Der
iit der Baronin
Deutscher Reich
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ständig
Paris, 17. Nove
Gießen, 17. No! Betr.: Den Rundgang der Feldgeschworenen.
Das Großherzogliche Kreisamt sw die Grotzh. Vürgermeiftereie« des Kreises.
Soweit Sie unserer Verfügung vom 8. v. M. — Anzeiger Nr. 237 — noch nicht entsprochen haben, erinnern wir Sie an baldige Erledigung.
v. Gagern.
Julie von Rot Schild zum Kat hol Ismus erregt großes Aussehen. Der Bischof von Beauvais nahm persönlich die Taufe in der Kathedrale vor.
London, 18. November. Das Wiederaustreten der Cholera wird vom schwarzen Meere und Südrußland
er.
Berlin, 16. November. In Folge des seit Kurzem eingetretenen, übergroßen Zudranges zu dem niederen Postfach
gemeldet.
hat sich die Reichs-Postverwaltung neuerdings veranlaßt gesehen, die als Postgehilfen eintretenden jungen Leute bei der Aufnahme zu verpflichten, im ersten Dienstjahre auf jede Entschädigung zu verzichten. Sie hat damit aus eine ältere Bestimmung zurückgegriffen, von der längere Zeit abgesehen worden ist, weil sich ein Mangel an Postgehilfen fühlbar gemacht hatte. Deshalb waren auch die Ansprüche bezüglich der Schulkenntniffe der sich dem niederen Postfach widmenden jungen Leute wesentlich herabgesetzt worden. Es wurden Elementarschulkenntnisse für ausreichend erklärt. Voraussichtlich wird die Reichspostverwaltung nunmehr wieder höhere Anforderungen an die Schulkenntnisse der Poflgehilsen stellen, zumal die Ergebnisse der letzten Assistenten-Prüfungen ziemlich durchweg weniger befriedigend gewesen sind.
— Die nordamerikanischen Blätter heben rühmend hervor, daß Kaiser Wilhelm der einzige europäische Herrscher gewesen ist, der zur Columbus fei er in Chicago einen Glückwunsch geschickt hat. Das Telegramm war an den Staatssecretär des Auswärtigen gerichtet und lautet wörtlich: „Der deutsche Kaiser läßt Ihnen durch den deutschen Geschäftsträger anläßlich des 400. Jahrestages der Entdeckung Amerikas seinen aufrichtigen Glückwunsch aussprechen und verbindet mit demselben seine herzlichsten Wünsche für die fernere Entwickelung des großen Landes, an deffen Spitze Sie stehen."
— Das preußische Landes-Oecon omie-Colle- gium faßte mit 18 gegen 8 Stimmen heute folgenden Beschluß: „Es ist dringend wünschenswerth, daß im Wege der Gesetzgebung die Möglichkeit eröffnet werde, den landwirth- schastlichen Cenrralvereinen auf ihren Antrag eine Organisation und Zuständigkeit ähnlich derjenigen der Handelskammern zu verleihen.
Hewcftc rrachvichtvn.
Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.
Potsdam, 17. November. Der Großfürst Wladimir ist um 5 Uhr 25 Min. in der Wildparkstation eingetroffen und wurde vom Kaiser empfangen. Beide begaben sich in offenem Wagen nach dem neuen Palais.
Kiel, 17. November. Der „Kieler Zeitung" zufolge telegraphirre der Kaiser an Staatssecretär Hollmann: Meinen Dank für die Meldung vom glücklichen Stapel lauf deS Avisos „C omet". Wieder ein erfreulicher Schritt weiter zur Stärkung meiner Marine. Möge er seine Aufgabe erfüllen und manchen Collegen erhalten.
Hamburg, 17. November. Das in der gestrigen Sitzung der Bürgerschaft vom Senat vorgelegte Budget für 1893 schließt mit einem Fehlbetrag von 4 278886 Mk. ab.
Wien, 17. November. Der Kaiser sagte einer galizischen Deputation die Uebernahme des Protectorats der ga- ltzischen Landesausstellung im Jahre 1894 zu, ferner den Besuch Galiziens gelegentlich der nächstjährigen Manöver und 1894.
