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Hamburg, 23. August. Die 21. Generalversamm­lung deö deutschen Apothekervereins ist heute Dormittag unter dem Dorsche von Fröhlich-Berlin eröffnet worden. An derselben nahmen etwa 220 Mitglieder Theil. Senator Dr. Hachmann begrüßte die Erschienenen im Namen des Senates, Geh. Medicinalrath Dr. Pistor-Berlin im Auf­trage des preußischen Cultusministeriums. Zunächst wurde der Jahresbericht von 1891/92 erstattet. Der Antrag des Vorstandes, sich durch Mitglieder aus den einzelnen Staaten verstärken zu dürfen, um in der Gewerbesrage den Apothcker- stand zu vertreten, wurde einstimmig angenommen. Ein zweiter Antrag, beim preußischen Cultusministerium dahin vorstellig zu werden, daß an der Universität Berlin specielle Lehrkräfte für die Ausbildung in den pharmaceutischen Wissen­schaften angestellt werden, gelangte ebenfalls zur Annahme.

Sagau, 23. August. Das bisherige Ergebniß der Reichstags-Ersatzwahl Sagan Sprottau aus 59 Ort­schaften ist: Klitzing (cons.) 3918, Müller (freisinnig) 3729, Zubeil (Soc.) 1286 Stimmen.

Bern, 23. August. Der Bundesrath hat wegen der Choleragefahr die Ein- und Durchfuhr von aus Ruß­land und Frankreich stammenden Hadern, Lumpen, alten Kleidern, gebrauchtem Bettzeug, gebrauchter Leib- und Bett­wäsche, mit Ausnahme des Gepäckes von Reisenden, untersagt.

Paris, 23. August. In der gestrigen Sitzung der Aka­demie der Wiffenschasten theilte Pasteur mit, daß die von dem Arzte Hafkine an seiner eigenen Person und an drei anderen Personen vorgenommenen Jmpsversuche gegen die Cholera zu Ergebnissen geführt hätten, die zu weiteren Versuchen ermuthigten.

Kopenhagen, 23. August. Anläßlich der Cholera- gesahr sind heute gegen Herkünste aus den französischen Häsen des atlantischen Meeres, sowie des Canals Maßregeln ergriffen worden. Die Einfuhr von Lumpen, gebrauchten Kleidern, Watte, Kratzwolle und Papierabsätlen wurde ver­boten. Eine Quarantäne ist noch nicht angeordnet worden.

Petersburg, 23. August. DerRegierungsbote" tritt kategorisch den Meldungen der Blätter entgegen über die Grausamkeiten, welchen in Rußland die Juden ausgesetzt feien; namentlich sei die Meldung derDaily News" völlig unrichtig, daß Juden aus Moskau und Petersburg gefesselt und zu Fuß in die ihnen zum Aufenthalte angewiesenen Orte abgesührt, ja sogar nach Sibirien transportirt worden seien. In Rußland würden nur Zwangssträflinge gefesselt und auch diese nicht zu Fuß transportirt. DerRegierungsbote" schließt mit der Erklärung, in Rußland würden gegen die Juden keine Grausamkeiten und Gewaltthaten begangen. Alle bezüglichen Zeitungsmeldungen seien rein erfunden.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 24. August. Seitens der Freiconservativen werden die Vorbereitungen zu dem conservativen Partei­tage energisch betrieben. Die conservative Correspondenz veröffentlicht diesbezügliche Mitrheilungen.

Berlin, 24. August. Die von Hamburg eintreffenden Meldungen von 150 Erkrankungsfällen mit 65 Fällen von tödt- lichem Verlauf lassen keinen Zweifel, daß die asiatische Cholera vorliegt. Eventuell ist für heute die Sperrung des Hafens zu erwarten.

Altona, 24. August. Hier wurden ebenfalls Fälle von asiatischer Cholera amtlich constatirt.

Oldenburg, 23. August. Auf eine Anfrage des Comites für die Huldigungsfahrt nach Friedrichsruh ließ Bismarck antworten, er sei gerne bereit, die Huldigung Ende I September anzunehmen.

