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Gemeindeschule zu Horchheim, an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Anton Haas aus Wöllstein eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hebloch, an dem­selben Tage wurde dem Schullehrer Theodor Weitert zu Angenrod die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Leusel, am 2. August wurde dem Schulamtsaspiranten Hein­rich Frank aus Langenbergheim die Lehrerstelle an der Ge- meindeschvle zu Selters übertragen,- am 2. August wurde der von dem Herrn Grafen zu Erbach-Erbach auf die zweite Lehrerstelle an der Gemeindescbule zu Brensbach präsen- tirte Schullehrer Leonhard Löw zu Güntersürst für diese Stelle bestätigt.

D. Großen Linden, 11. August. Bei der hiesigen Sammel­stelle der Pfennigsparkasse Gießen wurden für 1200 Mk. an Sparmarken umgesetzt, tzehr erfreulich ist es, daß sehr viele Arbeiter und Arbeiterinnen an dieser zweckmäßigen Ein­richtung sich betheiligen.

Darmstadt, 10. August. In dem abgelausenen Quartale hat der Großherzog abermals eine stattliche Anzahl von Stiftungen und Schenkungen genehmigt; die Gesammt- summe beläuft sich auf 86 280.75 Mk. - davon entfallen auf die katholische Kirche und deren Einrichtungen 40 634.60 Mk., die evangelische Kirche 5456 Mk. und Wohlthätigkeitsanstalten 40190.15 Mk.,- in der letzten Summe befinden sich 20 000 Mk. als Bermächtniß des Herrn G. H. Nagel an die Stadt Offenbach.

Vermißtes.

* Berlin, 9. August. An der Nachricht eines Extra­blattes von einem dreifachen Lustmord in Köpenick ist derKreuzztg." zufolge kein wahres Wort.

* Frankfurt a. M., 11. August. Eine größere Anzahl Mitglieder desErsten Frankfurter Schwimmclub" wird am nächsten Sonntag ein Dauerschwimmen von Offenbach bis an die Gerbermühle und eventuell bis an den Eisernen Steg unternehmen.

ft Kassel, 11. August. Der commandirende General des XI. Armeecorps, welches die Truppentheile in Hessen- Naffau, Großherzogthum Hessen, sächsischen Herzogthümern, Fürstenthum Waldeck rc. umfaßt und das aus der 21., 22. und 25. Division bestehend, das größte Armeecorps Deutschlands ist, Seine Excellenz General der Infanterie von Grolman, hatte vor einiger Zeit aus Gesundheitsrücksichten sein Abschiedsgesuch eingereicht und ist dasselbe heute laut telegraphischer Benachrichtung von Sr. Majestät dem Kaiser genehmigt worden. Zugleich hat der Kaiser in Anerkennung der hervorragenden militärischen Verdienste des Generals im Allgemeinen und in Führung und Organisation des XI. Armee- corpS im Besonderen ihm durch Verleihung des Schwarzen Adlerordens eine besondere Auszeichnung zu Theil werden lassen. General v. Grolman führt als Nachfolger des Generals v. Schlot heim das Commando des XI. Armee­corps schon seit vier Jahren- er hatte, dem Vernehmen nach, sich im vorjährigen Kaisermanöver eine starke Erkältung zugezogen, die auch den Winter über anhielt und nöthig machte, daß er im Frühjahr einen mehrmonatlichen Erholungs­urlaub antrat, insbesondere hat er zwei Monate in Baden- Baden mit Familie zugebracht. Diese Badekur hat indessen anscheinend den gewünschten Erfolg nicht gehabt. Vor etwa acht Tagen hat Herr v. Grolman das Commando erst wieder übernommen, er wird dasselbe auch nicht gleich wieder nieder­legen, sondern noch während der Herbstmanöver beibehalten, woraus er am 1. October in den Ruhestand tritt.

* Bad Ems, 10. August. Nach näheren Nachrichten ist das Erdbeben in Ems am 9. August doch nicht so arg und folgenschwer gewesen, wie erst angenommen werden konnte. Der Stoß war allerdings ziemlich heftig, dauerte aber höchstens 57 Secunden. Die Risse, die sich am Putz dieses oder jenes Hauses zeigten, mögen wohl älteren Datums sein- aus keinen Fall konnte der Stoß einem einigermaßen gut gebauten Hause gefährlich werden. Als Eigenrhümlich- keit ist noch zu bemerken, daß die Bergleute, die in der Tiefe arbeiteten, von dem Erdbeben nichts gespürt haben.

