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dElow und die Eltern des Brautpaares. Bismarck unterläßt auf den Rath SchwenningerS den geplanten Besuch in der Theater-Ausstellung. Bei den gestrigen Erceffen wurden 15 Personen verhaftet.

. W""- 21. Juni. Wegen Verkehrsstörung ordnete die Polizel gestern Nachmittag die Räumung der Wallnerstraße an; die Volksmenge kam sofort der Aufforderung nach. Bismarck wurde bei seiner Ausfahrt, wo er erkannt wurde, mit Hochrufen begrüßt, worauf er verbindltchst dankte. Er gab seine Karte bei Kalnokh, Hohenlohe, Nuntius Galimbert und Staatsrath Braun ab. Der Chef des Civilcabinets des Kaisers gab seine Karte bei Bismarck ab.

Wien, 20. Juni. . Die Kronprinzessin-Wittwe nimmt an der Trauung Herbert Bismarcks nicht Theil. Dieselbe ist plötzlich nach Ungarn abgereist. Die Dorotheengaffe, wo sich die reformirte Kirche befindet, wird während des TrauungSaetes polizeilich abgesperrt.

Loudon, 20. Juni. DieTimes" melden aus Teheran: Die osficiellen Angaben über die Eholerasterblichkeit bleiben hinter der Wahrheit zurück, in Meshed fanden 500 Todesfälle und nicht, wie officiell gemeldet, nur 100 statt.

Loealer Provinzieller.

Gießen, 21. Juni 1892.

Sitzung des Schwurgerichts der Proviuz Oberheffeu am 20. Juni 1892. Zur Verhandlung kommt die Strafsache gegen Friedrich Weber HI. von Bönstadt wegen Brandstiftung. Die Anklage vertrat der Großherzogl. Erste Staatsanwalt Joeckel, die Vertheidigung führte Rechts­anwalt Labroiffe, als Geschworene wurden ausgeloost die Herren: Johann Peter Wagner, Johann Georg Görlach, Georg Faber IV., Martin Zehner, Heinrich Schadcck LU , Wilhelm Hensel, Ludwig Reidel II., Heinrich Gantz IX., Adolf Schlosser, Johann Jacob Reuhard U., Philipp Lenz V. und Conrad Haber IL Der bereits wegen Körperverletzung mit tödtlichcm Erfolg vorbestrafte Schuhmacher Friedrich Weber III. von Bönstadt ist angeklagt, daß er am 18. April l.J. den in der Gemarkung Burg-Gräfenrode gelegenen zum Großherzogl. Familieneigenthum gehörigen Wald, District Diebeseiche, vorsätzlich in Braud gesetzt habe. Die heutige Verhandlung ergab folgenden Sachverhalt: Forstwart Conrad Gebhardt von Burg-Gräfenrode befand sich am 18. April l. I. (Ostermontag) Nachmittags um etwa 5 Uhr aus dem Wege' welcher von der von Ilbenstadt nach Kaichen führenden Chaussee ab nach Bönstadt führt und nach der Chaussee hin etwas abfällt, an dem Waldrande des Diktricts Diebeseiche, als er eine Mannsperson in der Richtung von Burg-Gräfenrode her aus dem Feldwege, welcher an dem Waldrande des genannten Districts herzieht und in die bereits erwähnte Chaussee einmündet, nach dieser hingehen sah. Er beobachtete diese Person und da er sie auf einmal aus den Augen verlor, so verließ er den Bönstädter Weg und ging über das Feld nach der Richtung hin, woher die Mannsperson kam. Als er auf etwa 130 Schritte an die Mannsperson heran­gekommen war, sah er, daß dieselbe sich am Waldrande niederbückte und sich an dem Boden etwas zu schaffen machte. Unmittelbar darauf bemerkte er auch, daß Rauch an der Stelle ausstieg. Forstwart Gebhardt eilte darauf hin auf die Mannsperson, in welcher er den Friedrich Weber III. er­kannte, zu- dieser lief jedoch, als er den Forstwart bemerkte, davon und blieb auch trotz des Anrufs des Forstwartcn nicht stehen, eilte vielmehr querfeldein in der Richtung nach Bön­stadt hin davon. Da Forstwart Gebhardt ihn nicht ein­zuholen vermochte, derselbe auch sah, daß der Wald brannte, so holte er zunächst Hülse herbei und gelang es ihm mit ihr den Brand zu löschen. Das Feuer hatte etwa drei Morgen des fraglichen WaldesEichenniederwald" zerstört und betruq der Schaden etwa 30 Mk. - Der Angeklagte räumte nur ein, den Brand aus Fahrlässigkeit und Unvorsichtiqkeit, nicht aber aus böswilliger Absicht verursacht zu haben- die Ge­schworenen (Obmann Fabrikant Philipp Lenz V.) sprachen nur das Schuldig bezüglich der den Thatbesland der fahr­lässigen Brandstiftung enthaltenden Hülfsfrage aus, worauf Verurtheilung des Angeklagten in eine Gesängnißstrafe von f \ ^ona*cn klüglich eines Monats Untersuchungshaft