Paris, 17. November. Wie verlautet, ging dem Polizei- präsecten ein Drohbrief zu, worin unter Hinweis aus die von dem englischen Polizeigerichtshos beschlossene Auslieferung des Anarchisten Francois ein neuer anarchistischer Anschlag angekündigt wird.
Depeschen des Bureau „Herold".
Berlin, 17. November. Socialdemokratischer Parteitag. Vormittags Sitzung. Zur Maifeier im Jahre 1893 erklärt sich Adler-Wien für bte allgemeine Arbeitseinstellung. Dieselbe sei das Hauptagitationsmittel Oesterreichs. Für die gleichgiltigen Massen sei das Fallenlassen der Arbeitseinstellung eine Niederlage. Abg. v. Vollmar be- fürrooriet den Antrag Gerisch und widerlegt die Anschauung Adlers. Inzwischen ist der Antrag eingegangen: „Mu Rücksicht aus die zeitliche wirthschaftliche Nothlage die Arbeus- ruhe für undurchführbar zu erklären und eine Abendfeier am 1. Mai abzuhalten." Bebel spricht sich für diesen Antrag aus, weil von der Bourgeoisie und Regierung die Einstellung der Arbeit bekämpft werde. Eine siegreiche Durchführung derselben sei aussichtslos und die Arbeitseinstellnng sei deß- halb zu vermeiden. — Adler nennt den Verzicht auf ein solches massenerregendes Moment einen Fehler, der für die deutsche Partei einen Rückgang und für Oesterreich eine Erschwerung der Situation bedeute. Referent Gerisch spricht sich gegen ein Maifest - Flugblatt wegen Herausgabe der Maisest-Zeitung aus. Die Ansicht Adlers und dieser Antrag ließen sich vereinigen, weil beides die Momente der Manifestation an demselben Tage seien. Die namentliche Abstimmung für folgende prinzipiellen Maiseierpunkie ergibt: 1) wird die absolute Arbeitseinstellung mit 225 gegen 5 Stimmen abgelehnt- 2) die Abhaltung einer Feier am Tage des 1. Mai mit 167 gegen 71 Stimmen angenommen. Nachdem die übrigen auf die Maifeier bezüglichen Anträge zurückgezogen worden, wird die vom Parteivorstande eingereichte, die obigen Punkte umfassende Resolution säst einstimmig per Acclamation angenommen.
Berlin, 17. November. Es verlautet, für Schiffe Ham- burger Provenienz werde eine zwanzigtägige Quarantäne in den nordamerikanischen Häsen noch für die Dauer eines Jahres aufrechterhalten.
Sitzung bev Stadtverordneten
am 17. November 1892.
Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Beigeordneten Georgi und Grüneberg, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Dr. Gutfleisch, Habenicht, Heyligenstaedt, Homberger, Jughardt, Keller, Löber, Petri, Dr. Ploch, Scheel, Schiele, Schmall, Simon, Dr. Thaer, Vogt und Wallenfels.
Der von der Großh. Direction des Gymnasiums mit- getheilte Voranschlag über die Einnahme und Ausgabe der Vorschule des Gymnasiums für 1893/94 schließt sich im großen Ganzen den Voranschlägen früherer Jahre an. Es sind vorgesehen an Schulgeld für 80 Schüler 4420 Mk., an Zuschuß aus der Stadtkasse 660 Mk. (wegen Aufrückens eines Lehrers in eine höhere Gehaltsklasse 330 Mk. mehr als im Vorjahre), sodaß sich die Gesammteinnahmen belaufen auf 4980 Mk. Die Ausgaben bestehen hauptsächlich aus Besoldungen mit 4664 Mk. Im Jahre 1889/90 erzielte die Stadt einen Ueberschuß aus dieser Vorschule von ca. 1000 Mk., im folgenden Jahre wurde ein Zuschuß von 731 Mk., in 1891/92 von 568 Mk., in 1892/93 von 645 Mk. nöthig. Im Allgemeinen kann, vom finanziellen Standpunkte betrachtet, das Institut der Vorschule als ein befriedigendes betrachtet l werden, insofern, als im Vergleich zu den Kosten eines Stadtschülers (ca. 40 Mk.) der Gymnasial-Vorschüler der Stadt nur etwa 8 Mk. kostet.