Köln, 24. August. Ein Telegramm der ,Köln. Ztg." \ aus Antwerpen bezeichnet die an die deutschen Blätter ge­sandten Telegramme über die Einschleppung der asiatischen Cholera in Belgien als Sensationsnachrichten. Von der asiatischen Cholera fei dort keine Rede.

Wiesbaden, 23. August. Wie demRhein. Kurier" aus Biedenkopf gemeldet wird, hat der Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Biedenkopf, Landgerichtsrath Bork in Marburg, welcher früher wegen seiner abneigenden Mei­nung über das Volksschulgesetz aus der nationalliberalen Fraction austrat, nunmehr sein Mandat niedergelegt. Der nationalliberale Candidat für die Ersatzwahl ist Amtsgerichts­rath Seyberth in Siegen, der sreiconservative Candidat Re­gierungspräsident von Tepper-Laski in Wiesbaden.

Paris, 23. August. Das franco-russische Fest hat mir einem Deficit von 80,000 Francs geendet. Die Blätter kritisiren die Leichtfertigkeit der Regierung, bei Er- laubnißertheilung von Festen, bei denen der Erfolg nicht gesichert ist.

Rouen, 23. August. In dem hiesigen Correctionshause ist eine choleraähnliche Epidemie ausgebrochen, zwei Personen sind bereits gestorben.

Chesterfield, 23. August. Mehrere Fälle von Pocken­krankheiten wurden hier constatirt.

Malmö, 23. August. In der letzten Sitzung erklärte der socia list isch e Ar beiter congr, die Enthaltung von der Theilnahme am parlamentarischen Leben sei ver­werflich. Bei der Verhandlung über die Frage, betr. Stellung der Socialdemokraten zum Unionsconflict, äußerte der Ad- vocal vom höchsten Gericht, Meyer-Christiania, die norwegische Arbeiterpartet habe ein Interesse daran, daß diese Frage aus der Welt geschafft werde, entweder durch Beilegung des Con- flictes oder durch Auflösung der Union. Der nächste Congreß findet im Jahre 1897 in Stockholm statt.

Madrid, 23. August. Die Regierung beschloß, Maß­regeln gegen alle Reisenden und Maaren, welche aus Bel­gien kommen, zu ergreifen, weil befürchtet wird, in Belgien feien choleraartige Krankheitserscheinungen ausgetreten. Der spanische Gesandte in Belgien wurde beauftragt, genau die spanische Regierung über die vorgekommenen Fälle von Cholera zu unterrichten.

Petersburg, 23. August. Die Roggenausfuhr wurde wieder gestattet.

totales unb provinzielles.

Gießen, 24. August 1892.

-n. Unsere Quellwasserleitung konnte heute (24. August) QU&er i" der von der Verwaltung festgesetzten Zeit auch von 8 bis 12 Uhr Vormittags benutzt werden; es ist zu hoffen, daß dies auch in den nächsten Tagen möglich sein wird und wolle man es im Bedarfsfall versuchen. Dies Ergebniß ift um so erfreulicher, als der Quellenerguß sich inzwischen noch nicht gehoben hat und ist daraus zu ersehen, wie durch vorsichtigeren Gebrauch des Quellwasiers der plötzlich eingetretene Mangel zum Besten der Allgemeinheit gemildert und erträg­licher gemacht werden kann.

Der am Montag verunglückte Monteur Michel be­findet sich, nachdem sämmtliche Holzsplitter aus dem Körper entfernt sind und eine am Mastdarm vorgenommene Opera­tion gut verlaufen, den Umständen nach wohl. Hoffentlich gelingt es, den Mann am Leben zu erhalten.

Der hiesige Turnverein beabsichtigt, Sonntag den 4. September eine Turnsahrt mit Damen nach Kloster Arnsburg zu machen und wird im Voraus an dieser Stelle hieraus aufmerksam gemacht.

Verhaftet wurde gestern Abend ein hiesiger junger Bursche, welcher s. Zt. die Fahne des akademisch-naturwissen­schaftlichen Vereins gestohlen und dann vernichtet hat. Heute Morgen wurde ein auswärtiger Maurergeselle ver­haftet, der während des Arbeitens die Gelegenheit benutzt hatte, aus einer an der Wand hängenden Weste eine Taschen­uhr zu stehlen.

