-nach gänzlicher Beseitigung des alten Hosgerichtsgebäudes, eine große Halle mit Gallerie am Brandplatz errichtet werden, die nicht nur Marktzwecken dienen, sondern auch zu größeren Ausstellungen, besonders zu den Ausstellungen des Kunstvereins :c. verwendet werden könne. Bon dieser Halle sollte eine Verbindungshalle nach dem Lindenplatz führen, die am Lindenplatz durch ein großes Haus mit großer Einfahrt abgeschlossen werden sollte. Veranschlagt war das Project aus insgesammt 278 650 Mk. (ohne Berechnung des Geländewerthes) und zwar sollte die 700 Quadratmeter große Halle am Brandplatz 154000 Mk., die Verbindungshalle 68 400 Mk., das Haus am Lindenplatz 56200 Mk. kosten. Vom finanziellen Standpunkte aus betrachtet, müßte an Marktslandgeld für jeden Markttag 125 Mk. erhoben werden, um eine angemessene Verzinsung zu erreichen. Angesichts dieses practisch wie finanziell erst späteren Generationen ausführbar erscheinenden Projectes wurde nach Weggang des Herrn Haas Herrn Architect B l a t t n e r die Ausgabe gestellt, ein den Verhältnissen Gießens mehr entsprechendes Project auszuarbeiten. Daffelbe lag der heutigen Versammlung zur Begutachtung vor. Darnach wären, unter Erhaltung des neueren Anbaues des Hosgerichtsgebäudes, zu errichten: 1) Ein Verwaltungsgebäude am Brandplatze, in welchem ein größerer Raum für Ausstellungszwecke, eine Wohnung, ein Wachtlocal, sowie die zur Aufnahme der Feuerlöschgeräthe und Ausrüstungsgegenstände der Freiwilligen Feuerwehr nöthigen Räume, Berathungszimmer usw. einzurichten sind) 2) Markt- tauben, entlang einer zwischen dem Brandplatze und dem Lindenplatze anzulegenden, jedoch nur für den Marktverkehr dienenden Straße. Für diese Straße ist eine Breite von 10 Metern gedacht, wovon je 2 Meter für vor den Marktlauben anzulegende, in ihrer ganzen Breite durch vorkragende Dächer überdeckte Trottoirs abgehen würden. Einen gefälligen Abschluß würden die Marktlauben nach dem Lindenplatz hin durch Pavillons erhalten. Die ganze Anlage soll sich hinsichtlich ihrer Bauart der Umgebung des Brand-, bezw. Lindenplatzes anschließen. Die Ausführung dieses Planes würde (bei vorläufiger Anlage nur einer Laubenreihe an der Nordostseite des in Betracht kommenden Geländes) 35000 bis 40000 Mk. kosten. Es wird aus Antrag der Baudeputation beschlossen: unter Verzicht aus einen Abschlußbau am Lindenplatze die hier bezeichneten Bauten und vorläufig die nordöstliche Laubenreihe zur Ausführung zu bringen. Die Versammlung erachtete eine sofortige Beschlußfassung für geboten, damit die Regelung unserer Marktverhältnisse und die gewünschte Beseitigung des jetzigen Zustandes an der Walther'schen Hofraithe so bald wie möglich erfolgen könne.
