Lsealer ttnfc provinzielles.
Gießen, 16. April 1892.
— Sitzung der Großherzoglichen Handelskammer vom 13. April 1892. Anwesend waren die Herren Koch, Scheel, Heichelheim, Homberger, Katz, Wortmann. Seitens der Handelskammer Mainz sind der Kammer zwei an den deutschen Reichskanzler gerichtete Eingaben zur Unterstützung unterbreitet worden. Der eine dieser Anträge befürwortet: den Eingangszoll für halbgare, sowie bereits gegerbte, in och nicht gkfärbte oder weiter zu- gcrichtete Ziegenselle aus 1.— per 100 Ko. hcrab- zusetzen, wie der Zoll im Deutsch Oesterreich-Ungarischen Zolltarif für derartig vorbereitete Schaffelle bestimmt ist, zumal diese beiden Gattungen im früheren autonomen Zolltarife gleichmäßig behandelt wurden. — Der zweite Antrag bezweckt die Ermäßigung des Eingangs- Zolles nach Spanien für lackirte Felle, ungegerbte oder zugerichtete Kalbfelle. Beide sehr eingehend motivirten Eingaben beschloß die Kammer bei dem Herrn Reichskanzler zu unterstützen. — Von der Königl. Preußischen Staats-Eisenbahnverwaltung ist in Aussicht genommen, für die Ausfuhr aus Thüringen und Bayern über die deutschen Seehäfen auf Spielwaaren, Kurzwaaren, Holzwaaren, Holz- drahtwaaren, Porzellan, Glasperlen, Farben und Farbwaaren und andere einschlägige Artikel, sowie auch Griffel, Märbel und Schiefertafeln einen ermäßigten Staffeltarif einzusühren, welcher für 100 Kilometer Entfernung die regelrechten Sätze, jedoch für weitere Entfernungen um 50 Procent ermäßigte Sätze der Klassen A I. und B. enthält. Dabei soll der mit den Main- und Rhein-Umschlagplätzen bestehende Ausnahme- jarif für Griffel, Märbel und Schiefertafeln aufgehoben werden. — Seitens der Handelskammer Frankfurt a. M. ist nun bei dem Herrn Minister für öffentliche Arbeiten in Berlin der Antrag gestellt worden, alle Vortheile im Rhein- und Main-Umschlagsverkehr, welche der Ausfuhr in der Richtung der deutschen Seehäfen gewährt werden, auch dem Hafen Frankfurt zu gewähren. Die Kammer, von der Handelskammer Frankfurt zur Unterstützung dieses Vorgehens aufgefordert, hat sich demselben angeschlossen, jedoch mit der Modification, daß eine Gewährung der Vortheile nicht nur für den Hafen Frankfurt, sondern allgemein für sämmtliche Rhein- und Main-Häsen befürwortet wurde. — Seilens der Handelskammer Göttingen ist der Kammer eine an den Reichskanzler gerichtete, die Einführung einer einheitlichen Erntestatistik für das deutsche Reich anstrebende Eingabe zur Unterstützung übersandt worden. Die Kammer hatte schon im November v. I. Veranlaffung, diese Einrichtung bei Großherzoglichem Ministerium des Innern und der Justiz, sowie bei dem Herrn Reichskanzler zu befürworten und beschloß in Anerkennung des hohen Werthes einer solchen Statistik, auch den mit neuen Motiven und zugleich Organisationsvorschlägen ausgerüsteten Antrag Göttingen zu unterstützen. Von diesem Vorgehen soll dem Landw. Verein für Oberhessen Kenntniß gegeben werden. — Die Großh. Handelskammer Mainz theilt der Kammer mit, daß sie gemäß dem Beschluß des letzten Handelskammertags bei Großherzoglichem Ministerium des Innern und der Justiz eine Eingabe eingereicht habe, in welcher der Antrag gestellt wird, den Anschluß von Gießen an das Bezirksfernsprechnetz Frankfurt am Main und Umgebung bei der Reichsregierung befürworten zu wollen. — Don sachverständiger Seite geht uns eine Mittheilung zu, in welcher den deutschen Exporteuren nach Rußland zur Vermeidung von größeren Weiterungen und höheren Kosten, wie sie ans unrichtiger Zollerklärung erwachsen können, folgendes Verfahren empfohlen wird: Entweder ist die Beifügung einer Declaration ganz zu unterlassen. In diesem Falle wird neben dem vor der Zollbehörde ermittelten Zoll eine Accidenzgebühr in Höhe von 10% des Zolles für die unterlassene Declarir- ung erhoben. Oder aber, falls es sich nicht gerade um eilige Sendungen handelt, ist die Declaration mit der Maßgabe zu unterlassen, daß