Das Gesuch des Gießener Braunsteinbergwerks f um Erlaubniß zur Verlegung eines Weges behufs Fortsetzung einer Betriebsstätte wird unter der Voraussetzung genehmigt, daß gegen eine von der Baudeputation ins Auge gefaßte Aushebung eines zwischen dem Hasenköpselsweg und der Kreisstraße nach Leihgestern gelegenen Weges Einspruch erhoben wird.
Der Radsahrverein beabsichtigt nach dem Vorgehen von Vereinen in anderen Städten die Anlage eines Rennplatzes für Wettrennen und Training- der Verein sucht deshalb um pachtweise Ueberlassung des zwischen der neuen Kaserne und dem Schützenhause gelegenen Platzes mit einem Flächen'nhalt von ca. ,8 Morgen oder 2,11 Hectaren aus die Dauer von 12 bis 15 Jahres nach - dieser Platz soll ein- geebnet und eingefriedigt, nach der Grünbergerstraße hin durch eine zwei Meter hohe Plankenumzäunung abgeschlossen werden. Die Baudeputation hat beantragt, d^m Gesuch stattzugeben unter folgenden Bedingungen: 1) Festsetzung des Pachtpreises nach dem Durchschnittszins der Triebviertel in dem Gewanne 19, was einer jährlichen Pacht für das gewünschte Gelände von 140 Mk. gleichkommt - 2) Dauer der Pachtzeit 10 Jahre - 3) Gestattung der Verebuung des Ge ländes durch den Verein- dagegen Beanstandung der nach der Grünbergerstraße hin beabsichtigten Bretterwand. Es wird im Sinne des Deputationsantrages beschlossen.
Herr Fr. Habenicht hat um Einfriedigung des neben seinem Hause, Westanlage 26, belegenen, von der Stadt gepachteten Platzes nachgesucht. Es wird beschlossen, das Gesuch zu genehmigen und für den durch die Einfriedigung verursachten Kostenaufwand von ca. 100 Mk. einen um 4 Mk. jährlich (entsprechend dem Zinsenbetrag der 100 Mk.) erhöhten Pachtzins, im Ganzen 22 Mk, in Ansatz zu bringen.
Nachdem Anfangs März vom hiesigen socialdemokratischen Wahlvereiu bei der Stadtverordneten Versammlung beantragt worden war, daß auf Grund des diesbezüglichen Reichsgesetzes ein Gewerbegericht hier errichtet werden möge, beschloß die Stadtverordneten versammlung am 21. April, bei Großh. Kreisamt den Antrag aus Errichtung eines gemeinsamen, den Amtsgerichtsbezirk Gießen umfassenden Gewerbegertchts zu stellen. Maßgebend für diesen, die Ausdehnung des Gerichtsbezirks bezweckenden Antrag war die Erwägung, daß bei den in den benachbarten Filialen der hiesigen Cigarrenfabriken beschäftigten Arbeitern der Wunsch, ihre Angelegenheiten ebenfalls vor einem Gewerbegericht ausgetragen zu sehen, mindestens so stark sein könne wie bei den Arbeitern in Gießen. Das Großh. Kreisamt nahm zunächst Veranlassung, in den Gemeinden des Amtsgerichtsbezirks Gießen Erhebungen über die allenfalls geäußerten Wünsche anzustellen, bezw. die Großh. Bürgermeistereien zu ersuchen, sich darüber zu äußern, inwieweit das Bedürfniß nach Errichtung eines Gewerbegerichts sich in ihren Gemeinden geltend gemacht. Nachdem die Erhebung abgeschlossen, bat das Großh. Kreisamt der hiesigen Bürgermeisterei mitgetheilt, daß von 32 nur vier Gemeinden: Allen- dors, Treis, Ruttershausen und Staufenberg, sich für Errichtung eines Bezirks-Gewerbegerichts ausgesprochen hätten - nach diesem Ergebniß sehe sich das Kreisamt nicht veranlaßt, Weiteres in der