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$«ti8tagben 12. Juli
1892
Gießener Anzeiger
Kenerat-Anzeiger
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1 Anrts- und 2lnzeigeblatt füv den ALveis Gieren.
Hratisöeitage: Gießener Aamitienbtätter
Anrtlichev Theil
in der Spalte „Bemerkungen" de- Verzeichnisses
schon bemerkt, kommen Steuerzahlungen nur in den
worden sind, es sei denn, daß sie auf Objecten
zu
die
4. Gemeindeeinnehmer Lang, Wieseck,
5. Bürgermeister Geißler, Lollar,
7. Bürgermeister Bender, Hungen,
8. Bürgermeister Bopp, Bellersheim,
Außerdem hat eine Ersatzwahl für
werten dem Anzeiger Wßchentlich drrigza^
l I. Wahlbezirk, j Gießen, Stadt.
II. Wahlbezirk, Gießen, Land.
V. Wahlbezirk, Großen'Buseck.
VI. Wahlbezirk,
Alle LnnonceN'Bureaux des In- imb LuZlande« nehmen Anzeigen für den „Gießener Äe|tifler* entgegen.
durch die Bevollmächtigten der Gemeindevorstände gewählten 16 Kreistagsabgeordneten scheidet aus Grund des Art. 26 der Kreis- und Provinzialordnung mit Ablauf dieses Jahres die zweite, nicht schon 1889 ausgeschiedene Hälfte aus. Es
Annahme von Anzeige» zu der Nachmittags für bei sagenden Lag erscheinenden Nummer bis Varm. 10 Uhr.
Londorf.
XII. Wahlbezirk, Hungen, Stadt.
XIII. Wahlbezirk, Hungen, Land.
den für die Wahl-
in das Verzeichniß aufzunehmen, da deren Stimmrecht durch Vertreter ausgeübt werden kann.
Wenn jedoch ein Höchstbesteuerter nach Art. 16 und 17 der Kreisordnung nicht Mmmberechtigt sein sollte, so wollen
fassen.
Gießen, den 5. Juli 1892.
Der VollzugScommissär: Nebel, Amtmann.
Sie dies angeben.
Wie
Die Versammlung hat:
1. die zur Vollzugscommission zu berufenden Sachverständigen und deren Stellvertreter, sowie ein Mitglied des Schiedsgerichts und dessen Stellvertreter zu wählen;
2. darüber zu beschließen, ob die im Grund-(Flur-)Buch enthaltenen Großenangaben oder ob die durch eine Vermessung zu ermittelnden Flächengehalte der Bereinigung zu Grund zu legen sind;
3. zu bestimmen, wie die Bereinigungskosten aufgebracht werden sollen, ob durch Ausschlag auf den Flächengehalt oder den Abschätzungswerth der Grundstücke oder durch Bildung und Verkauf von Massegrund- stücken, sowie ferner, ob die Beiträge nach Bedürfniß
betreffend Feldbereinigung in der Gemarkung Rüddingshausen.
Nachdem die Einwendungen, welche gegen das durch meine Bekanntmachung vom 19. Mai d. I. verkündete Ab- stimmungsergebniß erhoben wurden, Seitens der Großh. Oberen landwirthschaftlichen Behörde verworfen worden sind, und nachdem diese Behörde den Beginn der Feldbereinigungsarbeiten angeordnet hat, lade ich sämmtliche betheiligten Grundeigenthümer zu der gemäß Art. 16 des Gesetzes vom 28. September 1887
Freitag den 22. Juli l. I., Vormittags 11 Uhr, im Schulhause zu Rüddingshausen
ßtattfindenden Versammlung.
Beträgen zur Anrechnung, welche im vorigen Rechnungsjahre entrichtet i
erhoben oder durch Capitalausnahme aufgebracht werden sollen.
Außerdem können Wünsche und Anträge Seitens der Betheiligten vorgebracht und berathen werden.
In dieser Versammlung hat jeder anwesende betheiligte Grundeigenthümer eine Stimme- die Beschlüsse erfordern zu ihrer Giltigkeit eine Mehrheit von Zweidrittheilen der Anwesenden und sind unter dieser Voraussetzung auch für die nicht erschienenen Betheiligten verbindlich.
Kommen giltige Beschlüsse nicht zu Stand, so hat:
zu 1: die Landescommission die Sachverständigen und Schiedsrichter zu ernennen;
zu 2: die Ermittelung des Flächengehalts der Grundstücke durch Vermessung zu erfolgen;
zu 3: die Vollzugscommission die erforderlichen Beschlüsse
r Gießen, den 9. Juli 1892.
Betr.: Die Wahl des Kreistages des Kreises Gießen durch ' die 50 Höchstbesteuerten.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
<m die »retzh. Bürgermeistereien de» «reise«.