Mißhandlung. Ein Einwohner von hier hat gestern seinen L>ohn ohne Grund mißhandelt und derart geschlagen, daß er eine nicht unbedeutende Wunde auf dem Kopfe davontrug.

Die diesjährige Jahresversammlung der all­gemeinen Conserenz der deutschen Sittlichkeitsvereine wird am 19. und 20. October in Darmstadt stattfinden. Für die Hauptversammlung, die am Donnerstag um 9 Uhr gehalten wird, haben die Herren Sanitätsrath Dr. Brink­mann von Wiesbaden und der Vereinßgeistliche Pastor Patzsche von Liegnitz die Referate übernommen. Das Thema des Ersteren lautet:Inwieweit beeinflussen die Lebensanschauungen und Gesellschaftsordnungen der Gegen­wart die Sittlichkeit?", das Thema des Letzteren:Oeffentliche Vergnügungen und die Unsittlichkeit". Der kürzlich in Darmstadt begründete Sittlichkeitsverein zählt bereits an 100 Mitglieder. Vorsitzender ist Pfarrer W a g n e r, Schrift- ührer Landgerichtsrath Cellarius, Kassirer Kaufmann H. Lautz.

Blofeld, 16. August. Bei der heutigen Gemeinde­rathswahl wurden unter großer Betheiligung folgende Personen gewählt: Karl Nicolay II. mit 34, Gg. Schmidt III. mit 32, Georg Mögt mit 32 und Heinrich (Siebte mit 31 Stimmen.

Lauterbach, 23. August. Gestern Mittag fand der im besten Mannesatter stehende Arbeiter Georg Gonnee von hier einen schnellen Tod. Derselbe hatte sich, wie ver­lautet, in angetrunkenem Zustande in die Gluth der Mittags- onne gelegt, was vermuthlich die Ursache des plötzlichen Todes war. Er hinterläßt eine Frau und zwei noch uner­zogene Kinder.

Vom Vogelsberg, 23. August. Mit dem Heutigen hat die tropische Hitze wieder die Höhe von der vorigen Woche erreicht. Sie wird immer unerträglicher und die Folgen der Dürre machen sich jeden Tag schärfer bemerkbar. In den Ortschaften, welche auf hohen Stellen gelegen sind, ist die Wasserversorgung zu einer Calamität geworden. Die Wasserreservoire sind längst ausgetrocknet oder in einen übel­riechenden Sumpf verwandelt. Stundenweit müssen die Leute das Wasser in Fässern herbeischaffen. In Kestrich wurde eine bejahrte Frau aus dem Felde von einem Hitzschlage be­troffen; sie verstarb in Folge dessen noch in der Nacht.

O Ulrichstein, 23. August. Em anfangs der dreißiger Jahre stehender lediger Mann von hier hat sich gestern Nach­mittag mit einem Revolver in seinem Bette erschossen. Die Kugel war dem Lebensmüden durch den Mund hinein und am Hinterkops herausgedrungen. Der Lebensüberdruß des Un­glücklichen, welcher in guten Vermögensverhältnissen gestanden, lag wohl in einer geistigen Umnachtung.

L. Offenbach a. M., 23. August. Bei Gelegenheit des dem gestrigen, von 200 Genossen besuchten Verbandstages der hessischen landwirthschaftlichen Genossen­schaften, über dessen Verhandlungen wir weiter unten (siehe Mainz) berichten, folgenden Mittagsmahles brachte der Ver- bandsdirector, Kreisrath Haas, den ersten Toast aus Se. Königliche Hoheit den Großherzog aus. Allerhöchstdemselben wurde die ehrfurchtsvolle Huldigung der versammelten Ver­bandsgenossen durch ein Telegramm dargebracht. Hierauf ging folgende Antwort ein:An den Director der hessischen landwirthschaftlichen Genossenschaften, Herrn Kreisrath Haas. Sagen Sie bitte den versammelten Genossen meinen Dank {ür die in Ihrem Telegramm ausgesprochenen Gesinnungen und fügen Sie hinzu, daß ich das gleiche Interesse wie mein in Gott ruhender Vater für die Bestrebungen der landwirth­schaftlichen Genossenschaften hege und dem Fortschritt der Landwirthschast unseres engeren Vaterlandes auf allen Ge­bieten mit reger Theilnahme folge. Ernst Ludwig."