gleichzeitig in dem Frachtbrief die Anordnung getroffen wird, daß die Waare bis auf weitere Verfügung lagern solle. Dieses letztere Verfahren, welches sich aus ein Circular des russischen Zolldepartements vom 26. Aug. 1888 gründet, hat zur Folge, daß die Waare erst nach Ablauf der für die Beibringung der Declaration vorgeschriebenen Frist von Amtswegen besichtigt und tarifirt wird. Zu dem sich dabei ergebenden Zollsatz wird ein Zuschlag von 5 Kopeken Credit pro Gold-Rubel Zoll erhoben, dafür aber fällt die Gefahr, mit den höheren Strafsätzen für unrichtige Declaration belegt zu werden, selbstverständlich weg. Die Lagergebühr, die daneben noch erwächst, wird in diesem Falle verhältnißmäßig billig berechnet. Das Recht, gegen unrichtige Taristrung wie sonst zu reclamiren, geht dabei nicht verloren. — Nachstehende belgische Ministerialverordnung vom 31. Jan. 1892 bringen wir auszugsweise zur Kenntniß der Interessenten. § 1. Nach dem Wortlaute der am 6. December 1891 mit Deutschland und Oesterreich-Ungarn geschlossenen Handelsverträge (R. 2215 und 2216) können Kaufleute, Fabrikanten und andere Gewerbetreibende dieser Staaten, sowie ihre Handlnngßrei'enden in Belgien Bestellungen, auch unter Mitführung vi!w Mustern, suchen und Waareneinkäuse für Rechnung eines deutschen oder österreichisch-ungarischen Hauses machen, ohne deswegen eine Gewerbesteuer zu zahlen, so lange solche Kaufleute, Fabrikanten und andere Gewerbetreibende oder Handlungsreisende, welche in Belgien angesessen sind und in Deutschland oder in Oesterreich-Ungarn für Rechnung eines belgischen Hauses reisen, daselbst von der Zahlung einer Gewerbe- oder Einkommensteuer befreit sind. § 2. Der Nachweis, daß man das Recht zur Ausübung der vorerwähnten Berufsgeschäfte erworben hat, wird durch Vorlegung einer Legitimationökarle geführt, welche den, den Verträgen beigegebenen Mustern entspricht. Diese Karte ist nur für das Jahr gültig, in welchem sie ausgestellt worden ist. § 3. In Belgien wird die Legitimationskarte (Nr. 268 oder 269) von dem Einnehmer der directen Steuern derjenigen Gemeinde ausgestellt, in welcher der Reisende zur Gewerbe
steuer veranlagt ist. Der Einnehmer hat in der Karte das Signalement des Inhabers einzutragen, welcher die Karte mit seiner Namensunterschrift zu versehen hat. Der Reisende ist gehalten, den Nachweis zu führen, daß die von ihm vertretenen Handelshäuser ordnungsmäßig der Gewerbesteuer unterworfen sind oder zu dem Zweck eine Declaration gemacht haben. — Von der deutschen Bank in Berlin, als Vorort des Vereins deutscher Banken, wird uns die Mittheftung von der beabsichtigten Constituirung einer Schutzgesellschaft für fremdländische Werthpapiere. Die Satzungen können von jener Bank bezogen, auch auf unserem Büreau eingesehen werden.
— Berichtigung. Mit Bezug auf die in voriger Nummer enthaltene, der „Frkf. Ztg." entnommenen Notiz aus Hessen, betreffend die Creirung eines „philologisch-pädagogischen Seminars" wird uns von berufener Seite mitgetheilt: „Es gibt weder in Gießen noch in Darmstadt ein philologischpädagogisches Seminar, sondern nur ein pädagogisches. Das zweite pädagogische Seminar besteht seit 1888, war zuerst in Worms und ging mit Director Nodnagel an das Neue Gymnasium nach Darmstadt über."
— Feuer. Heute Nacht, kurz nach 12 Uhr, wurde die Einwohnerschaft durch Feuerlärm erschreckt. Die in letzter Zeit wiederholt von Bränden heimgesuchte Umgebung des Riegelpfads war auch diesmal der Schauplatz des Feuers: es brannte ein Pferdestall, ein Strohhaufen und ein dicht daran lagernder Stoß Bäckerholz nieder.
A Ruppertenrod, 15. April. Während deS heutigen Nachmittagsgottesdienstes sprang der Besenbinder K. Mehrer in die benachbarte Ohm, aus der er bald darnach als Leiche gezogen wurde. Durch den Trunk war der Verstorbene in seinen Vermögensverhältnissen soweit zurückgekommen, daß er sein Haus verlassen und Gemeindeversorgung in Anspruch nehmen mußte.
