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15/03/1892 Zweites Blatt
 
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unser Stadtbild beherrscht, Regentengrötze und Volksglück einer früheren Aera in monumentaler Weise ausdrückt, so halten die Reliefs am Sockel des Kriegerdenkmals die Erinnerung an das durch Blut und Eisen begründete Verbrüderungs- und Einheitsfest der deutschen Stämme in eherner Schrift aufrecht. Es ist ein Grundzug der modernen Geschichte, daß auch das Wirken des Einzelnen, des mit hoher Machtbefugniß ausgestatteten Regenten, sich nicht in souveräner Jsolirung, nicht in statuarischer Größe, sondern aus der breiten Basis des Volkslebens entwickelt. Wie das Relief mit dem architektonischen Element zusammenhängt, so ersteht die Regierung des constitutionellen Herrschers im Bunde mit den Wünschen und Bedürfnissen des Volks. Des­halb kann das erste historische Auftreten unseres verstorbenen Großherzogs der Nachwelt nicht besser überliefert werden als in jenem Relief des Kriegerdenkmals, das den damaligen Prinzen Ludwig zeigt, wie er nach dem heißen Tage von Gravelotte mit dem greisen Preußenkönige aus der Wahl­statt zusammentrifft.

Seit dem 18. Januar 1871 ist die Stellung Hessens unter seinen Großherzogen erfüllt und getragen gewesen von dem nationalen Gedanken. Durch die Gründung des Kaiserreichs ist unser Vaterland bewahrt geblieben vor jener Politik, die im Waffenruhm ihre Ehren sucht, alle Kraft und Liebe konnte dem Ausbau der inneren Verhältnisse zuge­wandt werden.

Und gerade dem Großherzvg, vor dessen Katafalk wir tief bewegten Herzens stehen, haben wir es zu danken, daß wir so schnell und so glücklich in die neue Ordnung der Dinge hineingewachsen sind.

Unter diesem Fürsten kämpften hessische Truppen auf den Schlachtfeldern von Gravalotte, Metz, Mars-la-tour, Orleans. Dieser Großherzog stand in treuester Freundschaft im Jahre 1888 zu San Remo dem deutschen Kronprinzen Friedrich zur Seite, als dieser einen furchtbaren Kamps gegen ein finsteres, unerbittliches Schicksal eingehen mußte, dieser Großherzog führte ein Jahr daraus in festlichem Triumph­zuge den jungen Kaiser in die hessische Residenz, als es galt, die Bande der Liebe und des Vertrauens zwischem dem neuen Hort und den hessischen Reichsangehörigen zu knüpfen.

Als ein Herrscher im echt constitutionellen Sinne hat unser verewigter Großherzog stets über den religiösen und politischen Parteien gestanden, immer eingedenk des monar­chischen Grundsatzes, daß der Fürst allen gehöre und ge­rade durch solche weise Mäßigung dargethan, daß das Hessen­land, unbeschadet der deutschen Einheitsidee, berechtigt sei, im Gange seiner inneren Entwicklung eine selbständige Stellung im Reiche zu behaupten.

In dem Dahingegangenen betrauern wir einen Fürsten, der allen Künsten des Friedens ein warmes und förderndes Interesse entgegenbrachte. Unter Seiner Regierung hat Resi­denz und Land einen kräftigen Ausschwung genommen.

totales nnb provinzielles.

Gießen, 14. März 1892.

Die gestern Morgen hier eingetroffene, von uns I durch Extrablatt verbreitete Nachricht von dem Ableben Sr. Kgl. Hoheit unseres allverehrten Großherzogs hat in. allen Kreisen der Einwohnerschaft das aufrichtigste Beileid für unser Großherzogliches Haus hervorgernfen. Oeffentliche und Privatgebäude legten sosorr Tranerschmnck an, viele * Geschäfte gaben ihren Schaufenstern cm der Bedeutung des-

Unser Großherzog verstand cs, auf schlichte Weise sich ' beliebt zu machen. Wir erinnern hier nur an die Enthüllung des Liebigdcnkmals zu Gießen bn Juli 1890, der unser Monarch in Begleitung des Prinzen Heinrich beiwohnte. Durch die Anwesenheit der hohen Herrschaften, die an allen Veranstaltungen programmgemäß Theil nahmen und ein un­ermüdliches Interesse an den Tag legten, gestaltete sich diese akademische Feier zu einem Volksfest im schönsten Sinne des Wortes.