lieber den folgenden Punkt der Tagesordnung: Anlage öffentlicher Lagerhäuser bezw. Lagerplätze, wird nur insofern in öffentlicher Sitzung verhandelt, als es sich um Entscheidung der Frage, inwieweit die Stadt sich an der Sache betheiligen solle, handelt, lieber die Angelegenheit selbst wurde am 1. Febr. d. I. in einer öffentlichen, von der Großh. Handelskammer einberusenen Versammlung der Interessenten berathen und dabei der Beschluß gefaßt, von Einsetzung einer besonderen Commission abzusehen und die Sache in die Hände der Großh. Handelskammer und der Stadtverordneten-Versammlung zu legen, welche beide Körperschaften V\t Herren Emmelius, Markus und Heimer zuziehen könnten. Nachdem inzwischen sowohl durch die Handelskammer wie durch die Baudeputation die einleitenden Be- rathungen stattgefunden, wurden der heutigen Stadtverordneten- Versammlung die Pläne nebst Erläuterungsbericht vorgelegt. Nach den erfolgten Umfragen sind gedeckte Lagerräume in den projectirten Lagerhäusern zur Miethe angemeldet worden: von den Fruchthändlern 760 Mtr., von Lumpen- und Altmetallhändlern 225 Mtr., von Tabak - Industriellen 320 Mtr., Colonial- und Spirituosenhändlern 315 Mtr., Spediteuren rc. 15 lU Mtr., Eisen- und Kohlenhändlern 150 IUMtr., in Summa 1785 lUMtr., außerdem 1650 lUMtr. offene Lagerfläche) nach den Plänen würde vorhanden sein 2300 Mtr. gedeckte, 1900 Mtr. offene Lagerfläche. Das Erträgniß für die bereits gezeichneten Lagerflächen beider Arten würde sich auf 13384 Mk. beziffern, dasjenige für die voll ausgenutzten Lagerhäuser und -Plätze aus 16 621 Mk. jährlich. Es stünde sonach eine reichliche Verzinsung des Anlagecapitals in Aussicht. Dasselbe ist aus 167 000 Mk. veranschlagt und zwar sind vorgesehen: für eine unterkellerte, zwei Stockwerk hohe 100 Mtr. lange, 12 Mtr. breite Lagerhalle 97 000 Mk., für innere Einrichtungen 10500 Mk., sonstige Baukosten 4000 Mk., Geleiseanlagen 29 200 Mk., Einfriedigungen 1500 Mk., Weg-Chaussirung 8600 Mk., Fußwege 1200 Mk., Betrieb und Beaufsichtigung der Anlage 15000 Mk. An Gelände werden voraussichtlich 53000 lU Mtr. nöthig. Die Commission hält nach den stattgehabten Erhebungen das Bedürsniß nach Errichtung von öffentlichen Lagerhäusern für erwiesen, und erachtet es nicht nur im Interesse des Handelsstandes, sondern auch im Interesse der Stadt für gerechtfertigt, wenn aus städtischen Mitteln der Sache die möglichste Förderung zu Theil wird. Die Commiffion hat demnach beantragt, daß die Stadt die Errichtung öffentlicher Lagerhäuser und Lagerplätze bis zur Höhe der Kosten für die Gelände-Erwerbung unterstützen und damit einer zu bildenden Lagerhaus-Gesellschaft beitreten -möge. Der Antrag der Commission wird zum Beschluß erhoben.
Das Gesuch des Herrn Hermann Flick um (Son» Zession zum Branntwein-Verkauf im Kleinen über die Straße <aus dem Hause Bismarckstraße 6), das gleiche Gesuch des Herrn Wilh. Haas (Bahnhofstraße 26), sowie das Gesuch des Herrn Johs Bruder um Ertheilung der Concession zum Wirthschastsbetrieb im Hause Frankfurterstraße 69 werden durch Bejahung der Bedürsnißsrage befürwortet.
Locales uttö Provinzielles.
Gießen, 23. Juli 1892.
L. G. Da8 zweite Coucert des „Gießener CoucertVereiuS" wurde eröffnet durch das von Frl. Jda Thaer gesprochene
Festgedicht Rudolf Presbers, welches die Dame, Polyhymnia darstellend, geradezu in vollendeter Weise zum Ausdruck brachte. „Die Musik ist eine herrliche Gottesgabe, eine treue Begleiterin der Menschen durchs Leben und durch alle Lebenslagen) sie ist heilig und profan zugleich) sie ist die Sprache der Empfindung, die Universalsprache aller Völker und aller Zeiten", — das dürften, in großen Zügen wiedergegeben, die Grundgedanken des Gedichtes gewesen sein. — Der musikalische Theil begann mit F. Lux' Fest-Ouvertüre in E-dur. Die Composition bringt in einem einleitenden Maestoso vom vollen Orchester in kurz abgebrochenen Accorden den ersten Abschnitt des Chorals „Wie groß ist des Allmächtigen Güte", unterbrochen von einem