* Mannheim, 11. August. Infolge der großen Unter­schleife des Socialistensührers Hänsler muß die Aus­lösung des 17 00 Mitglieder zählenden Medicinalverbandes erfolgen. Haftbar für das Deficit ist der Vorstand. Die Erbitterung in Arbeiterkreisen ist groß.

* Halsenbach bei Boppard, 9. August. Aus eine schreck­liche Weise kam heute ein Einwohner aus Beulich zu Tode. Der Mann hatte aus dem hiesigen Viehmarkte einen Stier gekauft, den er an die Gemeinde Salzig abliesern wollte. Unterwegs scheute das Thier, riß sich von dem Strick los, stürzte sich aus den Führer und schlitzte ihm mit einem Horn den Leib aus. Im Hospital zu Boppard starb der Mann. Ein Metzger aus St. Goar fesselte mit Hülse von drei Leuten das wüthende Thier.

* Neisse, 11. August. Bei einem Gefechtsschwimmen von Mannschaften des 63. Regiments ertranken sieben.

* Bremen, 6. August. Belobigung deutscher Seeleute. Wie bereits gemeldet, hat die brave und uner­schrockene Haltung der deutschen Seeleute der bremischen BarkGermania" bei der Rettung französischer Luftschiffer im Canal, die zuerst bei den Geretteten selbst aus schnöden Undank stieß, doch auch in Frankreich Anerkennung gesunden. Das Auswärtige Amt in Berlin hat nachfolgenden Bericht des deutschen Botschafters Grasen Münster an den Reichs­kanzler dem bremischen Senat zugehen lassen:Paris, 20. Juli 1892. Wie Eure Excellenz aus den Zeitungen erfahren haben werden, sind in der vorigen Woche die französischen Lustschiffer, welche in Havre ausgestiegen und auf hoher See niedergegangen waren, unter ganz außer­gewöhnlichen Verhältnissen von der deutschen BarkGermania" (Heimathsort Bremen) gerettet worden. Herr Ribot hat mich bei dem heutigen Wochenempsang gebeten, Euer Excellenz sofort die Anerkennung und den wärmsten Dank der fran­zösischen Regierung für die heldenmüthige und opferwillige

Haltung des Capitäns und der Besatzung derGermania" auszusprechen, gez. Münster." Diesen Bericht hat der hiesige Senat der Rhederei des genannten Schiffes, der Firma D. H. Wäthjen, zukommen lassen.

* Paris, 9. August. Durch die Uebertreibung der Sportliebhaberei wurden am letzten Sonntag mehrere Unglücksfälle herbeigesührt. In Bayonne nahmen einige dreißig junge Leute an einem Wettgange durch das gebirgige Baskenland Theil. Der Sieger legte die Strecke von hun­dert Kilometern in elf Stunden zurück, aber drei Mitbewerber starben und mehrere erkrankten in Folge der Uebermüdung. Die Militärbehörde hatte den Soldaten die Theilnahme an diesem Wettlauf untersagt, wozu sie nachträglich sehr beglück­wünscht wird. In Sortent, wo es sich um einen Wett­lauf nach Quimperle und zurück (42 Kilometer) handelte, fiel der heimkehrende Sieger, nachdem er ein Glas frischen Wassers getrunken, todt zur Erde.

* Newyork, 11. August. Ein Transport von Silber­erzen der Mazatlanmine im Werthe von 50 000 Dollars wurde von Briganten überfallen und fortgeführt. Die Militärescorte wurde niedergemacht oder gefangen weg­geschleppt.