Die nahe Verbindung mit den mächtigsten europäischen Thronen verliehen unserem Fürstenhos weithin leuchtenden Glanz und haben unsere Hauptstadt mehr als einmal zum Schauplatz hoher Feste und seltener Ehren gemacht.

Seit dem Jahre 1862 stand dem höchstseligen Groß­herzog in der Person der Prinzessin Alice von Großbrittanien lind Irland eine Lebensgefährtin zur Seite, die mit reiner Liebe und unermüdeter Thatkrast für alles Gute und Schöne ihre Kräfte einsetzte. Der Tod schied im Jahre 1878 diesen schönen Lebensbund. Das innige Familienleben aber sollte sort- dauern in dem herzlichen harmonischen Verhältniß, das zwischen dem Vater und Seinen Kindern bestand und an dem näher und ferner Stehende ihre aufrichtige Freude hatten. Einen wahr­haft rührenden Anblick gewährte auch in diesen Tagen die fürsorgende Liebe der Kinder, die aus Norden und Süden herbeigeeilt waren, um noch einmal den Vater zu sehen. Was von letzten Bewnßtseinsäußerungen des verewigten Großhcrzogs berichtet wird, hat ausschließlich Bezug auf die Seinen, die in heftiger Erschütterung das Krankenlager umstanden.

Vielfach mag es beklagt worden sein, daß der Groß- i Herzog später dem Lande nicht noch eine Großherzogin schenken wollte. Es ist vielleicht so besser gewesen.

Bald ruhen sie nun Beide, die eine kurze Spanne Zeit | nur trennte, in ihrer stillen Gruft, und über das Mausoleum ! auf der Rosenhöhe, dem der ernste Conduct in düsterer Todes­pracht sich zu bewegt, streichen Frühlingslüste vom Odenwald herüber und tragen mit sich das alte Lied von der alten Hessentreue.

Die Glocken läuten, die Geschütze donnern die letzten I Ehrengrüße, unsere roth-weißen Fahnen wehen auf Halbmast. Da richtet sich der thränenumflorte Blick aus unser hellleuch­tendes heimisches Wappen. Wie die. beiden starken Löwen den Hellen Schild kraftvoll stützen, so' soll unser Glaube und unsere Treue den Schild der Ehre auch in Zukunft empor- I halten und auf den jungen Herrscher übertragen, was wir dem in Gott ruhenden Vater schuldig gewesen sind.

Treu steht das Hessenvolk zu seinem angestammten ! Fürstenhause in Freud und Leid, in Kamps und Streit, in Leben und Sterben!! E. M.

Deutsches Aetch.

Berlin, 12. März. Des Kaisers Zustand hat sich gebessert. Er nahm Vorträge entgegen, wurde aber bei der Frühstückstasel zur Geburtstagsfeier des Prinzregenten von Bayern durch den Prinzen Friedrich Leopold vertreten.

Berlin, 12. März. DerReichsanzeiger" schreibt: Eine Cabinetsordre vom 12. März erklärt den Zeitpunkt für ge­kommen, die Vermögensbeschlagnahme des Königs Georg auszuheben und veröffentlicht einen Bries des Herzogs von Cumberland an den Kaiser vom 10. März, worin die Bitte an den Kaiser ausgesprochen wird, die Angelegenheit der Vermögensbeschlagnahme einer wohlwollenden Prüfung zu unterziehen. Der Herzog erklärte wiederholt, daß ihm jedes den Frieden des deutschen Reiches oder der einzelnen Staaten störendes oder bedrohendes Unternehmen fernliege. Als deutscher Fürst liebe er das deutsche Vaterland treu und ausrichtig- nie werde er aus seinen Mitteln feindselige Unter­nehmen gegen den Kaiser oder den preußischen Staat an- stisten oder fördern. Nach derNordd. Allg. Ztg." ist eine authentische Mittheilung über den Welfensonds un­mittelbar bevorstehend. Die Combinationen, betreffend den Rücktritt Bennigsens, entbehren der Beqründuna vollständig. a