Mv beauftragen Sic, uns binnen 14 Tagen ein Verzeichnis derjenigen Höchstbesteuerten nach dem untenstehenden Fochullare vorzulegen, welche nach den Eommunalsteuer- capitalien des vorigen Rechnungsjahres 1891/92 ein Com- rnunalsteuercapital von 2400 Mark und mehr haben.
Bei ber Ermittlung der Höchstbesteuerten wird nur die von innerhalb des Kreises gelegenen Immobilien zu entrichtende Grundsteuer, die von innerhalb des Kreises befindlichen Gewerbsanlagen oder wegen Wohnsitzes innerhalb des Kreises veranlagte Gewerbsteuer, die veranlagte Eapitalrentensteuer und die bei den Communalumlagen innerhalb des Kreises in Anrechnung kommende Einkommensteuer angerechnet.
Steuerzahlungen der Ehefrau werden mit denjenigen des Ehemannes, Steuerzahlungen minderjähriger, beziehungsweise in väterlicher Gewalt befindlicher Kinder werden mit denjenigen bes Vaters zusammen gerechnet. Im Uebrigen sind aber auch Frauen, Actiengesellschaften k. (s. Art. 17 der Kreisordnung) ________ Verzeichniß der Höchstbesteuerten
Periode 1890—1896 gewählten, inzwischen verstorbenen Bürgermeister Jünger, Reiskirchen, IX. Wahlbezirk, Reiskirchen, stattzufinden.
Es sind sonach beiden bevorstehendenErgänzungswahlett
Bekanntmachung,
Wahlen von Kreistagsabgeordneten durch die Bevollmächtigten der Gemeindevorstände betreffend.
Von den im Jahre 1886 bei Neubildung des Kreistags
vierteljähriger ASonnementspretsr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezogen
2 M-rk 50 $f(. I
Redaktion, Expedition und Druckerei:
Sch»k«r»ße JUt.l.
Fernsprecher 51.
Staufenberg.
6. Apotheker Weicker, Allendorf a. d. Lda. VII. Wahlbezirk,
sind dies:
1. Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch, Gießen,
2. Fabrikant M. Hornberger, „
3. Bürgermeister Sommerlad, Wieseck,
hasten, welche in Erbgang erworben sind.
Wenn sich unter den Höchstbesteuerten solche befinden, die noch in anderen Gemeinden ober Gemarkungen des Kreises besteuert sind, so wollen Sie sich von den Großh. Bürgermeistereien dieser Gemeinden ober Gemarkungen ben Betrag dieser weiteren Communalsteuercapitalien miltheilen lassen und solcher dem Verzeichniß unter Namhaftmachung dieser anderen Gemarkungen noch beifügen. Diejenigen Großh. Bürgermeistereien, in deren Gemarkungest sich keine Höchstbesteuerten mit einem Communalsteuercapital von 2400 Mark und darüber befinden oder im Rechnungsjahre 1891/92 keine Communal- steuern erhoben worden sind, wollen dies kurz berichtlich anzeigen.
Im Einzelnen vern.isen wir Sie noch auf Art. 14—18 der Kreisordnung und Art. 4 des Gesetzes vom 15. Mai 1885 (Regier.-Blatt S. 95).
v. Gagern.
der Gemeinde —_—_______
Der
Gieße»er Anzeiger erscheint täglich, wti Ausnahme des MontagS.
Lik ckießiner
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Ord.- Nr.
DeS Höchstbesteuerten V-r- und Zuname mit etwaiger Betnummer
Sein Wohnort
Seine Eommunalsteuercapttalten
in den wetteren Gemarkrrgen:
im Webnort
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im Ganzen
Bemerkungen
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Feuilleton.
L«rl Vogt.
Von Georg Edward.
'(Schluß.)
Aus einer der ersten Seiten seiner trefflichen „Natürlichen Schöpfungs-Geschichte" spricht Häckel einen Satz aus, ber nicht oft genug wiederholt werden kann. „Der höchste Triumph des menschlichen Geistes," sagt er da, „die wahre Erkennmiß der allgemeinsten Naturgesetze, darf nicht das Privateigenthum einer privilegirten Gelehrtenkaste bleiben, sondern mutz Gemeingut der ganzen gebildeten Menschheit werden." Die Werke Carl Vogts, welche in der Folgezeit erschienen, sind alle durchdrungen von der Lehre Darwins, soweit sie sich nicht sogar die Erklärung ober Darstellung derselben selbst zum Vorwurf nehmen. Nur die „Nordfahrt" ist eine anschaulich und mit viel Humor geschilderte Reise die norwegische Stüfte entlang bis zum Nordkap, von da nach der noch jetzt ziemlich unbekannten Insel Jan Mayen und über Island und Schottland zurück nach Deutschland. Die ziemlich rasch auseinander folgenden Werke: „Vorlesungen über den Menschen", „Vorlesungen über nützliche und schädliche Thiere" und „lieber die Mikrocephalen" haben in hervorragender Weise zur Verbreitung und Unterstützung der Entwickelungs-Theorie beigetragen, wobei nicht gering anzu- schlagen ist, daß diese Bücher allgemeinverständlich gehalten sind.
