Amtlicher ebciL
Gießen, am 13. März 1892.
Betr.: Das Ableben Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Ludwig IV. von Hessen und bei Rhein, insbesondere die desfallssge Landestrauer.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien und
Polizeibehörden des Kreises.
Wie Sie aus der Bekanntmachung vom Heutigen im | Regierungsblatt entnehmen werden, ist wegen des betrüben- ! den Ablebens Seiner Königlichen Hoheit des Grobherzogs Ludwig IV. von Hessen und bei Rhein die Landestrauer durch Allerhöchste Entschließung auf 12 Wochen festgesetzt worden.
Demgemäß ist angeordnet worden, daß vom 14. d. M. an während 4 Wochen in den Kirchen des Großherzog thums täglich in der Vormittagsstunde von 11—12 Uhr das Trauergeläute stattfinven soll. Sie wollen hiernach für gehörige Vollziehung dieses von den Gemeinden zu besorgenden Trauergeläutes, bei welchem zur Vermeidung des Springens der Glocken angemessene Pausen zu machen sind, sofort " besorgt sein.
Weiter sind vom heutigen Tage an während 14 Tagen alle öffentlichen Tänze, Spiele, Musik (Kirchenmusik ausgenommen) und sonstige Lustbarkeiten einzustellen und werden demgemäß während dieser Zeit weder Tanzerlaubniß- oder Concertscheine ertheilt. noch die Erlaubniß zu öffentlichen Auszügen mit Musik oder zu den im § 33 b der Gewerbeordnung bezeichneten Veranstaltungen von Ihnen gegeben werden.
__v. Gagern.
Wieseck, 12. März 1892. Vetr.: Decanatsconferenz.
Der Großh. evangelische Decan des Decanats Gießen
an die Herren Geistlichen des Decanats.
Ich theile Ihnen andurch ergeben)! mit, daß besonderer triftiger Gründe halber die auf den 16. d. Mts. ausge- schnebene Decanatsconferenz auf Mittwoch den 23. März hat verschoben werden müssen. Tagesordnung die bekannte.
Wahl.
Bekanntmachung.
Die Lahnbrücke bei Ruttershausen kann von Dienstag den 15. ds. Mts. ab wieder befahren werden.
Gießen, den 12. Mürz 1892.
Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern.
Deutsches Reich.
Berlin, 11. März. Die Reichstagssession soll am Freitag vor Palmsonntag, also am 8. April „bestimmt" geschlossen werden. Mau hofft, bis zu genanntem Zeitpunkt von den schwebenden Arbeiten neben dem Etat noch die Novelle zum Krankenkassengesetz, das Telegraphengesetz nnd vielleicht noch eine oder die andere der kleineren Vorlagen zum Abschlüsse zu bringen. Alles Uebrige wird freilich unerledigt bleiben müssen, was an den Regierungsdisposüionen liegt, da ja seit Neujahr noch sechs oder sieben neue Vorlagen an den Reichstag gelangt sind. *
— Der Bundesrath überwies in seiner Wochenplenarsitzung die Vorlagen betr. den Schutz der Brieftauben und des Brieftaubenverkehrs im Kriege, betr. die Novelle zum Unterstützungßwohnsitz und betr. den Nachtragsetat zum Reichshaushaltsetat pro 1892/93 (Erhöhung der Mittel für die Chicagoer Ausstellung) den zuständigen Ausschüssen. Weiter genehmigte der Bundesrath den Ausschußbericht über das Checkgesetz.
totales und provinzielles.
Gießen, 14. März 1892.
— Aus Anlaß des Ablebens Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs findet Dienstag den 15. d. M., Vormittags 11 Uhr, eine öffentliche Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung statt.
