter, größtentheils Italiener und Schweden, sind tobt, nur drei Mann entkamen.
totales tmfc provinzielles.
Gießen, 30. September 1893.
Ihre König!. Hoheit Prinzesfin Heinrich von Preußen nebst Prinz Waldemar kamen heute früh 8 Uhr 23 Mm. auf der Durchreise von Kiel nach Darmstadt hier an und setzten nach Einnahme eines Frühstücks im Bahnhofe bei Herrn Hof-Traiteur Kirch ihre Reise fort.
*♦ Sitzung des Schwurgerichts der Provinz Oberheffen vom 29. September 1893. Zur Verhandlung kommt die Strafsache gegen Peter NieS und Heinrich Goemmer II., beide von Rinderbügen, wegen Meineids. Die Anklage vertritt der Großh. Staatsanwalt Schilling-TrygophoruS, die Vertheidigung führt Herr Rechtsanwalt Grünewalds als Geschworene wurden ausgelooft die Herren Christian Faß, Johannes Weiß III., Heinrich KaSpar I., Gustav Vogt, Heinrich Kling, Johannes Becker VI., Karl Damm, Georg HaaS II., Hermann Karl Schmidt, Karl Trapp, Ludwig Horst und Ernst Zimmer, sowie Johann Heinrich Scharch als Ergänzungs-Geschworener. Der Landwirth Peter NieS von Rinderbügen und Heinrich Goemmer II., Platzmeister auf der Grube „Hedwig" daselbst, sind angeklagt, daß sie am 19. September 1892 vor Großh. Schöffengericht Büdingen wiffentlich, ersterer ein falsches Zcugniß mit einem Eide bekräftigt, letzterer den vor seiner Vernehmung geleisteten Eid durch ein falsches Zeugniß verletzt haben. Peter NieS und Heinrich Goemmer II. waren in der am 19. September 1892 vor Großh. Schöffengericht Büdingen stattgefundenen Hauptverhandlung in der Privatklagesache des Obersteigers Philipp Schäfer zu Rinderbügen gegen den Beigeordneten Johannes Röder II. daselbst wegen Beleidigung als Zeugen eidlich vernommen worden. NieS wurde nach seiner Vernehmung beeidigt, während Goemmer den Voreid geleistet hatte. NieS hatte mit seinem Eide bekräftigt, der Obersteiger Schäfer habe kurz vor Beginn der Sitzung des Gemeinderaths zu Rinderbügen, in welcher über da- Eisenbahnproject Bü dingen—Rinderbügen verhandelt worden war, in der WiNh- frfiaft deS Heinrich Gocmmer II. mit ihm in befürwortendem Sinne über dieses Project gesprochen, wie er immer gethan habe, wenn sie über dasselbe sich ausgesprochen hätten; Schäfer habe gegenüber seinen Einwendungen hervorgehoben, eine Eisen- bahn sei immer vortheilhast für eine Gemeinde und einen Vortrag über diese Angelegenheit gehalten, deffen Inhalt nach seiner Erinnerung gewesen sei, man solle für die Eisenbahn fein; weil aber die Gemeinde zu arm fei, solle man kein Gelb zu den VermeffungSkosten geben, sondern nur Gelände stellen. Solche oder ähnliche Worte habe ihm Schäfer auf einen Zettel zwecks Verlesung desselben in der Gemeinderaths. Sitzung geschrieben. Der Wortlaut dieser Niederschrift fei nach seiner Meinung gewesen: Wir wünschen die Bahn, weil
aber die Gemeinde zu gelbarm ist, bewilligen wir nur freies Gelände. Goemmer batte dagegen unter seinem Eid au-gesagt, sein Schwiegervater Schäfer habe damals den Peter Nies, wie er selber wahrgenommen habe, über die Vortheile der Eisenbahn belehrt und ihm empfohlen, für das Project zu sein. Schäfer habe namentlich den Einwand des NieS, die Gemeinde sei zu arm, widerlegt. NieS habe Schäfer sodann ersucht, ihm dies aufzuschretben, und Schäfer habe Lern ent- sprachen. Der Inhalt dieser Niederschrift habe gelautet: „Dir wünschen, daß die Bahn gebaut wird, da die Gemeinde jedoch zu geldarm ist, wird sie baß Gelände stellen." Nachdem die stattgehabten Ermittelungen ergeben hatten, daß Schäfer bei dieser Gelegenheit überhaupt kaum ein Wort Über die Eisenbahn-Angelegenheit geredet, sich namentlich aber nicht für das Project ausgesprochen, und der Inhalt des Zettels ganz anders, nämlich in direct gegnerischem Sinne gelautet habe, Goemmer endlich überhaupt nicht oder nur ganz vorübergehend anwesend gewesen sei, fand gegen NieS und Goemmer nach stattgehabter Voruntersuchung vor der Strafkammer des hiesigen Landgerichts am 21. und 22. Jul» l. I. wegen fahrlässigen Falscheides die Hauptverhandlung statt, welche damit endete, daß genannte Strafkammer ihre Unzuständigkeit aussprach und die Sache zur Aburtheilung vor das Schwurgericht der Provinz Oberheffen verwies, weil die Hauptverhandlung hinreichende Der- dachtsgründe dafür ergeben habe, daß die beiden Angeklagten sich des Verbrechens deS Meineids schuldig gemacht hätten. Auch heute behaupteten dieselben, in allen Stücken die Wahrheit gesagt zu haben. Die Verhandlung, zu welcher 44 Zeugen hauptsächlich von der Vertheidigung geladen sind, wird voraussichtlich erst nächsten Dienstag beendigt werden.