Griedel, 14. April. Hier hat sich eine Freiwillige Feuerwehr gebildet. In der ersten Versammlung wurde Friedrich Wagner einstimmig zum Commandanten gewählt.
Dieburg, 14. April. Ein hiesiger Fortbildungsschüler, der vergangenen Winter mit brennender Cigarre zur Schule kam, wurde gestern von Großh. Amtsgericht Groß- Umstadt wegen dieser Ungezogenheit mit drei Wochen Ge- sängniß bestraft.
Groß-Gerau, 13. April. Bei den gestern in Goddelau aus den oberen Riedorten vorgeführten Pferden befand sich auch ein solches, das im Feldzuge 1870—71 in Verwendung gewesen ist. Das brave Thier, das 34 Jahre alt, genießt gewissermaßen das Gnadenbrod bei seinem Besitzer, Herrn Oeconomen Büttel-Biebesheim.
Verkehr, Land, unö Volkrwirthschaft.
Sieten, 16 April. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter yr. Pst», x 1,15—1,20, Hühnereier per Stück 5—6 4. 2 St. — 4, Enteneier 7— 4, Gänseeier 1 St. 11-12 4, Käse pr St. 5-9 4, Käsematte pr. St. 3 4, Erbsen pr. Liter — 4, Linsen vr. Liter 30 4, Tauben pr. Paar
0,60—1,00, Hübner pr. Stück X 0,85—110, Hahnen pr. St- X 1,30-2,00, Enten pr. St. X 1,50—1,80, Ochsenfleisch pr. Psd 70—76 4, Kuh- und Rindsteisch pr. Psd. 62-66 4, Schweinefleisch pr. Psd. 60-70 4, Kalbfleisch pr. Psd. 50-56 4, Hammelfleisch pr. Pfd. 60 -70 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 7,50—8,00 X, Weiß- krau' pr St. 4—10 4, Zwiebeln pr. Eentner 10,00—12,00 X, Milch p*. Liter 12—18 4
Auszug aus den Standesamtsregistern
der Stadt Gießen.
Aufgebote.
April: 8. Karl Wilhelm Kohlermann, Küfer dahier, mit Elise Von-Eiff zu Grünberg. 9. Phllipp Carl Rahm, Hilfsbremser dahier, mit Maria Schomber hierfelbst. 9. Georg Schmidt, Kutscher dahier, mit Eltsabetha Wolff Hierselbst. 9. Johannes Vogel, Schreiner und Glaser dahier, mit Theodore Wilhelmine Konradine Margarethe Formhals hterselbst. 9. Johs. Huber, Posthilfsbote dahier, mit Kath. Wtlh. Lauer von Reiskirchen. 10. Alexander Julius Ringel, Kaufmann dahier, mit Elisabeth Bramm zu Fulda. 12. Carl Julius Mütztg, Stations-Assistent zu Betzdorf, mit Agnes Hermine Bertha Kallert dahier. 13. Johann Heinrich Barth, Schlosser dahier, mit Wilhelmine Werner hterselbst. 13 Albert Heinrich Fölling, Berg- Ingenieur zu Raeren-Titfeld, mit Caroline Julie Retdt Hierselbst.
Ghefchließunge«.
April: 15. Hermann Balthaser Martin Carl Schmitt, Schreiner dahier, mit Christina Diehl hterselbst. 15. Georg Martin Bellos, Lacktrer dahier, mit Marie Luise Wilhelmine Hcllmold hierselbft. 15. Gustav Hofmann, Fußgendarm dahier, mit Anna Maria Suder- letth von Münster, Kreis Dieburg. 15. Philipp Peter, Maurer dahier, mit Kath. Schmidt hterselbst.
S<l>otttt<*
April: 4. Dem Kaufmann Jecob Jung ein Sohn, Wilhelm August. 4. Dem Sergeanten Joh. Heinrich Hamel ein Sohn. 7. Dem Gerichts-Assessor Friedrich Koch ein Sohn, Friedrich Carl Wilhelm Ferdinand Ernst. 11. Dem Bäckermeister Johs. Peter Pfeiffer ein Sohn, Robert Carl Heinrich. 11. Dem Hilfsbremser bei der Matn-Weser-Bahn Valentin Ruppel eine Tochter, Margarethe Katharine. 12. Dem Taglöhner Wilhelm Stein eine Tochter, Katharine.
Sestorbeue.