sechstaktigen Zwischensätzchen. Unmittelbar daraus beginnt das Allegro vivo, mit dem vom p zum ff sich steigernden Hauptthema (in E-dur). Ein Seitenthema, das seine höchste Steigerung in einem Lento erfährt, leitet in das eine Terz tiefer liegende Hauptthema (in C-dur) zurück. Auf einen neuen fugenartig bearbeiteten Durchsührungssatz folgt wiederholt das Seitenthema und darnach der von den Bläsern gegebene Choral „Wie groß :c." mit dem von dem Gesammt-Orchester dazwischen geworfenen vierten Motiv des Hauptthemas. Die Ausführung war in jeder Beziehung gelungen. Beethovens C-moll-Symphonie, die dem heutigen Geschlecht als die populärste gilt, schildert den siegreichen Kampf des Menschenherzens mit den Schicksalsmächten. An das Ansangsmotiv des ersten Satzes „So pocht das Schicksal an die Pforte" reiht sich ein sanft beschwichtigendes Thema, dessen Stimme aber von dem ununterbrochenen Pochen und dem schließlichen Hereinbrechen des Schicksals übertönt wird. Wunderbar erklangen die vom Orchester getragenen wehmüthigen Töne des Trostgesangs, leidenschaftlich-glühend die stürmenden Achtelgänge der Geigen. Das mild-ernste Hauptthema des Andante wurde von den Celli und Bratschen vorzüglich vorgetragen. Der kurze Absatz nach dem V8c des ersten Tactes verrieth eine geschmackvolle Auffassung seitens des Dirigenten, die sich vielleicht auch in dem nachfolgenden seierlich-marschartigen Seitenthema (von Fagott und Clarinette angedeutet) bewähren würde. Die Variirungen des Hauptthemas in immer lebhafterer Figuration kamen Vortheilhast zur Geltung. Im dritten Satz murmeln mit verhaltenem Groll die Bässe das Anfangsthema, da ertönt ein ff-Hörnerruf (von den Ausführenden zaghaft und unsicher gegeben), zum Kampfe mit den feindlichen Gewalten auffordernd, der im Trio zum Austrag kommt — dann, als ob Alles erschöpft, lautlose Stille aus einem As-dur-Dreiklang. Nur leise Paukenschläge mahnen immer wieder an das Schicksal. Allmählich, immer kräftiger anschwellend, erhebt sich die Tonfluth wieder, um in den einem Siegesgesang gleichenden letzten Satz auszumünden. Die Ausführung nennen wir unbedenklich eine Musterleistung. Fast Alles war vollendet klar, die wechselvollsten Ausdrucksnuancen wurden zu drastischer Deutlichkeit gebracht. Dasselbe Lob gilt für Schumanns Genoveva - Ouvertüre. Andachtsvolle Stille herrscht nach dem gegebenen Zeichen im Zuhörerraum. Wie der Klageruf einer geängsteten Seele erklang durch den Saal der von den Bläsern p eingesetzte Nonenaccord der fünften Stufe in C-moll, schwermuthsvoll in den abwärts steigenden Sechszehntelgängen der Geigen austönend, und leidenschaftlich, düster bewegt sich der nunmehr folgende Allegro-Satz in aus- und abwogenden Triolen dahin. Da endlich verkündet eine Hornsansare der in der Waldeinsamkeit schmachtenden Genoveva Rettung. Was bewegt Alles ihr Herz! Aus einem neuen Motiv (in gebundenen Viertelgängen) spricht die wehmüthig-freudige Empfindung des allmählich zur Ruhe geführten Herzens, um in einer jubelnden, wesentlich auf demselben Motiv gebauten Coda in C-dur zu enden. Das Quintett aus den „Meistersingern", in dem außer den vier Solisten ein Herr I. Kurz von hier mitwirkte, ging im Ganzen gut, von einigen Tonschwankungen und einer stellenweise zu starken Begleitung des Orchesters, durch welche die vom Clavier übernommene Harfenpartie unhörbar war, abgesehen. Die Solisten boten durchweg gute Leistungen. Herr Zarneckow sang die Concert-Arie „Laß mir meinen stillen Kummer". Er hatte den Charakter der Mozart'schen Themen, die sich trotz des schwermüthigen Inhalts nur in Dur bewegen, feinsinnig ersaßt und erntete damit, sowie durch seinen in dynamischer Hinsicht wohl abgewogenen Vortrag reichen Beifall. Einen schönen Erfolg trug auch Frl. Hills davon mit den beiden Liedern „Kennst Du das Land" von Thomas und Schuberts „Wohin?" Auf wiederholten Wunsch des Publikums verstand sie sich zu einer Zugabe „Wie berührt mich wundersam" von G. Krug. Das Ehepaar Hildach entzückte durch