Ferien Sonderzug. Wir verweisen auf die in heutiger Nummer befindliche Bekanntmachung der König!. Eisenbahn- Direction Hannover, wonach am 2. Juli ein Sonderzuq mit 50 pCt. Fahrpreis-Ermäßigung von Hamburg nach Frank- furt a. M. und Basel über Cassel-Gießen, bezw. Mainz- Weißenburg befördert wird. Fahrkarten 1., 2., 3. Klaffe mit 45tägiger Giltigkeit werden auch in Gießen und Marburg zur Ausgabe gelangen.

Der Landtags-Abgeordneter Möhn hat folgende Inter- pellation, betreffend die Verwerfung des Fleisches von perlsuchtigem Schlachtvieh, bei der zweiten Kammer eingebracht:Die Art und Weise, wie die gesetzliche Bestimmung über die Genieß- barkeit und Verwerthung des Fleisches perlsüchtiger Thiere in Hessen gehandhabt wird, führt zu den größten und aller­größten Klagen der Landwirthe und der reellen Metzger. Die jetzige Ausführung des Gesetzes führt eine Härte mit sich, welche den Landwirthen unberechenbaren Schaden bringt. Wegen eines einzigen Perlknütchens an der Lunge, oder wegen eines kleinen Lymphgeschwüres, selbst bei gesunder Lunge, wird oft vollgemästetes Vieh auf die Freibank ver­wiesen und der Handelsmann hat dann nichts Eiligeres zu thun, als dem Landwirth mitzutheilen, daß dort sein Stück Vieh zu seiner Verfügung sei. In Preußen hat man ein- g-sehen, daß dieses Verfahren den kleinen Bauer ruiniren muß und man hat daher dasselbe durch einen Erlaß des Ministeriums vom April d. I. gemildert. Die Folge davon ist, daß sich die Viehhändler nunmehr von den hessischen Marktplätzen ab- und den preußischen Märkten Frankfurt a. M. und Wiesbaden zuwendcn. Gedrängt von dem allgemeinen

Nothschrei, der in ganz Hessen und besonders im Kreise Mainz in dieser Sache herrscht, halte ich mich verpflichtet, an Großh. Ministerium die ergebene Anfrage zu richten: 1. Ist der Großh. Regierung dieser Mißstand in der vollen Tragweite bekannt und welche Maßregel gedenkt die Großh. Regierung im Hinblick aus den obenerwähnten preußischen Ministerial-Erlaß zu ergreifen? 2. Welche Abhilfe und wann ist diese zu erwarten?"

Reiche Stiftung. Wie aus Darmstadt berichtet wird, ist in der letzten Zeit die Regulirung des Nachlasses des im vorigen Sommer verstorbenen Rentners Wilhelm Schwab von dort zum Abschluß gekommen und wurde der nach Aus­zahlung aller Legate usw. verfügbare Rest dieses Nachlasses der Stadt Darmstadt, die zur Erbin eingesetzt ist, im Ge- sammtbetrage von etwa 272000 Mk. übergeben. Wie schon früher besprochen, hat die Stadt die Verpflichtung, den Nachlaß voll und uneingeschränkt zu einerStiftung für höhere Aus­bildung talentvoller armer Knaben ans Darmstadt" zu ver­wenden. Für diese Stiftung ist nach Maßgabe der Testaments­bestimmungen ein besonderer Verwaltungsrath zu bilden, zu dessen Constitutrung nunmehr geschritten werden dürfte. Ist der Verwaltungsrath ernannt, dann kann demnächst die Stiftung ihre hoffentlich segensreiche Wirksamkeit beginnen.

