Nr. 75
Erstes Blatt
Dienstag den 29. März
1892
Amts- und A>»zergeb!utt ffir den ICreb Gieszen.
Hratisöeitage: Hietzener Jamikienötätter.
Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nu.iimer bi» vorm. 10 Uhr.
werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.
Abg. Goldschmidt (dsr.) wünscht, daß der Catalog auch in panischer Sprache - mit Rücksicht aus Südamerika — hergestellt
Staatssekretär vr. v. Boett icher sagt Erwägung dieses Wunsches zu. Die Anmeldungen aus landwirthschastlichen Kreisen seien ziemlich zahlreich eingegangen.
Der Nachtragsetat wird nahezu einstimmig angenommen.
Es folgt die dritte Berathung deS Reichshaushaltsetats ür 1892/93.
Abg. Pflüger (Vp.) begründet den ablehnenden Standpunkt seiner Freunde gegenüber der Mllitärlaft. F
Abg. Frhr. v. Münch (wilddem.) erklärt als ein außerhalb der politischen Parteien stehender Mann, daß sich Reichskanzler Gras Caprivi den aufrichtigen und herzlichen Dank des deutschen Volkes erworben habe. Er genieße für seine auswärtige Politik dasielbe hohe Maß von Vertrauen, das Fürst Bismarck besessen. In der inneren Politik habe Graf Caprivi eine dankenswerte Wendung gemacht. In der Aufrechterhaltung und Förderung des christlichen Geistes habe der Reichskanzler die große Mehrheit des Volkes hinter sich. Redner wendet sich dann gegen den Gesetzentwurf zur Bekämpfung der Unsittllchkett, macht die Steuergesetzgebung für die herrschende Unzufriedenheit verantwortlich und verlangt eine schärfere Heranziehung der Börse. Das deutsche Volk hänge in Liebe und Treue am Vaterlande und bringe die erforderlichen Opfer.. Aber man möge auch dafür sorgen, daß der Reichstag die unverfälschte Meinung des Volkes zum Ausdruck bringe. Gewähren Sie Diäten. (Heiterkeit.)
Abg. Liebknecht (Soc.): Er suche nicht aus der Höhe des Militär erats und der Zunahme der Reichsschuld Capital gegen das deutsche Reich zu schlagen, denn diese Erscheinungen fänden sich bei
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Gießener Anzeiger
Aenerak-Anzeiger.
Der
Gießens Zaz-iger erscheint täglich, mit Ausnahme de- MontagS.
Die Gießener
Ausland.
Prag. 26. März. Ein von czechischen Studenten dem Grasen Zedlitz zugesandtes Telegramm lautete: Die Verschiedenheit der Nationalität hinderte Sic nicht, die Größe Komenskys (Comenius) zu feiern, die Verschiedenheit der Nationalität hindert uns nicht, Ihnen dafür herzlichst zu danken.
Paris, 27.März. Eine neue Dynamit-Explosion hat heute Morgen in der Rue Clichy Nr. 39 statrgesunden.
glaubt, daß dieselbe gegen den dort wohnenden Substitut des Generalprocuralors gerichtet gewesen ist. Das Haus ist fünfstöckig und bildet die Ecke der Rue Clichy und der Rue Berlin. Die Hausbewohner sind: der Apotheker Fournier, die Frauen Alsfeldt und Konstantin, welche von ihren Renten leben, der Advocat Guillaume, der Rentier Locoq, der Bankier Lust, der Coulissier Reimoncng und der Staatsanwalt Buloz. Die Explosion fand um halb 9 Uhr statt. Die Haustreppe stürzte sosort ein und die Panik der Hausbewohner war entsetzlich. Dieselben wollten durch die Etagenthüren fliehen, allein da die Treppe eingestürzt war, eilten sie nach den Fenstern und riefen um Hilfe. Die Frauen und Kinder waren halb angeklcidet, schrieen und weinten. Die Löschmannschaft rettete die Bewohner mittelst Leitern. Sieben Verwundete sind bei den Nachbarn untergebracht. Frau Fournier, die heute Nacht entbunden worden war, ist ebenfalls verwundet und befindet sich in einem lebensgefährlichen Zustande; sie wurde zu einer Hebamme gebracht. Die Explosion richtete fürchterliche Verheerungen an. Die Mauern sind gespalten, die Fenster und Thüren sämmtlich ausgcrissen und zerschmetiert. Im zweiten Stock ist vor der Etagen- thür ein tiefes Loch zu sehen; hier muß die Bombe explodirt sein. Der Minister des Innern, Staatsanwalt und Polizeibeamte eilten sosort herbei. Die Polizei gewann die Ueber- zeugung, daß der Anarchist Ravachol der Urheber der Dynamitexplosion ist. Der Verdächtige soll von mehreren Leuten kurz vorher am Thatorte bemerkt worden sein. Sein Signalement ist genau bekannt. (Frks. Ztg.)