* Zum Schutze gegen die Cholera gibt der Berliner Arzt Geh. Sanitätsrath Dr. P. Sachse in einer Brochüre eine Reihe von Verhaltungsmaßregeln, Belehrungen über das Wesen der Cholera, Anweisungen zur Ausführung der Des- infection rc. Wir heben daraus folgende Vorschriften hervor': Was darf man essen und trinken, was nicht? Verboten:! Ungekochtes Wasser.! Rohe Milch und rohe Sahne, auch saure Milch und Schlagsahne. Butter und Buttermilch. Frisches Gebäck. Alle kalten Suppen. Kalter Ausschnitt, der schon lange gestanden hat!! Alle Salate und Majonnaisen! Cremes. Rohes Obst. Käse. Kuchen und Eis. Erlaubt: Abgekochtes Wasser, auch mit Cognac, Arrac oder Rothwein. Gutes Soda- oder Selterwasser, auch natürliche Mineralbrunnen. Rothwein, gutes Lagerbier, Kaffee, Thee, Cacao. Gebäck muß vor dem Genuß erst */2 Stunde im Hause erhitzt werden. Alle gekochten Suppen. Alle heißen (gekochten, geschmorten und gebratenen) Fleischspeisen. Ebenso alle gekochten Gemüse (Kartoffeln, Reis, Macaroni, Schnitzel, Schnoten, Blumenkohl) rc. Frisch gekochte, warme Compots. Eier und Eierspeisen. Warme Puddings. Vernünftiger Tages zettel: Morgens: Kaffee, Thee oder Cacao, ohne oder mit stark abgekochter Milch, Eier, Gebäck, welches nochmals in einem Topfe */$ Stunde lang trocken erhitzt war, ohne Butter. Zweites Frühstück: Bouillon mit Ei, Gebäck wie oben, warmes Fleisch, Wein. Mittags: Heiße Suppe, gekochtes oder geschmortes Fleisch, Braten, Gemüse, frisch gekochtes Compot, Rothwein dazu oder gutes Bier. Nachmittags: Kaffee oder Thee. Abends: Thee oder warme Suppe, von Mittag übrig gebliebenes Fleisch mit Gebäck vom Morgen, oder warme Fleischspeisen, Wein oder Bier wie oben. Dieservernünftige Tageszettel" soll sich auch da bewährt haben, wo die Cholera noch nicht im Land! Leider sind Viele nicht in der Lage, diesenver­nünftigen Tageszettel" zu befolgen.

* DaS Fahrrad im Heeresdienst. Das erste Beispiel einer Verwendung des Fahrrads im Felde liegt aus dem deutsch-französischen Kriege vor, wo es während der Be­lagerung von Belfort sranzösischerseits in Folge mangelnder Kavallerie mit gutem Erfolge zur schnellen Uebermittelung von Besehlen benutzt wurde. Frankreich folgten bald noch andere Staaten. Von ihnen benutzten das Velociped nur im Frieden, ohne eine practische Verwendung zu Kriegszwecken ms Auge zu fassen: Deutschland, die Schweiz, Italien, Spanien und Bulgarien, während folgende Staaten auch für den Kriegsfall Radfahrer heranzubilden suchen: Frankreich, England, Schweden und Norwegen, Holland, Oesterreich- Ungarn und Belgien. Das französische Velocipedisten-Corps soll 3100 Mann umfassen, die aus die verschiedenen General­stäbe und Truppenkörper vertheilt und vorläufig mit Kavallerie- Karabinern, später mit Revolvern ausgerüstet werden sollen. Die Verwendung des Corps soll im Allgemeinen auf den Ordonnanzdienst beschränkt bleiben. Der Ausbildungsgang der Radsahrer umfaßt einen theoretischen und practiscken Cursus. In England waren bereits 1888 Radfahrer- Abtheilungen von einem Offizier, zwei Unteroffizieren, einem Trompeter und zwanzig Mann, mit Karabinern bewaffnet, bei den Freiwilligen-Bataillonen gebildet und im September 1889 unter Leitung des Majors Scobie ein Uebungslager bei Chepstow, Monmuthshire, für fünf Offiziere und sechzig Radfahrer zu Manöverzwecken gebildet. Die Ausbildung der englischen Fahrer ist lediglich eine practische, die unter Führung eines Stabsoffiziers betrieben wird und angeblich vorzügliche Ergebnisse liefert. Aehnliches ist im norwegischen Heere der Fall. In der Schweiz macht man seit 1887 regelmäßige Hebungen und in Belgien, wo 1888 die Radsahrer sich bei den Hebungen in den Ardennen bewährten, wurde 1889 ein militärisches Radfahrer-Corps errichtet. In Holland kam 1888 das Velociped erstmals zur Benutzung- dort ist bereits ein Stamm von Radfahrern für die Armee vorhanden. Diese bilden aber keinen festen Bestandtheil des Heeres, sondern werden im Bedarfsfälle erst aus Freiwilligen der verschiedenen Radfahrer-Vereine zusammengestellt. Italien begann die Versuche mit dem Fahrrad 1878 und hat seitdem bei jedem Infanterie-Regiment vier bis acht Fahrräder eingestellt, in deren Benutzung Mannschaften ausgebildet werden. Oesteretch- Ungarn hat das Velocipedfahren in den Lehrplan der Militär­schulen ausgenommen - alljährlich findet zum Schluß des Cursus eine längere Uebungsreise statt, die von einem Major, einem Oberlieutenant, zwei Lieutenants und zwei Feldwebeln geführt wird. In Deutschland hat man bisher das Fahrrad vorzugsweise zum Ordonnanzdienste bei Manövern, sowie ständig in den großen Festungen zur Verbindung dieser mit den entlegenen Vorwerken benutzt. Von einer militärischen Organisation der Radfahrer schon im Frieden wurde bisher Abstand genommen, weil bei dem so hoch entwickelten Rad­