** Militärisches. Morgen treten die am 1. Oktober 1892 eingestellten Ein j ä h r i g-Fr e iw illig en zur Reserve über. Diejenigen, welche die Prüfung vor ihrer Entlastung bestanden haben, treten als Reserve-Offiziersaspiranten über, die übrigen werden als Unteroffiziers-Aspiranten zur Reserve entlasten, wenn sie sich zu Unteroffizieren der Reserve oder der Landwehr eignen. — Am gleichen Tage erfolgt die Entlastung der Oeconomie-Handwerker, desgleichen die Einstellung der zum Dienste ohne Waffen Ausgehobenen.
** Verhaftet. Wegen Umhertreibens und verschiedener Betrügereien wurde gestern Abend ein Frauenzimmer aus Bromberg verhaftet.
** Warnung. In der jetzigen Zwetschenzeit pflegen die Kinder oft die Kerne aufzuschlagen und den Inhalt derselben zu essen. Der Genuß der mandelähnlich, nur etwas bitter schmeckenden Kerne ist gesundheitsschädlich, sie enthalten bekanntlich Spuren der so äußerst giftigen Blausäure.
Für Reisende nach Rußland. Es dürfte noch nicht allgemein bekannt sein, daß seit dem 13. September kein deutsches Silber-, Nickel- und Kupfergeld mehr über die russische Grenze geführt werden darf, sondern nur noch deutsches Gold und Papiergeld. Reisende nach Rußland werden gut thun, diese Verfügung dcr russischen Regierung zu beachten, wollen sie Unannehmlichkeiten vermeiden. Zuwiderhandlungen gegen das Verbot werden zunächst durch eine kleine Geldbuße, im Wiederholungsfälle durch eine größere Geldbuße geahndet; in weiteren UebertretungS- fällen tritt Gefängnißstrafe ein.
AuS dem Großherzogthum Heften. Wir erhielten folgende Zuschrift: Der in Nr. 229 enthaltene Artikel, den Hess. Landeslehrerverein betreffend, bedarf hinsichtlich der zweiten Hälfte einer genaueren Fassung, beziehungsweise einer Berichtigung. Der betreffende Antrag des Vorstandes lautet wörtlich: Die Delegirtenversammlung wolle beschließen: „Lehrer, welche einem ausgeprägt confessionellen Lehrervereine angehören, können nicht Mitglied des Hess. Landeslehrer- vereins sein." Sodann hat nicht der Schulinspector Sch ere r in Worms die meiste Aussicht, als Redacteur des Schulboten gewählt zu werden, sondern der in der Lehrerwelt rühmlichst bekannte Lehrer V. Funk an der Strafanstaltsschule zu Marienschloß.
Affeohei«, 27. September. Im gräflichen Hause Solms- Rödelheim hier herrscht große Freude über die Geburt eines Erbgrafen; Mutter und Kind befinden sich wohl.
Bickenbach, 27. September. Am Freitag Abend hielt der 73jährige Zimmermann Peter Hill, welcher seit seiner Jugend in voller Rüstigkeit bis zum heutigen Tage in seinem Zimmergeschäst arbeitete, auf dem obersten Gebälke eineß Neubaues stehend, den üblichen Zimmerspruch, der, wie er betonte, der letzte sein solle, den er halten werde. Thränen der Rührung standen in den Augen der Untenstehenden, als der Greis mit voller lauter Stimme den Segen über baß Gebäude auSsprack.
Dermifditc».