T**f Mainz, 22. August. Unter dem Vorsitz des Ver­bandsdirectors, Herrn Kreisrath Haas-Offenbach, fand heute der 31. Verbandstag der hessischen landwirth­schaftlichen Genossenschaften statt. Die Obere Landwirthschaftliche Behörde, durch Herrn Oeconornierath Müller, der landwirthschaftliche Provinzialverein Rhein­hessen durch seinen Präsidenten, Herrn Hirsch, vertreten sowie die Vertreter der Verbände in Rheinpreußen, Nassau, Pfalz u. A. zeichneten den von ungefähr 200 Abgeordneten ber Vereine unb greunben der genossenschaftlichen Sache '

besuchten Verbandstag durch ihre Anwesenheit aus. Der Vorsitzende eröffnete die Sitzung und gedachte in warmen Porten des herben Verlustes, welchen namentlich die hessischen Genossenschaften durch den erfolgten unerwarteten Heimgang Sr. König!. Hoheit des Großherzogs Ludwig IV. erlitten haben. Aus dem Jahresbericht verdient besonders hervor­gehoben zu werden, daß dem Verbände zur Zeit 374 hessische Genossenschasten mit rund 30 000 Mitgliedern angehören, mit^n innerhalb Jahresfrist ein Zuwachs von 73 Genossen- schasten und 8000 Mitgliedern zu verzeichnen ist. Die dem Jahresbericht beigegebene Geschäftsstattstik der einzelnen Genossenschaften weist nach: 209 hessische Darlehenskassen mit 20 000 Mitgliedern hatten einen reinen Kassenumsatz Don runb 35 Millionen, 115 landwirthschaftliche Consum- oereine mit 7400 Mitgliedern hatten einen Waarenbezug im Geldwerth von 2,1 Millionen Mark, während von 14 Molkerei­genossenschaften runb 7 Millionen Kilo Milch verwerthet wurbem Die Zahl ber hessischen Darlehenskassen ist feit 1884 von 66 auf 209 gestiegen und deren Geldumsatz von 7,2 Millionen auf 35 Millionen Mark. In 1891 wurden bei diesen Kassen als Spareinlage 5 Millionen eingelegt, dagegen 3 Millionen zurückgenommen, Ende 1891 bezifferten sich die Spareinlagen bei diesen Genossenschaften auf 14,5 Millionen Mark. Ausgeliehen wurden in 1891 in lausender Rechnung unb aus Schuldscheine insgesammt 6,5 Millionen Mark, die Gesammtschuld der Genossen in lausender Rechnung und auf Schuldschein betrug Ende 1891 8,6 Millionen, während in Kausschillingen 5,ö Millionen unb in Hypotheken 2,8 Millionen ausstanben. Die eingezahlten Geschäftsantheile hatten bie Höhe von 873000 Mk. unb die Reserven von 421 000 Mk. erreicht. Der Gesammturnsatz ber hessischen Darlehenskassen, bankmäßig ausgestellt, ergibt in Soll unb Haben zusammen 140 Millionen Mark. Der durchschnittliche Zinsfuß für Spareinlagen wird auf 31/2%, für Darlehen aus 41/2°/o bei J/4% Provision angegeben. Das gesummte eigene Vermögen sämmtlicher Genossenschaften des Verbandes ber hessischen lanbwirthschastlichen Genossenschaften belief sich Enbe 1891 aus 1,6 Millionen Mark und zwar auf 1 Million Geschäftsguthaben unb 600000 Mk. Reserven. Die Der- waltungsrechnung bes Verbanbes, wonach die Einnahme unb Ausgabe rund 24 000 Mk. beträgt, wurde genehmigt. Der von Herrn Verbandsrevisor Ihrig vorgetragene General­revisionsbericht fand allgemeine Anerkennung, aus demselben ist ersichtlich, daß in 1891 bei 221 Verbandsgenofsenschasten die gesetzlich vorgeschriebene und außerdem bei 132 Genossen- chaften eine postenweise Rechnungs-Revision ausgeführt wurde. An bie mit großem Beifall aufgenommenen Referate des Herrn Oeconornierath Dr. Haven st ein-Bonn sowie der Herren Lanbwirthschaftslehrer Leithiger-Alsfeld und Dr. Schnid er-Worms knüpften sich recht lebhafte unb ein- gehenbe Verhanblungen, welche zur Annahme folgenber Resolutionen führten:Der Verbanbstag beauftragt ben Ausschuß, eine Geschäftsorbnung auszuarbeiten unb zu ver­öffentlichen, welche bie Bedingungen der Verwerthung der Darlehenskassen beim Vieheinkauf und Viehtauschhanbel ihrer Mitglieder in einer geeigneten zur Beseitigung der in diesem Zweige unleugbar vorhandenen großen Mißstände unb zur Bekämpfung bes Viehwuchers bienlichen Form enthält." Der Verbanbstag beauftragt ben Verbandsausschuß, bie Frage bes Rechtsschutzes für bie Genossenschaften unb ihre Mitglieder, eventuell im Einvernehmen mit den landwirth­schaftlichen Vereinen, aus Grund der heutigen Verhandlungen näher zu prüfen und bei geeignetem Befund eine passende Organisation herbeizuführen."Der Verbandstag erklärt ben genossenschaftlichen Absatz ber lanbwirthschastlichen Probucie unter Zuhülsenahme von Lagerhäusern für erstrebenswerth unb beauftragt ben Ausschuß, ber beregten Frage näher zu treten unb positive Vorschläge für eine baldige Inangriff­nahme derselben auszuarbeiten."