seine überaus vornehmen Gesangsvorträge. Was für eine gemüthbezwingende Gewalt vermag doch eine warm beseelte, klang- und schmelzvolle Menschenstimme auszuüben? Unvergeßlich wird jedem, nicht nur dem kunstverständigen Zuhörer die Wiedergabe des Mozart'schen „Veilchens" bleiben, diese letzten Worte: „es war ein herz'ges Veilchen", unvergeßlich der temperamentvolle, mit militärischem Humor gewürzte Vortrag, mit welchem Herr Hildach die Entstehung der allbekannten Soldatenweise „Prinz Eugen" schildert. Und was sollen wir von den Duetten des gottbegnadeten Sängerpaares sagen? Zwei im Timbre harmonisch zusammenpaffende Stimmen, jede im Vortrag vornehmste Ausdrucksfeinheit wahrend — das sagr genug. Das Publikum kargte denn auch nicht mit Beifallsstürmen und trotz der physischen Anstrengung gab Frau Hildach als „encore“ das reizende „Mein Liebster ist ein Weber". Die Begleitung der Gesänge hatte Herr G. Trautmann aus Frankfurt a. M. übernommen, der diese Ausgabe in ganz vorzüglicher Weise dadurch löste, daß er sich stets an Text und Ton anzuschmiegen verstand. — Bei der Abends in Steins Garten abgehaltenen Reunion, an welcher Schreiber dieser Zeilen sich leider nicht betheiligen konnte, sollen, wie man uns mittheilte, abwechselnde Chorlieder unserer trefflich geschulten Männergesangvereine: Sängerkranz und Kronbauer- sches Quartett, sowie Solovorträge der Künstler die gemüth- liche Unterhaltung erhöht und ein unvermeidliches Tänzchen die
immer frohe Jugend vergnügt zusammengehalten haben. Wie lange? Wir können es diesmal beim besten Willen nicht ver- rathen. — So können wir denn auch von dem zweiten Festtag des „Gießener Concert - Vereins" behaupten, daß ber Gesammteindruck ein ebenso erfreulicher wie erhebender war. Erfreulich in Folge der durchweg vortrefflichen Leistungen und erhebend durch die Wahrnehmung, daß der Geist, der vor 100 Jahren kunstbegeisterte Männer unserer Vaterstadt beseelte, in unseren Mauern noch fortlebt.
— Zu der übernächsten Sonntag stattfindenden Regatta wird außer dem gewohnten Festplatz mit Restauration eine ungefähr 500 Sitzplätze bietende Tribüne errichtet werden, von welcher man bequem den größten Theil der Rennstrecke übersehen kann. Aus allen Kreisen der Einwohnerschaft bringt man dem Sportfeste Interesse und Sympathie entgegen) die passiven Mitglieder haben für zwei Ehrenpreise (einen silbernen Pokal und eine silbervergoldete Weinkanne)^ beide aus der Werkstätte des Herrn Carl Brück hervor- geganßen, über 400 Mk. gesammelt. Wie stets, hat auch diesmal der hiesige Schützenverein einen werthvollen Ehrenbecher der Rudergesellschaft in dankenswerthester Weise gestiftet, ebenso hat die für den Damenpreis noch in Circula- tion befindliche Liste bis jetzt ein über alles Erwarten günstiges Ergebniß geliefert. Der Brühl'schen Druckerei ist die Ausführung der osficiellen Programme übertragen worden,, wovon ein Exemplar, in Golddruck hergestellt, mit einer gleichzeitigen Einladung für Se. Königl. Hoheit den Groß- Herzog an das Hofmarschallamt nach Darmstadt abgehen wird.
— Patent Ertheilung. Der Maschinenfabrik H e y l i g e n - staedt & (So. hier wurde aus eine Maschine zum Rollen von Fässern ein Patent ertheilt. — Als Gebrauchsmuster wurde eingetragen eine Kandare mit Ringrrägern, eingereicht von Oberstlieutenant Spohr.
— Gestern Abend 7*/2 Uhr traf der Bischof von Mainz^ der gegenwärtig auf einer Firmungsreise in Oberhessen begriffen ist, hier ein. Der Bahnhoss-Inspector nebst dem Kirchenvorstand geleiteten den Bischof in das Fürstenzimmer^ welches zu. diesem Zweck geöffnet war, dann fuhr derselbe sofort zur Kirche, woselbst sich die Gemeinde versammelt hatte und die Begrüßungsfeierlichkeit stattsand. Die Ausspendung der Firmung geschieht morgen Sonntag. Der Bischof reift noch am nämlichen Tage gegen 12 Uhr Mittags nach Herbstein im Vogelsberge ab. Mit Rücksicht aus die kurze Anwesenheit des Bischoss hat die katholische Gemeinde diesmal von einer weltlichen Begrüßungsfeier abgesehen.
