Ausgabe 
14.2.1892 Zweites Blatt
 
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also können Sie sich denken, wie furchtbar die HungerSnoth ist. So leben die Meisten von uns schon monatelang- sie find schon alle hohlwangig, todtenbleich, und junge Männer von 2030 Jahren zittern wie Greise."

. . . . Außerdem ist die große Noth an Kleidungs­stücken; die Meisten sind halbnackt, so daß sie kaum ihre Scham bedecken können- viele Kinder liegen ganz nackt hinter dem Ösen. In den meisten Häusern ist kein Licht- sobald es dunkel wird, um 45 Uhr müssen die Leute sich legen und liegen bleiben bis zum Morgen 6 Uhr, und dabei alle mit leerem Magen, meist schlaflos. Fast in jedem Hause find Kranke, die müssen also 12 Stunden im Dunkeln aus Stroh liegen. Nicht 'mal ein Zündhölzchen haben sie im Hause, um Feuer anzuzünden. Zum Kochen wird das Feuer von Haus zu Haus in einem Tops getragen. Wenn nicht bald von allerwärts Hilfe kommt, dann sind unsere meisten Gemeindeglieder verloren."

Am Schlüsse seines Berichtes schreibt das Berliner Hilfs- comite:

Diesem riesengroßen Nothflande gegenüber kann und darf die Barmherzigkeit nicht ermüden- sie ist langmüthig und freundlich, sie läßt sich nicht erbittern und höret nimmer aus. Wir wollen in ihrem Namen nicht aushören, weithin unsere Bitte ergehen zu lasten : o helfet, lieben Leute, mit den Hungernden, Verhungernden unser Brot zu brechen! In Gottes Namen helft! Helft rasch und reichlich! Auch die kleinste Gabe wird dankbar von dem Hilfscomite in Empfang genommen und durch dasselbe ungekürzt und in völlig zuver­lässiger Weise an die Stätte der Noth befördert. Die betr. Papiere über das richtige Eintreffen und die Vertheilung bezw. Verwendung der Gelder in Volksküchen an Ort und Stelle :c. liegen zur Einsicht vor."

Wir hoffen, daß dieser Aufruf des Hilsscomite's auch im Kreise unserer Leser nicht ungehört verhallt.

Localer tmfc prwittjteflw.

Gießen, 13. Februar 1892,

Der Akademische Gesangverein wird auch in diesem Jahre ein eigenes Concert geben und ist dafür Sonntag der 21. Februar in Aussicht genommen. Zur Aufführung gelangen Niels W. GadesErlkönigs Tochter" und Mirjams Siegesgesang" von Franz Schubert, beides Werke von hohem musikalischen Werthe und unseres Mistens hier noch nicht gehört- diesen beiden prächtigen, mit Soli ver­bundenen Chorwerken, werden sich noch selbständige Soli und Duette anschließen, die ganz besonders wegen der aussührenden Künstler Interesse erregen werden. Der Vorstand des Akad. Gesangvereins wünscht diesmal das Concert besonders schön zu gestalten und hat deßhalb, von dem gewiß löblichen Gebrauch, besonders begabten Mitgliedern die Soloparthien zu übertragen, abgesehen. Wir können diesen Entschluß nur gutheißen, denn bei allem Respect vor unseren einheimischen Kräften, hat ein Verein vom Ruse des Akad. Gesangvereins die Pflicht, auswärtigen Künstlern die Gelegenheit zu geben, Beweis ihres Könnens zu geben. In vorliegendem Falle hat nun die Vereinsleitung besonders erfreuliche Verbindungen angeknüpst, als Solisten wurden keine geringere als das Hi ldach'sche Ehepaar gewonnen, das ist, wie wir ohne Ein­schränkung behaupten dürfen, ein Gewinn ganz hervorragender Art und allein im Stande, ein Gelingen des Concertes voraus­zusagen. Das Künstlerehepaar Anna und Eugen Hildach (Sopr. u. Bar.) ist in musikalischen Kreisen als gleichwerth geschätzt. Neben ihren anerkannten Leistungen, als Interpreten größerer Soli in Chorwerken, sind ihre Liedervorträge als hohe Leistungen zu bezeichnen, zumal wenn sich die Künstler zu Duettenvorträge vereinigen. Die Ausgeglichenheit der Stimmen, die sich durch das harmonische Zusammenleben der Künstler fast bis zu gleicher Klangfarbe verschmolz, dürfte in ähnlicher Vollendung nicht oft gehört werden. Wir werden nicht verab­säumen, in den nächsten Tagen weiter darauf zurückzukommen. Wenn wir nun zum Schluß noch darauf aufmerksam machen, daß die Mitglieder des Akad. Gesangvereins den Wunsch haben, dieses Concert zu einem Benefizconcert für ihren langjährigen, verdienstvollen Dirigenten zu gestalten, so wollen wir dadurch keineswegs eine Pression ausüben, es ist aber unsere Pflicht, bei der Fülle des in einem kurzen Zeiträume Gebotenen, auf hervorragende Kunstgenüsse besonders hinzu­weisen und auch fördernde Nebenumstände dabei nicht zu übersehen. _____