fahrersport im Kriegsfälle ein Mangel an Velocipedisten nicht zu befürchten ist.

* Ein Autograph Garibaldis als Wurstpapier. Man schreibt derFrks. Ztg." aus Faido, 1. August: Ein Herr Baccini in Florenz, der bei einem Victualienhändler eine Salami kaufte, entdeckte zu seiner nicht geringen Ueberraschung, daß die Wurst in einen eigenhändigen Brief des Generals Giuseppe Garibaldi eingewickelt war. Das Document lautete:Rogliano, 31. August 1860. Der Oberst Pietro Balzani ist beauftragt, sich nach Toskana zu begeben, um dort die Verabschiedeten der 9. Division der sardinischen Armee zu einem Infanterie-Regiment zu vereinigen G. Garibaldi." Versehen ist die werthvolle Handschrift, welche sofort von der National-Bibliothek erworben wurde, mit dem Siegel des Generalstabs.

? Die Prinzipalin ihres Vaters. Am 18. Juli wurde folgende höchst eigenartige Eintragung in das Handelsregister des Amtsgerichts IV Hannover bewirkt:Firma M. Gold­schmidt mir dem Niederlaffungsorte Hannover und als deren Inhaberin Martha Goldschmidt zu Hannover, minderjährige Tochter *des Kaufmanns Adolf Goldschmidt daselbst." Adolf Goldschmidt ist, wie dasKleine Journal" zu dieser Bekannt­machung bemerkt, einer der Theilhaber derbekannten" Firma A. u. M. Goldschmidt in Hannover, deren Liquidation heute noch nicht beendigt und welche, da diese Liquidation über Er­warten kläglich aussällt, ihre Gläubiger abermals um horrende Summen schädigen wird. Martha Goldschmidt, die 15jährige Tochter des A. G., wird also die Prinzipalin ihres Vaters, welcher bereits zweimal sallirt hat. Martha mag sich vorsehen.

* Darf der Arzt dem Kranken immer die Wahrheit sagen? Diese Frage beantwortete kürzlich Professor Leyden in der Huselandschen Gesellschaft in folgender Weise: Man ist nicht immer verpflichtet, dem Kranken Aufschluß über die Natur seiner Krankheit zu geben, und es ist eine Barbarei, von einem Arzte zu verlangen, daß er dies thun solle. Das höchste Ziel der Wissenschaft ist allerdings Wahrheit, aber die Wissenschaft ist eben unversöhnlich- sie will nur Alles sehen, wie es wirklich ist. Der ärztliche Beruf aber ist eine Kunst, eine Kunst der Humanität und Menschenliebe, welche die Ausgabe hat, die Unbarmherzigkeit der Wirklichkeit mit dem Schleier der Hoffnung zu umhüllen, weil der Einblick in die volle Wahrheit dem Kranken unerträglich werden kann.