Petersburg, 26. März. Mr. White, der Bevollmäch. tigte des Barons Hirsch, ist eingetroffen, um in einer Audienz beim Czaren eine Milderung der Ausweisungsmaßregeln gegen die Juden nachzusuchen.
204. Plenarsitzung. Samstag den 26. März, 12 Uhr. „ ,®er dr»»tr°gzetat (zwei Millionen zu den Kosten der Beiheiligung des Reiches an der Chicagoer Ausstellung) wird von der Budgetcommission (Ref. Abg. Scipio) zur unveränderten Annahme empfohlen.
Abg. Dr. Witte (dfr.) findet, daß der der deutschen Abtheilung zugewiesme Raum aus der Chicagoer Ausstellung nicht ausreiche um ein vollständiges Bild von der deutschen Industrie zu ermöglichen'
Staalssecretar vr. v. Boetticher kann dieses Bedenken nicht 'bk"-n Der der deutschen Industrie in Chicago zur Verfügung stehende Raum sei großer als auf irgend einer Ausstellung vorher. Allerdings seien von einzelnen deutschen Industrien Wünsche nach größerem Raum geäußert worden; aber schließlich komm- es nicht sowohl auf die Quantität als aus die Qualität an. Es sei vor Allem ersorderlich, daß das, was ausgestellt werde, untadelhast sei Uebrigens schwebten Verhandlungen, um noch etwas mehr Raum iu erlangen. 6
„ d'- Zustimmung seiner Freunde.
Nachdem sich das Reich einmal zur Beschickung der Ausstellung ent- chlossen, müsse es auch würdig repräsentirt sein. Auch die Land- wirlhschaft werde durch die Chicagoer Ausstellung hoffentlich Förderung
Deutsches Reich.
Berlin, 26. März. Mit den bekannten Veränderungen im preußischen Ministerium hat die Ministerkrisis in Berlin ihren Abschluß erfahren, aber allgemein herrscht die Empfindung vor, daß die getroffene Lösung nur eine vorläufige ist. Die Abgabe des Vorsitzes im preußischen Eabinet seitens des Reichskanzlers Grafen Caprivi an Gra Botho Eulenburg wird fast überall nur als ein Nothbehel betrachtet, um aus der verworrenen Situation herauszukommen, welche durch das Scheitern des neuen Volksschulgesetzes und die hierdurch bedingt gewesene ministerielle Krisis geschaffen worden ist. Die Abtrennung des Reichskanzlerpvstens vom preußischen Ministerpräsidium entzieht dem Inhaber des ersteren die feste Grundlage für die Ausübung seiner Amtspflicht als Reichskanzler, mögen auch die Functionen des leitenden Staatsmannes und diejenigen des preußischen Ministerpräsidenten nach manchen Richtungen noch so weit auseinanderliegen. Vorläufig allerdings hat man die in der Trennung beider Aemter liegenden Schwierigkeiten dadurch zu umgehen gesucht, daß der neue Ministerpräsident kein Portefeuille bekommen hat, womit ja etwaige