An Reichssteuern betrugen die Brutto-Einnahmen im Großherzogthum Hessen im Rechnungsjahr 1891 : Zölle 9 004 560.49 Mk. (davon kamen zur Großh. Staatskasse 32 284.60 Mk.), Tabaksteuer 396 603.50 Mk. (22 273.81 Mk.), Zuckersteuer (Materialsteuer und Verbrauchsabgabe zusammen) 807 588 Mk. (32102.40 Mk. resp. 13 738.23 Mk.), Salz- steuer 997 248.30 Mk. (9695.75 Mk.), Branntweinsteuer und Verbrauchsabgaben von Branntwein 1272861 Mk. (137 957.46 Mark), Brausteuer 1 029 198.75 Mark (156 719.12 Mark), Stempelabgabe von Spielkarten 149 276.50 Mk. (7472.54 Mk.), andere Reichsstempelabgaben 154 796.45 Mk. (3 095.93 Mk.), zusammen 13 812132.99 Mk. (415339.84 Mk.)

Nach der Statistik der Besteuerung des Weins gibt es im Großherzogthum Heffen 7 5 5 2 Wirthe, welche Wein ausschänken. Hiervon kommen auf Starkenburg 2898, aus Oberheffen 1706, aus Rheinhessen 2948 Wirthe.

Hunde-Statistisches. Nach der Uebersicht der Hunde­steuer befindet sich im Großherzogthum Heffen ein Hundeheer von 37 343 Stück, sür welche je 5 Mk. Staatssteuer zu entrichten sind. Starkenburg hat 16 528, Oberhessen 9905, Rheinhessen 10 900 Hunde beiderlei Geschlechts. Gemeinde­steuer (1 bis 5 Mk. pro Hund) wurde für 11745 Hunde entrichtet.

Nachstehende Waruungsvorschriften, so heißt es in der Post" mit Recht, können nicht genug beachtet werden:Vor­

sicht bei Gebrauch von Benzin, Aether, Petroleum, Spiritus, weil diese höchst feuergefährlich sind. Benzin und Aether dürfen nur bei Tageslicht in Räumen ohne jede Feuerung gebraucht werden, also z. B. sind Handschuhe nur bei Tage mit Benzin zu reinigen. Rauchen ist verboten, wo mit Benzin oder Aether gearbeitet wird. Räume gut lüften! Nur bei Tage einkausen! Flaschen gut verkorken! Petroleum nie beim Feueranmachen benützen! Niemals Petroleum auf brennende Lampen nachgießen! Petroleumflaschen nicht aus dem Kochherd oder hinter dem Ofen ausbewahren! Spiritus niemals in eine offene Flamme gießen! Vorsicht beim Haar- breunen und beim Kochen von Bohnermasse!"

Aus Starkenburg, 10. Februar. Aus Veranlassung des hessischen Thierschutzvereins werden die Hecken künftig nicht mehr, wie bisher üblich, im Frühjahre, sondern in der Zeit vom 1. August bis 1. März beschnitten. Diese Neuerung geschieht im Interesse der Schonung und Erhaltung der Nist- stätten unserer der Landwirthschast nützlichen Vögel.

Osthofen, 9. Februar. Beim Roden eines Feldes zwischen der sogen. Steinmühle und der oberen Bleiche, dem Herrn Jul. Weißheimer gehörig, stießen die Arbeiter aus Mauer­reste. Dem Anschein nach reichen dieselben in das 13. Jahr­hundert' zurück und man kann wohl mit gewisser Sicherheit annehmen, daß es die Fundamentmauern eines zur Burg Dalberg (unseres jetzigen Armenhoss) gehörigen Forts waren. Die Burg Dalberg war um diese Zeit Eigenthum eines Grasen Brendel von Spanheim.