* Beim DivifiouSmanö'ver. Die Brigade ist auf dem Marsche gegen den noch unbekannten Feind. Plötzlich sprengt ein Stabsoffizier zu dem behaglich reitenden Generalmajor und meldet:Herr General! Die in unserer Front liegenden Anhöhen sind mit feindlicher Infanterie besetzt!"Das ist wohl nicht möglich, Herr Major," antwortete der Gene­ral,Sie haben Publikum, das von dort dem Gefecht zu- schauen will, für den Feind gehalten, ich danke Ihnen." Nach einiger Zeit kommt derselbe Stabsoffizier und meldet: Herr General, es ist wirklich der Feind, und zwar ist er in lebhafter Bewegung!"I wo, mein lieber Herr Major," ist die Antwort.Sie irren sich, ich hab schon feststellen lassen, daß es Publikum ist. Reiten Sie nur zu Ihrer Truppe zurück!" Nach kurzer Zeit sprengt der Major zum dritten Male heran:Herr General, das Publi­kum schießt!"

* In der Stadt Mexiko, so erzählten amerikanische Blätter, machte ein Charlatan bekannt, daß er ein Mittel besäße, alte Frauen wieder jung zu machen, und lud Alle, die eine Verjüngung wünschten, zu einer Sitzung ein. Trotz des hohen Preises, der vorher für die Wunder­kur bezahlt werden mußte, kamen zur angesetzten Stunde mehr als dreißig angejahrte Damen in das mit allerlei kabbalistischen Zeichen ausgeschmückte Zimmer des Magiers. Dieser hielt vor der Versammlung einen Vortrag über- monik und das Glück der Jugend, ließ dann an die Hörerinnen durch zwei weibliche Begleiterinnen Streukügelchen vertheilen und als diese verschluckt waren, sagte er:Es liegt in der Natur meiner Wunderkur, daß ich bei der Aeltesten beginne. Madame, bitte, wie alt sind Sie?" Die Gefragte er- | röthete und bekannte sich zu 37 Jahren, die nächste zu 36 und so fort, bis die letzte stolz ihr Alter auf 20 Jahre an­gab.Meine Damen," sagte hieraus der Wundermann,ich sehe zu meiner freudigen Genugthuung, daß meine Kur be­reits vollkommen geglückt ist. Als Sie eintraten, ließ ich Ihr Alter abschätzen und die mir zuverlässig angegebenen Zahlen sind durchweg um mindestens zehn Jahre höher als die, welche Sie soeben selber nannten. Sie alle werden mir zugeben, daß eine Frau von 37 Jahren doch nicht alt ge­nannt werden kann, und dies ist das höchste Lebensalter, das Sie vor wenig Augenblicken selber namhaft machten. Somit wünsche ich Ihnen Glück zu der wiedergewonnenen Jugend und halte mich zu weiteren Diensten bestens empfohlen."

Landwirthschastliche Winke und Rathschläge.

A«S Oderhtfltn, im August 1892.

Beiträge zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche. Damit der freundliche Leier Gelegenheit zum Beurthetlen bat, wie groß der Schaden ist, den die Maul- und Klauenseuche im deutschen Reiche anrichtet, wird bemerkt, daß nach einer mäßigen Berechnung jedes Stück Vieh, welches von der Seuche befallen wird, wenigstens um 25 bis 30 Mark an seinem Werthe verliert. Nun wissen wir aber, daß die Seuche jahrein jahraus in Deutschland herrscht, daß viele Tausende Stück Vieh davon ergriffen werden; daraus folgt, daß alljährlich Millionen von Nationalvermögen zu Grunde gehen. Diese unumstößliche Wahrheit rechtfertigt es auch, daß nicht bloS Landwtrthe undVtehdesitzer, sondern jeder Bürger, Beamte, Lehrer u.s.w. an seinem Thetle Mitwirken möchte, damit die Seuche bezwungen werde.

Wir behandeln nun etwas genauer den Schutz der Lhiere vor der Ansteckung.

Viele Leute glauben, nur das Rindvieh wurde von der Maul- und Klauenseuche befallen, was nicht richtig ist, denn auch die übrigen Klauenthtere, die Schweine und Schafe, selbst alle landwirth- schaftlichen HauSthtere werden von der Seuche ergriffen. Rehwild sei tnfictrt worden, hat man dem Einsender gelegentlich mitgethetlt; ob es wahr ist, konnte man nicht untersuchen. Dagegen fand man hie und da bet Menschen, welche mit erkrankten Thteren zu thun