April: 9. Luise Döll, geb. Vogt, 71 Jahre alt, Wittwe von Schullehrer Peter Döll dahier. 9. Louis Georg Joh. Wilhelm Neeb, 3 Monate alt, Sohn von Hausdiener Job«. Need dahier. 9. Kath. Henriette Oehler, geb. Biehn, 43 Jahre alt, Ehefrau von Schneidermeister Konrad Oehler dahier. 10. Justizrath Karl Dtery, 75 Jahre alt, Rechtsanwalt dahier. 10. Eduard Mengel, 47 Jahre alt, Kaufmann dahier. 11. Karl Schmidt, 15 Jahre alt, Sohn von Schuhmachermeister Martin Schmidt dahier. 11. Elise Nau, 21/« Jahre alt, Tochter von Taglöhner Heinrich Nau dahier. 11. Margarethe Friedel, geb. Gäberling, 75 Jahre alt, Ehefrau von Schubmachermeister Ludwig Christian Friedel dahier. 11. Johann Konrad Frey, 20 Jahre alt, Dragoner, gebürtig von Lorch in Württemberg.
Auszug aus den Rirehenbüchern
der Stadt (Sieben.
Evangelische Gemeinde.
Getaufte.
Den 10. April. Dem Großh. Baumeister und Culturingenieur Philipp W ßmann ein Sohn, Edmund Georg Philipp, geboren den 27. Februar.
Denselben. Dem Premterlieutenant Heinrich Freiherrn v. Dalwig ein Sohn, Elgar Heinrich Hermann Ludwig Reinhard Aribo Max Richard, geboren den 7. März.
Denselben. Dem Schreiner Karl Kliffmüller eine Tochter, Auguste Emmy, geboren den 24. Februar.
Denselben. Dem Lackirer Adam Wagner ein Sohn, Otto, geboren den 30. December 1891.
Denselben. Dem Kaufmann Wilhelm Schomber eine Tochter, Veronika, geboren den 5. März.
Denselben. Dem Schreiner Martin Wacker ein Sohn, Karl Heinrich Christian, geboren den 21. Februar.
r 14. April. Dem Arbeiter Hermann Prädel ein Sohn, Paul Louis Hermann, geboren den 28. Februar.
Beerdigte.
Den 9. April. Johannrtte Hermanni, geb. LooS, Wittwe deS Re««erung4-Asschorz t. P. Louis Hermanni, all 79 Jahre, starb du,
Den 10. April. Margarethe Schmidt, geb. Psaff, Wittwe des Schneiders Heinrich Schmidt, alt 69 Jahre, starb den 8. April. „ i - n 11 Avril. Luise Friederike Döll, geb. Vogt, Wittwe der Lehrers Peter Doll von Wohnbach, alt 72 Jahre, starb den 9. April.
Den 12. April. Katharine Oehler, geb. Biehn, Ehefrau deS Schneidermeisters Konrad Oehler, alt 43 Jahre, starb den 9. April. . Denselben. Eduard Mengel, Buchhalter, alt 47 Jahre, start den 10. April.
Den 13. April. Margarethe Friebel, geb. Häberling, Ehefrau des Schuhmachermeisters Christian Ludwig Friedel, alt 75 Jahre, starb den 11. April.
Denselben. Karl Schmidt, Lehrling, Sohn des Schuhmachermeisters Martin Schmidt, alt 15 Jahre, starb den 11. April.
Den 14. April. Johann Konrad Frey, Sohn des LanvwtrthS Konrad Frey zu Lorch in Württemberg, Dragoner im Dragoner- Regiment Nr. 24 zu Butzbach, alt 20 Jahre, starb den 11. April.
Xircblic^e Anzeigen der Stabt «Kietzen.
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst
Ostersonntag, 17. April:
Vormittags 9f/> Uhr in der Kirche: Pfarrer Dr. Naumann.
Vormittags 9>/« Uhr in der Friedbofscapelle: Pfarrer Sch l o s s e r.
Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Dingeldey.
Collecte für die Armen der Gemeinde.
Ostermontag, 18. April:
Vormittags 9Vi Uhr in der Kirche: Pfarrer Dingeldey.
Vormittags 9Vi Uhr in der Friedhofscapelle: Pfarrer vr. Naumann.
Nachmittags 2 Uhr: Vorstellung und Prüfung der zu con- UV?ltrrrCnbcn Gymnasiasten und Stadtschüler. Pfarrer Schlosser.
C o l l e c t e für die K i r ch e n k a s s e zur Vermehrung de- Capital- vermogens der Gemeinde.
Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 17. bis 27. April besorgt Pfarrer Dr. Naumann.