— In Sachen der Errichtung eines Denkmals für Groß. Herzog Ludwig IV. Die am Mittwoch Nachmittag in Schlossers. Liegenschaft zu Offenbach a. M. stattgehabte Versammlung zur Vorbereitung der einleitenden Schritte für Beschaffung eines würdigen Denkmals für weiland Großherzog Ludwig IV. war aus allen Theilen des Landes sehr gut besucht und hat einen überaus befriedigenden Verlaus genommen. Insbesondere Herr Staatsminister Finger und die beiden Kammerpräsidenten Fürst von Usenburg und Büdingen und Herr JustizrathW Weber sind in glänzenden Reden der Bedeutung der ins Auge gefaßten Ausgabe gerecht geworden.
— Aus den Verhandlungen der am 21. ds. Mts. in Darmstadt abgehaltenen Sitzung des EisenbahubeiratheS über den Wintersahrplan der Oberhessischen Eisenbahnen ist hervorzuheben, daß bezüglich des Zuges 6 der Linie Gießen—Fulda (Fulda 215 Nachm.) von verschiedenen Seiten ein Anhalten auch auf den Stationen Ehringshausen, Nieder-Ohmen und Reiskirchen gewünscht und regierungsseitig thunlichste Berücksichtigung dieses Wunsches, soweit solche ohne Ausgabe des Anschlusses in Fulda sich ermöglichen lassen sollte, zugesagt wird. Hinsichtlich der Züge 34 und 35 der Linie Stockheim—Gedern (Gedern ab 815 Nachm. und bezw. Stockheim ab 941 Nachm.), welche für die ganze Dauer des Wintersahrplans aus die Sonn- und Montage beschränkt bleiben sollen, wird in erster Linie die Beibehaltung des Sommersahrplans (Verkehr beider Züge täglich) oder doch des- letzten Wintersahrplans (Beschränkung auf die Sonn- unb* Montage nur während der Monate November und Februar)' als erwünscht bezeichnet und regierungsseitig eine nochmalige Prüfung der Frage zugesagt. — Einem früheren Ersuchen des Eisenbahnbeiraths entsprechend ist angeordnet worden, bafe. nunmehr auch auf allen Stationen der Oberhessischen Eisenbahnen zu den einzelnen Zügen abgeruftn wird. — Einem Wunsche des Herrn Wirkl. Geheimeraths Dr. Goldmann Exc. auf Einführung durchgehender Fahrkarten auch nach den kleineren hessischen Stationen der Oberhessischen Eisenbahnen ab Darmstadt schließt sich der Eisenbahnbeirath an. (D. Z.)
— Der Getreidemarkt. Die in letzter Woche ungünstiger gewordene Witterung und die damit in Wechselwirkung stehende Unsicherheit in Bezug auf das Einbringen der Ernte haben das neulich begonnene abermalige starke Fallen der Getreidepreise aufgehoben und eine allgemeine Festigung des Getreidemarktes hervorgebracht. Aus säst sämmtlichen ] Märkten des In- und Auslandes zogen die Preise sogar / etiva§ an, und es wurde Weizen 1 bis 2 Mk. und < Roggen 2 bis 3 Mk. höher per Tonne bezahlt. Gerste und Haser hielten ihre bisherigen Preise. Erwähnt zu werden verdient aber auch, daß bereits der erste neue russische Weizen, der eine ansehnliche Mittelqualität zeigte, auf den Markt gekommen ist und zu niedrigem Preise versuchsweise gekauft wurde. Weizen wurde in Berlin, Hamburg, Leipzig u.s.w. je nach Qualität per Tonne mit 165 bis 204 Mk. bezahlt^ Roggen mit 172 bis 186 Mk. und auch noch höher. Gerste kostete per Tonne 140 bis 185 Mk. und Haser 155 bis 175 Mk.
— PenflousKaffe für Kaufleute. Die am 1. Juli 1886 ! errichtete Pensions-Kasse des „Vereins für Handlungs- Commis von 1858 in Hamburg" zeigt in ihrer ganzen Entwickelung das Gepräge der Solidität. Sie gewinnt sichtlich an Ansehen und Bedeutung, so daß sie jetzt schon in der ersten Reihe der deutschen Rentenanstalten steht. Nach fünfjährigem Bestände (1. Juli 1891) hatte sich die finanzielle