Effen, 12. März. Die Mitglieder des Bergarbeiter­verbandes beschlossen, um die Kohlenaussuhr nach dem eng- tischen Strikegebiet zu verhindern, keine Ueberschichten zu machen.

Ausland.

Brüssel, 12. März. Die Zeche Anderlues brennt. Die Flammen schlagen aus den Schächten hervor. Die Heber* Windung des Feuers ist nur möglich durch Ersäufen des Schachtes. Erst 70 Opfer, darunter 20 Todte, wurden zu Tage gefördert, alle übrigen sind rettungslos verloren.

Brüßel, 12. März. Aus der Zeche Anderlues wurde mit dem Ersäufen begonnen. Das Zechengebäude ist zer­stört. Das Feuer brach in einer Tiefe von 500 Meter aus. Die Gesammtzahl der Todten wird aus 200 geschätzt, außer den in den Schächten befindlichen Verwundeten.

Dem (H cd ächt« des verewigten Großherzogs.

(Originalbericht desGießener Anzeiger".)

Darmstadt, 13. März.

Ein bewegtes, eigenthümlich ernstes Bild bot unsere Residenz in den frühen Morgenstunden des 13. März. Das Tags zuvor ausgegebene letzte Bulletin hatte den flüchtigen Hoffnungsschimmer, der für einen kurzen Tag ausgetaucht war, völlig niedergeschlagen. Stündlich erwartete man das Ende. Der Telegraph meldete noch vor Tagesanbruch die Katastrophe nach allen Himmelsrichtungen. Und ehe die Placate an den Straßenecken erschienen, war die Nachricht von dem Ableben des geliebten Großherzogs zu allen Ein­wohnern gedrungen. Die aus Halbmast gesetzte Fahne am Grobherzoglichen Palais war der erste stumme, weithin sichtbare Trauerzeuge. An allen öffentlichen und vielen Privatgebäuden erscheinen eingezogene und mit schwarzem Flor umwundene Flaggen. Die bunten Farben an den Toiletten der Damen haben bereits fast durchgängig dem ernsten Schwarz Platz gemacht.

Um die Anschlagsecken sammeln sich dichte Gruppen von Menschen, die die osficiellen Berichte lesen und die Nachrufe, welche bereits von verschiedenen Blättern herausgegeben wurden.

Das Verkehrsleben aber, welches sich Sonntags haupt­sächlich die Rheinstraße aus und ab bewegt, hat sich ganz und gar auf die Wilhelminenstraße concentrirt. Wahre Volks­ströme fluthen dem Palais zu, um noch einen Blick nach jenen Fenstern emporzusenden, hinter welchen die Hülle unseres tief und aufrichtig betrauerten Landesfürsten aus der letzten Lager­staft ruht.

Unerforschlich sind die Wege, welche der Weltgeist in der Geschichte der Völker wandelt. Er läßt stehen und bestehen, was uns todesreif erschien und nimmt hinweg, was aus lange Lebensdauer Anspruch machen durfte.

Gott schenke ihm eine lange und gesegnete Regierung." So lautet der Wunsch, den ein anhängliches Volk an heiliger und profaner Stätte bei bestimmten Gelegen­heiten für das Wohl seines Fürsten zum Herrn der Herren aufsteigen läßt.