Vom Main, 10. Februar. Eine überaus drollige und dabei auf absoluter Wahrheit beruhende Zahnoperation wird in unserer Gegend vielfach belacht und möge hiermit auch weiteren Kreisen zur Erheiterung dienen. Der Waldarbeiter Z. zu R. bei S. fühlte kürzlich beim Holzmachen heftige Zahnschmerzen. Um dieselben endlich los zu werden, unterzog er sich nach längeren Berathungen mit feinen Mitarbeitern einer Radicalcur. Drei Kameraden bogen eine junge Fichte gewaltsam um und banden den kranken Zahn an den Wipfel. Die losgelassene Fichte schnellte empor und der mindergewichtige Zahnleidende zappelte am Bäumchen wie ein Fischlein an der Angelschnur. Der schmerzhafte Zahn aber trennte sich erst von der zertrümmerten Kinnlade, als die drei Operateure an den Beinen des zappelnden Patienten" herzhaft gezogen hatten. WelcherBindfaden" zur Operation diente, verschwieg unseres glaubwürdigen Gewährsmannes Höflich­keit. N. H. V.

Laudwirthschastliche Winke und Kathschläge.

AnS Oberheffen, Mitte Februar 1892.

Beiträge zur HanSwirthschaft. (Fortsetzung^ Wir haben über noch eimge Verfälschungen von Nahrungs- und Genußmttteln zu berichten und fahren darum in unserem Berichte weiter fort. Da ist vor Allem die Butter zu nennen. In unserem ersten Aufsatze brachten wir Verfälschungen vor, die dem Landwtrthe schadeten. Bei der Milch und der Butter solle« die Aälschrrngerr de» Bauer nütze«, vorausgesetzt, daß diese Verfälschungen von dem Landwtrthe selbst vorgenommen werden. Wir warne« sehr eindringlich vor diese« unreellen Handlungsweisen, denn: es ist kein Fädchen so fein gesponnen, es kommt doch endlich an die Sonnen". Jeder kann sich leicht ausrechnerl, was ihm solche Schwindeleien im Jahre einbringen; gegen diese paar Mark steht sein guter Ruf, sein ganzes Ansehen auf dem Spiele. Wir wieder­holen hier und bei jeder Gelegenheit: Der Landwirth muß es sich zum Grundsätze machen, daß er nur streng reell und ehrlich handelt. Viele können aber die Finger nicht vom Schwindel lassen. Sie mischen allerhand Sachen unter die Butter, um ein höheres Gewicht zu erzielen; andere färben die Butter, wenn sie blaß und unscheinbar aussieht, mit Buttercouleur. Das wenigst Schädliche ist noch Saft von gelben Rüben. Derartige Verfälschungen sind jedoch das reinste Kinderspiel gegen die Verfälschungen, welche bei Herstellung von Kunstbutter verübt werden. Wenn die betreffenden Konsumenten wüßten, was ihnen mit dieser Kunstbutter vorgesetzt wird, mitunter abscheuliche, widerwärtige Sachen, sie blieben sicher davon. Ader die Unklugen sterben niemals aus, sie fallen immer wieder auf die Lob­preisungen der Schwindler hinein und wem nicht zu rathen, dem ist auch nicht zu helfen.