* Marburg, 26. September. Die von dem hiesigen Gartenbau-Verein für die Zeit vom 4. biß 7. October d. I. veranstaltete Obst- und Gemüseausstellung wird sehr reichlich beschickt werden und dürfte durch baß stattlich und schön entwickelte Obst unb Gemüse, sowie burch bie mannigfaltigen Blumen unb Topfgewächse jedem Besucher Genuß unb Freube bereiten. Ganz besonders erfreulich ist der Umftanb, baß schon heute einige von Behörden unb Privaten gestiftete Ehrenpreise angemeldet sind, die neben Diplomen unb Medaillen durch baß Preisrichtercollegium zur Dertheilung gelangen. ES ist diese- eine außerordentlich bankenSwerthe Unterstützung für den hiesigen Gartenbau-Verein, zugleich aber auch ein Dokument dafür, daß letzterer seit seiner im Jahre 1877 geschehenen Gründung nicht ohne Erfolg bestrebt gewesen ist, Obst- und Gartencultur nach allen Seiten h'n zu fördern.
• Frankfurt a M, 27. September. Daß die Dummen nicht alle werden, beweist bie Derhanblung gegen eine Wahrsagerin, welche heute vor ber Strafkammer des hiesigen Landgerichts stattfand. Die 27jährige, bereits mit Zuchthaus
Dcrtcbr, £anO» «nd Dolfstvirfbfcbaft
•kttu, 3J. 6<ptember. Ma rkt bertcht. Mut kw bmtifa Wochermuntt kostete: Butter pr. Pfd. x 0,95 -1,UÜ, Hühnereier per Stück 7- X. 2 Stück - X. Käte pr. St. 5-8 X. KütemaLe pr. 6L 8 X. »rbsen rr- Wer 18 X. Ansen pr. etter 28 X. Taube, pr. Baar X 0.60-0,80, Hühner pr. Stück x 0,90-1,10, Hahne» pr. €t X 0.50-0.90, Emen pr. 6t X 1,40 bi« 1,6'), Lchscvfleis» pr. Bfb 62-68 X Kuh, unb Rindfleisch pr. Pfb. 50- 56 X, Schweiz fleisch pr. Pfd. 60-70 X, Kalbfleisch pr. vst>. 48-52 X.
fleisch pr. Pfb. 40-60 X. Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,50-7,00 3, Weißkraut pr Stück 8-15 X. .Rmiebdc pr. Eentner 7,00— 8,00 A» Milch pt. Liter 16 20 X, Enteneier pr. St - X Zweckche» 6tr. 3,50-4,50 X
bestrafte Sophie Groß rechnete auf bie Leichtgläubigkeu te Dienstmädchen, denen sie zuerst Koch- unb Traumbücher urj bann ihre Dienste als Wahrsagerin anbot. Dann sagte „Ich habe baß Wahrsagen in Egypten unb London gelerrt so gut wie Sie hier baß Kochen. Ich bezahle auch jährig 25 Mk. Steuer dasür, baß ich wahrsagen darf." Hieran nahm sie die Hand der Mädchen und weißsagte ihnen au den Linien derselben sämmtlich großes Glück in der Lotters Mindestens 800 Mk. Gewinn waren den Mädchen sicher! sie brauchten der weisen Frau, die das Wahrsagen gelernt bau; nur 10 Mk. sür ein LooS zu geben, und wenn sie 20 M'. für zwei Loose anlegen wollten, so war ihnen der doppeln Gewinn ebenso sicher, wie zwei mal zwei vier ist. Dar GlücklooS hatte bie Wahrsagerin zwar niemals bei sich, abe sie schrieb ben Mädchen die Nummern auf, und anderen Taxi sollte dann ein Mann kommen, der baß LooS unb später bai gewonnene Gelb bringen würde. So plump dieser Schwind^ angelegt war, so sanden sich doch Dienstmädchen genc?, bie auf den Leim gingen und tn der Hoffnung auf den gen** sagten Lotteriegewinn 10 und 20 Mk. opferten. Da sie dal, in diesem, bald in jenem Stadttheile wahrsagte, so hätte fe ihr Treiben noch lange fortsetzen können, wäre sie nicht bm einen Zufall mit dreien ber betrogenen Dienstmädchen zusarn^ getroffen unb von diesen wieder erkannt worden. Sie mal-, einen Fluchversuch, wurde aber eingeholt und der Pou^. übergeben. Der Gerichtshof legte ihr heute für längere Zr? das Handwerk, indem er die Betrügerin zu drei Jahren Zuchtdaut unb 300 Mk. Geldstrafe verurtheilte.