„Die Frage aller Fragen für die Menschheit — das 'Problem, welches allen übrigen zu Grunde liegt und welches tiefer tnterefftrt als irgend ein anderes, — ist die Be- ftimmung der Stellung, welche der Mensch in der Natur
einnimmt und seine Beziehungen zu der Gesammtheit der Dinge," sagt der geniale Huxley. Eine größere Anzahl von Schriststellern hat versucht, zur Lösung dieses überaus schwierigen Problems beizutragen, von denen vor allem Sir Charles Lyell durch die Kühnheit seiner Theorien überrascht. Der vorsichtige Darwin aber trat mit seiner „Abstammung des Menschen" erst im Jahre 1871 hervor, Vogts „Vorlesungen über den Menschen, seine Stellung in der Schöpfung und in der Geschickte der Erde" kamen dagegen fast gleichzeitig mit Lyells großem Werke, 1863, heraus. Sie zeigen die Consequenz der Transmutations-Theorie aus den Menschen angewandt, und das Buch kann das Erschöpfendste genannt werden, was auf diesem Gebiete geschrieben worden, denn es vereinigt in sich alle auf die Naturgeschichte des Menschen bezüglichen Fragen. Während Darwin, in genauer Kenntniß des naiven Festhaltens seiner Landsleute an den jüdischen Traditionen, zu vorsichtig war, die letzte und wichtigste Folgerung feiner Theorie in seinem Werke über die Entstehung der Arten sofort auszusprechen und mit ängstlichem Stillschweigen übergeht, war Vogt einer der Ersten, welche den bedeutungsvollen Schlußsatz zogen und öffentlich verkündeten.
In neuester Zeit hat sich Vogt wieder mehr der vergleichenden Anatomie und Zoologie zugewandt. Was er uns in Zukunft bieten wird, müssen wir abwarten. Seine geistige und körperliche Frische lassen noch manches Bedeutende erhoffen, und wenn er im vorletzten feiner physiologischen Briese sagt, daß die särnmtlichen Productionen von Greisen vernichtet werden könnten ohne den geringsten Schaden für Kunst und Wissenschaft, so hat er vergessen, die Ausnahme zu nennen, ohne welche es ja keine Regel gibt: sich selbst.
Die Deutschen sind z. Th. kein dankbares Volk. Die Generation, welcher Carl Vogt die Lehren verkündet, die nun schon unser ganzes Leben, unsere ganze Weltanschauung durchdringen, hat wenig oder gar keine Anerkennung für ihn.
| Erst die jüngste Generation wird begreifen, was er bedeutet- I Aber so war es immer, und der erbittertste Kamps der Welt ist jener Kamps zwischen den Alten und ben Jungen, der Kamps, den neue Ideen gegen die verbrauchten führen. Doch die Jungen werden immer siegen, denn ihnen gehört die Zukunft. Aber sie sollten nie vergessen, daß es die Alten gewesen, die ihnen vorangeschritten sind und den Weg geebnet, auf dem sie selbst nun weiter fortschreiten. Gerade unsere Zeit sollte das bedenken! Und in diesem Sinne stehen zu beginn dieser Zeilen die Worte Goethes:
Was Du ererbt von Deinen Vätern hast, Erwirb eS, um es zu besitzen.
* Eine Bismarck Anekdote wird in einem dieser Tage in London erschienen Buch „Ein Engländer in Paris" erzählt. Napoleon III. war bekanntlich kein vollkommener Meister der französischen Sprache. Als er nun seine erste Unterredung mit Bismarck hatte, machte er ihm ein Compliment wegen seines Französischen; „Monsieur de Bismarck, ich habe niemals einen Deutschen so Französisch sprechen hören, wie Sie es sprechen." — „Wollen Sie mir erlauben, Ihnen das Compliment zurückzugeben, Sire?" „Gewiß." „Ich habe", sagte Bismarck, niemals einen Franzosen so Französisch sprechen hören, wie Sies sprechen."
* Eine schwierige Frage. Die englische Zeitschrift „Woman" richtet die nachstehende Preisfrage an ihre Leserinnen : „Würden Sie lieber einen Mann heirathen, den Sie lieben, bei dem Sie aber der Gegenliebe nicht sicher sind, oder einen Mann, welcher Sie liebt, dessen Liebe Sie jedoch nicht völlig zu erwidern im Stande sind?" Die Preisbewerberinnen haben ihre Antwort ausführlich zu begründen.