Reibungen mit dem Reichskanzler fürs Erste vermieden werden dürften- ob sich solche aber auch für die Dauer vermeiden lassen werden, muß denn doch noch sehr dahingestellt bleiben. Sicher ist, daß Gras Caprivi nur aus den ganz bestimmten Wunsch des Kaisers hin seine Thätigkeit als Reichskanzler fernerhin ausübt, hiermit ist aber von selbst eine gezwungene unnatürliche Situation gegeben, die über kurz oder lang zu einer neuen Kanzlerkrisis führen muß. — Ueber die Stellung, welche der neue preußische Cultusminister, Dr. Bosse, zu den schwebenden Fragen seines Ressorts einzunehmen gedenkt, herrscht noch Ungewißheit, da Herr Dr. Bosse in politischer Beziehung bislang so gut wie gar nicht hervorgetreten ist. Nur das Eine wird man wohl als sicher annehmen können, daß der neue Ches der preußischen Schulverwaltung den Zedlitz'schen Entwurf eines Volksschulgesetzes alsbald wieder zurückzieht und daß er seinerseits es unterlassen wird, dem Landtage mit einem dritten Entwurf eines Volksschulgesetzes zu kommen. Es hat sich eben auch diesmal wieder gezeigt, wie überaus heikel die Frage des Volksschulgesetzes auch nach der politischen Seite hin ist und vermuthlich wird der Cultus- minister Dr. Bosse kein besonderes Verlangen hegen, sich die Finger hieran zu verbrennen, wie seine beiden Vorgänger.'
— Die Ernennung des Grafen Botho Eulenburg zum preußischen Ministerpräsidenten macht die Einbringung eines Nachtragsetats im Landtage nöthig. Dies deß- halb, weil im preußischen Staatshaushaltsetat kein Gehalt für den Ministerpräsidenten ausgeworsen ist, was sich nunmehr infolge der Trennung des Ministerpräsidiums vom Reichskanzlerposten als eine nothwendige Forderung herausstellt. Außerdem wird auch eine zweite Forderung noch in den Nachtragsetat auszunehmen sein betreffs Beschaffung einer Dienstwohnung für den Ministerpräsidenten.
— In Betreff des Welfensondsgesetzes wird gemeldet, daß die Regierung bereit sei, auf die im Abgeordnetenhause geäußerten Wünsche behufs Abänderung der Vor- läge einzugehen. Die Aushebung der Beschlagnahme des Welsensonds wird also durch ein besonderes Gesetz und nicht auf dem Wege königlicher Verordnung erfolgen.
Berlin, 26. März. Der Kaiser empfing heute in Hubertusstock den neuen Cultusminister Bosse.
Berlin, 26. März. Der Kaiser ist um 5V2 Uhr von Hubermsstock emgetroffen. Er sah sehr wohl aus und war von Prinz Heinrich begleitet und fuhr mit der Kaiserin, die ihn am Bahnhose erwartet hatte, im offenen Wagen nach dem Schlosse. Das Publikum brachte stürmische Ovationen.