Mainz, 23. August. Zwischen der Militärbehörde und der städtischen Verwaltung ist in Bezug auf die Choleragefahr ein Übereinkommen dahingehend getroffen worden, daß in # der Nähe des Forts Carl, unweit der Straße nach Hechts- heim, zwei größere Cholera-Baracken errichtet werden sollen. Die eine derselben soll zur Aufnahme der eventuell an der Cholera erkrankten Militär- unb die andere zur Auf­nahme der Civilpersonen dienen. Hoffentlich erweisen sich die übrigens sehr zweckmäßigen Einrichtungen als völlig überflüssig.

7 Vermischtes.

* Frankfurt a. M, 22. August. Die Versteigerung der Fahrniß des Kassirer Jäger'schen Ehepaares hat, wie ein Berichterstatter meldet, den geringen Erlös von nur etwas über 3200 Mark ergeben. Die sämmtliche Habe des im Proceß Jäger verwickelten Eierhändlers H. Hensel wurde Ende verwichener Woche gepfändet. Da dessen Ehefrau das Mobiliar mit in die Ehe brachte, so hat sie die Jnterventions- klage anhängig gemacht. Die Tochter der Frau Hensel, jetzige Frau Zeising, die jahrelang das Geschäft ihres Vaters führte, hat ein Eiergeschäst eröffnet. Ihrem Manne, ber Lehrer an einer hiesigen städtischen Schule ist, hat, wie ein Berichterstatter meldet, die vorgesetzte Schulbehörde daraufhin zur Kenntniß gebracht, daß es mit Dem Ansehen und der Würde eines Lehrers unvereinbar sei, wenn dessen Frau eilt selbstständiges Geschäft, in welchem sie die Unterstützung ihres Mannes finde, betreibe, höchstens sei es zulässig, daß eine Frau Procuristin in einem Geschäfte sei.

* Berlin, 23. August. In Rinteln wüthet feit ver­gangener Nacht ein großer Brand. Es sollen bereits zwölf Häuser abgebrannt fein.

* Köln, 23. August. DieKöln. Volksztg." meldet aus Olpe: das benachbarte Dors Hillrnicke brennt seit gestern Abend. 20 Häuser wurden emgeäschert-

* Chemnitz, 23. August. In Folge der Hitze find große Brände im Erzgebirge ausgebrochen. In Kirch«.