Au8 dem Ohmthal, 20. Juni. Gegenwärtig finden auf den Domanial- und Gemeindewiesen die Heugras- ! Versteigerungen statt. Der Preis für das Heugras ist im Durchschnitt gegen das Vorjahr ein höherer, ungeachtet des quantitativ weniger zu erwartenden Ertrags der Wiesen. Wenn der Kümmel gedeiht und der Hahnenkamm (Klappertops) reichlich in den Wiesen wächst, dann ist der Grasbestand kein vollkommener. Wohl hat sich ja der Graswuchs noch recht gut nach dem vorletzten Regenwetter gehoben, allein das Versäumte konnte nicht mehr ganz nachgeholt werden. Das I ungemein trockene Frühjahr begünstigte den Graswuchs nicht. Eine Heuernte wie im vorigen und vorvorigen Jahre, be­kanntlich beide nasse Jahrgänge ist hinsichtlich der Quantität nicht zu erwarten. Der Preis für den Gentner Heu, wie er toäljrenb dieser beiden Jahre hier bezahlt wurde, mit 1,802 2,40 Mk. war ja auch ein sehr niedriger. Er I stellt sich gegenwärtig schon auf den Wiesen über diesen Preis, ungeachtet des Arbeitslohnes. Mit der Heuernte hat man indessen noch nicht begonnen, da das Wetter dazu nicht angethan ist, weil regnerisch und veränderlich. Vorzüglich eignet es sich dagegen zum Setzen der Ackerpflanzen, welche Arbeit eben mit allem Fleiß erledigt wird.

Rieder-Ohmen, 19. Juni. Der 78 Jahre alte Jacob Schellhaas von hier hat sich vor etwa sechs Wochen von Hause entfernt, ohne zu sagen wohin und ohne bis jetzt Nach- richt von sich zu geben. Es ist anzunehmen, daß dem alten Manne ein Unglück zugestoßen ist, und wären dessen An- gehöngen, da alle angestellten Nachforschungen erfolglos ge­blieben sind, recht dankbar, wenn ihnen Anhaltspunkte mit- getheilt werden würden, die zur Auffindung des Mannes beitragen könnten.

Vom Vogelsberg, 20. Juni. Die Aussichten für die ^agd sind in diesem Jahr ganz erheblich günstiger als in den beiden letzten Jahrgängen, in denen dem Nieder- und Federwild durch die naßkalte Witterung empfindlicher Schaden zugefügt wurde. Das diesjährige trockene, warme Frühjahr und der gleiche Vorsommer dagegen sind der Rebhühnerbrut sehr förderlich gewesen. Die jungen Hühner werden nach ihrem Auslaufen nicht durch Nässe und Kälte in ihrer Ent­wickelung gehemmt ober gar aufgerieben. Hauptsächlich zeigt sich ein gutes Fortkommen der ersten Hasensätze- auch Freunb Lampe ist bie seitherige Witterung zur Vermehrung seiner Familie bienlich gewesen, bas offenbaren evibent bie jungen Hasen, bie man eben öfters im gelbe sich tummeln sieht.

K. Alsfeld, 20. Juni. Das gestern unb heute bahier abgehaltene Bezirks krieg er fest ist in schönster Weise verlaufen. Dasselbe war, von einem leichteren Sprühregen gestern Abenb abgesehen, vom herrlichsten Wetter begünstigt unb beshalb ber Frembenzufluß in unsere mit Transparenten, Fahnen unb Grün prachtvoll geschmückte Stabt ein außer­gewöhnlich starker. Heute Abenb am Schluß bes Festes stellt sich ber lang ersehnte Regen ein, der hoffentlich für unsere ausgetrockneten Fluren in ausgiebiger Menge fallen wird.

Büdingen, 20. Juni. Heute wurde von Gendarm Brick von Wenings ein Wilddieb aus Kefenrod abgefaßt und in hiesiges Gesängniß gebracht.

Vilbel, 19. Juni. Großes Aufsehen erregt die gestern Nachmittag erfolgte Verhaftung des israelitischen Gemeinde­vorstehers Sigmund Strauß, der des Meineids be­schuldigt wird. Der Verhaftete wurde in das Gesängniß zu Hanau gebracht.