Als unser verewigter Großherzog am Neujahrstage beim Besuch des Theaters vom Publikum freudig bewillkommnet t wurde, dachte wohl keiner der Anwesenden daran, daß es das letzte Neujahr sei, welches das Hessenvolk mit dem geliebten Landesvater in herzlichem, freudigen Einvernehmen begehen sollte. In kraftvollem Mannesalter stand der Fürst vor uns, den nun in wenig Tagen der unerbittliche Tod aus unserer Mitte genommen hat. Nur 55 Jahre hat die Vorsehung dem vierten Ludwig von Hessen ins Buch des Lebens eingeschrieben, nur 15 Jahre hat seine Regierung gewährt- sie ist keine lange gewesen, aber wir haben ein Recht, sie eine gesegnete zu nennen!

Das Bild unseres Großherzogs ist auss innigste ver­wachsen und verwebt mit der Geschichte des neuen deutschen Reichs. So wie die Lu dwi gssäu le, die

«neuefte Nachrichten.

Depeschen desBureau Herold".

Bochum, 14. März. Als Candidaten für die Knapp­schafts - Aeltestenwahl werden nur Anhänger des deutschen Bergarbeiter-Verbandes aufgestellt. Der neue Ver­band agitirt dagegen für seine Anhänger.

Wien, 14. März. In Militärkreisen wird versichert, an den diesjährigen deutschen Kaisermanövern im Elsaß werden die Erzherzöge Albrecht und Wilhelm theilnehmen.

Wien, 13. März. Der alljährlich stattfindende Ardeiter- zug zu den Gräbern der Märzgefallenen ist in diesem ^abre wegen des Sonntags größer als sonst auSgesallen. L>ie anwesenden etwa 8000 Personen brachten deutsche und czechische Hochs auf die Märzgefallenen aus. Die Social- i demokraten warfen rothe Blumen und Kränze auf die Gräber. ! Die Ruhe wurde nickt gestört.

London, 13. März. Mindestens 400,000 Bergleute

j sind gestern in den Ausstand getreten. In der Grafschaft I Nottingham sind sämmtliche Bergleute Nordwales, ungefähr I 10,000 Kohlengräber, ausständig. Die Vorräthe der Haupt- I kohlencentren sind bereits erschöpft. Viele Kohlenbergwerke I in Süd Aorkshire stellten den Betrieb ein. Man kann noch nicht sagen, ob der Ausstand eine Woche oder vierzehn Tage I dauert. Der Kohlenpreis ist um 2 Sh. 6 und 4 P. per I Tonne gestiegen. Die Kohlengräber von Bolton und Um- I Legend, 8000 Mann stark, verließen die Schächte. Die I Haupteisenwerke der Gegend sind still gelegt, weil sie den I erhöhten^ Kohlenpreis nicht zahlen.

I Brüssel, 14. März. In Anderlues sand die Be- I er di gung von dreißig bei dem Grubenunglück getödteten I Bergleuten statt. 20,000 Theilnehmer, darunter mehrere hohe I Behörden, wohtnen der Leichenseier bei.

I Darmstadt, 14. März. Die Beisetzung der Leiche Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs findet am Montag Vormittag 11 Uhr aus der Rosenhöhe statt. Es

I werden zur Beisetzung eintreffen: die Kaiserin Friedrich, die Prinzessin Margarethe von Preußen, der Erbprinz und die

I Erbprinzessin von Meiningen usw.

Der Bergmanns-Streik in England.

I Meder einmal muß die Welt auf das ernste Schau- I spiel eines großen bergmännischen Streikes blicken, welcher I diesmal in dem industriereichen England in Scene geht. I Schon jetzt haben daselbst hunderttausende von Bergleuten I die Arbeit eingestellt, aber nach der Zahl der feiernden Arbeiter I der Tiefe wird nach den bisherigen Ankündigungen sich der Streik durch den Hinzutritt der circa 100,000 Bergleute der Kohlenbezirke von Durham zu einem fast allgemeinen

I gestalten. Die Ursachen der gegenwärtigen Streikbewegung im Bergmannswesen Endlands sind aber durchaus verschiedener Art und hierdurch erhält sie ihr besonderes Charakteristieum. Einerseits handelt es sich hierbei allerdings um Lohn- rebuctionen, welche den Kohlenarbeitern angedroht worden sind, anderseits jedoch besitzt die Streikbewegung der englischen Bergleute noch einen ganz anderen Hintergrund.