Die Fälschungen, welche beim Weine vorkommen, sind zahlreich. Mit dem Weinttinken sieht es heutzutage recht mager aus, denn dieses edelste Getränk wird immer rarer und theuerer, darum aber auch die Neigung zur Verfälschung immer größer, weil sich ein gut Stück Geld dadurch verdienen läßt. Seit 1868 hat es kein volles, gutes Weinjahr mehr gegeben. Alle Jahrgänge waren seitdem kaum mehr als halbe, wenn es gut ging dreiviertel Herbste mit mäßigen bis guten Qualitäten. Rocht gute, oder hochfeine Weine gab es vielleicht 1874 mit halbem Ertrage abgerechnet nicht mehr. Was wird nun aber alles in Fässern und Flaschen versandt und verzapft! Wenn, um nur einige Beispiele anzuführen, der Wein alle wachsen sollte, welcher als Niersteiner, Oppei Heimer und Liebfrauenmilch versandt und getrunken wird, dann müßte wahrscheinlich die ganze Provinz Rheinhessen für diese drei Marken mit Reben bepflanzt werden Die Niersteiner und Oppenheimer Gemarkung und die kleine Fläche bet Worms, wo die Liebfrauenmilch wächst, machen wahrscheinlich roch nicht den zwanzigsten Theil der Provinz Rhein­hessen aus. Viele verlangen nun: der Wein müsse grade so in den Handel kommen, wie er gewachsen ist. Wenn dies geschieht, bann kann man viele Jahrgänge fortschüttcn, denn sie sind so sauer, daß sie nicht trinkbar sind. Darum sagen die Weinproducenten: Wenn die Sonne ihre Schuldigkeit nicht ganz gethan hat, oder durch Wolken und Regen verhindert war, es zu thun, dann ist es kein Unrecht, den fehlenden Zucker vor der Gährung zuzusetzen. Es dürfen aber, wie dies früher geschah, keine gesundheitsschädlichen Stoffe verwandt werden. Wird der Zusatz von reinem guten Zucker gemacht und die Gährung richtig geleitet, so lassen sich gute, gesunde Getränke erzielen; folglich wäre es schade darum, wenn man die Trauben ungenutzt umkommen lassen wollte. Bis zu diesem Punkte ist die Sache nicht von der Hand zu weisen. Wenn aber Weine in den Kellern fabrizirt werden, ohne daß sie je einen Sonnenstrahl sahen, wenn den Leuten, beton! ers bei den Kirchweihen auf dem Lande, Flüssigkeiten aufgetischt werden, von denen es Leibschneiden und Hirnschalschmerzen adsetzt, wenn Fuchsin, ein wirkliches Gift, zum Färbm der Weine verwandt wird, bann hört die Gemüthlichkeit auf und dem Handwerk muß gesteuert werden. Die Chemiker geben sich seit Jahren undenkliche Mühe, die Geheimnisse der Wein- sälschungen an das Tageslicht zu ziehen; es ist aber noch nicht hin reichend gelungen. Wenn hier und da ein Weinpanscher tüchtig geknaßt" wird, erregt es große Freude bei allen Ständen.

(Schluß folgt.) " i . !" >. ..

Literatur und Knnff.

Hauffs Werke. Jllustrirte Pracht-Ausgabe. HerauS- gegeben von Dr. Cäsar Flanchlen. Erster Band. Deutsche Ver­lags-Anstalt in Stuttgart. Das von uns schon wiederholt der Beachtung des gebildeten Publikums empfohlene Werk ist nunmehr dtS zum Abschluß des ersten Bande- gediehen. Die neue Pracht­

Ausgabe der Hauff'schen Werke, auf zwei starke Bände mit mehr alS 300 Illustrationen hervorragender deutscher Künstler berechnet, tritt den iUuftrirlen Prachtausgaben Shakespeares, Schillers und Goethes, die aus demselben Verlag bervorgingen, würdig an die Seite. Und wem stünde neben diesen Großen das schöne Gewand und die künst lerische Fürsorge unserer besten Lylographen besser an als dem an- muthigsten und klassischsten unter den volksthümlichen Erzählern der deutschen Literatur! Seine Werke gehören zu den frühesten und liebsten literarischen Erinnerungen wohl jedes Deutschen. Ob uns der Dichter in das Land des LichtmsteinS oder in die weinduftenden Gewölbe des Bremer Rathskellers führt, ob er den Jud Süß oder die Bettlerin vom Pont des Arts vor uns erscheinen läßt oder die Wunderwelt orientalischer und deutscher Märchen unseren Blicken erschließt: Überall wirkt er anziehend und jugendfrisch und die Herzen geben sich ihm ganz gefangen. Namhafte Künstler wir nennen nur die Namen Carl Häberlin, Walter Zweigle, G. A. Cloß, F. Bergen, R. E. Kepler, Franz Amling, Edmund Brüning, R. Geißler, A. Langhammer haben alle in dem Stoffe liegenden künstlerischen Anregungen aufgegriffen und ebenfo mit sicherer, fein- geschulter Hand wie mit warmer Empfindungsgabe ausgeführt; die einzelnen Schnitte sind technisch ganz vorzüglich gelungen, sie fesseln aber vor Allem den Leser durch glückliche Composition, lebendige Anschaulichkeit und eigenen Stimmungsgehalt. Dazu entspricht die gesammte äußere Ausstattung in Vignetten, Randleisten, in Papier und Druck und elegantem Einband dem trefflichen Inhalt, sodaß hier ein besonders beachtenswerthes Prachtwerk für das deutsche Haus geboten ist.