A Mainz, 19. Juni. Der Capitän Bildges von dem holländischen SchraubendampferMazuschka", welcher mit seinem Sohn unter dem Verdacht, bei der Streitigkeit, die vor einigen Wochen auf genanntem Dampfer ausgebrochem den Steuermann Görtzen gewaltsam über Bord geworfen zu haben, in gerichtliche Untersuchung gezogen war, ist auf Antrag der Staatsanwaltschaft außer Verfolgung gesetzt worden. Die sehr eingehend geführte Voruntersuchung hat zur Evidenz ergeben, daß der ertrunkene Steuermann durch seine eigene Schuld den Tod gefunden hat. Zu den großen Uebungen, die durch das 10., 11. und 15. Pionier­bataillon in der Zeit vom 2. bis 10. August hier stattfinden, sind jetzt die einzelnen Dispositionen festgestellt. Nach den­selben werden die Uebungen, denen sich eine Parade und Inspektion der drei Pionier-Bataillone anreihen, in zwei Abteilungen zerfallen und zwar in ein großes Angriffs­manöver und in eine dreitägige Pontonierübung mit unvor­bereitetem Material. Letztere Uebung wird durch Major Orter vom 11. Bataillon geleitet.

A. Lampertheim, 19. Juni. Die unverzeihliche, von dem [ Gesetze streng untersagte Manier mancher Menschen, auf k einen sich in Bewegung befindlichen Eisenbahn­zug zu springen, hat gestern Abend wieder ein Menschen-

leben gefordert und verschiedene hiesige Familien, welche heute mit den Einwohnern L.'s das Fest der Fahnenweihe des GesangvereinsLiederkranz" begehen wollten, in Trauer Ersetzt. Ein hiesiger Bürger, welcher kürzlich mit seiner Familie nach Worms übergesiedelt war, wollte nach Hause und stürzte, als er sah, daß der Zug schon in Bewegung Sm*' mUr-ClI?en ber Waggons, der ihm am nächsten war, los. Die Passagiere, das Balmpersonal im Zuge und auf dem Perron schrieen und winkten ab, doch alles war vergeblich. Der Mann klammerte sich an einen Thürgriff und sprang aus das Trittbrett.- Hier glitt er aus und kam mit beiden Beinen unter die Räder. Ein schrecklicher Schrei durchzitterte die Lust, aber das Unglück war geschehen. Die Räder gingen bem Bebauernswenhen über beibe Beine unb zerquetschten fie zu einer formlosen Masse. Der Unglückliche rannte fo zu sagen mit aller Gewalt in sein Unglück hinein, benn ätoet ©tunben spater ging noch ein Zug, mit welchem er batte reifen können. Man brachte ben Verunglückten in bas Heute Spital der barmherzigen Schwestern und hatte auch gleich ärztliche Hülfe bereit, um 2 Uhr heute Nacht aber ist er feinen schrecklichen Leiben erlegen.

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H. Weilburg, 20. Juni. In unserer Stabt fanb in ben Sagen bes 19. unb 20. Juni bas 19. Gesangfest bes I Sängerbunbe§ statt. An betreiben be-