I In England gehören die Bergleute vorwiegend einer besonderen Vereinigung an, deren Leiter große Machtbefugnisse und einen Einfluß besitzen, der weit in die Kreise derUnter­nehmer", der Bergwerkbesitzer, hineinreicht. Diese eigentlichen Führer der englischen Bergleute haben nun den Plan ge­faßt, die Kohlenpreise durch eine Reduction oder auch zeit­weilige gänzliche Einstellung der Kohlenförderung in die Höhe zu treiben und hierdurch für die Arbeiter eine Lohn erhöhuug herauszuschlagen. Eine solche Hinausschraubung der Preise könnte an sich den Bergwerksbesitzern selbstverständlich nur willkommen sein- dennoch haben sie ihre Einwilligung zu der gedachten Manipulation versagt, weil sie die Arbeiter

I nicht zu Mitbestimmern der Preise machen wollen, wodurch | denselben natürlich ein großer Einfluß auf die geschäftliche Conjunctur wie auf die Arbeitgeber selbst eingeräumt werden würde. Es ist demnach von letzteren die Mitwirkung an den erwähnten Unternehmen versagt worden, infolge dessen die Bergleute jetzt selbstständig vorgehen, indem sie eben einen allgemeinen Streik zur Erzwingung ihrer Forderungen in Scene setzen. Obgleich derselbe also erst vom 12. März ab voll in die Erscheinung treten wird, machen sich doch bereits jetzt die Wirkungen der begonnenen Arbeitseinstellung in Eng­land bemerklich. Nach den vorliegenden Schilderungen hat die Kohlennoth schon einen bedenklich hohen Grad erreicht, und gerade angesichts der auch jenseits des Canals herrschen­den strengen Kälte macht sich dieser Uebelstand doppelt be­merklich. Daß man ihn vor Allem und hauptsächlich in den ärmeren Bevölkerungskreisen des Jnsellandes empfindet, be­darf wohl keiner näheren Beweisführung. Aber auch in weiteren Kreisen spürt man schon die einschneidenden Wirkungen des Bergmannsstreiks, wie das ja auch bei einer Arbeits­einstellung in einem Gewerbe, von dem, wie beim Bergmanns­wesen, das Gedeihen zahlreicher anderer Industriezweige mehr oder minder abhängt, gar nicht anders sein kann. So wird aus dem großen Jndustriebezirke von Durham gemeldet, daß daselbst allen Handwerkern und Arbeitern der Maschinen-, Eisen- und Wagenbausabriken in Hinblick aus den Ausstand der Bergleute gekündigt worden sei. Ebenso haben aus gleicher Ursache die in den ausgedehnten industriellen Etabliffe- ments Lord Landonderrys beschäftigten Arbeiter ihre Kündigung erhalten und aus demselben Grunde werden über 7000 Eisen­bahnbedienstete der den Bezirk von Durham durchschneidenden North-Eastern-Bahn zeitweilig ihre Beschäftigung verlieren.

Jedenfalls würde der Streik der englischen Bergleute noch weit ernstere Folgen nach sich ziehen, wenn er länger dauerte und es ist daher noch ein Trost, daß ihre Führer den osfiziellen Ausstand aus 14 Tage, aus die Zeit vom 12. bis zum 26. März, beschränkt haben. Aber auch dieser begrenzte Zeitraum ist lang genug , um die weitreichenden Wirkungen des Streikes hervortreten zu lassen, zumal ja in zahlreichen Bergwerken die Arbeit theilweise oder auch ganz schon eingestellt ist. Leider haben sich alle Versuche, eine Verständigung zwischen den Bergwerksbesitzern und den Streikenden zu erzielen, als vergeblich erwiesen und so muß denn erst die Zeit lehren, welche von beiden Parteien es längeraushalten" kann, auf alle Falle wird aber durch diesen ungerechtfertigten Streik auch die Allgemeinheit der Bevölkerung Englands schwer geschädigt.