* Koblenz, 29. September. In zwei Sonderzügw, welche heute Vormittag um 7 und 9 Uhr hier abgelafin würben, hat man baS Königin-Augusta-Garde-Äre- nabier-Regiment Nr. 4 nach feiner neuen ®arm<c: Spandau befördert. Herzlich war der Abschied vor der Ab fahrt, denn während ber 33 Jahre, die daß Regiment fdt feiner Errichtung hier verbracht, sind die Beziehungen zur Bürgerschaft recht freundliche gewesen.
* Im Gräfenhainer Forst bei Cljrbrnf geriet!) am 11. t. ein Mann, der zum Holzsammeln gegangen war, mit einen Forstbeamten in Streit. Letzterer wollte dem Manne he Axt entreißen, wobei er unversehens demselben mit der Schär c beß Werkzeugs die Pulsader aufriß. Infolge des gxo^.i Blutverlustes stürzte der Mann ohnmächtig nieder und t>r< schied bald darauf.
* lieber einen falschen Alarm und seine Folgen fcerifcr. bie „Zittauer Morgenztg.": Daß in Zittau garnifontnn:: 3. sächsische Infanterie-Regiment Nr. 102 war unlängst tut Dresben marschirt unb ein Theil desselben in der flaitrnt eines ber dortigen Grenadier-Regimenter einquartirt, währet der übrige Theil anderwärts in Quartier lag. In eina Nacht wurde das Regiment kurz nach zwei Uhr plötzlich nnt ahnungslos durch Alarmsignale aus die Beine gebracht. Die dem süßen Schlummer entrißenen Soldaten stellten sich nachdem die erste Ueberraschung vorüber und jeder markt- fähig ausgerüstet war, auf dem Kafernenhofe, ihrer Offiziere harrend, die zumeist in BÜrgerquartterrn lagen. Daraus ging eß compagnieweise auf einen in der Nähe liegende» Platz, auf dem fich baß Regiment sammeln sollte. Inzwischen war ben Offizieren bie ganze Alarmirung verdächtig oorgt- kommen, hauptsächlich, weil von keiner Seite Auskunft über bie weiteren Marschbefehle zu ekhalten war. Schließlich stellte sich heraus, daß von compctcnter Seite überhaupt keiy SBtfeb! zum Alarmiren gegeben worden war. Darob natürlich grotr Entrüstung bei ben Offizieren unb Mannschaften wegen der infolge deS blinben Alarms erzeugten Aufregung. ES warte sofort eine Untersuchung angestellt und dabei Folgende- tr mittest: Ein Hornist des Regiment- war von einem SeiMo ten unb einem Gefreiten deS Grenadier-Regiment- worben, mit ber Meldung, eß sei Alarmbefehl eingetTtfri, wobei ber Sergeant ein Papier vorzeigte, baß die Depesche vorstellen sollte. Der Hornist hatte natürlich nicht- EiligerO zu thun, al- daß überraschende Wecksignal zu geben. Dcß Ganze entpuppte sich als ein höchst toller Scherz der betbci Grenadiere, die da glaubten, ben 102ern einen schlechten Strech spielen zu können. Die Uebelthäter wurden ermittelt M sind streng bestraft worden. Der Sergeant erhielt ein halbes Jahr Festung unb wurde begrabirt, während dem Grenadier- Gefreiten ein mehrwöchiger strenger Arrest zudictirt wurde. Eine Folge diese- Vorfälle- ist der neuerliche Befehl, teg bie Hornisten nur aus Befehl eineß Offiziers bie Alarmsignale geben dürfen.
5d^iff»nacbri<btcm
(Mitgetheilt durch den Agenten de- Norddeutschen Lloyd, Hernr Carl LooS tn Gießen).
Bremen, 26 September. sPer transatlantischen Telegraph.) Ta Schnelldampfer (^Ibe, Capitän R. o. Gössel vom Norddeutschen Äes tn Bremen, welcher am 16. September von Bremen unb am 17. Sepck. von Southampton abgegangen war, ist heute ä Uhr Morß»4 wohlbehalten in Newyork angekommen.
Bremen, 27. Septbr. sPer transatlantischen Telegraph.) £« Dampfer Roland, Capitän Lose, vom Norddeutschen Loyd in Bravo, welcher am 13. September von Bremen adaegangen war, ist geflew 9 Uhr Vormittags wohlbehalten in Newyork inatfommtn.
Bremen, 27. September. sPer transatlantischen Telegraph.) ker Poftdampser München, Kapitän C. Stemcken, vom Norddeutschen r.'lovb in Bremen, welcher am 14. September von Bremen abgegangen •«. ist heute, 8 Uhr Vormittags, wohlbehalten in Baltimore angekomwe».
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