Eingesandt.

Gießen, 13. Februar.

In Nr. 33 Ihres Blattes vom 9. Februar er. brachten Sie einen Artikel aus Mainz, welcher der schwachen Unterstützung er­wähnte, die den dortigen Bestrebungen, dem luxuriösen Blumenspenden bei Trauerfällen zu Gunsten einer Wohlfahrtseinrichtung zu steuern, zu Theil würde.

Von Gicßen kann man das Gleiche sagen, von dem sich hier f. Z. gebildeten Verein gleicher Richtung, dessen Zweckdienlichkeit und Berechtigung allgemein anerkannt wurde, hört und sieht man auch nichts mehr.

Und doch muß man sich wundern, daß Bestrebungen, welche an die Stelle der übertriebenen Blumenspende die Wohltbätigkeit fetzen wollen, nicht mehr, bezw. fast gar keine Unterstützung finden.

Wenn man zeitweise einen Spaziergang über den Friedhof macht und steht, welcher Capitalwerth stets der Vernichtung durch Wind und Wetter anheimfällt, so kann man sich des Gedankens nicht erwehren, welche Noth gelindert, welche Thränen getrocknet werden könnten, wenn solcher der Wohlthätigkeit zugeführt würde.

Liegt nun der Gedanke, Gutes zu thun, unteren christlichen Anschauungen nicht näher, als der der Blumenspende, zumal wenn durch ersteres gleichzeitig der Zweck der letzteren erreicht und erfüllt wird?

Möchten doch alle Diejenigen, die durch das Schicksal heim- gesucht werden, sich dessen zunächst bewußt werden und in ihren Traueranzeigen bekannt geben, daß sie zu Gunsten der hier bestehenden WohlthätigkeitSeinrichtungen auf Blumen­spenden Verzicht leisten. DaS stete Bewußtsein, Gutes erwirkt und gethan, sowie edele Bestrebungen unterstützt zu haben, wirkt in schwerer Stunde wohlthuender auf Herz und Gemülh als Blumen­schmuck, welcher im nächsten Augenblicke den vernichtenden El. menten als Beute dient.

Nur diese Erkenntniß und allseitige Berücksichtigung derselben kann besagten Bestrebungen einen Erfolg bringen. Möge daher Jeder, der die Berechtigung derselben anerkennt, in diesem Sinne wirken.

Brockensammlung der Anstalt Bethel.

Ev. Joh. 6, V. 12.

Immer wieder kommen Anfragen, was wir wohl für untere Brockensammlung gebrauchen könnten. Da es unmöglich ist, allen Einzelnen jedeSmal das ganze Verzttchntß aufzustellen, haben wir dasselbe besorgen laffen und bitten von dieser reichen Auswahl freund­lichen Gebrauch zu machen.

Acten, Anzüge, Baumwolle, Betten, Bilder, Briefmarken, Bücher, Cigarrenabichnitte, Cigarrenkistchen, Decken, Denkmünzen, Flaschen, Folianten, Garn, Gemälde, Glas, Handschriften, Hausratb. Hüte, Kattun, Kleider, Korkpfropfen, Kurzmaaren, Ladenhüter, Lampen, Leinwand, Lumpen, Mäntel, Metalle, Möbel, Münzen, Nestel. Noten, Papier, Pelzwaaren, Pferdehaar. Posamentierwaaren, Schirme, Schreibhefte. Schuhzeug, Seide, Stauiolkapfeln, Sammlungen von Steinen, Pflanzen, Münzen, Strümpfe, Tabak, Tuch. Uhren, Verband­sachen, Wolle, Zeitungen, Zeugreste.

Sendungen werden erbeten unter der Adrcste: Brockensammlung der Anstalt Bethel, Poststatton Gadderbaum, Eisenbahnstation Bielefeld.

Der Vorstand der Anstalt Bethel.

Bodetschwingh, Pastor.

bei K. Haas, ß. Keil, I. Lein 87

Weißbrod

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bei K- Heuser, I. Thomas

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Gießen, den 13. Februar 1892.

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per Mille an in geschmackvollen Packungen.

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Bei den BrodverkLufer«

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Brodpreise vom 14. bis 28. Februar 1892 Bet den Bäckern.

M Zigaretten und Tabake findet man

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