! . — Wir erhielten nachstehende Zuschrift: Jeder, der die die
| Main Weser Bahn betreffenden Verhandlungen in der hessischen Ständekammer m Darmstadt vor mehr als zwanzig Jahren gelesen hat, war berechtigt anzunehmen, daß man mit dem Umbau des Gießener Bahnhofs sofort beginnen werde, doch, wie schon oft: „Zwischen Lipp' und Kelches Rand, schwebt der dunklen Mächte Hand." Bald nach den erwähnten Verhandlungen ging die Bahn an den preußischen Staat über und der Gießener Bahnhof schien für lange Zeit in Vergessenheit gerathen zu fein. Allgemein hatte man von der neuen vreußischen Bahnverwaltung erwartet,
daß dieselbe eine noch größere Energie entwickeln werde, aU öie frühere, namentlich auf dem Gebiete des Verkehrs, dessen Förderung ja im wirthschaftlichen Interesse der Bahn selbst liegt, allein in Bezug auf den damit in Verbindung stehenden Umbau des Gießener Bahnhofs hat man sich leider gründlich geirrt. Zwar wurde von allen Seiten das dringende Bedürsniß zum Umbau anerkannt, aber es geschah im Wesent uchen nichts. Endlich nach langen Verhandlungen und vielfach lowohl in öffentlichen Versammlungen als auch in der Presse erfolgten Darlegungen über die traurigen und höchst gesähr uchen Zustände, die hier herrschen, wurden Pläne für Ver- iegung der Geleise, Niederlegung von Gebäuden, Verlegung dev Filter Bahnhofs nach der Westseite der Bahn, Herstellung von Zufuhrwegen und dergleichen festgestellt und im preußischen Landtage^ das feit mehr als 20 Jahren allseitig anerkannte Bedürsniß zum Umbau besonders hervorgehoben, woraus die Mittel dazu bewilligt worden sind. Und doch geschieht seil längerer Zeit nichts! Wodurch ist wohl der Stillstand veranlaßt? Für den Uneingeweihten ist ein solches Verfahren einfach unverständlich. In der Regel ist man herzlich froh, wenn man die oft gefährliche Klippe der Geldbewilligung hinter sich hat, und man schre'.tet dann ohne weiteren Zeitverlust zur Ausführung. Woran mag es liegen, daß dies hier nicht geschieht, nachdem man schon so viele kostbare Zeit hatte verstreichen lassen? — Zuweilen kann man die Meinung aussprechen hören, daß der Umstand, daß die Stadt Gießen nicht in Preußen gelegen ist, nicht ohne Einfluß sei. Wir theilen diese Meinung nicht, glauben aber nicht unterlassen ju sollen, die maßgebenden Factoren auf die Thatsache aufmerksam zu machen. Wie es übrigens dem sein mag, man lann nicht eindringlich genug die warnende Stimme erheben, daß, angesichts der Mißstände im hiesigen Bahnhof, wodurch leicht unsägliches Unheil angerichtet werden kann, die Stellen, welche die L>ache so cunctatorisch behandeln, einerlei aus welchen Gründen, sehr schwere Verantwortung tragen!
Worms, 9. März. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung wurde in Bezug aus'das Reichs- gesetz vom 1. Juni 1891, betreffend Abänderung der Gewerbeordnung, beschlossen, von dem Erlaß eines Ortsstatuts zur Regelung der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe vorerst abzusehen^ dabei sprach die Stadtverordneten-Versammlung den Wunsch aus, es möchten die von der Polizeibehörde zu bestimmenden Arbeitsstunden an Sonn- "Nd Festtagen nicht später als 2 Uhr des Nachmittags gelegt werden.
2172
Holzversteigerung
werden:
Länge
Gng u t h.
2310
Bemerkt wird, daß sich die Derb
Schlofferarbeiten werden am
düngen.
2266
Garnisonverwaltung in Gießen.
Im Auftrag:
F. Hoffmann.
7 bis
16 m
cm Durchmesser, 19 m = 27,29 fm,
Bormittags 10 Uhr, in unserem Geschäftszimmer, woselbst auch die Bedingungen ausliegen, ver-
I 1994 Fichtenderbstangen von 12 cm Durchmesser, Länge — 168 fm.
Verdingung.
Die im Etatsjahre 1892/93 vorkommenden laufenden Tischler- und
und der höheren Töchterschule sollen vergeben werden. Angebotsformulare liegen aus dem Geschäftszimmer Nr. 5 aus und werden dort unentgeltlich verabfolgt.
Verschlossene Angebote sind mit entsprechender Aufschrift versehen bis Donnerstag den 17. März, Bormittags IO Uhr,
Freitag den 18. März 1892, Vormittags von 9 Uhr an, soll im Reiskirchener Gemeindewald, Districten
Großherzogliche Oberförsterei Maulbach.
_________ Ruths.
Cigarren-Versteigerung.
Donnerstag den 17., und Freitag den 18. März, Nachmittags 2 Uhr, werden die zur Eoncursmasse des W. Dietz gehörigen Cigarren im Saale des Lenz'schen Felsenkellers gegen Baarzahlung versteigert.
F. Hoffmann,
2212 Concurtzverwalter.
Cs dürfte dies besonders auch für Händler und Wirlhe eine günstige Kaufgelegenheit sein.
nach Bersrod.
Reiskirchen, am 12. März 1892. Großh. Bürgermeisterei Reiskirchen.
I. E.: [2324
Wagner, Beigeordneter.
Aeifgeöotenes.
Wiefecker
Purim - Nadankuchen!
2333] 2ßo ist derselbe hingekommen? War solcher so groß, daß die Schwieger- futter einen Mitesser im ,Grünen Wald" suchen mußte?
Hantühpl ■ Mitesser, Hinnen, 1 \ rrröthe der Haut rc.
beseitigt in kurzer Zeit Germanns ächte i> Kart. 50 A.
SHur a$t bei Drebes & Wallen,«»«. Marktplatz 21. ^56
Die auf Mittwoch den 16. ds. Mts Dorm. 9 Uhr, in Wißmar anberaumte Holzoerfteigerung findet am Freitag den 18. dS. MtS., Vorm. 9 Uhr, daselbst statt.
Krofdorf, den 12. März 1892. 2326 Der Bürgermeister: Kleine.
_____________________ [2215
Bekanntmachung. Bekanntmachung.
Die Anstreicherarbeiten zur
Unterhaltung des Realgymnasiums
Holzvcrstcigerung.