Sache zu thnn, stelle es vielmehr der Stadt Gießen anheim, für ihren Bezirk ein Gewerbegericht zu errichten. Was die Nothwendigkeit zur Errichtung eines Gewerbegerichts betrifft, so bat nach den darüber inzwischen angestellten weiteren Ermittelungen sich ergeben, daß ein Bedürfniß ebensowenig vorliegt wie vorher- in der Zeit vom 1. April 1891 bis dahin 1892 wurde bei der Bürgermeisterei in 21 Fällen die schiedsgerichtliche Entscheidung in Gewerbestreitigkeiten angerufen. Trotzdem hat die juristische Commission, um den 1 Wünschen der hiesigen Antragsteller gerecht 'zu werden, be
antragt, daß auf Grund ortsstatutarischer Bestimmungen und auf Grund des Reichsgesetzes vom 29. Juli 1890 für den Stadtbezirk Gießen ein Gewerbegericht errichtet werde. Nach kurzer Berathuug, an welcher sich die Herren Scheel, Oberbürgermeister Gnauth, Löber, Beigeordneter Georgi, Petri, Wallenfels und Heyligenstaedt beteiligten, und in rtjelcber von den erstgenannten beiden Herren der Kostenpunkt erörtert, von den letztbezeichneten im Allgemeinen die von den Arbeitern betonte Zweckmäßigkeit des Gewerbegerichts zwar bezweifelt, immerhin aber gewünscht wird, daß man die erhoffte Wohlthat den Arbeitern nicht vorenthalten solle, wird der Antrag der juristischen Commission zum Beschluß erhoben.
totales unö provinzielles.
Gießen, 18. November 1892.
— Oeffentliche Sitzung des Provinzial. Ausschusses der Provtuz Oberheffeu vom 12. November d. I. Zunächst wurde über die „Ablösung der aus Zehntgrundrenre der Gesammtsamtlie von Nordeck zur Rabenau zu Gunsten der Pfarrei Obbornyofen ruhenden Baulast" verhandelt. Als Vertreter der verschiedenen von Ra bett au'scheu Familienglieder fungirten die Rechts- anmälte Dr. Gutfleisch, Curtm an und Dr. Rosenberg- als Vertreter des Kirchenvorstandes zu Obbornhofen war Justizrath Dr. Reatz anwesend. Auf Antrag der Familie von Nordeck zur Rabenau soll die derselben bisher obliegende Baupflicht an den Pfarrgebäuden zu Obbornhofen abgelöst werden. Die Experten Kretsingenieur Stahl, Gr Brandversicherungsinspector Zimmer von Gießen und Bcm- tnspector Schön von Lich halten den Werth der vorhandenen Objecte in Gemäßheit des Gesetzes vom Jahre 1849 auf 6340 Mk. 18 Pf. abgeschätzt. Der Kreisausschuß bestätigte dieses Gutachten der Sachverständigen, wogegen seitens des Kircheuoorstandes, welcher die Ablösungssumme für zu gering hielt, Recurs an den Provinzial-Ausschuß verfolgt wurde. Bet der heutigen Verhandlung ergab sich, daß ein in die pfarrscheuer eingebauter StalPwohl früher als Viehstall benutzt worden ist, zur Zeit der Abschätzung aber Raufen und Krippen nicht mehr vorhanden waren. Die Vertreter der verpflichteten Familie sind nut einer Vergütung dafür einverstanden. Im Weiteren behauptet der Kirchenvorstand, daß die Kosten des Neubaues zu niedrig veranschlagt seien- auch mußten die Brandversicherungsbeiträge zur Ablösung kommen. Der Provmzial-Ausschuß entschied dahin, daß für Instandsetzung des erwähnten Stalles noch 150 Mk., sowie die Brandversicherungsgelder nach dem zehnjährigen Durchschnitts- betrage mit 183,96 Mk. zuzusetzen, jeder Partei die Kosten ihrer Vertretung und die Kosten der Experten der