Berlin, 26. März. Die „Allgemeine Fleischerzeitung" theilt mit, daß die Schweinesperre aus dem hiesigen städtischen Centralviehhofe heute ausgehoben worden ist. | 1
allen übrigen Staaten. Sie seien die nothwendige Folge des Mili- tansmuS. wie auch die Soldatenmißhandlungen. Diese letzteren ließen sich nicht durch Verordnungen und Erlasse beseitigen, denn ste Men von dem System des Militarismus »nicht zu trennen. Der MUitartsmus sei unchrtstlich und inhuman, denn er sei die Kunst der Menschenschlächterei. Die Socialdemokraten wollten Deutschland nicht wehrlos machen; sie wollten nur den Uebergang zum Miliz- hätte Frankreich, anstatt Elsaß-Lothringen zu nehmen, Nk„Verpflichtung.-uferlegen sollen, zum Milizsyftem überzugehen; ein Milizheer lasse sich nicht zu Eroberungskriegen gebrauchen. Er habe nie ein Hehl daraus gemacht, daß er die Annexion von Elsaß-Loth- ringen nicht nur für ein Verbrechen, sondern auch für einen politischen Fehler halte. Eine Losung der elsaß-lothringischen Frage werde erst möglich, wenn die Regierungen das Selbstbestimmungsrecht der Völker achten; dann werde es nicht beißen: Elsaß-Lothrmgen gehört dem oder lenem, sondern: Elsaß-Lothringen gehört sich selbst. Bismarck habe die Kriege von 1864 und 1866 herbeigeführt, um inneren Verlegenheiten ein Ende zu machen; ohne die Kriege von 1864 und 1866
.?er von 1870/71 nicht gekommen. Der letztere sei von beiden Seiten, Huben wie drüben, verschuldet. (Widerspruch.) Die Social- demokratte habe mit Den Berliner Tumulten nichts zu thun- sie kampse mit den Waffen, in denen sie den herrschenden Klassen, nicht mit denen, in denen die herrschenden Klassen ihnen überlegen seien; sie exponire sich nicht. Wenn die Tumulte keinen größeren Umfang genommen, so sei das nur der Discipltn der Massen zu danken. Unser CurS ist der alte und eine 25jährige Erfahrung des Kampfes hat uns gelehrt, daß es der richtige ist!
Präsident v. Levetzow ruft den Redner nachträglich wegen der Aeußerung: er halte die Annexion Elsaß-Lothringens für ein Verbrechen, zur Ordnung. (Lebhafter Beifall.)
m Richter (dfr.) erklärt es für sehr angebracht, hier im Reichstage auf die Kriege von 1864 und 1866 und ihre Ursachen zuruckzukommen. Mit dem Kriege von 1870/71 haben sie nichts zu thun,, dieser sei von Napoleon III. provoctrt worden. Bebel habe dies selbst mit aller Schärfe ausgesprochen. Das Gefährlichste sei, immer von einer elsaß lothringischen Frage zu sprechen; dadurch wurden dann alle möglichen Fragen angeregt. Es gebe keine elfaß- lothnngische Frage. Redner weist sodann auf den Widerspruch hin, D« zwischen der heutigen Rede Liebknechts und der bekannten Münchener Rede seines Fracttonsgenossen v. Vollmar bestehe und wendet sich schließlich zum Mtntsterwechfel. Der Herr Reichskanzler sei ja noch hier, aber gewissermaßen balbtrt. Er werde wohl gefunden haben, daß es nicht so leicht fei, gegen den Strom zu schwimmen.
hu"e die Trennung des Reichskanzleramts vom preußischen Minifterprasidium für die Dauer nicht haltbar; auch Bismarck fei davon überzeugt worden. Die Freisinnigen könnten ja mit der Trennung einverstanden sein, denn sie erschwere die do ut des:®olitir. Die unliebsamen Ereignisse der letzten Zeit seien die Folge der Cabtn^sregterung, eine Erbschaft Bismarcks; auch die unverantwortlichen Rathgeber gehörten zu den Erscheinungen der Cabinetsregierung Hatten wir das parlamentarische Regierungssystem, so würde die Autorität bei Weitem nicht so gelitten haben, wie dies geschehen
Reichskanzler Graf Caprivi: Durch die Trennung der beiden Jemttt sei keine Schädigung der Interessen des Reichs verursacht. Als Präsident habe der Reichskanzler im preußischen Ministerium nicht mehr Einfluß denn als Minister des Auswärtigen; er könne so wie so nur durch das Gewicht seiner Gründe wirken. Graf Roon sei s. Z. mit Rücksicht auf seine leidende Gesundheit zurückgetreten- nicht weil die Trennung von Reichskanzleramt und Ministerpräsidium nicht haltbar sei. Was die Politik der Gegenleistungen anlange, so wurde er glauben, sich am deutschen Volke zu versündigen, wenn er als Reichskanzler Concessionen machte, um für Preußen Gegenleistungen zu erlangen. Er habe das Präsidium im preußischen Mrnisterium stets zu den schwersten Theilen seines Amtes betrachtet. Gerade die Trennung werde eine größere Stabilität zur Folge haben. Es haben ihn bei keiner der Vorlagen Meinungsverschiedenheiten von seinen Collegen getrennt. (Beifall.) Aber die Stellung des Reichskanzlers sei besser unabhängig von der des preußischen Ministerpräsidenten. Er hoffe, daß die Trennung der Aemter dem Reiche nicht zum Schaden, sondern zum Nutzen gereichen werde. (Beifall.)