Es kommen zum Ausgebot:
Freitag den 18. März 1. I., Bormittags 10 Uhr, das und Nutzholz aus den Distrtcten Platz, Saal, Straß, Ehrinqs- häuser und Maulbacher Eisenkaute, Haag, Aulbach und Loch und zwar:
Stamme: 43 Eichen (Wagnerholz) — 13,72 fm, 122 Kiefern — 77,88 fm, 9 Fichten = 5,28 fm, 14 Rothbuchen (Wagnerholr) = 6 90 fm, 23 Birken = 12,72 fm uud 16 Eschenderbstangen = 0 76 fm Zusammenkunft an der Abtriebsfläche im District Platz an der Maul- bach < Romröder Straße. Das Holz aus den Disl/icten Saal, Straß Ehringshäuser und Diaulbacber Eisenkaute wird nicht vorgezeigt.
Lanistag bei» 19. März I. I., Bormittags 9% Uhr das Brennholz aus den DMricten Platz, Saal, Eichwäldchen, Haag, Aulbach und Schneuckersgeheeg und zwar:
Rm.: Scheiter: 46 Buche I. El., 39 desgl. II. El., 89 Birke I. El
V' L 6(- 27 ^sgl. II. El., 112 Nadelholz
I. 61., 22 desgl. II. El., 16 Aspe II. GL; Knüppel: 20 Buche I. GL, 15 desgl. II. GL, 30 Birke I. GL, 4 desgl. II. GL, 91 Eiche I. Gl 36 desgl. II. GL, 49 Nadelholz I. GL, 56 desgl. II. GL, 17 Aspe II. GL; Remg: 39 Buche, 432 Eiche, 58 Nadelholz; Stöcke: 1 Buche i. GU 18 desgl. II. GL, 1 Eiche I. GL, 43 desgl. II. Gl., 74 Nadelholz I. GL, 9 desgl. II. GL, 5 Aspe II. GL
Zusammenkunft wie am Tage vorher. Nähere Auskunft ertheilt der Großh. Forstwart Markart zu Maulbach.
Maulbach, 9. März 1892.
Dienstag den 12. April,
I Nachmittags 2«/z Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die den Friedrich Tepel Eheleuten in Gießen gehörige Hofraithe:
Flur I Nr 1187 - 256 Meter in der Neustadt
öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 29. Februar 1892.
Großh. OrtSgericht Gießen.
I A.: Vogt. 1828
Mittwoch deU 16. März,
Nachmittags 2 Uhr,
werden im Bieker'jchen Saale zwangsweise versteigert:
Sophas, Commoden Kleiderschränke, Tische, Spiegel, Bilder, vollst. Betten, 1 Secretär, Uhren, 1 Kuh, 2 Wagen 3 Wirthstische, 1 Buffet, 1 Nähmaschine, 2 gel. Blutfinken u. a.
Versteigerung theilweise bestimmt.
«eitzler,
Gerichtsvollzieher^
Dienstag den 15., und Mittwoch den 16. März,
Nachmittags 2 Uhr, wird das zur Hinterlassenschaft der Frau Geb. Ober-Baurath Laubenheimer Wwe., Wilhelmssratze 10, gehörige Mobiliar, als:
Tische, Stühle, SophaS, Eom. moden, Betten, Schränke, Lpte gel, Bilder, Küchengerüthe u s w. versteigert.
stangen zu Dachsparren und Gerüst-
Lamstag den 19. März 1892, e‘9Z‘
° ' funft ift am Wege von Reiskirchen
ebendorlhm einzusendeu, woselbst dw W.lshäuierwald und jSfiJZ ®rdff"un9 her Angebote tn Gegenwart nachverze.chnetes Holz versteigert der etwa erschienenen Bieter erfolgt, werden: 6 J
fflrnth1- goi" 12‘ ra89f‘ 80 Fichtenkämme von 14 bis 40
Großh. Bürgermeisterei Gießen. :
25 JÄHRIGER ERFOLG
üngsmit
LU S O
3 m o
7EHKAUF IN DEN APOTHEKEN UND DROGUEN-HANDLUNGEN
FchiilllM-Iiidilstlli' Gr.-Mkn-Kil'ßcil Carl Haas jr., Gießen.
Ringofen-Betrieb in prima Weitz- und Hydrant. Stückkalk.
Abgabe einzelner Fuhren nur gegen baar. 1863
Sämrntliche Neuheiten in <£ngl. Tüll-Borhängen, (<on- grcsrstoffcn und bunten BitragcS sind eingetroffen.
Abgepaßle Vorhänge das Fenster von Mark 1.75 an. Stückwaare das Meter von r Pfg. n, Stückwaare breit, das Meter k von 40 Pfg. an. Reste u. vorjährige De sins unter (Einkauf.
Fritz Nowack, Seltersweg.
1^.8. Das Waschen und Färben gebrauchter Vorhänge wird prompt besorgt und zum Selbstkostenpreise berechnet. 33g
Billige © Gute
X C. II. Knorr, Contervtufabrik. Heilbronn a. X W
2124
M. M. Catz, in Crefeld
Gegründet 1646.
Sammet und Seidenstoffe
Seiden- und Sammet-Man ufactur V0°" Bühgete Preise. Muster franco