Katholische Gemeinde.
Ostersonntag:
Vormittags von 8/<6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um 6 Uhr erste Frühmesse; um '/-8 Ubr zweite Frühmesse; Militär- gottesdienst mit Predigt; um s/^0 Uhr Hochamt mit Predigt; Nachmittags um Ve3 Uhr Feftandacht; nach derselben und Abends um V*8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte.
Ostermontag:
Vormittags von 8/<6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um 6 Uhr erste Frühmesse; um V>8 Uhr zweite Frühmesse; Militär- goitesdtenst; um Vs 10 Uhr Hochamt; Nachmittags um </e3 Uhr Festandacht.
Gottesdienst in der Synagoge.
Montag den 18. April:
Vorabend ßso Uhr, Morgens 8°o Uhr, Nachmittags 4°° Uhr-
Dienstag den 19. April: Schlußfest.
Vorabend 7& Uhr, Morgens 8°° Uhr, Nachmittags 4” Uhr Feftesausgang 7*° Uhr.
Gottesdienst der israelitischen Keligionsgeseltschaft.
Osternschlußfeft Montag den 18. und Dienstag den 19. April:
Sonntag Abend 6" Uhr, Montag Vormittag 800 Uhr, Montag Nachmittag b30 Uhr, Montag Abend 780 Uhr, Dienstag Vormittag 800 Uhr, Dienstag Nachmittag 330 Uhr, Dienstag Abend 7“ Uhr.
Eingesandt.
H. Gießen, 16. April 1892.
Heute Nacht nach 12 Uhr wurden die Bewohner unserer Stadt abermals durch Feuerlärm aus dem Schlafe gewrckt. Es brannte am Riegelpfad und zwar, wie der Augenschein lehrte, ohne unmittelbare Gefahr für die Nachbarschaft. Die Feuerwehr war mit außerordentlicher Schnelligkeit am Platze, waS wir ausdrücklich lobend hervorheben. In der letzten Zeit haben im Südende unserer Stadt mehrere eigentlich gefahrlose Brände stattgefunden, eine wirklich gefährliche Feuersbrunst ist fett Jahren nicht bageroefen. Dies legt uns die Fraae nahe, muß jedesmal die gesammte Bürgerfchaft alarmirt und beunruhigt werden? Bet dem unheimlichen Wimmer» der Sturmglocke und dem Getön der Signalhörner im Bette z» bleiben, ohne von dem Ort der Gefahr unterrichtet zu fein, ist für den Bürger eine starke Zumuthung, aber gleich stark ist die Zumuthung, sich wegen eines brennenden Misthaufen- die Nachtruhe stören zu lassen. Es wäre daher Zett, daß in unserem städtischen Feuermeldewesen eine Aenderung eintritt. Daß allnächtlich ein Zug der freiro. Feuerwehr auf Wache zieht, wäre ein durchaus unbilliges Verlangen, wohl aber ließe sich die Einrichtung treffen, aus den Mitteln der Stadt eine Feuerwache zu bilden — etwa 20 Mann stark — die, bet eintreienoer Gefahr vom Thürmer telephonisch oder telegraphisch benachrichtigt, sofort mit ihren stets bespannten Fahrzeugen ausrückt. Ist der ausgebrochene Brand geringfügig, wird ihn die Wache überwältigen können; ist er aber bebeu» tend, nun bann ist ein Alarmiren wie seither vollkommen gerechtfertigt. Ohne selbstverstänblich unsere Vorschläge für maßgebend halten zu wollen, bitten wir die Stadtoerorbnetenversammlung boch,. unser Feuermelbewesen einstweilen in biesem Sinne einer Prüfung zu unterwerfen, bis Gießen groß genug fein wirb, um eine Berufsfeuerwehr unterhalten zu können.
Wohl ward noch nie etwas fo schnell Als meine Bitt' erfüllet, Nun fchlag' ich wieder klar und hell, Mein Wunsch ist nun gestillet. Nun weiß ich boch, zu was ich da, Dars wieder freudig schlagen Und jubeln laut: Hailelujah, AlS wie in früh'ren Tagen. Drum tausend Dank aus stolzer Höh', Dir, lieber Meister Horloger.
Die dankbare, jetzt geheilte RathhauSuhr.
Englische Velour und ächte Kammgarne «u 140 OB breit A Mk. 1.05 di» 7.85 per Meter versenden birect an Private jebe beliebige Meter,abl- Buxkin Fabrik-DSpöt Oettinger & Co., Frankfurt a. M.
Gediegenste Musterau-wakl bereilwill»gst franco 1292