Abg. v. Kardorff (Rp.) erklärt gegenüber gewissen falschen Vorstellungen im Auslande, daß die ganze deutsche Nation festhalte an dem Dreibunde. Er glaube nicht, daß die Trennung des Reichs- kanzleramtes und des preußischen Ministerpräsidiums auf die Dauer angängig sein werde, nachdem ein bezüglicher Versuch schon früher gescheitert fei.
Amtlicher» Tbeil.
m A _ Gießen, den 25. März 1892. Betr.: Das Behüten der Wiesen.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises.
Wir machen Sie darauf aufmerksam, daß das Behüten
Wiesen nach der Wiesenpolizeiordnung für den Kreis Gießen vom 1. April an untersagt ist. Sie wollen die Schäfer hierauf aufmerksam machen und die Feldschützen strengstens anweisen, etwaige Uebertretungen zur Anzeige zu bringen. Die Gendarmerie ist gleichfalls angewiesen, bei Zuwiderhandlungen gegen dieses Gebot Anzeige zu erheben.
v. Gagern.
Abg. Graf Ballest rem (Ctr.) beklagt den Rücktritt des Grafen Caprivi vom preußischen Ministerpräsidium, spricht aber seine Freude darüber aus, daß kein Anlaß vorgelegen, auch auf das Amt als Reichskanzler zu verzichten. Er hoffe, daß Graf Caprivi noch lange tm Amte sein werde, und er hoffe auch, daß er bald, wie Fürst Bismarck seiner Zeit, an die Spitze des preußischen Staatsmmiftertums zurückkehren möge. Eine do ut des-Polittk würde auch das Centrum aufs schärfste verurtheilen. Was die Bemerkungen Richters über parlamentarische Regierung anlange, so stehe das Centtum auf dem Boden der Reichsverfassung.
Abg. v. Bennigsen (nl.) weist darauf hin, daß früher der Gedanke an einen verantwortlichen Reichs-Finanzrninister von allen Seiten ventilirt worden sei und daß auch der Reichskanzler verantwortlicher Minister des Reiches fei. Der gegenwärtige Zeitpunkt wäre allerdings wenig geeignet, die Forderung nach einem ReichS- mtnifterium geltend zu machen. Er wünsche auch nicht, daß die Trennung der Aemter von Bestand sei, um so weniger, als der Partikularitzmus stark im Anwachsen sei. Da dürfe nicht noch ein preußischer Partikularismus hinzukommen. Am besten sei es, Personen- wechsel zu vermeiden. Der Versuch mit der Trennung werde jetzt gemacht werden und man unterstütze ihn durch Vertrauen
Abg. Frhr. v. Manteuffel (conf.) constatirt, daß von seinen Feunden dtt Forderung eines Reichs-Finanzministers nicht gestellt oder unterstützt worden sei. Ernennungen, die Se. Maj. der Kaiser vollzogen, glaube er nicht discutiren zu sollen.
. ,dlbg. ^tebknecht (Soc.) sucht nochmals seinen Standpunkt in ' ^r elsaß-lothringischen Angelegenheit zu rechtfertigen. Seine Freunde | batten nur erklärt, daß, wenn Deutschland von Rußland und Frankreich angegriffen werde, sie für die Vertheidigung des Vaterlandes eintreten würden.
Abg. Frhr. Stumm (Rp.) constatirt einen Zusammenhang der