theiligten sich bie Bunbesvereine:Lieberkranz" Siebentopf, Orpheus Butzbach,Lieberkranz" Dillenburg,Bauer'scher Gesangverein" unbHarmonie" Gießen,Gesangverein" Grünberg,Cäcilia" Lich,Liebertafel" Marburg,Männer­gesangverein" Wetzlar unbLieberkranz" Weilburg. Am . Ium Morgens 9 Uhr würben bie von auswärts erschienenen Vereine unter Dvrantritt ber Capelle bes Nassauischen Jnfanterie-Regts. Nr. 88 in bie mit Ehren- Pforten, Gutrlanben, Kränzen unb Fahnen prächtig geschmückte Stabt geleitet. Nachbem ber Zug auf bem Marktplatz anqe- kvmrnen unb, eine Hufeisensonn bilbenb, Aufstellung genommen, hwfce derselbe von dem Präsidenten des VereinsLieder- »°nz - Weilburg begrüßt. Derselbe gebuchte in seiner Rebe be§ Flusses, welcher Weilburg burchfließt, berfelbe habe bem Bund den Namen verliehen. Es sei nun schon bas vierte Mal seit Bestehen bes Bunbes, baß bas Sänqersest in Weilburgs Mauern ftattfänbe unb stets wäre ber Verein toie auch bie Einwohner ber Stabt von ben wärmsten Sympathien für bie Sänger erfüllt gewesen. In mächtigen Accorben erhebe sich ber Gesang zum Himmel empor unb so möge auch heute toieber ber Bunb Zeugniß von seiner schon oft erprobten Tüchtigkeit ablegen. Sein Hoch galt bem Lahntal-Sängerbunb". Morgens 11 Uhr begann bie General- probe in ber mit ben nassauischen unb preußischen Farben geschmückten Sängerhalle. Da ein Zusammenspiel bes Orchesters mit ben Chören vorher nicht möglich, so war eine Wieber- bolung einzelner Stellen ersorberlich. Währenb berfelben unb "Uw °w Nachmittag öffnete ber Regengott seine Schleichen vermochte jedoch nicht, die Feststimmung im Geringsten zu beeinträchtigen. Gegen 2 Uhr nahm der Zug Ausstellung am Shiegerbenfmat. An bemfelben beseitigten sich außer ben erwähnten Vereinen auch ber Turn-, Krieger-, Schützenverein unb bie Freiwillige Feuerwehr. Den Zug eröffnete bas Musikcorps bes Nassauischen Jnsanterie-Regts. Nr. 88, bem- selben schlossen sich bie Ehrenjungfrauen unb1 biefen bie Behörbeii, sowie bie verschiebenen Vereine an. Manches bufttge Sträußchen wurde ben Sängern im Vorbeimarsch bon zarter Hanb als Willkommengruß gespenbet. Aus bem Festplatz angelangt, wurde derselbe von bem Bürgermeister unb bem Lanbrath ber Stadt bewillkommt. Ersterer gedachte in seiner Rebe der Freude, welche bie gefieberten Sänger jeder Menschenbrust gewähren, heute aber sei bieselbe noch viel größer, ba wirkliche Sänger ihren Einzug gehalten. Sein Hoch galt bem Lahnthal-Sängerbunb. Der Lanbrath warf einen Blick auf bie Geschichte Nassaus bis jui Zeit Konrabs I. unb gebuchte hierbei ber ehemaligen Scheibegrenze ber französischen unb österreichischen Herrschaft bei Runkel a. L., auch erwähnte er ber Nassauer, welche bem hartbebrängten Wellington ber in ber Schlacht bei Waterloo ben Ausruf that:Ich wünschte, es wäre Nacht ober bie Preußen tarnen!" zur rechten Zeit zur Hülse kamen unb ben Sieg zu Gunsten Englanbs entscheiben halsen. Sein Hoch, welches unserem Kaiser Wilhelm gatt, fanb tausenbfaches Echo. Diesem folgten bie Gesammt- unb Einzelchöre in Programm- gemäßer Weise, erstere mit Orchesterbegleitung. Dieselben würben mit größter Präcision zum Vortrag gebracht. Ein Tänzchen, welches hierauf folgte, hielt bie Theilnehmer noch lange zusammen. Das prächtige Wetter am zweiten Tage hatte Viele schon am frühen Morgen herausgelockt zu einem Ausflug in bie prächtige Umgebung unb war es namentlich bie herrlich am Ufer ber Lahn gelegeneGuntersau", welche fich einer befonberen Beliebtheit erfreute. Morgens 9 Uhr fanb imNassauer Hof" ber Sängertag statt, als beffen hauptsächlichster Beschluß hervorzuheben ist, baß bas 20. Bunbes- feft 1894 in Butzbach stattfinbet. Nachmittags nahm ber Festzug in ber am vorhergehenben Tage stattgehabten Weise Ausstellung unb begab sich toieberum nach bem Festplatz, woselbst bie Capelle bes 88. Infanterie-Regiments concertirte. Gegen Abenb verließen uns bie von auswärts gekommenen Vereine unb schieben mit dem Gruße: Auf Wiedersehen 1894 in Butzbach. Wir aber wünschen bemLahnthal-Sängerbunb" ein ferneres Blühen unb Gebeihen.

*tt Waldkappel, 20. Juni. Eine epochemachende Erfindung, die zweifellos von großer Bedeutung für Handel und Landwirthschaft in Deutschland ist, ist dem hie­sigen Apotheker Freysoldt nach längerem Studium und vielen praktischen Versuchen gelungen, nämlich unser gewöhn­liches Rüb öl mit leichter Mühe in vollständige Geschmack- unb Geruchlosigkeit zu bringen unb bamit dasselbe an Stelle des erheblich theuerernProvencer-OelS" zu setzen. Bewährt sich diese Erfindung auf die Dauer in ber Praxis