Freiherr!. Familie aufzuerlegen seien, während die übrigen Kosten des Verfahrens zu 3/4 von der Kirche Obbornhofen und zu V. üon der von Rabenau'schen Familie zu tragen sind. — 2) Das Gesuch des Herrn Ferdinand Schott dahier um Erlaubnis; zum Ausschank von Cognac und feineren Ligueuren war vom Kreisausschuß bereits im Frühjahr dieses Jahres und ebenso auch vor Kurzem abschlägig beschieden worden. Gegen das letzte Erkenntniß hat Gesuchsteller Recurs ergriffen, welchem jedoch seitens des Provinzial - Ausschusses nicht stattgegeben wurde. — 3) In Sachen der Brauerei- Firma Friedel & Asprion dahier wurde das Unheil dahin verkündet, daß das Ziehen der sog. Zellen, in welchen Kunsteis erzeugt wird, von Abends 10 bis Morgens 4 Uhr ZU unterbleiben hat und daß weiter die Beschränkung des Dampskesselbetriebes für diejenige Jahreszeit in Wegfall kommt, während welcher der Nachtbetrieb der Eismaschine gestattet worden ist. — 4) Die Beschwerde des Hermann und Jakob Weinberg zu Gießen gegen das Hebregister der israelitischen Religionsgemeinde daselbst kam nicht zur Verhandluttg, da zunächst noch der frühere Lehrer Meyer, jetzt in Frankfurt a. M., als Zeuge vernommen werden soll.
— Theater. Die „Orientreise" erfuhr gestern die dritte Aufführung. Die Darstellung war der Besetzung angemessen: beides verhältnißmäßig gut. Durchschnittlich ist den Herren die Wiedergabe ihrer Rollen um ein Beträchtliches besser gelungen, wie den Damen. Nur eine kurze Kritik. Herr Martiensen spielte meisterhaft, ebenso Herr Reiners. Herr Rupp übertraf sich selbst tn seinem vorletzten Austritt, während sonst sein Spiel zu wünschen übrig ließ. Herr Born haue sich gebessert. Auch Herr Stückel war an seinem Platze- sein Spiel war gut (besonders gegen seine früheren Leistungen). Dasselbe gilt von Herrn Halpern, nur mehr Ausdruck bei erregten Momenten, und Fräulein Märker, deren allzu große Anstrengung manchmal schadete,- vielleicht trägt ihr unbiegsames Organ einen Theil der Schuld.
-Pf- Die Oper „Werther" des Franzosen Massenet, die schon im Februar in Wien aufgeführt wurde und in dieser Woche in Paris als Premiere in Scene gehen soll, fand am vorigen Sonntag ihre erste Aufführung in Deutschland im Weimarer Hos, Heater. Die Oper sowie die Darstellung und Jnscenirung sand vor überfülltem Hause eine sehr gute Ausnahme. Die Titelrolle gab Herr Hans Gießen mit großer Schärfe der Characteriftik so gut in Spiel wie Gesang. Auch den übrigen Mitspielern spendete das zahlreiche Publikum lebhaften Beifall. Ein besonderes Interesse erhielt die Aufführung durch den Umstand, daß der erwähnte Darsteller des Werther ein Großneffe der wirklichen Lotte Buff ist und selbst Buff heißt, während er sich als Künstler nach unserer Stadt, ferner Vaterstadt, Gießen nennt.
— Verkehrsnotiz. Wie aus der Bekanntmachung Kgl. Eisenbahn-Direclion Hannover in vorliegender Nr. ersichtlich ist, hält der um 4 Uhr 36 Min. Nachrn. von Gießen abfahrende Zug Nr. 100 auch in Großen-Linden und Ost heim bei Butzbach.
— Portofrei. Aus Anlaß des kürzlichen Rekruteneintritts sei daraus hingewiesen, daß die actioen Mannschaften der Armee bis zum Feldwebel postalische Begünstigungen genießen.


